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 04 - Historische Bahn 

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Achristo's Foto-Historama: Historische Beiträge mit Fotos und Texten aus der Welt der Privatbahnen, Werksbahnen, Feldbahnen, städtischen Verkehrsbetrieben und der DB.

In den Jahren 1998/99 war ich dienstlich für längere Zeit in Nürnberg tätig. Diese Zeit nutzte ich, um nacheinander die Nebenbahnen rund um Nürnberg zu besuchen. Diese Besuche mussten am Tag der Heimreise, meist donnerstags, mit dem Pkw stattfinden, so dass die Strecken nicht auf der Schiene abgefahren werden konnten.

Damals präsentierten sich die Nebenbahnen noch wie zu alten DB-Zeiten mit Schienenbussen, lokbespannten Silberling-Zügen oder allenfalls Einsätzen von Triebwagen der Baureihe 614.

Die Zenngrundbahn Siegelsdorf – Markt Erlbach wurde in drei Etappen eröffnet: Siegelsdorf – Langenzenn (5,6 km) am 24. Mai 1872, Langenzenn – Wilhermsdorf (6,1 km) am 9. September 1895 und Wilhermsdorf – Markt Erlbach (6,0 km) am 5. Dezember 1902.

Im Jahre 1999 wurde der Betrieb mittels Dieseltriebwagen der Baureihe 614 abgewickelt. Angeboten wurde ein Stundentakt vom Montag bis Freitag, am Wochenende ein Zweistundentakt. Die Züge kreuzten sich in Wilhermsdorf und liefen auf der Hauptbahn alle bis Fürth Hbf durch. Landschaftlich war die Strecke besonders auf dem letzten Abschnitt zwischen Wilhermsdorf und Markt Erlbach reizvoll. Güterverkehr fand bereits nicht mehr statt.

Seit 2008 wird die Strecke mit Triebwagen der Baureihe 648 (Lint) bedient.

Fpl 1998-99 d.jpg

Hier zunächst der Kursbuchauszug von 1998/99 mit dem Fahrplan der Zenngrundbahn.


28833 Langenzenn 25021999.jpg

VT 614 027 bei Halt im Bahnhof Langenzenn, 25. Februar 1999.


28906 b Laubendorf 18031999.jpg

Bei Laubendorf war am 18. März 1999 VT 614 006 im allerletzten Abendlicht unterwegs.


28959 Laubendorf 31031999.jpg

Die malerische Ortskulisse von Laubendorf bildete den Hintergrund dieser am 31. März 1999 entstandenen Aufnahme.


28825 Wilhermsdorf 18021999.jpg

VT 614 013 bei der Einfahrt in den Bahnhof Wilhermsdorf, 18. Februar 1999.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=250492

VT 614 014 steht am 18. Februar 1999 am Bahnsteig in Wilhermsdorf.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=250493

Kurze Zeit später findet in Wilhermsdorf die Zugkreuzung zwischen 614 006 und 614 014 statt, 18. Februar 1999. Man beachte die unterschiedliche Lackierung der Triebwagen.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=250494

Ein weiteres Foto der Zugkreuzung in Wilhermsdorf, 18. Februar 1999.


https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=250495

Beide Triebwagen verlassen zeitgleich den Bahnhof Wilhermsdorf, 18. Februar 1999.


**** Schluss folgt ****

Alle nicht anders gekennzeichneten Aufnahmen stammen von mir und unterliegen dem Urheberrecht
Andreas Christopher (Achristo) im Internet: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Übersicht Achristo's Foto-Historama: [www.achristo.homepage.t-online.de]




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 20.07.19 10:15.

Wilhermsdorf mit Ästhetik-Exkurs (mB)

geschrieben von: Dg53752

Datum: 21.07.19 14:17

Hallo Achristo,

ich kenne Wilhermsdorf auch nur so, wie auf Deinen Bildern festgehalten: Infrastruktur schon gerupft, Güterverkehr nicht mehr vorgesehen.

Gerade eine Szene habe ich fotogaphisch festgehalten (Datum weiß ich nicht mehr, vermutlich aber schon in diesem Jahrtausend), als ich das mal bei schaurigem Licht abgeradelt bin:

http://www.dg53752.de/298-4-3_614_052_Wilhermsdorf_xxxxxx_filtered.jpg


An meine Gefühlslage damals kann ich mich noch ziemlich genau erinnern. Zum einen ist in der linken Bildhälfte noch ein Abglanz besserer Zeiten zu erkennen, der in der Grundsubstanz aber noch erhalten ist und der als Eisenbahnfan und -fotograph als "Motiv" empfunden wird, andererseits hat sich in der rechten Bildhälfte die Straßenverkehrswelt breitgemacht.

Links die Ästhetik der nach einheitlichen Baugrundsätzen errichteten Bahnhochbauten (Empfangsgebäude und Güterschuppen), rechts die anarchische Ästhetik der Gebrauchtwagenhändler mit Bürocontainer, einem unsäglichen Wald von Masten mit Fahnen und Bannern und aufgeschotterter Stellfläche (Hauptsache billig), und natürlich jede Menge feilgebotener Blechkisten.

Ich habe das als Schlag ins Gesicht empfunden und mich gewundert, wie das eine Gemeinde in einer so exponierten Lage zulassen kann. Vielleicht hat das der Gemeinderat als normal oder sogar als Fortschritt empfunden. Vermutlich ist das auf ehemaligem Bahngrund entstanden und der dafür zuständige Geschäftsbereich der Bahn AG war einfach nur froh, einen Käufer für den Grund zwischen Schienen und Straße gefunden zu haben (nach uns die Sintflut).

Leider ist die Ästhetik neuer Bahnanlagen ähnlich abschreckend. Der Bahnvorstand, und warum eigentlich nicht auch die Aufgabenträger für den SPNV, haben Qualität der Anmutung von Bahnzugangsanlagen noch nicht als Potential für eine Attraktivitätssteigerung "identifiziert". Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Deprimierte Grüße
Hans-Jörg "Dg53752"

Bildschirm richtig eingestellt? Von schwach bis weich alles zu erkennen?
http://www.dg53752.de/misc/Graukeil.jpg