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? zu Frauen im RAW

geschrieben von: S&H

Datum: 15.03.19 18:32

Hallo,
aus welchem Grund wurden in den RAW der Nachkriegs-Reichsbahn und in der Schwerindustrie der DDR die Hallenkräne oft von Frauen bedient?Bestimmt war das doch kein Leichtlohnarbeitsplatz.

Viele Grüsse

Hans Horst

Re: ? zu Frauen im RAW

geschrieben von: Pio

Datum: 15.03.19 19:34

Weil nicht der Lohn auf bestimmte Geschlechter übertragen werden sollte.
Weil nach den WK Arbeitskräfte vor allem Männer knapp waren.
Weil die Frauen auch im WK ihren Mann standen.
Weil nicht in alte Rollensymbolik wie vor dem WK zurückgekehrt wurde.
Weil die Rolle der Frau bei der DR gleichberechtigt war.
Weil dieser Arbeitsplatz viel können, Gefühl verlangte, aber auch von der körperlichen Belastung von einer Frau dauernd ausgeübt werden könnte.

Zwei Trapeze pro Bahnhof statt zwei einfacher Weichenverbindungen !!!

Re: ? zu Frauen im RAW

geschrieben von: Heizer Jupp

Datum: 15.03.19 20:03

Es gab sehr viele Frauen, die im Raw in Latzhose und Arbeitsjacke herumliefen. Ich habe da z.B. eine Schweißerin kennengelernt, die hatte es sowas von drauf...!

Natürlich mußte bei aller Gleichberechtigung, Gleichbehandlung und auch Gleichbezahlung auf körperliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern Rücksicht genommen werden.
So ließ man die richtig schweren körperlichen Arbeiten i.d.R. nicht von Frauen verrichten.

Kranführer/in war dagegen weniger körperlich anstrengend, verlangte gleichwohl viel Umsicht, Geschick, Können, koordinierte Zusammenarbeit und Einfühlungsvermögen in die technologischen Prozesse. Da haben sich Frauen bestens bewährt. Ebenso, wie z.B. auf der Drehscheibe oder Schiebebühne, im Magazin und als Elektrikerin oder Mechanikerin. Ich kann da eigentlich nur Gutes berichten...

Re: ? zu Frauen im RAW

geschrieben von: Weinertfan

Datum: 15.03.19 20:06

Hallo Horst,

ich selbst arbeitete 40 Jahre in einer Kranbaufirma und bei uns wurden die großen Hallenkräne alle von Frauen gefahren. Die Frauen waren hervorragende Kranführerinnen und es gab soweit ich mich entsinne keine nennenswerten Unfälle. Dass Chaos ging erst in den 90-ger Jahren los, als die Kranführerinnen entlassen wurden, die Krankabinen abgebaut und verschrottet und die Krane auf Funksteuerung umgerüstet wurden. Jeder kleine Stahlbauschlosser dachte nun genauso mit dem Kran und 20 to Last umgehen zu können, wie mit einem funkferngesteuertem Spielzeugauto. Besonders die Finger waren massiv in Gefahr.
Die Frauen als Kranführerin sind auf mm gefahren!

Gruß Knut.
...Frauen in der Schiebebühnen-Fahrt beschäftigt.
Und da wurde freitags zum Schicht-Ende die Schiebebühne tatsächlich
mit schäumender Reinigungsflüssigkeit aus dem Eimer und Wischmopp
sauber geschrubbt!
Selbst erlebt, als wir dort unseren Reko-Packwagen zur HU hatten.

Beste Grüße
VB995

Gabs nicht nur in der DDR

geschrieben von: kts

Datum: 16.03.19 22:05

Meine Oma war Kranführerin in einer Eisengießerei in Siegen. Hätte sie diese Arbeit nicht gemacht, gäbe es mich wohl nicht, da sie während der Arbeit meinen Großvater kennenlernte.

Mutterschaft und Familie vor dem Krieg

geschrieben von: OttoBahn

Datum: 22.03.19 10:56

Nur weil ich grade drüber gestolpert bin und etwas weiter gefasst zum Thema passt, der Historiker Tim Schanetzky schreibt zu Wirtschaft und Rüstung im NS-Deutschland: "Allen ideologischen Idealbildern zum Trotz erreichte die Frauenerwerbsquote in der deutschen Wirtschaft 1939 schon 52 Prozent. Das war höher als im Ersten Weltkrieg, und die Vergleichswerte in Großbritannien (im gesamten Krieg nicht höher als 45 Prozent) und den USA (36 Prozent im Jahr 1944) blieben weit darunter"

Beste Grüße

Otto Bahn

Re: ? zu Frauen im RAW

geschrieben von: Sonderkorrespondent

Datum: 22.03.19 23:51

Über mir schnurrt eine Katze, Hilde führt ihr sanft die Tatze.
Wenn mich jetzt Mathilde küßte, ich nicht länger feilen müßte ...

[www.youtube.com]

Re: Mutterschaft und Familie vor dem Krieg

geschrieben von: Karolingerheinz

Datum: Gestern, 13:45:33

Hallo Otto Bahn,

die Statstitik zum Anteil der Frauenquote im Jahr 1939 in Deutschland im Vergleich zu England und den USA
ist für mich sehr interessant.
Dies deshalb weil ich vor langer Zeit gelesen habe, daß diese Quote in England und den USA weitaus höher
gewesen sein soll als in Deutschland.
Da wurde u.a. auch Bezug genommen zu Goebbels "Totalen Krieg" und daß die Mobilisierung von weiblichen
Arbeitskräften in Deutschland trotzdem geringer war als in den genannten Siegerstaaten.
Als Grund genannt wurde daß der Gröfaz die "Gebärfähigkeit" deutscher Frauen durch die Arbeit in der Rüstungsindustrie
nicht beeinträchtigen wollte....., totaler Krieg hin oder her.

Ich lerne immer wieder dazu durch solche interessante Beiträge.

Danke dafür und

herzliche Grüße

Karl Heinz