DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 04 - Historische Bahn 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Test-Forum aufsuchen!
Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.

? alte Kanonenöfen in Stellwerken

geschrieben von: Fdl Eggolsheim

Datum: 03.12.18 15:42

Hallo,

in meinem Keller steht ein alter Voss Germane Kanonenofen, der aus einem bahnbetrieblichen Gebäude (Stellwerk) stammt. Da meine Familie schon seit 1874 bei der Eisenbahn beschäftigt ist, hat mein Opa, der Fahrdienstleiter in Hirschaid, Strullendorf, Eggolsheim und Forchheim war, in Folge von Sanierungsmaßnahmen in den 70er Jahren eines Tages diesen Ofen mitgeschleppt:

https://abload.de/img/img_50892kc4d.jpg

https://abload.de/img/img_5082stcew.jpg


https://abload.de/img/img_5081zfipq.jpg

Woher genau dieser Ofen ist, kann er leider nicht mehr sagen. Vermutlich stammt er aus dem alten Bahnhofsgebäude von Eggolsheim (ehemaliges Gebäude vor 1930). Ein vergleichbares Foto von meinem Uropa, Bahnhofsvorstand der Deutschen Reichsbahn im Bahnhof Eggolsheim (von 1923 bis 1948) zeigt diesen Ofen im Stellwerkraum. Dieses Bild finde ich aber leider nicht mehr, hat sich vermutlich die Verwandschaft unter den Nagel gerissen. Mein Opa aber meint, dass die Öfen serienmäßig in den Stellwerken zwischen Kersbach und Lichtenfels eingebaut wurden, also könnte dieser auch aus einer anderen Betriebsstelle stammen. Eventuell könnte der Ofen auch von den Strecken Forchheim Heiligenstadt, Strullendorf Schlüsselfeld /Ebrach oder Forchheim Höchstadt stammen.

Mich würde an dieser Stelle aber das ungefähre Alter des Ofens interessieren. Vielleicht kann mir jemand etwas dazu sagen.
Was mich außerdem interessieren würde: Kommt jemandem solch ein Ofen bekannt vor, bzw. gab es diese Bauform auch in anderen Stellwerken z.B. außerhalb Bayerns etc. ?

PS: Der Ofen entspricht leider nicht mehr den aktuellen Normen und darf daher nicht mehr befeuert werden, eigentlich schade drum. Aber das Rohr ist eh schon durchgerostet...

Mit Pfiff per Bahn!
Gruß
Fdl Eggolsheim

Nulla salus extra ecclesiam! Mein Stoßgebet, wenn ich mit der Eisenbahn verreise:
Lieber Gott, mach mich fromm,
dass ich mit ner 111 heimkomm.

Re: ? alte Kanonenöfen in Stellwerken

geschrieben von: sukram01

Datum: 03.12.18 17:54

Geiles Gerät :-) und Du darfst das Ding an einen zugelassen Kamin durchaus betreiben. Ofenrohre gibt es in der passenden Länge im Baumarkt und Holz oder Baraunkohlebriketts kann man auf jeden Fall da reinstecken. Ich spreche aus Erfahrung, denn ich habe jahrzehntelang meine Wohnungen mit solchen Öfen (naja, etwas moderner waren die schon) beheizt. Die Wärme, die solch ein Ofen abstrahlt, ist einfach unbeschreiblich schön.

Guter Gruß von jemanden, der im nächsten Leben vielleicht Einheizer beim Teufel wird ;-)

--
Markus

PS: Zwei hübsche Bilder aus dieser Zeit habe ich noch; in beiden Fällen brennt hier Steinkohle
Ofen_01.jpg

Ofen_02.jpg





2-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.12.18 22:45.

Re: ? alte Kanonenöfen in Stellwerken

geschrieben von: Lupe

Datum: 03.12.18 18:54

Hallo zusammen

Einen solchen Ofen habe ich Anfang der 1980zig Jahre auch bei der Deutschen Reichsbahn gesehen, auf einen FDL - Stellwerk und in einer Wichenwaerter-Bude.

Auch war in einen Güterzug-Packwagen so ein Ofen vorhanden.


Bei den Ofen in der Weichenwaerter-Bude (Handweichen), wurde teilweise auh Steinkohle verwendet, denn der Kohle-Bansen war ja gleich gegenüber

Re: ? alte Kanonenöfen in Stellwerken

geschrieben von: Roststab

Datum: 03.12.18 19:19

Das ist kein Kanonenofen. Das ist ein ganz normaler gußeiserner Schachtofen.

Ein Kanonenofen hat in der Tat die Form einer Kanone und kann bis zu 2 Meter hoch sein. Bevor unsere Schule 1962 auf Kokszentralheizung umgestellt wurde, hatte ein Schüler immer die Aufgabe, den vom Hausmeister entzündeten Ofen zu befeuren. Dafür stand neben dem Ofen eine Kiste mit Nusskohlen und an der Wand hing mit eisernem Ring ein Schürhaken. Dies sollte natürlich in den Pausen erfolgen, aber daran hielt sich natürlich keiner. Das Befeuern störte so schön den Unterricht, weil jedesmal mit den Lehrern eine Diskussion darüber notwendig wurde, daß jetzt keine Pause sei.

Zum Kanonenofen siehe hier

Edit: Schachtofen ergänzt



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.12.18 19:20.

Re: ? alte Kanonenöfen in Stellwerken

geschrieben von: e32

Datum: 03.12.18 19:26

Der Schüler wollte wohl "Nachfeuern", bevor das Feuer verlosch und es Kalt wurde ;-)
Auch die Pause wollte anders genutzt werden ;-)

Re: [?] zu Voss-Kohleofen aus Stellwerk

geschrieben von: Mikado-Freund

Datum: 03.12.18 19:29

Fdl Eggolsheim schrieb:
https://abload.de/img/img_5082stcew.jpg

Mich würde an dieser Stelle … das ungefähre Alter des Ofens interessieren.
Hallo »Fdl Eggolsheim«,

ohne es zu wissen: ich behaupte jetzt einfach mal, dass der Ofen augenscheinlich im Jahre 1955 unter der Produktionsnummer 3084 hergestellt wurde …




Gruß

Walter



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.12.18 19:30.

Re: ? alte Kanonenöfen in Stellwerken

geschrieben von: Roststab

Datum: 03.12.18 19:43

Eigentlich gab es immer zwei Diskussionen. Einmal wegen der erwähnten nicht vorhandenen Pause oder aber das es im Klassenraum viel zu heiß sei und es gelüftet werden müßte. Beide Dinge ließen schon mal den Unterricht um bis zu 15 Minuten verkürzen. Bei einigen Lehrern hatte wir es natürlich drauf, so Zeit für uns zu schinden.

Die längste Unterbrechung gab es aber, die Diskussion über "keine Pause" war gerade zu Ende und der Schüler setzte sich nach dem Befeuern, als der Kanonenofen seinem Namen alle Ehre machte und mit einem Höllenspektakel ein Feuerwerkskörper im inneren des Ofen zündete. Natürlich war zunächst der Heizer der Tatverdächtige Nr. 1. Aber als man in der Kohle einen weiteren Böller durch den Biologielehrer fand, war er zunächst aus der Schußlinie. Man konnte das kaum erkennen. Auch der Rest der Klasse hüllte sich in Schweigen. Und da unser Biolehrer schwerhörig war hatte er den Knall wohl garnicht so laut empfunden und ließ nach einigem Palaver die Sache auf sich beruhen, aber die Stunde war rum. Kein Wunder, daß aus unserer Klasse niemand Biologe wurde.

Re: ? alte Kanonenöfen in Stellwerken

geschrieben von: Gt2x4/4

Datum: 04.12.18 09:44

Roststab schrieb:
... Bevor unsere Schule 1962 auf Kokszentralheizung umgestellt wurde...
So früh?

Wegen Überbelegung des neuen Schulhauses mußten wir im Schuljahr 1968/69 in die Alte Mädchenschule ausweichen.

Dort stand wohl so ein Schachtofen in jedem Klassenzimmer, den durfte aber nur die Hausmeisterin befeuern. Mittels Eierbrikett. Gibt's wohl inzwischen auch nicht mehr.

.

(O.T.): Wen oder was ...

geschrieben von: Gleis MA 11-12

Datum: 04.12.18 13:29

Gt2x4/4 schrieb:
...

Dort stand wohl so ein Schachtofen in jedem Klassenzimmer, den durfte aber nur die Hausmeisterin befeuern. Mittels Eierbrikett. Gibt's wohl inzwischen auch nicht mehr.

.


Moin,

... gibt's nicht mehr?

Den Schachtofen,
die Hausmeisterin oder
die Eierbriketts.

Unzutreffendes bitte streichen. ;-))

Gruß aus Mannheim
RZ

Re: ? alte Kanonenöfen in Stellwerken

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 04.12.18 15:03

Hallo Heinz,

das Heizen hast doch sicher Du übernommen - oder irre ich mich.


Gruß aus Pampanga ( hier wird ein solcher Ofen nicht gebraucht)
Horst

Horst, da irrst du leider. (o.w.T)

geschrieben von: Roststab

Datum: 04.12.18 15:45

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Re: ? alte Kanonenöfen in Stellwerken

geschrieben von: cavemaen

Datum: 04.12.18 17:40

Einen ähnlich aussehenden Gussofen habe ich optisch restauriert noch in der Garage stehen.

Jemand den habbe wolle?

Rudolf

Re: ? alte Kanonenöfen in Stellwerken

geschrieben von: Bahnhof Ottrau

Datum: 04.12.18 17:59

Man darf durchaus noch Steinkohle verfeuern. Auch bei den neuerten Kaminöfen gibt's welche, die dafür zugelassen sind. Auch Eierbriketts, Anthrazit und Koks sind noch käuflich zu erwerben, den Zentner um 19 Euro.
So einen alten Ofen zu befeuern, geht nur noch evtl. über "Bestandschutz". So hat es mir mein Schorni erklärt.
Die letzte Anthrazitkohle aus Ibbenbüren wird laut meinem Händler in ca 1 1/2 Jahren aufgebraucht sein.
Jürgen

Re: ? alte Kanonenöfen in Stellwerken

geschrieben von: Trip

Datum: 04.12.18 21:48

<<Die Wärme, die solch ein Ofen abstrahlt, ist einfach unbeschreiblich schön.>>

Dem kann ich nur zustimmen. Zentralheizung ist einfach und bequem, aber Ofenwärme ist unheimlich behaglich.

Re: ? alte Kanonenöfen in Stellwerken

geschrieben von: Posten68a

Datum: 05.12.18 17:16

Hallo Zusammen,
vielen Dank für das Einstellen der Ofenbilder. Diese Details am Rande unseres Hobbys finden ja nur geringe Beachtung. In den alten Plänen von Stellwerken sind zwar natürlich die Kaminzüge eingezeichnet, die dazugehörenden Öfen fehlen in der Regel. Eine Ausnahme ist der Plan des Stellwerks Sob (geändert in Sot) des Bahnhofs Dortmund Löttringhausen. Der Plan kann im Internetbereichs des NRW-Archivs eingesehen werden.
Landesarchiv-NRW
Permalink
Hier ein Ausschnitt des betreffenden Bereichs.
Ofen.JPG

Weiter oben schreibt „Lupe“:
„Auch war in einen Güterzug-Packwagen so ein Ofen vorhanden.“
Ich kann dies zwar nicht wiederlegen, es gab aber, wie für viele andere Teile eine Musterzeichnung der Preußisch- Hessischen Staatseisenbahn für die Öfen in Güterzug-Gepäckwagen und für zweiachsige vereinigte Post- Gepäckwagen (Blatt Via 84 2. Auflage 1912). Das Aussehen dieser Öfen weicht deutlich von den gezeigten Bildern ab. Ich geh davon aus, dass in moderneren Wagen natürlich auch modernere Öfen eingebaut wurden, ich denke aber, dass in Wagen leichtere/kleinere Versionen als in Gebäuden genutzt wurden.
Vielleicht können andere Mitleser Fotos von Öfen in Bahngebäuden und Wagen hier zeigen.
Grüße aus Mölln
Martin Rüggeberg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.12.18 17:16.