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Tristesse quer durch die Eifel (1991 - 15B)

geschrieben von: 0nkel_wom

Datum: 04.01.20 15:21

Guten Tag allerseits

Am 04.01.1991 machte ich mich auf den Weg in die Eifel. Eine Woche später sollten die letzten Personenzüge auf der Eifelquerbahn zwischen Gerolstein und
Mayen fahren. Die Zeit drängte also, da konnte man auf das Wetter keine Rücksicht nehmen. Außerdem machte das jämmerliche Angebot und die Länge der Strecke
die Anreise mit dem Automobil erforderlich, was mir eigentlich zuwider war.


http://www.onkel-wom.de/bilder/db_andernach-gerolstein/fahrplan_602_h.jpg


http://www.onkel-wom.de/bilder/db_andernach-gerolstein/fahrplan_602_r.jpg

Winterfahrplan 1990/91

Verantwortlich im Bonner Verkehrsministerium war damals Friedrich Zimmermann (CSU). Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass er politisch die Strecke nur
um eine weitere Woche überlebte.



http://www.onkel-wom.de/bilder/db_andernach-gerolstein/eqb_01-101.jpg

(Bild 01) Als erstes erwischte ich Nto 7071 zwischen Pelm und Hohenfels (Eifel). Mit der Abfahrt um 10:10 Uhr ab Gerolstein war er das vorletzte Verkehrsereignis des Tages in dieser Richtung.



http://www.onkel-wom.de/bilder/db_andernach-gerolstein/eqb_01-102.jpg

(Bild 02) Der selbe Zug zwischen Hohenfels und Dockweiler-Dreis unterhalb des Grafenfelder Hofs ...



http://www.onkel-wom.de/bilder/db_andernach-gerolstein/eqb_01-103.jpg

(Bild 03) … und am Bahnübergang über die Bundesstraße 410. Für die 22 km von Gerolstein nach Daun war man 40 Minuten unterwegs.



http://www.onkel-wom.de/bilder/db_andernach-gerolstein/eqb_01-104.jpg

(Bild 04) Blick auf Rengen mit der Kirche St. Kunibert und den Zug nach Daun.



http://www.onkel-wom.de/bilder/db_andernach-gerolstein/eqb_01-105.jpg


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(Bilder 05 - 07) In Daun waren die Spuren des Niedergangs schon deutlich erkennbar.



http://www.onkel-wom.de/bilder/db_andernach-gerolstein/eqb_01-108.jpg

(Bild 08) Pflichttermin mit Nto 7068 in Monreal an der Löwenburg.



http://www.onkel-wom.de/bilder/db_andernach-gerolstein/eqb_01-109.jpg

(Bild 09) Um den Beförderungsfällen zu frischer Luft zu verhelfen, durften diese in Kaisersesch den Zug wechseln. Rechts Nto 7068/7075 von/nach Mayen Ost,
links Nto 7073/7070 von Daun/nach Gerolstein.



http://www.onkel-wom.de/bilder/db_andernach-gerolstein/eqb_01-110.jpg

(Bild 10) Die Szenerie in Blickrichtung Daun. Mit der Ausfahrt des Zuges nach Daun endete um 14:02 Uhr für diesen Tag der Reisezugverkehr. Seit 2000 fahren zwischen Mayen und
Kaisersesch wieder Züge. Täglich im Stundentakt. Geht doch, wenn man will.



http://www.onkel-wom.de/bilder/db_andernach-gerolstein/eqb_01-112.jpg

(Bild 11) Der Güterzug hatte noch länger in Kaisersesch zu tun. Das Aufkommen war durchaus ansehnlich. DB und DB AG schafften es aber bis 2000, die Kundschaft von den Nachteilen des
Schienengüterverkehrs zu überzeugen.



http://www.onkel-wom.de/bilder/db_andernach-gerolstein/eqb_01-113.jpg

(Bild 12) Nto 7070 nach Gerolstein bei Berenbach.



http://www.onkel-wom.de/bilder/db_andernach-gerolstein/eqb_01-114.jpg

(Bild 13) Der selbe Zug etwa eine halbe Stunde später zwischen Dockweiler-Dreis und Hohenfels. Auf der Bundesstraße löste sich gerade der vom Zug verursachte Stau auf. Noch eine Woche,
dann hatten die freien Bürger freie Fahrt.



http://www.onkel-wom.de/bilder/db_andernach-gerolstein/eqb_01-115.jpg

(Bild 14) Zu Füßen der Kasselburg bei Pelm hatte der Zug die Eifel-Hauptbahn erreicht, zu der die Eifelquerbahn bis Gerolstein parallel verlief.



http://www.onkel-wom.de/bilder/db_andernach-gerolstein/eqb_01-116.jpg

(Bild 15) Für den letzten Zug des Tages nach Daun, Nto 7083, reichte das Licht nur noch für ein Standbild im Bahnhof Dockweiler-Dreis.


Von 2001 bis 2012 fuhren an Sommerwochenenden noch einmal Ausflugszüge zwischen Kaisersesch und Gerolstein., zu denen ich es aber nicht mehr geschafft habe.
Dass der Betrieb noch einmal aufgenommen wird, ist ziemlich unwahrscheinlich.


Viele Grüße
Onkel Wom!

Hallo,

das ist ein "Redler" oder Trogkettenförderer. Das ist im Prinzip ein Metallkasten, in dem eine umlaufende Kette geführt wird. An der Kette sind Platten befestigt, die das Transportgut, hier wohl Getreide, vor sich her schieben. Der Vorteil dieses Systems besteht darin, daß an beliebig vielen Stellen im Boden des Kastens Schieber angebracht werden können. Öffnet man einen Schieber, so fällt hier das Transportgut nach unten. Somit kann hier an einer Stelle ein LKW (im Bild links das lange senkrechte Rohr) oder ein Waggon (ganz rechts) beladen werden.

Schöne Grüße

Ralph



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.01.20 18:13.
Hallo Ralph,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Eine Nachfrage habe ich zu den unterschiedlichen großen "As", die nach unten "hängen". Dienen die der Stabilität? Danke!
MfG aus L.....

Stefan

Re: Tristesse quer durch die Eifel (1991 - 15B)

geschrieben von: Jörn

Datum: 04.01.20 21:26

Vielen Dank für die Auffrischung meiner Erinnerungen, Wolfgang.
Ich habe die Tour im September 1990 in ähnlicher Weise gemacht. Auch ich habe in Kaisersesch die Segel gestrichen und bin zurück gefahren. In Ulmen war damals noch umfangreicher Güterverkehr.

Gruß
Jörn.

Hey, Farmer,
tu das Gift weg.
Gib mir Flecken auf Äpfeln,
aber lass mir die Vögel und die Bienen.
(Joni Mitchell, aus „Big Yellow Taxi“, 1970)


Kleine Erklärung dazu: die von Dir erwähnten "A´s", die nach unten hängen, sind die Stützen der sog. Sprengwerke. Dieselben haben die Aufgabe diese waagrecht verlaufende Förderkonstruktion gegen Durchbigung zu sichern. Durch das Spannen der seitlichen schrägen Zugstangen werden die vertikalen Träger nach oben gedrückt womit das Durchbiegemoment nach unten eliminiert wird und die Brücke auch waagrecht (oder gradlienig) ausgerichtet werden kann. So kann mit geringem Materialaufwand ausreichende Belastbarkeit erreicht werden. Sinngemäße Sprengwerke findet man auch an Brücken, Dächern, sowie auch an älteren langen Eisenbahnwagen. Mal einfach gesagt. Gruß Fritzle.

Re: Tristesse quer durch die Eifel (1991 - 15B)

geschrieben von: 55 4630

Datum: 05.01.20 12:07

Hallo Wolfgang

Vielen Dank für den Bericht. Deine Art zu fotografieren gefällt mir immer wieder. Da, wo die ersten Bilder entstanden sind, habe ich im Mai 1988 auch mal Aufnahmen gemacht. Ich meine mich erinnern zu können, dass da auch eine Bank war, wo man beim Warten auf den Zug in Ruhe Picknick machen konnte.

Viele Grüße

Wolf-Dietmar

Moin Fritzle! Danke! MfG Stefan (o.w.T)

geschrieben von: Stefan Höfel

Datum: 05.01.20 13:36

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Re: Tristesse quer durch die Eifel (1991 - 15B)

geschrieben von: Lenny1

Datum: 09.01.20 21:34

0nkel_wom schrieb:
Von 2001 bis 2012 fuhren an Sommerwochenenden noch einmal Ausflugszüge zwischen Kaisersesch und Gerolstein., zu denen ich es aber nicht mehr geschafft habe.
Dass der Betrieb noch einmal aufgenommen wird, ist ziemlich unwahrscheinlich.

Tolle Aufnahmen!

Ganz tot ist die Strecke zum Glück noch nicht, es gibt seit letztem Jahr einen neuen Verein der sich die Reaktivierung auf die Fahnen geschrieben hat:
-> [www.eifelquerbahn.com]

Re: Tristesse quer durch die Eifel (1991 - 15B)

geschrieben von: luchs

Datum: 09.01.20 22:52

Hallo, danke für die Bilder. Ich bin da im letzten Jahr (zwangsweise) einige Male unterwegs gewesen.

Der Zwangsumstieg in Kaisersesch war meines Wissens nach der Tatsache geschuldet, dass es nur noch auf einer Seite (ich meine in Gerolstein) eine Tankstelle gab. So wechselten die Züge nur einmal am Tag die Seite. Oder zumindest lag es and er Wartung - wo fand das eigentlich statt? Wurden die nach Trier gefahren, oder hat man kleine Reparaturen in Gerolstein ausgeführt?

Luchs.

Re: Tristesse quer durch die Eifel (1991 - 15B)

geschrieben von: Jörn

Datum: 09.01.20 23:42

luchs schrieb:
Hallo, danke für die Bilder. Ich bin da im letzten Jahr (zwangsweise) einige Male unterwegs gewesen.

Der Zwangsumstieg in Kaisersesch war meines Wissens nach der Tatsache geschuldet, dass es nur noch auf einer Seite (ich meine in Gerolstein) eine Tankstelle gab. So wechselten die Züge nur einmal am Tag die Seite. Oder zumindest lag es and er Wartung - wo fand das eigentlich statt? Wurden die nach Trier gefahren, oder hat man kleine Reparaturen in Gerolstein ausgeführt?

Luchs.
Getankt wurde in Gerolstein. Das habe ich bei meinem Abschiedsbesuch 1990 beobachten können. Ich werde mal nachschauen, ob ich davon nicht sogar ein Foto habe.

Gruß
Jörn.

Hey, Farmer,
tu das Gift weg.
Gib mir Flecken auf Äpfeln,
aber lass mir die Vögel und die Bienen.
(Joni Mitchell, aus „Big Yellow Taxi“, 1970)