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30 Jahre her: Besuch bei Frau Nauses (m5B)

geschrieben von: Jörn

Datum: 11.02.20 21:32

Nein, Frau Nauses ist keine Freundin meiner Mutter. Frau Nauses ist eine Ortschaft im Odenwald, grob zwischen Groß-Umstadt und Höchst gelegen. Frau Nauses "wohnt" auf dem Berg, über den sich hier die Bundesstraße 45 windet. Die Odenwaldbahn (heute KBS 641) dagegen, die fährt durch den Keller.

Es muss wohl Langeweile gewesen sein, was mich bei dürftigem Wetter an diesem Sonntag (4. Februar 1990) in den Odenwald getrieben hat. Mein Ziel: Frau Nauses.

Lage peilen, erst mal von oben:

https://abload.de/img/1990-02-04bv6752120270jkh2.jpg

Die langjährige Darmstädter Stammlok 212 027 ist mit ihrem N 6630 auf dem Weg nach Darmstadt und hat den Frau-Nauses-Tunnel gerade verlassen. Den wollte ich jetzt aber aus der Nähe betrachten.

https://abload.de/img/1990-02-04cfrau-nausehak8j.jpg

Keine Panik - ich kannte den Fahrplan gut. Ein Bahngleis zwischen 2 Zügen ist auch viel sicherer als eine Straße. Was ist (war...) das da links? Vielleicht hat ja jemand eine Antwort für mich?

https://abload.de/img/1990-02-04dfrau-nausestjqb.jpg

Die Hütte war, so weit ich mich erinnern kann, leer.
So, noch ein paar Minuten, dann kommt er. Gerade noch Zeit für ein Foto des Tunnelportals...

https://abload.de/img/1990-02-04ffrau-nausejejll.jpg

Bei genauem Hinsehen sind dort im schwarzen Loch schon drei Spitzenlichter zu sehen. Also: Ein paar Schritte zurück zu der Hütte, keinesfalls den Lokführer erschrecken! Dort, in der offenen Tür, war ich aus der Gefahrenzone. Der Zug aber nicht:

https://abload.de/img/1990-02-04hv674216134ljjmk.jpg

E 3854 (zumindest seine Zuglok) ließ sich von dort aus auf seinem Weg nach Frankfurt am Main ungefährdet und gefahrlos fotografieren.

So, jetzt kennt ihr Frau Nauses. Ich war lange nicht dort und habe keine Ahnung, ob die Hütte (habe ich schon gefragt, was das mal gewesen sein könnte...???) noch steht. Was ich weiß: 212er und 216er kommen hier aller Voraussicht nie mehr vorbei. Ob sich ein Itino der Odenwaldbahn an gleicher Stelle auch gut machen würde? Hmmm...

Gruß
Jörn.

Hey, Farmer,
tu das Gift weg.
Gib mir Flecken auf Äpfeln,
aber lass mir die Vögel und die Bienen.
(Joni Mitchell, aus „Big Yellow Taxi“, 1970)


Re: 30 Jahre her: Besuch bei Frau Nauses

geschrieben von: andreas +

Datum: 11.02.20 21:50

Jörn schrieb:
Was ist (war...) das da links? Vielleicht hat ja jemand eine Antwort für mich?
(ehem.) Blockstelle (? - so sieht es jedenfalls aus)

Re: 30 Jahre her: Besuch bei Frau Nauses

geschrieben von: sukram01

Datum: 11.02.20 22:39

andreas + schrieb:
Jörn schrieb:
Was ist (war...) das da links? Vielleicht hat ja jemand eine Antwort für mich?
(ehem.) Blockstelle (? - so sieht es jedenfalls aus)
Ich denke, das war mal. Im OTM:

* Klick mich!

ist aktuell nichts mehr eingezeichnet.

--
Markus

Museumsbahnhof Lette im Netz:
[www.bahnhof-lette.de]

Re: 30 Jahre her: Besuch bei Frau Nauses

geschrieben von: Michael Staiger

Datum: 11.02.20 22:59

Hallo Markus,

das Gebäude scheint noch zu stehen

Frau Nauses

Mir scheint es zu groß für eine Blockstelle?
Die Tunnelröhre (einst für 2 Gleise) wurde wohl mit einer Betonschale stabilisiert? Vielleicht war in dem Gebäude das Baubüro und eine Blockstelle.

Gruß
Michael



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.02.20 23:04.

Re: 30 Jahre her: Besuch bei Frau Nauses

geschrieben von: sukram01

Datum: 12.02.20 06:27

Guten Morgen Michael, da hast Du allerdings Recht, auf

* [www.geoportal.hessen.de]

habe ich das hier gefunden:
200212_Frau_Nauses_Luftbild.jpg

Die Gebäude waren am 06.02.2019 noch da, was bis heute passiert ist, weiß ich natürlich nicht ;-).
Diese Darstellung ist quasi amtlich und Google-Maps lehne ich aus diversen Gründen (Unzuverlässigkeit, löcheriger Datenschutz) als Quelle ab.

--
Markus

Museumsbahnhof Lette im Netz:
[www.bahnhof-lette.de]

Re: 30 Jahre her: Besuch bei Frau Nauses (m5B)

geschrieben von: klaus hartmann

Datum: 12.02.20 10:44

Hallo zusammen

Habe zwei Aufnahmen von der Nordseite des Frau Nauses-Tunnels, vermutlich aus den 1940er oder 1950er Jahren. Der Kleidung nach zu urteilen eventuell auch früheren Datums. Bildautor unbekannt.


Frau Nauses Tunnel, Bauarbeiten 1940er oder  1950er Jahre.jpg




Frau Nauses Tunnel, Bauarbeiten 1940er oder 1950er Jahre.jpg


Schönen Tag allen Mitlesern
Klaus Hartmann

Re: 30 Jahre her: Besuch bei Frau Nauses (m5B)

geschrieben von: Michael Staiger

Datum: 12.02.20 10:52

Hallo Klaus,

der Vergleich der Portalansichten zeigt daß da eine Betonschale eingezogen wurde.
Und auch auf Deinen Bildern deuten die "fliegenden Bauten" auf Bauarbeiten hin, während rechts vom Portal wohl ein Blockwärterhaus steht?

Gruß
Michael

Re: 30 Jahre her: Besuch bei Frau Nauses (m5B)

geschrieben von: Bastian Bode

Datum: 13.02.20 13:44

Hallo,

schön, ein paar historische Bilder aus Frau-Nauses zu sehen! Vielen Dank dafür! Interessant bei Bild 3 ist die Lage des Vorsignals von Wiebelsbach-Heubach. Es ist im Zuge der ESTWisierung hinter die Brücke, über die die Straße von Frau-Nauses nach Wiebelsbach verläuft, gerückt.

Jörn schrieb:
So, jetzt kennt ihr Frau Nauses. Ich war lange nicht dort und habe keine Ahnung, ob die Hütte (habe ich schon gefragt, was das mal gewesen sein könnte...???) noch steht.
Mir wurden Bilder von Herr-Nauses zugespielt, die den derzeitigen Zustand zeigen:

Bild 1
http://cargosonne.de/drehscheibe/Nauses01.jpg

Wie man sieht, hat sich am äußerlichen Zustand in den letzten 30 Jahren nicht viel verändert. Man beachte, dass das Gebäude vom Entwässerungsgraben unterquert wird. Was es mit dem Waschbeton rechts auf sich hat, seht Ihr weiter unten.

Bild 2
http://cargosonne.de/drehscheibe/Nauses02.jpg
Blick vom Eingang durch den "Kanzelraum" in den mittleren Raum. Letzterer hat zwei Fenster, aber nur einen Zugang durch den "Kanzelraum".

Bild 3
http://cargosonne.de/drehscheibe/Nauses03.jpg
Blick vom Eingang in den "Kanzelraum". Wer dieses Gebäude in den letzten Jahrzehnten frequentiert hat, kann man leicht an den schriftlichen Äußerungen erkennen ;-). Ansonsten ist der Raum überraschend wenig vermüllt. Sich hier aufzuhalten dürfte nicht empfehlenswert sein, denn die Decke zeigt schon einige Auflösungserscheinungen...

Bild 4
http://cargosonne.de/drehscheibe/Nauses04.jpg
Blick durch die "Kanzel" auf das Portal des Frau-Nauses-Tunnels. So ungefähr könnte der Blick eines ein etwaigen Bahnbediensteten auf die Strecke Richtung Höchst gewesen sein. Vermutlich gab es damals aber noch nicht den Fernsprechkasten. ;-) Und...

Bild 5
http://cargosonne.de/drehscheibe/Nauses05.jpg
...der "elektrische Betriebsraum" stand damals auch noch nicht. Auch er thront über dem Entwässerungsgraben und hätte Jörns seinerzeitiges Bild vom E3854 - zumindest vom damaligen Standpunkt aus - verunmöglicht.

Bild 6
http://cargosonne.de/drehscheibe/Nauses06.jpg
Blick auf das nördliche Tunnelportal. Viel hat sich in den letzten 30 Jahren nicht getan. Die feuerwehrrote Einrichtung wurde vor gut zehn Jahren anlässlich der Modernisierung der Odenwaldbahn installiert und gehört zur "Sicherheitstechnischen und Brandschutztechnischen Ausstattung" (so nennt es die Baufirma, Leonhard Weiss, auf ihrer Seite). Darüberhinaus wurde wohl eine steile, aber bequeme Treppe von knapp 100 Stufen errichtet, mit der man direkt im Ort Frau-Nauses landet.

Ich bitte die miese Qualität (schlechtes Licht, Einschnitt, Smartphonebilder) zu entschuldigen. Diese Sichtungsbilder sollen nur einen Eindruck vom derzeitigen Zustand vermitteln und sind nicht auf die gewohnte HiFo-Qualiät ausgelegt.

Am Nordende des Gebäudes gibt es noch einen weiteren kleinen Raum, der über einen Eingang und ein Fenster verfügt.

Grüße
Bastian



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.02.20 15:51.

Re: 30 Jahre her: Besuch bei Frau Nauses (m5B)

geschrieben von: Jörn

Datum: 13.02.20 14:23

Klasse, Bastian, und vielen Dank an Herrn Nauses.
Auf die Idee, den Innenraum des Gebäudes zu fotografieren, bin ich damals (natürlich...?) nicht gekommen, denn Film war teuer und das Licht war damals draußen schon schlecht genug.

Danke und Gruß
Jörn.

Hey, Farmer,
tu das Gift weg.
Gib mir Flecken auf Äpfeln,
aber lass mir die Vögel und die Bienen.
(Joni Mitchell, aus „Big Yellow Taxi“, 1970)


Re: 30 Jahre her: Besuch bei Frau Nauses (m5B)

geschrieben von: 52 2006

Datum: 13.02.20 17:31

Auf den historischen Fotos ist ein schönes Herrenrad erkennbar...
fahrrad.jpg fahrrad2.jpg


Aufgrund der Karbidlampe, der Bauform des Sattels und der sehr schmalen Schutzbleche muss das aus den 1920er Jahren stammen. Hinten am Rücklicht ist ein rein passiver (roter) Reflektor, in einer schlichten Form, wie er seit LED-Lampen an modernen Rädern wieder zu sehen ist. Da das vordere Schutzblech auch ein Stück vor die Gabel reicht, eher späte 1920er Jahre, um dort eine Schutzblechfigur, die damals in Mode kamen, anzubringen. Das Rad scheint aber keine zu haben, entweder entfernt, abgebrochen, oder ein Rad, welches von einem lokalen Händler aus Einzelteilen gebaut / nachgerüstet wurde, ohne so etwas anzubringen. Schön zu sehen sind auch die einfarbigen hellen Reifen (entweder grau oder hellbeige). Aufgrund der Felgenform (viertelrunder Querschnitt) gehe ich mal stark davon aus, dass das noch Wulstreifen sind, auch ein Zeichen für 1920er. Es sieht so aus, als ob an der Vorderradgabel im oberen Bereich Fußstützen für einen Kindersitz montiert wären, aber es fehlt die Halterung für solch einen Sitz auf dem Oberrohr. Der Schmutzfänger am unteren Schutzblech ist ein nettes Detail, welches ich bei Sammlern solcher Räder bisher noch nicht gesehen habe. Das würde aber zwei Löcher eines Schutzbleches, was ich an einem meiner Räder dran habe, erklären. Leider ist der Ausschnitt nicht scharf genug, um mehr zu sagen, z.B. Hersteller des Rades. Kann ich bitte eine bessere (schärfere, detailreichere) Ausschnittsvergrößerung zwecks weiterer Bestimmung haben?

kondensierte Grüße, Stefan

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=190387
Kondenslok.de + Industrial Railways of Indonesia SIG (fc)
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Wer sich über Signaturen aufregt, hat sonst nix zu sagen.




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.02.20 17:40.

Re: 30 Jahre her: Besuch bei Frau Nauses (m5B)

geschrieben von: schoenbusch

Datum: 17.02.20 01:05

Laut den Fachleuten im Odenwald-Forum war die Strecke immer nur eingleisig ausgebaut, obwohl die Trasse eventuell ein zweites Gleis ermöglicht hätte.

Re: 30 Jahre her: Besuch bei Frau Nauses (m5B)

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 17.02.20 04:20

Das trifft für die Abschnitte von Darmstadt-Ost nach Erbach/Odw. und von Hanau nach Wiebelsbach-Heubach (da bleibe ich beim alten Namen) zu.
Zweigleisig wird der Abschnitt Darmstadt-Ost nach Darmstadt-Nord betrieben - auch war es einige Jahre mal eingleisig.
Der Abschnitt Erbach/Odw. nach Eberbach ist eingleisig von Anfang an.
An den Tunnelportalen, Brücken und Bahndämme ist das deutlich zu sehen.