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 04 - Historische Bahn 

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Heute kommt der Beitrag, der chronologisch eigentlich an den Anfang der Bahnhofsstile gehört: der Neoklassizismus mit seiner an antike Vorbilder angelehnten, strengen, symmetrischen Formensprache.

Nach einer ersten korrigierenden Antwort von "rh" (danke dafür) habe ich den Beitrag etwas umgebaut. Wir müssen ja unterscheidenzwischen Klassizismus und Neoklassizismus.

Die interessante Diskussion im vorherigen Beitrag macht mir Mut, daß auch hier noch interessante Diskussionen, Ergänzungen, gern auch Richtigstellungen, und weitere Beispiele kommen. Gern auch von anderen Zweckbauten der Eisenbahn, nicht nur Empfangsgebäude. Bin gespannt, was Ihr habt, aber hier erstmal ein paar Bilder von mir zur Einstimmung. Zunächst mal aus dem Klassizismus:

Elberfeld, heute Wuppertal Hbf, von 1848-1850:

WuppertalElberfeld_gebaut1848-50.jpg

Wittenberge von 1846:

Wittenberge_gebaut1846.jpg


Dem Neoklassizismus gehört an:

Barmen, heute Wuppertal-Barmen, von 1911-1913:

WuppertalBarmen_gebaut1847.jpg

Christopher



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:12:06:20:26:48.

. (o.w.T)

geschrieben von: cw

Datum: 05.12.18 21:07

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:12:06:20:27:57.

Berlin-Hamburger Eisenbahn

geschrieben von: TransLog

Datum: 05.12.18 21:18

Vielleicht passt dieser Beitrag, wenn auch aus einer ganz anderen Region, zu Deinem Thread:


Hamburger Bahn


Gruß, Ulrich

Re: Berlin-Hamburger Eisenbahn

geschrieben von: cw

Datum: 05.12.18 21:22

Schöne Beispiele, wenn sie nicht nur fast alle so marode wären.
Christopher

Re: Architekturstile und die Eisenbahn: Neoklassizismus

geschrieben von: gregorL

Datum: 05.12.18 21:51

Hallo cw,

vielen Dank für Deine schönen Bildbeiträge zur Bahnhofsarchitektur!
Eine Korrektur muss ich aber loswerden: Die von Dir gezeigten Beispiele sind (teilweise) dem Klassizismus zuzurechnen, nicht dem Neo-Klassizismus, andere dem Historismus. Der Neo-Klassizismus entstand erst im frühen 20 Jahrhundert...

Gruß,
Gregor


Edit: Aussage konkretisiert.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:12:06:14:13:43.

Klassizismus, Neoklassizismus und andere Stile...

geschrieben von: rh

Datum: 06.12.18 00:10

Hallo cw,

ich finde es eine schöne Idee die Bahnhöfe in dieser Weise zu sortieren, danke dafür. Dabei sollten allerdings die historischen Einordnungen stimmen, und es ist auch wichtig Bilder aus der Bauzeit der Bahnhöfe anzuschauen, da sich die Bauten im Lauf der Zeit ziemlich verändert haben können. Wie schon darauf hingewiesen wurde ist der "Neoklassizismus" ein späterer Stil. Der Klassizismus war ungefähr in der Zeit von 1760 bis 1840 verbreitet und hielt sich manchmal noch etwas länger, als die ersten Eisenbahnen gebaut wurden.
Es ist aber sehr typisch für das 19. Jahrhundert, daß verschiedene historische Stilrichtungen wiederbelebt wurden, die noch dazukamen und auch nebeneinander vorkommen konnten. Deshalb schlage ich hier eine ganz andere Sortierung vor:

Zum Klassizismus gehören von den hier gezeigten Bahnhogsgebäuden:
- Wittenberge: Klassizistisch (1846, später erweitert)
- Wuppertal Hauptbahnhof: Klassizistisch (ehemaliger Bergisch-Märkischer Bahnhof, vor 1855, auf dem Bild aber mit vorgebauter Halle um 1900)

Nicht zum Klassizismus gehören:
- Erlangen: Italienischer Renaissancestil (1844, Umbau 1870)
- Düren: Italienischer Renaissancestil (Gebäude von 1874, nicht 1847!)
- Grohn-Vegesack: Neuromanischer Stil/Rundbogenstil (um 1862)

Neoklassizistisch ist:
- Wuppertal Barmen: Neoklassizistisch (1911)

Kohlscheid und Wesselburen haben wenig ausgeprägte Merkmale und lassen sich eher dem Neurenaissancestil zuordnen.
Gruß,
rh



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:12:06:00:12:56.
Ein spannender Ansatz, Bahnhöfe zu "sortieren"!

Ich denke, ein Teil der Verwirrung zwischen Klassizismus und Neoklassizismus kommt daher, dass "Klassizismus" in vielen anderen Sprachen "Neoklassizismus" heißt (engl. "neoclassical", franz. "néo-classicisme" usw. ). Heutzutage wird ja gern etwas unsauber übersetzt...

Der Klassizismus dürfte in Deutschland sozusagen der älteste Eisenbahn-Baustil sein; z. B. wurden alle Bahnhöfe und Bahnwärterhäuser entlang der nassauischen Lahntalbahn in den 1860er Jahren nach Standardplänen in einem sehr sparsamen Klassizismus gebaut. Erhalten sind z. B. Stockhausen, Weilburg, Fürfurt, Villmar, Runkel usw.

Ein schönes Beispiel ist Fürfurt, 1869 eröffnet, heute Haltepunkt und Blockstelle.

[img]htttp://www.lahnbahn.de/dso-bilder/fuerfurt 1.jpg[/img]http://www.lahnbahn.de/dso-bilder/fuerfurt 1.jpg
Christoph

http://www.lahnbahn.de

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Gotha

geschrieben von: Lalu

Datum: 13.01.19 20:12

Hallo,

dann erlaube ich mir auch einmal ein Beispiel bringen. Eine frühe fotografische Aufnahme des Bahnhofes Gotha von Francis Bedford aus dem Jahre 1858. Die vielfältigen Verbindungen des Gothaer Herzoghauses nach England, lassen auch (auf Gotha bezogene) interessante Dinge in englischen Archiven schlummern. Als Königin Victoria von Prinz Alberts Liebe zu seinem alten Zuhause wusste, ließ sie Prinz Albert am 26. August 1858 ein Fotoalbum als Geburtstagsgeschenk für Gotha überreichen. Prinz Albert war laut der Zeitschrift der Königin "besonders begeistert" von diesem Geschenk. [www.rct.uk]

Leider fristet der Bahnhof heute ein eher trauriges Dasein. Er wurde 1944 stark beschädigt. Es existieren seitdem nur noch reparierte Teile des Ostflügels und des Mittelbaus. Dazu wurde das EG vor mehreren Jahren an einen privaten Eigentümer veräußert. Die Stadt zeigt damals kein Interesse. Mittlerweile hat man den Fehler anscheinend eingesehen. Die 25 Jahre alte Standardbahnsteigausstattung der DB und das nicht gerade einladend wirkende Privatgebäude sind kein Aushängeschild für die Stadt. Heute "stört" der Busbahnhof den weiten Blick.

Gotha EG.jpg

Grüße,
Lalu

Edit: Natürlich eindeutig Klassizismus.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.19 20:16.