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Reichsbahn in Lübeck (10 B)

geschrieben von: Stefan Motz

Datum: 09.11.18 15:12

Moin zusammen,

als ich Lübeck kennenlernte, war der Hauptbahnhof Grenzbahnhof. Mitten in Deutschland. Die wenigen Züge aus der DDR über Bad Kleinen wurden bis hierher von der Reichsbahn gefahren.

Als am 3.7.1979 die 132 309 mit dem D 439 (von Köln) nach Rostock bereitstand, war nicht absehbar, was 10 Jahre später geschah:

https://abload.de/img/dr-132309-1023734ihdvb.jpg




Hier ergab sich ein direkter Vergleich zu 218 430 der DB:

https://abload.de/img/db-218430-1023735tbe7z.jpg




Laut Kursbuch um 16.02 Uhr verließ der Schnellzug mit 132 309 Lübeck, um bereits in Herrnburg zur Grenzkontrolle 41 Minuten herumzustehen:

https://abload.de/img/dr-132309-10237361ncfe.jpg




Anderthalb Monate später, am 22.8.1979 fotografierte ich hier 132 228, leider mit schlechterer Fototechnik:

https://abload.de/img/dr-132228-10245188pc89.jpg




Am 23.9.1983 brachte 132 191 den D 438 aus Rostock:

https://abload.de/img/dr-132191-1047515h2izo.jpg




Als der Zug in Richtung Köln weitergefahren war, verließ 132 191 die Bahnhofshalle in Richtung Bw:

https://abload.de/img/dr-132191-1047516f5ejz.jpg




Als ich eínen Tag später die 132 430 mit demselben Schnellzug fotografierte, mußte ich beim Verlassen des Bahnsteigs meinen Paß vorzeigen:

https://abload.de/img/dr-132430-10476093der2.jpg




Neun Jahre später, am 28.12.1992, bestand hier nur noch die Grenze zwischen zwei Bahnverwaltungen in demselben Staat. 219 096 hatte den E 3815 nach Rostock am Haken, der ab Rostock als N 4017 nach Greifswald weiterfuhr. Daneben stand 218 327 der DB:

https://abload.de/img/db-218327-0069721kvfv9.jpg



https://abload.de/img/dr-219096-0069725qke0e.jpg




Im Blockabstand folgte dem Eilzug der N 4669 nach Bad Kleinen mit 232 416:

https://abload.de/img/dr-132416-006972665dtf.jpg




Soviel von mir zum heutigen Tage, wobei ich nicht vergessen möchte, an die Ereignisse vor 100 und vor 80 Jahren zu erinnern.

Viele Grüße
Stefan

Re: Reichsbahn in Lübeck (10 B)

geschrieben von: Klaus Groß

Datum: 09.11.18 18:22

Hallo Stefan,

ich kann mich weder für Russen- noch für Rumänen-Diesel so richtig erwärmen, aber Deine Aufnahmen vom Lübecker Hbf sind klasse! Und diese herrliche Halle hat es wirklich verdient, auf Bildern festgehalten zu werden. Etwas ernüchternd ist der Vergleich zwischen den Siebziger- und den Neunzigerjahre-Fotos: die jüngeren Aufnahmen dokumentieren deutlich das Ergebnis vom Zahn der Zeit bzw. von unterlassenen Unterhaltungsmaßnahmen.

Gruß
Klaus

Re: Reichsbahn in Lübeck (10 B)

geschrieben von: Samba Tw 303

Datum: 10.11.18 10:18

Vielen Dank für den Einblick. Den Lübecker Hbf habe ich im Rahmen von Urlaubsausflügen von der Ostsee nach Lübeck mit meiner Familie auch noch so Anfang der 90er Jahre in Erinnerung.

Dazu eine Frage von jemandem der zum Mauerfall nicht ganz sieben Jahre alt war: Wofür musstest du am Bahnsteig deinen Pass vorzeigen, galten doch DDR-Bürger die ansonsten aus dieser Richtung gekommen sind die ganz klar als Deutsche?! Immerhin hat man doch von westdeutscher Seite so ziemlich alles unternommen, damit man die DDR bzw die Zonengrenze nicht als Grenze im völkerrechtlichen Sinne anerkennt.

Soweit ich gelesen habe, erfolgte bei den Güst auf westdeutscher Seite keine ständige Grenzkontrolle, lediglich der Zoll soll dazu sporadisch kontrolliert haben.

Würde mich auf Berichte von Zeitzeugen dazu sehr freuen 😃.

[?] @ Stefan zur Lübecker Passfrage

geschrieben von: Mikado-Freund

Datum: 10.11.18 10:53

Hallo Stefan,

wurden nicht die Passkontrollen zwischen Herrnburg und Lübeck -, also auf auf bundesdeutscher Seite, ohne weitere Fahrtverzögerung im fahrenden Zug vorgenommen?

Mit welcher Begründung man Dich dann beim Verlassen des Bahnsteigs nach Deinem Pass gefragt hat — also das interessiert mich jetzt auch mal!




Gruß

Walter

Re: [?] @ Stefan zur Lübecker Passfrage

geschrieben von: OZL-Lokd.

Datum: 10.11.18 11:01

Zoll - und Paßkontrollen (Bundesdeutsche) wurden seit 1960 grundsätzlich in Lübeck (Bahnsteig) durchgeführt ………………..

Re: [?] Zoll- und Passkontrolle Lübeck

geschrieben von: Mikado-Freund

Datum: 10.11.18 12:08

„OZL-Lokd.“ schrieb (inhaltlich):
bundesdeutsche Zoll - und Paßkontrollen wurden seit 1960 grundsätzlich in Lübeck am Bahnsteig durchgeführt
Danke für Deine Antwort. Aber gerade deswegen muss ich nun aber doch noch mal nachfragen. Bevor ich gefragt habe, habe ich mir zuerst einmal die beiden Artikel „Reiseverkehr zwischen beiden deutschen Staaten zwischen 1961 und 1989“ und „Lübeck Hauptbahnhof — Die Bundesbahnzeit“ durchgelesen.

Es kann ja sein, dass Du recht hast, aber in beiden Artikeln wird lediglich davon gesprochen, dass (Zitat)
»… der Interzonenzug Köln — Rostock — Köln in Herrnburg bei Ein- und Ausreise 40 Minuten für eingehende Personen- und Gepäckkontrollen«
stehen blieb und
»Auf bundesdeutscher Seite wurden die Passkontrollen ohne weitere Verzögerung der Fahrt im fahrenden Zug vorgenommen. Reisende, die ostwärts an bundesdeutschen Grenzbahnhöfen zustiegen, wurden dort am Bahnsteig kontrolliert«,
bzw. dass die in Lübeck auf dem östlichsten Bahnsteig gelegenen Grenzkontrollanlagen von allen in Lübeck zusteigenden Reisenden passiert werden mussten.


Das war der Ursprung meiner Nachfrage.




Gruß

Walter

PS: Deine Punkttaste klemmt!

_______________
(Edit: Linkziel korrigiert)



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.11.18 16:08.

Re: [?] Zoll- und Passkontrolle Lübeck

geschrieben von: OZL-Lokd.

Datum: 10.11.18 12:35

das galt natürlich nicht für Reisende, die vor bzw. nach Lübeck im Zug waren. Da wurde zw. Hamburg und Lübeck kontrolliert. Aber Kontrollen zwischen Lübeck/Herrnburg durch
Bundespersonal gab es zu keiner Zeit. Gruß

Re: [?] @ Stefan zur Lübecker Passfrage

geschrieben von: MD 612

Datum: 10.11.18 13:48

Mikado-Freund schrieb:
wurden nicht die Passkontrollen zwischen Herrnburg und Lübeck -, also auf auf bundesdeutscher Seite, ohne weitere Fahrtverzögerung im fahrenden Zug vorgenommen?
Das ging ja wohl nicht, weil die westdeutschen Kontrollbeamten nicht in die DDR, die ostdeutschen Kontrollettis nicht in die BRD einreisen durften. Herrnburg lag ja schon in der DDR.

Mikado-Freund schrieb:
Es kann ja sein, dass Du recht hast, aber in beiden Artikeln wird lediglich davon gesprochen, dass (Zitat)
»… der Interzonenzug Köln — Rostock — Köln in Herrnburg bei Ein- und Ausreise 40 Minuten für eingehende Personen- und Gepäckkontrollen«
Das war dann die ostdeutsche Grenzkontrolle.

Gruß Peter

Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt.
Dante Alighieri (1265–1321), italienischer Dichter und Philosoph




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.11.18 13:50.

Re: Herrnburg = GÜST der DDR ist bekannt

geschrieben von: Mikado-Freund

Datum: 10.11.18 14:50

MD 612 schrieb:
[Dass bundesdeutsche Organe im Zug zwischen Herrnburg und Lübeck kontrollierten] ging ja wohl nicht, weil die westdeutschen Kontrollbeamten nicht in die DDR -, die ostdeutschen Kontrollettis nicht in die BRD einreisen durften. Herrnburg lag ja schon in der DDR.
Schon klar; bloß hatte ich das bei meiner Frage gar nicht bedacht.

Jetzt, da Du es erwähnst … kopfpatsch.png



Klar ist allerdings auch, dass es sich bei den Grenzabfertigungsaufenthalten in Herrnburg um die ostdeutschen Grenzkontrollen handelte.

Für mich zeigt sich mal wieder, dass es gar nicht so gut ist, (zu) reichlich zu zitieren … :-(



Gruß

Walter

Re: [?] Zoll- und Passkontrolle Lübeck

geschrieben von: Stefan Motz

Datum: 10.11.18 15:57

Hallo Walter,
die, die weiter nach Hamburg oder Köln fuhren, wurden im Zug kontrolliert, aber die, die in Lübeck ausstiegen, beim Verlassen des Bahnsteigs. Und da war ich eben dazwischen geraten.
Viele Grüße
Stefan

Re: [?] Zoll- und Passkontrolle Lübeck

geschrieben von: Mikado-Freund

Datum: 10.11.18 16:27

Hallo Mitleser,

auf Grund unserer Unterhaltung habe ich jetzt mal den Absatz „Reiseverkehr zwischen beiden deutschen Staaten zwischen 1961 und 1989“ des Wiki-Artikels aufgerufen und den entscheidenden Satz „Auf bundesdeutscher Seite wurden die Passkontrollen ohne weitere Verzögerung der Fahrt im fahrenden Zug vorgenommen“ verändert.

Nach der Veröffentlichung meiner — hoffentlich genehmigten — Änderung wird er lauten »Auf bundesdeutscher Seite – außer zwischen Lübeck und Herrnburg – wurden die Passkontrollen ohne weitere Verzögerung der Fahrt im fahrenden Zug vorgenommen.«



Gruß

Walter

Ohne weitere Verzögerung der Fahrt...

geschrieben von: TransLog

Datum: 10.11.18 17:45

Mikado-Freund schrieb:
Hallo Mitleser,

Nach der Veröffentlichung meiner — hoffentlich genehmigten — Änderung wird er lauten »Auf bundesdeutscher Seite – außer zwischen Lübeck und Herrnburg – wurden die Passkontrollen ohne weitere Verzögerung der Fahrt im fahrenden Zug vorgenommen.
Hallo,

ich hoffe, dass dieser Satz nicht genehmigt wird, weil er irreführend ist!

Der Begriff "bundesdeutsche Seite" gilt natürlich den Grenzbahnhöfen (West).
Ohne weitere Verzögerung der Fahrt bedeutet, dass es in den Grenzstationen (West) keine Haltezeitverzögerungen durch Kontrollen gab und z.B. zwischen Hamburg und Lübeck im Zug kontrolliert wurde.

Zwischen Lübeck und Herrnburg fuhren die Züge ohne Zoll und Grenzpersonal, aber das galt auch zwischen Obersuhl und Bebra, Falkenstein und Ludwigsstadt, sowie für Feilitzsch und Hof!

Deine Änderung stellt eine Verschlimmbesserung dar... ;-)


Gruß, Ulrich
„TransLog“
ich hoffe, dass dieser Satz nicht genehmigt wird …
Dein Wunsch wurde bereits erhört (liest hier vielleicht einer der Artikelschreiber mit?)!
Meine Änderung hat jedenfalls gerade jemand rückgängig gemacht … :-\

TransLog (inhaltlich)
Der Begriff „bundesdeutsche Seite“ gilt … den Grenzbahnhöfen (West) und „ohne weitere Verzögerung der Fahrt“ bedeutet, dass es in den Grenzstationen (West) keine Haltezeitverzögerungen durch Kontrollen gab […]; auch zwischen Obersuhl und Bebra, Falkenstein und Ludwigsstadt, sowie zwischen Feilitzsch und Hof [fuhren die Züge ohne Zoll und Grenzpersonal]. Deine Änderung stellt eine Verschlimmbesserung dar …
Dann muss aber das (nicht von mir stammende) »ohne weitere Verzögerung der Fahrt«
  • entweder durch eine deutlichere Formulierung -, z.B. durch ein „ohne nochmaligen Grenzaufenthalt“, ersetzt -,
  • oder aber einfach nur rausgenommen werden …!



  •  
    Walter



    2-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.11.18 18:50.
    Mikado-Freund schrieb:
    TransLog schrieb (inhaltlich):
    ich hoffe, dass dieser Satz nicht genehmigt wird, weil er irreführend ist! Der Begriff "bundesdeutsche Seite" gilt … den Grenzbahnhöfen (West). »Ohne weitere Verzögerung der Fahrt« bedeutet, dass es in den Grenzstationen (West) keine Haltezeitverzögerungen durch Kontrollen gab […], auch zwischen Obersuhl und Bebra, Falkenstein und Ludwigsstadt, sowie für Feilitzsch und Hof [fuhren die Züge ohne Zoll und Grenzpersonal].
    Deine Änderung stellt eine Verschlimmbesserung dar …
    Dann muss einfach nur das „ohne weitere Verzögerung der Fahrt“ raus. Das stammt aber nicht von mir, sondern stand da vorher schon …
    Nein, Walter.

    Der Satz ist korrekt, weil die Fahrt (ab dem Grenzbahnhof) durch Kontrollen nicht weiter verzögert wurde.

    Der Zusatz "Lübeck und Herrnburg" ist überflüssig, weil derselbe Vorgang auch an allen anderen (oben genannten) Abschnitten üblich war.

    Gruß, Ulrich



    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.11.18 18:24.

    Lübeck Grenze

    geschrieben von: Die Lorenmagd

    Datum: 10.11.18 19:00

    Huhu,

    ein kleines Grenzerlebnis.

    Als ich 1986 Verwandtschaft in Schwerin besuchte und ich die Freifahrt in meinen Bundesbahn-Berechtigungsausweis eintrug, schrieb ich Herrnburg als Zielbahnhof ein.
    Meine im Vorfeld über die Dienststelle meines Vaters beantragte Freifahrt lautete auf "Herrnburg - Bad Kleinen".
    Für mich war dies logisch, hätte ich sonst für die Strecke zwischen Lübeck und Herrnburg doch keine gültige Fahrkarte gehabt.

    Der Grenzheini und der Reichbahnschaffner waren da sehr pingelig und blafften mich an, es gehöre dort "Lübeck Grenze" in das Feld, die Bundesbahn würde ja nicht in der Deutschen Demokratischen Republik fahren, blablabla.

    Für die Rückfahrt hatte ich also gelernt!

    Aleksandra grüßt!
    Hallo,

    Zu Eurer Debatte - in der Kursbuchtabelle der DB-Kursbücher war Lübeck als Grenzbahnhof mit der Bemerkung 1 gekennzeichnet und der Fussnote, Übergangszeit mit Zollabfertigung 10 Minuten. Die gleiche Kennzeichnung hatte auch Bebra. Hof, Ludwigsstadt und Helmstedt hatten die Kennzeichnung nicht. Damit ist der in dieser Diskussion gebrachte Satz "ohne weitere Verzögerung" nicht korrekt.





    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.11.18 19:32.

    Re: Lübeck Grenze

    geschrieben von: Ferdinand

    Datum: 10.11.18 19:32

    Wurde auf dem Bahnsteig in Lübeck vom Bundesgrenzschutz nach meinem Personalausweis gefragt.

    Auf meinen Hinweis: "Die DDR ist doch kein Ausland" antwortete des westdeutsche Grenzschutzbeamte: "Wir wollen wissen wer rüber fährt"
    Nabend,

    Danke für die Ergänzung, hatte ich beim Schreiben nicht bedacht.

    Re: Lübeck Grenze

    geschrieben von: gerdboehmer

    Datum: 10.11.18 19:47

    Hallo,

    Nach Lesart der alten Bundesrepublik war die DDR zwar kein Ausland, aber Kontrollen gab es auch auf bundesdeutscher Seite. Immerhin konnte die DDR im Transit nach Osteuropa genutzt werden.
    Selbst im Frühjahr 1990 habe ich noch Kontrollen in Ludwigsstadt und Helmstedt erlebt. Auf bayerischer Seite vor Ludwigsstadt kam vom Bundesgrenzschutz die Bemerkung, aha, eine Truppe Heimkehrer.





    2-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.11.18 19:49.

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