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 04 - Historische Bahn 

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Achristo's Foto-Historama: Historische Beiträge mit Fotos und Texten aus der Welt der Privatbahnen, Werksbahnen, Feldbahnen, städtischen Verkehrsbetrieben und der DB.

Link zu Teil 1 [www.drehscheibe-online.de] (Geschichte und Fotos vom Personenverkehr)
Link zu Teil 2 [www.drehscheibe-online.de] (Fahrzeuge mit Lokliste)
Link zu Teil 3 [www.drehscheibe-online.de] (Fahrzeuge, zweiter Teil)

Heute möchte ich die Industriebahn in das Industriegebiet Seckbach vorstellen.

Etwa zeitgleich mit der Errichtung des Osthafens wurde bereits vor dem Ersten Weltkrieg auch das Industriegebiet Seckbach erschlossen. Es entstand südlich des 1900 nach Frankfurt eingemeindeten Dorfes Seckbach. Die Seckbacher Gemarkung war recht groß und erstreckte sich auf von alten Mainarmen durchzogenes Öd- und Unland, welches für die Industrie erschlossen und kultiviert wurde. Vom neu entstandenen Bahnhof Osthafen der Hafenbahn wurde eine Gleisanlage in das Industriegebiet Seckbach angelegt, welche die Bahnstrecke Frankfurt - Hanau und Teile des Hafenbahnhofs auf einer langen Brücke, der Lahmeyerbrücke, überquerte. Auf beiden Seiten der Brücke waren lange und recht steile Rampen angelegt worden, um den Höhenunterschied zu bewältigen.

Frankfurt Ost 2.JPG

Auf diesem Kartenausschnitt einer topographischen Karte von ca. 1950 ist das Industrie- und Gewerbegebiet Seckbach gut erkennbar. Zu erkennen sind die um 1950 bereits vorhandenen Gleisanlagen, manuell ergänzt um schwarze Linien, welche die danach noch hinzugekommenen Gleise zeigen.

Die Bahnstrecke in das Seckbacher Industrie- und Gewerbegebiet war bis in die 1990er Jahre in Betrieb. Als die Straßenbahnstrecke nach Enkheim im Jahr 1992 in eine (hier oberirdisch verlaufende) U-Bahn umgewandelt wurde, gab es die Strecke noch, kurz danach erfolgte dann die Stilllegung und der teilweise Abbau der Gleisanlagen. Der Rückgang des Einzelwagenladungsverkehrs bei der DB war ausschallgebend für den Rückgang des Aufkommens in Seckbach, da das Gesamtaufkommen aus Einzelwagen bestand - größere Unternehmen mit Ganzzügen gab es nicht.

Ganz am Ende der Gleise in der Kruppstraße wurde bis zuletzt ein Stahlhandelsunternehmen bedient, es lag hart an der Stadtgrenze zu Bergen-Enkheim. Das Gleis östlich der Borsigallee (eigener Schrankengesicherter Bahnübergang über die Wächtersbacher Straße) wurde zuletzt kaum noch befahren. Letzter Kunde hier war die Firma Essig-Essenz Speyer & Grund. Zeitweise gab es einen "Allibert-Pendel". Der Schrankhersteller für Badezimmer-Möbel besaß ein Werk in Neckermann-Nähe und ein Auslieferungslager in der Kruppstraße, zwischen beiden Werksteilen pendelte täglich die Hafenbahn mit einer Handvoll G-Wagen. Aufwändig war der Bahnübergang Gwinnerstraße. Hier in dieser Straße verlief die Straßenbahnstrecke nach Bergen. Um die Straßenbahn-Fahrleitung nicht zu berühren, handelte es sich bei der Schrankenanlage um eine "Knick-Schranke" (Fotos auch in Teil 1 der Hafenbahn-Beschreibung). Zuletzt wurden aus Wartungsgründen die abgeknickten Teile entfernt, und bei geschlossener Schranke befand sich in Straßenmitte dann eine Lücke im Schrankenbaum.

Nun aber endlich einige Fotos vom Bahnbetrieb im Industriegebiet Seckbach.

736-5 Hafen Frankfurt 06031980.jpg

Bedienplatz der Schrankenanlage "Am Erlenbruch", 6. März 1980 (Ziffer 2 in der Karte). Die Schrankenkurbeln wurden durch das in den Zügen mitfahrende Rangierpersonal bedient.

58-4 Hafen Frankfurt 14071971.jpg

In der entgegengesetzten Blickrichtung ist hier Lok D 3 mit einem Güterzug unterwegs, der gerade die Straße "Am Erlenbruch" und die dort verlegten Straßenbahngleise (zweite Schranke dahinter) kreuzt, 14. Juli 1971.

432-8 Hafen Frankfurt 09111976.jpg

Dieselbe Situation mit Lok D 4 aus einem anderen Blickwinkel, rechts vorn die Schrankenkurbeln, 9. November 1976.

432-9 Hafen Frankfurt 09111976.jpg

Hier hat Lok D 4 die Straßenkreuzung gerade passiert, 9. November 1976.

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=222829

Lok D 5 rangiert am Bahnübergang Gwinnerstraße, 13. März 1978 (Ziffer 1 der Karte). Vorn sind die kreuzenden Gleise der Straßenbahn nach Bergen zu sehen.

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=222830

Nun biegt die Lok in das parallel zur Gwinnerstraße führende Gleis ab, um einen weiteren Güterwagen abzuholen, 13. März 1978. Die anderen Wagen bleiben rechts erst mal stehen.

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=222831

Derweil passiert ein Zug der Straßenbahn-Linie 20 nach Bornheim das Hafenbahn-Gleis, 13. März 1978.

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=222832

Jetzt wagt sich auch Lok D 5 auf die Kreuzung mit der Gwinnerstraße, um den restlichen Zugteil wieder anzukuppeln, 13. März 1978.

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=222833

Die Schranken sind geschlossen ...

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=222834

Der Hafenbahn-Zug passiert jetzt die Kreuzung mit der Gwinnerstraße, 13. März 1978. In der Mitte der Schrankenanlage bleibt eine Lücke, da die abgeknickten Teile bereits fehlen.

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=222835

Ein Zug, wieder mit Lok D 5, rangiert zwischen Gwinnerstraße und "Am Erlenbruch" nahe der Flinschstraße, 26. Oktober 1977.

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=222836

Ein weiteres Foto von dieser Stelle, fotografiert am 26. Oktober 1977.

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=222837

Lok D 6 hat den Bahnübergang "Am Erlenbruch" wieder fast erreicht, 16. September 1973. Die Gaststätte links wirbt mit "Frankfurter Brauhaus"-Bieren, einer längst vergangenen Brauerei, die ebenfalls an der Hafenbahn lag.

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=222838

Am 18. August 1980 war es die fabrikneue D 7", welche den Bahnübergang "Am Erlenbruch" (Ziffer 2 in der Karte), angehängt nur ein Bremswagen, in Richtung Lahmeyerbrücke passierte.

**** Fortsetzung folgt mit Fotos von der Lahmeyerbrücke ****

Alle nicht anders gekennzeichneten Aufnahmen stammen von mir und unterliegen dem Urheberrecht
Andreas Christopher (Achristo) im Internet: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Übersicht Achristo's Foto-Historama: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Schöner Beitrag, alleine der tolle Karteneinstieg macht Lust!!
Hallo,

vielen Dank für den sehr sehenswerten Bildbericht !

Auf den Fotos am BÜ Gwinnerstraße erkennt man links hinter dem Liebherr-Bagger noch den Ausleger eines Gleiskrans.
Zu welchem Betrieb mag der gehören und gibt es evt Aufnahmen davon ?


Schöne Grüße

Bullok
Bullok schrieb:
Hallo,

vielen Dank für den sehr sehenswerten Bildbericht !

Auf den Fotos am BÜ Gwinnerstraße erkennt man links hinter dem Liebherr-Bagger noch den Ausleger eines Gleiskrans.
Zu welchem Betrieb mag der gehören und gibt es evt Aufnahmen davon ?


Schöne Grüße

Bullok
Ich vermute, dass der Kran zur Firma J. S. Fries Sohn gehörte, die bis Mitte der 1970er Jahre bestand und dann liquidiert wurde. Aufnahmen habe ich keine davon, da das alles mitten im Industriegebiet lag und von außen schwer zugänglich war.

Alle nicht anders gekennzeichneten Aufnahmen stammen von mir und unterliegen dem Urheberrecht
Andreas Christopher (Achristo) im Internet: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Übersicht Achristo's Foto-Historama: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Hallo nochmal

Jetzt wird's ja richtig interessant. Das Seckbacher Netz kenne ich nur von Erinnerungen an ganz frühe Jugendtage
und späteren Streckenwanderungen, als kaum noch Züge fuhren.
Der letzte Kunde (Farbenhersteller ?) war an der Gwinnerstraße, siehe Bilder 5 und 6. Hinter dem Bahnübergang
teilte sich das Gleis in zwei Stumpfgleise. Der Bereich gehörte da wohl schon zum Werksgelände.
Ich habe letzte Nacht gesucht und drei Dias von 1999 gefunden. Meine einzigen mit Zug bzw Lok. Die wandern demnächst
mal durch den Scanner.

Der Zug in Bild 12 ist auch der Hammer. Würde mich mal brennend interessieren, wer da was empfangen oder versandt hat.
Traurig, dass das alles weg ist. Aber heute gäbe es wohl nichts mehr zu befördern. Das Frachtaufkommen von "Batschkapp"
und Rechenzentren dürfte nicht so üppig sein.

Vielen Dank und viele Grüße
Wolfgang
Den Farbenhersteller gibt es dort immer noch. Transporte erfolgen nun natürlich ausnahmslos mit der Gummibahn.