DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 04 - Historische Bahn 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Test-Forum aufsuchen!
Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
Hallo Eisenbahnfreunde,

am 17. Januar 1989 erschien im Kölner Stadtanzeiger von Horst Piegeler ein bemerkenswerter Artikel über einen Rangierunfall mit einer V 60 in Euskirchen am Ablaufberg, demnach die Lok einen Prellbock überrollte mitsamt Güterwagen anschließend 30 Meter weiterfuhr und bedenklich nahe an der Bonner Straße zum Stehen kam.


my images013 - verknüpfung (2).jpg

Hier zuerst einmal das von Horst Piegeler stammende Foto zum Artikel, das den glimpflichen Ausgang des Rangier-Unfalles deutlich veranschaulicht.


my images013 - verknüpfung (3).jpg

Der Text schildert den Hergang des Unfalles. Die Unfallursachen waren mit Erscheinen des Artikels noch nicht geklärt. Lag ein technischer Defekt vor oder menschliches Versagen?

Im November 1991 ereignete sich genau an der gleichen Stelle ein ähnlicher Zwischenfall, dieses Mal mit 290 170-0, wobei die Lok nicht ganz so weit rutschte, wie die V 60 zwei Jahre davor.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich beim Kölner Stadtanzeiger bedanken, der mir die Erlaubnis gab, den Artikel hier im Forum zu veröffentlichen!



Viele Grüße,
Marc (Wedding)

Et hätt noch imer jot jejange.

Prototyp? (o.w.T)

geschrieben von: Michael Meyer

Datum: 11.01.19 13:51

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
EP 5 schrieb:
Hallo Eisenbahnfreunde,

am 17. Januar 1989 erschien im Kölner Stadtanzeiger von Horst Piegeler ein bemerkenswerter Artikel über einen Rangierunfall mit einer V 60 in Euskirchen am Ablaufberg, demnach die Lok einen Prellbock überrollte mitsamt Güterwagen anschließend 30 Meter weiterfuhr und bedenklich nahe an der Bonner Straße zum Stehen kam.


[attachment]

Hier zuerst einmal das von Horst Piegeler stammende Foto zum Artikel, das den glimpflichen Ausgang des Rangier-Unfalles deutlich veranschaulicht.


[attachment]

Der Text schildert den Hergang des Unfalles. Die Unfallursachen waren mit Erscheinen des Artikels noch nicht geklärt. Lag ein technischer Defekt vor oder menschliches Versagen?

Im November 1991 ereignete sich genau an der gleichen Stelle ein ähnlicher Zwischenfall, dieses Mal mit 290 170-0, wobei die Lok nicht ganz so weit rutschte, wie die V 60 zwei Jahre davor.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich beim Kölner Stadtanzeiger bedanken, der mir die Erlaubnis gab, den Artikel hier im Forum zu veröffentlichen!



Viele Grüße,
Marc (Wedding)
Manchmal empfiehlt es sich halt, auch beim Rangieren die Luftschläuche Lok - Wägen zu kuppeln ... gerade bei schweren Rangiereinheiten ist die Fuhre allein mit der Lok bremstechnisch oft nicht mehr zu beherrschen. So was dürfte zigfach passiert sein ... in Würzburg-Zell wippte danach mal eine V60 auf einer Stützmauerkrone.

Grüße
Wäre dann halt die Frage, warum sich zuvor die Lok mit den Wagen auf dem Ablaufberg befand.
Fuhr sie nur darüber oder sollte sie die Wagen abdrücken? Im letzteren Falle wären in Abdrückrichtung gekuppelte Luftschläuche unüblich.

ER
efferr schrieb:
Wäre dann halt die Frage, warum sich zuvor die Lok mit den Wagen auf dem Ablaufberg befand.
Fuhr sie nur darüber oder sollte sie die Wagen abdrücken? Im letzteren Falle wären in Abdrückrichtung gekuppelte Luftschläuche unüblich.

ER
Wahrscheinlich ersteres; dafür spricht die örtliche Situation mit der Bonner Straße:

maps google

Der Lokführer konnte die Fuhre, die am Ablaufberg Schwung sozusagen in die falsche Richtung bekam einfach nicht mehr halten.
Hallo Marc,

das kommt schon mal vor wenn man nicht aufpasst. Man denkt die Wagen hängen an der Luft, aber leider dann doch nicht. Wenn mann dann die durchgehende Bremse betätigt, tut sich echt wenig weil nur die Lok bremst. Wenn man das dann merkt muß man halt versuchen so gut wie möglich noch die Fuhre abzubremsen.
Wenn ein Zug ankommt und über den Ablaufberg soll, wird er entlüftet und lang gemacht. Und dann geht´s hoch und hinten wieder runter. Wenn man da nicht rechtzeitig Fahrt rausnimmt so daß die Fuhr von alleine langsam wird, kommt man gehörig in Schwitzen.
Fies war da früher auch Neu-Ulm, hinter dem Prellbock ging´s runter auf einen Weg gleich neben der Donau. Da war äußerste Vorsicht geboten. Da hatte ich mal mit der V60 "nur" 118 Achsen ungebremst hinter mir. Der Rangierleiter sagte aber "Du hast jetzt 118 Achsen dran", fand ich sehr kollegial.

Tschüß,

Bernd
Hallo,

vielen Dank für Eure aufschlussreichen Beiträge und Erfahrungsberichte teils aus dem Berufsleben, über die ich mich sehr gefreut habe. Ich möchte gerne noch einmal auf einzelne Aspekte und Hinweise eingehen, werde aber erst zeitlich morgen oder übermorgen dazu kommen.


my images013 - verknüpfung.jpg

Lokomotiven der Reihen 360/361 traf man in Euskirchen am Ablaufberg nach meinen früheren Beobachtungen eher seltener an. Ich habe in diesem Zusammenhang die Lokomotiven der Reihe 290 stärker in Erinnerung, hier ein Modell einer solchen Loktyps von Trix.


Viele Grüße,
Marc
bpfi schrieb:
Hallo Marc,

Fies war da früher auch Neu-Ulm, (....)

Tschüß,

Bernd
OT und Insiderwissen abschöpf: Ich muss da gleich ein traumatisches Erlebnis verarbeiten. In Neu-Ulm wurde vor ca 30-35 Jahren mal ein Wagen mitsamt Prellbock auf die Herrmann-Köhl-Straße runtergeschoben. Wie war das passiert? Traumatisch, weil ich ein paar Minuten später damals mit dem Rad vom Neu-Ulmer Volksfest kommend genau dort gefahren wäre. Damals gabs noch keine Fahrradhelme.
Lustig!

Bis zu Klärung der tatsächlichen Ursache könnte es was länger dauern. Ich hole schon mal Popcorn

Mfg
a.d.Eifel
EP 5 schrieb:
Hallo,

vielen Dank für Eure aufschlussreichen Beiträge und Erfahrungsberichte teils aus dem Berufsleben, über die ich mich sehr gefreut habe. Ich möchte gerne noch einmal auf einzelne Aspekte und Hinweise eingehen, werde aber erst zeitlich morgen oder übermorgen dazu kommen.


[attachment]

Lokomotiven der Reihen 360/361 traf man in Euskirchen am Ablaufberg nach meinen früheren Beobachtungen eher seltener an. Ich habe in diesem Zusammenhang die Lokomotiven der Reihe 290 stärker in Erinnerung, hier ein Modell einer solchen Loktyps von Trix.


Viele Grüße,
Marc

Kurz nach dem Unfall endete der V60 Plandienst in Euskirchen. Danach kamen V60 nur noch in Ausnahmefällen z.B. für Az-Dienst oder zur Entlastung der Kölner Werkstatt nach Euskirchen.
Zwischen 1994 und 1996/97 wurde in Euskirchen eine 364/365 eingesetzt, man glaubte so billiger rangieren zu können als mit der V90. Sie wurde hauptsächlich im Bahnhofsbereich sowie in Meckenheim und Zülpich eingesetzt.
Auch EBM Cargo setzte zeitweilig V60 im Eusirchener Rangierdienst ein. Eine V60D trug sogar die Heimatanschrift "Bw Euskirchen", zumal der Lokschuppen damals an EBM Cargo vermietet war.

Bei 290-Mangel wurden auch öfters mal 212 im Euskirchener Rangierdienst eingesetzt. Und selbst mit der Baureihe 215 wurde über den Ablaufberg gefahren.

Mit ist aber kein Fall bekannt, daß eine 212 oder 215 an oben genanntem Ausziehgleis einen Abflug gemacht hat.
Nach dem V60 Abflug wurde das Gleis übrigens gestutzt. 290 170 wäre also gar nicht in die Nähe der Stelle gekommen, wo es die V60 erwischt hat.
Hallo Eisenbahnfreunde,

zuerst einmal vielen Dank an Euch für Eure Hinweise, Kommentare und Ergänzungen zum Zeitungsartikel, auf die ich zum Teil gerne eingehen mag.

Wie bereits Eifelindianer zu verstehen gab, ist die Frage nach der Unfallursache nicht ganz einfach zu beantworten.

Die Antwort von Christian leuchtet mir ein, dass nicht an der Hauptluftleitung angeschlossene Waggons für den Unfall verantwortlich waren. Demnach könnte davon ausgegangen werden, dass der Lokführer es versäumt hat, diese an die Hauptluftleitung anzuschließen. Dieser muss vor der Rangierfahrt etwa vom Weichenwärter oder vom Rangierbegleiter über das Ziel, den Zweck und über die Besonderheiten der Fahrzeugbewegung informiert worden sein.

Wird mit einer V 60 ein Wagenzug mit bis zu 40 Achsen bewegt, muss in der Regel kein einziger Waggon mit der Hauptluftleitung verbunden sein. Es sei denn, die Örtlichen Richtlinien machen dazu andere Angaben. Auch stellt sich die Frage, ob in Euskirchen ein Rangierbegleiter bei der Vorbereitung der Rangierabteilung mit verantwortlich war?

Ich fand auch den Beitrag zum Schluss über die in Euskirchen zum Rangierdienst eingesetzten Triebfahrzeuge interessant, demnach die 360/361 aus ökonomischen Gründen der 290 vorgezogen wurde, sich aber anscheinend aufgrund der geringeren Leistung beziehungsweise der geringeren Reibungslast für den Rangierdienst in Euskirchen nicht so gut geeignet war.


my images013 - verknüpfung (2).jpg

In meiner Sammlung habe ich auch nur ein einziges, leider leicht angeschnittenes Foto einer solchen 361 an der Rechteckhalle in Euskirchen, das um 1987 entstanden sein dürfte.

Man könnte noch einiges zum Thema Rangierdienst in Euskirchen schreiben. Mir sind von Früher die orangefarbenen Arbeitsanzüge der Rangierer in Erinnerung geblieben, die oft deutliche Spuren (Öl, Schmutz) der körperlich schweren und gefahrvollen Arbeit trugen. Leider werden solche Aspekte in den meisten Eisenbahnmuseen völlig ausgeblendet.


Viele Grüße,
Marc



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.19 22:10.
Schöne Beiträge und alles Geschichte denn ich denke seit ein paar Jahren ist ja der GV in Euskirchen (Gütertarifpunkt) aufgelöst, außer den P&G Zügen oder sporadisches gibts nicht mehr, schon traurig für einen einst wichtigen Knoten.
Hallo,

mich wundert es ein wenig, dass sich die recht umfangreichen, kaum noch genutzten Gleisanlagen und der stillgelegte Ablaufberg in Euskirchen bis heute gehalten haben. In unserer Zeit ist mir der Anblick von restlos entfernten Gleisen einst blühender Eisenbahninfrastrukturen vertrauter, als deren Fortbestand.


my images013 - verknüpfung (2).jpg

Dieses in Pankow Heinersdorf entstandene Foto zeigt ein Beispiel des Verschwindens der Eisenbahn aus dem öffentlichen Raum. An diesem Ort pulsierte Früher der Schienenverkehr in Form von Lokomotiven, Zügen, Güterwagen, Gleisen, Signalen und Geräuschen. Künftig soll hier ein komplexes Neubaugebiet hochgezogen werden.


my images013 - verknüpfung.jpg

Hier noch ein Bild aus Euskirchen vom 21.02.2003. Zu sehen ist die 202 203-5 vor einem Bauzug. Rechts neben der Lok ist der Güterschuppen erkennbar. Auffällig ist die sehr gepflegte Gleisanlage des Bahnhofs. Zum Zeitpunkt der Aufnahme habe ich auf anderen Bahnhöfen nicht selten mit Unkraut übersäte Anlagen entdeckt, die ebenfalls noch in Betrieb standen.


Viele Grüße,
Marc