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Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.

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Opladen liegt mir am Herzen, das wissen die meisten von Euch – in Opladen wurde ich 1967 geboren, dort bin ich aufgewachsen, ging zu Schule und hab
später im AW Opladen die Schlosserlehre absolviert.
In dieser Zeit bis heute sind viele Fotos in und um Opladen entstanden, die ich Euch in mehrere Teilen zeigen möchte:

Teil 1: Bahnhof
Teil 2: Güterzugstrecke
Teil 3: AW Opladen


Und zwar in der Form von Gegenüberstellungen "Gestern und Heute", die aber zumeist eher zufällig aus der Menge an Fotos und Motiven entstanden sind.
Bevor wir zu den Bildern kommen, erst einmal einige Worte über die Eisenbahnerstadt Opladen.

Opladen ist eng mit der Geschichte der Deutschen Bahn verknüpft. Die Eröffnung des Opladener Bahnhofs und zwei Eisenbahnstrecken begründeten
Opladens Ruf als Eisenbahnerstadt. Gefestigt wurde dieser Ruf der Eisenbahnerstadt durch den Bau des zentralen „Reichsbahnausbesserungswerks“ im
Jahr 1903. In dieser Zeit entstanden auf freiem Feld einige Werkssiedlungen in Opladen.
1914 wurde Opladen zur Kreisstadt ernannt, in welche 1930 Lützenkirchen und Quettingen eingemeindet wurden. Seit 1975 ist Opladen ein Stadtteil
Leverkusens und hat die größte Bevölkerungsdichte der Stadt.

Die Bahnstation Opladen verdankt ihre Entstehung dem Bau der Linie Haan–Deutz, die von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn (BME) in drei
Teilabschnitten zwischen 1867 und 1872 eröffnet wurde. Die Aufnahme des öffentlichen Verkehrs zwischen Haan (später Gruiten) und Opladen
erfolgte am 25. September 1867. Aus dieser Zeit stammt das Titelbild von Kurt Kaiß‘ Veröffentlichung „Zwischenhalt – Der Bahnhof Opladen im
Wandel der Zeit
“ auf das ich am Ende des Beitrages noch kurz eingehen werde.

Bild 1:
Das Empfangsgebäude des Bahnhof Opladen um 1905.
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/922/xJSQHT.jpg

Angelegt wurde der Bahnhof „auf der grünen Wiese“, d.h. auf der zu dieser Zeit noch unbebauten Ostseite der Stadtgemeinde Opladen.
Sein Einzugsbereich reichte von Wermelskirchen bis Wiesdorf. Das Stationspersonal umfasste zunächst rund 20 Beamte und Arbeiter.

Bild 2 + 3:
Der Bahnhof Opladen um das Jahr 1960 und die gleiche Perspektive auf den Bahnhof Opladen am 11.09.2014 – kurz vor seinem Abriss.

https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/923/J3TYA0.jpg
Aufnahme: BD Wuppertal (H. Säuberlich), Slg. K. Kaiß

Die Elektrifizierungs-Arbeiten im Bahnhof Opladen begannen im Mai 1958 mit der Höherlegung der Fußgängerbrücke. Die Elektrifizierung des
Abschnitts Köln-Mülheim–Opladen, unter Strom gesetzt am 10.4.1959, diente zunächst
nur der Zu- und Rückführung der im AW Opladen
betreuten Elektrofahrzeuge. Die Aufnahme der elektrischen Zugförderung auf den Strecken Wedau–Köln-Kalk Nord und Köln–Wuppertal–Hagen
erfolgte dann am 27.5.1962 bzw. am31.5.1964.


Letzteres Ereignis wurde auch auf dem Bahnhof Opladen mit einem kurzen Festakt begangen.

Das Neubauprojekt „Bahnhof Opladen“: eine (fast) unendliche Geschichte:
1959–1962: der Termin für den Baubeginn wird mehrfach verschoben
ab Oktober 1962: erste Vorarbeiten werden durchgeführt (Abbrucharbeiten)
Frühjahr bis Herbst 1963: Verzögerungen durch neue Planungen für Betriebsamt
Oktober 1963: Aufnahme der Arbeiten 1. Bauabschnitt (südl. Bahnhofsbereich)
November/Dezember 1964: Betriebsamt u. Bahnverwaltung beziehen neues Domizil
Anfang 1965: Ruhen der Bautätigkeit wegen Finanznot der DB
Juni/Juli 1965: Abriss des alten Stationsgebäudes
August 1965: Beginn 2. Bauabschnitt (Eingangshalle und Gaststättentrakt)
August 1966: erneuter Baustopp wegen fehlender finanzieller Mittel
1967: Weiterbau und Eröffnung der Bahnhofsgaststätte am 23. Mai
7. Mai 1968: offizielle Einweihung nach Fertigstellung des Bahnhofsvorplatzes


https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/924/wn4shP.jpg


Bild 4 bis 7:
Ab August 2015 erfolgte der Abriss um der Infrastruktur der Neuen Bahnstadt Opladen (nbso) Platz zu machen
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/924/HVvsXd.jpg

Die Uhr ist abgelaufen: Große Teile der ehemaligen Empfangshalle liegen am 3.9.2015 in Trümmern.
Wie viele Pendler und andere Reisende mögen hier wohl jahrzehntelang ein- und ausgegangen sein?
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/922/9nottX.jpg

Keine 50 Jahre alt geworden: Abriss des Empfangsgebäudes aus dem Jahr 1968 Anfang September 2015
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/921/z4tHgi.jpg

Bild 8 + 9:
Gleisplan des Bahnhofs Opladen mit seinen vielen Gleisanlagen um 1970 und im Vergleich dazu das Deckblatt einer DB Broschüre,
welche die massiv reduzierten Gleisanlagen erkennen lässt:
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/922/f5k3WP.jpg
(Gleis 86 am rechten Bildrand ist übrigens das Anschlussgleis der Recyclingfirma BENDER)

https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/922/jrTjJr.jpg

Nach verschiedenen Rationalisierungsmaßnahmen in den 60er und 70er Jahren, denen z.B. das Bahnbetriebswerk Opladen
oder die alten Stellwerke zum Opfer fielen, nahm der Bedeutungsrückgang des Bahnhofs Opladen in den 80er und 90er Jahren
dramatisch zu. Ein signifikantes Ereignis war die Auflösung des Bahnhofs Opladen als selbstständige Dienststelle zum 1.12.1986.

Bild 10-12:
Seltener Gast in Opladen 120 001 bzw. 752 001 (mittlerweile verschrottet nach Unfall) als Bremslok hinter 11-teiligem ICE Dummy Zug,
Opladen, 15.08.1990:
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/924/M9MOab.jpg

Reger Rangier- und Güterverkehr im Bf Opladen (Ostseite) Mitte der 80er Jahre. Die orientrote 140 834
neben der grünen 140 853, was zu dieser Zeit noch an Güterverkehrsaufkommen existierte ist erstaunlich:
https://imagizer.imageshack.com/v2/1600x1200q90/921/BnlwhA.jpg

Mitte/Ende der 90er Jahre hat sich das Bild drastisch gewandelt: Die Gleise sind stark zurückgebaut
oder nicht mehr genutzt – die Natur holt sich ihren Teil wieder zurück:
https://imagizer.imageshack.com/v2/1600x1200q90/923/c83HiV.jpg

Ungeachtet aller Funktionsverluste verfügte Opladen auch nach 1994 noch für ca. 10 Jahre über eine kombinierte Bahnhofsanlage für Personen-
und Güterverkehr. Im Güterverkehr fungierte die Station als sog. Satellitenbahnhof, zuständig für die Bündelung von Wagen aus verschiedenen
Gleisanschlüssen und deren Weitertransport zum Knotenpunktbahnhof Köln-Kalk Nord. Während Opladen, wie bei solchen Satellitenbahnhöfen
üblich, kein eigenes Personal besaß, stand entgegen der Regel eine eigene Rangierlok zur Verfügung.

Bild 13 + 14:
Während der Balkan-Express früher von Opladen aus weite Teile des Bergischen Landes erschloss, konnte man am 29.12.1988 mit dem auf
Gleis 6 wartenden Akku-Triebwagen 515 565 als Nt 6113 nur noch Hilgen erreichen:
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/923/nZ8iXp.jpg

Knappe 18 Jahre später ist der zugewachsene Bahnsteig zwischen den Gleisen 6 und 7 in einen Dornröschenschlaf gefallen.
Der Zugang zum Bahnsteig ist verschlossen und verwaist.Dienten die Gleise zunächst zur Abstellung von Lokomotiven für den Zulauf zum
Ausbesserungswerk, warteten nach dessen Schließung hier nur noch ausgemusterte Lokomotiven auf ihre Überstellung zur Zerlegung beim
Recycling-Unternehmen Bender.
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/924/t3GhCM.jpg

Eine kurze Zusammenfassung über den Balkanexpress (ex KBS 411):
Selten hat eine Eisenbahnstrecke abseits der bekannten Schienenstränge in unserem Raum eine solch hohe Popularität erlangt wie die
Verbindung Remscheid-Lennep - Opladen, im Volksmund zumindest seit 1931 auch "Balkanexpress" genannt (wegen der Streckenführung durch
dünnbesiedeltes Gebiet) .

Opfer der Rationalisierung wurden auch die von Opladen ausgehenden Verbindungen mit der Landeshauptstadt Düsseldorf und Remscheid-Lennep. Während die Einstellung des durchgehenden Reiseverkehrs auf der „Balkanlinie“ zum 29. Mai 1983 erfolgte, kam das „Aus“ für den Personenverkehr auf der Teilstrecke Opladen–Hilden nur knapp vier Monate später. Mit der Aufgabe des Restverkehrs auf dem Abschnitt Opladen–Hilgen am 31. Mai 1991 hatte Opladen seine Funktion als Bahnknoten im Personenverkehr endgültig eingebüßt.

Der Gleisabbau begann im September 1996. Heute ist die stillgelegte "Balkantrasse" z.T. als Radweg ausgebaut.

Aus anderen Perspektiven:
Bild 15 + 16:
515 530 im Bf Opladen, Einsatz auf dem "Balkanexpress", Frühjahr 1988:
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/924/h7NOP0.jpg

Gleis 6 & 7 im Jahr 2006:
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/924/xMFw3v.jpg

Bild 17 + 18:
515 616 am 13.08.1990 in Opladen:
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/924/L81CQe.jpg

Ähnlicher Standpunkt in Opladen während des Bahnhofsumbaus, 27.12.2015:
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/921/yEFpN3.jpg


Zwei weitere Vergleichsbilder des Bahnhof Opladen im Wandel der Zeit. Es ist kaum zu erkennen, dass es sich bei dem zweiten Bild noch
um den Bahnhof Opladen aus gleicher Perspektive handelt - die RWE Überlandleitungen im Hintergrund bieten ein guten Anhaltspunkt:

Bild 19 + 20:

425 032 und 425 606 begegnen sich im Einsatz auf der RB48 in Opladen, 25.03.2014:
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/924/NqthvA.jpg

120 147 und 120 143 (am Ende) passieren mit IC am 14.10.2019 den Bahnhof Opladen, links die verschwenkten Gütergleise.
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/923/ax7jNJ.jpg

Der neue Bahnhof
Der Umbau des Bahnhofs Opladen ist eine zwangsläufige Folge der Verlegung der sogenannten Gütergleistrasse Duisburg-Wedau – Troisdorf,
die nun im Bereich Opladen unmittelbar neben der Bahnlinie Köln – Wuppertal verläuft. Die Fläche, auf der sich das Empfangsgebäude des Bahnhofs
Opladen befand, wird dann von den Gleisen der Gütertrasse eingenommen - siehe nachfolgende Bilder. Die Umgestaltung bedingte auch eine neue
Regelung der Zuwegung für die Reisenden am neuen Bahnhof Opladen, da der ebenerdige bzw. unterirdische Zugang zu den Bahnsteigen durch die
Gütergleise verwehrt wird. Von daher sind die Bahnsteige für die Richtungen Köln bzw. Wuppertal ausschließlich barrierefrei über die Ende 2015 eröffnete Bahnhofsbrücke zugänglich. Nach dem Rückbau der Gleise auf der alten Gütertrasse entsteht auf der Fläche westlich des Bahnhofs ein neues Stadtquartier
als Teil des Opladener Zentrums, in dem neben Wohnungen auch Verwaltungs- und Serviceeinrichtungen geplant sind.

Der neue Bahnhof Opladen mit der Bahnhofsbrücke als Bahnsteigzugang und als zentralem Bindeglied zwischen Lützenkirchener Straße, Opladener Zentrum
und neuem Busbahnhof.Nichts bleibt mehr wie es war. Seit dem Fahrplanwechsel am 13.12.2015 hält auch die Deutsche Bahn nicht mehr planmäßig in Opladen. National Express Rail GmbH hat als neuer Betreiber die Linien RE7 und RB48 übernommen.

Bild 21 + 22 + 23:
141 446 bei der Einfahrt in Opladen mit morgentlichem Nahverkehrszug nach Köln, November 1986:
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/922/MiCOQz.jpg

Gleiche Stelle - 112 159 und am Ende 112 161 mit RE7 beim Halt in Bf Opladen, 04.02.2012:
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/923/Od8UnS.jpg

Vergleichsbild - Nationalexpress 1442 363 und 863 als RE 7 ( RE 26117) Rhein- Münsterland-Express Halt in Opladen, 27.12.2015.
Das es sich weiterhin um Opladen handelt ist an den verbliebenen grünen Dachstützen gut zu erkennen. Der Zughalt war zu dieser Zeit auf-
grund der Bauarbeiten in den hinteren Bahnsteigbereich verlegt.
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/921/2G5qek.jpg

Bild 24 + 25 + 26:
Bei diesen drei Vergleichsbildern dient das Bahnsteigdach an Gleis 1 mit der eingedrückten linken Ecke als Orientierungspunkt.
103 209 braust 1990 mit IC Richtung Solingen durch Opladen - das neue orientrote Farbschema hielt Einzug:
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/921/IaFy9K.jpg


Die ES64 F4 156 passiert mit ihren Güterzug Opladen am 12.02.2011 während die ICEs Richtung Köln unterwegs sind:
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/922/8Z0ePz.jpg


Noch immer Baustelle in Opladen:
Nahverkehr auf der Linie RB48 am 12.10.2015.... wenige Wochen vor dem Aus der DB-Leistungen zum Fahrplanwechsel (13.12.2015):
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/924/qOwXwW.jpg

Bild 27 + 28:
Bei den nächsten beiden Vergleichsbildern konnte zwar nicht der gleiche Fotostandort eingehalten werden, zumindest aber die Blickrichtung.
Der 601 brummt auf dem Weg in den Süden durch den Bf Opladen:
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/923/lDJoeu.jpg

185 679 im Einsatz für NationalExpress auf der RB48 beim Halt in Opladen, 20.04.2016
https://imagizer.imageshack.com/v2/1600x1200q90/924/wcLimN.jpg

Der "Rückbau"
Der durch die Gütergleisverlegung bedingte Rückbau alter Eisenbahn-Infrastruktur erfolgte von Süd nach Nord und begann Ende 2014 mit den notwendigen Rodungsarbeiten. Danach fielen im Februar 2015 das Verwaltungsgebäude des vormaligen Bahnbetriebswerkes (zuletzt durch die Bundesbahn Landwirtschaft genutzt), im März 2015 folgten Gebäude und Halle der alten Signalmeisterei sowie das außer Betrieb befindliche Stellwerk „Of“. Der Gebäudekomplex entlang der Ladestraße mit ehemaliger Güterabfertigung und Zollamt verschwand im Juli/August 2015, worauf noch im August/September das Empfangsgebäude des Bahnhofs bis auf die Fundamente abgerissen wurde.

Bild 29 + 30:
Die zwischen Stellwerk "Of" und dem Bahnhof gelegene Infrastruktur wie die Tankanlage, Stückguthalle, Zollamt, Ladestrasse und die Gleiswaage am ehemaligen Gleis 31 warten nur noch auf ihren Abriss, hier aufgenommen am 29.06.2013:
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/923/xidY7T.jpg

Vergleichsbild.
111 120 als Verstärker (noch mit einer n-Wagen Garnitur) im Einsatz auf der RB48 in Opladen, 12.10.2015.
Wo jetzt noch das alte Fundament zu sehen ist, wird bald die neue Gütertrasse verlaufen.
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/924/8DSDVK.jpg

Die Baumaßnahmen zur Gütergleisverlegung aus andere Perspektive - und zwar von der neuen Bahnhofsbrücke aus aufgenommen:

Bild 30 + 31:
Die blaue 110 469 (NXG) verläßt mit letztem Verstärker am 11.04.2016 Opladen RI Köln Hbf:
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/921/9Ihy8M.jpg

Die Baustelle in Opladen einige Monate später am 20.10.2016. Die Gütergleise werden verschwenkt ...
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/922/OG1OOf.jpg


Zum Abschluß noch ein Blick auf das Bender-Gelände (ich kann es nicht lassen...:-)), d.h. südlicher Bahnhofsbereich.

Bild 32 + 33:
Eine unbekannte 103 - der Bewegungsunschärfe zum Opfer gefallen - passiert 1989 das Bender-Gelände in Opladen, noch ohne Schrottloks:
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/923/CL3OgU.jpg

146 553 passiert mit IC nach Köln den bekannten Schrottplatz Bender, 14.10.2019. Vor der grünen Lärmschutzwand in der Mitte des Bildes
verläuft die verschwenkte Güterzugstrecke.
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/923/5wtFno.jpg


Zusammengefasst: Zeitraster des Bahnhofs Opladen
25. September 1867
Aufnahme des öffentlichen Verkehrs zwischen Haan (später Gruiten) und Opladen.

8. April 1868
Inbetriebnahme der Bergisch-Märkischen Eisenbahn (BME).

19. November 1874
Inbetriebnahme der Linie Troisdorf – Speldorf der Rheinischen Bahn.

01. August 1882
Vereinigung der Dienste auf den Bahnhöfen der Bergisch-Märkischen Eisenbahn und der Rheinischen Bahn.

20. Oktober 1890
Inbetriebnahme der beiden Fahrgleise auf der reaktivierten Seite des „Rheinischen Bahnhofs“.

1910
Überdachung der Bahnsteige.

28. Dezember 1944
Bombenangriff auf Opladen. Sämtliche Bahnanlagen (Ausbesserungswerk, Bahnbetriebswerk und Bahnhof) werden getroffen und erheblich zerstört.

1964
Zusammenlegung der Bundesbahnbetriebsämter Köln und Remscheid zum neuen Bundesbahnbetriebsamt Opladen.
Der Fahrdraht erreicht Opladen.

2. März 1964
Offizielle Aufnahme des elektrischen Betriebes zwischen Opladen und Gruiten. Der Eröffnungszug wird von E10 1312 gezogen.

21. Juni 1965
Beginn der Abrissarbeiten des alten Empfangsgebäudes des Bahnhofs Opladen.

07. Mai 1968
Eröffnung des neuen Empfangsgebäudes des Bahnhofs Opladen.

28. März 1977
An diesem Tag ereignete sich im Bahnhof Opladen ein tragisches Zugunglück, in dessen Folge Tote und Verletzte zu beklagen waren. Auf dem Hauptgleis fuhr 112 494-0 mit ihrem D-Zug frontal auf die im Fahrweg stehende 110 397-7 auf. Beide Maschinen wurden dabei schwer beschädigt, aber am Ort des Geschehens im benachbarten Ausbesserungswerk Opladen wieder aufgebaut und in Dienst gestellt. 110 397-7 ereilte ihr Schicksal dennoch in Opladen. Am 12.12.2005 wurde sie im Gleisanschluss des Recycling-Unternehmens Bender in ihre Bestandteile zerlegt.

Ende 1972
Inbetriebnahme des Drucktastenstellwerks „Of“.

Mitte Oktober 1983
Aufhebung des Zollamts Opladen.

01. Dezember 1986
Aufhebung des Bahnhofs Opladen als eigenständige Dienststelle.

06. Oktober 1989
ICE Triebkopf 401 002-1 trifft im Ausbesserungswerk Opladen zu Test- und Messfahrten bzw. zur Abnahme ein.

31. Mai 1991
Stilllegung des „Balkanexpress“.

16. März 1993
Mit 401 590 verlässt der letzte ICE Triebkopf das Ausbesserungswerk Opladen. Insgesamt wurden in Opladen 120 ICE Triebköpfe abgenommen. Die Abnahme der Mittelwagen bzw. vollständigen ICE Züge erfolgt durch das Ausbesserungswerk Nürnberg.

Sommer 2012
Außerbetriebnahme des Drucktastenstellwerks „Of“, Opladen wird nunmehr von Duisburg aus elektronisch gesteuert.

August 2015
Beginn der Abrissarbeiten des Empfangsgebäudes des Bahnhofs Opladen.

22. Dezember 2015
Inbetriebnahme der Fußgängerbrücke über den Bahnhof bzw. als neuer Zugang zu den Bahnsteigen bei gleichzeitiger Sperrung der bis dato genutzten Fußgängerunterführung.

11. Dezember 2016
Pünktlich zum Fahrplanwechsel konnte der erste Zug über die neu verlegten Güter-Gleise durch den Bahnhof Opladen rollen, nachdem im März 2016 die Vergangenheit die Bauarbeiten in Gestalt von Blindgängern einholte. Neben der Bewegung von rund 9.000 t Schotter, 10.000 Betonschwellen und 750 t Schienen musste insbesondere bei den 46.000 t Bodenaushub mit besonderer Vorsicht agiert werden, was Verzögerungen nach sich zog.


An der Stelle möchte ich besonders das Buch des Eisenbahnhistorikers Kurt Kaiß empfehlen:

Kurt Kaiß: „Zwischenhalt - Der Bahnhof Opladen im Wandel der Zeit"
11,50 Euro im Verlag Astrid Kaiß
(ISBN: 978-3-9809357-9-1)


Zu bestellen z.B. bei:
[www.bahnbuch.de]


Wie immer seid Ihr recht herzlich eingeladen, Eure eigenen Bilder anzuhängen und den Bericht damit zu bereichern.

Beste Grüße
Markus


Bender Galerien: [www.lokschau.de] Meine HiFo Beiträge, Lokverschrottungen & Betriebsbilder zum Abschied: [www.drehscheibe-online.de]
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/923/ekRdc5.jpg















Hallo Markus,
als zufällig 3. Leser Deines Beitrags gleich eine Reaktion..

Eine gut aufbereitete Darstellung der Veränderungen während der letzten Jahrzehnte, besonders des letzten Jahrzehnts. Sehr interessant anzuschauen und gut beschrieben.
Vielen Dank für Deine Mühen und vorab schon für die beiden angekündigten Fortsetzungen.

Herzliche Grüße
Uwe
Hallo Markus,

das nenne ich mal einen bemerkenswerten Bericht!
Sehr informativ und interessant aufbereitet, mit vielen guten Bildern.
Das war sicherlich eine Menge Arbeit, die sich aber gelohnt hat.

Vielen Dank fürs Zeigen, ich freue mich auf die Fortsetzung!

Freundliche Grüße aussem Pott
Wolfgang

x (o.w.T)

geschrieben von: EP 5

Datum: 12.01.20 22:45

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.01.20 14:03.
Hallo Markus,

hab noch eine Postkarte vom Bahnhof Opladen in meinem Postkartenarchiv gefunden:

https://abload.de/img/opladenbfvkjkz.jpg

Als ehemaliger Lokführer, u.a. in Düsseldorf-Derendorf und nachher Düsseldorf in den 1970er und 1980er Jahren hatten wir dort Rangierdienst mit V 60 und V 90 im Bahnhof mit Gleisbauhof, AW und auch in Schlebusch, Immigrath, Hilden.

Gruß Volker

Ps. Großartiger Bericht....

Unser musikalisches Schreibkollektiv: >>>rockblog.bluesspot<<<






1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.20 10:18.

Das nenne ich eine tolle Arbeit!

geschrieben von: Guido Rademacher

Datum: 13.01.20 10:48

Hallo Markus,

ganz herzlichen Dank für diesen umfangreichen Bericht. Die Vergleiche "Einst und Jetzt" hast Du bemerkenswert dargestellt.
Mir hat dieser Beitrag sehr, sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf die Fortsetzungen.

Beste Grüße
Guido

http://www.guidorademacher.de/Banner.jpg

Re: Das nenne ich eine tolle Arbeit!

geschrieben von: Benrath

Datum: 13.01.20 13:35

Hallo

Vielen Dank für die tolle Berichterstattung

Mfg

Carsten
Hallo Markus!

Vielen Dank für Deine Mühe, ein toll zusammengestellter Bericht mit vielen Infos, die mir fehlten. Ich begleite die NBS - Umbauten ebenfalls seit Jahren mit der Kamera und habe selbst Unmengen an Fotos vom Abriss der alten AW-Hallen und der Bahnhofsgebäude. Da ich mich jobbedingt aber eher selten in Opladen aufhalte, und wenn, dann meist in meiner Mittagspause von Burscheid kommend, fehlen mir einige Phasen, und natürlich die älteren "Schönen" Bilder, dann doch. Daher genieße ich Deine Berichte schon immer und diesen aktuell besonders. Vielleicht sind wir uns ja schonmal unbekannt über'n Weg gelaufen, wer weiss...
Ich hoffe, ich komme auch bald mal dazu, mein Bildmaterial zu sortieren und auf meiner Webseite hochzuladen...
Gruß,
Michael

Edit: Hast Du schonmal ein Bilde des zweiten Bahnhofsgebäudes der alten Rheinischen Strecke gesehen, selbst bei Kaiß findet man ja dazu nichts?
Hast Du eine Ahnung, was mit den wunderschönen Gußstützen des alten Bahnsteigdaches passiert ist? Wo landet sowas üblicherweise, gibt es dazu eine Verwertungs- oder Verkaufsfirma? Selbiges hab ich mich beim Umbau SG-Ohligs gefragt.

*An der Aggertalbahn Wohnender, die Sülztalbahn Querender, die Wiehltalbahn mögender und am Balkanexpress Arbeitender*


Mehr Bahn- und andere Bilder hier -> [www.nullzwotii.de]




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.01.20 14:56.
Hallo Markus,

absolut klasse Bericht, den ich mir noch ein zweites Mal genau durchlesen muss.

Eine kleine Frage bzw. Anmerkung zu der Aussage, dass Sateliten kein eigenes Personal hatten. Wie ist das zu verstehen? Ich kannte jede Menge sogenannter "Sateliten mit eigenen Rangiermitteln", die über eine Köf oder andere Rangierlok und eigenes Rangier- und Abfertigungspersonal verfügten, ich denke beispielsweise an Miltenberg, Zwiesel, Nidda, Bodenfelde und andere.


Viele Grüsse von Mark
Hallo und vielen Dank für die Beiträge aus Opladen.
Als alter Neukirchener/Opladener ist das natürlich sehr interessant für mich.
Was mich jedoch wundert ist die Datierung des Gleisplans auf die 1970er Jahre. Es fehlen darin bereits die Abstellgleise und das Bahnsteiggleis (1a?) der Verbindung nach Düsseldorf über Hilden. Könnte der Plan eher von ca. 1986 stammen?
Danke und Grüße
Chris
Großartige Arbeit!

Nicht vergessen sollten wir den 28.3.1977, als abends auf ganz tragische Art der durchfahrende D840 Berlin/Braunschweig-Köln mit führender 112 auf eine auf dem Hauptgleis stehende 110 krachte. Ich sass als Schüler im entgegenkommenden D510 München-Hagen und fuhr hautnah am Unfall vorbei, eine 260 oder 212 zog unseren schweren D510 am Unfallort vorbei bis Oberbarmen, von wo es mit eigener Elektrolokkraft gen Hagen ging. Es gibt Bilder dazu im Web, z.B. hier:

https://www.fotocommunity.de/photo/unfall-maerz-1977-opladen-bahnhof-heinrich-hartmann/35077397

https://www.fotocommunity.de/photo/1977-opladen-heinrich-hartmann/35077441



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.01.20 13:07.
Hallo Christian,

besten Dank für die Ergänzung und Links zu den Bildern, die Heinrich Hartmann zeigt. Den Unfall habe ich aber in meinem Zeitraster erwähnt:

28. März 1977
An diesem Tag ereignete sich im Bahnhof Opladen ein tragisches Zugunglück, in dessen Folge Tote und Verletzte zu beklagen waren. Auf dem Hauptgleis fuhr 112 494-0 mit ihrem D-Zug frontal auf die im Fahrweg stehende 110 397-7 auf. Beide Maschinen wurden dabei schwer beschädigt, aber am Ort des Geschehens im benachbarten Ausbesserungswerk Opladen wieder aufgebaut und in Dienst gestellt. 110 397-7 ereilte ihr Schicksal dennoch in Opladen. Am 12.12.2005 wurde sie im Gleisanschluss des Recycling-Unternehmens Bender in ihre Bestandteile zerlegt.


BTW: Heinrich Hartmann habe ich im Rahmen der Vorbereitung zum AW Opladen Vortrag kennengelernt - man sagt über Ihn, dass er DER beste Alu-Schweißer im AW war.

Grüße
Markus

Bender Galerien: [www.lokschau.de] Meine HiFo Beiträge, Lokverschrottungen & Betriebsbilder zum Abschied: [www.drehscheibe-online.de]
https://imagizer.imageshack.com/v2/1280x1024q90/923/ekRdc5.jpg















Chris schrieb:
Was mich jedoch wundert ist die Datierung des Gleisplans auf die 1970er Jahre. Es fehlen darin bereits die Abstellgleise und das Bahnsteiggleis (1a?) der Verbindung nach Düsseldorf über Hilden. Könnte der Plan eher von ca. 1986 stammen?

Hi Chris,
hier das zum Plan gehörige Raster bzw. Beschriftung:
Capture.JPG

Wichtig aber die kleine Bemerkung über dem Raster: Berichtigt 27.11.1984 - denn 1984 wurde der Betrieb über Immigrath und Hilden nach Düsseldorf eingestellt.
Somit hast Du vollkommen Recht !

Während man heute von Opladen aus per Bahn nur noch in Richtung Köln respektive Wuppertal reisen kann, gelangte man bis 1984 mit dem Zug über Immigrath und Hilden nach Düsseldorf. Nach der Aufgabe des Verkehrs in Richtung Düsseldorf und dem Rückbau der Gleise (u.a. Gleis 46) diente das Gelände über lange Jahre als Parkfläche für Pendler.

a1.jpg


Beste Grüße
Markus
Gerne, und eben diese Bilder hatte ich selbst erst Jahre später gefunden: Der vordere zerstörte Teil des BDm272 war ursprünglich über dem hinteren Teil der 112 steil nach oben aufragend hochgerissen. Als man dann wohl die Loks vom Zug weggezogen hat, fiel jener Teil anscheinend auf die Schiene herab.

Wir sind anscheinend - deinem Gleisplan folgend - damals über eines der hinteren Gleise vorbeigerollt. Auf dem Anfang des Bahnsteiges von Gleis 1 wartete eine Reihe von Särgen und alle erdgeschossigen Scheiben des Empfangsgebäudes waren zersplittert (wieso eigentlich).

Was ich immer noch großartig finde: Wir hatten vll. 2 Stunden Verspätung in Hagen. In Solingen-Ohligs nahmen Mitarbeiter anzurufende Telefonnummern entgegen, um unsere Verspätung anzukündigen und darauf hinzuweisen, dass wir NICHT von dem Unfall persönlich betroffen seien. Das Personal gab alles. Man fühlte sich in all dem Schrecken doch noch gut aufgehoben. Und im Speisewagen, einem WRügh152, wurde - ansonsten hinter Köln gähnende Leere - noch mächtig Warmes getrunken, es hatte angefangen wieder zu schneien und war eklig feuchtkalt. Das Licht in dem Speisewagen war bis auf die Tischlämpchen ausgeschaltet worden. So war es eine gemütliche Oase in jenen Momenten des Schreckens, in dem so etwas wie Seelsorgen betrieben wurde. Einer der Schaffner gab Auskünfte und Rat und beruhigte uns alle, denn die Bilder aus Opladen waren wahrhaftig schrecklich gewesen.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.01.20 09:05.

x (o.w.T)

geschrieben von: EP 5

Datum: 19.01.20 10:50

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.01.20 14:04.

Strecke nach Hilden

geschrieben von: elric

Datum: 19.01.20 13:44

Interessant....
Es gab also ein Gleis 1b, wo jene Züge angekommen/abgefahren sind?
Was für Garnituren waren denn dort unterwegs?
Oh, der Bahnhof war ja wirklich groß! Danke für diese Bilddokumentation!

Und dass dort noch bis Ende der 90er Jahre diese umfangreichen Gleisanlagen existierten ist auch erstaunlich!

Re: Strecke nach Hilden

geschrieben von: KOPLX

Datum: 20.01.20 08:07

elric schrieb:
Interessant....
Es gab also ein Gleis 1b, wo jene Züge angekommen/abgefahren sind?
Was für Garnituren waren denn dort unterwegs?
Hi Christian,
meines Wissens war das zuletzt GLEIS 46, auf dem die Züge über Immigrath-Hilden nach Düsseldorf abfuhren.
Früher war dieser Bahnsteig 1a mit Gleis 1 (Richtung Köln) und Gleis 36 (Richtung Düsseldorf) bis Anfang der 70er Jahre unterteilt. Später wurde aus Gleis 36 das Gleis 46.

Zum Einsatz kamen u.a. Triebwagen der BR 798/998 und 624 (Quardratschädel).

Beste Grüße
Markus

Re: Strecke nach Hilden

geschrieben von: Chris

Datum: 20.01.20 22:31

Hallo zusammen,

sind eigentlich irgendwo noch (Aushang-) Fahrpläne für Opladen aus den 1970er Jahren vorhanden bzw. im Internet zu finden?

Schöne Grüße
Chris

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