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 04 - Historische Bahn 

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Liebe HiFo Mitleser,

einige von euch posten regelmäßig alte Buchfahrpläne von Güterzugleistungen aus der Dampfzeit. Was mir dabei auffällt ist, dass sowohl bei 50ern als auch bei 44ern regelmäßig als Höchstgeschwindigkeit im Fahrplan 65 km/h angegeben ist.

War das damals quasi die Regelgeschwindigkeit von Güterzügen? Historisch haben die 50er und 44er ja die 55er abgelöst, die ohnehin nur 55 konnten, wenn ich mich richtig erinnere, daher ist das vermutlich auch keine große Überraschung gewesen, Güterzüge waren damals langsamer.

Aber wie kam man auf 65? Waren 80km/h auf Dauer für die 44er und 50er zu schnell, weil man die Loks nicht dauerhaft an der HG betreiben wollte? Oder ließen die Lasten und die Topographie üblicherweise eh nicht mehr als 65 bei robusten Zuglasten zu, so dass man bewusst nur bis 65 gegangen ist?

Gab es auch Güterzüge, die mit 50ern oder 44ern regelmäßig mit 70 oder 80 km/H befördert wurden?

Vielen Dank und liebe Grüße,

Michael



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.06.19 11:49.
Hallo,

Ursache ist die lauftechnische Höchstgeschwindigkeit der Wagen. Die Wagen der Verbandsbauart und Austauschbauart (z.B. G10, Gr20) waren nur bis 65 km/h zugelassen und bis in die 60er Jahre quasi allgegenwärtig.

Gruß Andreas
80 km/h fuhren häufig die (dampfbespannten) Schnell- und Eilgüterzüge .

Gruß
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)
Die Zeit nach 1945 fuhren selbst Personenzüge nicht wirklich schnell. Bonn - Euskirchen - Düren hatte eine Streckenhöchstgeschwindigkeit von 60 km/h. Dann schaue dir mal einen Fahrplan von 1950 an. Wo wurde da schon 100 km/h gefahren, wenn überhaupt

Heute bei Güterzuglangläufen, falls es die dann noch gibt, fährst du hinter einem Städteexpress mit 55 km/h hinterher. Klar kannst du schneller fahren, nur dann steht du am nächsten oder übernächsten Signal, weil es rot zeigt. Selbst hinter einem IC lohnt es nicht wirklich viel schneller zu fahren.
Nicht was ein Zug fahren kann ist wichtig, es ist viel wichtiger wie oft er anhalten muß und dann denke auch mal an die Langsamfahrstellen.

MfG a.d. Eifel
Es gab auch noch viele Leitungswagen, ohne Bremse, wodurch die Bremshundertstel oft bescheiden waren.
Käfermicha schrieb:
...

War das damals quasi die Regelgeschwindigkeit von Güterzügen? Historisch haben die 50er und 44er ja die 55er abgelöst, die ohnehin nur 55 konnten, wenn ich mich richtig erinnere, daher ist das vermutlich auch keine große Überraschung gewesen, Güterzüge waren damals langsamer.

...
Moin,

historisch gesehen haben diese beiden Baureihen natürlich noch viel mehr Baureihen abgelöst, nicht nur die G8 und Verwandte. Allerdings bewegten die sich in der Tat alle in dem Geschwindigkeitsbereich bis max. 65 km/h, was dann aber wie hier schon geschrieben auch gut zu den verwendeten Wagenbauarten passte. Technisch ein bisschen Luft nach oben sollte jede Lokbaureihe haben für spätere höhere Geschwindigkeiten oder schnellere Wagen, daher bereits in den 20ern die Festlegung von 80 km/h für neue Güterzuglokomotiven. Die Güter-TRAXXe laufen ja auch alle mindestens 140 km/h, ebenso wie die 152er, um auf die letzten, vor reichlich 20 Jahren rein für DB Cargo entwickelten Baureihen hinzuweisen. Güterzüge mit Geschwindigkeiten über 100 km/h sind dagegen bis heute eher sehr selten.

Grüße
Frank

Zu meinen Beiträgen:
- Eisenbahnen [www.drehscheibe-foren.de]
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- Straßenbahnen [www.drehscheibe-foren.de]
Guten Tag Käfermicha.

Ich habe mal in den wenigen Unterlagen meines Grossvaters nachgesehen,der als Oberlokführer meistens mit der Br 44 und gelegentlich auch mit der Br 50 auf der Ruhr-Sieg-Strecke mit schweren Güterzügen um die 1450to und mit schweren Kohle und Erzzügen bis 1800to zwischen Hagen und Dillenburg bis zum Ende des planmässigen Dampfbetriebes im Mai1965 unterwegs war. Die Geschwindigkeiten bewegten sich zwischen 55 und 65 Km/h .Bei den schweren Ganzzügen meist um die 55km/h.Höhere Geschwindigkeiten liessen die durchgängigen Steigungen im Lennetal,meist 1:168-1:200,und das ständig Kurve auf Kurve mit kurzen geraden Zwischenstücken folgte, garnicht zu.Bis in den September 1965 wurden täglich noch bis zu sieben schwere Dg mit 2XBr44 unter Fahrdraht gefahren.Vorspann wegen der seit der Elektrifizierung höheren Grundgeschwindigkeit der Züge ,egal ab Reise oder Güterzüge.

Viele Grüsse von
Dietmar Kunen
Blocksiesel

Re: Stückgut-Schnellverkehr

geschrieben von: carpe-noctem

Datum: 12.06.19 19:32

Hallo,

im Stückgut-Schnellverkehr war durchaus auch eine höhere Geschwindigkeit möglich, so in der 1930er Jahren z.B. 75 km/h.

Viele Grüße
C.N.
042 096-8 schrieb:
Es gab auch noch viele Leitungswagen, ohne Bremse, wodurch die Bremshundertstel oft bescheiden waren.
Weibchen (also Wagen ohne Klötze) hat es auch mal gegeben.
Zu den Zeiten als die Verbandswagen Standard waren, war 65 km/h eine durchaus respektable Geschwindigkeit. Die 500er Weiche, gleich ob preussischer Provinienz oder als Einheitsweiche erlaubt im Abzweig auch 65km/h. die wurden bei Preussens auch gefahren, erst die DRG hat das dann auf 60km/h festgelegt. Die G10 und Konsorten liefen 65km/h, die Ganzzuggeschwindigkeit war auch auf 65km/h. Dieses Erbe hat sich dann bis in die 60er durchgeschleppt. Und die Fahrzeitenvergleiche Damp zu E-Traktion bei Güterzügen sprechen eine sehr deutliche Sprache, speziell auf vergleichsweise geringen Steigungen. Wir hatten hier im Forum schon mal den Buchfahrplanvergleich Paderborn Altenbeken mit BR 44 und E50, wobei mir natürlich klar ist das es nie eine Dampflok im Leistungsbereich/Traktionsprogramm der E50 gegeben hat

Ytracks
eifelindianer schrieb:
Weibchen (also Wagen ohne Klötze) hat es auch mal gegeben.

Wie?! Gibt es keine Weibchen mehr?

War schon lange nicht mehr auf einem Güterbahnhof...
ytracks schrieb:
Zu den Zeiten als die Verbandswagen Standard waren, war 65 km/h eine durchaus respektable Geschwindigkeit. Die 500er Weiche, gleich ob preussischer Provinienz oder als Einheitsweiche erlaubt im Abzweig auch 65km/h. die wurden bei Preussens auch gefahren, erst die DRG hat das dann auf 60km/h festgelegt. Die G10 und Konsorten liefen 65km/h, die Ganzzuggeschwindigkeit war auch auf 65km/h. Dieses Erbe hat sich dann bis in die 60er durchgeschleppt. Und die Fahrzeitenvergleiche Damp zu E-Traktion bei Güterzügen sprechen eine sehr deutliche Sprache, speziell auf vergleichsweise geringen Steigungen. Wir hatten hier im Forum schon mal den Buchfahrplanvergleich Paderborn Altenbeken mit BR 44 und E50, wobei mir natürlich klar ist das es nie eine Dampflok im Leistungsbereich/Traktionsprogramm der E50 gegeben hat

Ytracks
Auch die ersten Elektroloks für den Güterverkehr waren für 65 ausgelegt:
Ce 6/8 und Konsorten.
Gruss Leo
leofink schrieb:
Auch die ersten Elektroloks für den Güterverkehr waren für 65 ausgelegt:
Ce 6/8 und Konsorten.
Gruss Leo

und z.B. E93 lt. wiki Vmax. 65/70 km/h.

Etwas OT: Bei einigen Büssing Bussen (Bj.1954, mit Automatikgetriebe) der ASEAG waren auch 65 km/h Höchstgeschwindigkeit angegeben.