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 04 - Historische Bahn 

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Moin allerseits,

anlässlich eines gemeinsamen Besuches des Straßenbahn-Museums Wehmingen überließ mir Eberhard Schüler einige Unterlagen und Bilder zur ÜSTRA, von denen ich einen Ausschnitt hier mal vorzeigen möchte. Bei entsprechendem Interesse ließe sich das denn weiter ergänzen … besondere Fahrplanwünsche insbesondere zu den Außenlinien können gerne angemeldet werden, Fahrplanbücher für 1950/51 bis 1957 sind vorhanden …

Mittelpunkt des Interesses scheint immer wieder neu die legendäre Linie 11 nach Hildesheim zu sein, waren hier doch stets spezielle Fahrzeuge im Einsatz.

Das folgende Bild ist in Hildesheim entstanden, es zeigt den Tw 701 (ex 201) vor der Abfahrt nach Hannover. Das Fahrzeug dürfte 1904 gebaut worden sein; ein typischer Triebzug der Linie 11. Das Aufnahmedatum taxiere ich auf Mitte der 50er Jahre.

https://abload.de/img/img_20181118_0001-pxikz0.jpg

Erhalten geblieben ist ein Fahrplan der ÜSTRA für das Jahr 1954, aus dem ich hier die Seiten für den Werktag-Verkehr Hannover-Hildesheim zeige. Interessant ist, dass zwei „Schnellzüge“ verkehrten mit Halten nur an ausgewählten Stationen. Überwältigend war der Fahrzeitgewinn nicht, dafür aber sahen die Tarifbedingungen aber auch keinen Schnellzugzuschlag vor.

https://abload.de/img/img_20190909_0001-p7bjdb.jpg

https://abload.de/img/jan-1954-img_20190909jqkny.jpg

Eher selten sind Aufnahmen des Tw 711, der 1950 aus dem Beiwagen 1514 umgebaut wurde. Hier ist er noch im Urzustand als Zweirichtungsfahrzeug zu sehen, und zwar wohl im Betriebshof Rethen. Auch dieser Tw war auf der Linie 11 jedenfalls bis 1958 im Einsatz, typischerweise mit zwei sog. „Berliner Beiwagen“.

https://abload.de/img/img_20181106_0003-phijx0.jpg

Ach ja, wenn Ihr mit auf die Reise gehen wollt: natürlich nicht ohne Fahrschein, hier vom Oktober 1955 für die Strecke Hannover - Hildesheim. 2,50 DM als Fahrpreis für die Sonntags-Rückfahrkarte (auch das gab es damals!) ist für damalige Verhältnisse nicht gerade Dumping verdächtig.

https://abload.de/img/okt-1955-pxxjiw.jpg

Hier nun die Erweiterung des Berichtes.

Zuerst möchte ich das zweite Bild vom Tw 711 im Betriebshof Rethen zeigen. Klar und deutlich ist die Nummer des ersten Beiwagens zu erkennen: nämlich 1049. Zumindest die Vergrößerung des Original-Scans zeigt es 100% deutlich. Klar sichtbar ist auch, dass die Fahrzeuge durch die Scharfenbergkupplung zusammen gehalten werden.

https://abload.de/img/img_20181106_0002-ps1gknn.jpg

Das nächste Bild zeigt einen kompletten, artreinen „Hildesheimer“ Triebzug, vorweg der Tw 704. Das genauere Aufnahmedatum ist leider unbekannt, wohl aber der Aufnahmeort. Das Bild ist im Betriebshof Hildesheim an der Steuerwalder Straße entstanden, dessen Wagenhalle im 2. Weltkrieg zerstört worden ist. Die Aufstellung der Fahrzeuge war nur noch an der „frischen Luft“ möglich. Nach Stilllegung der Strecke Sarstedt-Hildesheim am 27.05.1958 wurde das Gelände in einen Omnibusstützpunkt umgewandelt und entsprechend weiter genutzt.
Gerade noch erkennbar: die Fenster des Zuges sind mit Gardinen ausgestattet …

https://abload.de/img/img_20181106_0001-ps8lkpz.jpg

Auf dem nachfolgenden Stadtplan von Hildesheim aus dem Jahre 1945 (vor Kriegsende, die Bahnhofsallee führt noch die Bezeichnung „Adolf Hitler Straße“ und führt an der provisorischen Provinzial-Irren-Anstalt vorbei …) lässt sich die Streckenführung im Bereich der Stadt gut nachvollziehen; leider ist die Lage des Betriebshofes nicht erkennbar (oder weiter außerhalb?). Sichtbar ist hingegen die Streckenführung der Hildesheim-eigenen Straßenbahnlinien.

https://abload.de/img/img_20190911_0009-austxjhz.jpg

Erkennbar ist der Ort des Anlasses für die abgebildete festliche Einweihungsfahrt. Das Bild stammt aus einem Zeitungsausschnitt vom Januar 1951; nach grundlegender Bearbeitung ist es meines Erachtens anschaubar. Beteiligt ist der schon bekannte Tw 711 mit zwei Berliner Beiwagen; Bildunterschrift: „Die 11 bei der Eröffnung der Unterführung Hannoversche Straße“. Bei einem solchen Ereignis zeigte man das modernste vor, was man zu bieten hatte. Die Einweihungsfeier war am 24.01.1951.

https://abload.de/img/img_20190911_0008-ps0uk3w.jpg

Einen genaueren Blick wollen noch auf einen typischen Beiwagen der Hildesheimer 700er-Züge werfen. Eberhard Schüler traf am 13.10.1957 im Betriebshof Rethen den Wagen 1515 an, der aus einer Serie von neun Triebwagen der Straßenbahn Altona-Blankenese aus dem Jahre 1909 (gebaut bei Falkenried, Wagenbauanstalt der Hamburger Straßen-Eisenbahngesellschaft) entstanden ist. Scheinbar steht der Wagen in der Reserve, da die benachbart abgestellten Beiwagen im Jahre 1957 durchaus noch nicht zum alten Eisen gehörten. Auch hier beachte man die luxuriöse Ausstattung mit Gardinen.

https://abload.de/img/02-103-004-ps-scharfmljle.jpg

Das folgende Bild vom 07.04.1951 ist aus den grundlegenden Abhandlungen von Horst Moch bekannt, soll hier aber dennoch gezeigt werden. Die Bücher dieses Autors sind nur noch antiquarisch für stolze Preise erhältlich. Das Bild ist gefertigt von einem alten Freund Eberhard Schülers, nämlich W. Fricke, der ihm das Bild zur umfassenden Verwendung überlassen hat. W. Fricke war seinerzeit einer der leitenden Beamten des Bw Hannover Ost und damit sozusagen Türöffner für die in Hannover ansässigen Eisenbahnfreunde in das Betriebswerk.

https://abload.de/img/img_20181106_0006-psq5jjg.jpg

Aus der Sammlung von Eberhard Schüler stammt auch dieses -bei Moch bereits veröffentlichte- Bild des Tw 718 mit Beiwagen 1525 und Tw 717 in Hildesheim, aufgenommen ca. 1958. Ab 1972 lief dieser Zug als zweiteilige Einheit als Tw 351 und Motor-Bw 1351, umgebaut zu einem reinen Einrichtungsfahrzeug (u.a. Türen nur noch einseitig). Gebaut waren die Fahrzeuge 1956 bei Düwag, zum Aufnahmezeitpunkt also noch sehr neu. Schön auch die Reklame für das Premium-Bier der Stadt Hildesheim, das „Hild-Pils“, ein „H-Bier“, was immer das sein mag. Seine Geschmacksrichtung entzieht sich meiner Kenntnis …

https://abload.de/img/img_20181106_0005-ps1okix.jpg

Für die Linie 11 gab es weiterhin noch die Tw 715 und 716, die zusammen mit dem als Speisewagen (!) laufenden Bw 1524 liefen. Die Fahrzeuge wurden 1965/66 zu den Einrichtungs-Tw 341 und 342 umgebaut, der Bw zum 1341. Ein Bild vom ursprünglichen Zustand kann ich leider nicht zeigen, wohl aber vom Tw 342 mit Bw 1342 - dies war ursprünglich das Mittelfahrzeug 1525 aus dem oben gezeigten Zug 718-1525-717. Das Aufnahmedatum (am Hauptbahnhof) schätze ich auf etwa 1980, da die Gleise 1/2 oben auf dem Hbf bereits die neue Überdachung haben. Ausgemustert wurden die Fahrzeuge Ende 1981/Anfang 1982. Interessant ist, dass der Tw nur über zwei Türen verfügte, der Bw wird gar nur eine Tür besessen haben.

https://abload.de/img/img_20181106_0007-psymjcm.jpg

Seit jeher regt sich Kritik am Nahverkehr. Der Zeitungsausschnitt etwa aus dem Jahr 1955 oder 1956 zeigt, was damals die Gemüter erregte. Was mit dem Düsseldorfer Versuchswagen gemeint war, erschließt sich leider nicht vollständig. Sehr wahrscheinlich sind letztlich gemeint die Großraumwagen 301-337, die zwischen 1951 und 1955 in den Betrieb gelangten.

https://abload.de/img/img_20190911_0006-pwajwj.jpg

Bei dieser Gelegenheit will ich auch die Fragestellungen zu den auf der Hildesheimer Straße und speziell von der Linie 11 angelaufenen Haltestellen klären.
Ein wenig Recht haben beide Kommentatoren, die sich damit beschäftigt haben.

Die vollständige Haltestellenabfolge lässt sich aus dem Verzeichnis für die Linie 1 ersehen, die bis Laatzen denselben Laufweg hatte. Diese hielt an sämtlichen Haltestellen. Hier der Auszug aus dem Fahrplanbuch für 1954:

https://abload.de/img/img_20190911_00037djlr.jpg

Dem Verzeichnis für die Linie 11 ist zu entnehmen, dass auch die „regulären“ Züge dieser Linie nicht überall hielten. Die Schnellzüge ließen eine weitere Anzahl an Haltestellen aus. Ob das zu „Trassenkonflikten“ führen konnte, müsste man sich mal näher anschauen. Immerhin verkehrten neben der Linie 1 (alle 12 Minuten) bis Döhren/Peiner Straße auch die vom Nordhafen kommende Linie 18 (ebenfalls alle 12 Minuten), ferner bis Marthastraße die von der Haltenhoffstraße kommende Linie 8 (auch alle 12 Minuten), und schließlich auch die Linie 21 vom Klagesmarkt bis Rethen ( - Pattensen, normalerweise stündlich).

https://abload.de/img/img_20190911_00044ok4a.jpg

Zur Erleichterung der Navigation vor allem für die HifoIsten, die Hannover nicht aus der Westentasche kennen, dieser Linienplan für 1954, der vor allem auch die Außenlinien dokumentiert. Ich finde, dass dieser Plan ein echtes Schmuckstück, wohl schon ein kleines Kunstwerk ist. Ich will ihn deshalb zeigen (Hinweis: Die Auflösung ist hoch, Plan lässt sich gut vergrößern).

https://abload.de/img/img_20190911_0001-ptkkbz.jpg

Der Plan soll zugleich überleiten zum innerstädtischen Verkehr. Zur Einstimmung ein Bild von 1932, es entstand am Steintor, im Hintergrund das Anzeiger-Hochhaus. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um dem Tw 37 aus der von Hawa in den Jahren 1925/1926 gebauten Serie. Das Bild befand sich auf einem Ausschnitt aus einer sehr alten Heimatzeitung in der Sammlung von Eberhard Schüler.

https://abload.de/img/img_20190911_0005-p96kjf.jpg

Beschließen will ich das heutige Update des Berichtes mit zwei Bildern, die nichts Alltägliches zeigen.
Am 22.11.1959 begegnete Eberhard Schüler im Betriebshof Glocksee der Arbeits-Tw 1237. Ein wahrhaft altes Fahrzeug. Es stammt aus der Serie der Tw 174-233 von 1896, die bei der Waggonfabrik van der Zypen & Charlier in Köln gebaut wurden. Wenig später Im Jahre 1960 wurde das Fahrzeug abgestellt, hier ist es offensichtlich noch in Betrieb zu sehen.

https://abload.de/img/es_00939stra1237-kl-p36k96.jpg

Der nachfolgende Tw 170 (wohl im Betriebshof Döhren aufgenommen) scheint aus der Serie 154-184 zu stammen, die von 1913 bis 1916 bei Hawa gefertigt und später auf die Nummern 140-170 umgezeichnet wurde. Der Wagen besitzt Holzaufbau und nur vier Seitenfenster, ferner einen kurzen Dachaufbau; die Aufnahme entstand meines Erachtens Ende der fünfziger Jahre. Zu den Güterwagen will ich mich heute noch nicht näher äußern, das bleibt einer kommenden Erweiterung des Beitrages vor behalten.

https://abload.de/img/img_20181106_0004-ps2hjv0.jpg

Bei entsprechend großem Interesse soll der Beitrag eine weitere Erweiterung erfahren - hoffentlich interessante und eher seltene Bilder sind noch genügend vorhanden. Es steckt eine Menge Arbeit drin!

Vielleicht kann ein HifoIst (falls er stolzer Besitzer ist) Kontakt mit mir aufnehmen wegen Bildern von den Außenstrecken Barsinghausen/Pattensen/Sehnde/Groß Burgwedel, hier bin ich leider ganz schlecht sortiert … wäre aber eine schöne Ergänzung.

So, nun weiterhin viel Spaß …

Beste Grüße
uk-old (Uwe)

P.S.:
Ach ja, kleiner Nachtrag. Diese zeittypische Werbung befindet sich auf dem Stahl-Bw neben dem 1515. Heute wäre das wohl eher verpönt, aber dennoch …

https://abload.de/img/02-103-004-ps-scharf-8fjee.jpg



6-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.09.19 18:26.
Moin Uwe,

toll, was da so alles noch in die Jetztzeit gerettet wurde! Alles da - Bilder, Kursbuch, Fahrschein! Klasse!
;-))

Danke fürs Einstellen,

Martin

Interesse...

geschrieben von: Walsum5

Datum: 09.09.19 20:48

ist auf jeden Fall vorhanden!

Viele Grüße

Stefan

http://www.dampflokomotivarchiv.de/imgs/header.jpg


Hallo Uwe,

klingt sehr interessant. Gerne mehr!

Grüße,
Stefan
Moin Uwe,

klasse, ein Foto von der 11 in Hildesheim, dazu noch der Fahrplan und das Ticket! Ich habe die 11 nur noch auf dem Linienverlauf bis Sarstedt kennengelernt - bin vielleicht 1 - 2mal bis zu Endstation gefahren. Fotografiert habe leider nicht - Straßenbahnen waren irgendwie zu alltäglich!

Was den Fahrpreis angeht, kann ich Deinem "nicht gerade Dumping" beipflichten: Anfang der Siebziger, also in der ersten Zeit des "Großraumverkehrs Hannover" mit dem Einheitstarif, habe ich als Student für die genannten Fahrten bis Sarstedt nur noch 25 Pfennig (einfache Fahrt) bezahlt. Für die Beibehaltung dieses Einheitstarifs bin ich damals auf die Straße gegangen - ohne Erfolg!

Zum Fahrplan: mir fällt auf, dass die Anzahl der dargestellten Haltestellen auch bei den Nicht-"Schnellzug"-Fahrten erheblich geringer ist, als sie "zu meiner Zeit" im Straßenbahnverkehr war. Hatte die 11 als Überlandlinie in den Fünfzigerjahren tatsächlich weniger Haltestellen, oder ist der Fahrplan nur vereinfacht dargestellt?

Gruß
Klaus

Re: ÜSTRA in den 50ern

geschrieben von: Mikado-Freund

Datum: 10.09.19 00:40

Klaus Groß schrieb (inhaltlich):
[…] mir fällt auf, dass die Anzahl der dargestellten Haltestellen auch bei den „Nicht-Schnellzug-Fahrten“ erheblich geringer ist, als sie zu meiner Zeit im Straßenbahnverkehr war. Hatte die 11 als Überlandlinie in den fünfziger Jahren tatsächlich weniger Haltestellen, oder ist der Fahrplan nur vereinfacht dargestellt?
Ich vermute eher letzteres, denn unter der Linienführung steht ja ganz deutlich:
»Verzeichnis sämtlicher Haltestellen Seite 152«

@ Uwe: mit Fotos der Üstra-Linie 11 rennst Du bei mir schon mal offene Türen ein — und wenn es dabei dann auch noch um die „rote Elf“ - und um den Abschnitt Sarstedt—Hildesheim geht, dann brauchst Du (mich) gar nicht erst zu fragen, ob denn noch weiteres Interesse bestünde — aber wahrscheinlich war diese Deine Nachfrage ja sowieso nur mehr von rhetorischer Natur … ;-)




Gruß

Walter



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.19 00:44.

Re: ÜSTRA in den 50ern

geschrieben von: Kalle W.

Datum: 10.09.19 14:30

Hallo,

Das Üstra-Fahrplanheft (Format etwa DIN A6) hatte bei allen Linien nur so viel Stationen aufgeführt, dass das auf etwa eine Seite passte, die Außenlinien auch mal mehr. Hinten im Heft war für alle Linien ein vollständiges Haltestellenverzeichnis abgedruckt, mit in der Regel drei Fahrzeitspalten: schnell, normal, langsam (HVZ).

Wer es genau wisssen wollte hatte ja die App, äh, den Aushangfahrplan an der Haltestelle.

Gruß

Kalle W.

Re: ÜSTRA in den 50ern

geschrieben von: Kalle W.

Datum: 10.09.19 14:40

Noch vergessen:

Goetheplatz war nur in diesem einen Jahresfahrplan Endstelle, ansonsten war es immer die Schleife Klagesmarkt bzw Goseriede. Grund war vermutlich der Umbau des Steintorkreisels mit neuer Straßenbahnstrecke über Kurt-Schumacher-Straße. Der Schnellverkehr war etwas langlebiger: 1951 bis 1955.

Gruß

Kalle W.

Dem kann ich nur beipflichten! ;-) (o.w.T)

geschrieben von: rolf koestner

Datum: 10.09.19 14:44

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
"Erst wenn ich nicht mehr mein Eisenbahnerspanisch, mein Deutsch oder Englisch benutze, wenn ich da allein stehe mit meinem Tschechisch, weil alle Weltreisenden weg sind, dann weiß ich, es ist vorbei mit Europa.“

Pavel Peterka (Speisewagenkellner)

Hallo Uwe,

gerne mehr davon! Das gestochen scharfe Foto vom Tw 711 im besten Licht ist ein absoluter Knaller. Ich kenne recht viele Aufnahmen des Wagens, aber kaum eine von vergleichbarer Qualität. Das Fahrzeug war bis 1960 im Einsatzbestand und blieb bis zu seiner Ausmusterung stets ein Zweirichter. Einzige auffällige Änderung war später (leider weiß ich nicht genau, wann) der Umbau auf Albertkupplungen nebst separaten Leitungsdosen, um beliebige Zweiachs-Beiwagen anhängen zu können. Meist waren das in seinen letzten Betriebsjahren zwei HAWA-Stahl-Bw.

Grüße aus HH
Helmut U.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.19 17:10.
Moin,

das ich etwas Senf dazugeben?

uk-old schrieb:
(...)
Erhalten geblieben ist ein Fahrplan der ÜSTRA für das Jahr 1954, aus dem ich hier die Seiten für den Werktag-Verkehr Hannover-Hildesheim zeige. Interessant ist, dass zwei „Schnellzüge“ verkehrten mit Halten nur an ausgewählten Stationen. Überwältigend war der Fahrzeitgewinn nicht, dafür aber sahen die Tarifbedingungen aber auch keinen Schnellzugzuschlag vor. (...)

Eher selten sind Aufnahmen des Tw 711, der 1950 aus dem Beiwagen 1514 umgebaut wurde. Hier ist er noch im Urzustand als Zweirichtungsfahrzeug zu sehen, und zwar wohl im Betriebshof Rethen. Auch dieser Tw war auf der Linie 11 jedenfalls bis 1958 im Einsatz, typischerweise mit zwei sog. „Berliner Beiwagen“. (...)
Genau genommen war es ein Schnellzug, der Montag bis Freitag um 16:23 Uhr den Goetheplatz verließ (Hinweis "a"), samstags aber schon um 13:23 Uhr (Hinweis "b"). Auch ist schön zu sehen, dass montags bis freitags die Verdichtung auf 30-Minuten-Takt statt 40-Minuten-Takt von 15:40 Uhr bis 17:40 Uhr war, samstags aber von 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr. War der Samstag damals ein Arbeitstag, bis mittags, oder war das für Fahrgäste, die zum Einkaufen fuhren? Die zusätzlichen Fahrten in der Frühspitze gab es ja montags bis samstags.

Die zwei Berliner Beiwagen müssten 1047 und 1050 sein. Meines Wissens waren das die einzigen zweiachsigen Beiwagen mit Scharffenbergkupplung.

Viele Grüße

Christoph

Hallo,

Helmut Ulrich schrieb:
Hallo Uwe,

gerne mehr davon! Das gestochen scharfe Foto vom Tw 711 im besten Licht ist ein absoluter Knaller. Ich kenne recht viele Aufnahmen des Wagens, aber kaum eine von vergleichbarer Qualität. Das Fahrzeug war bis 1960 im Einsatzbestand und blieb bis zu seiner Ausmusterung stets ein Zweirichter. Einzige auffällige Änderung war später (leider weiß ich nicht genau, wann) der Umbau auf Albertkupplungen nebst separaten Leitungsdosen, um beliebige Zweiachs-Beiwagen anhängen zu können. Meist waren das in seinen letzten Betriebsjahren zwei HAWA-Stahl-Bw.

Grüße aus HH
Helmut U.
ich kenne nur Fotos aus dem Jahr 1955 oder früher und nur mit automatischer Kupplung. Laut dem Buch von Horst Moch, erschienen bei Kenning, lief 711 sogar bis 1963. Ein auf das Jahr 1962 datiertes Foto zeigt den Beiwagen 1047 hinter einem Stahl-Triebwagen. Der Beiwagen war also da schon auf Albertkupplungen zurückgebaut.

Viele Grüße

Christoph

Hallo Christoph,

ich habe eben mal in meinem Archiv gewühlt. In dem umstrittenen* Buch "Die Elektrische in Hildesheim" von Stefan Bölke gibt es Fotos aus dem Jahre 1958, die Tw 711 mit Albertkupplungen und Leitungsdosen zeigen. Auf diesen Bildern ist er teils weiterhin mit zwei "Berliner" Beiwagen unterwegs, teils aber auch mit zwei Stahl-Bw. Erst angesichts dieser Motive habe ich etwas von der Umrüstung erfahren, die ich bis dahin ausgeschlossen hätte, weil sie in der gesamten einschlägigen Fachliteratur nirgends erwähnt wird.

*Vor allem Ludger Kenning hat in diesem Forum kritisiert, dass der Autor es mit Bilder-Veröffentlichungsrechten nicht sehr genau genommen habe. Ich kann das nicht beurteilen, sehe aber auch keinen Anlass, diese Stellungnahme eines Fachprofis anzuzweifeln.

Viele Grüße aus HH
Helmut U.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.09.19 15:36.
Hallo Christoph, Moin allerseits ,

ich habe mich über das sehr rege Interesse gefreut und für die geplante Erweiterung schon mal neun Fotos mit eher (teils sehr) seltenen Ansichten fertig aufbereitet, das macht doch einige Arbeit, wenn es wirklich schön aussehen soll. Interessante Materialien kommen noch dazu, wie z.B. zur Frage der von der Linie 11 angefahrenen Haltestellen und anderes.

Ein klein bisschen Zeit braucht es noch, alles fertig zu stellen. Dafür bitte ich um Verständnis, weil ich nichts schnell "Zusammengeschustertes" einstellen möchte. Am geänderten Titel wird das dann leicht erkennbar sein.

Vorab aber schon mal die Info, dass der Tw 711 als ersten Beiwagen den 1049 am Haken -will sagen: Scharfenbergkupplung- hat. Ein Bild wird es dazu geben.

Herzliche Grüße
uk-old (Uwe)
Da bin ich aber mal gespannt, denn ich würde Christoph zustimmen. Nach allen mir bekannten Quellen waren tatsächlich nur die Bw 1047 und 1050 zeitweilig mit Schaku ausgerüstet .

Ausmusterung Tw 711

geschrieben von: Helmut Ulrich

Datum: 11.09.19 17:43

Christoph Heuer schrieb:
Laut dem Buch von Horst Moch, erschienen bei Kenning, lief 711 sogar bis 1963.
Hallo Christoph,

ich habe eben darin nachgeschlagen. In der Triebwagen-Tabelle wird sogar 1967 angegeben, was ich allerdings für einen Fehler halte. Das Taschenbuch von Martin Pabst und andere Quellen, die ich momentan leider nicht konkretisieren kann, nennen 1960 als Jahr der Ausmusterung. Natürlich kann man nie ganz ausschließen, dass im Laufe der Zeit ein Autor nach dem anderen immer wieder dieselbe Falschinformation abgeschrieben hat (was in unserer Hobby-Literatur nicht eben selten vorkommt).

Viele Grüße nach Kassel
Helmut
Vielen Dank für den Beitrag!

Neben vielem anderen finde ich auch die Ansicht des Bahnhofes Rethen interessant: das nachträglich angebaute Betriebsbüro mit "modernen" Fenstern, für das irgendwann einmal zwei Einfahrten geopfert wurden. Anhand des Mauerwerkes erkannt man, dass zumindestens diese beiden Einfahrten ursprünglich niedriger angelegt waren...

Gruß
Fasanenkrug schrieb:
Neben vielem anderen finde ich auch die Ansicht des Bahnhofes Rethen interessant: das nachträglich angebaute Betriebsbüro mit modernen Fenstern, für das irgendwann einmal zwei Einfahrten geopfert wurden. Anhand des Mauerwerkes erkannt man, dass zumindestens diese beiden Einfahrten ursprünglich niedriger angelegt waren …
Ich halte das allerdings eher für zugemauerte Fenster, als für einstige Einfahrten, so schmal wie die mir neben der geringeren Höhe dann auch noch zu sein scheinen: ▼
https://abload.de/img/img_20181106_0003-phijx0.jpg



Gruß

Walter
Hallo,
ich habe eben mal in den Gleisplan geguckt (Original in meinem Besitz!).
Dort befanden sich die Gleise 8 und 9. Der Zeichnung nach waren die Gleise 5 bis 9 kürzer und hinter den Gleisen 7 bis 9 die Werkstatt.
Den Plan habe ich hier 2005 schon einmal gezeigt.

Gruß
Karsten

Re: Gleisplan Üstra-Bahnhof Rethen

geschrieben von: Mikado-Freund

Datum: 11.09.19 22:01

Linie 11 schrieb:
ich habe eben mal in den Gleisplan geguckt (Original in meinem Besitz). Dort befanden sich die Gleise 8 und 9.
Der Zeichnung nach waren die Gleise 5 bis 9 kürzer und hinter den Gleisen 7 bis 9 die Werkstatt.
Den Plan habe ich hier 2005 schon einmal gezeigt.
Hallo Karsten,

danke für Deine Rückmeldung.

Den Eintrag habe ich nun zwar gefunden [www.drehscheibe-online.de], die darin eingestellten Planfotos sind inzwischen aber ins elektonische Nirwana entfleucht.

Ist es Dir möglich, die beiden Bilder wieder zu reanimieren [und wenn ja, würdest Du das dann (hier) auch tun]?



Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass ich hier wohl nicht der einzige wäre, der Dir einen https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=79036 spendieren würde! ;-)




Gruß

Walter

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