DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 04 - Historische Bahn 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Test-Forum aufsuchen!
Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.

? Pendelzügen Berlin Ostbf. Berlin Zoo

geschrieben von: K.Malzahn

Datum: 06.11.18 18:31

Moin

Hier in diesen Beitrag [www.drehscheibe-online.de] unter einen weiteren link wir ua. von Zubringerzügen zu den Transitzügen zwischen der DDR und der BRD zwischen Berlin Ostbf. und Berlin Zoo bis ca. 1970 geschrieben. Im www konnte ich keine Angaben finden. Habt Ihr Infos Fotos und vielleicht die Zugbildung von den Zubringerzügen von Berlin Ostbf. nach Berlin Zoo.? Weiter such ich auch Fotos und die Zugbildung von den Kurswagen Zügen 1320-1329 von nach Skandinavien nach Berlin Zoo.?

Bf. Zingst Darßbahn

Re: ? Pendelzügen Berlin Ostbf. Berlin Zoo

geschrieben von: rklein

Datum: 06.11.18 20:25

Moin,

>> Zugbildung von den Kurswagen Zügen 1320-1329 von nach Skandinavien nach Berlin Zoo...

In einem Beitrag von iw vom 17.5.18 findet sich ein Bild vom D 1320 (Kurswagen aus Berlin-Zoo nach Lichtenberg) am 2.5.88.
Sh.: [www.drehscheibe-online.de] (Bild 17)
Die Wagen gingen in Berlin-Lichtenberg auf den D 316 "Berlinaren" nach Malmö und den D 320 "Neptun" nach Kopenhagen über.

MfG R.Klein

Re: ? Pendelzügen Berlin Ostbf. Berlin Zoo

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 06.11.18 21:58

Hallo!

Auch im bekannen "Bogula" gibt es einige Fotos zu diesen Anschlußzügen bzw. Kurswagenträgern. In der Regel wurden von jedem Skandinavienzug nur 2 Wagen von/nach Berlin Zoo gefahren (im Bedarfsfall konnte das auch mehr sein).

1989/90 fuhren folgende Garnituren:

D 1317: Sitzwagen aus D 317 "Berlinaren" aus Malmö
D 1318: Sitz- und Schlafwagen für D 318 "Saßnitz-Express" nach Malmö
D 1319: Schlaf- und Sitzwagen aus D 319 "Saßnitz-Express" aus Stockholm - Malmö und D 329 "Ostsee-Express" aus Kopenhagen
D 1320: Sitzwagen für D 320 "Neptun" nach Kopenhagen und Sitz- und Schlafwagen für D 316 "Berlinaren" nach Malmö - Stockholm
D 1321: Sitzwagen aus D 321 "Neptun" (Kopenhagen - Berlin)
D 1328: Sitz- und Schlafwagen für D 328 "Ostsee-Express" nach Kopenhagen

Bei den Zügen, die zwei Zugteile besaßen, waren logischerweise dann mehr Wagen an Bord (mindestens 4). 1990/91 sah es kaum anders aus, jedoch könnte aber zwischenzeitlich zu Änderungen gekommen sein. 1991 gab es diese Durchläufe in der Form nicht mehr. Es gab dann nur noch einzelne Kurswagenträger von Berlin-Lichtenberg nach Berlin Hbf. (heute Ostbahnhof) für die Kurswagen Oslo bzw. Malmö - Moskau.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:11:06:22:03:39.

Durchlaufende Wagen statt Zubringerzüge

geschrieben von: TransLog

Datum: 06.11.18 22:05

Hallo Kai-Uwe,

bei den von Dir erwähnten Zügen handelt es sich um durchgehende Zugverbindungen, nicht um die bis 1973 eingesetzten Zubringerzüge.
Besonderheit dieser "Pendelzüge " war, dass in Ostbahnhof umgestiegen werden musste. Sie führten keine Kurswagen.


Gruß, Ulrich

Re: ? Pendelzügen Berlin Ostbf. Berlin Zoo

geschrieben von: Nietenreko

Datum: 06.11.18 22:12

Vielleicht mal den User Karl-Fridrich Seitz hier im Forum suchen, der hat viele Bilder in jener Zeit gemacht. So meine ich mich an ein Bild einer 74 mit zwei Halberstädtern (?) in Bf. Zoo zu erinnern.

Hinweis: Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.

Re: Durchlaufende Wagen statt Zubringerzüge

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 06.11.18 22:15

Hallo!

Danke für die Ergänzung!

Bei bestimmten Transitzügen wurden auch extra Wagen für diese Übergangsreisenden eingerichtet. Diese waren auch für Fahrgäste bestimmt, die in Berlin Ostbf. z. B. zum "Vindobona" oder "Sanssouci" nach Wien wollten.

Die angesprochenen Zubringerzüge hatten allerdings auch nur wenige Wagen. Zeitweise fuhren sie sogar mit Zugnummern jenseits der 4000 (z. B. 4121 für den Berlinaren).

In einigen Heften der Reihe "Die DR vor 25 Jahren", z. B. in der Ausgabe von 1966, wurden auch solche Garnituren abgebildet. Die Hefte sind allerdings heute nur noch antiquarisch zu bekommen.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:11:06:22:17:23.

Links zum Thema Pendelzüge

geschrieben von: TransLog

Datum: 06.11.18 22:19

Hallo,

zu diesem Thema gibt es im HiFo eine Menge Lesestoff:

Thread 1

Thread 2

https://www.lokomotive-fachbuchhandlung.de/images/product_images/popup_images/4-002115in.jpg

"93 091 passiert mit P 4312 (Ostbahnhof - Berlin Zoo), Zubringer von Ex 312 (København H - Berlin Ostbahnhof)) den S-Bahnhof Tiergarten im Winter 1968/69." (Link zur Buchhdlg. Lokomotive)

Gruß, Ulrich

Re: Links zum Thema Pendelzüge

geschrieben von: bergeundmeer83

Datum: 06.11.18 22:56

guten Abend,

Also ich weiß, daß ich mit meinen Eltern 1969 mit dem Zubringer von Zoo nach Ostbahnhof zum Sanssouci mit einem Zubringer gefahren bin. Es mußte aber im Ostbahnhof umgestiegen werden. Und in der Mitte der 70er, als ich täglich in Tiergarten zur Uni ausgestiegen bin habe ich öfters eine 74er, manchmal auch 93er, mit einem Zweiwagenzug Richtung Osten gesehen, nur leider nie fotografiert.

Gruß Norbert

Bahn benutzen - nicht nur fotografieren!

Re: Links zum Thema Pendelzüge

geschrieben von: TransLog

Datum: 06.11.18 23:25

bergeundmeer83 schrieb:
guten Abend,

Also ich weiß, daß ich mit meinen Eltern 1969 mit dem Zubringer von Zoo nach Ostbahnhof zum Sanssouci mit einem Zubringer gefahren bin. Es mußte aber im Ostbahnhof umgestiegen werden. Und in der Mitte der 70er, als ich täglich in Tiergarten zur Uni ausgestiegen bin habe ich öfters eine 74er, manchmal auch 93er, mit einem Zweiwagenzug Richtung Osten gesehen, nur leider nie fotografiert.
Hallo Norbert,

sehr schön wenn auch persönliche Erfahrungen mit eingebracht werden. Dann werden nicht nur alte Daten gewälzt.

Zur 74er kann man sagen, dass diese Lok im Frühjahr 1967 abgestellt wurde. Der Einsatz der 93er ging bis Anfang der 70er Jahre
und die Zeit der Zubringerzüge endete am 2.6.1973.

Könnte es sein, dass Ihr mit dem "Vindobona" Triebwagen gefahren seid? "Sanssouci" war ein lojbespannter Zug...


Gruß, Ulrich

Re: Links zum Thema Pendelzüge

geschrieben von: bergeundmeer83

Datum: 07.11.18 07:28

Hallo,
Nein, es war der Sanssouci, war für mich mehrfach spannend, zum ersten Mal Schlafwagen und dann durch die DDR nicht mit dem Transitzug mit umsteigen am Ostbahnhof. Und wie gesagt, auch die Zubringerfahrt vom Bhf Zoo aus, nicht mit der S-Bahn und Umsteigen in Friedrichstrasse.
Ich muß mal in alten Dias kramen, vielleicht habe ich sogar davon Fotos oder etwas auf Super-8...

Mit dem Vindobona bin ich 2 Jahre später als Klassenfahrt von Wien zurück gefahren. Da war die S-Bahn vom Ostbahnhof nach Friedrichstrasse angesagt. Vergessen werde ich hierbei nicht, daß unser Klassenlehrer seinen Bruder nach Jahren zum ersten mal wieder sah, als dieser von Dresden bis Berlin mitfuhr.

Gruß Norbert

Bahn benutzen - nicht nur fotografieren!

Re: Links zum Thema Pendelzüge

geschrieben von: K.Malzahn

Datum: 07.11.18 15:10

Moin

Danke für eure Infos. Gibt es noch mehr Fotos von den Zügen?

Bf. Zingst Darßbahn

Re: Links zum Thema Pendelzüge

geschrieben von: falk

Datum: 07.11.18 16:21

Zitat
"93 091 passiert mit P 4312 (Ostbahnhof - Berlin Zoo), Zubringer von Ex 312 (København H - Berlin Ostbahnhof)) den S-Bahnhof Tiergarten im Winter 1968/69.
Die beiden Wagen müssten Liegewagen sein. Andere in dieser Form und dann noch mit Festfenstern, bei denen das obere Drittel wie bei den E5 mit einer Kurbel nach oben zu öffnen war, hatte die DR seinerzeit nicht mehr. Diese Wagen, die mit Baujahren zwischen 1948 und 1950 gleichzeitig die ersten Neubauten nach dem Krieg waren, wurden offenbar wegen des seinerzeit zu jungen Alters nicht in das Modernisierungsprogramm einbezogen. Sie hielten sich im Binnenverkehr noch erstaunlich lange bis zum Ende der Siebziger. Gelegentlich heißt es, dass dafür altbrauchbare oder angearbeitete Teile verwendet wurden, doch konkretes ist nicht zu erfahren. Ich staune aber, dass man sie als Skandinavienzubringer eingesetzt hat. Liege- und Schlafwagen waren bei der DR eigentlich immer knapp.

Falk

Wagentypen

geschrieben von: TransLog

Datum: 07.11.18 16:55

Hallo Falk,

es sollte sich um Bc4ge handeln. Korrigiert mich, falls es nicht stimmt.


Gruß, Ulrich

Re: Wagentypen

geschrieben von: falk

Datum: 07.11.18 17:03

Gut möglich, dass die Ziffer -4- 1969 schon entfallen war. Beim ersten Wagen ist es recht sicher, weil die Anschriften schon unter die Eigentumsanschrift in Seitenwandmitte gerutscht sind. Die Umbeschriftung war auch um 1970 nicht in ein paar Tagen erledigt. Wurde damit nicht schon 1964 angefangen, zumindest bei den Güterwagen?

Falk

Re: Links zum Thema Pendelzüge

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 07.11.18 19:07

Hallo Falk,

Auch die Knappheit von Liegewagen sollte seinerzeit nun nicht der Hinderungsgrund gewesen sein, die Wagen am Tage als Zubringer zwischen Ostbahnhof und Zoo einzusetzen.

Bc4üge...

geschrieben von: TransLog

Datum: 07.11.18 22:23

falk schrieb:
Zitat
"93 091 passiert mit P 4312 (Ostbahnhof - Berlin Zoo), Zubringer von Ex 312 (København H - Berlin Ostbahnhof)) den S-Bahnhof Tiergarten im Winter 1968/69.
Die beiden Wagen müssten Liegewagen sein. Andere in dieser Form und dann noch mit Festfenstern, bei denen das obere Drittel wie bei den E5 mit einer Kurbel nach oben zu öffnen war, hatte die DR seinerzeit nicht mehr. Diese Wagen, die mit Baujahren zwischen 1948 und 1950 gleichzeitig die ersten Neubauten nach dem Krieg waren, wurden offenbar wegen des seinerzeit zu jungen Alters nicht in das Modernisierungsprogramm einbezogen. Sie hielten sich im Binnenverkehr noch erstaunlich lange bis zum Ende der Siebziger. Gelegentlich heißt es, dass dafür altbrauchbare oder angearbeitete Teile verwendet wurden, doch konkretes ist nicht zu erfahren. Ich staune aber, dass man sie als Skandinavienzubringer eingesetzt hat. Liege- und Schlafwagen waren bei der DR eigentlich immer knapp.

Falk
Du hast die Wagen genau beschrieben. Im Netz fand ich dazu:

Zitat
Als eine der ersten Neubeschaffungen nach Kriegsende erschienen 1951 die ersten Liegewagen, zunächst als Schlafwagen dritter Klasse (WLC4ül-50) eingeordnet. Sie entsprachen mit eingezogenen Einstiegstüren, Senkfenstern, Faltenbalg-Wagenübergängen und der Länge über Puffer von 21,27 m wagenbaulich den Schnellzugwagen der Einheitsbauart und liefen auf Drehgestellen der Bauart Görlitz III leicht. Die Liegen waren mit grünem Kunstleder bezogen. Teilweise wurden diese Wagen später umgebaut, dabei erhielten sie Fenster, bei denen nur noch das obere Drittel mittels einer Kurbel geöffnet werden konnte. Ausgemustert wurden sie um 1980, nachdem sie in den letzten Jahren zuvor nur noch als Sitzwagen eingesetzt wurden.
Zu "Bc4ge" fand ich nur Darstellungen von Y/B-Wagen.

Wie könnten nun die ehemaligen WLC4ül-50 nach Umbau in Liegewagen geheißen haben?

Bc4ülge? Bc4üge? Konnten sie, gleich den Y/B Neubauten, auch Bc4ge genannt worden sein?

Gruß, Ulrich

Bc4üe...?

geschrieben von: tommy10

Datum: 08.11.18 10:34

Ich würde meinen das diese Wagen (Alt-, Neu-, Teilmod.-) zu jener Zeit als Bc4üe bezeichnet wurden.?

Die Bezeichnung Bc4ge erhielten maximal die 32 Stück, die den OSShD Typ B Wagen zuzuordnen sind.

Ab 1966 wurden die neugebauten als Bcme, ab 1986 als Bcm, ab 1988 als Bc bezeichnet (Typ Y, Typ Y/B -70). Die Bc4ge wurden dann auch dementsprechend umgezeichnet.

mfg tommy10





6-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:11:08:12:54:41.

Frage zu Betriebsabäufen bei den Pendelzügen

geschrieben von: HLeo

Datum: 08.11.18 17:03

Diese Züge sind für mich eine sehr interessante Randerscheinung im Berliner Eisenbahnverkehr.

So wie ich es verstehe, waren es Züge von Bln.-Zoo nach Bln.-Ostbf.

Fuhren sie ("Pendel") auch in Gegenrichtung?
Hielten die Züge in Friedrichstr.?
Wo fand die Grenzkontrolle statt?

Waren diese Züge bzgl. dieser Aspekte vergleichbar mit den durchlaufend Zügen von Polen in die Bundesrepublik über West-Berlin?

Danke für zielführende Antworten oder Hinweise!

Re: Frage zu Betriebsabäufen bei den Pendelzügen

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 08.11.18 17:50

Hallo!

Selbstverständlich gab es diese Züge auch in der Gegenrichtung. Auch der Halt in Berlin Friedrichstraße war normal und es wurde auch kontrolliert. Sie waren damit vergleichbar mit den durchgehenden Zügen UdSSR/Polen - BRD. Jedoch konnten diese Züge bis Berlin Ostbf./Hbf. auch im internationalen Verkehr UdSSR/Polen - DDR genutzt werden (was bei den Pendelzügen Zoo - Ostbf. nicht möglich war, da sie nur für den Transit durch die DDR in das Ausland bestimmt waren -> Anschlußverbinder).

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser

Danke für die Antwort (o.w.T)

geschrieben von: HLeo

Datum: 08.11.18 18:38

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Keine echten Pendelzüge

geschrieben von: TransLog

Datum: 08.11.18 20:53

HLeo schrieb:
Diese Züge sind für mich eine sehr interessante Randerscheinung im Berliner Eisenbahnverkehr.

So wie ich es verstehe, waren es Züge von Bln.-Zoo nach Bln.-Ostbf.

Fuhren sie ("Pendel") auch in Gegenrichtung?
Hielten die Züge in Friedrichstr.?
Wo fand die Grenzkontrolle statt?
Hallo,

der Begriff "Pendel" suggeriert für den (öffentlichen) Reiseverkehr in beide Richtungen verkehrende Zugpaare.
Aber die Fahrpläne der Skandinavien-Verbinderzüge richteten sich nach den Ankünften oder Abfahrten in Ostbahnhof.

Lagen diese nicht vor, so fuhren die "Pendelzüge" in der Gegenrichtungen als Leerreisezug.

Gruß, Ulrich
Vielleicht sollte man das noch etwas aufdröseln:

Grundsätzlich waren ab 1961 jegliche Fernbahnzüge zwischen Ostbahnhof und Friedrichstraße nur noch für Transitreisende benutzbar, was bei den Durchläufern von/nach Polen auch sehr auffällig im Kursbuch vermerkt war.

Dabei gab es bis 1973 noch die hier diskutierten Züge von/nach Ostbahnhof, wo dann die Transitreisenden umsteigen konnten. Das ist in dieser Form dann entfallen, es gab nur noch jene durchlaufenden Züge sowie Kurswagenträger, wo ein Verlassen des Fahrzeugs durch die Reisenden prinzipiell nicht mehr vorgesehen war (wurde eigentlich eingeschritten, wenn das jemand während der recht langen Aufenthalte trotzdem machte?). Diese Kurswagenträger wären auch noch einmal ein interessantes Thema; ich meine, da hätte es dann auch Läufe von Ostbahnhof weiter nach Lichtenberg gegeben, als in den 80ern die Fernzüge weitgehend nach Lichtenberg umgelenkt wurden. (Gab es zu der Zeit überhaupt noch andere Reisezüge über den Rest der VnK-Strecke von Rummelsburg nach Biesdorfer Kreuz?)

Die über die Stadtbahn durchlaufenden Züge von/nach Polen waren für den Binnenverkehr gesperrt; es war nur ein einziges oder höchstens zwei Zugpaare des Polenverkehrs über Frankfurt/Oder, bei denen das nicht der Fall war. Bis in die 80er Jahre betraf das auch die nach Skandinavien zu trajektierenden Zügen, erst dann konnten sie bis Rostock (aber nicht Warnemünde!) bzw. Saßnitz (wiederum nicht bis zum Hafen) auch innerhalb der DDR benutzt werden.

Für den Binnenverkehr gesperrt war auch ein Zugpaar von Warschau über Görlitz und Dresden nach München, das nur an bestimmten Tagen verkehrte. Der Durchläufer von Krakau über Leipzig nach Frankfurt konnte hingegen im üblichen Rahmen benutzt werden.

Dieser übliche Rahmen ist auch noch einmal interessant: Von/nach BRD generell bis/ab letztem/erstem Verkehrshalt vor/nach dem Grenzbahnhof (auch Einzelfälle wie Grevesmühlen und Hagenow Land), ausgenommen die wiederum für den Binnenverkehr gesperrten Züge für den „kleinen Grenzverkehr“, von/nach Tschechoslowakei frei bis Bad Brambach und Zittau, aber nicht Bad Schandau (!), von/nach Polen generell frei bis Görlitz und Forst, aber nicht bis Tantow, wenn ich mich gerade nicht irre.

Re: Frage zu Betriebsabäufen bei den Pendelzügen

geschrieben von: falk

Datum: 08.11.18 21:50

Bei Bad Schandau dürfte die Auslastung eine Rolle gespielt haben. Die Grenzabfertigung begann schon in Dresden. Man wollte sich wohl Störfälle wie in Bad Schandau absteigende Binnenverkehrsreisende vom Hals halten. In Görlitz wurde dagegen in schlechter Tradition im Stand kontrolliert. Im Oktober 1987 habe ich dort erlebt, dass die Aufsicht frühmorgens vor sechs fünf Minuten vor der Planabfahrt Richtung Leipzig über die Bahnsteiglautsprecher durchsagte. »Achtung am Gleis 7, es ist schs Uhr vierundzwanig, ich wiederhole, es ist sechs Uhr …«. Daraufhin zogen Grenzer und Zöllner tatsächlich ab und die wartenden Reisenden konnten aufsteigen. Noch fünf Jahre vorher war das praktisch unvorstellbar. Offenbar konnte man sich willkürliche Verspätungen wegen zu gründlicher Kontrollen nicht mehr leisten.

Falk

Und nachmal DANKE für die weiteren Antworten (o.w.T)

geschrieben von: HLeo

Datum: 08.11.18 22:00

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Re: Frage zu Betriebsabäufen bei den Pendelzügen

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 08.11.18 23:04

Hallo!

Wobei die Binnenverkehrssperre beim Warschau-München-Zug unmittelbar nach dem Mauerfall aufgehoben wurde. Ab 17.11.1989 fuhr der Zug sogar täglich von Dresden-Neustadt nach München und retour. In der Nacht Do/Fr kam er weiterhin aus Warschau (in der Folgenacht natürlich zurück).

P. S.: D 464 fuhr auch in der Nacht des Mauerfalls. Da könnte er schon in Görlitz, Dresden, Karl-Marx-Stadt, Reichenbach (V) und Plauen (V) gestürmt worden sein?!

Von den Zügen aus Warschau waren bis Ende Mai 1990 nur die Leistungen D 394/395, D 1394/1395 (Warschau - Berlin) und D 398/399 (Kraków - Berlin) für den Binnenverkehr freigegeben.

Die Umleitung der Skandinavienzüge nach Berlin-Lichtenberg erfolgte tatsächlich ab Ende der 1980er Jahre. Selbst die Züge Berlin - Wien (Vindobona, Nachtkurswagen) fuhren erst ab Lichtenberg. Da mussten die Fahrgäste, außer bei den Skandinavienzügen, sogar in Berlin umsteigen, weil für die beiden Österreichzüge keine direkten Züge aus Berlin Zoo mehr gab.

Ein besonderer Fall war der D 358/359 (Berlin Friedrichstr. - Basel SBB). Er führte an bestimmten Tagen Kurswagen Moskau - Frankfurt (M), Basel, Bern und Genf. Diese Kurswagen waren die einzigen Wagen, welche im besagten Zugpaar zwischen Berlin Ostbf. (Hbf.) und Berlin Friedrichstraße mit Fahrgästen besetzt war (sonst war D 358/359 ein Leerreisezug). Im Zugbildungsplan wurde sogar eine entsprechende Fußnote bei den entsprechenden Wagen angebracht.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:11:09:17:07:37.

Zu Betriebsabläufen bei den Zügen ab 1973

geschrieben von: TransLog

Datum: 09.11.18 00:40

Sonderkorrespondent schrieb:
Zitat:
Dabei gab es bis 1973 noch die hier diskutierten Züge von/nach Ostbahnhof, wo dann die Transitreisenden umsteigen konnten. Das ist in dieser Form dann entfallen, es gab nur noch jene durchlaufenden Züge sowie Kurswagenträger, wo ein Verlassen des Fahrzeugs durch die Reisenden prinzipiell nicht mehr vorgesehen war (wurde eigentlich eingeschritten, wenn das jemand während der recht langen Aufenthalte trotzdem machte?).
Hallo,

wenn man umsteigen wollte, durfte man diese Züge verlassen!

Nehmen wir den Ex 1320 "Neptun" (Bln Zoo - Ostbahnhof [Ex 320] - Kopenhagen) z.B. im Winter 1975/76 (Heft Internationaler Verkehr):

Zoo ab 08:51 - Osb 09:24/28 - Richtung Warnemünde, hatte im Ostbahnhof Anschluss an D 270 "Meridian" nach Malmö (Osb ab 09:33) als Umsteigeverbindung.

Zusätzlich hatte z.B. der "Vindobona" in Berlin Ostbahnhof Umsteigemöglichkeit zum Lrz 358. Ext 70 (von Wien) an 20:40/ Lrz/ D 358 ab 21:08 - Berlin Zoo an 21:42.

In anderen Fahrplanjahren gab es noch mehr solcher Umsteigeverbindungen...


Gruß, Ulrich



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:11:09:00:41:53.

Re: Frage zu Betriebsabäufen bei den Pendelzügen

geschrieben von: Der Allgäuer

Datum: 14.11.18 15:16

Hallo Zusammen,
in diesem Zusammenhang noch eine Frage, zu der ich bisher keine verlässlichen Informationen gefunden habe:
War es für Bürger der DDR zulässig, in Berlin über Friedrichstraße nach Berlin West auszureisen um dann mit einem der Transitzüge weiterzureisen in die BRD? Es gab ja m.W. keinen direkten "internationalen" Schnellzug von Berlin Ost in die BRD unter Umgehung von Berlin West, abgesehen vom D 444/445, der mit Halt in Flughafen Berlin Schönefeld sozusagen der einzige direkte Anschluss für die Ostberliner in den Westen war.
Vielen Dank vorab und herzliche Grüße!
Der Allgäuer

Re: Frage zu Betriebsabäufen bei den Pendelzügen

geschrieben von: Knut Ochdorf

Datum: 14.11.18 15:25

Der Allgäuer schrieb:
Hallo Zusammen,
in diesem Zusammenhang noch eine Frage, zu der ich bisher keine verlässlichen Informationen gefunden habe:
War es für Bürger der DDR zulässig, in Berlin über Friedrichstraße nach Berlin West auszureisen um dann mit einem der Transitzüge weiterzureisen in die BRD?

Ja, das war zulässig und wurde auch fleissig genutzt.

Knut

Re: Frage zu Betriebsabäufen bei den Pendelzügen

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 14.11.18 15:39

Hallo,

Wie schon vom Kollegen Ochdorf geschrieben war das zulässig und auch der normale Weg. Für die Bewohner des Ostteiles Berlins war der D 444/445 nicht zugelassen und dieser Zug hatte auch keinen Halt im Ostteil Berlins, Schönefeld lag schon nicht mehr im Stadtgebiet, sondern im Bezirk Potsdam. Dann muss hier erwähnt werden, das den Bürgern der DDR der Reiseweg bei Reisen in den Westen vorgeschrieben wurde.





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:11:14:15:41:03.

Re: Frage zu Betriebsabäufen bei den Pendelzügen

geschrieben von: Der Allgäuer

Datum: 14.11.18 16:24

Vielen Dank an die Kollegen Ochdorf und Boehmer für die schnelle Beantwortung der Frage.
Das war mir jetzt auch neu, dass die Ostberliner den D 444/445 nur im Binnenverkehr benutzen durften.
Ich erlaube mir meine erste Frage auf Basis der Antworten noch etwas zu vertiefen: Musste bei der Aus-/Einreise dann zwingend der Weg über den "Tränenpalast" in Friedrichstraße g enutzt werden oder durfte man mit den entsprechenden Dokumenten auch die wenigen durchgehenden D-Züge der Stadtbahn von bis Ostbahnhof benutzen?
Vielen Dank und herzliche Grüße!
Der Allgäuer

Aus- und Einreise für DDR-Bürger

geschrieben von: TransLog

Datum: 14.11.18 16:35

Der Allgäuer schrieb:
Ich erlaube mir meine erste Frage auf Basis der Antworten noch etwas zu vertiefen: Musste bei der Aus-/Einreise dann zwingend der Weg über den "Tränenpalast" in Friedrichstraße genutzt werden oder durfte man mit den entsprechenden Dokumenten auch die wenigen durchgehenden D-Züge der Stadtbahn von bis Ostbahnhof benutzen?
Vielen Dank und herzliche Grüße!
Der Allgäuer
Ich nehme an, dass man dort einreisen musste, wo man ausgereist war.

Die internationalen D-Züge durften zwischen Friedr. und Ostbf. nur von Transitreisenden durch die DDR benutzt werden.
Wer das war, wurde noch in Friedrichstr. durch die Grenzorgane festgestellt. Ostbahnhof war keine Grenzkontrollstelle.


Gruß, Ulrich

Zulassung Friedrichstraße - Ostbf./Hbf.

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 14.11.18 16:47

Hallo!

Der Weg über den "Tränenpalast" war vorgeschrieben. Der Abschnitt Berlin Friedrichstraße - Berlin Ostbf./Hbf. war nur im Transit freigegeben. Dies betraf also Reisende, die in das Ausland fuhren (Polen, UdSSR, Österreich usw.). Deshalb stand im KB auch der Hinweis "Nur für Transitreisende durch die DDR".

Nach dem Mauerfall, genauer ab dem 17.11.1989, entstanden von Ostberlin nach Frankfurt (Main), München, Hamburg und Köln neue Zugverbindungen, die in Berlin-Schöneweide, Berlin-Lichtenberg und Berlin-Baumschulenweg starteten und endeten. Diese Leistungen waren dann auch auch für Fahrten Ostberlin - BRD freigegeben (dürfte dann auch beim D 444/445 gewesen sein). Damit wollte man die nächtlichen Transitzüge entlasten.

Folgende Leistungen wurden geschaffen:

D 1100/1101 München - Berlin (Entlastung für D 300/301)
D 1136/1137 Berlin - Hamburg
D 1158/1159 Berlin - Frankfurt (Main) (Entlastung für D 358/359)
D 1448/1449 Berlin - Köln (Entlastung für die Züge D 240/241 und D 244/245)

Zum Fest- und Ferienverkehr (Weihnachten/Neujahr, Ostern) wurden D 444/445 durch D 10444/10445 Cottbus - Düsseldorf, mit Halt in Flughafen Berlin-Schönefeld, entlastet. Zusätzlich entlastete D 444/445 dann auch den D 344/345 (Berlin - Hoek van Holland, mit Kurswagen nach Köln und Frankfurt (Main)).

Mit Einführung der D-Mark in der DDR wurden logischerweise sämtliche Einschränkungen aufgehoben. Wobei möglicherweise schon vorher einige Lockerungen durchgeführt wurden. Die durchgehenden Züge Berlin Zoo - Berlin-Lichtenberg - Dänemark/Schweden wurden alsbald im Laufweg gekürzt, da ab 2. Juli 1990 für Fahrten nach Lichtenberg die durchgehende S-Bahn zur Verfügung stand.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser

Re: Frage zu Betriebsabäufen bei den Pendelzügen

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 14.11.18 18:26

Hallo,

Für die Bewohner des Ostteiles Berlins war der Weg durch den Tränenpalast vorgeschrieben. Eine Benutzung der internationalen Züge zwischen Ostbahnhof und Friedrichstrasse (- Berlin Zoo) war im deutsch-deutschen Verkehr untersagt. Deswegen auch die Fussnote im Kursbuch "Benutzung zwischen Ostbahnhof (Hauptbahnhof) und Friedrichstrasse nur für Transitreisende durch die DDR.

Re: Aus- und Einreise für DDR-Bürger

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 14.11.18 18:37

Hallo Ulrich,

Hier möchte ich einmal ergänzen, das bei den Skandinavienzügen und auch den infrage kommenden Kurswagen die Kontrolle auch schon während der Fahrt zwischen Ostbahnhof und Friedrichstrasse durchgeführt wurde. So wie auch bei den Zügen in Richtung Polen die Grenz- und Zollorgane zwischen Ostbahnhof und Frankfurt/Oder kontrollierten.
Richtig ist allerdings, das eingereist werden musste, wo auch die Ausreise erfolgte.

Re: Aus- und Einreise für DDR-Bürger

geschrieben von: TransLog

Datum: 14.11.18 19:37

gerdboehmer schrieb:
Hallo Ulrich,

Hier möchte ich einmal ergänzen, das bei den Skandinavienzügen und auch den infrage kommenden Kurswagen die Kontrolle auch schon während der Fahrt zwischen Ostbahnhof und Friedrichstrasse durchgeführt wurde. So wie auch bei den Zügen in Richtung Polen die Grenz- und Zollorgane zwischen Ostbahnhof und Frankfurt/Oder kontrollierten.
Richtig ist allerdings, das eingereist werden musste, wo auch die Ausreise erfolgte.
Weshalb wäre das nötig gewesen? Es handelte sich ja meist nur um zwei schwach besetzte Wagen!


Gruß, Ulrich

Re: Aus- und Einreise für DDR-Bürger

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 14.11.18 19:44

Hallo,

Über die Frage, weshalb es nötig war, kann ich mich nicht äussern. Ich habe es in den 1980-er Jahren selbst beobachtet, das es durchgeführt wurde und so schwach besetzt waren die Kurswagen in und aus Richtung Skandinavien, sowie Osteuropa nun auch wieder nicht. Vielleicht ging es ja darum, die Standzeit in Friedrichstrasse für dort aussteigende Reisende zu minimieren, aber das ist jetzt meinerseits Spekulatius.





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:11:14:19:46:48.

Re: Frage zu Betriebsabäufen bei den Pendelzügen

geschrieben von: Der Allgäuer

Datum: 15.11.18 07:44

Hallo Zusammen,
vielen Dank an alle für die umfassenden Antworten und interessanten Informationen.
Ich finde es bemerkenswert, dass die Ostberliner auf den vorgeschriebenen Wegen in die BRD nach der Ausreise in Friedrichstraße zwischen Griebnitzsee und Schwanheide/Marienborn/... quasi als "Transitreisende im eigenen Land" unterwegs waren.
Herzliche Grüße und einen schönen Tag!
Der Allgäuer

Re: Frage zu Betriebsabäufen bei den Pendelzügen

geschrieben von: gerdboehmer

Datum: 15.11.18 14:22

Hallo,

Gerne geschehen und als Ergänzung, die Bürger des Ostteiles Berlins konnten in den Speisewagen der MITROPA während der Fahrt im Transit durch die DDR unter Vorlage des Passes mit Aluchips bezahlen. Habe ich gleich bei meiner ersten Fahrt in den Westen im Februar 1990 im D 246 auch genutzt.

Re: Aus- und Einreise für DDR-Bürger

geschrieben von: Eurocity341

Datum: 15.11.18 17:33

Hallo!

Die Anschlußverbinder bzw. Kurswagen hatten in Friedrichstraße in der Regel auch die üblichen 20 Minuten Aufenthalt.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser