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Suche/Frage nach Anschluss VEB Fischhandel Leipzig

geschrieben von: Oscar

Datum: 10.10.18 16:15

Hallo, in Leipzig MTh gab es hinter dem Eilgutschuppen am Hauptbahnhof den VEB Fischhandel Leipzig. Hatte dieser ein Anschlussgleis vom MTh Bahnhof? Ich finde im www nichts. Hat jemand einen Tipp für mich wo ich noch schauen könnte.
Danke
oscar

Re: Suche/Frage nach Anschluss VEB Fischhandel Leipzig

geschrieben von: V 100 098

Datum: 10.10.18 17:24

Hallo,

schau mal auf sporenplan.nl, dort gibt es einen Scan des Gleisplanes vom Bereich.

Viele Grüße
V 100 098

Re: Suche/Frage nach Anschluss VEB Fischhandel Leipzig

geschrieben von: Stw 82

Datum: 10.10.18 21:37

Hallo Oscar,

es gab beim MTh-Bf das Ladegleis 107 mit zwei Güterschuppen an der Ladestraße 1.
Einer davon war (auf meinem Plan von 1969) der als "Fischschuppen" bezeichnete Güterboden.
Ein Anschlussgleis gab es dort nicht.

Fischschuppen MTh-Bf.jpg

Ich hoffe, deine Frage konnte damit beantwortet werden.

Interessant ist, dass man zu dieser Zeit -trotz bereits fortgeschrittener Enteignung privtater Firmen- auf dem Plan kaum Änderungen der vormaligen Nutzer
solcher Güterböden vorgenommen hat. Die eigentlich zu erwartenden Bezeichnungen "VEB ..." oder "PGH" oder gar "Kombinat" habe ich nicht entdecken können.
Ich nehme an, dass man sich auf Grund der permanenten Personalnot mit solcherlei "Nebensächlichkeiten" nicht befassen konnte.... ;-)

Grüße

Jürgen

Re: Suche/Frage nach Anschluss VEB Fischhandel Leipzig

geschrieben von: Lalu

Datum: 11.10.18 10:13

Hallo,

die dort zu sehenden Betriebe waren eher kleine Firmen welche nicht zur Grundlagenindustrie zählten. Sofern die Eigentümer nicht NS-belastet oder straffällig waren haben sie weiter existiert. Meistens mit einer staatlichen Beteiligung als KG. Dein Plan ist von 1969. Erst unter Honecker ist man ab 1972 verstärkt an diese Betriebe herangetreten mit der Verstaatlichung. So das gegen Ende der DDR nur noch kleine „Nischenfirmen“ weiterhin privat waren. So die ganz grobe Zusammenfassung. Im Detail gab es natürlich viele Zwischenvarianten.

[www.mdr.de]

Grüße,
Lalu

Edit: Am 17.11.18 findet eine Führung über ehemalige Anschlußgleise in Plagwitz statt. [www.industriekultur-leipzig.de]



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.10.18 10:21.

Vielen Dank für die Antworten. (o.w.T)

geschrieben von: Oscar

Datum: 11.10.18 16:27

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Hallo,

ich kenne einen Fischhandel an der Ladestr. 3, die Güterschuppen direkt oberhalb der Parthe. Allerdings war ich erst nach der Wende dort,
da war es auch kein VEB mehr. Heute sind die Schuppen glaube abgerissen. Damals standen auf der Rückseite des Schuppen noch Güterwagen.
Die Schuppen waren unterkellert und es gab mehrere Kühlräume. Ob die aus der Ladestr. 1 dorthin umgezogen sind weis ich nicht.

Das ist ein interessanter Beitrag, aus dieser Ecke gibt es eh zu wenig Material.

VG Jan H.

Re: Suche/Frage nach Anschluss VEB Fischhandel Leipzig

geschrieben von: Oscar

Datum: 12.10.18 16:56

Hallo, genau diese Fisch-(Kühl-)Schuppen meine ich. Direkt an der Parthe. Ob die den Fisch mit Kühlwagen auf der Schiene bekamen? In den Zügen von Wahren nach MTh sind mir keine aufgefallen. Ist allerdings auch schon 30 Jahre her.
Grüsse
oscar
Hallo Oscar,

als ich dort handwerklich an mehreren Tagen unterwegs war , ist mir keine Verladung von/auf der/die Bahn aufgefallen. Wenn überhaupt hat man das in der Nacht abgewickelt. Dummerweise habe ich nicht weiter nach den Wagen geschaut, musste halt arbeiten. Laut meinen Erinnerungen waren keine Kühlwagen dabei. Es kann auch sein, dass es sich schon um ausgemustertes abgestelltes Wagenmaterial gehandelt hatte. Während meiner Anwesenheit
konnte ich dort keine Rangierbewegungen feststellen.

Gruß Jan H.

Re: Suche/Frage nach Anschluss VEB Fischhandel Leipzig

geschrieben von: Lalu

Datum: 12.10.18 20:35

Hallo,

bist Du dir sicher, dass der Fischschuppen dem VE Fischhandel Leipzig gehörte? Oder wurde er nur von diesem betrieben? Leider sind wohl kaum Unterlagen über diesen Betrieb erhalten. Zumindest die einschlägigen Archivsuchmaschinen halten sich mit Ergebnissen sehr zurück. Zur Eigenrecherche wäre das „Sächsische Wirtschaftsarchiv“ in der ehemaligen Konsumzentrale in Leipzig eventuell noch von Vorteil. Hier existieren viele interessante Firmenakten alter Betriebe.

Grüße,
Lalu

Ps: Bei der Suche nicht VEB verwenden sondern VE. Diese Bezeichnung hatten z.B. auch die VE „Interhotel“. Sie waren kein reiner Produktionsbetrieb. Im Gegensatz zu „VEB Michel Fischmarinaden...“ Leipzig oder „VEB Feinkost...“ Leipzig.

EDIT: Soeben habe ich noch ein interessantes Urteil zum Thema „Fische, Eisenbahn, Leipzig“ gefunden. Es geht um die Haftung für verdorbene Fischware durch Nachlässigkeiten beim Bahntransport.
[books.google.de]



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.18 20:47.

Re: Suche/Frage nach Anschluss VEB Fischhandel Leipzig

geschrieben von: Stw 82

Datum: 12.10.18 22:11

Hallo,

ich habe nochmal den Plan studiert. Da gibt es an der Ladestraße 2 (!) noch ein Gebäude mit der Bezeichnung "Fischhändlersch.".
Während der "Fischgüterschuppen" noch als Ruine vorhanden ist (ist auch in Google Maps noch zu sehen), gibt es den o.g. Schuppen nicht mehr.

DSC_7874.JPG

... und hier ein Übersichtsbild
DSC_7875.JPG

An den Ladestraßen in Eutritzsch gibt es auf dem Plan bei den vielen Lager- und Firmengebäuden kein Gebäude, dessen Nutzung ich mit Fisch in Zusammenhang bringen könnte.

Grüße

Jürgen

"Dem Fischkoch in die Pfanne ge(sp/g)uckt"

geschrieben von: 7904

Datum: 13.10.18 23:00

Oscar schrieb:
Hallo, genau diese Fisch-(Kühl-)Schuppen meine ich. Direkt an der Parthe. Ob die den Fisch mit Kühlwagen auf der Schiene bekamen? In den Zügen von Wahren nach MTh sind mir keine aufgefallen. Ist allerdings auch schon 30 Jahre her.
Hallo,

höchstwahrscheinlich sind Kühlwagen dort letzmalig vor nahezu 50 Jahren vorgefahren. Nach 1972 war der "Fischboom" in der DDR vorbei - nicht nur Bücklinge waren zur Bückware geworden [de.wikipedia.org], [www.picclickimg.com]. Zum Jahresende gab es maximal noch die einheimischen Karpfen. Diese, die letzten Seefische und die wenigen Konserven konnten direkt per LKW verteilt werden. Für Fischfilet oder Fischstäbchen (ja, die gab es sogar einmal in der DDR) gab es in den 1980er Jahren als Ersatz Tiefkühl-Fischbuletten. Diese bestanden wohl aus irgendwelchen Fischresten (die DDR besaß ja weiterhin ihre nicht unbedingt kleine Fischfang- und Verarbeitungsflotte, deren zurückgehenden Fänge/Produkte allerdings fast ausschließlich nur noch gegen Devisen verkauft wurden) und wurden zunächst nur an Großküchen in Plastiksäcken geliefert. Später gab es die sogar manchmal im Einzelhandel - dann abgezählt in einer Papiertüte.


Viele Grüße vom
exElsterwerdaer

Matthias

Re: OT: Kein Fisch in der DDR??

geschrieben von: MD 612

Datum: 13.10.18 23:10

7904 schrieb:
Nach 1972 war der "Fischboom" in der DDR vorbei - nicht nur Bücklinge waren zur Bückware geworden. Zum Jahresende gab es maximal noch die einheimischen Karpfen.
Es gehört zwar nicht zum Thema, aber in welchem Kaff hast Du denn gewohnt?? Hier im Fischladen gab es bis zur Wende und immer noch bis heute (den Laden gibt es fast unverändert immer noch) ständig Hering, Sprotten, Kabeljau, Rotbarsch, Karpfen, Forelle und wie sie alle heißen, und das ganze immer frisch. Ob die in den 80ern noch mit der Bahn im Kühlwagen hier her kamen entzieht sich meiner Kenntnis. Es gab manches nicht oder nur selten, aber Fisch gab es immer, frisch ebenso wie geräuchert, genauso wie es richtige Fischstäbchen in der Kaufhalle gab. Vom in fast jeder vernünftigen Stadt vorhandenen "Gastmahl des Meeres" (für die Nichtkenner, eine Art "Fisch-Restaurantkette" in der DDR) mit seinen abwechslungsreichen Fischangeboten mal ganz zu schweigen. Von daher, bleibt doch einfach ein bisschen bei der Wahrheit.

Gruß Peter

Die Welt ist nicht schlechter geworden. Wir haben nur ein besseres Kommunikationsnetz.
Kin Hubbard (1868–1930), US-amerikanischer Humorist




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.10.18 23:16.

Re: OT: Kein Fisch in der DDR??

geschrieben von: 7904

Datum: 13.10.18 23:18

MD 612 schrieb:
Zitat:
Es gehört zwar nicht zum Thema, aber in welchem Kaff hast Du denn gewohnt??
Hallo Peter,

dreimal darfst Du raten ... . Schön, dass es in den Großstädten offensichtlich anders war. Allerdings gibt es dazu auch Gegenteiliges zu berichten [research.uni-leipzig.de].


Viele Grüße vom
exElsterwerdaer

Matthias



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.10.18 23:27.
...also, ich kann aus Jena (Großstadt) die Angaben des Kollegen 7904 exakt so bestätigen, allerdings war die Verteilung wohl extrem ungleichmäßig. Gefrorenes Fischfilet zum Bleistift, heute Massenware, hab ich zwischen Mitte der 70er und Wendezeit nicht mehr gefunden; vorher hatten wir das fast wöchentlich auf dem Tisch. "Normale" Konserven nahmen stetig ab, dafür nahm in den 80ern das Angebot von Delikat-Fischdosen ständig zu (in der normalen Kaufhalle, man musste dazu nicht in den Deli-Laden), und ab und an wanderte dann auch eine in den Einkaufskorb. Irgendwie kam ich Mitte der 80er in eine versteckt liegende, kleine HO-Kaufhalle weitab von meinem Wohngebiet (Jena war zu 90% Konsum-Revier) und fuhr ein Auge aus: Das Fischangebot dort (Normalpreis!!) hatte ich viele Jahre nicht mehr gesehen. Okay, also ca. jede zweite Woche mit dem Rad dorthin gefahren (5 km einfache Strecke) und eingekauft.

Oder: ich habe in Prora gedient (Ende 70er), Küste. Jede Woche kam die Fischereigenossenschaft mit dem Traktor und lieferte einen Hänger mit frischen Räucherwaren ab; das kam nicht bis ins Binnenland. Dazu kistenweise "überlagerte" Konserven in der Verpflegung (die DDR kannte nur ein Haltbarkeits-, kein Mindesthaltbarkeits-Datum; das hieß: um 1 Tag überschritten -> aus dem Handel ziehen, obwohl das Zeug natürlich noch nicht schlecht war, die Armee durfte es aufbrauchen). Da bekam man überhaupt erstmal mit, WAS hergestellt wurde, obwohl es im Handel nie auftauchte.

Ich sag nur: DDR-Handel und Fisch, völlig unkalkulierbar.

Gruß Thomas

Re: Es hat wohl jeder recht (Re: OT: Kein Fisch in der DDR??)

geschrieben von: Oscar

Datum: Gestern, 16:40:41

Das ist ja interessant hier, in Leipzig gäbe es auch frischen Fisch und Konserven. Aber Forellen, Hering und Sprotten waren Bückware. Jedenfalls in Gohlis.
Schade das es keinen Nachweis über den Transport von Fisch auf der Schiene gibt.Grüße
oscar

Re: Es hat wohl jeder recht (Re: OT: Kein Fisch in der DDR??)

geschrieben von: MD 612

Datum: Gestern, 17:02:58

Oscar schrieb:
Aber Forellen, Hering und Sprotten waren Bückware. Jedenfalls in Gohlis.
Aber nicht im Fischladen in der Lindenthaler Straße. Und das ist genau der, den es fast unverändert heute noch gibt. Zumindest vor etwa einem Jahr war ich noch dort.

Gruß Peter

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