DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 04 - Historische Bahn 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Test-Forum aufsuchen!
Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.

Zum Thema Überführungsfahrten zum AW

geschrieben von: 023 015-1

Datum: 01.12.19 12:24

Hallo Donni .

Anbei mal die Betriebsleistungszettel einer AW Überführung der 23 006 von Siegen nach Trier und zurück mit 23 010 .Der Dienst begann am 24.11.65 um 14.20 mit anschließender Übernachtung in Köln-Eifeltor. Nach der Übernachtung am nächsten Morgen weiter nach Trier. Siehe Betriebsleistungszettel. Am nächsten Tag die Rückführung der 23 010 nach Siegen, Übernachtung in Ehrang , danach weiterfahrt über Limburg -Wetzlar nach Siegen. Zettel sind zwar vergilbt , aber auch schon alt.
Liebe Grüße Hermann
Scan 1.jpeg
Scan 2.jpeg
Scan 3.jpeg
Scan 4.jpeg

"ohne Dienstbett"?

geschrieben von: Enno

Datum: 01.12.19 12:33

Lese ich das richtig? Pause/Übernachtung mit dem Hinweis "ohne Dienstbett"? Stattdessen Luftmatratze? Weiß jemand wie das gemeint ist?

Beste Grüße Enno http://www.abload.de/img/bornsignaturvef1.jpg http://www.abload.de/img/_dsc4941.2403pp3g.jpg Bild anklicken
Liste meiner Schmuddel-Beiträge auf DSO



Re: "ohne Dienstbett"?

geschrieben von: 023 015-1

Datum: 01.12.19 12:51

Hallo Enno

Soweit ich mich Erinnern kann , gab es Planmäßige Übernachtungen mit Bett und Bettwäsche die der Tf mitführte in einer Umhängetasche . Ohne Dienstbett lag man auf einer Pritsche im BW mit z.Teil mehreren Personalen. Bei Übernachtung wurde die volle Zeit von der Dienstschicht abgezogen, ohne Dienstbett wurde quasi wie Pause gehandhabt mit weniger Arbeitszeitabzug .Ich kann meine Übernachtungstasche auch mal Einstellen wenn das gewünscht wird.
LG



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.12.19 13:11.

Re: "ohne Dienstbett"?

geschrieben von: Plumps

Datum: 01.12.19 12:52

...brachte 6 DM mehr in der Tasche...

Grüße

Ekkehard

Immerhin drei Schachteln HB

geschrieben von: Enno

Datum: 01.12.19 13:03

Danke ihr Beiden für die Aufklärung. 600Pf (wie eingetragen) waren ja immerhin drei Schachteln Zigaretten.... :)

Beste Grüße Enno http://www.abload.de/img/bornsignaturvef1.jpg http://www.abload.de/img/_dsc4941.2403pp3g.jpg Bild anklicken
Liste meiner Schmuddel-Beiträge auf DSO



Hallo und guten Tag Hermann und alle anderen Mitleser

Zuerst einmal muss ich mich für dieses "Altpapier" hier
bedanken, da solch wirklich seltene Originale schon was
besonderes sind und mir eine Erklärung bedürfen.
Denn so etwas sehe ich nun zum 1. Mal und hoffe um
etwas Nachhilfe.

Also da ist das Personal 2 Tage für den Weg Siegen nach
Trier unterwegs und die darauffolgenden 2 Tage für den
Rückweg unterwegs.
Da habe ich mal eine bzw mehrere Fragen, und da speziell
für den 24. und 25. Ich lese da "Reparaturüberwachung,V1,
N und Ersatzteilbeschaffung". Es werden dann 7 km von
Trier nach Ehrang gefahren. Die Lok abgestellt mit A1
und Personalfahrt nach Trier Hbf zur Übernachtung. Am 25.
Personalfahrt TrierHbf zum Bw Ehrang und Fahrt nach Siegen.

Wie wurde da der Fahrplan für die Fahrt erstellt? Für Trier
nach Ehrang wird das wohl kein Problem sein. Dann die
Weiterfahrt am 25. von Ehrang nach Siegen? Planzeit zum
Start wird ja einigermassen durch den planmässigen Zug-
verkehr gegeben sein. Dann wurde "durchgeschleust" wie
die Lage es ermöglichte?
Wie sind da die Pausen und Restaurationszeiten der Lok
behandelt worden?
Da wurden Zeiten eingetragen - wohl für die Personalkosten.
Wurden diese als Auftrag vorgegeben, oder anhand der wirklich
aufgelaufenen Zeiten vom Lokpersonal eingetragen?

Dann noch die Frage zur Reparaturüberwachung und die
Ersatzteilbeschaffung? Was muss ich mir darunter vorstellen?

So nun reicht´s mit der Fragerei. Da möchte ich allen auch
einen schönen 1. Advent wünschen.

Viele Grüsse vom Willi

Willi Ess - Der Lemgoer
N' Guude,

die 12,-- D-Mark extra für die Nächte "ohne Dienstbett" wird der Lokführer Schmidt gerne "mitgenommen" haben. Ein neu gebautes Haus in der Winchenbach und
drei kleine Kinder wollten ja auch bezahlt sein...

Das ist auch nicht aus der Luft gegriffen: Karl-Heinz Schmidt war mit einer Schwester meiner Großmutter verheiratet.

Grüsse Hartmut
Hallo Willi

Zum Fahrplan : Es gab die sogenannten Z-Pläne, in denen für bestimmte Streckenabschnitte Fahrzeiten und Geschwindigkeiten für außerplanmäßige Zugfahrten vorgegeben waren. Es waren drei oder vier Spalten mit Fahrzeiten angegeben. Die Zugleitung bestimmte den Fahrplan . Wenn man die Lok abgenommen hatte und fahrbereit war, telefonierte der Lokleiter mit der Zugleitung und die machten den Plan wann die Fahrt losgehen sollte. ZB Z-Plan 295, Seite 55 Spalte drei.

Der abholende Lokf. überprüfte, ob alle Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt waren oder ließ nacharbeiten.

Die Einsatzzeiten wurden zwei mal im Jahr ausgerechnet und im Leistungszettel der Lok eingetragen.Nov und ? weiß nicht mehr den zweiten Monat im Jahr. Von Übergabe an den Betrieb, bis Rückkehr vom Betrieb (Ankunft BW Grenze).War nur für die Statistik.

LG Hermann



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.12.19 19:03.
Eine kleine ergänzende Bemerkung: Für häufig wiederkehrende AW-Fahrten gab es gedruckte Buchfahrpläne, z.B. Konstanz - Aw Kassel für VT und V 60 oder Villingen - Aw Nürnberg für V 200 (1) und V 100, auch für Ausweichstrecken. Die Hefte hatten separate Sondernummern und wurden auf den Lokleitungen vorgehalten. Kleinlok wurden auf Sondertransportwagen in Plangüterzügen transportiert. So eine Fahrt von Konstanz nach Kassel mit einer V 60 hin dauerte nicht selten 5 Tage; Hinfahrt normalerweise 2 Tage mit Übernachtung in Heidelberg. 3. Tag Übergabe an Aw. Ruhe auswärts. (mit Dienstbett). 4. Tag Übernahme eines ausgebesserten VT oder einer V 60 (Kraftstoff fassen und überprüfen der Ausrüstungsgegenstände lt. Liste) und Antritt der Rückreise. Übernachtung in Heidelberg. Tag 5 Heidelberg - Konstanz, an ca. 15 h. Später unterblieben derartige Fahrten und die Aw-zu- und Abführungen wurden streckenweise bzw. abschnittsweise von Gastfahrern anstatt einer Gastfahrt übernommen. Da dauerte die Fahrt etwas länger, aber zu viel geringeren Personalkosten. Unten noch ein Auszug aus einer DS (früher DV) Aktualität 1995, Gültig für die alten Länder. Gruß Fritzle.



001.jpg
003.jpg
Hallo Hermann,

vielen Dank für das Zeigen der interessanten Dokumente (Dienstaufträge und Lokomotivdienstzettel) einer Überführung von Loks der Baureihe 23 des Bw Siegen zum AW Trier.

Die von Dir gewählte Anrede bezieht sich gewiß auf eine Antwort von mir zu einer OT-Frage zur “Durchführung von Überführungen von langsamen Fahrzeugen über längere Distanzen“ in einem anderen Beitrag: [www.drehscheibe-online.de]

In meiner Antwort deutete ich an, dass im Kellerarchiv ein entsprechendes Fahrplanheft vorliegen müßte. Nach Auffinden möchte ich hier einige ausgewählte Scans und Informationen daraus mitteilen.

Es handelt sich um die Fahrplananordnung Nr 1202 der BD Wuppertal, gültig im Fahrplanjahr 1967/68. Das Deckblatt beschreibt den Inhalt. Anzumerken sei, dass diese FPLO die Fahrten aller Relationen bzw. aller Direktionen enthält, die in oder durch das Gebiet der BD Wuppertal führen.

https://s19.directupload.net/images/191201/hrmrue6f.jpg


Das Übersichtsblatt nennt die Ziel-AWs. Mit Blick auf die o.a. Ausgangsfrage sei hier auf die Besonderen Anordnungen für die Bedarfspläne für Hg 30 km/h hingewiesen.

https://s19.directupload.net/images/191201/ukzc4fc4.jpg


Teil des Inhaltsverzeichnis mit dem Schwerpunkt auf langsame Überführungen

https://s19.directupload.net/images/191201/s94s2jwc.jpg


Beispiel: 4-seitiger Fahrplan für Fahrzeuge aus Aachen bzw. Rheydt zum AW Schwerte für Hg 30 km/h

https://s19.directupload.net/images/191201/8twfg2bd.jpghttps://s19.directupload.net/images/191201/qpoc8ve9.jpg


https://s19.directupload.net/images/191201/jqyhua8g.jpghttps://s19.directupload.net/images/191201/pwjejrwn.jpg




Da das Bw Siegen zum Ende Mai 1966 seine 23 abgegeben hat, enthält das vorliegende Heft die Fahrpläne der 23-Überführungen des Ausgangsbeitrages leider nicht mehr.

Schöne Grüße

Stefan

Bayerisches Eisenbahnmuseum Nördlingen - zu den Informationen auf der Homepage Bilder anklicken:
https://s17.directupload.net/images/190620/a6fgfbdp.jpg https://s17.directupload.net/images/190620/grejvth5.jpg https://s17.directupload.net/images/190620/3g5ixsoz.jpg

Waren es nicht sogar sechs Schachteln HB?

geschrieben von: Hansawagen

Datum: 01.12.19 21:02

Enno schrieb:
Danke ihr Beiden für die Aufklärung. 600Pf (wie eingetragen) waren ja immerhin drei Schachteln Zigaretten.... :)

Soweit ich micht entsinnen kann, kostete eine Schachtel "HB" mit 12 Stück Inhalt damals 1 DM!
Daraus ergab sich die satirische "Werbung":

Willst du sterben; weißt kein Mittel?
Dann rauch' HB zu 8 1/3 (acht ein Drittel)
Hallo und guten Tag

Da gibts ja wieder viele neue Infos. Dafür
möchte ich mich auch recht herzlich bedanken -
obwohl hätte ich da noch die eine oder andere
Frage, aber würde hier sicherlich zu weit führen.

Ich wünsche allen hier einen guten Start in die
neue Woche.

Mit vielen Grüßen vom Willi

Willi Ess - Der Lemgoer

Wer nicht fragt, bekommt auch keine Antwort.

geschrieben von: Plumps

Datum: 02.12.19 12:30

Hallo Willi

nur Mut, schlimmstenfalls bekommst du eine Antwort.

Grüße
Hallo - da bin ich noch einmal

Da werd ich mal meine 3 Fragen noch los:

Was muss ich da unter der "Reparaturüberwachung" verstehen?
Bekommt der abholende Lokführer vom Heimat-Bw einen Zettel
mit wo aufgelistet ist, ob die in Auftrag gegebene Arbeiten aus
geführt wurden?

Und wie sollten Ersatzteile da mitgenommen werden.
So viel Platz ist auf einem Führerstand ja auch nicht.
Wurde gar ein G-Wagen hin und zurück mitgenommen um evtl.
Teile wie Federn, Vorwärmer, Pumpen, Puffer, eine neu bereifte
Laufachse oder Luftbehälter und 50 kg WM80 zu tauschen?

Die 3. Frage betrifft einen Lokzug mit z.B. 3 betriebsfähigen,
d.h. unter Dampf zu überführende Lokomotiven. Mussten auf
den nichtführenden Loks auch jeweils ein Lokführer und Heizer
anwesend sein, oder reichte da nur jeweils ein Heizer zur
Kesselbedienung und um evtl während der Fahrt der Lok nur
"Schmierdampf zu geben"?

So - das wäre es mal wieder.

Schönen Abend noch vom Willi

Willi Ess - Der Lemgoer
Werter Willi!

Zu 1: Der abholende Lokf. hat mit der Reparaturüberwachung und Nacharbeiten nichts zu schaffen. Dafür sind im Aw Abnahmelokführer, Gruppenleiter und Werkmeister zuständig. Er hat bei Übernahme seine V 1, evtl. Pbk/Pk zu machen, sofern das nicht durch ö.P. geschehen ist und die Ausrüstungsgegenstände auf Vollzähligkeit gemäß Gerätenachweis zu überprüfen und die Fahrt zur vorgegebenen Zeit zur Übergabe an den Betrieb anzumelden.

Zu2: Natürlich können kleinere Ersatzteile auf den Maschinen oder im Triebwagen mitgenommen werden, sofern diese vom Bw bereits vorher angefordert wurden. Für größere Ersatzteile gab es sog. Werkkurswagen. Das waren besondere zweckgebundene G-Wagen die bei Bedarf in DG eingestellt wurden und zwischen den betr. Aw und Bw pendelten. Darunter fielen auch Spezialwagen für Motoren, Getriebe, Radsätze, Drehgestelle, andere schwere Komponenten und sogar für Kleinlok. Dringend benötigte Teile wurden als Dienstgut versandt.

Zu 3: Diese Frage hast Du schon richtig erraten. Auf den geführten warmen Maschinen musste ein Heizer während der Fahrt anwesend sein vor allem wegen Kesselspeisung, Feuer und Schmierung/Schmierpumpe. Ebenso hatte er nach einer Bremsung auf das vollständige Lösen der einlösigen Bremse zu achten. Musste sich eine im Lokzug (nicht Z-Lok) eingestellte Maschine selbst befördern, so musste sie mit Lokf. und Heizer besetzt sein.

Mal einfach gesagt. Gruß Fritzle.