Teil 2: [
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Teil 3: [
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Liebe HiFo-Freunde,
wie 1968 war ich auch in den Osterferien 1969 für 3 Tage in Sachen Bahnfotos unterwegs – meine letzte Osterferien-Exkursion, weil es für mich als Schüler die letzten Osterferien waren. Die Abiturklausuren waren im Kasten; ich hatte ein recht gutes Gefühl, so dass ich mich ziemlich unbeschwert auf Reisen begab. Über Hannover ging es nach Braunschweig (Übernachtung), Goslar (Übernachtung) und Helmstedt. Anders als im Vorjahr hatte ich den Karfreitag ausgeklammert: ich war vom 1.4. bis zum 3.4. (Gründonnerstag) unterwegs.
| . . . | Viele Details der Fahrt hatte ich in der Zwischenzeit verges-
sen; zum Glück haben sich 2 der benutzten Fahrkarten er-
halten. Mit denen (s. rechts) lässt sich die Tour, insbeson-
dere, was die benutzten Züge angeht, fast lückenlos rekon-
struieren.
Nach der Busanreise von Westerstede nach Oldenburg ging
es von da mit dem E 786 nach Bremen und weiter mit dem
E 684 nach Hannover. Da hatte ich mit Blick auf mögliche/
erhoffte Begegnungen mit 01 eine Pause bis gegen 14:30
eingelegt.
Für den Abschnitt von Hannover nach Lehrte gibt es keinen
Zangenabdruck; ich vermute, ich bin mit dem N 4067 gefah-
ren. Die Weiterfahrt mit dem E 4955 bis Braunschweig ist
wieder per Zangenabdruck belegt. Der Nachmittag des 1.4.
ab ca. 16 Uhr war dem Bw-Besuch vorbehalten, von dem
ich heute die Fotos zeige.
Nach der Übernachtung in der JH Braunschweig bin ich am
2.4. mit dem E 534 nach Goslar gefahren, s. Fahrkarte. Über
den Bw-Besuch und meinen Strecken-Spaziergang da wer-
de ich in Teil 2 berichten; übernachtet habe ich in der JH GS.
Für die Fahrt von Goslar nach Helmstedt am 3.4. habe ich
in meinem Archiv keine Fahrkarte gefunden. Ich bin aber
sicher, dass ich über Börßum – Jerxheim (damalige KBS
(206, 206c) gefahren bin, und zwar mit NT 2019 bis Bör-
ßum, T 3237 Börßum – Jerxheim und letztlich T 3225 bis
Helmstedt.
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In Teil 3 dieser kleinen Reihe werde ich dann über meinen Aufenthalt in Helmstedt berichten. Die Rückfahrt, wie sie durch Zangenabdrucke dokumentiert ist, wäre nach den mir vorliegenden Kursbüchern (W 68/69 gehört nicht dazu) wegen teilweise negativer Übergangszeiten nicht möglich gewesen; im Winter 68/69 muss es wohl gepasst haben. Für den ersten Abschnitt nach Braunschweig fehlt das Ticket; passen würde der E 506. Der Rest ist dokumentiert: BS – H: E 622, H – HB: E 589, HB – Hude: 1317, Hude – OL: T 3959. Heute würde ich mich nicht mehr trauen, eine Reise mit derart häufigem Umsteigen zu planen, weil man fast sicher sein kann, dass die Reisekette wegen irgendeiner Verspätung mindestens einmal reißt.
Die Pause bei der Hinfahrt in Hannover hatte ich zeitlich so gelegt, dass ich auf jeden Fall den D 112 Berlin – Köln erwischen konnte, der gemäß den „Dampfgeführten Reisezügen“ zwischen Helmstedt und Hannover von Braunschweiger (0)01 gefahren werden sollte; aber Fußnote: „Einsatz 220 Bw Hannover möglich“. Hier hatte ich Glück: der 112 kam mit 01 179 herein, die zu meiner Freude noch die alter Nummer trug, s. Bild 1.1.
Bild 1.1
Da kohlegefeuerte Dampfloks im Schnellzugdienst 1969 in Norddeutschland bereits absolute Raritäten waren, habe ich ein paar mehr Fotos von 01 179 gemacht; 2 davon waren in [
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Bild 1.2
Nachdem die Lok den Post-
wagen irgendwo im Bahn-
hofsbereich abgestellt hat-
te, ging es dann in Rich-
tung Hainholz, s. Bild 1.3.
Hannover, Bremen Hbf u.
Hannover Hgbf hießen die
Stationen von 01 179 in
den Sechzigern, bevor sie
mit ihren Hannoveraner
Schwesterloks am 30.9.
68 nach Braunschweig
gekommen war, noch für
ziemlich genau ein Jahr:
z 25.9., + 3.12.69, s.
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Ich bin dann noch bis nach
14 h in Hannover geblieben,
wohl in der Hoffnung, dass
auch der D 109 Bonn – War-
schau ab hier mit 01 gefah-
ren würde – wurde er aber
nicht!
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Bild 1.3 |
Die nächste Aufnahme (1.4) stammt dann aus Braunschweig. Irgendwie habe ich in Erinnerung, dass ich die noch vor meinem Bw-Besuch vom Hbf aus gemacht habe; ich kann mich aber täuschen. Auf jeden Fall zeigt sie einen (Not-) Nachschuss auf die Rheiner 01 1057, die offenbar im Aw eine Untersuchung mit Farbauffrischung erhalten hat.
Gemäß den Kommentaren von Helmut "03 1008" und Mathias Lauter war die Lok vom 20.2. bis zum 31.3.(1 Tag vor der Aufnahme) zur L 2 im Aw. Erstaunlicherweise trägt sie (noch) die alter Nummer an Führerhaus und Tender! Seit Ende September 68 in Rheine, sollte sie noch gut 2 Einsatzjahre vor sich haben: z 12.8., + 15.12.71 [
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... Wohl nicht mehr ganz, s. Kommentar von Mathias Lauter.
Bild 1.4
Die Bilder ab hier stammen definitiv von meinem Bw-Rundgang, den ich in recht auskunftsfreudiger Begleitung unternahm. Ich hatte wohl primär die Schnellzugloks im Visier: mit den nächsten beiden Bildern auf dem Film habe ich 03 131 festgehalten. Gerne hätte ich gerade diese Maschine
ganz auf den Film gebannt; aber mit dem Rücken zur (Güterwagen-) Wand war kein Schritt zurück möglich, so dass ich den leicht angeschnittene Tender in Kauf nehmen musste, Bild 1.5.
Bild 1.5
Beim nächsten Bild habe ich dann bewusst nur die Lok in den Fokus genommen. 03 131 sollte zum 1.9.70 von Braunschweig noch nach Ulm weitergegeben werden. Dort wurde sie als vorletzte (?) DB-03 am 24.5.72 z-gestellt und 3 Monate später ausgemustert; sie gehört zum Bestand des DDM Neuenmarkt-Wirsberg [
www.revisionsdaten.de]. Zu ihrer Braunschweiger Zeit ist sie mir ein paar Wochen nach diesen Aufnahmen noch einmal in Hannover vor die Kamera gefahren, s. [
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Bild 1.6
Wegen der Baureihen 44 und 50 war ich nicht aus dem Ammerland nach Braunschweig gereist; die waren Alltag an der Ems, nur 40 km von zu Hause entfernt. Dementsprechend habe ich die in Braunschweig nur dann aufgenommen, wenn sie sich besonders eindrucksvoll präsentierten; bei der Situation von Bild 1.7 schien mir das gegeben. Zu sehen ist 44 1188, die sich hinter der neuen Nummer 044 188 verbirgt. Noch bis zum 27.9.69 sollte die Lok in Ottbergen beheimatet sein; Schweinfurt, Nürnberg Rbf, Betzdorf und letztlich Gelsenkirchen-Bismarck hießen danach die Stationen; z 20.2., + 1.5.73 [
www.revisionsdaten.de]. Auf der Pufferbohle ist zweifelsfrei zu lesen: „Unt. Bwg. 18.10.66“.
Bild 1.7
Inzwischen hatte sich das Wetter gebessert. Ab und zu gab es sogar Sonnenschein, auch just in dem Moment, als ich bei 94 1644 ankam – und: kann sich eine Lok besser ins Licht stellen, als 94 1644 in Bild 1.8? Vielleicht stört der Prellbock ein wenig, aber an dem stand sie nun mal – übrigens nur vorübergehend. Genau ein Jahr später sollte sie noch an das Bw Lehrte weitergegeben werden, z 30.7., + 15.12.71 [
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Bild 1.8
Das nächste Bild auf dem Film zeigt zur Abwechslung ´mal wieder eine Schnellzuglok, die vormals Mindener 01 1090, die nunmehr von Braunschweig aus noch dem BZA Minden zur Verfügung stand, nicht mehr lange, denn die Z-Stellung sollte am 13.5., die Ausmusterung am 19.9.69 erfolgen [
www.revisionsdaten.de]. Ich habe übrigens meine Zweifel, ob die Lok nach meiner Aufnahme noch ´mal in Fahrt gekommen ist; schließlich stand im Bw in Form der 01 1098 seit Ende 1968 eine weitere 01
10 zur Verfügung. Dieses Foto habe ich im Rahmen meiner Minden-Reihe schon einmal gezeigt.
Bild 1.9
Noch einmal gab es Sonnenschein, genau dann, als ich neben 01 126 stand. Blieb mir nur noch, abzudrücken. Hier hätte ich sicher den Tender auch noch vollständig mit auf das Bild bekommen können, habe ich aber nicht – weshalb auch immer! Nach 1945 war die Lok ausschließlich in Braunschweig und Hannover (mehrfach abwechselnd) beheimatet, bis sie am 1.4.70 letztlich an das Bw Hof abgegeben wurde; z 10.3., + 15.8.72 [
www.revisionsdaten.de].
Bild 1.10
Neben der 01 126 stand 44 1187, die spätere 044 186-5, die hier in „Hannover-Hgbf-Manier“ als 44 186 firmierte (kein Wunder: bis ½ Jahr vor der Aufnahme war sie ja auch da beheimatet gewesen), und ebenso von der tiefstehenden April-Nachmittagssonne angestrahlt wurde, s. Bild 1.11. Bis zum 19.3.72 lief sie beim Bw Lehrte und kam letztlich nach Ottbergen; z 20.7.73, + 28.3.74 [
www.revisionsdaten.de].
Bild 1.11
Dann führte mich mein Begleiter auf den Führerstand einer der Loks. Fragt mich aber bitte nicht, welche – ich weiß nicht einmal mehr die Baureihe!
Martin Welzel und Helmut "ICE" haben genauer hingesehen und die Lok als NK-01 identifiziert, s. Kommentare. Ich habe dann aus dem Heizerfenster einen Blick auf die in 2 Reihen stehenden Dampfloks festgehalten. Links steht die 50 2548, die seit Oktober 1948 hier stationiert war (bis 27.5.72); die weiteren Stationen hießen Uelzen und (kurzzeitig) Lehrte, z 11.6.75, + 31.7.75 [
www.revisionsdaten.de]. Die davor stehende Lok ist mit großer Wahrscheinlichkeit 44 1187, die vor „meiner“ Lok stehende Maschine 01 126.
Bild 1.12
Dann kam mir noch einmal 03 131 vor die Kamera. Lange habe ich gerätselt, ob sie an derselben Stelle steht, wie auf den Bildern 1.5 und 1.6. Ein Blick auf die Kurbelstellung gibt Klarheit: zwischen der Stellung auf Bild 1.5 (linke Lokseite) und dem auf Bild 1.13 (rechte Lokseite) besteht ein Winkel von etwa 180
o. Damit muss die Lok in der Zwischenzeit bewegt worden sein! Auch die zweite seinerzeit noch in Braunschweig beheimatete 03, die 03 114 habe ich bei meinem Rundgang entdeckt; sie stand allerdings wohl ziemlich unfotogen im Schuppen.
Bild 1.13
Ich habe die Örtlichkeiten des Bw Braunschweig nicht mehr genau vor Augen; ich meine aber, die letzten 3 Bilder sind auf der Ostseite des Rechteckschuppens aufgenommen worden, da, wo sich die Schiebebühne befindet (Danke, Helmut! – s. [
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www.revisionsdaten.de]. Den neben der V 20 stehenden VT 95 habe ich erst nach dem Scannen als solchen wahrgenommen; beim Fotografieren vor 50 Jahren habe ich den glatt ignoriert!
... und jetzt auch noch falsch identifiziert: gemäß Kommentar von Wolf-Dietmar "55 4630" ist es ein VB 142.
Bild 1.14
Den Triebwagen auf dem folgenden Bild zu ignorieren, wäre selbst aus meiner damaligen Sicht Frevel gewesen! Nur 3 dieser formschönen, 1940/41 als 137a/b an die DR abgelieferten Doppeltriebwagen hat die DB bzw. ihre Vorgängerorganisation nach dem Krieg wieder in Betrieb genommen und als VT 45
5 bzw. ab 1968 als 645 bezeichnet. Nachdem sie 1966 in Bielefeld durch VT 24
6 abgelöst worden waren, kamen 2 von ihnen noch nach Braunschweig [
de.wikipedia.org]. Den letzten von beiden, den 645 102, habe ich abgestellt hinter dem Rechteckschuppen erwischt, s. Bild 1.15. Auch der sollte nicht mehr lange im Bestand bleiben: z 4.6.69, + 26.11.69 [
www.revisionsdaten.de]. Beim genauen Hinsehen erkennt man, dass im mittleren Frontfenster keine Spiegelung zu sehen ist; also fehlt wohl das Glas. Ich glaube, man kann somit davon ausgehen, dass der Triebwagen während der gut 2 Monate bis zur Z-Stellung nicht noch einmal in Fahrt gekommen ist.
Bild 1.15
Mein letztes Bild für heute aus dem Bw Braunschweig zeigt eine weitere V 20, die Nummern-Nachbarin der oben gezeigten Lok, 270 007. Wie die 008 war sie 1941 von KHD an die Wehrmacht abgeliefert worden; optisch unterscheiden sie sich deutlich durch verschiedene Führerhausdächer. 270 007 sollte am 1.9.73 in Braunschweig z-gestellt und am 12.10. desselben Jahres ausgemustert werden [
www.revisionsdaten.de].
Bild 1.16
Damit ist mein Foto-Rundgang durch das Bw Braunschweig zu Ende. Nach der JH-Übernachtung bin ich am nächsten Morgen nach Goslar weitergefahren; auch da stand zunächst ein Bw-Besuch auf dem Programm, der Bericht darüber folgt in Teil 2, demnächst in diesem Theater.
Bis dahin!
Klaus
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4-mal bearbeitet. Zuletzt am 2023:03:28:22:36:58.