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Endlich HiFo-reif – Triebwagen & Signalwesen in Myanmar/Burma



Im letzten Bericht hatte ich euch eine Übersicht der in Myanmar eingesetzten Dieselloks gegeben. Zum Abschluss bezüglich des rollenden Materials gibt es noch eine Triebwagenübersicht. Da es nicht allzu viele davon gibt, fällt die Übersicht recht kurz aus und es gibt daher in diesem Bericht noch ein paar Infos zum Signalwesen.


1. Das rollende Material der Eisenbahn in Myanmar – Triebwagen
1.1 Klassifizierung

Die Klassifizierung der Triebwagen erfolgte ziemlich willkürlich. Erst mit der Beschaffung der zahlreichen gebrauchten Triebwagen aus Japan hat man sich für eine gewisse Systematik entschieden, zuvor orientierte man sich an der Notation für Dieselloks (siehe letzter Bericht). Die neueren Triebwagen werden unter den Klassen RBE.XX eingereiht, wobei XX für die Leistung des Triebwagens in 10PS steht. Die Triebwagen der Marke Eigenbau erhalten dagegen die Bezeichnung LRBE.xx oder LRBTE.xx, wobei xx eine fortlaufende Nummer darstellt.



1.2 Geschichte

Die ersten Triebwagen gelangten in Form von Wickham-Draisinen nach Myanmar, darunter ab 1958 auch insgesamt 20 gepanzerte Exemplare aufgrund der wachsenden Bürgerkriegsunruhen und damit einhergehenden Überfällen auf Züge und Sabotage von Bahneinrichtungen. Erst nach der Fertigstellung der Ringbahn in Yangon im Jahre 1958 beschaffte man zwischen 1961 und 1963 insgesamt 23 Diesel-Triebwagen, 21 Exemplare bei Talbot und zwei bei Ganz-Mavag. Für den Betrieb im tropischen Klima waren die die Triebwagen aber wenig geeignet, die Ganz-Mavag Triebwagen wurden wohl relativ schnell ausgemustert, die Talbot-Triebwagen wurden in normale Personenwaggons umgewandelt, die aber heute noch teilweise auf der Ringlinie in Form von lokbespannten Zügen im Einsatz sind.

Im restlichen Streckennetz setzte die Staatsbahn lange ausschließlich auf lokbespannte Züge, auf den Nebenstrecken waren oft auch nur GmPs unterwegs. Erst durch den massiven Ausbau des Streckennetzes in den 1990er-Jahren wurde man in Sachen Triebwagen wieder aktiv, da auch mehr und mehr Dampfloks aussortiert wurden, die bis dato zumeist die Nahverkehrszüge auf den ländlichen Strecken zogen. Aufgrund der wirtschaftlichen Probleme und dem Wirtschaftsembargo des Westens setzte man komplett auf die Marke Eigenbau. Dabei entstanden höchst abenteuerliche und individuelle Exemplare. Gebaut wurden die Triebwagen auf Basis von LKW-Fahrgestellen, wobei die angetriebene Hinterachse auf Meterspur gekürzt wurde und das Fahrgestell auf zwei starre Achsen gesetzt wurde. Die Kraftübertragung auf die Schiene erfolgt über die Gummireifen der Hinterachse ähnlich wie bei Zweiwege-Fahrzeugen. Die Aufbauten wurden dagegen aus verfügbaren Schrottresten (meistens ausgemusterte Personenwaggons) zusammengeschweißt. Jeder Triebwagen ist damit ein individuelles Einzelexemplar. Knapp 80 solcher Triebwagen wurden in den 1990er-Jahren gebaut, bis auf vereinzelte Exemplare sind diese Triebwagen aber von den Gleisen schon wieder verschwunden.


https://farm5.staticflickr.com/4846/31934808297_bc6927dc0f_o_d.jpg
Bild 1: LRBE.71 erwischte ich 2007 auf der Drehscheibe in Bago. Aufgrund ihrer Konstruktion können die Triebwagen mit Ausnahme von Rangierfahrten nur vorwärts fahren. Da sie zumeist auf den Stichstrecken eingesetzt werden, müssen sie am Endbahnhof jeweils wieder gedreht werden, natürlich ausschließlich mit Muskelkraft.



https://farm2.staticflickr.com/1959/31311855898_f02554e1ae_o_d.jpg
Bild 2: Nachdem LRBE.43 den Nahverkehrszug von Bago zum Endbahnhof Nyaungkashe gebracht hat, muss auch er auf der extra eingebauten Drehscheibe gedreht werden.



https://farm2.staticflickr.com/1980/45452341252_79612022d3_o_d.jpg
Bild 3: Auch LRBE.15 muss am Endbahnhof Madauk gedreht werden. Wer genau hinschaut erkennt, dass der Triebwagen mit zwei kleinen Steinen auf den Schienen gegen das Wegrollen während des Drehvorgangs „gesichert“ wird. Auf der Rückfahrt nach Nyaunglebin durfte ich übrigens für einige hundert Meter das Gefährt mal selbst fahren, dabei hatte ich nicht einmal eine Fahrkarte. Wie es dazu kam, könnt ihr demnächst im Auslandsforum erfahren.



https://farm2.staticflickr.com/1923/45505617422_40e1ff319b_o_d.jpg
Bild 4: Bis vor wenigen Jahren kam man noch in den Genuss solcher Nebenbahnidylle, bis 2004 verkehrten auf der Strecke Nyaunglebin – Madauk sogar ausschließlich Dampfloks!



https://farm2.staticflickr.com/1974/31699163428_1709c5461b_o_d.jpg
Bild 5: Meist wurden an den Triebwagen noch bis zu drei Personenwagen angehängt. Die Wagen sind allesamt ungebremst, die Triebwagen haben, wenn überhaupt, meist nur sehr rudimentäre Bremsen (Überbleibsel aus dem LKW-Fahrgestell). Man muss also mit viel Gefühl fahren und gezielt mit dem Motor bremsen, die Gleislage auf den Nebenbahnstrecken lässt aber sowieso keine Fahrgeschwindigkeiten über 20km/h zu. Diese Gesamtkomposition mit LRBE.8 an der Spitze konnte ich auf dem Weg nach Nyaungkashe kurz vor Waw ablichten.



https://farm2.staticflickr.com/1934/45600400771_91c8ac450d_o_d.jpg
Bild 6: Als Vorgriff auf das Signalwesen, das im zweiten Teil dieses Berichts folgt, zeige ich den Triebwagen LRBE.8 im Bahnhof von Bago mit einem Ensemble von Formsignalen.



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Bild 9: LRBE 76 stand 2007 schon reichlich mitgenommen im Schuppen im BW Bago.



https://farm5.staticflickr.com/4913/39911250003_8d7eeec994_o_d.jpg
Bild 10: So sieht der Triebwagen LRBE 76 übrigens im Inneren aus.




Ab 2003 erhielt die Myanma Railways dann gebrauchte Dieseltriebwagen aus Japan, die nach der Umspurung von Kapspur auf Meterspur auch auf dem Eisenbahnnetz in Myanmar eingesetzt werden können. Bis 2013 stieg die Anzahl auf knapp 200, die Triebwagen ersetzen vor allem die zuvor gezeigten Triebwagen der Marke Eigenbau im Nahverkehr, allerdings werden sie teilweise auch im Fernverkehr eingesetzt. Ich durfte z.B. 2009 mit einem solchen Triebwagen 16 Stunden von Mandalay nach Bago gondeln. Wer in Myanmar mit dem Zug reist, darf nicht zu zimperlich sein!

https://farm6.staticflickr.com/5797/30613650753_20eb3799ba_o_d.jpg
Bild 11: RBE.2573 konnte ich 2011 an der Bahnhofsausfahrt von Mandalay ablichten. Er trägt noch die japanische Originallackierung samt Logo der JR („Japan Railways“), lediglich die Nummernbezeichnung hat man in Myanmar in roter Farbe draufgepinselt. Auch der Zielanzeiger ist noch Japanisch (mit chinesisch-japanischen Schriftzeichen), in Myanmar werden Buchstaben genutzt, die sich aus dem Sanskrit ableiten.



https://farm3.staticflickr.com/2655/3756958369_f05e18cf63_o_d.jpg
Bild 12: Auch im Vorortverkehr von Yangon werden seit einigen Jahren japanische Triebwagen eingesetzt, 2009 erwischte ich bei einer Zugfahrt RBE.2550 im Bahnhof Togyaunggale.



https://farm7.staticflickr.com/6071/6144556789_551a9213f0_o_d.jpg
Bild 13: Auch den japanischen Triebwagen werden oft noch zusätzliche Personenwagen angehängt. So hat RBE.5011 schwer zu kämpfen, als er in den Bahnhof Mahlwagon einfährt. Zwischen Mahlwagon und dem Hauptbahnhof Yangon ist die Strecke viergleisig, zwei Gleise gehören zur Hauptstrecke Yangon – Mandalay, die anderen zwei zur Ringbahn rund um Yangon.




Im Jahre 2015 kamen die Myanmar Railways auf die Idee, eine Straßenbahn auf der Hafenlinie in Yangon zu errichten. Dazu wurden gebrauchte Straßenbahnwagen aus Japan erworben. Die Straßenbahn erfüllte allerdings keinerlei Verkehrsbedürfnis und wurde 2016 schon wieder stillgelegt. Die Japaner wollen unbedingt die Ringlinie in Yangon elektrifizieren, dann gibt es wohl den ersten dauerhaften Einsatz von elektrischen Triebwagen auf den Schienen Myanmars.



1.3 Statistik

Die Statistik ist aufgrund der vielen Triebwagen der Marke Eigenbau recht schwierig, im Folgenden sind die mir bekannten Triebwagen aufgelistet. Zuvor noch ein paar Hinweise, wie die Tabelle zu lesen ist:
- Die Bilder sind mit einem Link hinterlegt. Durch Klick auf das Bild bekommt man das Bild in großer Auflösung zu sehen.
- Für die einzelnen Loks habe ich die folgenden Informationen angegeben
[Anzahl]		[Nummernbezeichnung bei der BRC/BR]	[bei der BRC/BR eingesetzt ab Jahr]	[Hersteller]	[Fabriknummer]	[ggf. Baujahr falls abweichend von Einsatzdatum]	[Motor]		[Leistung in PS]	[ggf. Anmerkung]





Class DMU1B'B'+2'2'+2'2'+B'B'1962 wurden für die neu fertig gestellte Ringstrecke in Yangon zwei Triebwagen mit diesel-hydraulischem Antrieb bei Ganz-Mavag bestellt.
kein Foto vorhanden :-(
2?1962Ganz-Mavag19624x140




Class DMU2B'B'+2'2'+B'B'Zwischen 1961 und 1963 kamen insgesamt 21 fabrikneue Triebwagen von Talbot für den Betrieb auf der neu eröffneten Ringstrecke in Yangon. Die hochmodernen Wagen passten nicht so richtig zum eher primitiven, anderen Material der Burma Railways, die fehlende Klimaanlage bereiteten dem Einsatz der Triebwagen ein recht schnelles Ende. Die Wagen laufen aber, nachdem Motoren, Fensterglas und Führerstände ausgebaut waren, noch bis heute auf der Ringstrecke als normale Personenwagen in lokbespannten Zügen.
kein Foto vorhanden :-(
813101 - 131081961Talbot19614x185
413201 - 132041962Talbot19614x185
913301 - 133091963Talbot19614x185




Class DMU31A'2'+2'2'+2'A1'Der massive Ausbau des Streckennetzes ab den 1990er-Jahren erforderte insbesondere auch für die abgelegenen und vom restlichen Netz isolierten Strecken einfaches Rollmaterial, das sich leicht über Matschpisten durch das Gebirge transportieren ließ. So entstanden im Eigenbau aus allem möglichen noch vorhandenen Schrottmaterial insgesamt sechs dreiteilige Triebwagen. 2014 waren immerhin noch zwei davon vorhanden.
kein Foto vorhanden :-(
60301 - 0306?Myanma Railways300




Class D1B?Ebenfalls im Eigenbau entstanden 2001 nochmals vier Triebwagen aus Schrottmaterial, von denen 2014 noch zwei vorhanden waren.
kein Foto vorhanden :-(
40301 - 03042001Myanma Railways300




Class DCA1ADie zunehmenden Bürgerkriegsaktivitäten erforderten den Erwerb von gepanzerten Triebwagen. So lieferte Wickham 1956 12 Exemplare, die unter der Baureihe DCA ("diesel railcar armored") eingereiht wurden. 1970 erstand man nochmals 8 gebrauchte Exemplare von den Malaysia Railways (wo die ebenfalls seit den 1950er-Jahren tobenden Aufstände zwischenzeitlich unter Kontrolle gebracht wurden). Von diesen acht Exemplaren waren 2014 zwei noch einsatzfähig, ein Teil der anderen gepanzerten Triebwagen wurde später für den Aufbau anderer Triebwagen (siehe Klasse DRC) verwendet.
https://farm4.staticflickr.com/3198/2319574200_0b618a065c_m_d.jpg
128501 - 85121956Wickham Co. Ltd, Ware7247 - 72581956RC Perkins P6
88513 - 85201970Wickham Co. Ltd, Ware1953ex. Malaysia Railways




Class DRC1AAus einigen, 1956 gelieferten und nicht mehr verwendeten, gepanzerten Triebwagen aus dem Hause Wickham entstanden im Eigenbau zwei Triebwagen, die hauptsächlich für Inspektionsfahrten verwendet wurden (z.B. wenn irgendein General mal wieder auf Feldbesuch war, um vor Ort Anweisungen an das geliebte Volk zu geben). Beide Triebwagen waren 2014 noch einsatzfähig.
kein Foto vorhanden :-(
10101?Myanma Railways
10102?Myanma Railways




Class LRBE1A1 bzw. B'2'Der massive Ausbau des Streckennetzes ab den 1990er-Jahren erforderte zusätzliches Rollmaterial, das aufgrund der wirtschaftlichen Probleme und des Wirtschaftsembargos aber nur schwer im Ausland beschafft werden konnte. So entstanden insgesamt 78 Triebwagen der Marke Eigenbau. Dazu wurden einfach alte Hino-Trucks auf die Schienen gesetzt, indem man die Karosserie einfach auf zwei Waggonachsen setzte. Die Hinterachse samt Gummibereifung blieb entsprechend gekürzt erhalten und sorgte für die Kraftübertragung. Der Wagenaufbau erfolgte dann mit zusammengeschweißten Schrottteilen ausrangierten Loks und Personenwagen. So hat jeder Triebwagen sein ganz eigenes Design. Die Triebwagen wurden unter der Klasse LRBE ("Light rail bus engine") eingereiht. Die Triebwagen besorgten mit drei kurzen, zweiachsigen Personenwagen den Lokalverkehr auf vielen Strecken. Die Lebensdauer dieser abenteuerlichen Gefährte war natürlich begrenzt, 2014 waren noch 14 Exemplare im Einsatz, mittlerweile sind die Triebwagen allesamt Geschichte, sie wurden von den gebraucht aus Japan erworbenen Triebwagen ersetzt.
https://farm8.staticflickr.com/7158/6737927525_9ee88f0607_m_d.jpg
730001 - 00731995Myanma Railways
40075 - 00781995Myanma Railways
100741995Myanma Railways




Class RBE.25.0?"Ab 2003 gelangten mehr als 100 gebrauchte Dieseltriebwagen u.a. auch im Rahmen von "Entwicklungshilfe" aus Japan nach Myanmar. Nach erfolgter Umspurung von Kapspur auf Meterspur sind die Triebwagen sowohl im Regionalverkehr als auch im Fernverkehr(!) unterwegs. Die Triebwagen werden unter der Klasse RBE.XX eingereiht, wobei XX für die Leistung der Triebwagen in 10PS steht. Dabei werden auch vollkommen unterschiedliche Triebwagen in die gleiche Klasse eingereiht, solange sie nur die gleiche Leistung haben. Die ersten elf Triebwagen mit 250PS wurden folglich unter der Klasse RBE.25.0 eingereiht.
kein Foto vorhanden :-(
1125 001 - 25 0112003diverse Japan250




Class RBE.25?2005 erhielt man dann weitere 107 gebrauchte Triebwagen aus Japan mit 250 PS, die nach der Umspurung unter einer leicht abweichenden Nummerierung eingereiht wurden.
https://farm8.staticflickr.com/7029/6737648811_6d45e560a1_m_d.jpg
10725 01 - 25 1072005diverse Japan250




Class RBE.30?Von 300PS starken Triebwagen kamen nur drei Exemplare nach Myanmar, das Einsatzjahr bei den Myanma Railways ist mir nicht bekannt.
https://farm4.staticflickr.com/3336/3344642817_415e025420_m_d.jpg
330 001 - 30 003?diverse Japan300




Class RBE.50?2009 kamen 53 gebrauchte Triebwagen mit 500PS aus Japan
https://farm7.staticflickr.com/6055/6316270552_3eaefe3137_m_d.jpg
5350 01 - 50 532009diverse Japan500




Class RBE.36?Die letzte mir bekannte Lieferung von gebrauchten Triebwagen aus Japan waren 2013 insgesamt zwölf, 360 PS starke Exemplare.
kein Foto vorhanden :-(
1236 01 - 36 122013diverse Japan360




Class WickhamdiverseÜber die Jahre hinweg kamen einige Draisinen von Wickham nach Myanmar, teilweise direkt zur Staatsbahn, teilweise aber auch an private Anschließer. Für Details bitte die Tabelle weiter unten konsultieren.
https://farm4.staticflickr.com/3280/2318799129_910bd66f4c_m_d.jpg
???Wickham Co. Ltd, Ware






Ein britischer Eisenbahnfreund hat mir dankenswerter Weise eine Liste aller Wickhams zur Verfügung gestellt, die an die Staatsbahn Myanmars geliefert wurden.

Factory No.ModelTypeEngineDateDelivered to
263014366R1283Ford V811.06.1939Burma Railways.
263114367R1283Ford V811.06.1939Burma Railways.
263214368R1283Ford V830.06.1939Burma Railways.
263314369R1283Ford V830.06.1939Burma Railways.
40032701730 SaloonAustin 10hp01.08.1947India Store Department, Burma Railways, Rangoon.
40042701730 SaloonAustin 10hp01.08.1947India Store Department, Burma Railways, Rangoon.
40052701730 SaloonAustin 10hp01.08.1947India Store Department, Burma Railways, Rangoon.
40062701730 SaloonAustin 10hp01.08.1947India Store Department, Burma Railways, Rangoon.
40072701730 SaloonAustin 10hp01.08.1947India Store Department, Burma Railways, Rangoon.
40082701730 SaloonAustin 10hp01.08.1947India Store Department, Burma Railways, Rangoon.
40092701730 SaloonAustin 10hp15.08.1947India Store Department, Burma Railways, Rangoon.
40102701730 SaloonAustin 10hp15.08.1947India Store Department, Burma Railways, Rangoon.
40112701730 SaloonAustin 10hp07.11.1947India Store Department, Burma Railways, Rangoon.
40122701730 SaloonAustin 10hp07.11.1947India Store Department, Burma Railways, Rangoon.
40132701730 SaloonAustin 10hp07.11.1947India Store Department, Burma Railways, Rangoon.
40142701730 SaloonAustin 10hp07.11.1947India Store Department, Burma Railways, Rangoon.
40152701730 SaloonAustin 10hp07.11.1947India Store Department, Burma Railways, Rangoon.
40162701730 SaloonAustin 10hp07.11.1947India Store Department, Burma Railways, Rangoon.
40172701730 SaloonAustin 10hp07.11.1947India Store Department, Burma Railways, Rangoon.
60184238930 Mk.II Insp.SaloonAustin 1200cc17.09.1952Burma Railway, Rangoon.
60194238930 Mk.II Insp.SaloonAustin 1200cc17.09.1952Burma Railway, Rangoon.
60204238930 Mk.II Insp.SaloonAustin 1200cc17.09.1952Burma Railway, Rangoon.
60214238930 Mk.II Insp.SaloonAustin 1200cc17.09.1952Burma Railway, Rangoon.
61004336080 (PRC)Leyland PU60026.01.1953Rendell, Palmer & Tritton – Burma Railway.
723158135Rail GrinderJAP 350cc Type 4/207.12.1955Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
723258135Rail GrinderJAP 350cc Type 4/207.12.1955Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
723358135Rail GrinderJAP 350cc Type 4/207.12.1955Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
723458135Rail GrinderJAP 350cc Type 4/207.12.1955Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
723558135Rail GrinderJAP 350cc Type 4/207.12.1955Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
723658135Rail GrinderJAP 350cc Type 4/207.12.1955Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
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723958135Rail GrinderJAP 350cc Type 4/207.12.1955Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
724058135Rail GrinderJAP 350cc Type 4/207.12.1955Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
724158135Rail GrinderJAP 350cc Type 4/207.12.1955Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
724258135Rail GrinderJAP 350cc Type 4/207.12.1955Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
724358135Rail GrinderJAP 350cc Type 4/207.12.1955Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
724458135Rail GrinderJAP 350cc Type 4/207.12.1955Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
724558135Rail GrinderJAP 350cc Type 4/207.12.1955Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
724658135Rail GrinderJAP 350cc Type 4/207.12.1955Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
724758140Armoured RCPerkins P617.05.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
724858140Armoured RCPerkins P617.05.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
724958140Armoured RCPerkins P617.05.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
725058140Armoured RCPerkins P617.05.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
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725258140Armoured RCPerkins P601.06.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
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725458140Armoured RCPerkins P601.06.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
725558140Armoured RCPerkins P601.06.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
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725758140Armoured RCPerkins P601.06.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
725858140Armoured RCPerkins P601.06.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
72595814517A GTJAP 1323cc Twin bc07.03.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
72605814517A GTJAP 1323cc Twin bc07.03.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
72615814517A GTJAP 1323cc Twin bc07.03.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
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72635814517A GTJAP 1323cc Twin bc07.03.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
72645814517A GTJAP 1323cc Twin bc07.03.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
72655814517A GTJAP 1323cc Twin bc07.03.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
72665814617T--26.03.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
72675814617T--26.03.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
72685814617T--26.03.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
72695814617T--26.03.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
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72715814617T--26.03.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
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72735814617T--26.03.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
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72755814617T--26.03.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
72765814617T--26.03.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
72775814617T--26.03.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
72785814617T--26.03.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
72795814617T--26.03.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
7280581474/S BB 6 seaterJAP 600cc sv Type 910.02.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
7281581474/S BB 6 seaterJAP 600cc sv Type 910.02.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
7282581474/S BB 6 seaterJAP 600cc sv Type 910.02.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
7283581474/S BB 6 seaterJAP 600cc sv Type 910.02.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.
7284581474/S BB 6 seaterJAP 600cc sv Type 910.02.1956Government of Union of Burma, Burma Railways, Rangoon.




https://farm8.staticflickr.com/7926/33000665928_763e7d5a33_o_d.jpg
Bild 14: DCA.8513 war 2007 noch betriebsbereit im BW Mokeplain abgestellt. Es handelt sich um einen der gepanzerten Wickhams, die gebraucht aus Malaysia erworben wurden.



https://farm5.staticflickr.com/4911/39911249263_59f22f6aba_o_d.jpg
Bild 15: Abgestellte Wickham-Draisine im Bahnhof Bago im Dezember 2007. Leider war eine Fabriknummer nicht mehr zu erkennen.





2. Signalwesen

Das Signalwesen kann ich leider nicht so ausführlich darlegen wie das rollende Material. Ich besitze zwar einige Dokumente und Bücher, die ich aber erst einmal sichten und aufarbeiten muss. Daher möchte ich es bei einer kompakten Darstellung und ein paar Bildern belassen.



2.1 Allgemeines

Die Signalisierung Myanmars ist eindeutig britischen Ursprungs. Ich kenne mich mit dem britischen Signalsystem leider überhaupt nicht aus, vielleicht kann der eine oder andere, sachkundige Leser Ergänzungen anbringen.

Mit Signalen gesichert sind lediglich die Bahnhöfe, auf freier Strecke sind mir keine Blockstellen bekannt, nicht einmal an der zweigleisigen Hauptstrecke Yangon – Mandalay. Dazu sei aber gesagt, dass die Bahnhofsdichte recht hoch ist und der Verkehr nicht sonderlich stark ist. Die Fahrt auf den freien Strecken wird mit dem klassischen, britischen Token-System geregelt. Einen Sonderfall stellen Bremsgleise auf den Bergstrecken dar. Hier zweigen auf freier Strecke ansteigende Bremsgleise ab, die am Ende mit Sand aufgefüllt sind. Vor dem Bremsgleis gibt es ein Signal. Erst wenn der nahende Zug akustisch signalisiert, dass seine Bremsen funktionieren, stellt der lokale Weichenwärter Signal und Weiche. Kleinere Bahnhöfe haben oft keine Signale, hier regelt der örtliche Fahrdienstleiter die Durchfahrt der Züge per Fahne an der Bahnhofseinfahrt. An vielen Bahnhöfen sind die Signale mittlerweile außer Betrieb, hier signalisiert dann auch der Fahrdienstleiter mit Fahnen die freie Durchfahrt. Die Kommunikation zwischen Fahrdienstleitern und Lokführern erfolgt inzwischen komplett über Funk, die Telegraphenleitungen sind streckenweise zwar noch vorhanden, werden aber nicht mehr genutzt. Auf einigen Nebenstrecken, insbesondere kurzen Stichstrecken gibt es überhaupt keine Signale, weder an den Zwischenbahnhöfen noch am Endbahnhof.

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Bild 16: Tokenübergabe am Bahnhof Satthwa-Gone an der Strecke Bago - Mawlamyaing. Da der Bahnhof über keine Signale verfügt, hat der Fahrdienstleiter die freie Durchfahrt mit der grünen Fahne signalisiert. Nun überreicht er dem Lokführer von YD 967 den Token für den nächsten Streckenabschnitt bis Abaya.



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Bild 17: Tokenübergabe an einem Bahnhof an der Hauptstrecke Yangon - Mandalay.



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Bild 18: Der Expresszug Yangon – Mawlamyaing fährt in den Bahnhof Abaya ein. Im Hintergrund erkennt man das außer Betrieb befindliche Einfahrtsignal. Der Fahrdienstleiter signalisiert mit seiner grünen Fahne die freie Durchfahrt durch den Bahnhof, gleichzeitig hält er den „Tennisschläger“ in die Höhe, an dem der Token für den nächsten Abschnitt bis zum Bahnhof Theinzayat hängt.



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Bild 19: Der Fahrdienstleiter im Bahnhof Pyin Oo Lwin (Maymyo) bei der Arbeit. Viel zu tun hat er nicht bei einem täglichen Zugpaar.



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Bild 20: Das ist das Reich, über das er herrscht. Der Bahnhof hatte früher eine weitaus größere Bedeutung, liegt er doch am Ende des Steigungsabschnittes hinauf auf das Shan-Hochplateau. Zudem war Maymyo ein beliebtes „hill resort“ der britischen Kolonialherren.



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Bild 21: Auszug aus dem Signalhandbuch der „Burma Railways“ aus dem Jahre 1947/48. Das Signalbuch ist noch komplett in Englisch geschrieben, da es in erster Version wohl kurz vor der Unabhängigkeit gedruckt wurde.




2.2 Formsignale

Britische Formsignale wurden sehr früh eingeführt und haben bis heute weitestgehend Bestand, selbst die neu gebauten Strecken werden (wenn überhaupt noch) mit Formsignalen ausgerüstet. Dagegen sind auf der Hauptstrecke Yangon – Mandalay die Formsignale schon lange verschwunden, lediglich der Bahnhof Bago, wo die Strecke Richtung Süden von der Hauptstrecke abzweigt, ist noch komplett mit Formsignalen ausgerüstet. Man hatte schon einmal damit begonnen, auf Lichtsignale umzustellen. Da das gesamte Bahnhofsgelände zur Regenzeit aber komplett unter Wasser steht, hat man den Versuch abgebrochen. 2018 startet man einen neuen Versuch, mal schauen, ob man diesmal erfolgreich ist. Die meisten in diesem Bericht gezeigten Formsignalbilder stammen daher auch aus dem Bahnhof Bago. Im Bahnhof Bago hat man aufgrund der Größe zwei mechanische Stellwerke gebaut, auf kleineren Bahnhöfen werden die Signale und Weichen direkt am Signal gestellt, lediglich die Vor- und Einfahrtsignale werden dann per Seilzug bedient. Der Fahrdienstleiter muss sich also bei einem einfahrenden Zug an die Bahnhofseinfahrt begeben. Bei Zugkreuzungen kommt er dabei ziemlich ins Schwitzen, schließlich muss er dann zwischendurch von einem Bahnhofsende ans andere laufen.

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Bild 22: Dieser Plan hängt im nördlichen Stellwerk von Bago. Am nördlichen Bahnhofsende zweigt die Strecke Richtung Süden (Mottama, Mawlamyaing) von der zweigleisigen Strecke Richtung Mandalay ab.



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Bild 23: Der Triebwagen LRBE.43 der Marke Eigenbau passiert ein Sperr- oder Rangiersignal im Bahnhof Bago, rechts das nördliche Stellwerk. Links im Hintergrund sieht man weitere Formsignale sowie die Signalbrücke an der nördlichen Bahnhofseinfahrt.



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Bild 24: Innenansicht des nördlichen Stellwerks von Bago. Personalmangel ist bei der Eisenbahn Myanmars eher ein Fremdwort, vielleicht sollte die DB dort mal einen „recruiter“ (wie es so schön auf Neudeutsch heißt) hinschicken.



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Bild 25: Ein “rein chinesischer“ Expresszug (Lok und Waggons stammen aus China) fährt aus Mandalay kommend in den Bahnhof Bago ein und passiert dabei die Formsignalbrücke. Das Gleis rechts ist das abzweigende Streckengleis nach Mottama. Die fliegenden Händler warten schon, um kurz darauf in den einfahrenden Zug aufzuspringen. Solange sich der Zug im Bahnhof Bago aufhält, versuchen sie dann so viele Waren wie möglich zu verkaufen. Die Kinder hoffen dagegen, dass die Fahrgäste ein paar leere Plastikflaschen aus den Fenstern werfen.



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Bild 26: Wo es eine nördliche Signalbrücke gibt, ist auch eine Südliche nicht weit. Eigentlich wollte ich von einer ganz anderen Stelle fotografieren. Allerdings jagte mich gleich eine ganze Horde Militärgeheimdienstler durch das Bahnhofsgelände. Auf der Flucht fand ich Unterschlupf in einem Kloster an der Bahnlinie, von wo aus dieses Bild entstand. Der Triebwagen LRBE.71 steht gerade unter der südlichen Signalbrücke. Im Gegenzug für die Hilfe beim Verstecken und Fotografieren bekamen die Novizen im Kloster dann eine kostenlose Stunde Englischunterricht bei mir. Eine „Win-Win situation“, wie man auf Neudeutsch sagt.



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Bild 27: Im Dezember 2007 passiert ein Güterzug aus Yinnyein das Formsignal an der Bahnhofsausfahrt von Theinzayat. Es war die allererste Zugverfolgung meines Lebens. Vollkommen unerfahren in Sachen Eisenbahnfotografie habe ich leider die Schattenseite gewählt.



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Bild 28: Zum Thema Formsignal auch ein kurzer Abschnitt aus dem Signalhandbuch der „Burma Railways“.



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Bild 29: Ein weiterer Ausschnitt aus dem Signalhandbuch zu Rangier- und Weichensignalen, der auch Lichtsignale behandelt (siehe folgender Abschnitt).




2.3 Lichtsignale

Vor dem Zweiten Weltkrieg war Myanmar eines der reichsten und fortschrittlichsten Länder Asiens. Angeblich gab es in Yangon schon elektrisches Licht, als in London noch die Gaslaternen brannten. So begann man auch recht früh noch vor dem Zweiten Weltkrieg mit der Installation von Lichtsignalen entlang der Hauptstrecke Yangon – Mandalay, die großen Bahnhöfe wie Yangon, Mandalay oder Thazi wurden komplett auf Lichtsignale umgestellt. Die Signale stammen von Westinghouse und sind größtenteils baugleich mit den Signalen auf den meisten Strecken von London Underground. Von einem Bahnangestellten in Myanmar wurde mir mal erzählt, dass die Londoner Kollegen vor einigen Jahren in Myanmar angefragt hätten, ob dort noch Ersatzteile vorhanden wären, die man abkaufen könne. Ich weiß aber nicht, ob die Geschichte stimmt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem rapiden wirtschaftlichen Abstieg Myanmars hatte man Mühe und Not, die bereits vorhandenen Lichtsignale weiter zu betreiben. Alleine schon die Stromversorgung wurde immer schwieriger. Noch als ich 2009 in Myanmar war, gab es in den Großstädten Yangon und Mandalay höchstens stundenweise Strom, in kleinen Städten wie Thazi überhaupt keinen Strom. Nach der politischen Wende 2011 kamen insbesondere aus Japan Angebote, vor allem die Hauptstrecke Yangon – Mandalay inklusive der Signaleinrichtungen zu modernisieren. Wie oben bereits geschrieben, sollen in Bago angeblich bald die Formsignale fallen…

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Bild 30: Ein Lichtsignal am Hauptbahnhof Yangon.



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Bild 31: Lichtsignal am Bahnhof Thazi.



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Bild 32: Fahrkartenkauf im Bahnhof Thazi zur morgendlicher Stunde, mangels Strom im romantischen Kerzenschein. Der Verkäufer inspiziert meinen Reisepass, denn Ausländer müssen extra Fahrkarten kaufen, die mehr als das Hundertfache des Preises für Einheimische kosten, aber trotzdem noch immer sehr billig sind.



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Bild 33: Ein GmP kurz vor dem Bahnhof Yangon. Rechts neben dem blauen Personenwagen kann man eine interessante Lichtsignalvariante sehen.



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Bild 34: Die Signale nochmals im Detail. Die Züge sind nicht so überfüllt wie in Indien, die Fahrgäste hängen nur an den Außentüren, weil sie vor Erreichen des Hauptbahnhofs noch während der Fahrt abspringen wollen. Schließlich muss man im Bahnhof beim Verlassen des Bahnsteigs an der Sperre nochmals seine Fahrkarte vorzeigen…



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Bild 35: Detailaufnahme eines Signals. Lieferant der Lichtsignale war wie gesagt Westinghouse.




Quellen:
- Festschrift der Burma Railways zum 100 jährigen Eisenbahnjubiläum 1977
- Gütertarifbuch der Burma Railways aus dem Jahre 1956/57
- Signalhandbuch der Burma Railways aus dem Jahre 1947/48
- Eingesehene Unterlagen im Ausbesserungswerk Insein
- Fernexpress Ausgabe I/12 Myanmar
- Diverse Ausgaben der „New Light of Myanmar“ (ehemalige Propagandapostille der Militärjunta)
- Persönliche Informationen vom Eisenbahnpersonal in Myanmar aus den Jahren 2007 bis 2011
- Loklisten von Thomas Kautzor


Und wer die ersten drei Berichte zur Geschichte und zum rollenden Material verpasst hat, hier sind nochmals die Links:








Ich hoffe, dass ich mit dieser vierteiligen Berichtsreihe bei euch ein bisschen das Interesse für die Eisenbahn Myanmars geweckt habe. Weiter geht es nun zunächst einmal mit einem Dampf-Einschub aus China. Da selbiger aber noch nicht HiFo-tauglich ist (die Bilder sind frisch vom Januar diesen Jahres), erscheinen die Berichte im Auslandsforum. Bei Interesse einfach ab und an mal dort vorbeischauen oder gelegentlich einen Blick in mein Inhaltsverzeichnis (siehe meine Signatur) werfen. Den nächsten Bericht hier im HiFo mit burmesischen Dampf-Impressionen aus dem Jahre 2007 werde ich dann voraussichtlich in 14 Tagen hier einstellen, danach gibt es abwechselnd im 14-Tages-Rhythmus Beiträge im HiFo und im Auslandsforum. Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere HiFo-Leser auch ein bisschen über den Tellerrand blickt und meine Berichte im Auslandsforum liest.

Triebwagen - sehr schön! Darauf habe ich gewartet!

Den LRBE finde ich extrem raumunökonomisch aufgebaut. Er wirkt eigentlich eher wie eine Diesellok mit Fahrgastraum und erinnert somit an die 2091 der ÖBB (hier jedoch Gepäckraum). Es verwundert auch, dass der Fahrgastraum nicht über die volle Breite baut, da als Einrichter keine Rücksicht erforderlich ist. Hier wäre es vermutlich besser gewesen, den Motor mit in den Fahrgastraum zu nehmen und einen Fahrersitz anstelle eines kompletten Führerstandes einzurichten, um nicht so viel Totraum mitzuführen. Aber gut, ich will nicht klugsch..., wahrscheinlich wird es entsprechende Zwangspunkte gegeben haben. Erstaunlich auch, dass es scheinbar nicht genügend Altbusse gibt, deren Aufbauten man komplett hätte auf Schienenfahrgestelle setzen können.

Mir gefallen die japanischen Vierachser mit Frontübergangstüren sehr gut, die in mehreren Generationen seit den

Viele Grüße von Jan Olaf



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:03:22:13:17:32.
Hallo Jan Olaf,

richtig unökonomisch ist ja eigentlich nur der LRBE.43, da hat man in der Tat sehr viel Platz verschenkt. Er ist aber auch eher untypisch, die anderen LRBE-Triebwagen nutzen den vorhandenen Raum ja durchaus ganz gut aus. Bis vor wenigen Jahren war der Import (gebrauchter) Autos, LKW und Busse wegen der Wirtschaftssanktionen und extrem hohen Zöllen praktisch unmöglich. Ein 30 Jahre alter Toyota Corolla kostete bis vor wenigen Jahren noch über 30.000 US$! Oft hat man daher die Autos in Thailand zerlegt, in Einzelteilen durch den Dschungel geschmuggelt und anschließend wieder zusammengebaut. Kleinere LKWs waren daher noch eher verfügbar als Busse. Noch 2009 sah ich in Yangon Busse mit Holzkarosserie im normalen Linienverkehr. Nicht aus nostalgischen Gründen, sondern weil es einfach nichts anderes gab:


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Viele Grüße

Florian
Hallo Florian,

ich hatte das auch nur auf den LRBE 43 bezogen. Die anderen VT sind in der Tat sehr zweckmäßig gestaltet. Die Busse auf dem oberen Bild dürften auf leichten Militärlastwagen entstanden sein. Der Bus (Basis Dodge 40er Jahre?) auf dem unteren Bild erinnert an eine kolumbianische Chiva. In Kolumbien wäre das Fahrzeug allerdings bunter gehalten.

Viele Grüße von Jan Olaf



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:03:22:14:01:09.
Moin Florian,

auch dieser Beitrag kann die hohe Qualität der anderen locker mithalten. Ich bin wieder überrascht ob der vielen Informationen, die Du hier zusammengefasst hast. Sowohl über die Triebwagen als auch über die Bilder des Signalwesens habe ich mich sehr gefreut!

Danke fürs Zeigen,

Martin

Edit: Schreibfehler
Edit2: nochmal Schreibfehler :-((



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:03:22:19:49:36.
Hallo!

Ein toller Beitrag zu einem mir vollkommen unbekannten Land - vielen Dank fuer Deine Fleissarbeit!

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.
(Merke: Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer)

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind: Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen - und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Seit einiger Zeit biete ich sogar (gegen einen kleinen Obolus) auch Patenschaften fuer meine Fehler an.