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Architekturstile und die Eisenbahn: Heimatstil

geschrieben von: cw

Datum: 25.02.19 20:58

Inhaltsverzeichnis Architekturstile: [www.drehscheibe-online.de]

Der Heimatstil ist, wie ich in einem anderen Beitrag schon gehört habe, schwer abzugrenzen vom Landhausstil und der Heimatschutzarchitektur. Zeitlich würde ich ihn zwischen diesen beiden Stilen und damit im Zeitraum ca. 1890 bis 1. Weltkrieg verorten. Stilistisch finden wir auch hier Elemente des sehr traditionellen Bauens: Fachwerk, Walmdächer, kleine Fenster, nur sparsame Ornamente. Am besten, ich lasse mal die Beispiele sprechen.

Neuffen von 1900 (ausnahmsweise ein neuzeitliches Bild aus Wikipedia):

Neuffen_1900_Wikipedia-gemeinfrei.jpg

Und nochmal die Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft,
Enzweihingen von 1904:

Enzweihingen_1904.jpg

Von der Kleinbahn Beeskow - Fürstenwalde ist bekannt und bis heute vorhanden:
Bad Saarow-Pieskow von 1910-1911:

BadSaarowPieskow_1911.jpg

Jetzt zur Staatsbahn.
Eppstein von 1903:

Eppstein_1903.jpg

Neviges von 1907-1908:

Neviges_1907-1908.jpg

Gerade im Klein- und Privatbahnbereich gibt es hier noch viele, schöne Beispiele.
Hat jemand vielleicht ein gutes Bild von Burgbrohl an der Brohltalbahn?

Und auch sonst freut sich wie immer über Kommentare und weitere Beispiele, am liebsten gleich mit Bild
Christopher



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:03:25:21:13:38.
Hallo cw,

vielen Dank für den schönen Beitrag. Wieder etwas gelernt.
Am meisten an den Bildern interessiert mich allerdings der G München in Enzweihingen.
Das müßte dann später ein G 02 gworden sein?
Und weiß jemand den Länderbahnursprung.

Noch einen schönen Tag

Jürgen

Re: Güterwagen in Enzweihingen

geschrieben von: Dampfbahn-Zf

Datum: 26.02.19 15:31

Hallo Jürgen,

das ist ein gewöhnlicher Gedeckter der Verbandsbauart; G 'München' und G 'Kassel`--> G 10.
Bei diesem Wagen handelt sich um die Variante mit vier Lade- und Lüftungsöffnungen, sowie Heizdampfleitung, ab 1938 Gh 'Karlsruhe' -> Gh 10.
Das Nebengattungszeichen 'n' für Druckluftbremse entfiel ab 1928.
Länderbahn-Gedeckte wären G 'Hannover' oder G 'Stettin' --> G 02.

Freundliche Grüße,
Christoph

Re: Güterwagen in Enzweihingen

geschrieben von: Fahrtanzeiger

Datum: 26.02.19 18:08

Klasse, die EG der Stationen Rodenbach(Dillkr), Dillbrecht,Rudersdorf (Kr Siegen), Niederdielfen, Siegen Ost und noch eine Station an der Ruhr Sieg Strecke haben alle ne Ähnlichkeit undcoffenbar Heimatstil.
Viele Grüße vom Bf Dillbrecht
Timo

Re: Heimatstil

geschrieben von: bauplan

Datum: 26.02.19 18:47

Ganz spitzfindig - und auch unabhängig von der Gebäudegröße:

Das Empfangsgebäude in Bad Saarow ist kein historistischer Heimatstil, sondern reinrassiger Heimatschutz-Stil, der genauso auch in den dreißiger Jahren hätte errichtet werden können.

Der Heimatstil zeichnet sich vor allem durch sein Bemühen aus, "romantisch" zu sein ohne gleich mit der überbordenden Dekor- und Zierratvielfalt zu protzen, der sonst für Gebäude der Jahrhundertwende typisch ist.
Beispielhaft für Heimatstil ist die damalige Vorliebe für alpenländisch aussehende Gebäude mit viel Holz, der sogenannte "Schweizer-STil" oder "Chaletstil", oft gut erkennbar an den gesägten Giebelfeld-Verzierungen und Freigespärren bzw. Flugsparren mit weiten Dachüberständen ( [www.espazium.ch] ). Diese Gebäude wurden nicht nur in Süddeutschland errichtet, sondern waren sogar in Skandinavien und im Harz überaus populär.

Jan

Gadebusch?

geschrieben von: Enno

Datum: 27.02.19 23:35

Ist das dann auch Heimatstil?

Gadebusch_EG_1500.jpg

Nicht historisches Foto vom 18.02.2019

Ersatz-Signatur

Re: Gadebusch?

geschrieben von: bauplan

Datum: 28.02.19 19:59

Hallo Enno,

ich würde denken, das EG von Gadebusch ist ein würdiger Vertreter des Heimatstils - auch wenn manche das jetzt wieder als "Landhaus" einordnen.
Die Verwendung von Fachwerkbauteilen, steile Dächer und gesägte Verzierungen im Giebeldreieck bei Freigespärren machen doch einen romantischen Eindruck...

Jan
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