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 04 - Historische Bahn 

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1974 - Neuer Bahnhof Bern, ein Zürcher Modelleisenbahner als Bundespräsident und die Pensionskasse für Modellbahner Teil 9


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Eine Swiss-Express-Lok im Sihltal! Schon eine Spezialität, ganz speziell aber war die Mannschaft, deren Namen Heiri Suter hiess - zweimal! SZU-Zugführer Vater Suter und SBB-Lokführer Sohn Suter (später OLF) führten die Fahrgäste direkt ins Restaurant «Gontenbächli», hier auf der gleichnamigen Haltestelle «Gontenbach». Heute ist die Haltestelle entfallen, zum «Tierpark Langenberg» geht man heute von der Haltestelle «Wildpark-Höfli» aus.


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Im Bahnhof Langnau-Gattikon musste man natürlich den Zug abstellen und umfahren, hier auf der Sihlbrücke vor dem Gattikertunnel auf der neuen Streckenführung.


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So - jetzt muss endlich mal ein Bild eines SBB-BDe 4/4-Pendelzuges auf den 50‰-Rampen der Südostbahn gezeigt werden! Einerseits, weil immer wieder behauptet wird, dass es dies nie gegeben hätte, obwohl diese Komposition mehrmals pro Tag hier vorbeikam, andererseits habe ich einem ehemaligen MThB-Kollegen versprochen, seinen Lieblingstriebwagen in meinen Bildbetrachtungen aufzunehmen! Hier oberhalb Samstagern im Theilersrank - so nennt sich die dortige Bauernfamilie, auf dessen Land man die Kurve baute. Heute ist hier eine Doppelspur und keine SBB-BDe-Pendelzüge mehr im Einsatz.


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Eigentlich war das vorhergehende Bild nur «Beigemüse», denn erwartet wurde die MThB-Re 4/4 II Nr. 21 mit einem Pilgerzug der Diözese Freiburg i. Brg. mit Silberligen nach dem Marienwallfahrtsort Einsiedeln, was auch in der gezeigten Kurve aufgenommen wurde. Hier der Zug allerdings bei der Rückfahrt in Schindellegi-Feusisberg auf einer Kreuzung. Der MThB-Lokführer wollte den Zug nicht im starken Gefälle führen, sondern überliess dem SOB-Kollegen den Befehlsgeber und das Führerbremsventil. Fakt ist schon, dass das Gefälle z.B. in einem Krokodil bei der Durchfahrt durch diesen Bahnhof beim Übergang aus der Ebene in die 50‰-Neigung sich der Vorbau senkt und man im Führerstand kein Gleis mehr sieht: Ein komisches Gefühl! Für uns streckengewohnten Lokführer aber kein Problem!


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Die Ae 6/6 11443 mit dem 682 «Hoch-Ybrig» nach Zürich vor der markanten Kirche von Schindellegi. Scheinbar gab es an diesem Abend recht Kundschaft!


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5 Minuten später folgte der Personenzug 84 nach Wädenswil mit dem SBB-RBe 4/4 1434 mit je einem SOB- und SBB-Mitteleinstiegswagen und dem AB 206 (später 252). Gefahren wurden die RBe von SOB-Lokpersonalen.


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Wiederum drei Minuten später folgte im Blockdistanz Zug 30 Arth-Goldau - Rapperswil, ebenfalls mit einem RBe 4/4 der SBB. Mir hat sich hier ein Rätsel gelöst: In jener Zeit hatten die Lastschalter der Hochleistungstriebwagen der Privatbahnen infolge Diodenausfälle vermehrte Überschläge in den Wählschaltern, weshalb hier ein Pendelzug als Ersatz mit B 216 und einem der Steuerwagen durch einen RBe 4/4 gezogen wird, zwei Holzkasten-Mitteleinstiegswagen (Umbau aus SBB-Dreiachswagen 1942), einem B und BD vervollständigten diese «Gugälfuhär» bei der Ausfahrt aus Schindellegi-Feusisberg.


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Sieben Minuten zu spät kommt er schon wieder - der schon erwähnte SBB-BDe 4/4-Pendelzug mit Zusatzwagen, welche die Zugkraft des Triebwagens klar überschreiten - weshalb die SOB-Re 4/4 III 41 dem Zug 35 St.Gallen - Arth-Goldau Vorspann leisten musste.


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«Tag der offenen Tür» bei der SWS in Schlieren! Solche Tage der offenen Tür(en) waren früher gang und gäbe - man war offener der Bevölkerung gegenüber, es gab damals noch nicht so viele Handelshochschulabgänger, welche nur mit Zahlen leben können. Es gab noch Ingenieure und Techniker in den leitenden Etagen, welche wussten, wie man eine Firma «verkauft» und präsentiert. Solche Firmen hatten auch ein höheres Ansehen, die Bevölkerung nahm Anteil, sie gehörten zur Region, man identifizierte sich mit ihnen. Und die Besucher kamen in Scharen! Fotografieren war natürlich erlaubt - ja, gar erwünscht!
Die Besucher erzählten dann stolz, was sie gesehen haben, was in Arbeit war (und sie in den Fahrzeugen waren . .), wie etwas gemacht wird. Die Firmen organisierten gar ältere Fahrzeuge, so nach dem Motto: «Ein Unternehmen ohne Vergangenheit hat keine Zukunft!» Man stand dazu, wollte frühere Leistungen, Techniken und Usanzen den neuen Gegebenheiten gegenüber stellen. Hier einer der Motorwagen der TN aus Neuchâtel, welcher auf einem Dreischienengleis steht. Mehrschienengleise kann man noch heute vorn an der SBB-Strecke am Eingang der früheren Malerei erkennen.



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Die Forchbahn-Steuerwagen Bt 102 - 108 waren 1967 von den ersten in der Schweiz gebauten Aluminium-Wagen. Allerdings stellte man nach einiger Zeit Risse fest, weshalb die SWS für die ganze Serie neue, stärkere Wagenkasten fertigte. Ab 1974 wurden diese erstellt und neu verkabelt, sowie mit der automatischen Türsteuerung ausgerüstet. Mir ist damals in Schlieren aufgefallen, dass dort zweimal lackierte Wagenkästen mit der gleichen Fahrzeugnummer standen. Abgeliefert wurden sie ab 1975 bis 1976. Im Gegensatz zum ersten, 1959 gelieferten Steuerwagen Bt 101 waren diese anstelle von 19,5 Tonnen nur mehr 10,6 Tonnen schwer. Die Triebwagen dankten dies durch weniger Überlastung, wobei nun selbst mit zwei Steuerwagen und damit ein deutlich höheres Platzangebot genutzt werden konnte.

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Die Besucher wurden am Bahnhof mit einem weiteren «Tigerli» - jenes des gegenüberliegenden Gaswerks - und einem Leichtstahlwagen der SBB abgeholt und ins Werk gefahren.


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Am Tag darauf, war in Zürich HB eine Fahrzeugschau auf dem Eilgutareal angekündigt, was mich veranlasste rechtzeitig auch die ankommenden Fahrzeuge ohne viel «Grasdackels» aufzunehmen - sprich Zuschauer. Zuerst aber gab es noch den um 8.20 h abfahrenden TEE 67 «Bavaria» abzulichten.


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TEE 59 «Gottardo» bei der Einfahrt von Basel in Zürich HB auf der Langstrassen-Überführung zur Weiterfahrt nach Milano


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Später schob eine Re 4/4 II den neuen RABDe 8/16 «Chiquitta» neben das Eilgutareal, wo er dann hineinmanövriert wurde. Am Tag vorher stand der Zug in der SWS.


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Hier die Frontpartie des RABDe 8/16.


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Im Führerstand des RABDe 8/16 vorn mit Blendabdeckung der Streifentacho von Hasler. An diesem konnte man mit dem grossen Befehlsgebergriff an einem Band die gewünschte Geschwindigkeit am Tacho einstellen, wonach am zweiten Band die momentan gefahrene Vmax angezeigt wird. Das Fahrzeug war für die Linienleiterversuche Baden - Koblenz und am Gotthard in der Biaschina vorbereitet, damit wurden auf der erstgenannten Einspurstrecke danach Kreuzungsbetrieb gefahren.


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Im Hardturm steht der MC-Ce 2/2 81 zum Ablad bereit. Die Martigny-Châtelard-Bahn kaufte das ehemalige Fahrzeug der Limmattalstrassenbahn 1934 (dort Nr. 53). 1974 wurde es zurückgekauft und remisiert. 2001 wurde der Motorwagen als LSB-Ce 2/2 2 wieder aufgebaut, zudem fährt er regelmässig mit einem hübschen kleinen Postrolli auf den städtischen Tramgleisen umher.


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Eine weitere Aufgabe musste gelöst werden! Bei «lausigem» Regenwetter musste ein auf RhB-Rollschemeln geladener NS-Messwagen in Schiers aufgenommen werden. Gerade perfekt stand er dort allerdings nicht - aber er stand zumindest dort! Grund des Einsatzes waren Messfahrten von Triebfahrzeugen der RhB und FO zwischen Schiers und Grüsch. Letztere habe ich dort leider nicht mehr angetroffen und jene der RhB konnte man dort kaum als Rarität bezeichnen!


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Hier der Wagen mit dem andern Wagenende mit den charakteristischen Schwanenhals-drehgestellen. Solche und ähnliche RIC-Wagen konnte man früher ab Basel nach dem Gotthard sowie nach Chur regelmässig beobachten. Ob sie auch in Richtung Lötschberg und Interlaken unterwegs waren, ist dem Schreibenden nicht geläufig. Ein wunderschöner Wagen: Man beachte das abgerundete Wagenende und dem sauber eingepassten und fast versteckten Faltenbalg. Schöner kann man kaum einen Wagen konstruieren!

Zu meiner Jugendzeit gab es grüne und blaue Wagen, mir sind die blauen Wagen «edler» vorgekommen - aber das ist Geschmackssache . . .


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Hier noch den ultimativen Beweis, dass der Wagen auf dem RhB-Netz aufgenommen wurde! Kurz zuvor wurde auch der Bahnhof von Schiers umgebaut und die Kreuzungsgleise wesentlich verlängert. Die 1971 und 1979 gebauten Vorortszüge der RhB fahren heute selbst im Engadin noch regelmässig. Sie wurden mit einer Druckluftbremse ausgerüstet, lange bevor die laut EA 11/18 von einem Artikel des «Verein RhB-Info» im Kasten «Erklärung der Funktionen/Komponenten» als erste RhB-Wagen mit Druckluftbremse Vereina-Autotransportwagen behauptet wurde!

Dies war die 9. Folge - die 10. sollte noch kommen . . .

Urs
Man lernt jedesmal was aus Deinen Texten und Bildern,lieber Urs!
Bundesrat-Modellbahner?...aus grösserer Entfernung wirkt ja die ganze Schweiz wie eine Modellbahn:=)
Zum Link sag'ich jetzt mal nix mehr ...sollen die Schweiz-Interessierten halt regelmässig ins Historische gucken.
Vielen Dank und eine schöne Woche,hier Gewitter,viel Wasser!
Beste Grüsse
Olaf
Wie immer interessante Bilder.

Sah schon Bilder mit Silberlingen in der Schweiz, aber noch interessanter, jetzt sieht man Bilder mit Silberlingen auf der SOB.

Trotzdem gibt es immer wieder Leute, Silberlinge fuhren, abgesehen in den Grenzregionen zu Deutschland, nicht in der Schweiz;-)

Und "Tigerli" ( E 3/3), geht natürlich immer.
Viel zu schnell habe ich deinen Beitrag diesmal fertig gelesen, Urs! Und wünsche mir sogleich "mehr davon"!

Vielen Dank für deine Bilder und die Erklärungen dazu
und hoffentlich bis bald
Jörn.

Wenn in Indien ein Zug um 16 Uhr 31 abfahren soll, dann fährt er um 16 Uhr 31.

In Deutschland fährt er wegen einer Weichenstörung um 18 Uhr 4 und zwar in umgekehrter Wagenreihung und nicht nach Hannover, sondern nach Luckenwalde.

(Dieter Nuhr)

e32 schrieb:
Wie immer interessante Bilder.

Sah schon Bilder mit Silberlingen in der Schweiz, aber noch interessanter, jetzt sieht man Bilder mit Silberlingen auf der SOB.

Trotzdem gibt es immer wieder Leute, Silberlinge fuhren, abgesehen in den Grenzregionen zu Deutschland, nicht in der Schweiz;-)

Und "Tigerli" ( E 3/3), geht natürlich immer.
Grüezi,

Silberlinge waren in der Schweiz recht präsent! So kamen sie regelmässig - ob als Kurswagen, Verstärkung oder mit Agentur- oder Extrazügen meist über Schaffhausen nach Zürich HB. Habe solche öfters in Oerlikon gesehen, ob ich fotografierte, muss ich noch nachforschen. Sicher planmässig kamen sie auch über Basel SBB via Olten nach Bern und vermutlich auch Interlaken. Aussagen von an der Strecke wohnenden Bekannten bezeugen dies. Und selbst am Gotthard waren sie bis Chiasso anzutreffen, ob sie im Sommer (ohne Heizkabelbenutzung) auch weiter bis Milano gefahren sind, ist mir nicht bekannt. Im Sommer wurden vielfach reine Innlandwagen im gegenseitigem Einvernehmen auch über die Grenzen eingesetzt. Man war eben flexibler als heute!
Von Basel waren sie öfters auch an Zügen von und nach Chur anzutreffen. Auch Eilzugswagen mit Doppeltüren in der niedrigeren Klasse konnte ich in Zürich beobachten - die Heizspannung war da doch kein Hindernis! Umgekehrt war dies genau so der Fall: Leichtstahlwagen kamen nach Italien, Österreich, Frankreich und auch nach Deutschland, etc.

Früher war man nicht so stur!


Urs
Urs Nötzli schrieb
Früher war man nicht so stur!


Urs
Genau!
Früher hiess, "Die Show muss weitergehen", auch bei Störungen, usw.:-)