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Fragen zur Güterzugabfertigung an der innerdeutschen Grenze

geschrieben von: S&H

Datum: 27.06.20 18:47

Hallo

Wie lief die Güterzugabfertigung zwischen DR und DB auf in der DDR liegenden Grenzbahnhöfen ab (zB Probstzella,Ellrich)?
Wer hatte/übergab bei Nullmannzügen die Zug-/Wagenpapiere an die DB?
Mischte bei der Güterzugabfertigung die Grenztruppe mit?

Viele Grüsse

Hans Horst
Hallo,

dazu waren ja auf beiden Seiten der Grenze die Grenzbahnhöfe zuständig, wobei es im Güterverkehr auch ein paar mehr gab als im PV.

Im einzelnen von Nord nach Süd:

-Lübeck/Herrnburg
-Büchen/Schwanheide (Kuhlenfeld GV)
-Wolfsburg PV /Vorsfelde GV /Oebisfelde
-Helmstedt/Marienborn
-Walkenried/Ellrich nur GV
-Bebra/Gerstungen (bis 1963 über Bebra/Wartha)
-Ludwigsstadt/Probstzella
-Hof/Gutenfürst


Die Züge wurden bis in die 1970er-Jahre immer von DR-Personal bis auf die BRD-Seite gefahren und begleitet und hier die Papiere übergeben, denn Nullmanzüge bei Dampfloks sind schwierig :-)

Und natürlich wurden die leeren und beladenen Güterwagen von den Grenztruppen kontrolliert, am tage konnet mand as in Oebisfeld oder Marienborn sehr schön beobachten,da die Personenzüge aus der BRD ja dort länger zur Kontrolle standen.
Und den ZOLL nicht vergessen, denn für die DDR war die BRD ja "Ausland".

Wobei in Marienborn natürlich immer Hochbetrieb war,da ja nach Berlin-West nur 3 Grenzübergäneg zulässig waren und hier wegen dem Ruhrgebiet die Hauptlast lag.

mit freundlichen Grüßen aus dem (Nicht mehr Kohlen) Pott

Karl
Das, was ich aus der begrenzten Sicht des damaligen Jugendlichen in Gerstungen so beobachten konnte und mir
noch erinnerlich ist, da krauchten z. Bsp. Männer in Zolluniformen am Güterzug auf dem Nebengleis herum, bzw. ließen
die Hunde unter und auf den (offenen) beladenen Güterwagen herumlaufen.
Da ging es in der Hauptsache (der Zug fuhr nach Westen) darum etwaige Flüchtlinge aufzufinden.
Die Kalaschnikowträger waren in ihren Wachtürmen, auf der/den Beschaubrücken oder auf Streifengängen.
Allerdings waren die Beobachtungsmöglichkeiten aus dem Zug heraus doch arg eingeschränkt.
Ich denke man Unterschied da auch deutlich bei der Kontrolle, ob der Zug aus der DDR kam oder in die DDR fuhr.
Und auch ob es sich z. Bsp. um Leerwagen handelte oder nicht. Oder um Transitzüge.
Damit meine ich nicht den üblichen Papierkram den Übergabe/Übernahme von einer Bahnverwaltung zur anderen
erforderlich machten sondern die Kontrolltätigkeiten die durch die Paranoia der DDR Führung bedingt waren.
Die eigentlichen Herren an den Kontrollstellen waren von der Stasi, unabhängig von der Uniform die sie trugen.
Und die meisten trugen wohl andere Uniformen.
Siehe auch hier:
[de.wikipedia.org]
Ansonsten könnten die Herren des Altpapiers mit Buchfahrplänen vielleicht etwas erhellendes beisteuern.
Oder das Grenzerforum:
[www.forum-ddr-grenze.de]


Gruß

Norbert
Nabend

V80max1 schrieb:
Die Züge wurden bis in die 1970er-Jahre immer von DR-Personal bis auf die BRD-Seite gefahren und begleitet und hier die Papiere übergeben, denn Nullmanzüge bei Dampfloks sind schwierig :-)

Also so viel ich weiß, wurde bei Walkenried - Ellrich, alles in Ellrich abgewickelt und die DR fuhr nie nach Walkenried oder sogar Herzberg.
Nullmannzüge hat es auch schon im Dampfzeitalter gegeben.

Bleibt gesund.

Gruß Andi
S&H schrieb:
... Wer hatte/übergab bei Nullmannzügen die Zug-/Wagenpapiere an die DB? ...
Die Papiere hatte der Lokführer des abzuspannenden Zuges auf der Lok, die gab er bei Ankunft auf der GÜSt ab, wo bzw. bei wem war im AzFV Teil I sowie im jeweiligen Bahnhofsbuch geregelt. Auf den Grenzbahnhöfen gab es zusätzlich zu den Bestimmungen des AzFV Teil I und des Bahnhofsbuches noch die GöV (Gemeinsame örtliche Vereinbarung zur Organisation und Abwicklung des Reise- und Güterverkehrs auf der Grenzübergangsstelle XY), hier waren noch einmal spezielle, auf der DV 5231) basierende, zusätzlich relevante Regelungen, enthalten, die das Verhalten der Personale in der GÜSt regelten.

Das Paperwork war normalerweise Aufgabe des Zugfertigstellers oder der Aufsicht Gbf, wo beide nicht vorhanden waren (wahrscheinlich traf das auf die meisten GÜSt zu außer evtl. Oebisfelde, vielleicht auch noch Gerstungen) oder der Dienst nicht besetzt war, hatte die Aufsicht a.d. Bstg in der Regel diese Aufgabe. Manchmal war das (auf normalen Bahnhöfen) auch eine spezielle Kiste, wo die Papiere reingeworfen wurden. Wer da zwischendurch, ggf. schon auf den vorgelagerten Behandlungsbahnhöfen, noch alles reinguckte, kann man sich ja wohl sicherlich denken. Vor der Abfahrt (meistens nach der Bremsprobe) wurden die Papiere dem DB-Lokfürer übergeben.

1) Dienstvorschrift zur Durchführung des Eisenbahnverkehrs zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland

P.S. Da der TO nach den Grenzbahnhöfen fragte, habe ich die den GÜSt vorgelagerten Behandlungsbahnhöfe für Gz mal außen vor gelassen

Gruß aus Reykjavík
Wulf




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.06.20 16:22.
... das vorher mit 70er-Jahre war wieder mal kompletter Bullshit.

Gruß aus Reykjavík
Wulf




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.06.20 17:28.
Norbert Bank schrieb:
Ich denke man Unterschied da auch deutlich bei der Kontrolle, ob der Zug aus der DDR kam oder in die DDR fuhr.
Und auch ob es sich z. Bsp. um Leerwagen handelte oder nicht. Oder um Transitzüge.
Aus Sicht der DR waren alle grenzüberschreitenden Güterzüge Transitzüge und trugen einen T vor dem Gattungszeichen.


Gruß, Ulrich

DR-Personal bis auf die BRD-Seite

geschrieben von: TransLog

Datum: 27.06.20 20:26

Zitat

Die Züge wurden bis in die 1970er-Jahre immer von DR-Personal bis auf die BRD-Seite gefahren...
Nicht korrekt. Das galt nur für Lübeck, Büchen und Helmstedt.

In Bebra und Hof war es bis 1973 gemischt.

Für Oebisfelde, Ellrich und Probstzella trifft es nicht zu.


Gruß, Ulrich
Zusammenfassung:

Lübeck/Herrenburg = DR bis Lübeck

Büchen/Schwanheide = DR bis Büchen (bei Reisezügen sogar bis HH!)

Wolfsburg/Oebisfelde = DB bis Oebisfelde

Helmstedt/Marienborn = DR bis Helmstedt

Walkenried/Ellrich, nur Güterzüge = DB bis Ellrich

Bebra/Gerstungen war Sondersituation: DR bis Bebra, aber Kali-Transitzüge Bebra-Gerstungen-Heimboldshausen (u zurück) mit DB-Personal, ohne DR-Lotsen!)

Ludwigstadt/Probstzella = DB bis Probstzella

Hof/Gutenfürst = DR bis Hof


Gruß
Helmut

Meine bisher erschienenen Beiträge findet ihr in meinem Inhaltsverzeichnis hier: [www.drehscheibe-online.de]

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.06.20 12:42.

Was ist ein "Nullmannzug"?

geschrieben von: TWA

Datum: 27.06.20 22:08

>>> ... denn Nullmanzüge bei Dampfloks sind schwierig :-)

Nö, ist es nicht.
Der Begriff "Nullmannzug" (nur echt mit dem zweitem "n") bezieht sich auf die Anzahl des Zugbegleitpersonal, die Anzahl des Lokpersonal spielt dabei keine Rolle.
Sobald man beim Güterzug den Zugführer einspart und seine Aufgaben auf den Lokführer überträgt, haben wir Null Zugbegleiter und somit einen "Nullmannzug".
Siehe auch bei Fritz Wolff: [www.drehscheibe-online.de]

Ein extremes Beispiel für einen Nullmannzug:
ein dampfgeführter Zug mit Vorspann- und Schiebelok sowie einem Lotsen auf der Vorspannlok hat 7 Zugpersonale, aufgeteilt in 7 Lokpersonale und 0 Zugbegleitpersonale.
V80max1 schrieb:
Hallo

...Die Züge wurden bis in die 1970er-Jahre immer von DR-Personal bis auf die BRD-Seite gefahren und begleitet.....
Wer hat dir denn den Quatsch erzählt?

Bis 1972, da wurde der DB/DR-Verkehr neu geregelt, war es recht unterschiedlich. So wurde am Übergang Hof/Gutenfürst der Verkehr gemischt durchgeführt, d.h. bei Güterzügen fuhr Hofer Personal nach Gutenfürst als auch Reichenbacher Personal nach Hof. Die Reisezüge wurden ausschließlich von DR-Personal gefahren.

Ab 1972 wurde das neu geregelt und jeder Grenzübergang wurde einheitlich von einer Bahnverwaltung bedient. Bei Hof/Gutenfürst war es dann ausschließlich DR-Personal.
Die anderen Regelungen hat Helmut Phillip ja bereits aufgeführt. Dem gibt es nichts mehr hinzu zu fügen.

Deine Behauptungen entbehren somit jeglicher Grundlage.

Grüße vom Karlheinz,
der auf o.g. Übergang selbst noch Züge gefahren hat und es daher genau wissen müsste.
Hallo,

zum besseren Verständnis:Bei der DB hießen Güterzüge ohne Zugbegleiter (im GzPackwagen) "Null Mann -Zug".

Viele Grüsse

Hans Horst

Hinweis für den Herrn: Herrnburg ;-)

geschrieben von: TransLog

Datum: 27.06.20 22:33

Helmut Philipp schrieb:
Zusammenfassung:

Lübeck/Herrnburg = DR bis Lübeck

Büchen/Schwanheide = DR bis Büchen (bei Reisezügen sogar bis HH!)

Wolfsburg/Oebisfelde = DB bis Oebisfelde

Helmstedt/Marienborn = DR bis Helmstedt

Walkenried/Ellrich, nur Güterzüge = DB bis Ellrich

Bebra/Gerstungen war Sondersituation: DR bis Bebra, aber Kali-Transitzüge Bebra-Gerstungen-Heimboldshausen (u zurück) mit DB-Personal, ohne DR-Lotsen!)

Hinweis:

Güterverkehr DB/DR mit DB bis Gerstungen, DR nur bei Transitleistungen nach Seddin (- Bln-Grunewald) bis Bebra

Ludwigstadt/Probstzella = DB bis Probstzella

Hof/Gutenfürst = DR bis Hof

Obacht!
Bis 1973 DB bis/ab Gutenfürst

DR nur bei Transitleistungen nach Seddin (- Bln-Grunewald) Hof
Mit freundlichem Gruß, Ulrich
Norbert Bank schrieb:
Das, was ich aus der begrenzten Sicht des damaligen Jugendlichen in Gerstungen so beobachten konnte und mir
noch erinnerlich ist, da krauchten z. Bsp. Männer in Zolluniformen am Güterzug auf dem Nebengleis herum, bzw. ließen
die Hunde unter und auf den (offenen) beladenen Güterwagen herumlaufen.
Da ging es in der Hauptsache (der Zug fuhr nach Westen) darum etwaige Flüchtlinge aufzufinden.
Die Kalaschnikowträger waren in ihren Wachtürmen, auf der/den Beschaubrücken oder auf Streifengängen.
Allerdings waren die Beobachtungsmöglichkeiten aus dem Zug heraus doch arg eingeschränkt.
Ich denke man Unterschied da auch deutlich bei der Kontrolle, ob der Zug aus der DDR kam oder in die DDR fuhr.
Und auch ob es sich z. Bsp. um Leerwagen handelte oder nicht. Oder um Transitzüge.
Damit meine ich nicht den üblichen Papierkram den Übergabe/Übernahme von einer Bahnverwaltung zur anderen
erforderlich machten sondern die Kontrolltätigkeiten die durch die Paranoia der DDR Führung bedingt waren.
Die eigentlichen Herren an den Kontrollstellen waren von der Stasi, unabhängig von der Uniform die sie trugen.
Und die meisten trugen wohl andere Uniformen.

Fast genauso habe ich es auch in Bad Schandau kennengelernt. So ging es wohl an jedem Grenzübergang zu.

Re: Sag niemals nie -was war zum B, mit Wartha ??

geschrieben von: V80max1

Datum: 28.06.20 12:25

Hallo,


Sag niemals nie

Denn die Verkehrsabwicklung zwischen den beiden deutschen Staaten war immer wieder dem Wandel unterworfen, daher habe ich auch nur eine einfache Aufstellung bis zu den 1970er-Jahren gemacht.

Denn dann traten der Grundlagenvertrag zwischen der BRD und der DDR in Kraft und da wurde vieles neu geregelt.

mit freundlichen Grüßen aus dem (Nicht mehr Kohlen) Pott

Karl

Re: Hinweis für den Herrn: Herrnburg ;-)

geschrieben von: V80max1

Datum: 28.06.20 12:39

Hallo,

schlechtes Gedächtnis ??

Schwanheide war nur für den Personeverkehr Übergang in die BRD, der Güterverkehr wurde über den vorgelegenen Bahnhof Kulfeld.

Ebenso war Vorsfelde der BRD-Grenzbahnhof für den Übergang Oebisfelde der DDR und bestand von 1948 bis 1992,danach wurde er im Rahmen des Neubaus der Schnellfahrstrecke stillgelegt und rückgebaut, das EG steht heute hinter der Lärmschutzwand.
Hier ein Bild aus alten Tagen bie Wiki:

[upload.wikimedia.org]

mit freundlichen Grüßen aus dem (Nicht mehr Kohlen) Pott

Karl

Re: Sag niemals nie -was war zum B, mit Wartha ??

geschrieben von: Helmut Philipp

Datum: 28.06.20 12:39

Hallo Karl!

Warum stellst Du die Geschichte mit der Güst Wartha hier als Frage ein? Du kannst sie doch sicherlich auch selbst erklären bzw beantworten, denn Wartha war ja nur die Güst bis Gerstungen eingerichtet wurde.

Zum Grundlagenvertrag: Die einzige Veränderung betraf Bebra/Gerstungen, da fortan Gerstungen als Übergabe zw. DB und DR zuständig war. Die Hamburg-Bedienung von der DR fiel zwar ebenfalls weg, aber das waren ja keine Güterzüge, und nur nach diesen wird ja in diesem Betragsbaum gefragt.

Gruß

Helmut

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.06.20 12:50.

Re: Hinweis für den Herrn: Herrnburg ;-)

geschrieben von: Helmut Philipp

Datum: 28.06.20 12:49

Hallo Karl!

Von wegen schlechtes Gedächtnis - niemand hat die von Dir genannten Abfertigungsstellen für Gz in Frage gestellt!

Die Liste, das ist auch aus der Überschrift von mir erkennbar ("DR-Personal bis auf die BRD-Seite bzw DB-Personal bis auf die DDR-Seite"), zeigt lediglich auf, wo der Tfz-Wechsel auf DDR-Gebiet oder auf Bundesgebiet stattfand - nicht mehr und nicht weniger! Lediglich hatte ich einen Schreibfehler eingebaut, nämlich "Herrenburg" statt "Herrnburg" geschrieben, und Ulrich hatte diesen Fehler richtiggestellt.

Gruß
Helmut

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Zum Betriebsablauf Schwanheide...

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 28.06.20 13:18

...hier ein Link zur Page von jemandem, der es genau wissen muss, da er dort als Fdl gearbeitet hat: [www.norbert-weise.de]

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

S&H schrieb:
Hallo,

zum besseren Verständnis:Bei der DB hießen Güterzüge ohne Zugbegleiter (im GzPackwagen) "Null Mann -Zug".

Viele Grüsse

Hans Horst
ergänzende Anmerkung zu oben:

Güterzüge ohne Zugführer betraf vor allem Sg,Dg,Gag,die von einem Rbf zum Ziel-Rbf durchfuhren.
Ng,die unterwegs Waggons ein- und ausstellten,hatten noch den Zugführer im GzPackwagen(Zugführer half auch beim Rangieren).
Mitfahren im Kabinentender wurde von der zuständigen Gewerkschaft/Personalrat nicht gerne gesehen.

Viele Grüsse

Hans Horst
Hallo Hans Horst,

S&H schrieb:
S&H schrieb:
Hallo,

zum besseren Verständnis:Bei der DB hießen Güterzüge ohne Zugbegleiter (im GzPackwagen) "Null Mann -Zug".

Viele Grüsse

Hans Horst
ergänzende Anmerkung zu oben:

Güterzüge ohne Zugführer betraf vor allem Sg,Dg,Gag,die von einem Rbf zum Ziel-Rbf durchfuhren.
Ng,die unterwegs Waggons ein- und ausstellten,hatten noch den Zugführer im GzPackwagen(Zugführer half auch beim Rangieren).
Mitfahren im Kabinentender wurde von der zuständigen Gewerkschaft/Personalrat nicht gerne gesehen.
Hans Horst
Das war aber alles während der Zeit, als das Knotenpunktsystem noch nicht eingeführt war. Ich wüsste keinen Ng nach 1976, bei dem noch ein extra Zugführer mit von der Partie war.
Und bei den Üg (von Kbf zu Sateliten ohne eigene Rangiermittel, die Üg von Kbf zu Sateliten mit eigenen Rangiermitteln waren ja von den Betriebsabläufen her nichts anderes als Ng) dieser Zeit fuhr der Rangierleiter, der dann Zugführer in Personalunion war, gewöhnlich auf der Lok mit. Packwagen wurden in Üg in der Regel nur auf Strecken mitgeführt, auf denen der Reisezugverkehr bereits eingestellt war und trotzdem noch besetzte Tarifpunkte für den Reisegepäck- und Expressgutverkehr bestand. Auch dort fuhr der Rgl/Zf dann aber auf der Lok mit. Eine der ganz wenigen Ausnahmen war Warthausen - Ochsenhausen, wo der Pufferwagen auch als Begleitwagen für die Rangierer genutzt wurde.
Bei der ÖBB war das ganz anders. Dort musste nach Möglichkeit sogar bei jedem Verschubzug ein Begleitwagen mitgeführt werden, da die Gewerkschaften auf eine ordentliche Aufenthaltsmöglichkeit für die Verschieber bestanden.


Viele Grüsse von Mark

Re: Sag niemals nie -was war zum B, mit Wartha ??

geschrieben von: Zaubermark

Datum: 28.06.20 14:06

Hallo zusammen,

ich denke, man muss hier auch ein wenig differenzieren zwischen den eigentlichen GÜst und den Zugbildungsbahnhöfen. In Ellrich beispielsweise fand meines Wissens nur die Übergabe zwischen DB/DR und umgekehrt statt mit Lokwechsel und den daraus folgernden betrieblichen Notwendigkeiten wie Bremsprobe und die Übergabe der Begleitpapiere, aber es erfolgte keinerlei Umbildung der Reihung. Das war ein Procedere, welches im Grunde genommen allerhöchstens 30 Minuten benötigt hätte, von den Schnüffeleien der Grenztruppen einmal abgesehen.
Die eigentliche Zugbildung und zolldienstliche Behandlung erfolgte in Nordhausen bzw. Herzberg.
Ähnlich dürfte es auch an anderen Grenzübergängen gewesen sein.

Ob es in Ellrich überhaupt einen Zugabfertiger/Zugfertigsteller gegeben hat oder nur einen örtlichen Rangierer, entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich möchte es eher verneinen. Obwohl ich es mir bei dem gewaltigen Personaleinsatz bei der DR sogar noch vorstellen könnte.


Viele Grüsse von Mark

Re: Sag niemals nie -was war zum B, mit Wartha ??

geschrieben von: V80max1

Datum: 28.06.20 15:36

Hallo,

Zollbehandlung fand auch im Westen an der Grenze im Güterverkehr statt , nur mal so anmerke.
Perl/Apach fällt mir da so aus dem Gedächtnis ein.

mit freundlichen Grüßen aus dem (Nicht mehr Kohlen) Pott

Karl

Re: Zum Betriebsablauf Schwanheide...

geschrieben von: V80max1

Datum: 28.06.20 16:27

Hallo,

und was steht da ? :-)

Zitat
Die Betriebsführung war wegen vieler Restriktionen kompliziert und die Strecke voll ausgelastet, was jeder Insider sofort erkennen wird. Es stand nur eine begrenzte Anzahl von Gleisen zur Verfügung. Die Halte aller Züge in Schwanheide waren Verkehrshalte und die Aufenthaltszeiten konnten bei Verspätungen so gut wie nie gekürzt werden. Das galt für Kuhlenfeld analog allerdings nur für die Transitgüterzüge. Das Abbremsen eines Schnellzuges im Transit Berlin - Hamburg unter 30 km/h wurde wie ein Halt gewertet und zog eine besonders intensive Kontrolle in Schwanheide nach sich. Deshalb wurde bei der geringsten Verspätung auf dem Bildfahrplan nachgesehen, wie verfahren werden muss und alle Beteiligten informiert. Die Dispatcherleitung wirkte bei der Regelung der Zugfolge kaum mit, da die Absprachen über den Zugverkehr zwischen Schwanheide und Büchen nur direkt zwischen diesen beiden Fahrdienstleitern erfolgten
und

Zitat
Kuhlenfeld (Wagengrenzstelle für den Güterverkehr) und Hagenow Land. Eine gute Abstimmung untereinander war unerlässlich für einen flüssigen Betrieb. Wir haben Güterzüge gefahren, von denen man heute nur träumen kann.


mit freundlichen Grüßen aus dem (Nicht mehr Kohlen) Pott

Karl

Re: Sag niemals nie -was war zum B, mit Wartha ??

geschrieben von: S&H

Datum: 28.06.20 17:04

Hallo Karl,

nach welcher Schmuggelware sollte der bundesdeutsche Zoll an der innerdeutschen Grenze bei Güterzügen durch die DDR (Transitverkehr Westberlin -- BRD) oder aus der DDR suchen,etwa nach Waffen oder Drogen? Ich glaube schon,dass der westdeutsche Zoll damals politisch soweit gefestigt war,dass eventuell aufgefundenes Propagandamaterial ihn nicht verunsichert hätte.
Perl/Apach sind Grenzbahnhöfe an einer Grenze zum Ausland.Da ist Zollkontrolle normal gewesen.

Viele Grüsse

Hans Horst
Moin zusammen,

das Mitführen der nötigen Zug/- Wagenpapiere, Frachtbriefe/ Zollbescheinigungen oblag dem Zugführer.
Auch Nullmannzüge hatten einen Zugführer, diese Funktion wurde vom Tf dann mit übernommen.
Die Aufgaben des Zugführers bei der Zugvor/ - nachbereitung wurde bei Nullmannzügen durch stationäre Zugfertigsteller/Zugvorbereiter
wahrgenommen. Bei Lokwechsel von Nullmannzügen wurden die Zugpapiere dem "Bodenpersonal" Zugfertigsteller/Zugvorbereiter übergeben.
Egal ob eine Bundesbahn- oder Reichsbahnmaschine am Zug hing, bis zur Ankunft auf dem DDR-Grenzbahnhof aus der BRD(das konnte auch schon mal im Hinterland erst der Bahnhof Kuhlenfeld sein)
war der Zug für die DDR noch "feindliches Territorium". Die intensiven, im Personenverkehr auch entwürdigenden, Kontrollen der Grenztruppen und des Zolls sind Vielen sicher noch hinreichend bekannt.
Wegen der Haftung bei Sachbeschädigung (und um sich als Zoll nicht selbst am Gut schmutzig zu machen) beschäftigte die DR auf Grenzbahnhöfen "Zollvorführer", Eisenbahner, welche auf Anweisung des Zolls, Wagen, Kisten und Säcke öffnen und wieder verschließen mussten.
So blieb der Manöverschaden beim Herumschnüffeln immer ein "Transportschaden", durch Eisenbahn verursacht, der durch Tarifbestimmungen reguliert werden konnte.
Und ja, in den Fahrplänen war stets ausreichend Zeit für gründlichste Kontrolle eingearbeitet, notfalls auch verspätet weitergefahren.
Aber auch in der Bundesrepublik gab es Kontrollen, denn HighTech z.B. sollte nicht bei den Roten landen, schließlich waren 15 km Zonenrand im Westen ja auch Zollgrenzbezirk.

Gruß Nils
Hallo,

die Passage mit der Haftung und dem Schmutzigmachen des Zolls ist Quark!

Reisende und Beförderer (LKW-Fahrer, Bahnen, Reedereien der Binnenschifffahrt und Post) hatten/haben gesetzliche Mitwirkungs- und Darlegungspflichten bei der Zollabfertigung.
Das war früher so und ist auch heute noch nach EU-Recht/nationalem deutschen Recht so und dient/-e der Bewältigung der schieren Masse.
Da es aber heute kaum noch Bahn-Drittlandsgrenzen bzw. mehr erleichterte Abfertigungsverfahren ohne Beschau gibt, wird dies nicht mehr in dem Maße abgerufen.
Bei den internationalen Frachtpostzentren hingegen sind Zollvorführer noch gang und gäbe.

VG schmalspurig

Zollvorführer

geschrieben von: Posten 60

Datum: 28.06.20 18:15

Moin nochmal,

ich hatte im Dienstunterricht doch aufgepasst. Zollvorführer gehörten zur Eisenbahn.
Zollvorführer hatten eingesaute Dienstkleidung, clevere Zöllner nicht.
Ende der 80er wurde u.a. der Ärmelkanaltunnel errichtet. Etwas Portlandzement aus der DDR steckt auch drin.
Ein paar Säcke davon durften die Zollvorführer in Herrnburg auf und wieder zu machen. Das war eine schöne Sauerei.
Begründet hat´s der Zoll mit Haftungsrecht. Quark war meine Ausführung daher ganz gewiß nicht.
Und Urlaub gab´s schließlich auch, nach der ganzen Plackerei.

Gruß Nils
IMG_NEW.jpg

? West -> Ost

geschrieben von: 219 006

Datum: 28.06.20 19:03

Wie verlief den der Warenverkehr in Richtung Osten?
Es gab ja eine Liste mit Produkten, die nicht Richtung Ost exportiert werden durften (bestimmte Elektronik z.B.).
Wer kontrollierte das? Mussten Waren nicht generell beim Zollamt angemeldet werden?
Es war doch sicherlich ein Unterschied, ob ich Ware von München nach Köln schicke oder nach Leipzig.
Einige Wagen waren auch vom Zoll verplombt, also muss doch der Zoll am Abgangsbahnhof schon aktiv gewesen sein.

Danke!

Re: ? West -> Ost

geschrieben von: Rübezahl

Datum: 28.06.20 19:51

219 006 schrieb:
Wie verlief den der Warenverkehr in Richtung Osten?
Es gab ja eine Liste mit Produkten, die nicht Richtung Ost exportiert werden durften (bestimmte Elektronik z.B.).
Wer kontrollierte das? Mussten Waren nicht generell beim Zollamt angemeldet werden?
Es war doch sicherlich ein Unterschied, ob ich Ware von München nach Köln schicke oder nach Leipzig.
Einige Wagen waren auch vom Zoll verplombt, also muss doch der Zoll am Abgangsbahnhof schon aktiv gewesen sein.

Danke!
Tjaja, Wirtschaftssanktionen gehören schon "ewig" zur Außenpolitik des Westens. Nun trifft es den treuesten Gefährten der USA in Europa, die BRD, selbst - Stichwort neue Erdgasleitung mit Russland ...
Merke, die Politik der USA hat Vorrang vor den Entscheidungen aller anderen Länder!
Gruß

Rübezahl

Re: ? West -> Ost

geschrieben von: Helmut Philipp

Datum: 28.06.20 20:09

User "Rübezahl" bzw Wolfgang Herdam schrieb u.a. (Zitat:)

Tjaja, Wirtschaftssanktionen gehören schon "ewig" zur Außenpolitik des Westens. Nun trifft es den treuesten Gefährten der USA in Europa, die BRD, selbst - Stichwort neue Erdgasleitung mit Russland ...
Merke, die Politik der USA hat Vorrang vor den Entscheidungen aller anderen Länder!



Schade, das hier eine so einseitige und damit unausgewogene Sichtweise vorgetragen wird!

Denn:
Auch die nicht unter us-amerikanischer Kontrolle stehenden Staaten wie zB Schweden und die Schweiz hatten durchaus Sanktionen gegen die Rotlicht-Staaten beschlossen. Das traf beispielsweise für Computer- und Waffentechnik zu. Schweden boykottierte, da politisch vollkommen neutral. auch Spanien zur Franko-Zeit. Sanktionen wurden auch von den roten "Bruderstaaten" gegenüber anderen Staaten verhängt, zB gegen Jugoslawien (je nachdem, wie Tito sich verhielt) und fast vollständig gegenüber Albanien unter Envar Hoxha. Dort sprang allerdings die VR China als Lieferant von Wirtschaftsgütern ein.

Fazit: Glashaus, ersten Stein werfen...


Mit freundlichem Gruß

Helmut

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.06.20 20:12.

Re: ? West -> Ost

geschrieben von: Rübezahl

Datum: 28.06.20 21:26

Helmut Philipp schrieb:
User "Rübezahl" bzw Wolfgang Herdam schrieb u.a. (Zitat:)

Tjaja, Wirtschaftssanktionen gehören schon "ewig" zur Außenpolitik des Westens. Nun trifft es den treuesten Gefährten der USA in Europa, die BRD, selbst - Stichwort neue Erdgasleitung mit Russland ...
Merke, die Politik der USA hat Vorrang vor den Entscheidungen aller anderen Länder!


Schade, das hier eine so einseitige und damit unausgewogene Sichtweise vorgetragen wird!

Denn:
Auch die nicht unter us-amerikanischer Kontrolle stehenden Staaten wie zB Schweden und die Schweiz hatten durchaus Sanktionen gegen die Rotlicht-Staaten beschlossen. Das traf beispielsweise für Computer- und Waffentechnik zu. Schweden boykottierte, da politisch vollkommen neutral. auch Spanien zur Franko-Zeit. Sanktionen wurden auch von den roten "Bruderstaaten" gegenüber anderen Staaten verhängt, zB gegen Jugoslawien (je nachdem, wie Tito sich verhielt) und fast vollständig gegenüber Albanien unter Envar Hoxha. Dort sprang allerdings die VR China als Lieferant von Wirtschaftsgütern ein.

Fazit: Glashaus, ersten Stein werfen...


Mit freundlichem Gruß

Helmut
Ich habe nicht behauptet, dass andere Länder oder die Zitat "Rotlicht-Staaten" nicht auch Missgünstlinge hatten. Die angeführten Beispiele gehörten alle zum der Kalten Krieg. Während dieser Zeit funktionierte der Erdgashandel zwischen der UdSSR und der BRD unbehelligt zur beidseitigen Zufriedenheit. Heute sanktioniert die US-Politik Staaten, Firmen und darin agierende Personen der eigenen politischen Seite, die diesen Handel erweitern wollen. Nicht nur mit Wirtschaftssanktionen sondern auch mit Einreiseverboten. Das ist eine völlig andere Dimension!

Gruß

Rübezahl

Re: ? West -> Ost

geschrieben von: Helmut Philipp

Datum: 28.06.20 21:47

Moin Rübezahl!

Ich habe nichts von der Aussage abgestritten oder in Frage gestellt, sondern vielmehr lediglich um Sachverhalte ergänzt - ein deutlicher Unterschied zu Deiner Schlußfolgerung aus meiner Beitragsergänzung. Was haben übrigens einreiseverbote mit der Ausgangsdiskussion zur Güterabfertigung an Grenzübergangsstellen zu tun?

Das Kontrollieren, ob sanktionierte Güter transportiert werden, ist durchaus Aufgabe des Zolls, aber Einreiseverbote fallen bestimmt nicht in die Rubrik Güterkontrolle...


Mit freundlichem Gruß

Helmut

(der durchaus Deine Verlagsprodukte sehr schätzt!)

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Re: ? West -> Ost

geschrieben von: 219 006

Datum: 28.06.20 23:04

Einen Rückfall in Ost- West- Diskussionen wollte ich eigentlich vermeiden, beide Seiten haben sich oft nicht mit Ruhm bekleckert.

Obwohl die DDR offiziell kein Ausland war, durften verschiedene Dinge nicht ausgeführt werden. Güterwagen waren auch vom bundesdeutschen Zoll verplombt, irgendwo musste dies also geschehen sein und die Waren so beim Zoll angemeldet worden sein.
Also wurden die Wagen bereits am Abgangsbahnhof zolltechnisch behandelt? Am letzten DB- Bahnhof (z.B. Ludwigstadt) fand keine Zollkontrolle mehr statt.
Die Bundesrepublik wollte sicherlich auf verkaufte Sachen auch Steuern (Mehrwertsteuer etc.) haben, auch das musste irgendwie abgerechnet werden.

Re: ? West -> Ost

geschrieben von: Knut Ochdorf

Datum: 28.06.20 23:31

219 006 schrieb:
Wie verlief den der Warenverkehr in Richtung Osten?
Es gab ja eine Liste mit Produkten, die nicht Richtung Ost exportiert werden durften (bestimmte Elektronik z.B.).
Wer kontrollierte das? Mussten Waren nicht generell beim Zollamt angemeldet werden?
Es war doch sicherlich ein Unterschied, ob ich Ware von München nach Köln schicke oder nach Leipzig.
Einige Wagen waren auch vom Zoll verplombt, also muss doch der Zoll am Abgangsbahnhof schon aktiv gewesen sein.

Die Plomben hatten ja zwei Aufgaben: Einerseits Sicherstellung, das nicht auf dem Weg zum Empfänger Waren verloren gehen oder dazukommen. Dann war natürlich auch die zolltechnische Behandlung. Wenn der Zoll die Plome anlegte signalisierte er, daß die Ware ordnungsgemäß verzollt wurde und die jeweiligen Ausfuhr- und Einfuhrbestimmungen eingehalten werden.

Wo nun die zolltechnische Behandlung stattfindet bestimmte der Versender. Er konnte die Sendung durch sein örtliches Zollamt behandeln lassen, er konnte das aber auch erst auf dem Grenzbahnhof machen lassen.

Re: Sag niemals nie -was war zum B, mit Wartha ??

geschrieben von: Knut Ochdorf

Datum: 28.06.20 23:37

Zaubermark schrieb:

Ob es in Ellrich überhaupt einen Zugabfertiger/Zugfertigsteller gegeben hat oder nur einen örtlichen Rangierer, entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich möchte es eher verneinen. Obwohl ich es mir bei dem gewaltigen Personaleinsatz bei der DR sogar noch vorstellen könnte.

Da kannst Du sicher sein, daß es die gab. Es ging ja an der Grenze nicht immer alles gut: Da geb es Differenzwagen (Gut überzählig) oder der Wagenmeister der übernehmenden Bahn hatte an den Wagen etwas auszusetzen. Dann mußte der Wagen ausgesetzt werden. Dafür brauchte man Rangierer und Zugfertigsteller.

Schwanheide oder Kuhlenfeld

geschrieben von: TWA

Datum: 29.06.20 02:05

Der Grenzübergang hieß sowohl im Personen- wie im Güterverkehr in West/Ost-Richtung Büchen / Schwanheide und in Ost/West-Richtung Schwanheide / Büchen.
Kuhlenfeld war der für diesen Grenzübergang zuständige Grenzzollbahnhof.
Im Frachtbrief wurde der Grenzübergang eingetragen, also je nach Fahrtrichtung Büchen oder Schwanheide. Daß die Zollabfertigung in Kuhlenfeld vorgenommen wurde, war eine innerbetriebliche Regelung, die bei der Aufgabe des Wagen nicht ausdrücklich im Frachtbrief angegeben wurde.
Falls z.B. die Zollabfertigung für bestimmte Sendungen in Seddin vorgenommen werden sollte, dann wurde Seddin damit nicht zum Teil des jeweils benutzten Grenzübergangs.

Sag niemals nie...

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 29.06.20 08:47

Nach Schmuggelware hat der Zoll nicht vornehmlich gesucht, aber alles, was die bundesdeutschen Grenzen überschritt, egal wo und in in welcher Richtung, musste zollamtlich behandelt werden. Wie vielleicht bekannt gab es östlich der innerdeutschen Grenze außer der DDR noch jede Menge andere Staaten mit eigenen Währungen, eigenen Steuern und eigenen Zollgesetzen, die samt und sonders keine Zoll-, Wirtschafts- und Währungsunion mit der Bundesrepublik bildeten. Folglich mussten alle Waren, die aus der DDR und umliegenden Gemeinden kamen, erfasst und ggf. nachbesteuert werden, evtl. mussten sie dazu auch identifiziert werden. Zu tun hatte der Zoll also genug an der innerdeutschen Grenze, auch ohne Schmuggel. Den gab es natürlich außerdem noch, aber dieser Intershop-Tourismus war für die Zollbeamten eher nur ein lästiges Übel und nicht ihre Hauptaufgabe.

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

Re: Sag niemals nie -was war zum B, mit Wartha ??

geschrieben von: V80max1

Datum: 29.06.20 13:26

Hallo,

du wirst es kaum glauben, aber es gab auch GV DURCH die DDR :-))

mit freundlichen Grüßen aus dem (Nicht mehr Kohlen) Pott

Karl

Re: Schwanheide oder Kuhlenfeld

geschrieben von: V80max1

Datum: 29.06.20 13:30

nein,genauso wie Vorsfelde der für den Übergang Oebsifelde war......

mit freundlichen Grüßen aus dem (Nicht mehr Kohlen) Pott

Karl

Re: Zollvorführer

geschrieben von: V80max1

Datum: 29.06.20 13:38

Hallo,

dann hast du aber nicht richtig aufgepasst :-)

Zollvorführer ist ein Begriff aus dem Zollgesetz und bezeichnet denjeniegen , der Waren zur Verzollung anmelden muss.

Und bei der Eisenbahn sind das normalerweise die Abfertigungsbeamten, die den Frachbrief bearbeiten und das nicht nur an der Innerdeustchen Grenze, sonder zur damaligen Zeit an jeder Grenze.

Und Frachtgut das Zollpflichtig ist, darf nur der Zoll öffnen und sonst niemand und ich bezweifle, das der Zoll der DDR das anders gehandhabt hat. Viel mehr vermute ich (da ja an den Güst mehr Stasi als alles andere wahr) daß sich da Leute "bedient" haben.

mit freundlichen Grüßen aus dem (Nicht mehr Kohlen) Pott

Karl
Hallo,

grundsätzlich war zur damaligen Zeit jeder Versand aus dem Gebiet der BRD in ein anderes Land Zollpflichtig.

Das war in etliche Wälzern des Zollgesetezs und vielen Anlagen geregelt , außerdem bekamen Unternehmen von bestimmten Branchen auch regelmäßig aktualisierte Listen mit den Exportverboten/Beschränkungen für bestimmte Güter.

Um es vereinfacht auszudrücken,musste jeder Absender seinen Frachtpapieren (bei der Eisenbahn also dem Internationalen Frachtbrief) Zollpapiere mit den enstprechenden Stempeln beifügen, sonst durfte man die Sendung nicht annehmen zur Beförderung.

Außerdem wurde vom Zoll kurz vor dem Verlassen des BRD-Gebietes am jeweiligen Grenzbahnhof noch einmal der Verschlußzustand (Zollplomben) bei Güterwagen kontrolliert

Analoges galt übirgens auch für den Warenverkerh mit Lkw, auch dort gab es spezielle Grenzübergänge für diesen Verkehr wie zum B. Elten Autobahn nach/von den NL.


Als 1973 der Grundlagenvertrag zwischen der BRD und der DDR in Kraft trat, galt für Waren nach Berlin (West) ein vereinfachtes Verfahren.,nämlich grundsätzlich keien Zollvorführung mehr, sondern nur noch ein sogenannter Warenbegleitschein in dreifacher Ausfertigung,vowon 1 Teil dem Absender abgestempelt übergeben wurde und 2 Teile die Sendung begleiteten.

mit freundlichen Grüßen aus dem (Nicht mehr Kohlen) Pott

Karl

Re: Zollvorführer

geschrieben von: Posten 60

Datum: 29.06.20 14:42

Moin auch,

in der Deutschen Demokratischen Republik gab es keine Beamten, nur Arbeiter und Bauern. Der Zollvorführer hat sich vom Ladegut einsauen lassen und hat geschuftet, also war er Arbeiter. Der Zöllner der DDR war kein Beamter, war aber schlau genug, sich nicht mit der Ladung persönlich abzuplagen, nun wird die Auswahl, was er denn war, schon eng. Und die Firmengeflechte um Mielke, Schalck und Strauß, von Deutrans und Richard Ihle, wiederum zeugten von steter akkurater Einhaltung preußisch- deutscher Zollvorschriften beider deutscher Staaten zum Wohle des Weltfriedens.
(Waffensysteme z.B. hießen "Maschinenteile s.n.g." )
Meine Antworten auf die gestellten Fragen bezogen sich eher darauf, wie es einst war, meine eigene und meines Vaters erlebte Geschichte und nicht primär, wie es zu sein hatte, was einst alles so in den Dienstvorschriften stand, das kann man auch im Antiquariat nachlesen.

Gruß Nils

Re: Zollvorführer

geschrieben von: V80max1

Datum: 29.06.20 15:32

Hallo,


also komisch das 90 % der DDR-Zöllner auch nach der Wende (dann als Beamte) beim Zoll blieben :-)


Zitat
(Waffensysteme z.B. hießen "Maschinenteile s.n.g." )
Nun, das ist doch für die Einzelteile zutreffend...denn was will man mit einer Wiege oder einem Rohrhalter alleine anfangen ??

Wobei aber der Absender und Empfänger meistens viel mehr verrät, denn aus Suhl oder Wiesa zum B. kamen selten Haartrockner.

mit freundlichen Grüßen aus dem (Nicht mehr Kohlen) Pott

Karl

Re: Zollvorführer

geschrieben von: Thomas Wedekind

Datum: 29.06.20 16:32

V80max1 schrieb:
also komisch das 90 % der DDR-Zöllner auch nach der Wende (dann als Beamte) beim Zoll blieben :-)

Naja, warum sollten Leute mit speziellen Fachkenntnissen nicht weiter beschäftigt werden, wenn man sie brauchte? (Die Stasi legte gerade Wert darauf, aus bestimmten Berufsgruppen oder Leitungsebenen KEINE Leute zu rekrutieren.)
Die meisten DDR-Verkehrs- und etliche Kriminalpolizisten blieben auch nach der Wende solche. Deren Arbeitsinhalt ist vom politischen System nicht gar so sehr beeinflusst.

Gruß Thomas

Re: Schwanheide oder Kuhlenfeld

geschrieben von: TWA

Datum: 29.06.20 16:52

>>> nein,genauso wie Vorsfelde der für den Übergang Oebsifelde war......

Wie "Nein"?
Worauf bezieht sich das "Nein"?
Daß Vorsfelde der Grenzzollbahnhof für den Grenzübergang Oebisfelde war?
Welcher Grenzübergang wurde denn im Frachtbrief aufgeführt?

Re: Zollvorführer

geschrieben von: V80max1

Datum: 29.06.20 18:29

Hallo,

das:
Zitat
Die meisten DDR-Verkehrs- und etliche Kriminalpolizisten blieben auch nach der Wende solche
Ja dank ihrer "Seilschaften", denn wie eine Untersuchungskommision des Bundestages 1999 feststellte, wurde da gewaltig "Getrickst" .

mit freundlichen Grüßen aus dem (Nicht mehr Kohlen) Pott

Karl

Re: Schwanheide oder Kuhlenfeld

geschrieben von: V80max1

Datum: 29.06.20 18:34

Hallo,

im Frachtbiref wurde oft gar keiner Aufgeführt, weil das den Absender nicht immer interessierte.

Die Zollgestellung war und ist immer die Aufgabe des jeweiligen Frachtführes.

Und nur neben bei bemerkt, Zollgrenzbahnhöfe gab es nicht nur zur DDR, sondern auch zu den anderen Nachbarländern in Europa bis zur Einführung der EU.

mit freundlichen Grüßen aus dem (Nicht mehr Kohlen) Pott

Karl

Hier mal als Beispiel Gutenfürst - Hof

geschrieben von: OZL-Lokd.

Datum: 29.06.20 19:19

In dem Zugförderungsbericht der damaligen OBL Süd 1970 hieß das amtlich so:
Scan 70 Gutenfürst.jpg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.06.20 19:57.
Hallo Karl,

Zitat:
..grundsätzlich war zur damaligen Zeit jeder Versand aus dem Gebiet der BRD in ein anderes Land zollpflichtig.

Ich kann mir nicht vorstellen,dass im innerdeutschen Warenverkehr die westdeutsche Chemieindustrie für aus der DDR bezogene chemische Vorprodukte an das bundesdeutsche Zollamt Zoll bezahlt hat.Genausowenig,wie Neckermann auf die DDR-Möbel oder -Textilien Zoll bezahlt hätte.
Ich nehme eher an,dass das örtliche Zollamt beim Empfänger in die entsprechenden Papiere geschaut hat und die Zahlen für die Statistik an das Wirtschaftsministerium weitergegeben hat.

Viele Grüsse

Hans Horst

In der DDR...

geschrieben von: Georgi

Datum: 29.06.20 20:06

Gab es nicht nur Arbeiter und Bauern! Es gab noch die Werktätigen und die Werktätige Intelligenz. So würde ich die Angehörigen von Zoll,und Armee zu den Werktätigen verorten. Intelligenz ist wohl zu viel. Problem ist das MfS. Arbeiter? Nein. Bauern?Nein. Intelligent? Nur die HVA.

Also da sind noch Fragen offen. :-))

Das war ja auch sinnvoll!

geschrieben von: Georgi

Datum: 29.06.20 20:09

V80max1 schrieb:
Hallo,

das:
Zitat
Die meisten DDR-Verkehrs- und etliche Kriminalpolizisten blieben auch nach der Wende solche
Ja dank ihrer "Seilschaften", denn wie eine Untersuchungskommision des Bundestages 1999 feststellte, wurde da gewaltig "Getrickst" .

Ist in der Bundesrepublick ja Staatsräsong.

Re: Schwanheide oder Kuhlenfeld

geschrieben von: TWA

Datum: 29.06.20 23:09

>>> im Frachtbiref wurde oft gar keiner Aufgeführt, weil das den Absender nicht immer interessierte.

Dann darf er sich aber nicht wundern, wenn sein Wagen über die teure Sightseeingroute gefahren und abgerechnet wird.
S&H schrieb:
Mischte bei der Güterzugabfertigung die Grenztruppe mit?


Die sicherten auf jeden Fall den Frieden, den Kontrollort der Zollorgane gegen Agressoren, Kriegstreiber und illegalen Grenzübertritt durch Spione und Sabogenten. Und überhaupt.
Also die Jungs mit den Kalaschnikow meine ich jetzt.
Nach Playboy und Bildzeitungen suchten die nicht - in Reisezügen jedenfalls.

Zwei Zollorgane beim posen:
[commons.wikimedia.org]

in Ffo:
[commons.wikimedia.org]

Interessant der Text:
ADN-ZB Donath Ex- und Import
Handelsverträge und Vereinbarungen zum gegenseitigen Warenaustausch zwischen der DDR und der Sowjetunion, sowie zwischen der DDR und den Volksdemokratien, bilden die Grundlage für den verstärkten Außenhandel.
UBz: Einen Güterzug mit Profileisen, Walzblechen, Roheisen und Rohstahl übergibt ein Soldat der sowjetischen Begleitmannschaft dem Kollegen vom deutschen Zoll auf dem Güterbahnhof Frankfurt/Oder. Aufn. März 1951


Ob die sich nicht in der Fahrtrichtung des Zuges vertan haben? "Roheisen und Rohstahl" macht auch viel Sinn.

Gruß

Norbert

Re: Schwanheide oder Kuhlenfeld

geschrieben von: V80max1

Datum: 30.06.20 13:34

Hallo,

die Güterwagen wurde nach den Leitungsvorschriften befördert und da ging es auch im Ausland nach Zielbahnhöfen.

Viele Sondertarife (vor allem im Montanbereich der EWG) sahen ja sowieso feste Frachten für die Strecken einer Verwaltung vor.

mit freundlichen Grüßen aus dem (Nicht mehr Kohlen) Pott

Karl

Re: Und was willst du uns dadurch sagen ?? (o.w.T)

geschrieben von: V80max1

Datum: 30.06.20 13:36

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.06.20 13:36.
Hallo,



wenn du aus dem Urlaub von Malle kommst,läßt der Zoll dich da durch oder macht er Stichproben ??

Ob man was bezahlen muß oder nicht, hängt von der jeweils gültigen Gesetzgebung ab und nicht woher oder wohin das ganze geht.

Deswegen wurde und wird überall kontrolliert auch der Warenverkehr.

Ob daher BASF oder Neckerman Einfuhrabgaben entrichten mussten ließe sich nur anhand der zum Lieferzeitpunkt geltenden Gesetzeslage feststellen, ich weiss aber sicher, das auf dem Teil des internationalen Frachtbriefes (Empfangsblatt) der Zollstempel war.

Denn von diesen Teilen habe ich hunderte eingetastet in Essen,denn das wurde in der Zentralstelle für Betriebswirtschaft und Datentechnik (Rechenzentzrum) in deren EdV-Anlage in Mainz gespeichert und überprüft und daraus unter anderem auch die Statistikdaten für mehrere Behörden generiert.
Wobei ich mich heute noch Frage, wieso die DR das gleiche Papier hatte wie die FS , nur das man die Handschriften der Reichsbahner immer lesen konnte während bei den Italienern wohl viele Doktoren im Nebenjob gearbeitet haben müssen :-)
Zum Glück hat man es im Wagenladunsgverkehr ja meistens mit den gleichen Güterarten in einer Verbindung zu tun und so konnte man dann "Erahnen" was das hießen sollte.

mit freundlichen Grüßen aus dem (Nicht mehr Kohlen) Pott

Karl

Re: Schwanheide oder Kuhlenfeld

geschrieben von: TWA

Datum: 30.06.20 15:31

>>> die Güterwagen wurde nach den Leitungsvorschriften befördert und da ging es auch im Ausland nach Zielbahnhöfen.

Sorry, die Leitungsvorschrift orientiert sich an dem Grenzübergang, der im Frachtbrief angegeben wird. Wenn ein Grenzübergang für ein bestimmtes ausländisches Ziel nicht zugelassen ist, dann muß die Eisenbahn den Kunden darauf hinweisen, daß die Frachtbriefinstruktionen so nicht ausführbar sind und der Frachtbrief nicht angenommen werden kann.


>>> Viele Sondertarife (vor allem im Montanbereich der EWG) sahen ja sowieso feste Frachten für die Strecken einer Verwaltung vor.

Wenn ein Tarif einen bestimmten Grenzübergang vorsieht, dann sollte bei Nennung dieses Tarifs auch der richtige Grenzübergang angegeben werden.
Falscher Grenzübergang = Tarif nicht anwendbar = Frachtbrief kann nicht angenommen werden.
Und die "festen Frachten" haben auch nichts mit den Grenzzollbahnhöfen zu tun, mit denen es hier mal losging.

Re: Schwanheide oder Kuhlenfeld

geschrieben von: V80max1

Datum: 30.06.20 18:57

Hallo,

kann es sein, das mit dem Alter dein Gedächtnis nachlässt ?? lool


Die Kunden haben selten den Grenzübergang angegeben,im Frachtbrief wurde der von der Empfangsfirma genannte Bahnhof eingetragen und die Aufgabe des Wagenbeamten war dann, anhand der Leitungsvorschriften festzustellen, über welchen Knoten der Güterwagen zu schicken war.Dabei hatte er neben den Leitungsvorschriften auch die Vorschriften für den Güterwagenverkehr mit dem Ausland (Teilhefte für etliche Länder der EWG) zu beachten.


Die genaue Angaben von Grenzübergängen fand man bei den Sendungen mit lebenden Tieren,weil nämlich Stationen mit Tränk-und Fütterungseinrichtungen nicht überall vorhanden waren,Oebisfelde war zum B. so eine für die Pferdetransporte aus Polen nach Frankreich.Diese Anlagen standen sogar noch das letzte Mal als ich 2012 da vorbeifuhr.

mit freundlichen Grüßen aus dem (Nicht mehr Kohlen) Pott

Karl
Braver Zollhund findet Geldkassette und tapfere Zollverwaltung entlarvt die Sabogenten und nimmt sie letztlich fest...
Der verwendete Güterwagen ist ein Mannschaftstransportwagen den LOWA ab 1949 gebaut hat. (NORDHAUSEN , Ms 06)
Der Wagen ist mit 27 MC 50 DR 205 2796-4 gekennzeichnet und kommt im Film aus der Bundesrepublik obwohl er da gar nicht hindurfte.
Sehr interessant!
Und dann donnert noch eine Dampflok in zügiger Fahrt irgendwo im Hintergrund durch den (Grenz-)Bahnhof , ah ja.
Aber die Szene mit dem Hund unter dem Zug deckt sich mit dem was ich mal beobachtet habe.
Die Serie ist 12teilig, ob da weitere Szenen mit Bahnbezug in den Episoden zu sehen sind weis ich nicht.

Zollfahndung 12/12

Gruß

Norbert



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.07.20 23:32.

Re: Schwanheide oder Kuhlenfeld

geschrieben von: TWA

Datum: 01.07.20 00:54

>>> kann es sein, das mit dem Alter dein Gedächtnis nachlässt ?? lool

Haben Sie eine Verkehrsdienstausbildung oder können Sie nur Statistiken füttern?
Haben sich die Regeln für das Erstellen von Frachtbriefen in der letzten Zeit massiv geändert und dem Kunden wird immer mehr Arbeit aufs Auge gedrückt, die die faulen Eisenbahner nicht selber machen wollen? Oder Ihnen die Regeln für das Ausfüllen eines Frachtbriefs nicht so ganz geläufig?

Ich kann ja heute mal ein paar Kollegen fragen, ob sie internationale Frachtbriefe, die ohne Angabe der Grenzübergänge über den Tresen geschoben wurden, zurückgegeben haben oder vielleicht einfach selber eine Grenze ausgewürfelt haben. Da die Grenzübergänge im oberen Teil des Fbr eingetragen werden, der durch den Kunden ausgefüllt werden soll, habe ich schon so eine Ahnung, welche Antwort ich bekommen werde.

Re: Schwanheide oder Kuhlenfeld

geschrieben von: stefan p.

Datum: 01.07.20 07:52

Hallo Karl, hallo Ernst Ulrich,

nun hört auf, Euch zu streiten. Ich habe eine Verkehrsdienstausbildung und muss Euch beiden Recht geben - jedenfalls für den Zeitraum der 80er Jahre. Was heute ist, weiß ich nicht, denn als der Frachttransporteur meines Arbeitgebers sich aus der Fläche zurückgezogen und alles in Duisburg-Wedau konzentriert hat, interessierte mich das Thema aus beruflichen Gründen nicht mehr. Zurück zu den 80ern: Wenn der Kunde auf dem Frachtbrief eine Angabe zum Leitungsweg gemacht hat, also mindestens einen Grenzübergang angegeben hatte, wurde versucht, diesen Wunsch zu erfüllen (das passt zu Ernst Ulrichs Aussage). Wenn die Angaben fehlten, wurde der passende Beförderungsweg aus den Leitungsunterlagen ermittelt und seitens der Güterabfertigung eingetragen.

So jedenfalls wurde es bei uns in "meiner" Güterabfertigung gehandhabt. Allerdings haben wir fast nur "Stammkunden" gehabt (99% Stundungskunden) und neue Verkehrsrelationen wurden ein paar Tage am Telefon gemeinsam beraten, so dass es kaum zu "Überraschungen" in diesem Zusammenhang kam. Aber das eine Prozent, das über blieb, das hatte schon mal solche Themen für uns.

So, nun vertragt Euch wieder, lasst das gestelzte Siezen, nur weil man anderer Meinung ist, und habt Spaß am Hobby.

Meint
freundlich grüßend
Stefan P.

P.S.: Ach ja: Wer "früher" zu Bundesbahnzeiten "Eintasten" und "Statistiken füttern" musste, der saß auf einem der Arbeitsplätze, die in der Regel mit Beamten des mittleren nichttechnischen Dienstes besetzt wurden, die eine Verkehrsdienstausbildung erhalten hatten.

Spur 0 - was sonst?

Meine Beiträge im HiFo: [www.drehscheibe-foren.de]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.07.20 07:55.
Hallo Leute,
die Ausgangsfrage bezieht sich eigentlich auf die Güterzugabfertigung an der innerdeutschen Grenze,also zwischen DDR und BRD,und nicht auf eine Grenze mit dem Ausland.
Ich kann mir nicht vorstellen,dass westdeutsche Empfänger von DDR-Waren/Güter der Reichsbahn vorschreiben wollten,über welchen Grenzübergang die Ware befördert werden sollte.Ich gehe davon aus,dass die Reichsbahn schon wußte,dass zB für bayerische Warenempfänger nur die Grenzbahnhöfe zu Bayern in Frage kommen und keine norddeutschen.


Viele Grüsse

Hans Horst
Hallo S+H,

S&H schrieb:
Ich kann mir nicht vorstellen,dass westdeutsche Empfänger von DDR-Waren/Güter der Reichsbahn vorschreiben wollten,über welchen Grenzübergang die Ware befördert werden sollte.Ich gehe davon aus,dass die Reichsbahn schon wußte,dass zB für bayerische Warenempfänger nur die Grenzbahnhöfe zu Bayern in Frage kommen und keine norddeutschen.
Du gehst fehl, denn nicht der Empfänger schreibt den Beförderungsweg und somit den Grenzübergang vor, sondern der Absender schreibt das in den Frachtbrief.

Und auch die Reichsbahn kannte die Empfangsstellen der Bundesbahn, waren diese doch auch im internationalen Tarifwerk verzeichnet.

Freundlicher Gruß
Stefan P.

Zollgebühren

geschrieben von: Peles

Datum: 03.07.20 09:13

Hallo.

So viel ich weiß unterlagen die Waren die aus der DDR in die Bundesrepublik kamen keiner Zollpflicht, d.h. es wurden keine Abgaben oder Gebühren erhoben.
Denn für die BRD war ja die DDR kein "Ausland" sondern auch "Deutschland" - Wie es mit der Herkunftsbezeichnung "Made in Germany" war weiß ich leider nicht genau. Waren aus Dresden z.B. kamen ja auch aus "Germany" - später gab es dann das "Made in GDR" - wie gesagt, ich bin mir nicht sicher ob die DDR nicht das "Made in Germany" auch "ausgenutzt" hat um "westdeutschen" Ursprung "vorzutäuschen" - wer weiß schon im hintersten Winkel der Welt ob jetzt Hintertupfing "GDR" ist oder nicht...

Es grüßt Peles

Re: Zollgebühren

geschrieben von: Zaubermark

Datum: 03.07.20 12:02

Hallo Peles,
Peles schrieb:
Hallo.

So viel ich weiß unterlagen die Waren die aus der DDR in die Bundesrepublik kamen keiner Zollpflicht, d.h. es wurden keine Abgaben oder Gebühren erhoben.
Denn für die BRD war ja die DDR kein "Ausland" sondern auch "Deutschland" - Wie es mit der Herkunftsbezeichnung "Made in Germany" war weiß ich leider nicht genau. Waren aus Dresden z.B. kamen ja auch aus "Germany" - später gab es dann das "Made in GDR" - wie gesagt, ich bin mir nicht sicher ob die DDR nicht das "Made in Germany" auch "ausgenutzt" hat um "westdeutschen" Ursprung "vorzutäuschen" - wer weiß schon im hintersten Winkel der Welt ob jetzt Hintertupfing "GDR" ist oder nicht...

Es grüßt Peles

ich kann mich eigentlich auf Produkten aus der Bundesrepublik nur an die Herkunftsbezeichnung "Made in West Germany" erinnern. "Made in Germany" ohne den Zusatz "West" kam erst nach der Wiedervereinigung.


Viele Grüsse von Mark
Moin nochmal,

um Hans Horst bei seiner Frage zu helfen: hat jemand in seinem Altpapierlager nicht doch noch so einen grünen CIM-Frachtbrief eingelagert?
Da sollten eigentlich doch immer kleine Hinweise dran stehen, was durch Kunde, was durch Eisenbahn eingetragen wurde, speziell wer die Eintragung Grenzübergang
vorzunehmen hatte.
Auf der Reise von West nach Ost waren zudem Klarsichthüllen und das gute Geha/Pelikan- Blaupapier am Brief, aber das wurde mit jedem Unterwegshalt des Briefes auch
irgendwie immer weniger...Wir hatten ja nichts :-)

Gruß Nils

Re: Zollgebühren

geschrieben von: Rübezahl

Datum: 03.07.20 13:54

Peles schrieb:
Hallo.

So viel ich weiß unterlagen die Waren die aus der DDR in die Bundesrepublik kamen keiner Zollpflicht, d.h. es wurden keine Abgaben oder Gebühren erhoben.
Denn für die BRD war ja die DDR kein "Ausland" sondern auch "Deutschland" - Wie es mit der Herkunftsbezeichnung "Made in Germany" war weiß ich leider nicht genau. Waren aus Dresden z.B. kamen ja auch aus "Germany" - später gab es dann das "Made in GDR" - wie gesagt, ich bin mir nicht sicher ob die DDR nicht das "Made in Germany" auch "ausgenutzt" hat um "westdeutschen" Ursprung "vorzutäuschen" - wer weiß schon im hintersten Winkel der Welt ob jetzt Hintertupfing "GDR" ist oder nicht...

Es grüßt Peles
Waren aus der DDR unterlagen sowohl in der BRD als auch in Westberlin dem Zoll. Ganz einfaches Beispiel waren Zigaretten, Spirituosen etc., die im Bf Friedrichstraße erworben wurden. Da tarnte sich der Zöllner schon mal als Penner, um dann anschließend in der S-Bahn seine Dienstmarke zu ziehen und abzukassieren.

Bei den Grenzübergangsstellen der BRD verhielt es sich ähnlich. Besonders die Transitreisenden kauften doch allzu oft bei den Autobahn-Intershops ein ...

Gruß

Rübezahl

Re: Zollgebühren

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 03.07.20 14:09

Hallo,

Korrekt, Berlin-West als auch die DDR waren für die alte Bundesrepublik immer noch Zollausland.

Zoll ./. Einfuhrumsatzsteuer

geschrieben von: HLeo

Datum: 03.07.20 14:40

Rübezahl schrieb:
... Waren aus der DDR unterlagen sowohl in der BRD als auch in Westberlin dem Zoll. Ganz einfaches Beispiel waren Zigaretten, Spirituosen etc., die im Bf Friedrichstraße erworben wurden. Da tarnte sich der Zöllner schon mal als Penner, um dann anschließend in der S-Bahn seine Dienstmarke zu ziehen und abzukassieren.
Bei den Grenzübergangsstellen der BRD verhielt es sich ähnlich. Besonders die Transitreisenden kauften doch allzu oft bei den Autobahn-Intershops ein ...

Ich bin der Meinung, dass auf Waren aus der DDR kein Einfuhr-Zoll erhoben wurde. Wohl aber wurden vom Endverbraucher (=Reisender) oberhalb eines Freibetrags die Einfuhrumsatzsteuer, Tabaksteuer und Branntweinsteuer erhoben, der Ersatz für die gesparten Steuern. Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied. Das gleiche galt ja auch für private Reisen aus dem "richtigen" Ausland.

Der erste Teil deiner Aussage ist richtig,...

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 03.07.20 19:13

...der zweite nicht. Weder westberliner noch gar bundesdeutsche Zollbeamte durften mit der S-Bahn nach Friedrichstraße fahren und dort beobachten, wer da im Intershop einkauft. Das war nicht Bundesgebiet, folglich hatten die da nichts zu suchen oder gar zu sagen, bis 1984 auch nicht in der S-Bahn im Westen, und die DDR hätte einen Mords-Aufstand gemacht, wenn sowas bekannt geworden wäre. Außerdem waren die Freimengen so hoch und die Anzahl der Käufer so groß, da hätten Hundertschaften nicht ausgereicht, das zu kontrollieren. Insbesondere zu Weihnachten standen die Leute ja treppauf, treppab in langen Schlangen, um im Intershop einzukaufen.

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

Re: Zoll ./. Einfuhrumsatzsteuer

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 03.07.20 19:22

Selbstverständlich wurde auf DDR-Waren Einfuhrumsatzsteuer und ggf. auch Zoll erhoben, das hat die bundesdeutsche Wirtschaft den jeweiligen Finanz- und Wirtschaftsministern schon klargemacht. Die DDR hat dramatisch viel billiger produziert als die westdeutsche Wirtschaft, und so manches bundesdeutsche Unternehmen hat das bei Vorprodukten und Halbzeugen auch weidlich ausgenutzt, auch in der DDR investiert wurde viel von bundesdeutschen Unternehmen, aber so weit ging die Liebe nicht, daß man sich von der DDR die Butter vom Brot hätte nehmen lassen.

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

Re: Der erste Teil deiner Aussage ist richtig,...

geschrieben von: Rübezahl

Datum: 03.07.20 19:37

Nietenreko schrieb:
...der zweite nicht. Weder westberliner noch gar bundesdeutsche Zollbeamte durften mit der S-Bahn nach Friedrichstraße fahren und dort beobachten, wer da im Intershop einkauft.
...
Das habe ich nicht behauptet.

Gruß

Rübezahl

Irgendwie vermisse ich den Videolink ;-) (o.w.T)

geschrieben von: E 44 051

Datum: 03.07.20 21:39

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Natürlich hast du das behauptet!

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 03.07.20 22:23

Du hast geschrieben: "Ganz einfaches Beispiel waren Zigaretten, Spirituosen etc., die im Bf Friedrichstraße erworben wurden. Da tarnte sich der Zöllner schon mal als Penner, um dann anschließend in der S-Bahn seine Dienstmarke zu ziehen und abzukassieren", und das stimmt definitiv nicht! Weder waren Zollbeamten in Berlin in Zivil unterwegs noch durften sie in die S-Bahn noch haben sie dort je irgendjemanden im Zug kontrolliert oder gar etwas beschlagnahmt.

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

Re: Natürlich hast Du das behauptet !

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 03.07.20 23:03

Hallo,

Da muss ich Einspruch erheben, da liegst Du in Deiner Erinnerung dann doch etwas daneben. Über das Vorgehen des West-Berliner Zoll bezüglich der Kontrollen in S-Bahn oder U-Bahn die Kontrolle der Reisenden aus Richtung Friedrichstrasse die im InterShop eingekauft hatten wurde in der SFB Abendschau immer wieder einmal berichtet. Da war der West-Berliner Zoll nicht gerade fein in seiner Art. Wehe, da wurden erlaubte Mengen überschritten ...





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.07.20 23:03.

Einspruch stattgegeben,...

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 04.07.20 12:36

...allerdings kenne ich diese Sendungen nicht, wir hatten kein Fernsehen. Meine bucklige Verwandtschaft hat meine S-Bahn-Leidenschaft weidlich ausgenutzt und mich von Ende der sechziger bis Ende der siebziger Jahre regelmäßig nach Friedrichstraße zum Einkaufen geschickt. Oft kamen dabei gut und gerne ein Rucksack und zwei Stofftaschen voll unversteuerter Waren zusammen, an denen ich zwar schwer zu schleppen hatte, aber der Lohn in Form von gut aufgerundeten zehn Prozent des gesparten Geldes gegenüber dem Westpreis waren schon eine Verlockung. Aber wie gesagt, ich bin dabei nie von irgendwelchen uniformierten oder nicht uniformierten Gestalten angesprochen oder aufgehalten worden. Allerdings ist mir auch der dauernde Streit zwischen Senat und DDR bezügl. der Wahrnehmung hoheitlicher oder polizeilicher Aufgaben auf Reichsbahngelände noch in guter Erinnerung, von daher halte ich es für relativ ausgeschlossen, daß West-Zöllner in der S-Bahn unterwegs waren, schon gar in Friedrichstraße. Wie es in der U-Bahn aussah, kann ich nicht sagen, die habe ich dazu nie benutzt, und möglicherweise hat sich auch nach 1984 einiges in der Zusammenarbeit der Behörden in Ost und west geändert, das kann ich nicht sagen, aber wie gesagt, ich als fleißiger Schmuggler kurz vor und lange nach der Veränderung der Ostpolitik durch die Bundesregierung habe dergleichen nicht erlebt.

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

Re: Einspruch stattgegeben,...

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 04.07.20 13:12

Mahlzeit,

Naja, die Westzöllner waren schon in der S-Bahn und auch U-Bahn unterwegs nur wurden die Herrschaften erst jenseits der Sektorengrenze tätig. So zumindest laut der Berichterstattung der SFB-Abendschau in den 1980-er Jahren. Wie geschrieben war das Einkaufen in den Intershop im Bereich Friedrichstrasse Ursache dafür das der West-Zoll nicht gerade fein in seiner Art war. Wenn das so abgelaufen ist wie von Dir geschrieben habt Ihr Glück gehabt, das Ihr in keine der durchaus erfolgten Zollkontrollen gekommen seid. Gerade die Intershop an den Transitstrecken und auch im Bereich Friedrichstrasse waren, wie Du es ja richtig angemerkt hast der westlichen Seite ein Dorn im Auge. Gerade auch bei Schmugglern verstand und versteht der Zoll bis Heute keinen Spass.

edit - wie war das denn mit den Zollgrenzbezirken ?





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.07.20 13:14.

Re: Einspruch stattgegeben,...

geschrieben von: Helmut Philipp

Datum: 04.07.20 14:01

Gerd Böhmer schrieb u.a.:

(Zitat)Gerade auch bei Schmugglern verstand und versteht der Zoll bis Heute keinen Spass. (Zitatende

Na ja, das Unterbinden des Schmuggels ist ja wohl auch eine der Aufgaben des Zolls - weltweit. Da ist eine Erwartungshaltung von spaßverstehenden Zöllnern vollkommen fehl am Platze. Warum hier nun ausgerechtet dem West-Zoll das Verfolgen von Schmugglern explizit von Gerd Böhmer vorgeworfen wird ist für mich nicht nachvollziehbar. Aber vielleicht hat er ja dabei als Vergleich an die Zöllner des Arbeiter- und Bauernstaates gedacht, die ja in ihrer grenzenlosen Güte schon vom ewigen bei der Kontrollle zugedrückten Augen entsprechende Augäpfelschmerzen gehabt haben sollen... Dem "West-Zoll" war es verboten, auf Bahngelände der Deutschen Reichsbahn hoheitliche Aufgaben wahrzunehmen, in sofern trifft eine entsprechende Kontrolle in oder vor S-Bahnen nicht zu. Bei der U-Bahn waren Kontrollen dagegen durchaus übnlich, da sie auch legitim waren.

Gruß
Helmut

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Re: Einspruch stattgegeben,...

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 04.07.20 14:15

Hallo Helmut,

Meine Einlassung, das der Zoll keinen Spass verstand oder versteht war doch nicht ganz Ernst, sondern ironisch gemeint.

nichts für Ungut,

Hallo,

ihr habt Euch ja jetzt sehr stark mit privatem Schmuggel Ostberlin/DDR nach Westberlin und der Bundesrepublik
beschäftigt.
Den TE interessierte ursprünglich :
S&H schrieb:
Zitat:
Wie lief die Güterzugabfertigung zwischen DR und DB auf in der DDR liegenden Grenzbahnhöfen ab (zB Probstzella,Ellrich)?
Wer hatte/übergab bei Nullmannzügen die Zug-/Wagenpapiere an die DB?
Mischte bei der Güterzugabfertigung die Grenztruppe mit?


Wie war es denn nun mit Zoll für Waren aus der DDR, jeweils in die Bundesrepublik als auch nach Berlin?
Gab es den? Nein, siehe Artikel/Zitat weiter unten.
Zoll für Waren in die DDR die offiziell von VEB beschafft wurden wäre ja kontraproduktiv gewesen weil etwaige Gewinne sowieso dem Staat
zuflossen .
Wo wurden Güterzüge aus der DDR nach Westberlin zolltechnisch behandelt ?
Da die Betriebsrechte ja onehin bei der DR lag musste ja kein Übergabeprozedere eingehalten werden.
Wenn kein Zoll erhoben wurde entfiel ja auch eine dahingehende Zollkontrolle sondern es galt nur den staatlichen bzw. staatlich geförderten Schmuggel durch die DDR zu verhindern.

Staatsschmuggel DDR - da war der Einkauf in den Intershops ja eher nebensächlich. Auch die Zollbehandlung durch den
Bundesrepublikanischen Zoll wird beleuchtet, das wird dann im Schienentransport nicht anders gewesen sein.

Interzonenhandel - ein interessanter Artikel zum Thema der aber auch den Zollaspekt nicht betrachtet .

Allerdings findet dieser Aspekt hier Erwähnung:
DDR Aussenhandel

Zitat daraus:
15 Prozent des DDR-Außenhandelsvolumens wurden zollfrei im so genannten Interzonenhandel mit der Bundesrepublik abgewickelt und getauscht. Die DDR ermöglichte damit Technologietransfer aus dem Westen in die Sowjetunion und konnte indirekt auch auf den westeuropäischen Markt zugreifen. An diesen zum Teil illegalen Einfuhren, die auch rüstungsrelevante Güter beinhalteten und westliche Embargobestimmungen umgingen, waren der Bereich Kommerzielle Koordinierung und das MfS ebenso beteiligt wie an Ausfuhren in die Bundesrepublik.[193] Der Handel mit Westdeutschland bot der DDR beachtliche Exportchancen. Auf diesem Weg konnte sie Waren aus eigener Produktion und aus anderen sozialistischen Staaten, entgegen dem Handelsabkommen mit Westdeutschland (Berliner Abkommen/Ursprungslandbindung), bevorzugt in die Bundesrepublik Deutschland und in EWG-Partnerstaaten der Bundesrepublik liefern. Dabei bediente sie sich illegaler Methoden, wie Schmuggel, Fälschung von Ursprungszeugnissen usw.[194] Dadurch entstand eine paradoxe Situation. Einerseits propagierte die SED die Zugehörigkeit der DDR zum RGW, dessen herausragende Bedeutung sowie die Überlegenheit des planwirtschaftlichen Systems gegenüber dem Kapitalismus. Andererseits förderte sie insgeheim ihren Westhandel, vor allem jedoch den lukrativen innerdeutschen Handel. Um diesen „Spagat zwischen Ökonomie und propagierter Ideologie“[195] zu verschleiern und sich vor einer Maßregelung durch die UdSSR zu schützen, gab die DDR ihre Umsätze im Handel mit der Bundesrepublik zu niedrig an.[196] In den 1970er Jahren profitierte die DDR durch ihre Westverbindungen erheblich vom Zwischenhandel mit sowjetischem Rohöl und davon abgeleiteten Chemierohstoffen und Treibstoff. Zu den knappen und für die Verbraucher relativ teuren Importgütern gehörte Kaffee. Die Einstellung der sowjetischen Kaffeelieferungen 1954 führte zu einer der ersten DDR-Versorgungskrisen. Bis in die 1970er Jahre entwickelte sich Kaffee zu einem der wichtigsten Posten im Budget vieler DDR-Haushalte. Eine Stütze der Kaffeeversorgung für DDR-Bewohner mit persönlichen Verbindungen in die Bundesrepublik waren über lange Zeit die entsprechend bestückten „Westpakete“. Der durch Missernten ausgelöste Anstieg der Weltmarktpreise 1977 bewirkte in der DDR ein merklich verringertes Kaffeeangebot. Drastische Preiserhöhungen und der gescheiterte Versuch, der Bevölkerung ersatzkaffeehaltige Kaffeemischungen schmackhaft zu machen (→ Kaffeekrise in der DDR), führten zu breiten und ungewohnt heftigen Protesten der Bevölkerung und zu einem erheblichen Gesichtsverlust der politischen Führung, die zuletzt doch wieder in den Kaffeehandel zu Weltmarktkonditionen einstieg.

Zitat Ende.

Gruß

Norbert

Edit: Betreffzeile korrigiert !



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.07.20 15:52.
Hallo,

Dann noch einmal, die DDR und auch Berlin-West waren für die alte Bundesrepublik immer noch Zollausland. Das bedeutet eine zolltechnische Behandlung der Waren, aber nicht, das auch Zollgebühren (Zölle) erhoben wurden. Auch aktuell bestehen in der EU immer noch Zollgrenzen.
Zur zitierten Eingangsfrage, es war durchaus üblich, das die Zugbegleitpapiere dem Lokpersonal mitgegeben wurden, das die Zugbegleitpapiere dann auf dem Zielbahnhof abgab.
Deine Betreffzeile ist auch etwas verwirrend.





2-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.07.20 15:20.

Re: Die DDR war die "SBZ"

geschrieben von: V80max1

Datum: 04.07.20 15:33

Hallo,

Die DDR war die "SBZ" mal so anmerke und die weiteren Kommentare von dir betreffen die Aktionen des Inoffiziellen Handels der DDR.


Über Kokom gab es nämlich auch jede Menge Unternehmen in der BRD, die defacto der DDR gehörten, wie sich nach der Wende nämlich heraustellte.


Offiziell galt ja das "Abkommen über den Handel zwischen den Währungsgebieten der Deutschen Mark (DM-West) und den Währungsgebieten der Deutschen Mark der Deutschen Notenbank (DM-Ost)" seit 1949 bis 1990 zwischen beiden deutschen Staaten. Abgekürzt auch als Interzonenhandel bekannt.

mit freundlichen Grüßen aus dem (Nicht mehr Kohlen) Pott

Karl