DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 04 - Historisches Forum 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
Hallo...


Der Lfpl. Nr. 56 der Rbd Schwerin (Sommer 1958) enthielt Leistungen der BR 50 des Bw Wittenberge und zwar der Einsatzstelle Neustadt/Dosse. In den meisten Fällen waren dies Leistungen, die in Neustadt/D. und Berlin für den weiteren Verkehr umgespannt wurden.

Da gab es Ganzzüge, beladen und leer, im Braunkohleverkehr Senftenberger Raum - Schwerin/Wismar. Entsprechend einem DDR-Gesetz von 1950 war es der Deutschen Reichsbahn untersagt, Güterzüge des Binnenverkehrs durch die Berliner Westsektoren zu leiten. Nicht zuletzt zu diesem Zweck baute man ja in den Folgejahren den Berliner Außenring.
Es gab aber eine gesetzliche Ausnahme, die Leergüterzuge und Lokleerfahrten zuließ. Es ist nach sechs Jahrzehnten nicht mehr möglich genau festzustellen, welchen Weg die Züge aus diesem Umlauf exakt durch Berlin oder um Berlin herum nahmen.
Sicher jedoch wird die DR, wenn möglich, den kürzeren Weg durch die Stadt vorgezogen haben, um den BAR zu entlasten und Achskilometer zu sparen.

Für die grün markierten Strecken auf der Übersichtskarte kamen folgende Leistungen infrage:

Lgo 10588 (Wismar/Schwerin -) Neustadt/Dosse - Bln-Schöneweide (- Senftenberger Revier)
Lgo 10592 (Wismar/Schwerin -) Neustadt/Dosse - Berlin Leninallee* (- Senftenberger Revier)
Lzz 6581 Bln-Pankow - Wustermark Rbf, Lzz 6587 Bln-Schöneweide - Wustermark Rbf
(* Landsberger Allee)

56-bln - Kopie.PNG



Hier der Umlauf aus der Lokgestellung der VdM Schwerin Sommer 1958


50wit58.JPG
(Grafik von OZL-Lokd)

Die Fahrzeiten musten offenbar von Hand nachgetragen werden, die "3" steht für die Anzahl der Planlokomotiven.
Die Bemerkung "Rangierlok ablösen" irritiert mich: Man hatte doch die BR 50 nicht zum Rangieren eingesetzt?

Frage: Wofür stehen die römischen Ziffern nach der Zugnummer?


____________________________________________________________________________________________________________________

Gag 6581/6587 fuhren wahrscheinlich Kohle, auch 6950 ist ein Gag. Der TDe 5172 kam, wenn ich mich recht erinnere, von Hamburg/Büchen.

Nach dem Absetzen vom Eilgüter in Bln Leninallee fuhr die BR 50 zum Drehen und Wassernehmen ins Bw Pankow und dann Lzz 6581 über Gesundbrunnen nach Wustermark Rbf (hier statt Wur noch Wuv genannt).

Die Lok von N 8757 kam von Wustermark Rbf Leervorspann mit Dg 7040 zurück.
Lgo 10592 fuhr über den Nordring nach Leninallee, falls Gag 6950 über den SAR fuhr, musste in Swv nicht gedreht werden.
____________________________________________________________________________________________________________________

So könnte der Lgo 10588 ausgesehen und bis 12.8.61 den Berliner Südring befahren haben...

https://www.lokomotive-fachbuchhandlung.de/images/product_images/popup_images/4-000313in.jpg

50 4013 (Bw Wittenberge) am 13. Mai 1961 mit einem Güterzug in Berlin-Neukölln.
Foto: Günter Dombrowski


Der Einsatz der BR 5040 begann erst 1959/60 im Bw Wittenberge.


Mit freundlichem Gruß, Ulrich



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.06.20 22:34.

50.40 gab es zeitweise als Rangierlok

geschrieben von: Pollofan

Datum: 30.06.20 22:41

Hallo Ulrich,
danke für deine Ausführungen und natürlich auch für den Bildnachweis einer 50.40 in Westberlin. Das diese Baureihe dort auch entlang kam, war mir bisher unbekannt.
Zu deiner Frage nach dem Einsatz der 50.40 im Rangierdienst, habe ich zwei Fotos der 50 4045 von 1971 auf dem Bf Wittenberge, die dies meiner Meinung nach zeigen. Auf einem Bild kann man eine hölzerne Stange erkennen, die über den vorderen Puffern der Lok liegt. Meiner Meinung nach dient diese dem Rangierer zum Aufdrücken der Kupplungen. In mir vorliegenden Lokführerkalendern aus dieser Zeit taucht immer mal wieder eine 50.40 als Ablöselok auf dem Bf Wittenberge auf, wenn eine 94 mal ins Bw musste. Zwar kein Dauereinsatz als Rangierlok, aber doch zeitweilig.

Grüße der Pollofan

die römischen Zahlen

geschrieben von: TWA

Datum: 01.07.20 16:13

>>> Frage: Wofür stehen die römischen Ziffern nach der Zugnummer?

Damit wurde vermutlich angedeutet, ob die Lok als Zuglok, also als zweite Lok = II, oder als Vorspannlok, also als erste = I, fuhr.
Wofür die Zahlen 7 und 8 hinter der I stehen weiß ich nicht, habe aber die Vermutung, daß dies etwas mit der Verrechnung der Leistung zu tun hat.
Z.B. 8 = Lastvorspann, und somit höherer Zugförderungsanteil für die Vorspannlok = höhere Kohlenprämie etc.; und 7 = Leervorspann, dadurch geringerer Anteil.
Daß auch der Lgo 10592 mit der 8 rumfährt, wirkt da natürlich etwas unlogisch :-)

Bei Zügen ohne planmäßigen Vorspann waren diese Angaben natürlich nicht notwendig.

Re: die römischen Zahlen

geschrieben von: TransLog

Datum: 04.07.20 21:43

TWA schrieb:
>>> Frage: Wofür stehen die römischen Ziffern nach der Zugnummer?

Damit wurde vermutlich angedeutet, ob die Lok als Zuglok, also als zweite Lok = II, oder als Vorspannlok, also als erste = I, fuhr.
Wofür die Zahlen 7 und 8 hinter der I stehen weiß ich nicht, habe aber die Vermutung, daß dies etwas mit der Verrechnung der Leistung zu tun hat.
Z.B. 8 = Lastvorspann, und somit höherer Zugförderungsanteil für die Vorspannlok = höhere Kohlenprämie etc.; und 7 = Leervorspann, dadurch geringerer Anteil.
Daß auch der Lgo 10592 mit der 8 rumfährt, wirkt da natürlich etwas unlogisch :-)

Bei Zügen ohne planmäßigen Vorspann waren diese Angaben natürlich nicht notwendig.
Hallo TWA,

dankeschön für diese Deutungen. Man muss aber sehen, dass die Gegend dort (mit ganz wenigen Ausnahmen) flach wie eine Tischtennisplatte ist.

Doppelbespannungen waren da eher selten und die Zuglasten den Lokgattungen angepasst.
Vorspannleistungen hätte man durch ein "V" kenntlich gemacht und einen Leervorspann ("Lv") hatten wir ja dabei.

Mit freundlichem Gruß, Ulrich

Re: die römischen Zahlen

geschrieben von: Frank G.

Datum: 05.07.20 14:24

Hallo,

ich denke eher, dass es sich bei den römischen Zahlen I und II um die Angabe der Bremsart handelt. Ältere Eisenbahner kennen diese Angabe noch.

Aber...es ist meine Meinung...


Gruß