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 04 - Historische Bahn 

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Zeitungsartikel 1840 - 1914

geschrieben von: Walter aus Bayern

Datum: 16.04.19 09:02

Hallo,

hier weitere Zeitungsartikel:

Augsburger Abendzeitung
Dienstag, 13. Oktober 1840
Nro. 287
* Augsburg. Einen neuen Beweis, welches Unglück durch die Nachlässigkeit des untern Dienstpersonals bei Eisenbahnen herbeigeführt werden kann, liefert auch unsre junge München = Augsburger Eisenbahn. Die Wagen, welche gestern Morgens um 9 Uhr längstens von München hier hätten ankommen sollen, trafen erst halb 12 Uhr ein und man erfuhr nun, daß sich in der Nacht vom Sonntag auf den Montag bei einem Transport zum Glück leerer Wägen von hier nach München, in der Gegend von Althegnenberg ein Unglück ereignet habe, welches jedoch in soweit glücklich ablief, als Niemand dabei beschädigt wurde. Der Zug bestand aus drei leeren Personenwagen, gezogen von einer Locomotive. Als derselbe bei der Ausweichbahn an dieser Stelle ankam, war weder ein Bahnwächter, noch ein Stationswächter, noch der dazu beauftragte Ingenieur gegenwärtig, obgleich man gewiß wußte, daß noch eine Fahrt zu gewärtigen war. Die Locomotive gerieth in das unrechte Bahngeleise und stürzte sammt einem Wagen über einen ziemlich hohen Damm herab, wodurch die Maschine temporär unbrauchbar geworden. Welches Unheil bei gefüllten Wägen hier hätte entstehen können, wollen wir nicht auseinandersetzen; sondern hoffen, daß von Seite der Obern mit mehr Strenge die noch in vielen Theilen bei dieser Anstalt mangelnde Ordnung gehandhabt werde.

Augsburger Abendzeitung
Montag, 14. Juni 1847
München, 8. Juni. Aus der großartigen Maschinenfabrik unseres für Industrie unermüdet verdienstvollen v. Maffei sind dermal wieder zwei neue Lokomotiven (für die königl. württembergische Bahn) vollendet worden. Aus genannter, seit kurzem erst von einem Privaten ins Leben gerufene Anstalt in der Hirschau bei München sind bereits neun Lokomotiven nebst Tender für bayerische Staatseisenbahnen hervorgegangen und 22 in Arbeit. Acht wurden geliefert für die Pfalzbahn, für für die k. hannoversche Eisenbahn, eine große Dampfmaschine zu 200 Pferdekräften, ein großes eisernes Dampfschiff für die Donaufahrten, nebst zahlreichen kleineren Maschinen, welche hier der Raum zu nennen verbietet. Die Maschinenfabrik, welche erst vor Kurzem ganz unerwartet mit einem Besuch Sr. Maj. des Königs überrascht wurde, ist zugleich ein Schauplatz aller neuen und interessanten Verbesserungen und Fortschritte, welch die praktische Mechanik bis zu dieser Stunde gemacht hat. Eine mechanische Schmiede befindet sich bereits im Gange, eine selbstwirkende Nietmaschine wird so eben aufgestellt, gleichfalls der so überaus sinnreich konstruierte Dampfhammer des englischen Mechanikers Nasmyth. Die Fabrik beschäftigt dermal 375 Arbeiter wöchentlich werden über 3000 Gulden blos an Arbeitslöhnen ausbezahlt. (Allg. Z.)

Augsburger Abendzeitung
Mittwoch, 29. November 1854
Nr. 333
München, 28. Nov. Heute Nachmittag 2 Uhr erfolgte die Eröffnung der ganzen Bahnstrecke von hier nach Starnberg; besondere Feierlichkeiten waren nicht damit verbunden; der Unternehmer des Bahnbaues, Herr Baurath Himbsel, hatte viele Personen zu dieser Fahrt eingeladen; die einzelnen Anhaltestationen, so wie der provisorische Bahnhof in Starnberg waren mit Blumen und Guirlanden dekorit. Um 6 Uhr Abends erfolgte die Rückfahrt von Starnberg hieher. Die Strecke wurde in etwa 50 Minuten zurückgelegt.

Rosenheimer Wochenblatt
Sonntag, 19. Juni 1859
Nr. 25
In der Zeit vom 23. Mai bis 9. Juni l. Js. wurden mit 116 Militärzügen von Hof über Augsburg bis Kufstein 10 Generäle, 44 Stabsoffiziere, 893 Oberoffiziere und 40,059 Mann (Unteroffiziere und Gemeine), dann 9695 Pferde, 88 Geschütze, 194 Munitionskarren und 860 sonstige Fuhrwerke befördert. Die Beförderung ging im Allgemeinen sehr gut und glücklich von statten. Einige Mann verunglückten durch eigenes Verschulden trotz aller Warnung; in Schwarzenbach sprang ein Pferd aus dem Wagen und wurde beschädigt; vor dem Tunnel bei Erlangen sprangen drei Pferde aus dem Wagen, wovon zwei getödtet und eines beschädigt wurde.
(Krieg Österreich/Italien; Walter)

Augsburger Abendzeitung
Freitag, 28. Februar 1862
Nr. 59
München, 27. Febr. Die beiden umfangreichen Besitzungen an der Bayerstraße, seit etwa 40 Jahren Eigenthum der Bräuereibesitzer Mathias und Georg Pschorr, berühmt durch ihre ausgezeichneten, an einem Hügel eingegrabenen Keller, wohin des Sommers so viele Münchener wallfahrteten, um einen frischen Trunk zu genießen, wurden vom Direktorium der Verkehrsanstalten, da sie an den der Ausbreitung bedürfenden Bahnhof stoßen, requirirt. Nachdem jedoch die Besitzer von ihrem Eigenthum sich nicht trennen wollten, so wurde gemäß dem Gesetze vom 17. Mai 1837 das Zwangsveräußerungsverfahren eingeleitet, so daß bis Mitte März die beiden Besitzungen zum Staatseigenthum werden.

Münchner Neueste Nachrichten
Mittwoch, 2. Juni 1875
Nr. 153
München, 1. Juni. - * (Lokalbericht.) Gestern früh ereignete sich im Centralbahnhofe wieder ein Unfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Ein bis jetzt unbekannter Mann, welcher unvorsichtiger Weise zwischen den Schienengeleisen umherging, sprang, um einem Zuge auszuweichen, zur Seite, zu seinem Unglücke in ein Nebengeleise, auf welchem er sofort von einem anderen Zuge erfaßt, unter die Räder geschleudert und auf der Stelle getödtet wurde. Der Unglückliche ist im vorgeschrittenen Alter gestanden, hat Glatze, grauen Schnurbart, trug einen alten schwarzen Rock, in seiner Tasche wurde ein Retourbillet nach Deisenhofen mit dem gestrigen Tagesstempel vorgefunden. Die Leiche wurde in den südlichen Friedhof gebracht.

Münchner Neueste Nachrichten
Dienstag, 1. Juni 1886
Nr. 152
München, 31. Mai. - k (Freudiges Ereignis.) Heute Morgens 8 Uhr kam die dem Treuchtlingen = Münchener Schnellzuge vorgespannte Maschine "Gotha" festlich bekränzt hier an. Aus Dankbarkeit für das von heute an erfolgende Anhalten des genannten Morgenschnellzuges an der Station Wolnzach waren nämlich die Bewohner des Marktes Wolnzach mit Musik zum Bahnhofe dortselbst gezogen, bekränzten anläßlich der für die dortige Gegend so wichtige Neuerung die Maschine, brachten ein Fäßchen Bier zur Labung des Personals dorthin und dann fuhren etwa 30 Wolnzacher zur weiteren Feier mit dem genannten Zuge nach München.

Münchner Neueste Nachrichten
Donnerstag, 25. September 1890
Nr. 438
Vorabend=Blatt
München, 24. September. * (Extrazüge.) Zum Oktoberfest verkehren auch heuer am Freitag den 3. und Samstag den 4. Oktober von allen Stationen der Staatseisenbahnen bestimmte Züge nach München, zu welchen Fahrkarten für die 2. und 3. Wagenklasse mit Rückfahrtsgiltigkeit bis einschließlich 13. Oktober zu dem Preise der einfachen Fahrkarten ausgegeben werden. Die Fahrordnung zu diesen Zügen wird durch eigene Plakate bekannt gegeben.

Augsburger Neueste Nachrichten
Samstag, 5. Mai 1894
Nr. 104
München, 3. Mai. - Heute Mittwoch halb 1 Uhr Mittags gerieht auf dem Ostbahnhof der ledige Wagenschieber Heinrich Bucher zwischen die Puffer zweier Güterwägen; es wurde ihm dadurch der Brustkorb eingedrückt, so daß der Unglückliche sofort verschied.

Münchener Post und Augsburger Volkszeitung
Donnerstag, 22. Juli 1897
Nr. 161
Beinahe ein Eisenbahnunglück. Ein eventuell namenloses Unglück drohte dem am Sonntag den 18. ds. Abends 9.35 von Bruck in den Zentralbahnhof einlaufenden Vorortszug Nr. 5042 nächst der Betriebshütte; durch Versehen wurden ca. 8 Personenwaggons über das betreffende Einfahrtsgeleise geschoben, so daß ein Zusammenstoß des dichtbesetzten Zuges mit den leeren Waggons unvermeidlich gewesen wäre, wenn nicht ein Bahnbediensteter die nöthige Geistesgegenwart besessen und den Zug rechtzeitig angehalten hätte. Der Passanten auf der Hackerbrücke, welche Zeugen des Vorganges waren, bemächtigte sich eine große Aufregung und entrüstet frug man sich, wie unweit eines Aufsichtsbeamten derartiges vorkommen kann. Ist denn die Signalordnung außer Kurs gesetzt?

Augsburger Postzeitung
Dienstag, 19. Dezember 1899
Nr. 288
München, 17. Dez. Die von uns vor drei Tagen gemeldeten Verkehrs=Störungen im Münchener Rangirbahnhofe waren am Sonntag Nachts noch nicht behoben; zwar gelang es, einige Güterzüge wegzubringen, doch konnte dies nur dadurch geschehen, daß am Freitag und Samstag jeweils über 20 Güterzüge auf dem vorliegenden Stationen hinterstellt und weitere 20 Güterzüge, die im Lauf waren, ab Augsburg, Ingolstadt, Landshut, Rosenheim etc. ganz eingestellt wurden; allein damit ist nur theilweise geholfen. Es sind nun diese Bahnhöfe überfüllt und wenn am Montag der Frost nicht nachläßt und die überall aufgestapelten Züge gegen München vorgeschoben werden, so wird die gleiche Stauung nochmals eintreten, obwohl man für den heutigen Sonntag die Sonntagsruhe aufgehoben und im Rangirbahnhofe die nöthigen Arbeiten gethan hat. Welch' einen enormen Schaden Handel und Industrie hiedurch erleiden, bedarf wohl keiner näheren Erklärung; es genügt darauf hinzuweisen, daß in München schon manche Fabrikanten den Betrieb einstellen mußten, weil sie ihre Kohlen nicht mehr erhielten, daß fast alle flüssigen Güter gefroren an die Adressaten gelangen, daß sogar der Münchener Hausunrath nicht mehr wegtransportirt werden konnte (er wird bekanntlich täglich 2 Mal in 80 Eisenbahnwaggons nach Puchheim verfrachtet), daß das Vieh nur zum Theil rechtzeitig auf den Platz und in den Schlachthof, sowie zum Markt kam etc. Am meisten aber hat das arme Bahnpersonal auszustehen. Es war nicht vereinzelt, sondern häufig der Fall, daß Güterzüge die ganze Nacht hindurch in Allach, Moosach, Schleißheim, Pasing, Bruck, Maisach, Olching etc. standen und das Bremser= und Führerpersonal statt nach 12 bis 14stündiger Dienstzeit erst nach 30 ja sogar 40 Stunden in seine Heimatstation zurückkam: die Hände und Füße, die Nase und Ohren gefroren und ohne entsprechende Verpflegung: deshalb ist zur Zeit der Krankenstand bei hiesigen Bediensteten ein erschreckend hoher; die dirigirenden Beamten erkannten zu spät, daß es doch ein Gebot der Billigkeit gewesen wäre, das derart angestrengte Personal durch ein anderes abzulösen, nicht aber 24 und 30 Stunden lang im Dienste und ohne genügende Unterkunft und Verpflegung einfach 10 und 12 Stunden lang auswärts stehen zu lassen.

Münchner Neueste Nachrichten
Mittwoch, 1. Oktober 1902
Nr. 454
Vorabend=Blatt
München, 30. September. - * Von den k. Staatsbahnen. Neue Doppelbahnen werden am 1. Oktober in Betrieb genommen, so die Doppelbahn Kempten = Immenstadt und Neusorg = Marktredwitz. Auch neue Bahnwärter = Telephonlinien kommen in nächster Zeit zur Eröffnung, hierunter Ebenhausen = Meiningen, Schwanddorf = Furth, Weiden, Neuenmarkt = Wiesberg, Pentzberg = Tutzing u. s. w. Neue Lokalbahnen werden am 1. Oktober noch nicht in Betrieb genommen; im Laufe des Winters werden die Bahnen Münchberg = Zell, Traunstein = Waging, Ochsenbruck = Allersberg, Eggmühl = Langwaid, Wasserburg Bahnhof = Stadt, Ingolstadt = Riedenburg und Tirschenreuth = Bärnau eröffnet. Auf den Privatbahnen Murnau = Oberammergau und Bad Aibling = Feilenbach übernimmt die bayerische Staatsbahn auch ab 1. Oktober noch die Betriebsführung, jedoch nur bis einschließlich 31. März 1903. Was mit dieser Bahn nachher geschehen wird, liegt noch im Dunkeln.

Münchner Neueste Nachrichten
Samstag, 15. Juni 1907
Nr. 277
Morgen=Blatt
München, 14. Juni. - x Feriensonderzüge. Gleichwie in den früheren Jahren werden auch heuer während der Ferienzeit eine größere Anzahl von Feriensonderzügen aus Norddeutschland nach München und dann weiter nach dem Süden verkehren. Der erste Ferienzug trifft bereits am 30. Juni Nachmittags 2 Uhr 15 Minuten aus Hannover hier ein; ein Teil dieses Zuges zweigt in Würzburg ab nach Stuttgart = Friedrichshafen. Im Bedarfsfalle wird ein zweiter Sonderzug abgelassen, der am gleichen Tage Nachmittags 3 Uhr hier eintrifft. Am 5. Juli kommen zwei Sonderzüge aus Berlin, am 6. Juli drei aus Berlin, am 7. Juli zwei aus Berlin und je einer aus Halle, Leipzig und Hamburg, am 8. Juli ein Sonderzug aus Berlin, am 11. Juli einer aus Hamburg, am 14. Juli drei Sonderzüge aus Berlin und je einer aus Halle, Reichenbach, Leipzig, Chemnitz, Dresden und Hannover, am 20. Juli ein Ferienzug aus Leipzig und am 21. Juli je ein Ferienzug aus Dresden, Leipzig, Glauchau und Chemnitz. Im Monat August kommen gleichfalls mehrere Ferienzüge hier ein, so am 15. je einer aus Leipzig, Chemnitz, Dresden und Bremen=Hamburg und am 16. zwei Ferienzüge aus Berlin und einer aus Halle. Für die meisten Sonderzüge sind bei größerem Andrang von Reisenden noch Bedarfszüge vorgesehrn, die den Hauptzügen folgen. Im ganzen werden 34 Sonderzüge in den Monaten Juli und August aus Norddeutschland hier eintreffen. Von München aus werden die Reisenden zum größten Teile mit Sonderzügen nach dem Süden weiter befördert.

Münchner Neueste Nachrichten
Mittwoch, 19. Januar 1910
Nr. 28
General=Anzeiger
München, 18. Januar. - * Eisenbahnunfall. Im Ostbahnhof wurde am Dienstag Früh 1 Uhr von einem einfahrenden Güterzuge ein über das Merkzeichen des 9. Geleises hinausgeschobener Rangierzug seitlich getroffen. Beide Maschinen wurden leicht beschädigt. Von dem Rangierzug sind drei, von einem gerade ausfahrenden Güterzugeein Wagen umgelegt worden. Personal ist nicht verletzt. Der Materialschaden ist gering. Eine Betriebsstörung trat nicht ein.

Münchner Neueste Nachrichten
Samstag, 20. Dezember 1913
Nr. 649
Morgen=Blatt
München, 19. Dezember.
Lokalbahn Indersdorf - Altomünster
Technische Beschreibung
Am Montag, 22. Dezember, wird die Bahnstrecke von Indersdorf bis Altomünster in Betrieb genommen, nachdem bereits am 8. Juli 1912 der Verkehr auf der 16,287 Kilometer langen Teilstrecke Dachau bis Indersdorf eröffnet worden ist. Die Linienführung der Bahn im Glonntale und im Tale des Zeitlbaches machte eingehende wirtschaftliche und technische Vorarbeiten notwendig,da die im Verkehrsgebiet liegenden Gemeinden und die Einzelinteressenten wegen der Führung der Bahn ab Bahnhof Arnbach und insbesondere wegen der Errichtung eines Bahnhofes bei Eisenhofen oder bei Erdweg keineswegs einig gingen. Es sind, wie uns offiziell mitgeteilt wird, nicht weniger als fünf Wahllinien zwischen Arnbach und Kleinberghofen untersucht und umfangreiche Erhebungen über die vorteilhafteste Lage dieses Bahnhofes für die Verkehrtreibenden durchgeführt worden, bis der Bau in Angriff genommen werden konnte.
Auf Grund der eingehenden wirtschaftlichen und bautechnischen Untersuchungen ist der Bahnhof nächst Erdweg errichtet worden. Demnach verbleibt die Bahn ab Indersdorf auf dem rechten Ufer der Glonn, erreicht bei Kilometer 22,535 den Bahnhof Erdweg. Vor dem Bahnhof Erdweg biegt die Bahn nach Norden ab und überschreitet nach dem Bahnhof Erdweg das Glonntal rechtwinklig unter Anlehnung an den bestehenden Staatsstraßen=Uebergang. Drei Bahnbrücken von 12,5 Meter, zweimal 12,5 Meter und 14,5 Meter Lichtweite sind über das Glonntal zur Ableitung des Hochwassers errichtet worden. Nach dem Glonntalübergang durchschneidet die Bahn mit einem tiefen Einschnitt den östlichen Ausläufer des Petersberges, tritt dann in das Seitental des Zeltbaches ein und erreicht bei Kilometer 25,670 den Bahnhof Kleinberghofen.
In 8=förmiger Biegung sucht die Bahn nunmehr das Tal des Stumpfenbaches auf, berührt bei Kilometer 28,555 den Haltepunkt Stumpfenbach und endigt nach gestrecktem norwestlichem Laufe in dem Endbahnhofe Altomünster mit 498,6 Meter Seehöhe. Die Gesamtlänge der Bahn beträgt 29,860 Kilometer. Von Indersdorf bis zu ihren Endpunkte steigt die Bahn fortgesetzt mäßig an und überwindet dabei eine Höhe von 24,76 Meter. Die größte Steigung beträgt 15 pro Tausend. Die gesamte zu bewegende Erdmasse der Bahn betrug rund 148,500 Kubikmeter, d. i. 5 Kubikmeter auf den laufenden Meter. Zwischen Indersdorf und Altomünster befinden sich mehrere Moosstrecken, die mehr oder minder erhebliche Einsenkungen der Dämme zur Folge hatten und dadurch nicht unbedeutende Mehrkosten verursachten.
Von den im vorausgehenden schon genannten Verkehrsstellen dient der Haltepunkt Stumpfenbach nur für den Verkehr von Personen und den Versand von Kleinvieh bis zur Anschlußstation Dachau. Das gleiche gilt für die nicht mit Personal besetzten Stationen Arnbach und Kleinberghofen, von denen außerdem wegen der vorhandenen Ladegeleise ganze Wagenladungen verfrachtet werden können. Die Bahnhöfe in Erdweg und Altomünster erhalten einfache Betriebsgebäude mit angebauter Ladehalle für den unbeschränkten Güter= und Personenverkehr. Im Bahnhofe Altomünster sind außerdem eine freistehende Laderampe, dann eine zweiständige Lokomotivremise mit Wohnungsanbau und ein Dienstwohngebäude mit vier Wohnungen errichtet worden.
Die sämtlichen Züge, sogenannte "leichte gemischte Züge", dienen dem Personen=, Gepäck=, Expreßgut=, Eilgut=, Milch=, Vieh= und Güterverkehr zugleich. In jeder Richtung werden drei Züge abgefertigt werden mit Anschluß an diein Dachau haltenden Hauptbahnzüge. An Sonn= und Feiertagen verkehrt ein weiteres Zugspaar. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 40 Kilometer in der Stunde. Die Fahrzeit für die ganze Strecke beträgt in der Richtung von Dachau und Altomünster 1 Stunde 55 Minuten, in umgekehrter Fahrt 1 Stunde 58 Minuten, an Sonntagen 1 Stunde 16 Minuten bezw. 1 Stunde 18 Minuten.
Es ist zu hoffen, daß Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe mit Hilfe der neuen Bahn in dem erschlossenen Verkehrsgebiete sich kräftig entwickeln werden. Günstige Ansätze hiezu zeigen sich in der Errichtung eines landwirtschaftlichen Genossenschaftslagerhauses mit Industriegleisanschluß im Bahnhof Altomünster und in dem Anschluß der neuen Drahtseilschwebebahn des Steinmetzgeschäftes Sebastian Aberl in Altomünster an den Schienenstrang. Mit dieser Seilschwebebahn ist der größte Teil des Geleisebettungskieses der neuen Bahnstrecke herbeigeschafft worden. Die Entwurfsbearbeitung der Bahn und die Oberleitung waren der Eisenbahndirektion München übetragen, die Bauleitung oblang der k. Bauinspektion I in München.

Münchner Neueste Nachrichten
Mittwoch, 7. Januar 1914
Nr. 11
Morgen=Blatt
München, 6. Januar. - * Gefährdung des Garmischer Sportzuges. Nach Abfahrt des Garmischer Feiertags=Sportzuges 1381 von Starnberg meldete in Possenhofen ein Streckengeher, daß zwischen Starnberg und Possenhofen beide Gleise durch vom Sturm entwurzelte und umgestürzte Bäume gesperrt seien. Der Zug konnte durch den Schrankenwärter gestellt werden. Die Bäume, die quer über den Gleisen lagen, wurden durch von Possenhofen abgeordnetes Personal zersägt und entfernt; nach 20 Minuten war die Strecke wieder frei. Durch die umgestürzten Bäume sind auch sämtliche Telegraphen= und Telephonleitungen abgerissen worden; mit der Herstellung dieser Leitungen wurde sofort begonnen.

Walter