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Frage zu Frachtstempel Marken(m.B.) und ??????

geschrieben von: Rally01

Datum: 12.01.20 11:44

Schönen guten Morgen werte Hifogemeinschaft,

im Zuge meiner Aufbereitung der Berichte der Strecke Lage-Hameln sind mir folgende Marken unter die Augen gekommen:

https://abload.de/img/frachtstempelldkk3.jpg


Wofür waren diese Frachtstempel Marken? Wurde damit der Frachtbrief( also das Stück Papier) bezahlt?

Wie sah so ein Frachtbrief als Ganzes aus?

Gab es auch andere Marken mit anderen Beträgen drauf?

Warum steht auf manchen Stempel Kontrollbezirk (Name der Direktion, Also Magdeburg oder Hannover)?

Die etwa 30 Marken, die ich habe, sind alle von März/April 1922 und aus unserer Gegend.Auf der einen Rückseite steht sogar :umgeladen in Lage(Lippe).

Jeder Stempel für sich ist schon interessant: Cöln noch mit C geschrieben. Datum noch mit V wie Vormittags und Nm wie Nachmittags...

Freue mich schon auf zahlreiche Antworten.
Da ich noch eine ganze Menge solchen Schreibkrams von der Strecke habe, werde ich da auch mal was scannen und zeigen, so ganz zum Schluß.

Schönen Sonntag noch.
Ralf



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.20 12:49.
Hallo Ralf!

Zu Deinen Fragen kann ich nicht viel sagen. Ich habe mehrere Frachtbriefe. Deine Briefmarken laufen unter dem Begriff "Fiskalmarken". Jede Bahnverwaltung und später die Reichsbahn hatte solche Briefmarken in vielen verschiedenen Wertstufen. Der Sammlerwert ist meistens nicht allzu hoch. Komplette Frachtbriefe findet man öfters auf Briefmarkenauktionen meistens zu höheren zweistelligen Eurobeträgen. Ich habe mal einen aus meiner Sammlung eingescannt. Die Losbeschreibung dazu lautet: "Eisenbahn-Fiskalmarke 80 Pfg "Kgl. Sächsische Staatseisenb." auf kompletten Frachtbrief als Gebühr für "Bahnamtliches Rollgeld..." Chemnitz 16.11.11, mit allen Stempeln und Behandlungsvermerken.
IMG_20200112_0001.jpg
IMG_20200112_0002.jpg
IMG_20200112_0003.jpg

Hintergrundwissen:

geschrieben von: cw

Datum: 12.01.20 15:13

siehe hier, ein etwas älterer, aber sehr guter Artikel:

Bahnpost und Frachtstempelmarken bei der RStE

Danke für deine aktuelle Serie zur Strecke Bielefeld - Hameln, ich freue mich schon auf den Teil Lemgo!

Christopher

Re: Hintergrundwissen:

geschrieben von: Rally01

Datum: 12.01.20 15:37

Hallo Christopher,

Danke für den Link.

Daran sieht man,das die Stempelgebühr lange gleich teuer war.
Auch 1922 immer noch 5 Pfennig.


Lemgo kommt bald. Dranbleiben.

Ralf

Re: Frage zu Frachtstempel Marken(m.B.) und ??????

geschrieben von: V80max1

Datum: 12.01.20 18:17

Hallo Ralf,

das waren Stempelsteuer-Marken , denn im deutschen Reich wurden auf alle mit einem Dienstsiegel gestempelten Unterlagen (Urkunden) Steuern auf dieselben erhoben und zwar bis zum Ende des 2.Wk.

Ansonsten gab es weiter Marken bzw. Aufkleber der Eisenbahnen und des Zolles.

Der Frachtbriefaufbau (Form und Gestaltung) blieben im übrigen von 1920 (Einführung der Reichsbahn) bis zum Jahre 1968 gleich, erst dann wurde wegen der Einführung der EDV-Nummern für Loks und Wagen das Frachtbriefformular geändert.
Aber noch mußte man mit Kohlepapier auf die einzelnen Teile durchschreiben.
Im Internationalen Verkehr blieb es aber noch bis in die 1980er-Jahre hinein beim alten, nur das der internationale eben immer in 2 Sprachen der EWG plus der Landesprache gedruckt wurde.

Erst Mitte der 1970er-Jahre wurde dann sukzessive ein EDV-Gerechter und vor allem Selbstdurchschreibender Frachtbrief herausgegeben,der bis Mitte der 1990er-Jahre Bestand hatte bei der Bundesbahn.



Auf der Rückseite des Frachtbriefes wurden dann von allen an der Beförderung beteiligten Dienststellen der Tagesstempel angebracht, in der Reihenfolge:

1.Versandabfertigung
2.Umladehalle (Kollonne) oder Vbf später Rbf
3.weitere wie 2.
4.Empfangsabfertigung
5.ggf. Ermittlungsdienst oder Fahndungsdienststempel



viele Grüße

mit freundlichen Grüßen aus dem (Nicht mehr Kohlen) Pott

Karl