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 04 - Historische Bahn 

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Hallo zusammen,

User "Fulda" hat hier kürzlich nach Bildern, Gleisplänen und weiteren Unterlagen über die Eisenbahnstrecken im Raum Lauf/Hersbruck gefragt.

Da ich momentan ein paar Tage Urlaub habe und ausser mit Schneeräumen und einscannen von ZpBR für ein HiFo-Mitglied mit besonderer Insel-Affinität ; -) nicht besonders ausgelastet bin, will ich dazu auch etwas beitragen, was auch den einen oder anderen hier interessieren könnte.

Im Juli 1992 besuchte ich an drei Tagen die an die Hauptdienststelle Hersbruck (r Pegn) angegliederten Betriebsstellen sowie Nürnberg Ost (u.a. mit dem Nürnberger Güterring und die Strecke nach Gräfenberg), um dort die Betriebsabläufe zu besichtigen und die Gleispläne aufzuzeichnen. Dies war eigentlich nur aus dem Grund heraus entstanden, um einige weisse Flecken auf meiner Landkarte zu schliessen. Aus der HDst Hersbruck sind bislang aber nur Neunkirchen am Sand und Simmelsdorf-Hüttenbach rein gezeichnet. Wer auf mehr hofft, muss - Interesse vorausgesetzt - Geduld mitbringen.

Da mich Bahnhöfe mit Dr-Technik und Lichtsignalen nicht gerade anzogen wie das Licht die sprichwörtlichen Mücken und ich aus verschiedenen Bildern (vor allem von den '85er Sonderfahrten) und Literatur wusste, dass die meisten Bahnhöfe um Hersbruck (r Pegn) bereits in dieser Hinsicht modernisiert waren (eine höchst interessante Ausnahme stellte der Bahnhof Hersbruck [l Pegn] da), machte ich mich nicht mit grossen Erwartungen auf den Weg dorthin. (Im Nachhinein gesehen ist mir diese Technik aber viel lieber, als der Anblick der Ks-Signale, die kürzlich - aber momentan noch ausser Betrieb - auf meinem Heimatbahnhof aufgestellt wurden).

https://s2.imagebanana.com/file/190111/ndwfivZa.jpg
(Auszug aus den Steckenlisten der BD Nürnberg, Sommer 1987)


Die Hauptdienststelle Hersbruck (r Pegn) war zu dieser Zeit für den Landkreis Nürnberger Land, also das nordöstlichste Mittelfranken, zuständig und umfasste die Bahnlinien Nürnberg Hbf - Amberg - Schwandorf (von Röthenbach bis Pommelsbrunn), Nürnberg - Kirchenlaibach - Marktredwitz (von Neunkirchen am Sand bis Neuhaus [Pegnitz]) und die Nebenbahn von Neunkirchen am Sand nach Simmelsdorf-Hüttenbach.

Übersichtskarte Hauptdienststelle Hersbruck (r Pegnitz) 1992

https://s2.imagebanana.com/file/190111/MWCRwaPy.jpg


Vor einiger Zeit hat User Bullok hier einen vorzüglichen Bericht über den Wagenladungs- und Stückgutverkehr in Hersbruck (r Pegn) eingestellt, auf den ich hier gerne verweisen möchte: [www.drehscheibe-online.de] und in dem auch ein Gleisplan von Hersbruck (r Pegn) im Zustand vor dem Stellwerks-Neubau 1984 enthalten ist. Der dort geschilderte Wagenladungsverkehr mag für die U-25-Generation kaum noch vorstellbar sein, damals war es Alltag.

Nun zu meinem Gleisplan von 1992. Diesen habe ich in drei Teilen eingestellt, da die Auflösung sonst zu klein und Details kaum erkennbar wären. Interessierte können sich ja die einzelnen Teile abspeichern und für sich zusammensetzen.


https://s1.imagebanana.com/file/190111/SSyUT62v.gif


https://s1.imagebanana.com/file/190111/ciGwMTRg.gif


https://s1.imagebanana.com/file/190111/D8O8QnHl.gif


Hier gibt es noch eine verkleinerte, zusammengesetzte Version, quasi als Vorschau, wie der zusammengesetzte Plan auszusehen hätte:

https://s1.imagebanana.com/file/190111/nns4e6m3.jpg

Dem aufmerksamem Leser wird es vielleicht schon aufgefallen sein: Während am westlichen Bahnhofskopf die Ein- und Ausfahrsignale mit den Bundesbahn-Standard-Bezeichnungen (A und P) versehen sind, tragen die Signale am östlichen Kopf die Bezeichnungen S und R (anstelle F und N), worauf der Kenner auf Zwischensignale schliessen wird. Und genau so war es auch. Die eigentlichen Ein- und Ausfahrsignale F und N befinden sich im Bahnhofsteil Hersbruck Ost, der sich etwa 2 km vom eigentlichen Bahnhof an der Trennung der Strecke Richtung Marktredwitz und der Verbindungsbahn befindet und mehrere Gleisverbindungen zwischen den Marktredwitzer Streckengleisen und der Pommelsbrunner Strecke besitzt. Den Plan von Hersbruck Ost werde ich morgen nachreichen.

Vergleicht man den Bahnhof im Zustand von 1992 mit dem in Bulloks Beitrag gezeigten Gleisplan, der aus der Zeit vor der Inbetriebnahme des neuen Stellwerks "Hrf" (Technik SpDr L60) im Oktober 1984 stammt, kann man feststellen, das der Stellwerksneubau nahezu keine Veränderungen an den Gleisanlagen mit sich brachte. Zwischen 1992 und den späten 1990er Jahren sind im Vergleich zu Bulloks Bildern kleine Rückbauten zu erkennen, etwa die Aufgabe der zweiseitigen Anbindung der im Gleisplan aus der "vor-Dr-Zeit" als "Hinterstellgleise" und bei mir als Gleis 10 und 20 bezeichneten Abstellgruppe incl. Rückbau zweier ortsgestellter Weichen.
Erst in neuerer Zeit fanden Weitere Rück- und Umbauten statt, so etwa verschwand die Verbindung von Gleis 2 über die Weichen 5 und 22 ins Ausziehgleis und die westliche Anbindung der Gleise 3-5 wurde umgestaltet.

Was für eine Stellwerkstechnik in Hersbruck (r Pegn) vor 1984 im Einsatz stand, ist mir leider unbekannt. Zuerst dachte ich evtl. an eine Späth-Anlage mit mechanischem Bahnhofsblock und Befehlsstelle im EG, aber auf dem Plan in Bulloks Beitrag ist das östliche Stellwerk 2 eindeutig als "Befehlsstellwerk" gekennzeichnet. Im Bereich des Möglichen wäre sicherlich ein früherer Umbau mit Aufstellung des Befehlswerks auf dem Wärterstellwerk, eher glaube ich aber an mechanische Einheits- oder gar elektromechanische Technik. Vielleicht weiss hier ja irgend einer der Leser mehr.

Besonderes Augenmerk möchte ich noch auf die merkwürdige Lage des Ls am Nebengleis-Abschnitt von Gleis 11 zwischen den ortsgestellten Weichen 25 und 24 legen. Dass die Position stimmt, steht für mich nach mehrmaliger Durchsicht meiner Unterlagen von 1992 zweifelsfrei fest. Leider konnte ich nirgends wo Vergleichsbilder zu dieser Situation finden. Hat die Gütergleise in diesem Bereich vielleicht ein User (Bullok?) einmal fotografiert? Das Ls hat ja offenbar keinen anderen Sinn als Flankensicherung einer von Gleis 3 gegen das Ausziehgleis eingestellten Rangierstrasse. Ich glaube zwar nicht, dass hier ein für Hersbruck (r Pegn) geprüfter Fdl oder Rangierer etc. mitliest, aber vielleicht kann hier trotzdem jemand aufklären. Ich vermute, dass dieses Ls für den Fall, dass die Weichen 3 und 22 in Plusstellung standen, ein Rangierkennlicht besessen hat, um den Fdl bei Rangierarbeiten in dem mit ortsgestellten Weichen ausgestatteten Güterbereich nicht "zu belästigen". Vielleicht weiss hier ja zufällig jemand etwas mehr dazu.

----------------------------------------------------------------------------------------------

Nun zu etwas Güterverkehr. Ich will nachfolgend noch die Fahrzeiten und Bedienungsform für den Ortsgüterverkehr um Hersbruck aus dem Jahr 1984 vorstellen. User "Fulda" hat zwar seinen Interessensschwerpunkt auf die Jahre 1990-2000 eingegrenzt, aber vielleicht interessiert sich ja der eine oder andere dafür.

Hersbruck (r Pegn) war als Satelit mit eigenen Rangiermitteln (Köf III, Streckenloks) an den Knotenpunktbahnhof Nürnberg Ost angebunden. Welche Köf III dort als Stammlok eingesetzt war und wann sie abgezogen wurde, gelang mir leider nicht zu ermitteln, es dürfte wohl um 1986/87 gewesen sein. Bei meinem Besuch im Juli 1992 war am Nachmittag in Hersbruck (r Pegn) eine 290 mit Rangierarbeiten beschäftigt.


Zuerst die Üg-Fahrten von Nürnberg Ost nach Hersbruck (r Pegn) und zurück:

Üg 67601 Nürnberg Ost 3.50 - Neunkirchen am Sand 4.10/4.15 [Verkehrshalt] - Hersbruck (r Pegn) 4.25 | Tfz 211

Während dem Aufenthalt in Neukirchen am Sand wurde dort offensichtlich die für diesen Tarifpunkt bestimmte Wagengruppe abgehängt und mit der Hersbrucker Köf III anschliessend aufgelöst und den Kunden zugestellt

Üg 67608 Hersbruck (r Pegn) 9.39 - Neunkirchen am Sand 9.48/11.20 [Verkehrshalt] - Nürnberg Ost 11.40 | Tfz 211

Während dem Aufenthalt in Neukirchen am Sand Bedienung der Strecke nach Simmelsdorf-Hüttenbach mit Üg 67505/06

Üg 67610 Hersbruck (r Pegn) 19.17 - Nürnberg Ost 19.49


https://s2.imagebanana.com/file/190111/6wG2xcdH.jpg
(Aus dem Buchfahrplan-Heft 971 BD Nürnberg, Winter 1984/85)


Nachfolgende Züge dienten der Beförderung von Stück- und Eilgut:

Üe 66061 Nürnberg Ost 6.37 - Neunkirchen am Sand 6.54/7.04 [Verkehrshalt] - Hersbruck (r Pegn) 7.13 | Tfz 290

In Neukirchen am Sand Verkehrshalt, bei dem offensichtlich für dort bestimmte Eilgutwagen abgehängt wurden


Üe 66063 Nürnberg Ost 8.49 - Hersbruck (r Pegn) 9.17 | Tfz 290

Üe 66065 Neunkirchen am Sand 15.10 - Hersbruck (r Pegn) 15.18 | Tfz 290

Offensichtlich Zubringer für Eil- und ICG-Gut auf 66064

Üe 66064 Hersbruck (r Pegn) 16.42 - Nürnberg Ost 17.10 | Tfz 290


https://s2.imagebanana.com/file/190111/6HXjMGRQ.jpg
(Aus dem Buchfahrplan-Heft 971 BD Nürnberg, Winter 1984/85)


Die Bedienung der kleineren Sateliten erfolgte durch die in Hersbruck (r Pegn) stationierte Köf III:

Üg 67602 Hersbruck (r Pegn) 3.43 - Neunkirchen am Sand 3.55 | Tfz 333

Wagenzuführung auch mit Üg 67601 (siehe oben)

Lz von Neunkirchen am Sand nach Hersbruck (r Pegn)

Üg 67611 Hersbruck (r Pegn) 6.47 - Neuhaus (Pegnitz) 7.33 | Tfz 333

Üg 67612 Neuhaus (Pegnitz) 7.57 - Velden 8.02 | Tfz 333

Üg 67613 Velden 8.09 - Dolomitwerke Neuensorg Awanst 8.12 [auf Gegengleis] | Tfz 333

Lz von Dolomitwerke Neuensorg Awanst nach Velden

Üg 67612 Velden 8.47 - Eckart-Werke Awanst 8.50/9.00 [Verkehrshalt] - Vorra (Pegnitz) 9.11 | Tfz 333

Lz von Vorra (Pegnitz) nach Hersbruck (r Pegn)

Üg 67618 Hersbruck (r Pegn) 10.12 - Pommelsbrunn 10.22/10.32 [Verkehrshalt] - Hersbruck (l Pegn) 10.42/10.49 [Verkehrshalt] - Ottensoos 11.01 | Tfz 333

Üg 67619 Ottensoos 11.28 - Pommelsbrunn 11.49/11.59 [Verkehrshalt] - Hersbruck (r Pegn) 12.08 | Tfz 333

Lz von Hersbruck (r Pegn) nach Neuhaus (Pegnitz)

Üg 67624 Neuhaus (Pegnitz) 14.46 - Velden 14.51 | Tfz 333

Üg 67625 Velden 15.05 - Dolomitwerke Neuensorg Awanst 15.08 [auf Gegengleis] | Tfz 333

Üg 67626 Dolomitwerke Neuensorg Awanst 15.21 - Velden 15.24/15.34 - Eckart-Werke Awanst 15.37 [bis Velden geschoben] | Tfz 333

Üg 67627 Eckart-Werke Awanst 15.52 - Velden 15.55 [geschoben, auf Gegengleis] | Tfz 333

Üg 67624 Velden 16.10 - Vorra (Pegnitz) 16.22/16.32 [Verkehrshalt] - Hersbruck (r Pegn) 16.46 | Tfz 333

Lz von Hersbruck (r Pegn) nach Neunkirchen am Sand

Üg 67607 Neunkirchen am Sand 17.59 - Hersbruck (r Pegn) 18.14 | Tfz 333


https://s1.imagebanana.com/file/190111/vGjFdRhs.jpg
(Aus dem Buchfahrplan-Heft 971 BD Nürnberg, Winter 1984/85)


Der Güterverkehr auf der Nebenbahn Neukirchen am Sand - Simmelsdorf-Hüttenbach wurde wie folgt abgewickelt:

Üg 67605 Neunkirchen am Sand 10.00 - Simmelsdorf-Hüttenbach 10.16 | Tfz 211

Üg 67606 Simmelsdorf-Hüttenbach 10.36 - Schnaittach 10.44/10.54 [Verkehrshalt] - Neunkirchen am Sand 11.05 | Tfz 211

V 100 aus Aufenthalt Üg 67608



https://s2.imagebanana.com/file/190111/GAaQ0uVK.jpg
(Aus dem Buchfahrplan-Heft 989 BD Nürnberg, Sommer 1987)


Sollte der Beitrag gefallen haben, könnte ich die nächsten Tage einen weiteren der an Hersbruck angegliederten Bahnhöfe vorstellen. Vielleicht der mit dem DrS2 - oder doch lieber den mit mechanischem Bahnhofsblock? :-) Dazu die Aufstellung und Fahrzeiten sämtliche Güterzüge (incl. Dg, Gag etc.) von 1984/85 auf der "linken" Pegnitz-Strecke.

Schön wäre es auch, wenn vielleicht jemand Bilder vom Bahnhofsgelände oder womöglich vom Rangierbetrieb in Hersbruck (r Pegn) hätte und sie zeigen möchte, vielleicht auch noch bildlich dokumentierte Einsätze der Köf.


Vor ich zum Schluss komme, noch etwas persönliches, die Erinnerung an die Tage in Mittelfranken, wie sie mir bei der Erstellung dieses Beitrags wieder in den Sinn kamen.
Die Reise nach Hersbruck und Umgegen fand per Eisenbahn und Rad zusammen mit meiner damaligen Freundin statt. Eigentlich wollte ich ja alleine fahren, aber sie bestand - wie öfters - unbedingt darauf, mitzukommen. Das war zwar eine nette Geste, auf der einen Seite hatte ich sie gern dabei, auf der anderen Seite war es doch oftmals etwas anstrengend, wenn sie - ohne eigentliches Interesse an der Eisenbahn - nach langen Tagen auf Bahnhöfen immer quengelig wurde und keine rechte Lust hatte, noch eine Betriebsstelle aufzusuchen. In Hersbruck war das auch der Fall, als es bei ziemlich warmer Witterung noch an den Bahnhofsteil Ost gehen sollte. Nach ihrer Meckerei sagte ich immer, "Du wolltest mit, selbst daran schuld", was sie meist mit einem etwas resigniert klingenden "achja" quittierte (den Dialog muss man sich natürlich auf schwäbisch vorstellen). Trotzdem haben wir zusammen solche Aktionen u.a. in Nassau, Gerolstein, Alzey, Türkismühle, Leinefelde, Herzberg, Horb und anderen Orten durchgezogen.
Unser Quartier hatten wir in einem Hotel in Lauf, das mit Hilfe bei der Stadtverwaltung angeforderten Werbematerial ausgesucht wurde. Auf den Bildern war es ganz nett, vor Ort waren wir jedoch nicht so angetan. Das Hotel lag in der Altstadt von Lauf, ich habe noch irgendwas mit vielen Montagearbeitern als Gästen und einen Eingang durch eine Art Innenhof im Kopf, den Namen der "Absteige" fällt mir aber auch nach angestrengtestem Überlegen nicht mehr ein.
Auch etwas anderes fällt mir noch ein. Um auf den langen Zugfahrten etwas Abwechslung zu haben müssen und nicht CD auf Kassetten überspielen zu müssen, war ich zu diesem Zeitpunkt frisch gebackener Besitzer eines damals hochmodernen "Discman". Was das ist, kann sich die jüngere Leserschaft ja ergoogeln. Was ich noch genau weiss, das ist die CD und besonders das erste Musikstück darauf, das ich während dieser kurzen Reise und auch noch einige Zeit danach wohl unendlich angehört habe und mich auch heute noch emotional sehr bewegt: [www.youtube.com] (Für manchen vielleicht etwas ein [Kultur]-Schock) : -)

Viele Grüsse von Mark



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.01.19 09:27.

Ergänzung Hersbruck Ost

geschrieben von: Zaubermark

Datum: 12.01.19 14:30

Hallo zusammen,

wie angekündigt, jetzt noch die Ergänzung um den "umstrittenen" und hart erkämpften Plan vom Bahnhofsteil Hersbruck Ost, wo sich die Verbindungsbahn nach Pommelsbrunn von der Hauptstrecke Richtung Kirchenlaibach/Marktredwitz trennt.

Ob dort schon vor der Inbetriebnahme des Dr-Stellwerks in Hersbruck (r Pegn) eine Betriebsstelle mit Weichenverbindungen bestand, kann ich nicht sagen. Nach den mir vorliegenden Unterlagen wie Streckenlisten etc. dürfte an dieser Stelle aber nichts dergleichen bestanden haben.
Nächste Betriebsstelle Richtung Marktredwitz war demnach die Blockstelle Hohenstadt, kombiniert mit einem Haltepunkt, die aber so, wie ich das sehe, mit Inbetriebnahme der Dr-Technik in Hersbruck aufgehoben wurde.

https://s2.imagebanana.com/file/190112/QmnIiZcQ.gif


Viele Grüsse von Mark

Re: Ergänzung Hersbruck Ost

geschrieben von: Mw

Datum: 12.01.19 15:54

Zaubermark schrieb:
Hallo zusammen,

wie angekündigt, jetzt noch die Ergänzung um den "umstrittenen" und hart erkämpften Plan vom Bahnhofsteil Hersbruck Ost, wo sich die Verbindungsbahn nach Pommelsbrunn von der Hauptstrecke Richtung Kirchenlaibach/Marktredwitz trennt.

Ob dort schon vor der Inbetriebnahme des Dr-Stellwerks in Hersbruck (r Pegn) eine Betriebsstelle mit Weichenverbindungen bestand, kann ich nicht sagen. Nach den mir vorliegenden Unterlagen wie Streckenlisten etc. dürfte an dieser Stelle aber nichts dergleichen bestanden haben.
Nächste Betriebsstelle Richtung Marktredwitz war demnach die Blockstelle Hohenstadt, kombiniert mit einem Haltepunkt, die aber so, wie ich das sehe, mit Inbetriebnahme der Dr-Technik in Hersbruck aufgehoben wurde.


Erst mal schönen Dank für Deine akribische Arbeit!

Hersbruck Ost (als Bahnhofsteil von Hersbruck r.d.P.) wurde erst mit Aufnahem des "Pendolino" Verkehrs eingerichtet. Vorher war da "nichts", d.h. freie Strecke, keine Hauptsignale und keine Weiche. Die Verbindungsbahn nach Pommelsbrunn als sog. "3.Gleis", amtlich Strecke 5926, zweigt bereits im Bahnhof Hersbruck r.d.P. an Weiche 5 von der Strecke Nürnberg-Schirnding ab.

Hohenstadt war früher sogar ein Bahnhof mit bescheidener Nebengleis-Infrastruktur (Ladegleis). Das ehemalige Empfangsgebäude-Ensemble mit Fahrdienstleiter-Veranda und ruinösem Güterschuppen (Denkmalschutz) existiert immer noch und steht m.W. seit Jahren zum Verkauf.

Gruß
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)

Re: Ergänzung Hersbruck Ost

geschrieben von: Zaubermark

Datum: 12.01.19 17:03

Hallo Mw,

vielen Dank für Deine Ergänzung, somit war die Anlage seinerzeit ja fast noch "jungfräulich".

Viele Grüsse von Mark

Re: Ergänzung Hersbruck Ost

geschrieben von: D951

Datum: 12.01.19 17:22

Hallo Mark,

vielen Dank für Deinen Bericht und ganz besonders für den Hinweis zu Dombühl - Nördlingen.Ich staune immer wieder,wie lange noch Signale an Strecken ohne PV gestanden haben.An der Glantalbahn wo ich wohne sind nach der Einstellung des PV umgehend die Stellwerke und Signale stillgelegt worden.Sehe ich das richtig,dass in dem Stellwerk in Schelldorf eine Beleganzeige war?War das eine bayrische Sonderausstattung am Einheitsstellwerk?Kann es sein,dass bei dem Fdl-Stellwerk in Dinkelsbühl die Fahrstraßen direkt mit den Signalhebeln verschlossen wurden?Bemerkenswert finde ich auch ,dass dort noch Gelenkverschlüsse zu finden waren.

Gruß

Christian
Hallo Mark,

Danke für die Fleißarbeit, ja das sind Zaubermark - Hifo Beiträge wie ich sie kenne. Zum Thema Stellwerke hätte ich noch folgende Links:

[www.drehscheibe-online.de] Die Stellwerke der Bahnhöfe Schnaittach Markt und Simmelsdorf - Hüttenbach

Und zum anderen Hersbruck links der Pegnitz. Mark warst du da auch ?

[www.drehscheibe-online.de] Es ist nie zu Spaeth

Mark weiter so Bitte. Mir würde als nächster Beitrag deiner Serie der Bahnhof gefallen mit dem mechanischen Bahnhofsblock.

Gruß von Stefan S.B aus BA/WÜ

Re: Ergänzung Hersbruck Ost

geschrieben von: Zaubermark

Datum: 12.01.19 18:56

Hallo Christian,

die Bahnhöfe Dinkelsbühl und Feuchtwangen blieben da auch noch sicherlich an die zehn Jahre nach Einstellung des Personenverkehrs incl. Fka und Gepa besetzt, deswegen bestand wohl auch keine Eile, die Signalanlagen dort zügig abzubauen. Fremdingen, Wallerstein und Willburgstetten wurden aber ziemlich rasch der Signale beraubt.

Diese Strecke war - gleich der Glantalbahn - schon eine Art Freilichtmuseum, auch wenn es dort keine Schrankenposten gab.

Zu Dinkelsbühl: Ich war dort mehrmals, habe mir aber die Stellwerke nur einmal - und das war im Februar 1992 - näher betrachtet. Leider war ich dort in Eile (Bettina war daran aber dieses mal nicht Schuld : -) - wir waren unterwegs zu einem Konzertbesuch in Schwäbisch Hall) und es war ein Sonntag mit Betriebsruhe, so konnte ich mir die beiden Stellwerke nur durch einen Blick durch die Fenster aufskizzieren, ohne sie in Aktion gesehen zu haben.

Es gab damals neben dem Fdl-Stellwerk im EG (Bauart Krauss/Bruchsal) noch ein Wärterstellwerk am Bahnhofskopf Richtung Nördlingen. Die Signale (Gruppenausfahrsignale) wurden alle vom Fdl-Stellwerk aus bedient.

Besetzt war die Hebelbank von links nach rechts wie folgt:

Blockkasten mit zwei belegten Zustimmungsempfangsfeldern "1" und "2"

Fahrstrassenhebel c1/c2
Fahrstrassenhebel d1/d2

(rechts und links vom Fahrstrassenhebel
c1/c2 befanden sich zwei in das Verschlussregister eingreifende Schlösser, das linke mit Bezeichnung "Gleis 1", das rechte mit "Gleis 2,3")

Signalhebel A2 "von Willburgstetten nach Gleis 2"
Signalhebel A1 "von Willburgstetten nach Gleis 1"
Signalhebel B "aus Gleis 1,2,3 nach Willburgstetten"
Signalhebel C "aus Gleis 1,2,3 nach Schopfloch"
Signalhebel (Doppelsteller) "D2 von Schopfloch nach Gleis 2 / D1 von Schopfloch nach Gleis 1"
Weichenhebel 15
Weichenhebel 17

dann zwei übereinanderliegende, in das Verschlussregister eingreifende Schlösser, zu denen ich mir keine Bezeichnung notiert habe

Das Wärterstellwerk habe ich wie von links nach rechts folgt aufskizziert/notiert:

Hebel Hs 1
Hebel Hs 2
Weichenhebel 3
Weichenhebel 2
Weichenhebel 1
Hebel Gs I

Blockkasten mit zwei belegten Zustimmungsabgabefeldern (zwei weitere waren ausser Funktion)


Die Beschriftung der beiden Fahrstrassenhebel lässt sich auf meiner recht schlampigen Skizze nur noch erraten.

Fahrstrassenhebel a1-d1 / b1
Fahrstrassenhebel a2-d2 / b2


Kennst Du Stefans Beitrag zu Dinkelsbühl? [www.drehscheibe-online.de] - 1987 waren noch mehr Fahrstrassenhebel vorhanden und Blockfelder belegt, als 1992.

Diese Belegtanzeigen (halbautomatische Hilfssperren) gab es ab und an in bayerischen Stellwerken. Wenn ich mich richtig erinnere, ergab hier eine Diskussion vor einigen Jahren, dass solche Belegtanzeigen auch an Altbauformen (ich glaube, an der Befehlsstelle in Bad Neustadt an der Saale, als dort noch die Vögele-Stellwerke existierten) angewandt wurden.

Viele Grüsse von Mark

Edit: Ich habe mir nochmals die Skizzen mit den Beschriftungen der Fahrstrassenhebel im Wärterstellwerk angeschaut und die Skizze eingescannt und vergrössert. Jetzt ist alles klar : -) habe es oben nachgetragen



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.19 19:29.
Hallo Stefan,

vielen Dank für Deine Antwort und die Links zu Deinen Beiträgen, die ich bei Fortsetzungen nochmals einbinden werde. Ich zeige dann als nächstes den Bahnhof Hersbruck links der Pegnitz.

Vielleicht kannst Du ja zu der Frage von Christian, was es mit den Schlössern im Verschlussregister in Dinkelsbühl auf sich hatte, etwas beitragen?

Viele Grüsse von Mark
Hallo Mark,

bei dem Foto in meinem Hifo Beitrag vom Fdl Stellwerk Dinkelsbühl, sind die Schlösser im Verschlussregister Hebelbankschlösser für ortsgetellte Weiche oder eine Gleissperre. Unterhalb der Fahrstrassenhebel sind nochmals zwei Schlösser zu sehen, diese dienen als mechanische Fahrstrassenfestlegung mittes Schlüssel. Ich habe gerade das Foto nochmals gescant und mir die Schlösser genauer angesehen. Müßte aber so passen.


Gruß von Stefan S.B

Re: Zwei Bilder von mir zum Bereich der Weichen 24 und 25

geschrieben von: Bullok

Datum: 13.01.19 11:06

Hallo Mark,

vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag zu der Weichen- und Signalsituation in Hersbruck r Pegn vor etwa 25 Jahren.

Auch die Güterzugfahrzeiten sind sehr interessant, einfach klasse !

Zu Deiner Anfrage bzgl Fotos im Bereich der Weichen 24 und 25 und der dortigen Gleissperrsignale habe ich folgende zwei Aufnahmen herausgefunden:

Die erste stammt vom Februar 1995 und zeigt folgende Situation:
Bf Hersbruck r Pegn Feb 95,2,6,RB.jpg

Nun noch eine Ausschnittvergrößerung:
Bf Hersbruck r Pegn Feb 95,2,6,RB - 2.jpg


Die zweite Aufnahme wurde im Januar 1996 gemacht:
Bf Hersbruck r Pegn Jan 96,7,28,RB.jpg

Und auch hier noch einmal vergrößert:
Bf Hersbruck r Pegn Jan 96,7,28,RB - 2.jpg


Bilder der Bahnhofs-Köf habe ich leider keine, da ich mit der Eisenbahnfotografiererei erst um 1992 angefangen habe.

Von der CB habe ich nur einmal die V90 in Hersbruck erwischen können, und die war damals beim Güterschuppen halb verdeckt abgestellt.

Desweiteren möchte ich in dem Zusammenhang bzgl der Anfrage von User Fulda noch auf meine Bilder des Gleisanschlusses des Dolomitwerkes Neuensorg bei Velden hinweisen, die ich zu einer Anfrage von User Nohabs geliefert habe : [www.drehscheibe-online.de] .

Auf weitere Beiträge Deinerseits wäre ich schon gespannt.


Schöne Grüße

Bullok



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.19 18:21.
Hallo Bullok,

auf Dich habe ich gehofft mit den Vergleichsbildern und Du hast mich nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil. Vielen Dank! Das passt alles mit der von mir 1992 aufgenommenen und in meiner Zeichnung dargestellten Situation zusammen, auch die Lage der beiden Ls am Ausziehgleis bzw. an Gleis 11.
Ich gehe davon aus, das beide Ls ein Rangierkennlicht hatten, was in dieser Situation auch viel Sinn macht.
Danke auch auf den Hinweis zu den Dolomitwerken Neuensorg. Wenn ich mir die Bilder so anschaue und dann noch die Wagen aus den anderen Tarifpunkten Neuhaus, Velden, Eckartwerke und Vorra dazurechne, da musste die Köf bei diesen Fahrten ja ganz schön "die Muskeln spielen" lassen, Gut, pegnitzaufwärts dürften es überwiegend Leerwagen gewesen sein, aber trotzdem...
Der in diesem Thread im Zusammenhang mit einer Deutz-Lok erwähnte Anschluss zu einem Kalkwerk in Rupprechtstegen war aber 1992 nicht mehr zu erkennen. Ich gehe davon aus, dass dieser Anschluss spätestens Anfang der 1980er Jahre Geschichte war.
Hersbruck links der Pegnitz folgt demnächst.

@ Stefan. das mit dem Weichenschlüssel passt bestens zu der damaligen Situation. Richtung Nördlingen war das Ladegleis durch die vom Wärterstellwerk bediente Weiche 2 an Gleis 1 angebunden und mit Gs I gesichert. Richtung Dombühl mündete es über eine ortsgestellte Weiche mit Schloss (Weiche 10) kurz vor dem EG in Gleis 1 ein. Als Flankenschutz diente die folgeabhängige Weiche 9.

Viele Grüsse von Mark

Re: Zwei Bilder von mir zum Bereich der Weichen 24 und 25

geschrieben von: Bullok

Datum: 13.01.19 13:03

Hallo Mark,

es freut mich, Dir mit meinen Bildern geholfen zu haben.

Soweit ich weiß, ist der Gleisanschluß des Kalkwerkes in Rupprechtstegen etwa 1985 verschwunden, als der ehem Bahnhof zu einem Haltepunkt umgebaut worden ist.
Die Kalköfen dieses Werkes dürften aber schon in früheren Jahren stillgelegt worden sein, obwohl noch relativ neu (Vollmer hat sich diese Öfen übrigens als Vorbild für sein Kalkwerk-Modell genommen). Seitdem wurde das Werk nur noch zur Produktion von gebrochenem Kalkstein herangezogen. Ich denke, daß damit auch der Bahnversand irgendwann gegen Null gegangen ist.

Das Dolomitwerk Neuensorg hatte sicherlich mit dem Neukunden Kraftwerk Aschaffenburg eine deutliche Steigerung des Güteraufkommens auf der Schiene zu verzeichnen. Das dürfte wohl ebenfalls Mitte bis Ende der 80er Jahre gewesen sein, nachdem die Rauchgasreinigung allgemein in Kohlekraftwerken zur Vorschrift geworden ist.
Ob der Anschluß dann noch mit der Hersbrucker Köf bedient worden ist, weiß ich allerdings auch nicht.

Vielleicht ergibt sich ja diesbezüglich noch bei dem einen oder anderen User etwas an Bildmaterial zu diesem interessanten Thema !


Schöne Grüße

Bullok
Hallo Bullok,

vielleicht war die Steigerung des Bahnversands bei den Dolomitwerken auch der Grund dafür, dass die Üg-Fahrten nach Neuhaus ca. 1987, wie ich das aus den mir vorliegenden Unterlagen nachvollziehen kann, an V 100 übergingen. Später kam dann eine 290 zum Einsatz.

Beim nochmaligen Betrachten Deiner Bilder ist mir eine kleine Kuriosität aufgefallen:

https://s2.imagebanana.com/file/190113/PChjSifP.jpg

Der Stellhebel der Weiche 24 liegt ja "meilenweit" von ihr entfernt! Das muss wohl aus Platzmangel so gelöst worden sein.

Viele Grüsse von Mark
Hallo Mark,

entschuldige das Mißverständnis,ich habe nicht nach den Hebelbankschlössern gefragt,sondern wollte Dich auf die Weiche aufmerksam machen,die man hier [www.woernitz-franken.de] auf dem ersten Bild sieht.
Das ist noch Weiche mit Gelenkverschluss und durchgehenden Zungenplatten.Im Vergleich der Bilder von Stefan von 87 und diesen von 89 erkennt man ,dass zwei Fahrstraßenhebel abgebaut worden sind.Allerdings versuche ich mir zu erklären,wie man zehn Fahrstraßen auf vier Hebel aufteilt Meine Idee war,dass gewisse Fahrstraßenschubstangen direkt von Signalhebeln angetrieben wurden.So etwas gibt es doch auch manchmal.wenn die Signale durch Kurbeln bedient werden.Übrigens spricht man meines Wissens beim Signal A von einem Doppelstellerhebel,bei D aber von einem Umschalthebel bzw.Signalhebel mit Umschalthebel.War die Anordnung der Signalhebel auf dem Fdl-Stellwerk eine bayrische Spezialität?Ansonsten war das doch nicht üblich?

Gruß

Christian

Re: Zwei Bilder von mir zum Bereich der Weichen 24 und 25

geschrieben von: Bullok

Datum: 13.01.19 17:43

Hallo Mark,

ich habe hier noch eine Aufnahme vom Juli 2002 gefunden. Hier erkennt man etwas besser den weit entfernten Stellhebel.
Bf Hersbruck r Pegn Jul 02,6,14,RB - 2.jpg

Die Sh2-Tafel dürfte das Zwergsignal gerade verdecken.

Bei google maps sieht man den aktuellen Zustand ohne der Verbindung zwischen Gleis 2 und dem Ausziehgleis :
Das Signal ist demnach natürlich auch verschwunden.
Bf Hersbruck r Pegn Senkrechtaufnahme.jpg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.19 18:12.
Hallo zusammen,

erstmal Danke an Bullok für die weiteren Bilder mit der kuriosen Weiche. Man erkennt jetzt deutlich, dass das Gestänge dazu ja unter dem Nachbargleis 11 durchgeführt werden musste. Also spontan kann ich mich nicht daran erinnen, so etwas einmal bewusst gesehen zu haben.
Gut zu erkennen auf dem Google-Earth-Ausschnitt ist auch, dass zwischenzeitlich an den westlichen Weichenverbindungen auch vereinfacht wurde.

Ja, da habe ich in der Schnelle die Begriffe durcheinandergebracht. : -)
Natürlich ist A ein Doppelsteller und D ein Umschalthebel, wobei man, denke ich mal, bei solchen Krauss/Bruchsal-Stellwerken einen Doppelsteller ohne grossen Aufwand durch einen Umschalthebel ersetzen konnte : -)
Mir sind solche Situationen, wo der Weichenwärter nur die Weichen und Sperrsignale bedient, der Fdl aber auch die Hauptsignale in dessen Bezirk, eigentlich nur aus Bayern bekannt. Irgendwo gab es sowas nochmal, auch in Verbindung mit Gruppenausfahrsignalen, mir fällt es jetzt aber spontan nicht ein (Schongau?).
Ich bin mir nicht sicher, wie viele Fahrstrassen dort ursprünglich existiert haben, ich gehe mal insgesamt von 12 aus, als weiteres Hauptgleis gab es dort bis in die 1980er Jahre hinein Gleis 3. Ob irgendwann davor noch weitere Hauptgleise vorhanden waren, bin ich mir nicht sicher. Eigentlich hätten ja dann die Hebel beim Fdl und beim Ww ausgereicht. Die Fahrstrassenhebel von/nach Willburgstetten befanden sich ja auf dem Wärterstellwerk.

Viele Grüsse von Mark



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.19 18:22.
Zaubermark schrieb ua.
Hallo zusammen,

erstmal Danke an Bullok für die weiteren Bilder mit der kuriosen Weiche. Man erkennt jetzt deutlich, dass das Gestänge dazu ja unter dem Nachbargleis 11 durchgeführt werden musste. Also spontan kann ich mich nicht daran erinnen, so etwas einmal bewusst gesehen zu haben.
Gut zu erkennen auf dem Google-Earth-Ausschnitt ist auch, dass zwischenzeitlich an den westlichen Weichenverbindungen auch vereinfacht wurde.


Der Grund für diese örtliche Besonderheit ist wohl darin zu suchen, daß der Rangierer beim Bedienen der Handweichen immer auf der gleichen Rangierseite (hier: nördlich) bleiben konnte.

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Mir sind solche Situationen, wo der Weichenwärter nur die Weichen und Sperrsignale bedient, der Fdl aber auch die Hauptsignale in dessen Bezirk, eigentlich nur aus Bayern bekannt. Irgendwo gab es sowas nochmal, auch in Verbindung mit Gruppenausfahrsignalen, mir fällt es jetzt aber spontan nicht ein (Schongau?).

...
Viele Grüsse von Mark
Kam bzw kommt bei elektromechanischen Stellwerken gar nicht so selten vor. Auch außerhalb von Bayern.

Gruß
Mw

Bei der Fülle des zu verarbeitenden Materials sind einzelne Fehler oder Unrichtigkeiten nicht gänzlich zu vermeiden (Kursbuch Deutsche Bundesbahn)
Hallo zusammen,

an elektromechanische Anlagen hatte ich gar nicht gedacht, ja, da gab es sicher einige, aus meiner Umgebung fällt mir da z. B. Memmingen ein.
Im Wärterstellwerk 1 gab es deswegen einen Hebel "Dauerzustimmung von und nach Woringen". Das Stellwerk war für den Gbf zuständig und hatte nur wenige Weichen in den Reisezuggleisen, die aber auch nur für Zwecke des Güterverkehrs gebraucht wurden. An Sonntagen z.B. wäre der Wärter deswegen nur mit Zustimmungsabgaben beschäftigt gewesen, weswegen dieser Hebel vorhanden war und das Stellwerk nicht besetzt werden musste.

Dies nur so am Rand als kleine Erinnerung.

Viele Grüsse von Mark
Auch hier ein riesengroßes Dankeschön!! Sehr hilfreiche Informationen und vor allem eine Zeitreise in Gedanken :)
Zitat
Übrigens spricht man meines Wissens beim Signal A von einem Doppelstellerhebel,bei D aber von einem Umschalthebel bzw.Signalhebel mit Umschalthebel.War die Anordnung der Signalhebel auf dem Fdl-Stellwerk eine bayrische Spezialität?Ansonsten war das doch nicht üblich?
Doppelstellerhebel sind üblicherweise zwei Hebel mit jeweils eigenem Bock nebeneinander auf zwei Hebelplätzen und darunter eine Kuppelrolle. Der Hebel für das Signal A ist dagegen ein Schmalhebel mit zwei Hebelschäften in einem gemeinsamen Bock auf nur einem Hebelplatz. Ungewöhnlich ist außerdem seine Form. Ich halte das für einen Hebel der Bauform Bruchsal I. Solche Mischbauten sind gar nicht so selten. Man hat sogar den Verschlussbalken an das Bruchsal-G-typische Schwert angepasst. Die Maschinenfabrik Bruchsal hatte eine sehr aktive Entwicklungsabteilung. Umschalt- und Dopelstellerschmalhebel gibt es bei vielen Stellwerksbauformen, nur bei Einheit hat man drauf verzichtet und verwendet fallweise Jüdel.

Falk