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Architekturstile und die Eisenbahn: Art Déco

geschrieben von: cw

Datum: 08.02.19 23:48

Die mit dem Jugendstil verwandte Art Déco ist in Deutschland weniger verbreitet. Eine glatte, stromlinienförmige Formensprache, symmetrische Gestaltung, Betonung des Runden zeichnet die Architektur aus, als Material setzte sich hier Beton durch, neben Stahl, Chrom, Glas und Keramik (Fliesen).
Um Beispiele aus dem Bereich der Eisenbahn zu zeigen, müssen wir Deutschland verlassen. Ein paar gestalterische Elemente finden wir auch an Bahnhöfen der Hamburger Hochbahn, aber die interessanten Bauten haben ganz andere Länder:

Lens (Frankreich) von 1927:

Lens_1927.jpg

Brest (Frankreich) von 1932:

Brest_1932.jpg

Nicht fehlen darf natürlich die imposante Anlage - von der das Beispielbild nur einen kleinen Eindruck geben kann, einfach mal weitergoogeln! -
Cincinnati Union Terminal (Ohio, USA) von 1933:

CincinnatiUnionTerminal_1933.jpg

Ein früher Vertreter, der (meines Wissens) nicht überlebt hat, war
Vyborg/Wiborg (Finnland, heute Russland) von 1913:

Wiborg_Finnland_1913.jpg

Der Bahnhof hatte schon mal einen eigenen Beitrag im HiFo, den ich sehr empfehlen kann, denn er verweist auf weitere Beispiele in (u. a.) Finnland und Indonesien!

Art Déco Bahnhof

Und schließlich, ein spätes Beispiel:
Ankara (Türkei) von 1935-1937:

Ankara_1935-1937.jpg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.02.19 23:52.

Re: Architekturstile und die Eisenbahn: Art Déco

geschrieben von: Ingo Oerther

Datum: 09.02.19 00:12

Also Cincinnati gefällt mir persönlich am besten!

Re: Architekturstile und die Eisenbahn: Art Déco

geschrieben von: W-D Upphoff

Datum: 09.02.19 00:27

Hallo Christopher,

vielen Dank für Deine ganz hervorragende Serie über Architekturstile.

Ich habe allerdings eine Frage: Gibt es wirklich keine Beispiele für Art Déco aus Deutschland?

Ein schönes Wochenende wünscht mit freundlichen Grüßen aus Großbritannien

W - D Upphoff

http://abload.de/img/p1020873-1w0u2d.jpg http://abload.de/img/p1020874-1yuu2o.jpg http://abload.de/img/p1020878-1lpub4.jpg East Croydon Station

Art Déco in D

geschrieben von: Indusiastic

Datum: 09.02.19 10:29

W-D Upphoff schrieb:

Gibt es wirklich keine Beispiele für Art Déco aus Deutschland?


Hallo,

also beim Anblick des letzten Fotos kommt mir sofort das Reiterstellwerk in Bingen in den Sinn:

Bild Wikipedia: [upload.wikimedia.org]
Bild 2: [upload.wikimedia.org]


Im übrigen ganz herzlichen Dank für diese Beitragsreihe. Sehr interessant!
viele Grüße
Pit



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.02.19 10:38.

Danke!

geschrieben von: cw

Datum: 10.02.19 18:39

Danke vor allem für den Hinweis auf das Stellwerk in Bingen!

Da haben wir ja Art Déco bei der Eisenbahn in Deutschland, und von diesen Reiterstellwerken gab es ja noch mehr.
Hat vielleicht noch jemand ein zeitgenössisches Bild? Mich würde interessieren, ob die schon immer verputzt waren, und aus Ziegeln, aus Beton, aus Stahl?

Christopher

Re: Danke!

geschrieben von: Mw

Datum: 10.02.19 18:53

In aller Kürze - nicht jede Rundung ist Art Déco...

[de.wikipedia.org]

Zitat daraus:

"...handelt es sich um eine Entwicklung inmitten des generellen Aufbruchs der Klassischen Moderne, bei der die gestalterische Verbindung von Eleganz der Form, Kostbarkeit der Materialien, Stärke der Farben und Sinnlichkeit des Themas im Vordergrund stand. Vieles davon war schon im Jugendstil angelegt – vor allem im französischen, wo man im Überflüssigen das Notwendigste sah: „le superflu, chose très nécessaire“. Der Name zielt auf die Dominanz dekorativer Elemente und Gestaltungsabsichten des Art déco ab.[2] Charakteristisch für den Art déco ist die stilisierte und flächige Darstellung floraler und organischer Motive. Das Fehlen von Natürlichkeit und Schatten vermittelt den modernen und oft plakativen Eindruck der Kunst jener Epoche. Die industrielle Fertigung sowie die unbeschwerte, eklektische Mischung von Stilelementen unterschiedlicher Herkunft sind wichtige Voraussetzungen."



Gruß
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)