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Bergziegen in Münster

geschrieben von: Rabe

Datum: 09.02.19 16:07

Hallo zusammen, hier kommt mein erster Beitrag und ich hoffe, dass das alles so klappt...

Die folgenden Fotos machte ich als 13-jähriger Schüler mit einem analogen Kleinbild-Fotoapparat, dessen einzige Bedienelemente der Spannhebel zum Filmtransport und der Knopf zum Auslösen waren. Ziemlich langweilig, aber besser als nichts. Es waren erste Versuche, passable Fotos zu machen, ebenso später in der kleinen Dunkelkammer, in der ich die Negative entwickelte und die Fotos abzog. Der Hauptbahnhof in meiner Heimatstadt Münster war das nahe liegende Ziel und geknipst wurde, was gerade so vor die Linse kam, nach dem zwanglosen Motto "Überraschung statt Vorbereitung". Ein Höhepunkt waren die "Bergziegen", wie die Bundesbahner die E-Loks der Baureihe 104 hier nannten. 104 017, 018, 019, 021 und 022 sah ich noch im Plandienst. In Osnabrück stationiert, wurden die Loks oft von Münster aus vor Nahverkehrs- und Eilzügen eingesetzt. Damals habe ich mir nicht viel notiert und davon ist noch weniger erhalten geblieben, deshalb kann ich nur noch angeben, dass die folgenden Fotos in den Jahren 1979 und 1980 in Münster entstanden. Die Qualität entspricht nicht den aktuellen Erwartungen, aber das Alter der Fotos lässt vielleicht darüber hinwegsehen.

Grüße, Martin R.

https://s16.directupload.net/images/user/190209/u6hipg3z.jpg


https://s16.directupload.net/images/user/190209/uuzw3b33.jpg


https://s16.directupload.net/images/user/190209/ckpvg9ki.jpg


https://s16.directupload.net/images/user/190209/2xsekc4b.jpg

https://s16.directupload.net/images/user/190209/emoiw8u8.jpg

Re: Bergziegen in Münster

geschrieben von: Stefan Motz

Datum: 09.02.19 16:49

Hallo Martin,
in Anbetracht der beschriebenen Technik finde ich Deine Bilder recht gut, jedenfalls besser als manches andere aus neuerer Zeit.
Danke fürs Zeigen!
Viele Grüße
Stefan

https://abload.de/img/db-251902-4003812-titu8k49.jpg

Alles bestens - Willkommen im Hifo !

geschrieben von: Der Bahns

Datum: 09.02.19 16:50

Hallo Martin, Deine Bilder versetzen mich sofort wieder in diese schöne Zeit - was will man mehr . . .

Gruß von Wolfgang

Re: Alles bestens - Willkommen im Hifo !

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 09.02.19 17:58

yepp, das sehe ich ganz genauso wie Wolfgang. Willkommen im Club.

RUHRKOHLE - Sichere Energie

das war einmal :(

Re: Alles bestens - Willkommen im Hifo !

geschrieben von: Olaf Ott

Datum: 09.02.19 18:27

Da schließe ich mich meinen beiden Vorschreibern gerne an.

Olaf Ott

Re: Bergziegen in Münster

geschrieben von: Jörn

Datum: 09.02.19 20:05

Rabe schrieb:
Hallo zusammen, hier kommt mein erster Beitrag und ich hoffe, dass das alles so klappt...

Die Qualität entspricht nicht den aktuellen Erwartungen, aber das Alter der Fotos lässt vielleicht darüber hinwegsehen.


Die Fotos entsprechen wirklich nicht meinen Erwartungen, sie übertreffen sie: An die Positionen der Bilder 2 und 4 muss man ja erst mal hin kommen...

Gerne mehr von dir
Jörn.

Wenn in Indien ein Zug um 16 Uhr 31 abfahren soll, dann fährt er um 16 Uhr 31.

In Deutschland fährt er wegen einer Weichenstörung um 18 Uhr 4 und zwar in umgekehrter Wagenreihung und nicht nach Hannover, sondern nach Luckenwalde.

(Dieter Nuhr)

Re: Bergziegen in Münster

geschrieben von: OZL-Lokd.

Datum: 09.02.19 20:12

seit wann sind denn die E 04 (104) Bergziegen? nur weil sie aus der BD München kamen ???

Re: „Bergziegen“ in Münster

geschrieben von: Mikado-Freund

Datum: 09.02.19 20:26

OZL-Lokd. schrieb:
seit wann sind denn die E 04 (104) Bergziegen?
Nur weil sie aus der BD München kamen?
[de.wikipedia.org] …

Re: Bergziegen in Münster

geschrieben von: Rabe

Datum: 09.02.19 20:28

Hallo noch einmal,

da ich offenbar nicht der Einzige bin, den so olle Fotos an vergangene Zeiten erinnern, lege ich gerne bei Gelegenheit nach.

Jörn: Damals war es einfach, ins Bw zu kommen, so lange man nicht quer über die Gleise lief, sondern die Lokleitung auf dem offziellen Zugangsweg aufsuchte und dort erst einmal fragte. Es fand sich eigentlich immer ein Bundesbahner, der die Jungs ins Bw begleitete. In den Führerstand (104 022) wurden wir bei so einer Gelegenheit eingeladen, die kurze Mitfahrt war ein Erlebnis für alle Sinne. Bei anderen Gelegenheiten wurden wir spontan über Lautsprecher in ein Stellwerk eingeladen oder vom Rangierlokführer auf seine Köf III geholt, um den Rangierbetrieb zu erleben.

Soviel für heute, bald mehr in einem neuen Beitrag, Martin.

Re: Bergziegen in Münster

geschrieben von: rolf koestner

Datum: 09.02.19 23:04

Zuerst einmal Dank an den Einsteller für diese Erinnerung. Ich wünschte, meine Aufnahmen mit der alten Knipse wären ähnlich schrf geworden.

Ja, Bergziege: Hört sich an nach leichtfüßigen Kletterern. Waren sie natürlich nicht, aber in früher Zeit auch keine reinen Flachlandrenner (siehe Geislinger Steige). Neben den "Bergziegen" gab es im Norden aber noch einen - miener Meinung nach passenderen Spitznamen: "Knödellok", eben weil sie aus München nach Osnabrück kamen. Deshalb habe ich letzteren auch persönlich bevorzugt.


Danke und gerne mehr!


Bis neulich

Rolf Köstner

RAL 9017
RAL 3020
RAL 1028

Re: Bergziegen in Münster

geschrieben von: 55 4630

Datum: 10.02.19 09:22

Hallo Martin

Vielen Dank für diesen schönen Beitrag. Bilder von der 104 sehe ich immer wieder gerne, denn ich habe sie während meiner Studien- und Referendarzeit in Münster in den Jahren 1969 bis 1975 selbst viel im Hauptbahnhof Münster erlebt.

Den Ausdruck "Bergziege" höre ich heute allerdings zum ersten Male; ich kenne wie Rolf auch nur die Bezeichnung "Knödellok". In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an eine Begebenheit in Haltern, als an einem planmäßig mit zwei 104ern Richtung Essen bespannten Nahverkehrszug einer der Lokführer Ablösung hatte. Der Ablöser fragte einen auf dem gegenüber liegenden Bahnsteig stehenden Kollegen, der den Zug schon weiter hin sehen konnte, "ein Knödel oder zwei Knödel". Hintergrund war, dass für die sechs Loks ein sechstägiger Umlauf bestand, so dass immer mal wieder Osnabrücker 140er mit eingesetzt waren; die waren natürlich beliebter.

Zum Einsatz: Der Schwerpunkt war deutlich eher Münster mit den südwärts laufenden Strecken als Osnabrück. Zu der 104 022 noch eine Anmerkung: Diese fiel in ihrer Lackierung durch ihren dunkleren Grünton gleich auf.

Viele Grüße

Wolf-Dietmar



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.02.19 09:24.

Re: Bergziegen in Münster

geschrieben von: Jumbo

Datum: 10.02.19 15:51

Hallo zusammen,

damit wir es alle nicht verlernen, hier aus den Ausbildungsunterlagen des Kollegen Emil Heinen , Bw Münster, die einzelnen Punkte des Aufrüstvorgang der E04.

https://abload.de/img/img143_dxobgjhi.jpg





https://abload.de/img/img144_dxognjcv.jpg


Weitere technische Unterlagen folgen,

Gruß Rudi.

Re: Bergziegen in Münster

geschrieben von: Jumbo

Datum: 10.02.19 17:31

Nun gehen wir in die Technik der E04,

als erstes schauen wir uns die Steuerung der Hilfsbetriebe der E04 an:

https://abload.de/img/img145hilfsbetriebeqwk4o.jpg


Als nächstes der Fahrsteuerstrom:

https://abload.de/img/img146fahrsteuerstromxsj1v.jpg


Anschließend schauen wir uns den Fahrsteuerstrom hinter den Richungswendern und Motortrennschützen an:


https://abload.de/img/img150fahrsteuerstrommijpo.jpg



Es folgt die Schaltung des Ölschalter, Meß- , Schutz-, und Auslösestromkreis:


https://abload.de/img/img147lschalterewkm5.jpg


Kommen wir nun zum Hauptstrom. Beachtet die einzelnen Grade des Feinregler, was im Schaltwerk hintereinander beim drehen des Fahrschalterhandrad geschaltet wird:


https://abload.de/img/img148hauptstrompvjuu.jpg


Kommen wir nun zum Federtopfantrieb der E04:


https://abload.de/img/img149federtopfantriesnk7d.jpg


Nun die Schaltung des Meß- und Schutzstrom der Lokomotive:


https://abload.de/img/img151me-undschutzstr4ok4y.jpg




Die elektrische Schaltung der Sifa:

https://abload.de/img/img152sifarzjfj.jpg



Zum Schluss noch die Steuerung der Heizung:

https://abload.de/img/img153heizuggvjks.jpg



Ich hoffe , das die meisten von euch jetzt mal einen technischen Einblick in die E04 bekommen haben, und ihn auch verstehen. Vieles wurde später in den Einheitslokomotiven der BR E10, E40 und E50 übernommen.
Im nächsten Eintrag wollen wir die Lok auch wieder abstellen, dazu später mehr..

Re: Bergziegen in Münster

geschrieben von: Jumbo

Datum: 10.02.19 18:03

Nach der Zugleistung und Meldung beim Lokdienstleiter, teilt dieser den Abstellplatz der E04 mit, hier oben Gleis 98 ( Bild 1) vor dem damaligen Verwaltungsgebäude.

Kommen wir nun zum Abrüsten der E04, bei dem der Lokführer folgende Arbeiten durchführen muss:

https://abload.de/img/img1548iku3.jpg

Wie ihr seht, waren die Arbeiten deutlich umfangreicher , als es heute bei den modernen Lokomotiven der Fall ist.
Wer noch etwas zu den einzelnen Stromlaufplänen weis, möge es gerne berichten.
In den Unterlagen sind noch die Einsatzpläne der E04, vom Sommerfahrplan 1978. Ich muss diese aber erst durch die "Bügelmaschine" schicken, da es Großformate sind, dazu morgen mehr, hier an dieser Stelle.

Einen schönen Abend noch, Gruß Rudi.

Re: Bergziegen in Münster

geschrieben von: Jumbo

Datum: 11.02.19 18:38

Hallo zusammen,
wie versprochen geht es heute weiter mit zwei Umlaufplänen, welche in den Unterlagen des Kollegen Heinen zu finden waren. Wir sehen den Samstag und Sonntag Plan des Sommerfahrplan 1978. Leider fehlt der erste Teil.

https://abload.de/img/e04sommer783-1qlk6k.jpg


https://abload.de/img/e04sommer782-1wwjbf.jpg
Ich hoffe es gefallen die technischen Unterlagen der E04, sowie deren Umlaufpläne. Ergäzungen sind immer gerne willkommen.

Beste grüße, Rudi.

Re: Bergziegen in Münster

geschrieben von: 55 4630

Datum: 13.02.19 09:32

Hallo Rudi

Vielen Dank für die von Dir gezeigten Unterlagen. Mit den Schaltplänen habe ich es als Nichttechniker nicht so, aber vor allem der Lokführer-Dienstplan ist sehr interessant, denn als "gemeiner" Eisenbahnfreund sieht man ja eher schon mal die Lokumlaufpläne. Interessant, auf welchen Fahrzeugen die Münsteraner Lokführer im selben Plan so eingesetzt waren, auch kombiniert Diesel und E. Allerdings hatte mir vor etwa drei Jahrzehnten schon mal ein Gronauer Lokführer erzählt, dass er frühmorgens mit einem 624 nach Münster fahren müsse, dann mehrere Touren zwischen Münster und Dortmund auf der Ellok zu fahren habe, um schließlich am frühen Nachmittag mit 624 wieder nach Gronau zu kommen. Er berichtete mir auch, dass damals Gronau und Coesfeld eigene Lokführergruppen von jeweils etwa 20 Lokführern gehabt hätten. Gibt es an beiden Standorten auch heute noch Einsatzstellen?

Vielen Dank

Wolf-Dietmar

Re: Bergziegen in Münster

geschrieben von: leofink

Datum: 13.02.19 12:15

Jumbo schrieb:
Hallo zusammen,
wie versprochen geht es heute weiter mit zwei Umlaufplänen, welche in den Unterlagen des Kollegen Heinen zu finden waren. Wir sehen den Samstag und Sonntag Plan des Sommerfahrplan 1978. Leider fehlt der erste Teil.
Ich hoffe es gefallen die technischen Unterlagen der E04, sowie deren Umlaufpläne. Ergäzungen sind immer gerne willkommen.

Beste grüße, Rudi.
Danke, sehr interessant.
Sehe ich das richtig, dass das Nockenschaltwerk rein mechanisch mit dem Handrad bedient wurde?
Ich sehe keine Ansteuerung der Schaltorgane 1-15.

Als kleiner Vergleich die Ae4/7 der SBB:
[www.flickr.com]
Gleiches Problem, anders gelöst! :-)
Gruss Leo

Re: Bergziegen in Münster

geschrieben von: Mw

Datum: 13.02.19 19:44

Hallo zusammen,

ich sehe das auch so, daß die E04 ein mechanisch betätigtes Nockenschaltwerk (mit Feinsteller) hatte. Die Ae 4/7 weist wohl die "Hüpfersteuerung" auf.
Ist "Hüpfersteuerung" nur das schweizerdeutsche Synonym für Nockenschaltwerk oder gibt es Unterschiede?
Gerne würde ich diese Bauteile mal abgebildet sehen.

Gruß
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)

Re: Bergziegen in Münster

geschrieben von: leofink

Datum: 14.02.19 12:48

Mw schrieb:
Hallo zusammen,

ich sehe das auch so, daß die E04 ein mechanisch betätigtes Nockenschaltwerk (mit Feinsteller) hatte. Die Ae 4/7 weist wohl die "Hüpfersteuerung" auf.
Ist "Hüpfersteuerung" nur das schweizerdeutsche Synonym für Nockenschaltwerk oder gibt es Unterschiede?
Gerne würde ich diese Bauteile mal abgebildet sehen.

Gruß
Mw
Hallo
Nein, die Ae4/7 hat einen 7 Stufigen Stufenschalter mit einem Zusatztrafo (Hilfstrafo), der aus den 7 Stufen 21 macht.
Einen vollständigen Ae 4/7 Stufenschalter kannst du im Bahnpark Brugg anschauen:
[www.bahnpark-brugg.ch]
Hier ist ein vollständiger Stufenschalter gelagert:
https://c2.staticflickr.com/6/5348/9118699523_56a09564e6_b.jpg


Vorne siehst du den Wähler mit den 7 Stufen. Die Platten oben sind die Anzapfungen des Trafos und unten siehst du 2 durchgehende Kupferleisten. Die Grössere führt direkt zu den Motoren und die Kleinere über einen Dämpfungswiderstand.

Von Nahem sieht das so aus:
https://c1.staticflickr.com/3/2852/9118775077_ee1cab12da_b.jpg

Rechts sind die 2 Bürsten, die abwechselnd die Platten bestreichen. Die erste ist die Hilfsbürste, die auf die kleinere Kupferleise geht, die ganz rechts die Hauptbürste auf die grosse Leiste. Beide sind nun in der Grundstellung und bestreichen keine der Platten.
Wie geht das vor sich:
Die Bürsten sind mit Lastschaltern, im Jargon Hämmer genannt, gekuppelt.
Der Schlitten mit den Bürsten bewegt sich bei jeder 3. Stufe nach links. Zuerst gleitet die Hilfsbürste auf die erste Platte (Anzapfung des Trafos). Die 4 (einer pro Motor) zugehörigen Hilfshämmer schliessen und der Strom fliesst über den Dämpfungswiderstand von 2.7 Ohm auf die Motoren.
Sobald beide Bürsten auf der gleichen Anzapfung stehen, schliessen die Haupthämmer und verbinden die grosse Bürste direkt mit den Motoren. Damit ist die erste Dauerfahrstufe erreicht.
Gleichzeitig wird der Hilfstrafo über die Zusatzhämmer so geschaltet, dass er die Spannung der ersten Anzapfung um 20 Volt vermindert. Die Stufen 2 und 3 werden gebildet indem der Hilfstrafo auf der Stufe 2 neutral geschaltet ist und auf der Stufe 3 die 20 Volt addiert. Erst bei Stufe 4 rumpelts vorne wieder.

https://c2.staticflickr.com/4/3827/9118879269_daea38d4ee_b.jpg

Hier siehst du die Hämmer für Haupt und Hilfsbürste. Und links unter dem Blech noch den Widerstand. Der darf nur kurzzeitig belastet werden. sonst läuft er weg :-) Nach 2 Sekunden auf der Zwischenstellung löst der Hauptschalter aus.

https://c2.staticflickr.com/8/7336/9119183051_4381617034_b.jpg

Hier siehst du in die Hämmer hinein: Deutlich sieht man die Kontaktstücke mit den Abbränden drauf. Diese waren, im Gegensatz zu den Zusatzhämmern für den Hilfstrafo, hoch belastet. In den 80ern wurden auch Wolframbestückte Kontakte eingebaut, die wesentlich länger hielten.

https://c2.staticflickr.com/6/5336/9121208180_57a1cab5f2_b.jpg

Hier sieht man noch die 5 Zusatzhämmer für den Hilfstrafo und ganz rechts, das Kästchen der Stufenschalterüberwachung.
Weiter ginge es mit dem Antrieb des Stufenschalters. Der wurde von einem 36v Elektromotor über die Batterie angetrieben.

Das Ganze war eine Nachlaufsteuerung:
https://c1.staticflickr.com/3/2882/10902362625_a8dd5ea9ae_b.jpg

Das Handrad wird verstellt. Dann wird einer der beiden Kontakte unten angesteuert. je nachdem welcher es ist, läuft der Stufenschaltermotor auf oder ab. Dann wird die Stellung des Stufenschalters mechanisch über Wellen und Ketten sowie das Schneckengeriebe zurückgemeldet. Die innere Platte bei den Zahlen dreht sich den Stufenzahlen entlang und zeigt so die Stufe an. Die graue Platte hinter den Kontakten läuft ebenfalls mit und zwar entgegen der Richtung mit der das Handrad vorher bewegt wurde. Irgendwann haben dann die Kontakte die im Bild gezeigte Stellung wieder erreicht. Der Stufenschalter läuft dann noch auf die nächste volle Stufe und stellt dann ab.
Beim Abschalten geschieht das sinngemäss mit dem andern Kontakt.
Diese Rückmeldung hatte den Vorteil, dass man im Führerstand ein grosses, schweres Handrad auf einen Wellenstummel aufpfropfen, und das Ganze von Hand bedienen konnte. Dazu war im Maschinenraum noch der Antrieb abzukuppeln.
Diese Art der Steuerung mit der mechanischen Rückmeldung war noch in den Ae 6/6 verbaut. Auch diese konnten im Notfall den Stufenschalter direkt bedienen.

Hüpfersteuerung ist die Schaltung mit elektropneumatischen Schaltelementen, eben Hüpfer genannt (weil sie schlagartig nach oben "hüpften"):
https://c2.staticflickr.com/8/7398/14050726486_978523650a_b.jpg

Hier die einer Rangierlok Ee3/3.
Zuunterst die Luftleitung, darüber die Spulen der Elektroventile, dann die silbrigen Verriegelungskontakte, die verhindern, dass feindliche Hüpfer eingeschaltet sind und oben, im Funkenlöschkamin, die eigentlichen Lastschaltelement mit den Funkenziehörnern.

Es gab auch Ae 4/7 mit Hüpfersteuerung. die sind aber ganz anders ausgeführt gewesen.
Gruss Leo



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.02.19 12:55.

Re: Bergziegen in Münster

geschrieben von: Mw

Datum: 14.02.19 16:13

Vielen herzlichen Dank für die äusserst lehrreiche Nachhilfestunde! Das Museum Brugg steht damit ab jetzt auf meinem Wunschzettel.

Gruß
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)

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