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 04 - Historische Bahn 

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Endlich HiFo-reif – Ein herrlicher Morgen mit dampfenden Loks und Reismühlen




Liebe HiFo-Leser,

im letzten Bericht dieser Berichtsreihe hatte ich die erste Zugverfolgungsfahrt meines Lebens hinter mich gebracht. Nun folgt sogleich die Zweite. Viel Spaß beim Lesen!


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Bild 1: Zur besseren Einordnung der Lokalitäten zunächst eine Übersichtskarte. Links unten liegt Bago an der zweigleisigen, von Süd nach Nord verlaufenden Hauptstrecke Yangon – Mandalay. Dort zweigt die Strecke in Richtung Süden nach Mawlamyaing (und inzwischen weiter bis Dawei) ab. Diese Strecke führte ursprünglich über Abaya und Nyaungkashe nach Mokepalin. Die Brücke über den Sittoung-Fluss wurde allerdings im Zweiten Weltkrieg zerstört und erst knapp 20 Jahr später weiter nördlich bei Theinzayat wieder aufgebaut (Eröffnungstermin 23.03.1962), der Streckenabschnitt Abaya – Nyaungkashe mutierte zur Stichstrecke. Nachdem die Militärjunta 2005 die Hauptstadt in einer Nacht- und Nebelaktion von Yangon mitten in den Busch Zentralmyanmars verlegte (die neue Hauptstadt erhielt den Namen Naypitaw), sollte auch der Eisenbahnverkehr zentral von Naypitaw aus verkehren. Damit Züge von Naypitaw nach Mawlamyaing nicht in Bago Kopf machen müssen, wurde eine großräumige Verbindungskurve gebaut, die mitten im Nirgendwo am neuen Bahnhof mit dem Namen Satthwa-Gone auf die Strecke Richtung Süden trifft. Die Kurve wurde vermutlich 2008 eröffnet. Die heutige Zugverfolgung findet rund um Waw statt.



Nachdem der Vortag bereits so erfolgreich war, machte ich mich direkt nach dem Frühstück zum Sonnenaufgang mit meinem Guide und Fahrer Mr. Han auf den Weg zur nächsten Zugverfolgung. Den ersten Zwischenhalt legten wir beim Fahrdienstleiter im Bahnhof Bago ein. Dieser beschied uns, dass ein Dampfzug gerade auf dem Weg von Mokeplain nach Bago sei. Das überrumpelte uns etwas und so machten wir uns sofort auf den Weg, um dem Zug entgegen zu fahren. Mit maximal möglicher Geschwindigkeit röhrten wir auf dem Moped Richtung Waw. Auf dem Weg sahen wir noch den Morgenzug aus Nyaungkashe nach Bago mit einem Triebwagen der Marke Eigenbau und drei angehängten Wägelchen. Mit dem Morgennebel wäre es ein wunderbares Motiv gewesen, aber mich lechzte es nur nach Dampf. Wir wussten nicht, wo genau sich der Zug gerade befand, zumal die Straße zwischen Bago und Waw ja nicht parallel zur Bahnstrecke verläuft. Da der Zug aus Nyaungkashe unterwegs war, würde der Dampfzug wohl noch nicht durch sein, so unsere Vermutung. Dies bestätigte sich bei der Nachfrage beim Fahrdienstleiter im Bahnhof von Bago, der Dampfzug würde gleich kommen. So blieb uns gerade noch genug Zeit, um zur Klappbrücke zu fahren, wo dann bereits das erste Motiv wartete.

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Bild 2: YD 970 (1950, Vulcan Foundry 5734) brettert mit dem Steinzug aus Mokepalin über die Klappbrücke in Waw…



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Bild 3: … und strebt dem Bahnhof Waw entgegen.




Nachdem mir am Vortag ja das schöne Motiv an der Brück hinter Waw verwehrt blieb, wollte ich heute einen zweiten Versuch starten. Dank eines Zwangshaltes des Dampfzuges im Bahnhof Waw schaffte ich zu Fuß den Weg auf die andere Seite der Brücke, wo das Licht fast perfekt stand.

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Bild 4: Der Güterzug nähert sich aus Richtung Waw der Brücke. Ergänzt wird das Motiv durch eine Frau, die direkt unter der Brücke im Schlammwasser Wäsche wäscht (wie es die Frauen in Myanmar trotzdem immer schaffen, dass ihre Kleidung blütenweiss ist, bleibt mir bis heute ein Rätsel). Die Waschaktion schlägt allerdings Wellen und dadurch ist die Spiegelung nicht perfekt.



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Bild 5: Best ever (wie mein sechsjähriger Sohn zu sagen pflegt): mein bestes Dampfmotiv aus Myanmar.



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Bild 6: Man sieht, wie weit der Wasserstand bereits gesunken ist, obwohl die Trockenzeit noch keine zwei Monate alt ist.




Um es gleich vorwegzunehmen. Es sollte das mit Abstand beste Motiv sein, dass mir in diesem Urlaub gelingen sollte. Eine weitere Verfolgung machte keinen Sinn, da man bis Bago ja nicht mehr in kurzer Zeit von der Straße an die Bahnstrecke kommt, zudem war ich mit der Ausbeute am Morgen schon sehr zufrieden. Wir beschlossen in Waw zu bleiben, denn 2007 dampfte es in Waw nicht nur auf der Bahnstrecke, sondern auch in zwei Reismühlen. Einer dieser beiden Reismühlen statten wir nun einen Besuch ab. Ich hoffe, dass ihr mir ein paar off-topic Bilder nicht übel nehmt.

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Bild 7: Die Reismühle von außen gesehen, oben quilt die Reisspreu aus der Mühle, die dann postwendend wieder zum Beschicken des Dampfkessels genutzt wird.



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Bild 8: Der Dampfkessel stammt von einer Lok, leider konnte ich nicht feststellen, zu welcher Lok dieser Kessel einst gehörte. Der Kessel dient gleichzeitig auch als Wäschetrockner. Der Dampf wird übrigens vom Dampkessel…



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Bild 9: … durch die Lagehalle …



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Bild 10: … an der Mahlanlage vorbei geleitet.



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Bild 11: Aber wo ist die Dampfmaschine? Wir folgen mal den Antriebsriemen…



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Bild 12: … und siehe da: in einem Nebenraum findet sich das gute Stück.



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Bild 13: Gut geschmiert ist das Ding ja. Aber ohne Schmieren kommt man in Myanmar auch nicht weit…



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Bild 14: Das Fotografieren war leider nicht so einfach. Es war stockdunkel und die Innenräume waren voller Staub und Spreu, wie man an den Bildern ganz gut erkennen kann.



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Bild 15: Ein letztes Bild der aktiven Dampfmaschine. Als ich 2011 die Mühle nochmals besichtigte, zeigte man mir ganz stolz die nagelneue, elektrische und Frisch aus China importierte elektrische Mahlanlage, die Dampfmaschine dagegen war mit Staub und Spinnweben überzogen.




Ich hatte in Waw nun genug gesehen und wir traten wieder den Rückweg nach Bago an, wo wir beim Fahrdienstleiter zunächst einmal nachfragten, ob heute noch ein Dampfzug verkehren würde. Leider nein, war die Antwort. So ging ich mit Mr. Han zunächst einmal Mittagessen, anschließend stromerten wir noch durch das Gelände des Güterbahnhofs.

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Bild 16: Von der Straßenbrücke aus erblickte ich die im Güterbahnhof abgestellte Draisine des “Civil Engineering Department Division (6)”.



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Bild 17: Im Güterbahnhof wurden gerade mit Steinen und Kies beladene Güterwagen von Hand auf kleine Laster verladen.



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Bild 18: YD970, die wir heute morgen bei Waw verfolgt hatten, stand mit ihrem Steinzug noch immer im Bahnhof. Ob sie demnächst in Richtung Bago weiterfahren würde? Laut Fahrdienstleiter ja angeblich nicht…



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Bild 19: Bis auf die Gleise konnte ich nicht vordringen. Aber unter die Brücke konnte ich gelangen und noch dieses Bild schießen.



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Bild 20: Ein holländischer Wohnwagen in Myanmar? Nein, eine Wickham-Draisine im Bahnhof von Bago!



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Bild 21: Ansonsten herrschte am Güterbahnhof ziemlich tote Hose.



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Bild 22: Mit am modernsten auf dem Gelände des Güterbhanhofs war noch dieser abgestellte Bahnbetriebswagen.



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Bild 23: Für Kinder natürlich der schönste Spielplatz der Welt. Helikoptereltern gab es 2007 in Myanmar keine…



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Bild 24: Für die Wagenfreunde im Forum hab ich auch noch einen. Personenwaggons mit Holzwänden waren 2007 nicht mehr auf den Schienen unterwegs. Einzelne, abgestellte Exemplare dienen aber Bahnangestelltenund ihren Familien als Behausung.



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Bild 25: Die Durchgangsgleise im Bahnhof Bago sind mit Stacheldraht abgesichert, da kommt man nicht so leicht hin.



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Bild 26: Blick auf die nördliche Bahnhofsausfahrt von Bago mit ihren vielen Formsignalen und dem mechanischen Stellwerk.



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Bild 27: Güter gehörten 2007 in Myanmar noch auf die Bahn.



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Bild 28: Ein altes Maschinenhaus fand sich auch noch auf dem weitläufigen Gelände.



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Bild 29: Die Kinderschar verfolgte mich auf Schritt und Tritt. Allzu oft verirrt sich eine riesige, weiße Langnase ja nicht auf das Gelände des Güterbahnhofs. Anfangs waren sie aber noch ziemlich schüchtern,…



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Bild 30: … aber je länger sie mir folgten, desto mutiger wurden sie.




Wir brechen unseren Rundgang an dieser Stelle erst einmal ab, sonst werden es wieder zu viele Bilder. Im nächsten Bericht drehen wir nochmal eine Runde im BW und schauen, was mit der Dampflok vor dem Steinzug im Bahnhof passiert. Ich würde mich freuen, wenn ihr dann alle wieder dabei seid.


Und wer in Sachen Myanmar noch nicht genug bekommen kann, dem sei ein Hinweis auf meinen aktuellen Beitrag im Auslandsforum empfohlen. Dort gibt es parallel eine Berichtsreihe, die sich meinem letzten Myanmar-Aufenthalt im Jahre 2011 widmet (einfach auf eines der Bilder oder die Bildunterschrift klicken, dann werdet ihr automatisch zum aktuellsten Bericht geleitet).









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Hier geht’s zum aktuellen Bericht im Auslandsforum über meine Myanmar-Reise im Jahre 2011.







Moin Florian,

wieder ein sehr informativer Beitrag, den ich mir gerne angeschaut habe. Dass man in Reismühlen auch Lokkessel verwendet, war mir ebenfalls neu!
;-))

Danke fürs Zeigen,

Martin