Im Herbst 1973 besuchten wir unser Nachbarland Belgien, um u.a. die dortigen Straßen- und Kleinbahnen in Augenschein zu nehmen. Zu dieser Zeit existierten neben den Stadtbetrieben Antwerpen, Brüssel, Charleroi und Gent noch drei Netze der Nationalen Belgischen Kleinbahngesellschaft (SNCV/NMVB) im Raum Hainaut (Charleroi), Brüssel und die Küstenstraßenbahn von De Panne nach Knokke.
Bis auf die zuletzt genannte Bahn an der Küste haben wir alle Betriebe besucht. Leider hatten wir häufig ungemütliche Wetterbedingungen, so dass die Beleuchtungsverhältnisse zum Fotografieren nicht gerade optimal waren.
Antwerpen:
Bild 1: Die Hauptlast des Straßenbahnverkehrs ruhte auf den Schultern der 165 vierachsigen PCC-Wagen; von dieser Fahrzeuggattung sind auch heute noch viele Wagen im Einsatz.
Hier fährt Tw 2001 durch die Nationalstraat.
Bild 2: In der Innenstadt verfügt die Linie 11 über eine große Endschleife, die durch zwei parallele Einbahnstraßen im Richtungsverkehr führt. Tw 2125 begegnet uns in der Lange Nieuwstraat.
Bild 3: In den Hauptverkehrszeiten verkehrten auch noch Zweiachsfahrzeuge, die hier im Betriebshof Hoboken auf ihren Einsatz warten.
Bild 4: Tw 6331 im Betriebshof Hoboken.
Bild 5: Tw 484 stand zu dieser Zeit als historisches Fahrzeug im Straßenbahnmuseum Brüssel-Schepdal. Heute befindet er sich im Straßenbahn-Museum seiner Heimatstadt.
Brüssel:
Bild 6: Der mit Abstand größte Straßenbahnbetrieb in Belgien befindet sich in der Hauptstadt Brüssel. 1973 verkehrten noch viele Linie durch die Innenstadt, wie hier Tw 4029 auf
der Nord-Süd-Strecke vom Nord- zum Südbahnhof. Diese Strecke führt heute als U-Straßenbahn durch die Innenstadt. Tw 4029 gehört zu einer Serie von vierachsigen Gelenk-
Triebwagen, die über ein schwebendes Mittelteil verfügen.
Bild 7: Blick auf die erwähnte Nord-Süd-Verbindung durch den Boulevard Anspach, auf dem reger Straßenbahnverkehr herrscht.
Bild 8: Auch Vorkriegs-Vierachser 5014 fährt über den Boulevard Anspach.
Bild 9: Am Südbahnhof existierte bereits ein kurzes Stück einer U-Straßenbahnstrecke. Sechsachsgelenkwagen Tw 7812 fährt gerade in die Tunnelstrecke ein.
Bild 10: Einige Zweiachsfahrzeuge wurden mit einem neuen Wagenkasten versehen, der im Aussehen den PCC-Vierachsern ähnelt. Hier fährt Tw 9048 durch die Avenue Brugman
Richtung Süden.
Bild 11: Ein weiterer Triebwagen dieser Fahrzeugserie konnte in der Kastelleinsstraat aufgenommen werden.
Bild 12: Für den Einsatz in der Hauptverkehrszeit standen auch noch Zweiachsfahrzeuge in der Ursprungsausführung zur Verfügung, wie hier Tw 1085 im Betriebshof Woluwe.
Bild 13: Auch Tw 1605 wartet im Betriebshof Woluwe auf seinen Einsatz.
Charleroi:
Bild 14: Die Stadt-Straßenbahn in Charleroi verfügte im vorletzten Jahr ihres Bestehens noch über ein kleines Netz mit drei Linien, deren Endpunkte sich in der Innenstadt am
Hauptbahnhof befanden. Hier warten die Zweiachser Tw 421 und 410 auf den Linien 5 und 15 auf eine neue Runde. Im Vordergrund ist das Verbindungsgleis zur SNCV-Schleife am
Hauptbahnhof sichtbar. Nach der Stilllegung der Stadt-Straßenbahn im darauffolgenden Jahr war dieses Gleis nutzlos.
Bild 15: Tw 414 auf Linie 2 in der Innenstadt.
Bild 16: Tw 411 wartet mit seinem Beiwagen auf die Freigabe zur Ausfahrt aus dem Betriebshof.
Bild 17: Blick auf den Betriebshof, der sich im Nordosten von Charleroi befand.
Bild 18: Arbeits-Tw 201 hilft noch mit beim Bau der neuen Bahnhofschleife Charleroi für die Linien der Belgischen Kleinbahngesellschaft SNCV. Als Schleife und Verbindungsgleis zur
Stadt-Straßenbahn fertig gestellt waren, wurde die Städtische Bahn stillgelegt.
Gent:
Bild 19: Bei der Straßenbahn in Gent verkehrten ebenso wie in Antwerpen und Brüssel vorwiegend PCC-Vierachser, in Gent in der Zweirichtungsversion. Hier quält sich Tw 41 durch
den dichten Verkehr am Gravensteen, einer mittelalterlichen Burg im Zentrum.
Bild 20: Auf der Tangentiallinie 10 von Muide Brug zur St. Pieters Station waren noch ältere Zweiachser in Betrieb. Über die Begijnhoflaan fährt Tw 338 zum Hauptbahnhof.
Bild 21: Die Endstatation am Hauptbahnhof mit Tw 341 und zwei PCC-Vierachsern.
Bild 22: Zweiachs-Tw 345 rückt zu seinem Einsatz auf der Linie 10 aus dem Betriebshof aus.
Kleinbahnnetz Brüssel:
Bild 23: Die SNCV im Raum Brüssel verfügte 1973 nur noch über die zwei Linien W (Nach Wemmel) und G (nach Grimbergen) im Norden der Hauptstadt. Zur Weltausstellung wurde
im Bereich des Atomiums für die Kleinbahnlinien ein kurzer Tunnel gebaut, auf dem Foto hinten links sichtbar. Tw 10441 auf Linie G nähert sich der Tunneleinfahrt. Nach Einstellung
der SNCV-Linien war dieser Tunnel jahrelang ohne Funktion. Heute benutzen diese längere Unterführung die Straßenbahnlinien der Stadt Brüssel.
Bild 24: Im Westen der Hauptstadt lag an der ehemaligen Kleinbahnlinie nach Ninove der Betriebshof in Schepdal. Nach Einstellung der Linie Ni wurde dieser Betriebshof zum Straßen-
bahnmuseum umgestaltet. Hier sehen wir in einer Halle ältere Triebwagen aus verschiedenen Regionen Belgiens.
Bild 25: Auch SNCV-Tw 9537 wurde im Betriebshof in Schepdal aufgenommen.
Kleinbahnnetz Hainaut (Charleroi):
Bild 26: In Charleroi gab es zwei städtische Endstationen für die vielen Überlandlinien. Am Platz Eden warten drei Triebwagen auf den Linien 82, 41 und 92 auf ihre Abfahrt.
Bild 27: Die andere Endstation befand sich am Prison (Gefängnis) in der Nähe des Hauptbahnhofs. Tw 10171 hat das Gefängnis umrundet und wird gleich zu seiner Rundfahrt starten.
Am anderen Ufer der Sambre (hinter dem Geländer rechts) befindet sich der Hauptbahnhof.
Bild 28: Tw 10171 fährt im Ort Trazegnies am Betriebshof vorbei.
Bild 29: Eine der wenigen Schleifen im Netz der SNCV Hainaut befand sich in Trazegnies, in der Tw 10184 mit seinem Beiwagen gerade wendet.
Bild 30: Eine typische Kleinbahnszene, eingleisige Streckenführung in Seitenlage, ist im Ort Gosselies zu sehen.
Bis zum nächsten Mal
Bernd
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