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 04 - Historische Bahn 

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siehe auch
[CH] BVZ Brig - Visp -Zermatt: HGe 4/4 11-12 von 1929 (18B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] BVZ Brig - Visp -Zermatt: HGe 4/4 13-14 von 1929 (25B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] BVZ Brig - Visp -Zermatt: HGe 4/4 15 von 1930 mit sehenswerten Zügen (31B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] BVZ Brig - Visp -Zermatt: HGe 4/4 16 von 1939, Prototyp für die FO-Loks (11B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] BVZ Brig - Visp -Zermatt: Gelenktriebwagen ABDeh 6/6 2031-2032 von 1960 (leider nur 6B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] BVZ Brig - Visp -Zermatt: Doppeltriebwagen ABDeh 8/8 2041-2043 von 1960 (27B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] BVZ Personenwagen mit offenen Plattformen von 1890-1906 (31B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] BVZ vierachsige, geschlossene Güterwagen (33B) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] BVZ vierachsige, offene Güterwagen (vieleB) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] BVZ zweiachsige Güter- und Dienstwagen (vieleB) [www.drehscheibe-online.de]
[CH] BVZ: die Diesel- und Benzinfraktion (13B) [www.drehscheibe-online.de]

1955 hatten 12 Personenwagen der Visp - Zermatt-Bahn VZ ein Alter von 65 Jahren erreicht (C4 30…40, CF4 51-52), 6 Wagen waren 49-53 Jahre alt (ABC4 25-26, BC4 27-29 und C4 41), und die jüngsten 3 Wagen hatten auch schon 24 Jahre auf dem Buckel (AB4ü 101-103). Vorerst nur als „Tropfen auf den heissen Stein“ bestellte die VZ bei SIG Neuhausen fünf Mitteleinstieg-Personenwagen in Aluminiumbauart nach dem Vorbild der Brünigbahn. Die beiden BC4 121-122 besassen 17. Plätze 2. Klasse und und 28 Plätze 3. Klasse, die drei C4 131-132 52 Plätze 3. Klasse. Schon kurz nach der Inbetriebnahme wechselte die Typenbezeichnung wegen der Klassenreform 1956 auf AB4 und B4. 1960 durfte SIG eine erste Nachbestellung für einen AB4 und drei B4 ausführen, Im gleichen Jahr führte die VZ vierstellige Wagennummern ein. Die Flotte der Mitteleinstiegwagen hiess nun AB4 2141-2143 und B4 2241-2246. 1961 lösten sieben Erstklasswagen mit je 36 komfortablen Sitzplätzen die drei „Glacier Express“-Wagen von 1931 ab. Eigenartigerweise verteilten sich die Nummern auf A4 2053-2056 (im Anschluss an AB4 2051-2052 ex A4 101-102) und A4 2062-2062 (im Anschluss an AB4ü 2061 ex A4ü 103). Die Wagen der beiden Nummerngruppen unterschieden sich meines Wissens weder technisch noch komfortmässig. 1963 folgten zehn Wagen 2. Klasse B 2267-2276.

1965 entschloss sich die BVZ, ihren Mitteleinstieg-Personenwagen Nummern ab „61 zu geben. Nun hiessen die Wagen A 2061-2067, AB 2161-2163 und B 2261-2276. Damit es für die Nummernfetischisten nicht zu einfach wurde, erfolgte die Umzeichnung der A-Wagen nicht in der ursprünglichen Nummernfolge. Wen’s interessiert: A 2053 > A 2051 (2. Besetzung), A 2054>A 2067, A 2055>A2065, A 2056>A2066.

A 2062 in Stalden-Saas. Er ist in den „Glacier Express“ eingereiht. Hinter ihm folgen Wagen der FO und der RhB.
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AB 2161 ex AB4 2141 ex BC4 121 in Brig.
http://666kb.com/i/dz9k46tmafq3855og.jpg

AB 2162 ex AB4 2142 ex BC4 122 in Brig.
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B 2269 in Zermatt. Die Zweitklasswagen waren 13,6 m lang, die gemischten Wagen 14,7 m, und die Erstklasswagen massen 15,8 m. Die unterschiedlichen Masse ergaben sich aus der unterschiedlichen Abteillänge für 1. und 2. Klasse bei konstanter Abteilzahl.
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B 2274 auf der Mühlebachbrücke, oberhalb von Stalden. Am Zugschluss BD 2292, rechts angeschnitten A 2067 ex A4 2054.
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B 2265 ex B4 2245 als Verstärkungswagen am Schluss eines Deh-Pendelzuges zwischen Täsch und Randa.
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Zur Generation der Mitteleinstiegwagen gehören auch die Gepäck- und Postwagen DZ 2351-2354 von 1955-68. Die ersten zwei Wagen wurden 1955 noch als FZ4 56-57 in Betrieb genommen, der dritte folgte 1961 als FZ4 2353. 1979 wurde DZ 2351 zum reinen Gepäckwagen D 2342 umgebaut. Kurz vorher habe ich DZ 2351 beim Güterschuppen Brig noch im ursprünglichen Zustand erwischt.
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DZ 2353 im neuen BVZ-Outfit, fast am gleichen Ort.
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Ab 1987 wurden die Mitteleinstiegwagen gründlich, zum Teil zweimal, modernisiert. Äusserlich waren sie am neuen Farbschema zu erkennen. A 2066 ex A4 2056 und ein Wagen 2. Klasse in Brig.
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Etliche Wagen der Mitteleinstiegbauart erhielten die Steuerleitung für Pendelzüge (Helvetismus für Wendezüge). Sie waren meistens zwischen einem Doppeltriebwagen ABDeh 8/8 1041-1043 und einem Steuerwagen Bt 2241-2242 eingesetzt. 2 A und ein B dokumentieren diese Einsatzart in der Ausfahrt Brig Richtung Glisergrund, rechts angeschnitten die Saltinabrücke.
http://666kb.com/i/dz9kuh6mhm08uajnk.jpg

Am Zugschluss Bt 2242 von 1980.
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Auch AB 2161 und B 2274 wurden pendelzugtauglich, am Zugschluss Bt 2241.
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Der modernisierte B 2267 ist im „Glacier Express“ eingestellt.
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Bei der Modernisierung wurden bei mehreren AB und B die Sitzplätze neben dem WC entfernt, um Stauraum für Wintersportgeräte und grosses Gepäck zu schaffen, so auch bei B 2270, er hat nur noch 48 statt 52 Sitzplätze.
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Akuter Wagenmangel veranlasste die BVZ, bei der Brünigstrecke der SBB 5 Mitteleinsteigwagen zu mieten. Die Endwagen erhielten dabei einseitig Schraubenkupplungen und Mittelpuffer anstelle der bei der Brünigbahn verwendeten +GF+-Kupplung. Die Brünigwagen sind deutlich länger, dafür an den Wagenenden deutlich verjüngt. Die AB sind 16,7 m lang, sie haben 23 Plätze 1. Klasse und 26 Plätze 2. Klasse, die B sind 16,65 m lang bei 64 Sitzplätzen. Nach den guten Erfahrungen mit den Mietwagen kauft die BVZ 1996/98 fünf Wagen von der Brünigbahn: SBB AB 471 wird BVZ AB 2164, SBB B 850, 847, 856 und 860 werden BVZ B 2276 (2. Besetzung) bis B 2279.
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ein ungewohnter Anblick: rot-silberne BVZ-Lokomotive HGe 4/4 II 4 „Täschhorn“ vor dunkelgrünen Personenwagen der SBB-Brünigstrecke.
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Die ehemaligen Brünig-B bleiben nur bis 2005 im Einsatz, die übrigen BVZ-Personenwagen der Bauart Mitteleinstieg werden 2009-17 ausrangiert. Die meisten A und drei B gehen an die Dampfbahn Furka-Berstrecke. Dort werden sie seit der Aufarbeitung bevorzugt im Dieselzug eingesetzt.

1969-75 nimmt die BVZ 22 moderne Personenwagen der Einheitsbauart Brünig in Betrieb. A 2071-2078, B 2281-2290 und die Steuerwagen Bt 2251-2254. Die meisten Wagen werden 1975/76 Bestandteil der Pendelzüge mit Deh 4/4 21-24. Bt 2254 in Brig.
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Kurz nach seiner Inbetriebnahme 1976 verfolge ich einen Deh 4/4 mit seinem Pendelzug auf der Fahrt über die erste Zahnstangenrampe vor Stalden. Im Talgrund das Kraftwerk Ackersand, im Hintergrund die Viertausender der Berner Alpen.
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Querschuss auf Deh-Pendelzug über die Schlucht der Vispa. Im Deh-Pendel laufen 2 A, 2 B und ein Bt.
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BVZ-Pendelzug vor dem schönen Bergdorf Stalden. Die vier Deh-Pendelzüge übernahmen ab 1976 fast alle internen Reisezüge. Den "Glacier Express" und andere Züge mit Kurswagen Richtung Chur besorgten in den meisten Fahrplanperioden die ABDeh 8/8. Für die alten HGe 4/4 blieben Güterzüge, GmP und vereinzelte Reisezüge, darunter Zusatzzüge am Wochenende. [Edit: verschwundenen Text wiederhergestellt und eingesetzt]
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Bt 2251-2254 werden auch für die Fernsteuerung der 1990 abgelieferten HGe 4/4 II 1-5 eingerichtet. Bt 2251 in Visp.
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Porträt der BVZ HGe 4/4 II 4 "Täschhorn" von 1990 in Brig.
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Weil die 1990 abgelieferten HGe 4/4 II kein Gepäckabteil besitzen, rüstet die BVZ die A 2077-78 mit einem Gepäckabteil aus. AD 2078 in Visp. 1998 erhalten diese zwei Wagen eine neue Inneneinrichtung 2. Klasse und die Bezeichnung BDR 2295-96.
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Wenig elegant waren die Stirnfronten der 1980 von FFA Altenrhein gebauten Steuerwagen Bt 2241-42. Der weiter oben dokumentierte Neuanstrich tat ihnen gut. Bt 2242 noch mit Überfuhrzetteln beklebt in Visp.
http://666kb.com/i/dz9lx5ohrqc0eqm0w.jpg

Damit ist die BVZ-Serie beendet. Was soll als Nächstes folgen?

mein HiFo-Inhaltsverzeichnis:
[www.drehscheibe-foren.de]



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:12:05:22:01:43.
Hallo Werner,

egal, was folgt, ich werde Deine Bilder geniessen. Thematisch anbieten würde sich nach der BVZ die FO und danach die "Mutter Gottes Bahn". Wobei ich weiss, das diese böse Abkürzung von so einem "Cheib" aus dem grossen Kanton nicht überall gut gelitten ist....

RuhrIndianer

Re: [CH] BVZ modere Personenwagen und Triebfahrzeuge

geschrieben von: Stefan Motz

Datum: 05.12.18 20:38

Hallo Werner,
zunächst einmal ein ganz dickes Dankeschön für Deine hochinteressante und informative Serie über die BVZ!
Zwei Fragen habe ich noch:
Die Brünig-Wagen: Hatten die keine Bremszahnräder oder wurden diese auch getauscht? (Die Brünigbahn hat doch Riggenbach-Zahnstangen, während die BVZ das System Abt verwendet.)
Die Deh-Triebwagen: Schreibst Du zu diesen auch noch etwas? Die vermisse ich nämlich noch ...
Viele Grüsse
Stefan

https://abload.de/img/db-251902-4003812-titu8k49.jpg

Stefan Motz schrieb:
Zwei Fragen habe ich noch:
Die Brünig-Wagen: Hatten die keine Bremszahnräder oder wurden diese auch getauscht? (Die Brünigbahn hat doch Riggenbach-Zahnstangen, während die BVZ das System Abt verwendet.)
Die Deh-Triebwagen: Schreibst Du zu diesen auch noch etwas? Die vermisse ich nämlich noch ...

zu 1: Pro Wagen gab's ein Bremszahnrad. Das musste beim Kauf in jedem Fall getauscht werden. Vielleicht reichte es bei der grünen Mietkomposition, dass man die entfernten Riggenbach-Zr nur bei jedem 2. Wagen durch ein Abt-Zr ersetzte.

zu 2: Da ist ein Text versehentlich gelöscht worden. Mal schauen, ob ich ihn wieder hervorzaubern kann. Eigene Beiträge zu Deh und HGe II gibt's jedenfalls nicht. Für das moderne Gesox war mir der Film einfach zu teuer.

Gruss, Werner
Wieder einmal eine sehr schöne Reihe, vielen Dank!

Die FO würde doch gut passen im Anschluss....

Anschließend auch gern die Wengernalpbahn. :)
GeorgV schrieb:
Wieder einmal eine sehr schöne Reihe, vielen Dank!

Die FO würde doch gut passen im Anschluss....

Anschließend auch gern die Wengernalpbahn. :)

Mit den FO-Bildern bin ich grad auf Tour, z.B. am Mo, 25.2. in München, die stell ich erst später ins HiFo.
Die WAB ist leider erst zu einem Bruchteil digitalisiert, das wird noch dauern.

Ich denke, nach dem Ende der MOB-Serie beginne ich wieder mit einer grossen Bahn (RhB) und streue dazwischen kleinere ein. Nach der BVZ drängt sich ja noch die GGB auf, nicht wahr?

Wer die Perle entdeckt, darf sie ausschneiden und einrahmen.
http://666kb.com/i/dz9rla0u8ysn9ejnk.jpg

Danke fürs Interesse und Gruss,

Werner
Zu den Brünig-Wagen: Die erste Anmietung erfolgte im Winter 1990/1991, das erste Mal, dass die Endwagen eine Mittelpufferkupplung bekamen, war im Winter 1991/1992. Im ersten Jahr war es die HGe4/4 5, die beidseitig eine +GF+-Kupplung erhielt. Das hatte dann zur Folge, dass besagte Lokomotive nicht mehr flexibel eingesetzt werden konnte.

Entsprechende Wagen wurden später such von der SBB an die FO verkauft und von der MGB dann nach Katalonien zur Ribes-Nuria-Bahn.



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:12:05:23:40:38.
wernerhardmeier schrieb:
Damit ist die BVZ-Serie beendet. Was soll als Nächstes folgen?

Eine kleinere Bahn über die ich bis jetzt eigentlich sehr wenig weiss und mich daher interessieren würde wäre die Waldenburgerbahn. Da diese sich jetzt ja in einem grossen Umbruch befindet würde eine Reportage wohl auch gut passen? :-)

Eine Rückkehr ins Tessin (dieses Mal ins Centovalli) wäre auch schön.

Und wenn ich ganz frech sogar noch eine dritte Idee hinzuschieben kann, wie wäre es mit der Seetalbahn? Ich weiss nicht was Ihre Absichten sind bezüglich SBB Linien und Fahrzeuge, aber die alte Seetalbahn war ja schon etwas spezielles, mit den berühmten Seetalkrokodilen, den modernisierten De 4/4 (gefolgt von den Prototypen RBe 4/4), sowie auch die mittlerweile verschwundenen Stichlinien nach Wildegg und Beromünster...

Aber wie auch andere schon gesagt haben, was immer Sie auch wählen, ich freue mich jedesmal wieder auf Ihre Berichte!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:12:05:23:36:42.
Ein grosses Merci auch von mir.

Ich freue mich sehr auf die RhB, da ich überzeugt bin, dass uns wie bei der MOB sehr viele spannenden Bilder aus dem damaligen Alltag zeigen wirst, deren Wert man zu oft erst im Nachhinein erkennt.