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 04 - Historische Bahn 

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Hej allihopa,

heute bekommt Ihr noch einmal eine witterungsbedingt eher kurze Folge meiner Skandinavienreise
von 1979 serviert. Aber keine Bange - das Wetter wurde in den Folgetagen wieder deutlich besser
und damit auch die Diaausbeute höher. :-)

1800  03.09..jpg

Der Nachtzug von Oslo nach Stockholm verfügte zu meinem Bedauern über keine Abteil-Sitzwagen. So
rollte ich mich so gut es ging auf einer Zweiersitzbank zusammen und versuchte halbwegs brauchbar zu
schlafen; wirklich gut ging das natürlich nicht. In der Morgendämmerung - ich war schon lange "wach" -
erreichten wir den Bahnhof Västerås. Dort sah ich auf einem der Nebengleise einen langen Güterzug mit
drei Da davor stehen. Da ich ohnehin kaum mehr sitzen oder liegen konnte, entschloß ich mich zum
Aussteigen; mit Stativ sollte der Güterzug trotz des Hochnebels durchaus brauchbar einzufangen sein.

Als ich noch um die zehn Wagenlängen von den drei Da entfernt war, begann sich der Güterzug jedoch
in Bewegung zu setzten und ich hatte im wahrsten Sinne des Wortes das Nachsehen. Mein Reisezug war
inzwischen natürlich auch weg und so stand ich erst einmal in einem feuchtkalten Bahnhof herum. Nach
einer dreiviertel Stunde konnte ich jedoch einen Personenzug besteigen, der mich nach Eskilstuna
brachte. Da standen haufenweise interessante E-Loks in oranger Lackierung mit weißen Zierstreifen
herum - Grund genug für mich zum Aussteigen. Da es jedoch leicht nieselte, packte ich am Bahnsteig
erst einmal mein Futterzeug aus und frühstückte. Nach einiger Zeit ließ sich sogar ein bisserl die Sonne
sehen, was für ein Bild der im Bahnhof verschiebenden Ub 502 der TGOJ genutzt wurde:


1801  09-03  Ub 502  Eskilstuna (1).jpg


Danach führte mich mein Weg zu den im Bereich des Lokstalls stehenden Maschinen. Das letzte Bild des
eingelegten Films machte ich aber in der Halle, wo ein hinsichtlich der Formgebung sehr vetrautes Gefährt
auf mich wartete. Bei der TGOJ hieß dieser Turmwagen Q13 9351 - es gab davon bei dieser Bahngesellschaft
zwei Exemplare:

1802  09-03  Q13 9351  Eskilstuna.jpg


Und nun passierte mir ein gewaltiger Fehler: der neue Film, den ich jetzt einlegte, war einer der drei von
mir für lichtmäßige Katastrophenfälle mitgenommenen 27 DIN-Filme - und das habe ich im Eifer des
Gefechts gar nicht registriert. Wie die für 19 DIN belichteten Aufnahmen bei dem eingelegten Filmmaterial
nach dem Entwickeln ausgeschaut haben, könnt Ihr Euch sicher vorstellen - das Zeug brauchte ich nicht
einmal zu rahmen. Den lichtstarken Film hatte ich mit den Lokomotiven im Betriebswerksgelände
vollkommen verbraucht; für die zweite Aufnahme der Ub 502 stand dann Gott sei Dank wieder ein normaler
Film zur Verfügung:

1803  09-03  Ub 502  Eskilstuna (2).jpg


Die hier im Hintergrund bereits sichtbare Bewölkung wurde innerhalb ziemlich kurzer Zeit relativ dicht und
schon bald setzte ein ziemlich ungemütlicher, kalter Nieselregen ein. Da ich schon mehrere Tage nichts
Warmes mehr gegessen hatte, entschloß ich mich dazu, in Eskilstuna nach einem Restaurant zu suchen
und dort zu Mittag zu essen. Das einzige offene Lokal, das ich fand, war ein Chinese. Nun stand ich vor
einem Dilemma: sollte ich es wagen? Um meine Zweifel zu verstehen, muß man sich vergegenwärtigen,
daß es in den 70er Jahren noch nicht auf jeder Kuhblöke einen Chinesen, Thailänder oder etwas Ähnliches
gab und die Landbevölkerung (zu der ich ja auch gehörte) den dort angebotenen Speisen durchaus mit
einigem Mißtrauen begegnete. Wer weiß denn schon, von was für Viechern das kleingeschnetzelte
Zeug wirklich stammt? Nun gut: mein Hunger war groß, der Geruch, der sich in und aus der Gaststätte
verbreitete, war auch angenehm und vergiften würden sie einen da drin schon nicht. Um es kurz zu fassen:
ich war von dem Essen, das mir serviert wurde, schlichtweg begeistert und von da an war der Woife ein
Fan der asiatischen Küche.

Fotografisch passierte an diesem Tag nicht mehr viel. Der Regen ließ bis zum Abend nicht nach - dazu
wurde es auch unangenehm kühl. Am Abend fuhr ich mit einem Schnellzug, der sogar mit einer F bespannt
war, nach Stockholm weiter. In Stockholm schlug ich zunächst trotz der Regens die Zeit mit ein paar
Nachtaufnahmen tot; die brauchbarste davon war die der F 696:

1804  09-03  F 696  Stockhom C.jpg


Nach vielleicht zwei Stunden hatte ich jedoch genug. Ich wollte in´s Warme - am Besten in einen Zug. Mit
einer Verbindung nach Göteborg hatte ich schnell etwas Passendes gefunden und erfreulicherweise waren
in der Garnitur auch ein paar Abteilwagen eingereiht. Ziemlich genau sechs Stunden Fahrzeit bis zum
Zielbahnhof waren eine ausreichende Zeitspanne für einen erholsamen Schlaf. Und mit Göteborg hatte ich
in zweifacher Hinsicht ein gutes Ziel gewählt: das Wetter erwies sich in Westschweden in den folgenden
Tagen als sehr brauchbar und interessante Fahrzeuge gab es dort auch. Mehr dazu im nächsten Teil.

Ha det bra!

Euer Woife



Bearbeitung: zwei im Satz falscher in Reihenfolge stehende Wörter umgedreht



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.19 13:44.
Hej Woife,

schön, dass Dich Deine Reise wieder zurück nach Schweden bringt.
Das Missgeschick beim Filmwechseln war natürlich ärgerlich. Aber das ist mir auch selber passiert.

Die alte Farbgebung der TGOJ-Elloks gefällt mir wesentlich besser als das heutige grün/blaue Design.

Die Ub 502 wurde am 16.06.1950 an die TGOJ als Ub 500 geliefert. Erst 1954 erfolgte die Umzeichnung in Ub 502.

Auf die Fortsetzung mit den Aufnahmen aus Göteborg freue ich mich schon.

Viele Grüße
Frank
Hallo Woife,

zahlenmäßig war die Ausbeute vom 3.9. bedingt durch Wetter und Film-Missgeschick offenbar bescheiden; aber gerade die Fotos von Ub 502 und F 696 sind absolut sehenswert! Was das Missgeschick mit dem Film angeht, stellt sich mir die Frage, ob Du die Dias direkt ungerahmt entsorgt hast. Mit heutiger Bildbearbeitung hätte man vielleicht das eine oder andere Bild noch retten können.

Gruß
Klaus

S a m m e l a n t w o r t e n

geschrieben von: E-Lok-Woife

Datum: 13.09.19 20:43

Hej Frank, hej Klaus,

merci für Euere Reaktionen auf den kurzen Fortsetzungsteil meiner Nordeuroparundreise von 1979.

@ Frank: die orange Farbgebung der TGOJ-Lokomotiven mit den weißen Zierstreifen war in der Tat
interessant - edler habe ich aber ehrlichgesagt das Dunkelgrün mit gelben Zierstreifen gefunden.

@ Klaus: digital hätte man sicher aus den hoffnungslos überbelichteten Dias heute noch ein bisserl
etwas herausholen können - wirkliche Highlights wären es aber kaum geworden. Das spielt aber
ohnehin keine Rolle mehr; die Dias sind vor vierzig Jahren ungerahmt in den Mistkübel geflogen.

Ha det bra!

Euer Woife