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 04 - Historische Bahn 

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Bevor wir zur Folge II des geteilten Schnell-Überblicks „1968“ kommen, zunächst für alle, die hier erst auf die kleine Serie aufmerksam geworden sind, der link-Rückblick auf die bisherigen Osterreisen:

1964,
1965,
1966,
1967 und
1968 / Folge 1


Los geht’s also, mit 1968, Folge II:

Wir schreiben den 6. April 1968, einen Samstag. Ein rechter Aprilwettertag mit kräftigen Sonnenabschnitten und dunklen Wolken in schneller Folge. Als die Heilbronner 64 136, wie dort üblich in jenen Tagen der Umstellung auf Computernummern der DB-Triebfahrzeuge ohne Front- und Hecknummernschilder, ihren P 2528 nach dem Halt in Edelfingen gen Bad Mergentheim beschleunigte, war die „Wolke vom Dienst“ gerade mal nicht zur Stelle:

5.1)

https://abload.de/img/81-12_064136hnp2528_emajy7.jpg



Anders dagegen später, als an gleicher Stelle nach diversen weiteren Dampfzügen nachmittags die „beschürzte“ Crailsheimer 50 1323 mit einer ausladenden, schweren LÜ-Fuhre aus Österreich Richtung Lauda daherkam:

5.2)

https://abload.de/img/81-46_501323crl_edelfjkj1d.jpg


Kein Sonnenstrahl!


5.3)

https://abload.de/img/81-48_501323crl_edelfaajbv.jpg


Wir überspringen im Sinne dieses „Kurzberichts“ den Sonntag, 7. April, Palmsonntag, und kommen gleich zum Folgetag, an dem ich in Bad Mergentheim mein Fahrrad samt Gerödel in den P 2521 lud, mit 050 754 nach Lauda schaukelte, mich mit E 863 und V200 005 nach Würzburg brummen ließ, wo ich D81 mit der Nürnberger 110 243 bestieg. Ziel des Tages: mein Allzeit-Sehnsuchtsort Altenbeken!

Umsteigen dann aber in Bebra, wo mir neben der Eisenacher 44 029 auch die Erfurter 01 531 mit ihrer schönen spitzen Rauchkammertür die Wartezeit vertrieb, als sie Kurswagen auf ihren D 199 umsetze:

5.4)

https://abload.de/img/81-66_01531efd199rgd_yrjqu.jpg

Daß die DR-„Schwarzen“ auf der 01.5 just an diesem 8. April 1968 eine neue Staatsverfassung erhielten, mit der nunmehr die führende Rolle der SED, sozialistische Produktions- und Eigentumsverhältnisse sowie der „demokratische Zentralismus“ für die DDR als „sozialistischen Staat deutscher Nation“ festgeschrieben wurden, ahnte ich bei der Aufnahme natürlich nicht.



Weiterfahrt nach Kassel mit E 398 hinter der E10 215 vom Bw Frankfurt 1. Erneutes Umsteigen, erneut Zeit fürs Hobby: Schnell ins Bw Kassel geradelt und neben diversen Bw-Aufnahmen dieses Bild im Schuppen mit aufgelegter Kamera und 5-10 Sek. Belichtungszeit gemacht, das nach dem Schrecken aus Ludwigshafen – hier, Bild 4.8 - Balsam auf die wunde Seele des Dampflokfreundes war:

5.5)

https://abload.de/img/82-7_10001ksz_bwkassej8jyo.jpg

Ist’s nicht ein beruhigendes Bild, wie die Schöne da so betriebsbereit zwischen 44 336, links, und 50 1795, rechts, steht? – Naja…, wäre da nicht diese Notiz in der Kladde:

Scan 1)

https://abload.de/img/notizblock.rhd_6.4.-13tjxs.jpg

Die Lok wurde am 5. Januar 1968 z-gestellt, nachdem sie zwischen Kassel und Warburg einen Schieberstangenbruch erlitten hatte. Immerhin ist sie nicht, wie ihre Schwester, nach Offenburg unter den Schneidbrenner gewandert, sondern ist bis heute im Deutschen Dampflok-Museum in Neuenmarkt, nächst der berühmten „Schiefen Ebene“, erhalten:

5.5 a)

https://abload.de/img/p1020234_ef-treff.201wbk3i.jpg




Weiter ab Kassel schließlich mit E 540 und der Eckeseyer V 160 149, und dann – endlich: Altenbeken!


Ein strahlend-sonniger Tag, der Dienstag, 9. April. Nur als morgendliche Kostprobe hier die Kasseler Kohle-44 476 mit Dg 6706 auf schwerer Bergfahrt kurz vor Erreichen des großen Bekeviadukts bei Altenbeken:

5.6)

https://abload.de/img/82-30_44476ksdg6706_axyk86.jpg


Die Narben verirrter Bombenabwürfe im 2. Weltkrieg sind auch 1968 im Umfeld des großen Viadukts noch unübersehbar.

Wenig später rauscht E 687 nach Münster über das Viadukt, eine klassische Leistung der BR 10. Tja…, „eigentlich“, siehe oben die Notiz in der Kladde. Inzwischen ist 01 1056 als Ersatz auf den Umlauf abonniert…

5.7)

https://abload.de/img/82-36_011056kse687_alaujfj.jpg



…dicht gefolgt von E 316 mit 01 229 Bw Hannover Hg, die als Ersatz für die offenbar defekt ausgefallene Hammer V200 006 vor dem Zug war:

5.8)

https://abload.de/img/82-54_01229h-hge316_aozkuq.jpg

Auch dieser Zug hat seine Historie, über Jahre nämlich ein Langlauf-Stammzug der BR 03.10.! Das war 1968 freilich auch schon längst vorbei.


Gegen Mittag radelte ich hinunter zum kleineren Dunetal-Viadukt bei Neuenbeken, meinem Lieblingsmotiv im Dampf-Eldorado Altenbeken. Dort wurde das kriegsbeschädigte Bauwerk gründlich saniert, weshalb nur eingleig gefahren werden konnte und eine heute sehenswerte Ansammlung von Bau- und Zubringerfahrzeugen hier versammelt war. Die Kasseler Öl-44 1221 belebte mit Dg 6710 die Szene:

5.9)

https://abload.de/img/82-66_441221ksdg6710_g4kj5.jpg



Vom westlichen Hang ergab sich ein schöner Überblick mit der Kasseler Öl-44 903, die vor einem unbekannt gebliebenen Dg von Altenbeken herunterrauschte:

5.10)

https://abload.de/img/82-68_44903ksdg..._duwhkry.jpg



Die Bauzug-Köf hatte sich inzwischen auf die Viadukt-Mitte bewegt, als sich die Kasseler Öl-44 440 mit einem wiederum unbekannt gebliebenen Dg Richtung Altenbeken hinaufkämpfte:

5.11)

https://abload.de/img/83-3_44440ksdg..._dunqakkz.jpg



Das Bild ist einen Ausschnitt wert, gibt es doch den Blick frei auf die hilfsweise wiederauferstandene Blockstelle Keimberg, gleich hinter dem Viadukt, mit Hp2-zeigendem Signal kurz vor dem Vorsignal von Bk Schierenberg:

5.11 a)

https://abload.de/img/83-3_44440ksdg..._dunvikag.jpg



Am späteren Nachmittag kämpfte sich die Ottberger 44 672, die mit den „Pumpen vorne“, mit dem immer grenzlastigen Dg 6797 kurz vor Neuenbeken die lange Steigung hinauf:

5.12)

https://abload.de/img/83-9_44672ottbdg6797_4kj1q.jpg

Die rauchige Szene, zu der außerdem eine kaum beschreibbare Akustik gehörte, war offensichtlich so faszinierend, daß ich beinahe das Auslösen vergaß und das Vorsignal zu Bk Kleehof schon leicht anschnitt…



Auch der nächste Tag, Mittwoch, 10. April, zeigte sich mit bester Wetterlaune. Die Hannoveraner 01 229 tauchte mit E 387 in den Rehbergtunnel bei Altenbeken ein, während ich in der linken Hand das Mikrofon meines UHER 4000-Tonbandgerät zu meiner 50. Eisenbahn-Aufnahme über dem Abgrund balancierte:

5.13)

https://abload.de/img/83-28_01229h-hge387_ruqjda.jpg



Wieder hinunter zum Bk Schierenberg geradelt, wo mir die Kasseler 44 1121 mit dem dröhnenden Leer-Kesselwagenzug Dg 6941 von Altenbeken herunter vor die Linse fuhr:

5.14)

https://abload.de/img/83-36_441121ksdg6941_fujw3.jpg



Wenig später hatte ich mich oben in der Blockstelle häuslich eingerichtet und den DB-Dienstmann auf „bitte jetzt keine Geräusche“ eingeschworen, um den wie schon am Vortag wiederum sehr schweren Dg 6797 mit gewaltiger Akustik aufzunehmen. Ein nebenher-Nachschuß auf die Ottberger 44 473 ist auch noch gelungen:

5.15)

https://abload.de/img/83-40_44473ottbdg6797ksjxa.jpg



Seht nur mal den Heizer, der trotz Grenzlast des Zuges und noch einem guten Stück des Weges bergan ganz entspannt im Fenster lehnt. Ein Profi!

5.15 a)

https://abload.de/img/83-40_44473ottbdg6797joj6y.jpg

Rechts vom Zug übrigens das Planum des früheren Überholgleises. Später, Anfang der 70er Jahre, nutzten wir den Fahrweg mit dem „Idefix“ für unsere nächtlichen „Zylinderverfolgungen“.


Die seinerzeit älteste DB-44er, die hier am Bk-Signal Schierenberg von Altenbeken herunterrollt, soll auch noch schnell einen Platz in diesem kurzen Bilder-Überblick haben…

5.16)

https://abload.de/img/83-56_44014ottblz_bksk1jz1.jpg




…bevor wir zum Donnerstag, den 11. April, kommen, dem Tag des Mordanschlags in Berlin auf Rudi Dutschke. Ich war im AW Schwerte bei dem unvergessenen, rührigen Manfred van Kampen angesagt, der hier eine sehenswerte Sammlung inoffiziell zusammengeführt hatte, in der Hoffnung, sie für spätere Tage mit besserem Geschichtsbewußtsein der DB-Oberen retten zu können. Eine der vielen guten Initiativen, die schließlich leider doch dem Unverständnis des „modernen Zeitgeists“ zum Opfer fielen…


62 015 *) vor 64 001 (ex Bw Ulm) und 89 801:

5.17)

https://abload.de/img/84-26_6200364001ul898x3jov.jpg

*) Korrektur : natürlich war's die 62 003. Schusselfehler! - Danke an alle direkten und PN-diskreten Hinweisgeber! ;-))


Sie hat als Unterrichtslok an der Bundesbahnschule in Troisdorf lange überlebt:

5.18)

https://abload.de/img/84-32_17218kr_awschwecjjim.jpg


Auch für 03 1013 verlief der Rettungsversuch schließlich erfolglos…

5.19)

https://abload.de/img/84-62_031013ha-eck_awj9jf2.jpg



Genug vom Schrott – und an die Ruhrtal-Strecke nach Geisingen (Korrektur: Geisecke!) geradelt, wo ehedem ein riesiger Güterbahnhof als östliches Tor zum Ruhrgebiet existiert hatte. Die Bestwiger 23 016 brachte mit P 2255 Berufspendler nach Hause ins obere Ruhrtal…

5.20)

https://abload.de/img/84-70_23016bestwp225564ksd.jpg



…während ihre Bw-Kollegin 23 026 mit P 2240 den umgekehrten Weg nahm:

5.21)

https://abload.de/img/84-72_23026bestwp2240wajdx.jpg



Übernachtung bei meinem langjährigen Brieffreund Ulrich Hesse in Soest, der inzwischen schon seit 10 Jahren leider nicht mehr unter uns weilt. Karfreitag, 12. April: „tote Hose“ im Güterzugverkehr. Besuch der Schrottloks vom Bw Hamm, die im Soester Güterbahnhof abgestellt waren. 44 615 mit Oster-Schaf…

5.22)

https://abload.de/img/85-15_44615ham_soest_fwkme.jpg


…und, von rechts nach links, 50 4017 (Tender), 4023, 4001 und 4016:

5.23)

https://abload.de/img/85-26_50402340014016hy0kui.jpg


Doch zurück zu den Lebenden! – Es gab neben Bildern auch noch tiefe, unvergeßliche Altenbeken-Eindrücke, die ich Euch hier nicht zeigen kann: Tonband-Aufnahmen von schweren Zügen in den langen Steigungen! Hier einmal ein Ausschnitt aus der „Tonband-Liste“, alleine vom 9. bis 12. April:

Scan 2)

https://abload.de/img/tonband_09.04.-12.04.ocktz.jpg




Die 35 Minuten lange Nacht-Aufnahme vom 12. auf den 13. April, als der Güterverkehr nochmals richtig hochlief, um zu Ostern alle Güterbahnhöfe im Ruhrgebiet leer zu räumen, ist hier vielleicht besonderer Betrachtung wert:

Scan 2 a)

https://abload.de/img/tonband_09.04.-12.04.j7kjr.jpg

Sieben 44er-Züge in Folge, ohne Unterbrechung, 35 Minuten lang, oft weit mehr als 5 Minuten je Zug! Gänsehaut-Erlebnisse…: Kurz vor Mitternacht bepackt mit Tonband-Tasche aus dem Bahnhofs-Hotel gestapft, unter argwöhnischen Blicken am Bier-Thresen vorbei, hinauf in die Hügel über die Einmündung der „Seelzer Kurve“ in die Warburger Strecke. Hoch über den Gleisen auf dem Stoppelacker in Stellung gegangen, Mikrofon ruhig in die Hand (Stativ gab das Budget nicht her). Erster Zug, bloß nicht bewegen. Kirchturmuhr, Mitternacht. Der erste Zug wummert noch oben im Wald bei Buke, als es unten in der Kurve zischt: Da steht ein Zug und wartet auf Ausfahrt nach Kassel. Gegenzug von oben heruntergerauscht. Zug aus der Kurve fährt schwer an, hämmert lange hinauf nach Buke. Vollmond, es ist sau-kalt, ich hocke wie versteinert, um keine Geräusche ins Mikrofon zu rascheln. Eine Hasen-Familie hat beschlossen, mich als ungefährliche Statue einzustufen und hoppelt vergnügt um mich herum. Unten, am großen Viadukt Wummern, schwerer 44er-Zug aus Paderborn. Eiskalte Vollmondnacht, ich bin völlig steif-gefroren, spüre meine Finger gar nicht mehr, erst recht Füße und Ohren nicht. Die Hasenkinder wagen sich immer näher heran, schnuppern inzwischen an meiner Tonband-Tasche….

Unvergeßlich!

Die Aufnahmen sind über die Jahre leider verloren gegangen. Verliehen, nicht zurück, vergessen…



Zurück zum Oster-Samstag, 13. April. Der zeigte sich am Westhang des Eggegebirges mit „Altenbeken-Wetter“: Trüb, regnerisch.

Eine unbekannte Ottberger 44 mit dem schon zweimal oben gezeigten Dg 6797, links, begegnet am Altenbekener Beke-Viadukt der Ottberger 44 014, die sich mit einem Sonderzug auf den Weg hinunter nach Paderborn macht:

5.24)

https://abload.de/img/85-58_44...ottbdg6797e1k3x.jpg



Oster-Samstag, Tag des Sonderzugverkehrs! Hier kommt die Paderborner 50 1225 mit einem LÜ von Paderborn herauf und hat gleich den großen Viadukt erreicht:

5.25)

https://abload.de/img/86-17_501225pbl_beivimnklt.jpg


Abends bestieg ich dann in Altenbeken den gerade mit E 688 aus Osnabrück vereinigten E 388 nach München. Nein, nicht mit der 10 001, sondern mit seiner „neuen Stammlok“, der 01 1056. Lange Tonband-Aufnahme aus dem 48-Achsen-Zug ab Altenbeken bis km 115, am Ende der langen Steigung nach Neuenheerse hinauf. Die Zuglok Kassel-Bebra ist nicht notiert, es mag eine Würzburger E 18 gewesen sein. Übernachtung bei Herbert Vaupel.


Bebra, Oster-Sonntag, 14. April. Grenzwärtiges bei Obersuhl:

5.26)

https://abload.de/img/87-4_01525erfpd190_gr9rkqa.jpg

01 525 überquert mit D 190 die Friedensgrenze Richtung Westen…


…gefolgt von 01 528 mit D 200, die hier – „Huuiii!!“ – in den Hönebacher Tunnel eintaucht:

5.27)

https://abload.de/img/87-8_01528ef-pd200_hnbnj1q.jpg



Später erlebten wir am Westportal des Tunnels die Eisenacher 44 029…

5.28)

https://abload.de/img/87-12_44029eis_tuwestihjqu.jpg




…und schließlich am alten Überwurf der Verbindung Eisenach-Fulda bei Weiterode die Lz aus Bebra zurückkehrende 01 528:

5.29)

https://abload.de/img/87-20_01528ef-plz_alt2okh9.jpg


Damit beschließe ich den letzten Tag meiner langen Osterreise 1968, auf der ich noch einmal ein beachtliches Sammelsurium an Lok-Baureihen erleben durfte: 01, 01.5, 01.0, 03.10, 10 (beide Loks), 17, 23, 38.10, 41 (Kassel, hier nicht gezeigt), 42, 44, 50, 50.40 DB, 62, 64, 78 (Heilbronn, hier nicht gezeigt), 86 (Kassel, hier nicht gezeigt), 89.8 (und etliche weitere, hier nicht gezeigte aus dem AW Schwerte) sowie 94.5. Hab‘ ich welche vergessen? Nicht ausgeschlossen.

Zum Abschluß zu „1968“ beinahe zwingend auch noch der Hinweis auf das äußerst sehens-, lesens- und erlebenswerte Buch von Rainer Schnell und Helmut Philipp „Bundebahn-Tour 1968“, das in hocher Qualität und neben einem gekonnt gestalteten Überblick über die Geschehenisse des bewegten Jahres der „68er“ weitere Regionen und Aspekte des Eisenbahnbetriebs im Jahr der Loknummern-Umstellung zeigt.

Und damit sind wir hier am vorläufigen Ende meiner Serie „Osterreisen“ angelangt: Über die Jahre 1969 ff will ich Euch im Frühjahr 2020 mit den Teilen 6 ff der Serie erzählen. Ich verabschiede mich auch gleich zu einer kleinen „HiFo-Pause“ und

ich grüße alle recht schön aus Aachen –
Reinhard Gumbert


Edit: Loknummer der Schwerter 62 korrigiert
Edit 2: Aus "Geisingen" (an der oberen Donau gelegen) GEISECKE gemacht. Danke an Chrostoph Beyer für den Hinweis! (Noch so ein Schusselfehler...)



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.05.19 23:14.
Wunderbar; ich weiß nicht, wo ich zuerst mit dem Lob beginnen soll! Daher nur kurz der Hinweis auf die schöne Koinzidenz, daß ich mich vor allem über Keimberg gefreut habe, da ich morgen etwas aus Kaimberg zeige ..

Beste Grüße

Jürgen
Moin Reinhard!

Unbeschadet des wiederum sehr beeindruckenden Rückschau-Berichtes wird mir bei Dir (und einigen anderen Hobbyfreunden) stets bewußt, wie gut ihr es im geografischen Sinne hattet. Frankfurt lag ziemlich genau im Zentrum der alten Bundesrepublik und bot euch daher unvergleichlich kurze Anmarschwege in alle möglichen Himmelsrichtungen - welch ein Angebot! Beispielsweise nicht nur wir Hamburger, sondern umgekehrt auch die Münchener, mußten für unsere Touren ganz andere zu erbringende An- und Abfahrleistungen einplanen, was meines Erachtens ein durchaus zu beachtenes ungünstigeres Zeit- und Reisekostenkriterium als bei euch Frankfurtern (und drum herum) gewesen ist.

Aber nun zu Deiner heutigen Beitragsfolge: Altenbeken-Erlebnisse erinnern mich immer wieder an mein e Unterlassung, diese Gegend zu Dampflokzeiten aufgesucht zu haben, für uns war irgendwie stets südlich von Ottbergen Schluß. Du hast mir schon mit Deinen Beiträgen des öfteren vor Augen geführt, was mir im Raum Altenbeken durch die Lappen gegangen ist, nun aber kommen auch noch Tonaufnahmen hinzu...

Über Deine Aufnahmen aus Schwerte habe ich ein wenig gestaunt. Ich war nur knapp 3 Monate später als Du im Reich des Manfred van Kampen, aber die Loks waren bereits anders als auf Deinen Aufnahmen plaziert. Es muß also Bewegung in der Loksammlung gewesen sein. Vom Abstellplatz in Soest (BR 50.40 DB) hatte ich leider nichts gewußt, diese Baureihe ist mir nie vors Objektiv gekommen. Auch das Taubertal und umzus wurde von mir erst 1969 aufgesucht, aber im Vergleich zu 1968 hatte sich die Baureihenvielfalt dort nicht verändert.

Soweit mein Kommentar zu dieser Beitragsfolge. Gerne bedanke ich mich auch für Deinen Hinweis auf unser Buch von Rainer und mir, es war in der Tat eine sehr erlebnisreiche und gelungene Rundreise.

Mit herzlichen Grüßen nach Aachen

Helmut

Meine bisher erschienenen Beiträge findet ihr durch Anklicken des Bildes hier:
http://s14.directupload.net/images/user/140226/jikgddpg.jpg
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hallo Reinhard Gumbert,

Danke, eine wunderbare Bilderfolge aus vergangenen Zeiten.
Gestatte mir noch einen kleinen Hinweis. Die 62 er im Foto 5.17 ist m. E. nicht die zitierte 62 015,
sondern es war die 62 003? Wenigstens besagte 62 015 blieb der Nachwelt erhalten.

Viele Grüße, Dieter
Klasse Reinhard!
Danke!
Das "Detailbild" von 10 001 musste ich meiner Freundin erklären, indem ich ihr das vorherige Bild der 10 001 im Schuppen zeigte.
MfG aus L....
Stefan



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.05.19 22:46.

Re: 62 003 der DB vs. 62 015 der DR

geschrieben von: Mikado-Freund

Datum: 15.05.19 21:53

Dieter Birk. schrieb:
Die 62er im Foto 5.17 ist m. E. nicht die zitierte 62 015, sondern es war die 62 003?
Hallo Dieter,

ja, es handelte sich um 62 003 — ohne Fragezeichen …: ▼

62_003inSchwerteMai1970.JPG

[www.drehscheibe-online.de]




Gruß

Walter



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.05.19 00:03.

Korrekt! Es war in Schwerte die 62 003!

geschrieben von: Reinhard Gumbert

Datum: 15.05.19 22:09

Danke für den Hinweis, ich habe einfach nur "015" im Kopf gehabt und beim Schreiben nicht aufgepaßt. ..

Beste Grüße!
Reinhard

Geisecke ...

geschrieben von: christoph beyer

Datum: 15.05.19 22:54

Tja Reinhard, bei den Bildern kann ich ja nur staunen und still genießen - KLASSE!

... aber: Bild 5.20 ist in Geisecke (nicht in Geisingen) entstanden.

Der Güterbahnhof Geisecke war wirklich riesig und ist heute vollständig mit Bäumen bewachsen und ein ansehnlicher Wald geworden.

Der Zustand gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ist hier zu sehen (weit nach unten scrollen).

Gruss, christoph beyer

Was für ein Feuerwerk, das Du hier abbrennst, lieber Reinhard! Auch, wenn das abgedroschen klingt, aber beim Betrachten Deines Beitrags bekomme ich Herzklopfen. Mit der Vielfalt, die es 1968 noch in vielen Landesteilen zu sehen gab, war es schon ab September des Jahres vorbei. Und diese Vielfalt hast Du wieder optimal eingefangen! 01 1056 und 229 nacheinander auf dem Altenbekener Viadukt - was will man mehr? Für Fotos wie 5.6 mit der schönen Dampffahne oder 5.12 mit der herrlichen Stimmung kann ich mich absolut begeistern! Und mit Bild 5.24 ist Dir ja fast ein "Klaus-Meschede-Schuss" gelungen! Du weißt, was ich meine!

Bei den abgestellten 5040 in Soest bin ich am selben Tag gewesen. Der Sonnenstand auf Deinem Foto deutet eher auf Vormittag hin; ich war am Nachmittag da [www.drehscheibe-online.de]. Warst Du derjenige, der dem dampflokarchiv den dortigen Bestand an dem Tag gemeldet hat? Ach übrigens: weder an das dortige Schaf, noch an die abgestellte 44 kann ich mich erinnern!

Bei der Aufzählung meiner Favoriten habe ich gerade Bild 5.29 vergessen: auf die Idee, das Brückenfachwerk als Vordergrund in das Bild einzubeziehen, muss man auch erst ´mal kommen - klasse!

Gruß
Klaus
Ein großartiger Beitrag, super. Das sollte doch jetzt die Wogen des HiFos wieder ein wenig geglättet haben nach den Messfahrten des 403er.

Wirklich ein Feuerwerk! Mit jedem Bild dachte ich, das kann doch nicht noch besser werden! Toll. Und dann noch die Rede von 35 min-Tonaufnahmen. Wahnsinn! Aber dann der abgesetzte Satz, dass die Aufnahmen verloren sind … Aua!

Diese Seite mit Dampfsound hat ich mir mal mit Lesezeichen gemerkt, speziell diese Aufnahme 043 221 am Altenbekener Viadukt 1972. Vielleicht entschädigt's. Kennt ja bestimmt der ein oder andere.

Ein weiterer Link mit Karte zu Geisecke hier: Messtischblatt mit Geisecke darauf<br>

Also, vielen Dank für das tolle Erlebnis!
Emil
Hallo Reinhard,

befand sich die Friedensgrenze nicht an der Oder? Wie auch immer, dieser Teil gefiel mir wieder sehr gut.

Von einem englischen Hobbykollegen, der heute Bienen aus dem Aschkasten seiner 25NC im fernen Kimberley entfernte, soll ich Dich herzlich grüßen.

Viele Grüße

Martin

Karfreitags-Auftrieb 1968 in Soest

geschrieben von: Reinhard Gumbert

Datum: 16.05.19 00:01

Es ist ja unglaublich: Hat da was in der Bild-Zeitung gestanden, kurz vor Ostern 1968, über 50.40er in Soest? Es gab ja damals - vor mittlerweile über 50 Jahren! - noch nicht soooo viele Eisenbahnfreunde mit den nötigen Informationen und der Beweglichkeit, den verkrauteten Güterbahnhof Soest zu finden. Und doch liefen an jenem 12. April 1968 gleich drei dieser Typen dort herum: Klaus Groß, Uwe Breitmeier (Darmstadt-Kranichstein!) und der 18jährige Gumbert. Erstaunlich obendrein, daß sie sich dort nicht einmal getroffen haben - und noch bemerkenswerter, daß sich die Parallele von damals heute erst - und überhaupt noch! - aufklärte. -> HiFo at it's best!

Ich komme aus dem Staunen kaum heraus...

Grüße ganz aus dem Westen!
Reinhard

Re: Karfreitags-Auftrieb 1968 in Soest

geschrieben von: 55 4630

Datum: 16.05.19 07:11

Hallo Reinhard

Vielen Dank für Deine wunderschönen Aufnahmen. Am Karfreitag 1968 war ich nicht in Soest, sondern habe den Dampfbetrieb in Vehrte nördlich von Osnabrück mit einer Reihe von 01.10-geführten Zügen, darunter viele Entlastungszüge, genossen und fotografiert.

Bis in einem Monat viele Grüße

Wolf-Dietmar



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.05.19 07:12.
Moin Reinhard,

Genuss pur - so möchte ich Deinen Beitrag umschreiben. Auch mir zeigt er wieder einmal, dass es ein Fehler war, bis heute nicht ein einziges Mal an den Viadukten bei Altenbeken gestanden zu haben - nur im Führerstand diverser Elloks bin ich auf diversen Dienstreisen immer mal wieder drübergefahren...

Auch die Baureihenvielfalt kann sich wahrlich sehen lassen. Bleibt nur noch zu sagen, dass aus der Schwerter Loksammlung wenigstens 89 801, die erste bayerische R3/3, dem Schneidbrenner entgangen ist, auch wenn sie Jahre, wenn nicht Jahrzehnte später in den lodernden Flammen des Lokschuppens im Bw Nürnberg-Gostenhof ausharren musste und wohl heute im DB-Museum Koblenz-Lützel steht, wo ich auch noch nie war.

Dass wir nun bis Frühjahr 2020 auf Deine nächste Osterreise warten müssen, ist ja ok. Ich hoffe nur, dass zwischendurch mal weitere Beiträge von Dir erscheinen werden ;-))

Danke fürs Zeigen,

Martin,
der noch schnell ein Bild von 89 801 als Denkmalslok im AW Duisburg-Wedau anschließt, am 6.8.75 aufgenommen:

http://www.eisenbahnhobby.de/Wedau/SW703-14_89801_DU-Wedau_AW_6-8-75_S.JPG
Grüß Gott Reinhard,

sehr schön, insbesondere die Photos 5.1 und 5.13 faszinieren mich.

Ich gehe mal kühn davon aus, daß auch die Hardware, sprich die Kamera in Verbindung mit dem Film aus den Sechzigern, nicht nur druckreife Photos am laufenden Band produziert hat und ein klein wenig Nachbearbeitung dem Ergebnis nicht geschadet haben.

Gruß, Thomas
Moin Reinhard,

da staunt der Fachmann, und der Laie wundert sich...

Heute schwafelt alles über "E-Mobilität", da zeigst Du so ganz nebenbei, dass man schon vor über 50 Jahren sehr mobil sein konnte, auch ohne Pkw oder gar Elektroauto. Heute Lauda, morgen Altenbeken, unterwegs schnell noch in Bebra und Kassel vorbeigeschaut, ein Abstecher nach Schwerte und Soest, zurück nach Altenbeken, auf dem Heimweg Station in Bebra - es ging, wenn man nur wollte! Und dazu ein "Netzwerk" (wie man neudeutsch sagen würde) von Übernachtungsmöglichkeiten, das zur Schonung des schmalen Budgets eines Schülers sicherlich beitrug.

Ich bin leider erst 1973 auf den genialen Gedanken gekommen, Zugreisen und Radtouren miteinander zu verknüpfen. Rückschauend wäre es sicherlich klug gewesen, dies auch schon 1972 bei unserer ersten Rundreise zu machen - 12 Kilo Gepäck in zwei Packtaschen auf dem Gepäckträger wären sicherlich "bequemer" gewesen als ein Rucksack, den man den ganzen Tag herumschleppen muss (und der zuweilen etwas im Wege war), wir wären an manchen Stellen mobiler gewesen und hätten vielleicht noch einiges mehr erleben können. Die einzige Stelle, die ich mit dem Fahrrad definitiv nicht hätte ausprobieren wollen, wäre die JH in Koblenz-Ehrenbeitstein gewesen (ich bin schließlich nicht Chris Froome).

Die Fotoausbeute war bei so einer Tour natürlich gewaltig, allein schon die Vielfalt der gesichteten Lokomotiven spricht für sich; schade, dass die Tonaufzeichnungen verloren sind (by the way: was hattest Du eigentlich für ein Gerät? Kollegen, die seinerzeit auch Tonaufnahmen machten, schworen auf Uher Report, aber so etwas war für mich damals unerschwinglich).

Und wer turnt da eigentlich im Bild 5.12 auf dem Acker herum?

Über die Bildqulität und die Motivwahl zu räsonnieren, wäre sowieso "Eulen nach Athen tragen"... https://www.smilies.4-user.de/include/Winken/smilie_winke_047.gif

Lieber Reinhard!

Da bin ich doch gern mitgereist!

Viele Grüße!

Olaf Ott

Hut ab!

geschrieben von: TransLog

Datum: 17.05.19 23:23

Hallo Reinhard,

der Begriff "ganz großes Kino" ist etwas abgedroschen, passt zu Deinem Beitrag aber perfekt!

Soviel faszinierende Aufnahmen, Besonderheiten, Skizzen, Kalendereinblicke und nicht zuletzt die Anekdote von den "Osterhasen", die Dich nachts in Altenbeken von der Kälte ablenken wollten... ;-)

zu 5.4) ergänzt sei, dass die Lok lediglich planmäßige Verstärkungswagen (keine Kurswagen) beistellte, die zwischen Bebra und Leipzig mit D 199/200 pendelten.

5.27) mein Lieblingsfoto diesmal, die Einfahrt in den Hönebacher Tunnel!

5.28) seltene Aufnahme der DR 44-Einsätze in Bebra: die Lok scheint lediglich mit/als Lpaz zu fahren.
Vertraglich waren für die DR hier nur Güterzüge der Verbindung Bebra - Seddin - Berlin (West) zu befördern.

Mit freundlichem Gruß, Ulrich
Hallo Martin,

jene Grenze war Anfang der 70er Jahre noch ziemlich stark "befestigt", es soll sogar noch Stacheldraht gegeben haben.

Ein alter Freund, der als West-Berliner damals bei der DR beschäftigt war, berichtete, dass er an einem DR-Betriebsausflug nach Frankfurt (Oder) teilgenommen hatte. Die Frankfurter hatten als Stadtbilderklärer sogar ihren stellvertretenden Bürgermeister aufgeboten.

An der Grenzbrücke zwischen der DDR und Volkspolen mit ihren Befestigungen, löste sich bei meinem Freund (vermutlich angeregt durch ein Bierchen) die Berliner Klappe:

"Also wenn det hier die Friedensgrenze iss, denn möcht' ick hier aba nich im Krieg vorbeikommen..."

Er musste sich zwar später vor seinem Kollektiv verantworten, kam aber mit einer Ermahnung weg.


Gruß, Ulrich
Hallo Reinhard ,

vielen Dank für das Zeigen der Fotos.

Auf den Bildern 5.11 & 5.11a war gerade eine Brückeninspektion im Gange, vergleiche das Fahrzeug mit dem Beitrag " 31.7.1979: Brückenprüfung auf der Schiefen Ebene "

[www.drehscheibe-online.de]

Gruß TVT Fan

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