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Steppenpferd im Nebel

geschrieben von: 042 096-8

Datum: 12.08.19 20:13

PICT1134 (800x502).jpg

Es war wohl 1973 als 24 009 von Hildesheim über Herzberg nach Bad Lauterberg (?) dampfte. Wer hat noch genauere Erinnerung ?

PICT1136 (800x512).jpg

Es gab noch einen Wasserkran und die Lok hatte vorn noch Scheibenräder

PICT1137 (800x501).jpg

Irgendwo habe ich noch Fotos aus Seesen, aber die sind noch düsterer, der 17 DIN Film gab nicht mehr her.
Beide 24 waren häufige Gäste am und im Harz, hoffentlich kommt bald eine aus der "Versenkung".



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.08.19 20:16.
Wenn die Aufnahmen aus dem Jahre 1973 stammen, dann war das lt. rotem 79er Baureihenbuch die Fahrt vom 04.02.1973 von Hildesheim nach St. Andreasberg.



Gruß

Walter

Steppenpferde

geschrieben von: TransLog

Datum: 13.08.19 22:16

Hallo,

Dirk Endisch hat es ja in seinem Artikel "Reichsbahn-Steppenpferde" (Fahrzeug-Chronik Band 10) fertiggebracht, auf 12 DIN A5-Seiten
24x (!)* das Wort "Steppenpferd(e)" unterzubringen. (* ausgerechnet "24"...)

Was ist von soviel Pferdeleidenschaft zu halten? Nun, sind wir nicht alle soweit programmiert, dass wir, wenn uns irgendwo eine "24" begegnet (tv24, 24/7, Bank 24..) sofort ans "Steppenpferd" denken müssen?

Hansjürgen Wenzel schreibt in "Die Baureihe 24" (EK-Verlag):

"Der Name "Steppenpferd" wird erstmals von Johann Stockklausner in dem 1950 erschienenen Werk "25 Jahre Einheitslok" erwähnt.
Er schrieb dazu an Wenzel:

"Ihre Frage wegen des Namens "Steppenpferd" lässt sich eindeutig klären. 1939 sah ich in Salzburg öfter die Reihe 24, die mit Personenzügen von Plattling über Freilassing nach Salzburg kam.[..] Sie sei ein rechtes "Steppenpferd", weil sie weitaus unruhiger laufe und sozusagen galoppiere im Vergleich zur Reihe 64, die wegen ihrer kurzen Bauart und des geschlossenen Führerhauses überhaupt viel beliebter beim Lokdienst war. Für einen Bayern mag Heide und Steppe vielleicht dasselbe gewesen sein; aber ich glaube, dass hier die dem Personal unsympathischen Fahreigenschaften den Namen geprägt haben."

Vermutlich handelt es sich bei diesem Namen um eine Erfindung des Herrn Stockklausner ebenso wie der Bubikopf nicht die 64, sondern die Reihe 62 war. Auch enthält das Kursbuch 1939 keinen solchen Durchlauf von Plattling bis Salzburg.

Schon in den 60er Jahren befragte Gerhard Moll Lokführer aus Rahden und Rheydt, keinem war der Name Steppenpferd geläufig. Ebenso wenig erinnerten sich Landshuter und Plattlinger Eisenbahnpensionäre an diesen Ausdruck. Der Version von Stockklausner begegnen weitere Bedenken: Eine 64 lief nicht ruhiger oder unruhiger als eine 24. [...] Allerdings musste man bei den Reihen 24 und 64 das Wort Höchstgeschwindigkeit beachten.


Mit freundlichem Gruß, Ulrich



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.08.19 22:17.
Hallo Walter,

ich habe noch folgendes zu deiner Aussage gefunden.

[www.lbe-express.de]

Gruß
Rainer

Re: Steppenpferde

geschrieben von: Wolfgang Sorger

Datum: 14.08.19 09:06

Moin Ulrich,

vielen Dank für diesen erhellenden Beitrag.

Ich hatte immer angenommen, die Benennungen seien von der Firma Fleischmann erfunden worden: dort im Katalog gab es neben "Steppenpferd" und "Bubikopf" die Br 55 als "schwarzer Büffel" und ich fragte mich immer verwundert, woher solch eine Benennung stammen sollte.
Wenn die Angaben bei Wenzel stimmen (ich habe keinen Zweifel daran), dann kann ich mich nur wundern, wie sich die Phantasienamen des Herrn Stockklausner durchgesetzt und geradezu eingebrannt haben.

Beste Grüße

Wolfgang

Mich interessiert vieles - und alles rund um das Bw Bestwig!

Re: Steppenpferde

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 14.08.19 15:21

Hallo,

die BR 55 kenne ich als "schwarzer Elefant". Weitere Bezeichnungen wie "schwarzer Gigant" für die BR 50 und "roter Elch" für die V 200 habe ich noch im Gedächtnis.
In Ost- und Westpreußen , für deren Strecken die Lok der BR 24 angeblich gebaut sein sollte, gibt es auch keine Steppen.
Die Eisenbahner selbst verwendeten ganz andere Namen und das von Bahnbetriebswerk zu Bahnbetriebswerk sogar unterschiedlich. Im Buch "Bekenntnisse eines Eisenbahnnarren" von Karl E. Maedel sind einige Namen genannt. Ein Mannheimer Lokführer nannte z.B. die preußischen Loks der BR 74 und BR 94 "Wasserböcke".

Gruß
Horst

Re: Steppenpferde

geschrieben von: 042 096-8

Datum: 14.08.19 16:44

Danke für die Ergänzungen, nach 46 Jahren wird einiges wieder klarer. Es war wohl eine der ersten Harzfahrten von 24 009. Die 024 in der Fplo verwirrte etwas. Außer DB-Pfiff und Rad und Schiene gab es kaum Information, die 24 nur als Modell bekannt, keine DB-Lok hatte überlebt. Von den Fahrten Hildesheim-Bodenburg-Kreiensen habe ich erst nachträglich erfahren, nur über die Pfiffe aus Richtung Lamspringe gewundert. Mit 17 und ohne Auto hielt sich die Verfolgung am düsteren Vormittag in Grenzen, wie auch Vaters alte Kamera und der billigste s/w Film. Der Nachmittag wäre sinnvoller gewesen. Die Herzberger Drehscheibe habe ich nie in Aktion gesehen. Die Spitznamen wurden oft erfunden, die "Ochsenlok" kam auch erst lange nach dem Ende der 41 in Deutschland, selbst Mikado wurde nur für die letzten 042 in Rheine verwendet. Aber immer wieder schön, daß sich im HiFo Erinnerungen auffrischen lassen.

2010-02-19 003 002 (640x393).jpg

Rückfahrt beim letzten Tageslicht nach der Kreuzung in Großrhüden, der Nachschuß ist noch gruseliger, die Digitalkamera leider noch nicht erfunden.
Vielleicht hat jemand Fotos von den Fahrten im Lammetal, fast vor der Haustür, aber komplett verpasst.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.08.19 16:45.

Re: Steppenpferde

geschrieben von: Hardy Köhler

Datum: 18.08.19 16:19

Diese Namen stammen allerdings alle von Fleischmann. So haben die ihre Modelle in den Katalogen genannt. Das Steppenpferd und der Bubikopf waren jedoch zeitgenössische Bezeichnungen...

Gruß, Hardy vom Niederrhein