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 04 - Historisches Forum 

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Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
Guten Tag werte Leser.

nachdem wir uns die Strecke von Voßheide bis Dörentrupangeschaut haben, geht es nun weiter mit den Sand und Thonwerken.

Hier die Geschichte der Sand und Thonwerke,das habe ich mal bei Schmalspur-Ostwestfalen.de gefunden.

https://abload.de/img/sandthonluftbild60erj6lk2a.jpg

Bild 1: Luftaufnahme aus den frühen 60er Jahren.Vorne die Feuerfestabteilung(FF) , rechts daneben die Sandgrube. An der Strasse rechts(B 66) vorne das Sozialgebäude mit Kantine. Weiter hinten mit der offenen Tür , die Lorenlok Werkstatt.(auch für Stapler und Radlader zuständig).Links davon die Sandwäsche und Verladung. Ganz hinten das Klinkerwerk und die Werkwohnungen.

https://abload.de/img/sandthonluftbild60erjytjth.jpg
Bild 2:Ganz vorne im Bild die Lorenseilbahn von der Pottkuhle zur Litho(Lippische Thonwaren Fabrik von Rheden)Hinter dem Pfeiler versteckt sich das
Stellwerk Dwf.Ganz rechts im Bild die Verwaltung der Sand und Thon.Der vordere Schornstein ist von der Energiezentrale mit den 2 Dampfmaschinen.
Die erste Dampfmaschine von 1901 versorgte neben dem Betrieb auch in Sprok die Wohnhäuser mit 220 V Gleichstrom.

https://abload.de/img/drentrupsandthongleip9rkdj.jpg

Bild 3: Der Gleisplan der Normalspurgleise von 1975. Die festgeschweißte Weiche rechts neben Gleiswaage, bediente früher das Ladegleis in der Sandgrube.
Das wurde aber in den frühen 50er Jahren abgebaut.

https://abload.de/img/drentrup00600jd4.jpg

Bild 4: Nun sehen wir uns die Anlagen mal genauer an: Die nachmittägliche Übergabe kommt 1981 von Lemgo. Rechts das
Gleis zum Klinkerwerk.


https://abload.de/img/kleinlokundeichfahrzeylja7.jpg

Bild 5: genau vorm Werkstor steht ein Eichwagen mit der Werklok. Im August 1980 wurden beide Waagen neu geeicht.Es gibt eine LKW Waage, die hier hinter der Lok nicht zu sehen ist und eine Gleiswaage.

https://abload.de/img/drentrupneuefeuerfesttrkjs.jpg

Bild 6: Wenn wir uns umdrehen und Richtung Osten schauen, sehen wir, wie sich die Werksanlagen an der Bahnstrecke entlanschlängeln.
Unter dem Holzdach im Hintergrund verbirgt sich die Sandverladung. Sie brannte 1975 ab.

https://abload.de/img/drentrup_teil2009bjk73.jpg

Bild 7 und 8: Hier standen in den 70er Jahren die 3 eigenen Wagen.

https://abload.de/img/drentrup_teil2010uqjg8.jpg
Darin wurde Schamotte zwischengelagert, weil das Silo in der FF zu klein war um ganze Wagenladungen aufzunehmen.




https://abload.de/img/drentrupsandwschef4jx2.jpg

Bild 9: Hier sehen wir die Sandwäsche.


https://abload.de/img/drentrupsandverladungtiktf.jpg

Bild 10: Der Blick von Osten auf die Sandwäsche in den 20er Jahren. Vorne die Unterführung diente dem Abwasser der Sandwäsche.
Es wurde in der eigenen Kläranlage wieder aufbereitet und zurück ins Werk gepumpt.


https://abload.de/img/drentrupwerksansichtadkkrt.jpg

Bild 11: Blick von der Sandverladung auf die Energiezentrale.

https://abload.de/img/drentrupwerksansichtad1j2b.jpg

Bild 12: Bleick weiter nach rechts von der Sandverladung.Ganz rechts das Anschlußgleis zur Litho.Dahinter das Stellwerk Df,
das genau, wie das Empfangsgebäude und das Stellwerk Do 1936 mit den Steinen von Sand&Thon gesponsert neu gebaut wurde.

https://abload.de/img/drentrupalteziegeleii49ktu.jpg

Bild 13: Blick von der Südseite auf die Sandverladung.Rechts führt das Gleis zur Litho, es war etwa 500 m lang.

https://abload.de/img/litho10cjt1.jpg

Bild 14: Es führte auf einem Damm über die Bega.

https://abload.de/img/litho2jaj5s.jpg

Bild 15: Die Brücke existiert noch heute,obwohl das Werk schon Ende der 70er Jahre stillgelegt und Opfer einer Übung britischer Pioniere wurde.
Wie man an der Jahreszahl ablesen kann , wurde der Anschluß schon 1898 in Betrieb genommen. Und war damit der erste Anschluß in Dörentrup.
Er wurde auch immer von der Staatsbahn bedient und hatte im Werk nur eine Handweiche und 2 kurze Gleis.
Die Sand und Thon bekamen erst 1901 den ersten Bahnanschluß.




https://abload.de/img/drentruprampeinder60enjkpn.jpg

Bild 16: Ein Blick entlang des Streckengleises mit Blick auf die FF Abteilung in den 60er Jahren. Wie man links im Bild sehen
kann, wurden auch Silowagen mit Sand beladen.

https://abload.de/img/drentrupwaageyvknj.jpg

Bild 17: Blick von der FF Rampe in Richtung ehemaliger Sandwäsche. Die Gleiswaage(Baujahr 1951) wird gerade gefristet
und neu geeicht. August 1980.

https://abload.de/img/drentrup00540jaj.jpg

Bild 18: Blick von der Rampe der FF auf den Bahnhof. 1981 lag das Gleis zur Litho noch, wurde aber nicht mehr gebraucht.


https://abload.de/img/drentrupsandundthonwe38k8r.jpg

Bild 19:Juli 1962. Blick vom Stellwerk Dwf auf das Werk. Die doppelte Kreuzungsweiche führt zur Litho.

https://abload.de/img/drentrupfeuerfestabtaf8j2j.jpg

Bild 20: Am gleichen Tag sehen wir die Feuerfest Abteilung von der Bahnhofsseite.

https://abload.de/img/drentrup0141xj9v.jpg

Bild 21:Blick von der FF Rampe auf den Bahnhof 1981. das Stellwerk ist schon stillgelegt und alle Weichen auf Handbetrieb
umgebaut.

https://abload.de/img/drentrup_teil2005ugjsr.jpg

Bild 22: Neben 2 Spillseilanlagen gab es auch noch ab 1956 die Deutz Werklok mit der Fabriknummer 56859.

https://abload.de/img/drentrup_teil200632jar.jpg

Bild 23: Hier sehen wir sie 1979 noch in recht guten Zustand. Zu der Zeit war ich dort Werklokführer. Alles was sich bewegen
konnte, durfte ich bedienen. Stapler,Lorenloks Verladekräne und die Gleiswaage zum Wiegen der Wagen auch.

https://abload.de/img/drentrup011wxktq.jpg

Bild 24 Steht ja auf dem Schild.

https://abload.de/img/drentrup_teil20072mk3j.jpg

Bild 25: Hier steht die Lok unten vor der Fertigplatten Produktion.

https://abload.de/img/drentrup_teil3006u3ky6.jpg

Bild 26. Nach dem Umbau im Bahnhof wurde auch im Werkanschluß die Kreuzungsweiche ausgebaut und eine normale Weiche eingebaut.


https://abload.de/img/drentrup01653kbq.jpg

Bild 27. Blick in den Führerstand. Der Schaltknüppel musste schon mehrmals angeschweißt
werden, denn jeder konnte mit dem nicht synchronisierten 4 Gang Getriebe richtig runter
schalten.

https://abload.de/img/drentrup015v5kxn.jpg

Bild 28: Nun geht`s mal kurz in den Bahnhof. Die Uhr zeigt schon die richtige Uhrzeit. Es war kurz vor 12 um solche Aufnahmen
zu machen. 1980.

https://abload.de/img/drentrup_teil2004cxjp6.jpg

Bild 29: Manchmal musste die Kleine mit ihren 55 luftgekühlten PS ganz schön ran.

https://abload.de/img/drentrup_teil2001onk66.jpg

Bild 30: Es gab immer mal wieder schöne Begegnungen.

https://abload.de/img/drentrup_teil200352jq0.jpg

Bild 31: nur für Fotozwecke gab es solche Treffen.

https://abload.de/img/drentrup_teil2jojpt.jpg

Bild 32: Treffen mit der morgendlichen Übergabe 1980. Es soll in den 60er Jahren mal vorgekommen sein, das unsere kleine Lok
einen defekten ETA von Farmbeck nach Lemgo abgeschleppt hat. War schon mit 15 km/h und Wurfhebelhandbremse bestimmt
eine tolle Fahrt. Auch ich wollte mal von Dörentrup nach Farmbeck fahren, weil die DB damals einen Holzwagen für Farmbeck
aus Versehen bei uns in Dörentrup stehen lassen hat. Da hatte der FDL aber doch etwas gegen gehabt. Schade.

So , das war der Normalspurbereich. In der nächsten Ausgabe geht es um die Lorenbahn , die elektrisch betrieben wurde.
Wünsche ein schönes Wochenende
Ralf



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.02.20 08:07.
Bild 4:

Holla! Schranken vergessen zu schließen?
Grüße
Ulrich
Hallo Ulrich,

nein die wurden nicht vergessen. Da gab es einen anderen Trick:

Anhalten;Schranke schließen, mit Lok auf Bü fahren und wieder öffnen. Sonst dauert das ja viel zu lange, wenn der Zug schön lang ist.
Grüße
Ralf
Hallo Ralf,

danke für die Bilder und den interessanten Text. Hast du noch ein paar Infos zu dem VTG-Ferrywagon? Hatten die drei Werkswagen ein Zulassung für die DB oder wurden die nur für den internen Verkehr genutzt?

Grüße
Markus

Antwort zu Frage und Nachschlag

geschrieben von: Rally01

Datum: 15.02.20 08:06

Moin Markus.

Also die Ferry Waggons wurden bei uns von einem Kunden aus Groß Britanien geordert.


https://abload.de/img/drentrupferrywaggon15knr.jpg

Bild 1: An der Rampe unten kurz vor dem Klinkerwerk wurden diese Wagen beladen. Wieviel Paletten da nun rein gingen, weiß ich nicht mehr.
Aber beladen wog der Wagen 80 t. Wir hatten den Wagen etwa alle 4 bis 6 Wochen .
Das Ladegut war Stampfmasse für die Stahlproduktion. Damit kann man Gieß Formen aus stampfen.
Dann werden auch heute noch in Dörentrup Stichloch Massen und Rinnen Massen (werden auch Teer Massen genannt)hergestellt.Da kam Teer (oder auch eine Art von Bitumen, also Reste aus der Ölproduktion) mit zugemischt, damit die Masse in der Rinne, wo das flüssige Eisen durchfließt, mit brennt,damit das Eisen nicht zu sehr abkühlt. Das sind also alles Produkte für die Stahindustrie, die man so rund um den Hochofen braucht.
Darum heißt die Abteilung ja auch Feuerfest.

So nun noch zu der Frage, ob die Werkswagen eine DB Zulassung hatten. Nein. Es waren ja alte von der DB gefledderte Wagen, die natürlich keine
Bremseinrichtung mehr hatten.Die Holzbohlen waren so durch, das unsere Tischlerei immer mal wieder die größten Löcher stopfen musste, sonst lagen
die Schamotte im Schotter und nicht mehr im Wagen.

https://abload.de/img/drentrupwaage1987u4k52.jpg

Bild 2: Hier sehen wir das Wiegehäuschen von der Gleiswaage. Es war eine Balkenwaage von der
Firma Müller aus München ,Baujahr 1951. Man beachte oben drüber auch die zeitgenössische Lampe.
Das Foto stammt von 1987.

https://abload.de/img/drentrupwaagemitetahhj83.jpg

Bild 3: Hier steht ein G Wagen auf der Waage. Da ich aber schon die Schranke am Bärenort habe bimmeln hören, wurde das Wiegen erstmal zeitlich
verschoben.Der Zug kommt von Lemgo. Die 3 Schornsteine über dem Steuerwagen gehören zum Klinkerwerk. Vorne rchts ist die schon im Haupteil beschriebene verschlossene Weiche. Von hier aus führte das Gleis zur Sandgrube.. Wurde aber schon recht früh abgebaut un d die Sandgrube wurde nur noch mit der Lorenbahn befahren.


https://abload.de/img/drentrupjuni1980in1-1w0khz.jpg

Bild 4: weils noch gerade am frühen Morgen ist, viel mir dieses Bild noch in die Hände. Im Juni 1980 war der Bahnhof noch voll. Die Werklok holte sich die Wagen für das Werk selber aus dem Bahnhof. Dazu musste sie aber die 1: 114 Steigung in Richtung Barntrup bergan fahren. Das sie richtig Schwung holt, sieht man so eben an der Abgasfahne aus dem Auspuff.
Offiziell durften nur 4 beladene oder 8 leer Achsen mit der Lok im Bahnhof bewegt werden. Die Lok hatte ja keine Luftanlage, sodaß alle Wagen immer erstmal abgezogen werden mussten, bevor es los ging.
Die Lok fährt in Gleis 4. In Gleis 3 stehen die Wagen, die die Übergabe auf dem Rückweg von Barntrup wieder mit nach Löhne nimmt.
In Gleis 5 stehen die Tims Wagen(Schiebedach und Schiebewand) auf "Vorbedarf". Da konnte ich schon mal Wagen im Bahnhof bestellen, die man vielleicht in den nächste Tagen benötigte. Dann kamen die mit der Übergabe und wurden erstmal abgestellt. Wurden sie aber doch nicht gebraucht, oder anderweitig benötigt, wurden sie wieder abgefahren. So konnte man in gewisser Weise auch die Länge der Übergabe mitbestimmen:-)
Es gab aber auch Wagen , die im Hochbedarf standen. Da konnte es schon mal vorkommen, das man mal ein paar Tage warten musste bis die Wagen zur Verfügung standen..
Auch schön war es, wenn ich neue Decken für Lbs Wagen(hat die Lok da am Haken) benötigte. Dabei handelt es sich um stabile 60 Quadratmeter Decken,
die wir dann mit 2 Mann von der Hochrampe aus, auf den Wagen gezogen und verzurrt hatten.
Diese Decken wurden einzeln auf Europaletten gelegt. Brauchte ich mal ganz eilig eine, kam sie mit dem ETA mit und ich holte sie mit der Lok im Bahnhof ab.
Brauchte ich mehrer, so kamen sie im G Wagen mit der Übergabe mit.Zuständig für die Decken war die Güterabfertigung Hameln. Nach der Stillegung des Personenverkehrs zwischen Lemgo und Hameln, kamen die Decken über Löhne nach Dörentrup....

Schluß jetzt, ich komme schon wieder ins schwärmen....

So dann wünsche ich mal einen schönen Samstag

Ralf

Re: Antwort zu Frage und Nachschlag

geschrieben von: Der Warendorfer

Datum: 15.02.20 09:36

Moin,

ganz toller Beitrag.

Was mich noch interessieren würde: Was hat es mit diesem Anschluss zur Litho auf sich? Wie lange wurde der eigentlich bedient und was wurde dort transportiert?

Und wo ist die Deutz-Lok eigentlich abgeblieben? Lt. [www.schmalspur-ostwestfalen.de] war die 2003 noch vorhanden ...

Viele Grüße

Andreas

Re: Antwort zu Frage und Nachschlag

geschrieben von: Rally01

Datum: 15.02.20 10:28

Hallo Andreas.

Zur Litho:Da habe ich bis heute keine Erkenntnisse. Vermutlich wurden Fertig Produkte versand.
Ihren Ton bekamen die ja mit der Loren Seilbahn aus der Pottkuhle.
Vermutlich wurden die Kohlen für den Ofen auch mit der Bahn angeliefert.
Aller spätestens war Anfang bis Mitte der 70 er Jahre Schluss damit.

Mein letzter Stand zur Deutz Lok war, sie soll irgendwo in Hessen bei einem Verein sein.

Grüße
Ralf
Tolle Aufnahmen...... wenn man das heute sieht bekommt man Pipi inne Augen. Beim Köf-Rangieren bloß nicht den Ellbogen raushängen lassen.... könnte ne Opel-Stoßstange dran hängen bleiben.

Marco