DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 04 - Historische Bahn 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Test-Forum aufsuchen!
Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
Nächtliche Probeaufnahmen zwischen Rahlstedt und Ahrensburg 1977

Hallo zusammen,

im Frühjahr 1977 planten mein Mitschüler und Freund Peter und ich (beide 17 Jahre alt) eine Fahrt an die Emslandstrecke.
Dort wollten wir auch Nachtaufnahmen vom Dampfbetrieb machen.
Um zu testen, was möglich ist, begaben wir uns deshalb ein paar Tage zuvor an unsere Hausstrecke Hamburg-Lübeck und fotografierten V200 im dunklen.
Dabei haben wir wohl einige Lokführer erschreckt.

Bild 1:
http://fs1.directupload.net/images/181106/rruoy2gp.jpg

Bild 2:
http://fs1.directupload.net/images/181106/tmq9svek.jpg

Bild 3:
http://fs1.directupload.net/images/181106/u6ap3qes.jpg

Bild 4:
http://fs1.directupload.net/images/181106/p5nmgpa3.jpg

Bild 5:
http://fs1.directupload.net/images/181106/7axqu6sk.jpg



Weitere Bilder in Kürze, es ist schon recht spät

Viele Grüße
Klaus

[/size][/color][/i]

Die dachten betimmt,in eine Radarfalle getappt zu sein:=)

geschrieben von: 44 115

Datum: 06.11.18 09:23

Tolle Aufnahmen,aber so ganz harmlos war das nicht!
Nicht wiederholen!Schönen Tag noch!
Olaf
Ich habe damals auch solche Bilder gemacht - und leider nicht bedacht, dass man dem Lokführer doch einen gehörigen Schrecken einjagt...

Grüße

Martin
Hallo,

auch ich habe in den 80er Jahren und später eine Reihe solcher Nachtaufnahmen gemacht.
Groß Einzelheiten zur technischen Ausrüstung erspare ich mir hier aber ich habe da stets einiges mitgeschleppt.

Zuvor habe ich mich allerdings u.a. bei Lokführern schlau gemacht.
Deren damalige und fast einhellige Meinung war, daß das "Blitzlicht" ihnen nichts ausmachen würde.
Allein der Lichtblitz bei einem kleinen Stromüberschlag zwischen Oberleitung und Stromabnehmer
wäre deutlich heller, kein Wunder wenn da 15 000 Volt Spannung und entsprechende Stromstärken im Einsatz sind.
Bei Blitzgeräten sind es so rund 300 Volt und ganz wenig Stromstärke.

Mir war allerdings der ganze Aufwand schließlich zu groß.
Auch gab es eine gewisse "Ausschußquote" weil ich Kameras mit Zentralverschluß verwendet habe.
Nur solche Kameras erlauben, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, das Blitzen bis zur 1/500s.
Und wenn nun eine Lok recht schnell gefahren ist gab es zwangsläufig Bewegungs-Unschärfen.

Hätte ich damals "etwas" Geld zur freien Verfügung gehabt hätte ich mir eine Rolleiflex 6008 angeschafft mit
Zentralverschlußobjektiven und Verschlußzeiten bis zur 1/1000s.
In Verbindung mit einem bestimmten, leistungsstarken Tamron-Blitzgerät welches die volle Blitzleistung innerhalb 1/1000s abgeben
konnte wäre das schon was gewesen.
Ist jedoch inzwischen alles Geschichte, auch altersbedingt.

Herzliche Grüße

Karl Heinz
Moin Karl Heinz!

Eine etwas ironisch gemeinte anmerkung zu den Blitzen, die den Lokführern aufgrund von häufigen Kontaktblitzen (Lichtbogen) aus der Oberleitung nichts ausmachen - bei nicht elektrifizierten Strecken ist so ein Blitz aber schon eine große Überraschung!!!

An dieser Stelle auch meinen Dank an Klaus für seinen blitzgescheiten Beitrag



Mit Gruß aus dem Norden

Helmut

Meine bisher erschienenen Beiträge findet ihr durch Anklicken des Bildes hier:
http://s14.directupload.net/images/user/140226/jikgddpg.jpg
Inhaltsverzeichnisse von weiteren Eisenbahnfreunden
bitte hier anklicken!

Blitztechnik damals...

geschrieben von: Nord_süd_bahn

Datum: 06.11.18 14:51

Die Olympus OM40 aus dem Jahre 1986 erlaubt Blitzen mit allen Verschlußzeiten, habe es selbst mit 1/500 sec probiert,
Mit Lichtstärke 1,4 bis 2,8 war es recht problemlos möglich, das Wesentliche zu erhellen
Ich hatte dazu einen Blitz mit Leitzahl 32 mit TTL-Blitzlichtmessung.

Richtung gute Ergebnisse gab es trotzdem nicht, den Bildern fehlte der Wow-Effekt, aber netter Versuch.

MfG die Nordsüd S-Bahn

Re: Blitztechnik damals...

geschrieben von: Karolingerheinz

Datum: 06.11.18 16:17

Hallo,

ich denke daß es mit der OM40 einerseits möglich war, mit dem speziell dazu passenden Blitzgerät mit Leitzahl 32
Serienblitzaufnahmen bei kurzen Belichtungszeiten zu machen.
Das funktionierte wohl so, daß die Blitzfolgen synchron zum Ablauf des Schlitzverschlusses über die Filmebene erfolgten.

Allerdings ist Leitzahl 32 für Nachtaufnahmen von fahrenden Zügen sehr wenig, zumal wenn das Blitzgerät mehrere
Blitze in Sekundenbruchteilen produzieren mußte.
Normalerweise war bei der OM40 im Manualbetrieb die kürzeste Belichtungszeit mit Blitzlicht 1/60s.

Für den "Wow-Effekt" bei solchen Nachtaufnahmen braucht es u.a. deutlich mehr Licht welches dann in einer 1/500s oder
noch besser 1/1000s abgegeben und auf den Film gebannt wird.
Auch sollte wegen der Tiefenschärfe das Objektiv auf Werte zwischen 5,6 und 8 abgeblendet werden und bei
der nötigen Verwendung von hochempfindlichen Farbnegativfilmen ist eine Mittelformatkamera angebracht um
später die Farbstoffwölkchen (landläufig: Filmkorn) klein zu halten.

Natürlich wurde bei mir nicht jede Aufnahme so wie gewünscht.
Aber die gelungenen Aufnahmen waren doch der Mühe wert.

Vielleicht ist es bald möglich, bei digitalen Vollformatkameras und deren hochlichtempfindlichen Sensoren mit großflächigen LED-Lampen
und Dauerlicht Nachtaufnahmen von fahrenden Zügen zu erstellen ohne jegliche Blendgefährdung.

Herzliche Grüße

Karl Heinz

Re: Blitztechnik damals...

geschrieben von: J611

Datum: 07.11.18 21:31

Man sollte bei den ganzen Kalkulationen aber bedenken, dass z.B. beim Metz 60 CT-4 und seinem dicken Akku die Leuchtdauer (Seite 11 im Manual 60 CT-4) bei voller Leistung (M) mit 1/200 Sekunde sehr lange ist; die Synchronisationszeit der Kamera ist damit nicht sonderlich relevant, die 1/250 schaffen ja die meisten Kameras.

Re: Blitztechnik damals...

geschrieben von: Karolingerheinz

Datum: 08.11.18 07:56

Hallo J611,

ich habe u.a. mit den Metz 45 gearbeitet.
Deren Leuchtdauer im Manual-Betrieb liegt immerhin bei kürzeren 1/330s.
Nun haben die allermeisten mechanischen Zentralverschlüsse bei einer eingestellten 1/500s
tatsächlich nur so um die 1/400s oder sogar oft in Richtung 1/350s an kürzester Belichtungszeit.
Um nun fahrende Züge scharf abzulichten ist eine 1/250s in aller Regel deutlich zu kurz.

Das war schon vor langer Zeit den alten Eisenbahnfotographen bewußt.
Alfred Ulmer z.B. hat ja viele seiner Aufnahmen wegen der Bewegungsunschärfe mit einer Schlitzverschlußkamera
und wegen der Kontraste angesichts der Sensibilisierung des damaligen Filmmaterials mit lichtschluckendem
Grünfilter gemacht bei Verschlußzeiten so zwischen 1/1000s und 1/2000s.
Aber alle Aufnahmen bei Tag und die Filmentwicklung erfolgte nach einer von ihm geschaffenen Rezeptur die zum
Leidwesen vieler Fotographen nicht überliefert ist.
Allerdings gibt es inzwischen wohl Vergleichbares von der deutschen Firma SPUR.

Die DDR-Kamera Werra V von Zeiss Jena wäre interessant gewesen. Sie hat einen speziellen Zentralverschluß bis
zur 1/750s und der Wert kommt in der Realität auch hin.
Allerdings ist das eine Kleinbildkamera und hochempfindliche Farbnegativfilme zeigen dann schon bei moderater
Vergrößerung eine deutliche Körnung bzw. Farbstoffwölkchen.


Für Nachtaufnahmen wäre die Kombination von Rolleiflex 6008 mit Zentralverschlußobjektiven bis zur 1/1000s
und einem sehr lichtstarken Tamron Blitzgerät, welches die volle Blitzleistung innerhalb der 1/1000s abgeben kann,
ideal gewesen.

Wie so oft bin auch ich nach vielerlei Versuchen mit der Zeit klüger geworden aber es war in erster Linie für mich eine
Geldfrage.

Weshalb ich heute keine solchen Nachtaufnahmen mehr machen würde, von der Schlepperei abgesehen, liegt daran
daß ich da schnell in "Teufels Küche" kommen könnte wenn ich nächtens nahe am Bahndamm stünde, Warnweste hin oder her.
So oft gibt es bei der Bahn "Betriebsstörungen" wegen "PU" oder aktuell der Anschlag mit dem Stahlseil.
Da sind die Lokführer genug im Stress und da muß ich nicht auch noch für, wenn auch lediglich in bescheidenem Maße,
zusätzlichen Stress sorgen.

Herzliche Grüße

Karl Heinz



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.11.18 17:52.

Re: Blitztechnik damals...

geschrieben von: Nord_süd_bahn

Datum: 09.11.18 21:28

Man darf auch nicht vergessen, daß meine Objekte Berliner S-Bahnen an einer Stelle mit Tempo 50-60 waren.
Der SCA-Metz CT 32 (ich habs wieder wie er hieß) kam mit Zeiten von 1/250 sec (TTL-Blitzautomatik mit Zeitvorwahl) schon klar.
Im Olympus-Blitzbuch stand gut beschrieben, wie man solche "geheimen" Funktionen" aktiviert.
Das Problem war die Tiefenschärfe, und die ist selbst bei einem 35er-Weitwinkel mit Blende 2,0 oder 2,8 sehr eng, da denkt man am Tage gar nicht dran.

MfG die Nordsüd S-Bahn