Die kürzlich von User "Fasanenkrug" eingestellten Hauschild-Fotos, bei denen u.a. auch der
alte Betriebshof in Döhren zu sehen war, haben mich animiert, ebenfalls einige Aufnahmen von diesen Betriebsanlagen herauszusuchen und hier zu zeigen.
Der
alte Betriebshof in Döhren existierte seit 1927; zu diesem Zeitpunkt wurde auf dem Eckgrundstück Hildesheimer/Peiner Straße eine vierzehngleisige Wagenhalle errichtet. Bereits vorher waren auf diesem ÜSTRA-Gelände ein Güterbahnhof (Döhren/Pulverstraße) und eine Gleisschmiede untergebracht. Die neue Wagenhalle ersetzte die Betriebsanlagen am Döhrener Turm, die noch aus der Zeit des Pferdebahnbetriebs bestanden und nun zu klein waren.
Im zweiten Weltkrieg wurde die Halle an der Peiner Straße durch Bombentreffer zerstört, nach Kriegsende aber wieder aufgebaut. Die Einweihung fand im Jahr 1949 statt. 1973 wurden die Toreinfahrten erneuert. Für die Unterbringung der neuen Stadtbahnwagen war dieser Betriebshof allerdings ungeeignet. Deshalb baute man hinter diesem Gelände auf dem Grundstück des Gleislagers, von den ÜSTRA-Mitarbeitern "Sibirien" genannt, einen neuen Betriebshof. Dieses Betriebsgelände wurde 1982 in Betrieb genommen, die alte Wagenhalle an der Hildesheimer Straße wurde 1984 abgerissen. Das alte Gelände wurde verkauft, auf diesem Grundstück befinden sich nun eine große Wohnanlage mit Geschäften und ein Parkhaus.
Es war naheliegend, dass im Betriebshof Döhren alle Fahrzeuge untergebracht waren, die für die Linien auf der Hildesheimer Straße benötigt wurden:
Linie 1: Limmer Laatzen
Linie 8: Nordhafen - Mittelfeld/Messe
Linie 11: Hannover - Sarstedt
Linie 16: Stöcken - Döhren/Mittelfeld
Welche Fahrzeuge hier in den 1970er Jahren untergebracht waren, zeigt dieser Bericht.
Bild 1: Obwohl diese Aufnahme schon im Anhang zu den Hauschild-Fotos gezeigt wurde, möchte ich diese (Fast-)Gesamtansicht des Betriebshofgeländes noch einmal präsentieren.
Sie zeigt, wie vielfältig im Jahr 1974 der Wagenpark war. Das Gelände ist mit Straßenbahnen gut gefüllt, weil an diesem Märztag in Hannover wegen eines Bediensteten-Streiks keine
Bahnen verkehrten.
Bild 2: Zwei Dienstwagen auf dem rechten Außengleis des Freigeländes. Im Hintergrund rechts ein Schulgebäude und eine Sporthalle, die einem User aus Hamburg und gleichzeitig
einem ausgewiesenen Hannover-Experten sehr bekannt sein dürften (1974).
Bild 3: An den Wochenenden waren die Freigleise mit E-Wagen-Zügen gut gefüllt (1973). Man achte auf die Reklametafeln, die auf das Hannoversche Oktoberfest hinwiesen und
an vielen Fahrzeugen angebracht waren.
Bild 4: Im Herbst 1973 war die Vorderfront der Wagenhalle schon erneuert, die alten Hallentore waren abgebaut.
Bild 5: Auch Stahl-Tw 213 und Aufbau-Tw 250 haben Wochenendruhe (1973).
Bild 6: Ein Dreiwagenzug mit Tw 214 an der Spitze hat Betriebspause (1973).
Bild 7: 1977 gab es keine planmäßigen Einsätze mehr von Zweiachserzügen im Personenverkehr. Tw 220 wird hier mit seinem Beiwagen für eine Sonderfahrt bereit gestellt.
Bild 8: 1981 fungierte Aufbau-Tw 244 als Rangierwagen.
Bild 9: Während des ÜSTRA-Bediensteten-Streiks im Frühjahr 1974 war auch das rechte Außengleis gut gefüllt. In diesem Gleisbereich befindet sich heute die Zufahrt von der
Hildesheimer Straße zum neuen Betriebshofgelände in Döhren, das sich hinter dem links im Bild zu sehenden Schulgebäude befindet
Bild 10: Aufbau-Tw 249 hat Betriebspause (1973).
Bild 11: Kein planmäßiger Dreiwagenzug (Tw - Bw - Tw) ! Vielmehr rangiert Aufbauwagen Tw 249 einen Beiwagen an Stahl-Tw 220 (1977). Rechts im Bild ist der Bunker zu sehen,
der auch schon bei den Hauschild-Fotos zu Diskussionen führte.
Bild 12: Tw 301 (der erste Großraum-Triebwagen) wird mit seinem Beiwagen für eine Fahrt auf Linie 16 bereit gestellt (1973).
Bild 13: Tw 314 wartet mit seinem Beiwagen auf einen neuen Einsatz (1973).
Bild 14: Tw 325 wendet mit seinem Beiwagen in der Betriebshofschleife, die Linie 16 endete in der Nebenverkehrszeit in Döhren (1973).
Bild 15: Tw 328 mit Beiwagen 1309 (1973).
Bild 16: Auch die drei Züge, die anfangs der 1950er Jahre speziell für die Außenlinie nach Hildesheim beschafft wurden (Tw 341, 342 und 351 mit den dazugehörigen Beiwagen)
waren in Döhren stationiert. 1980 hat sich der Baum- und Strauchbewuchs (rechts im Bild) gewaltig vergrößert, so dass von der rechts befindlichen Schule nichts mehr zu sehen ist.
Bild 17: Tw 351 mit Beiwagen steht auf dem rechten Hallengleis und wartet auf einen neuen Einsatz (1975. Das Foto wurde schon einmal in einem anderen Zusammenhang gezeigt.
Bild 18: Für die Eröffnung eines neuen Streckenstücks nach Laatzen/Mitte (Verlängerung der Linie 1) im Oktober 1973 waren zwei Breitraumzüge (Tw 417 + Tw 419) festlich
geschmückt.
Bild 19: Noch einmal die beiden geschmückten Eröffnungszüge.
Bild 20: Auch das gehörte zum Betriebshofgeschehen: Ein Zug der Linie 8 fährt über das Betriebsgelände, der Beiwagen wird abgekuppelt und Tw 509 fährt solo weiter zum Messe-
gelände (1973).
Bild 21: 1973 fungierte Holz-Tw 826 als Rangier-Triebwagen.
Bild 22: Auch eine Aufnahme vom Gleislager "Sibirien" soll nicht fehlen. Hier befindet sich heute das neue Betriebshofgelände Döhren (1979). Von links nach rechts: Tw 808, Tw 830,
Tw 809.
Bild 23: Auch ein Fahrzeug eines anderen Verkehrsbetriebs war 1972 kurzzeitig in Döhren untergebracht. Für das "Deutsche Straßenbahnmuseum" fand der Reutlinger Tw 21 für einige
Wochen Unterschlupf. In Ermangelung eines Meterspurgleises wurde der Triebwagen einfach auf das Pflaster platziert. Links im Hintergrund kann man noch die alten Hallentore
erkennen. Diese Aufnahme wurde schon einmal in einem anderen Zusammenhang gezeigt !
Bild 24: Abschließend noch ein Kartenausschnitt von "Google-Earth", der das ehemalige Betriebshofgelände Döhren heute zeigt. Da wo sich die Wagenhalle befand, auf dem Ausschnitt
zwischen Peiner Straße (links) und der neuen Betriebshofzufahrt (in der Mitte), befindet sich ein U-förmiges Geschäfts- und Wohnhaus mit einem dazwischen liegenden Parkhaus.
Unten verläuft die Hildesheimer Straße, oben rechts ist das neue Betriebshofgelände zu sehen (ehemals "Sibirien").
Bis zum nächsten Mal
Bernd
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