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 04 - Historische Bahn 

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Hallo zusammen,

habe mal einen Hifo Beitrag von mir aus dem Jahr 2008 wieder mit Bildern versehen und etwas ergänzt.

Was es bei der Königlich Sächsischen Staatseisenbahn nicht alles gab . Das Interessante an der mech. Stellwerkstechnik ist die Artenvielfalt, jede damalige Länderbahn entwickelte eigene Stellwerke für Ihren persönlichen Gebrauch, so auch die Sächsische Staatsbahn, die auch Stellwerke von der Maschinenfabrik Bruchsal in Baden bezog. Und so bestellte bzw. baute die Maschinenfabrik Bruchsal für die Sächsische Staatsbahn einen Weichen- Verriegelungshebel mit drei Hebelstellungen so wie auf den Fotos unten abgebildet ist. War der Weichen - Verriegelungshebel in Ruhestellung ( Weiche nicht verriegelt ), der Riegelhebel konnte nun nach unten umgelegt werden und die Weiche war in Plus - Stellung verriegelt, legt man den Riegelhebel ganz nach oben war die Weiche in Minus - Stellung verriegelt. Eines muß noch angemerkt werden, bei der Sächsischen Staatsbahn war die Grundstellung der Hebel unten, später wurde dies teilweise auch geändert und die Grundstellung der Hebel war dann oben.Die Ruhestellung war die gefährlichste Hebelstellung bei viel Hektik und Unsachsamkeit auf dem Stellwerk konnte man den Weichen - Verriegelungshebel leicht übersehen und konnte am Hebel hängen bleiben oder gar dagegen laufen.
Natürlich gab es den Riegelhebel auch auf anderen Bahnhöfen in Sachsen wo es Bruchsal G Stellwerke der Sächsischen Ausführung gab. Es war dies der einzige Riegelhebel Sächs. Ausführung den ich seither gesehen habe im Wärterstellwerk in Sebnitz / Sachsen.
Von der Firma Jüdel gab es ebenfalls solch einen Weichen - Verriegelungshebel für die sächsischen Jüdel Stellwerke der Staatsbahn.
Die Maschinenfabrik Bruchsal stellte die Bauart G mit vorne liegendem Verschlußregister auch für die Badische Staatsbahn, Preußische Staatsbahn, Reichseisenbahn Elsaß - Lotringen und der Pfalzbahn her. Die Maschinenfabrik Esslingen stellte in Lizenz für die Württembergische Staatsbahn her sowie die Firma Krauss in Lizenz für die Bayrische Staatsbahn.

Riegel 1.jpg
Auszug aus dem Katalog der Maschinenfabrik Bruchsal , Ausgabe 1899

Riegel 2.jpg
Wärterstellwerk Bahnhof Sebnitz / Sachsen Weichen - Verriegelungshebel in Minus - Stellung .

Riegel 3.jpg
Wärterstellwerk Bahnhof Sebnitz / Sachsen Weichen - Verriegelungshebel in Ruhestellung ( Neutral ) .

Riegel 4.jpg
Wärterstellwerk Bahnhof Sebnitz / Sachsen Weichen - Verriegelungshebel in Plus - Stellung . Alle Fotos vom 6.9.2001

Was noch anzumerken wäre zum Zeitpunkt meiner Fotoaufnahmen war der Weichen - Verriegelungshebel schon Außer Betrieb und diente nur noch Dekozwecken auf der Top gepflegten Hebelbank Bauart Bruchsal G. Auch fehlten am vorne liegendem Verschluss die Plus - und Minus Verschlussschrauben. Heute gibt es in Sebnitz keine sächsischen Bruchsal G - Stellwerke mehr. Weiß jemand ob die beiden Stellwerke in Sebnitz / Sachsen noch stehen mit den kompletten Stellwerken innendrin ?

Gruß von S.B aus BA/WÜ
Hallo,

wie ich sehe, ist der Hebel auch schon leicht angerostet. Das ist meine Schuld!

Als wir Signalabhängige damals das Wärterstellstellwerk in Sebnitz besuchten, frage ich den Weichenwärter, ob ich diesen Hebel einmal selber umstellen dürfte. Das wurde bejaht. Ich langte sofort zu. Da nahm der Weichenwärter, der gut 2 Köpfe kleiner war als ich, ein Tuch, schaute mich von unten herauf vorwurfsvoll an und keifte: "Abputzen!" Sofort war mir klar, dass ich gegen die altergebrachte Sitte, die blank polierten Hebel nur mit einem Tuch anzufassen, verstoßen hatte und nun meinen Handschweiß abputzen musste. Oder zumindest versuchen musste, diesen meinen Handschweiß abzuputzen. Es hat ja offensichtlich nicht ganz geklappt ...

Was aus den Hebelbänken geworden ist, weiß ich leider auch nicht.

LG,
Manja
Hallo,

> wie ich sehe, ist der Hebel auch schon leicht angerostet. Das ist meine Schuld!
>
> Als wir Signalabhängige damals das Wärterstellstellwerk in Sebnitz besuchten, frage ich den Weichenwärter, ob ich
> diesen Hebel einmal selber umstellen dürfte. Das wurde bejaht. Ich langte sofort zu. Da nahm der Weichenwärter, der
> gut 2 Köpfe kleiner war als ich, ein Tuch, schaute mich von unten herauf vorwurfsvoll an und keifte: "Abputzen!"
> Sofort war mir klar, dass ich gegen die altergebrachte Sitte, die blank polierten Hebel nur mit einem Tuch anzufassen,
> verstoßen hatte und nun meinen Handschweiß abputzen musste. Oder zumindest versuchen musste, diesen meinen Handschweiß
> abzuputzen. Es hat ja offensichtlich nicht ganz geklappt ...

manche Leute fassen halt alles an :-)
An den lauten Aufschrei "Abputzen!" erinnere ich mich noch gut...

War das nicht bei der Tour um das Jahr 2000/2001 herum, wo wir mit U.M. die ganzen Stellwerke erkundet haben?


Armin

[www.muehlenroda.de] (Muehl privat)
[www.museumsstellwerk.de] (Museumsstellwerk Rheine e.V.)
Evtl passend zum Spezialhebel-Thema hier ein "Zusatzhebelchen" - 12/2018 Bad Lobenstein
8-12-18-Bad-Lobenstein-Hebel.jpg
Nabend Stefan

Vielen Dank, für diesen, wieder sehr interessanten Beitrag.

Im Stw 2 in Mügeln, ist heute noch, solch ein Hebel zu bestaunen.



Mügeln Stw 2 6.JPG



Mügeln Stw 2 2.JPG



Mügeln Stw 2 4.JPG



Mügeln Stw 2 3.JPG


Gruß Andi
Anschlussbahn schrieb:
manche Leute fassen halt alles an :-)
An den lauten Aufschrei "Abputzen!" erinnere ich mich noch gut...

Der Lappen dient dazu, sich vor rostbraunen Fingern zu schützen.
Die Hebel rosten auch von alleine. Ich habe einige mal geschmirgelt und mit Ballistol 'konserviert'.
Das kam aber bei lappenlosen Kollegen nicht gut an. :-))
Außerdem wurden die Hebelgriffe dunkel. War also auch nix.

Später, bei der ZLSM, gab es sogar ein rotes Schid zum Thema:

[i.imgur.com]

Grüße
Ulrich
Abschweif

Da gab es unterschiedliche Philosophien.

Entweder Lappen oder nicht.

Aber es wurde immer geputzt mit Schmirgelpapier.

Und jeder Stellwerker hatte sein eigenes Muster auf den Hebeln.

(ein oder zwei Ringe entgegen der Hauptschleifrichtung, schräg nach links oder rechts usw.)
Hallo,

> Aber es wurde immer geputzt mit Schmirgelpapier.

und dazu noch mit Polierpaste fuer Hochspannungsisolatoren. Bei einem weiteren Besuch in Sebnitz fand ich die Tube dort liegen und fragt mal nach. Ich kannte das Zeug von der Aufarbeitung des Masttrafos beim Feldbahnverein, wo ich damit die Isolatoren poliert habe. Das als Tipp, wie man so etwas blank polieren kann.

Leider hat unser Stellwerk in Metelen die bei der Bundesbahn typischen Verhueterli aus Plastik ueber den Hebelgriffen. Da muss man nicht polieren. Aber es gibt dort noch genug blankes Eisen, wo man polieren kann, wie im Verschlusskasten. Am Samstag geht es damit los...

Armin

[www.muehlenroda.de] (Muehl privat)
[www.museumsstellwerk.de] (Museumsstellwerk Rheine e.V.)
Anschlussbahn schrieb:
Leider hat unser Stellwerk in Metelen die bei der Bundesbahn typischen Verhueterli aus Plastik ueber den Hebelgriffen. Da muss man nicht polieren.
Aber man kann die scheußlichen Dinger abmachen.
Ich würde überhaupt nichts mit Verhüterlis machen! ;-)
Grüße
Ulrich
Hallo,

> Aber man kann die scheußlichen Dinger abmachen.
> Ich würde überhaupt nichts mit Verhüterlis machen! ;-)

man koennte sie abmachen, aber da das Stellwerk bewusst im Zustand der Ausserbetriebnahme von 1984 erhalten wird, gehoeren sie dazu. Das ist halt typisch Bundesbahn 80er Jahre, auch wenn es haesslich ist.

Am Samstag habe ich aber mal probeweise eine Handfalle blank gemacht. Das ging schon recht gut und sieht ordentlich aus. Nach der ersten Aktion mit viel Spruehoel funktionieren die Hebel nun auch wieder sehr leicht. Die Brandsanierungsfirma hatte das ganze Fett bei der Reinigung vom Russ mit abgewaschen und danach natuerlich nichts geoelt...


Armin

[www.muehlenroda.de] (Muehl privat)
[www.museumsstellwerk.de] (Museumsstellwerk Rheine e.V.)
Anschlussbahn schrieb:
man koennte sie abmachen, aber da das Stellwerk bewusst im Zustand der Ausserbetriebnahme von 1984 erhalten wird, gehoeren sie dazu. Das ist halt typisch Bundesbahn 80er Jahre, auch wenn es haesslich ist.


Also blaue und rote Kunststoffüberzüge... wie sehen eigentlich die HS Signalhebel dann aus? Blau mit rotem Ring?

Ulrich
Hallo,

> Also blaue und rote Kunststoffüberzüge... wie sehen eigentlich die HS Signalhebel dann aus? Blau mit rotem Ring?

bei uns gibt es nur Weichen, Gleisperre, Riegel und die Signale. Aber das ist eine gute Frage...

Armin

[www.muehlenroda.de] (Muehl privat)
[www.museumsstellwerk.de] (Museumsstellwerk Rheine e.V.)