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 04 - Historische Bahn 

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Achristo's Foto-Historama: Historische Beiträge mit Fotos und Texten aus der Welt der Privatbahnen, Werksbahnen, Feldbahnen, städtischen Verkehrsbetrieben und der DB.

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Heute gibt es im vierten und letzten Teil weitere Fotos der Sonderfahrt am 25. Februar 1978 zu sehen.

2161 Esslingen 25021978.jpg

In Scharnhausen Brücke hat hier der Sonderzug mit Tw 3 (und hinten Tw 4) einen Halt eingelegt, 25. Februar 1978. Da entdeckt man Gesichter, die man erst zu späterer Zeit persönlich kennengelernt hat.

2163 Esslingen 25021978.jpg

Die Sonderfahrt in der Ausweiche Scharnhausen Brücke (Körschtal).

2167 Esslingen 25021978.jpg

Tw 2 als Planzug in Neuhausen, 25. Februar 1978.

2168 Esslingen 25021978.jpg

Der Sonderzug mit Tw 3, 25. Februar 1978.

2169 Esslingen 25021978.jpg

Im Verkehrsgewühl von Nellingen, 25. Februar 1978.

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=213942

Tw 4 in der Endstelle in Denkendorf. Das Zielschild zeigt noch die alte Schreibweise von Esslingen.

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=213943

Tw 3 an der Einfahrt zum Depot in Nellingen, 25. Februar 1978.

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=213944

Tw 4 hat sein Ziel erreicht und rückt ins Depot Nellingen ein, und nur Tw 3 fährt weiter als Sonderwagen nach Esslingen, um die Verkehrsfreunde zum dortigen Bahnhof zu bringen, 25. Februar 1978.

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=213945

Abendstimmung in Esslingen - Tw 3 mit seinen beiden Beiwagen auf der Neckarbrücke, 25. Februar 1978.

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=213946

Mein ultimatives Abschiedsfoto von der END: Tw 12 um 18:05 Uhr in der Schleife am Esslinger Bahnhof.

**** Ende ****

Alle nicht anders gekennzeichneten Aufnahmen stammen von mir und unterliegen dem Urheberrecht
Andreas Christopher (Achristo) im Internet: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Übersicht Achristo's Foto-Historama: [www.achristo.homepage.t-online.de]

Wehmütige Bilder von der END

geschrieben von: Th.D.

Datum: 21.09.18 20:42

Hallo Andreas,
vielen Dank für die Bilderserie über diese einzigartige Überlandstraßenbahn, die leider den Gelenkbussen aus Stuttgart geopfert werden musste.

Ich denke, dass die Stillegung dieser Bahn aus heutiger Sichtweise ein Fehler gewesen ist. Die END als Bahnbetrieb hätte vermutlich auch noch heute eine Daseinberechtigung, wenn die damaligen Verantwortlichen mehr Zutrauen in die Bahn gehabt hätten.

Gruß
Th.
Hallo Th.D,

wie kommen Sie nur zu dieser Meinung?

Haben Sie jemals die Gelben aus Stuttgart auf den ehemaligen Schienenstrecken der END nach Neuhausen bzw. Denkendorf gesehen? Ich nicht - oder ich bin farbenblind.

Es waren nicht die 'Überlandbusse aus Stuttgart', die der END den Garaus gemacht haben. Im Gegenteil, wenige Jahre zuvor hat die SSB begonnen, an einzelnen Abschnitten die Einfach-Fahrleitung durch Hochkette zu ersetzen. Auch bestanden Überlegungen, die vorhandenen Fahrzeuge zu modernisieren, um sie für weitere Jahre einsatzfähig zu erhalten. Nicht zuletzt war nicht allzu lange vor der Stilllegung der neue Betriebsleiter bestellt worden, der diesen Job vielleicht nicht übernommen hätte, wenn er vom noch kurzen Leben seiner Bahn gewusst hätte.

Treibende Kraft für die Stilllegung war die Stadt Esslingen, namentlich vertreten durch den damaligen Oberbürgermeister Klapproth. Esslingen wollte hier seine Busse der Stadtwerke ins Geschäft bringen, was ja auch gelungen ist. Deren Gelenkbusse haben seitdem weitgehend die leistungen übernommen. Und gegen das Votum eines der Gesellschafte der END war halt kein Kraut gewachsen.

Auch das damalige Stadtoberhaupt der erst wenige Jahre zuvor geschaffenen Retortenstadt Ostfildern hatte wohl kein Interesse am Weiterbestehen der Bahn. Er war von außerhalb gekommen und hatte vorrangig andere Probleme zu lösen, z.B. das Zusammenwachsen der sehr unterschiedlichen Ortsteile.

Die SSB als Stuttgarter Unternehmen hatte natürlich auch kein großes Interesse, da die END an keiner Stelle Stuttgarter Stadtgebiet berührt.

Es wäre interessant, zu erfahren, wie die damaligen Protagonisten ihr Verhalten wohl heute beurteilen würden - wenn sie noch am Leben wären.

Abendliche Grüße

vom Stuttgarter Stäffelesrutscher

Helmut




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:09:22:09:57:37.

Re: Wehmütige Bilder von der END

geschrieben von: tram

Datum: 22.09.18 01:00

Stäffelesrutscher schrieb:
Hallo Th.D,

es waren nicht die Überlandbusse aus Stuttgart, die der END den Garaus gemacht haben. Im Gegenteil, wenige Jahre zuvor hat die SSB begonnen, an einzelnen Abschnitten die Einfach-Fahrleitung durch Hochkette zu ersetzen. Auch bestanden Überlegungen, die vorhandenen Fahrzeuge zu modernisieren, um sie für weitere Jahre einsatzfähig zu erhalten. Nicht zuletzt war nicht allzu lange vor der Stilllegung der neue Betriebsleiter bestellt worden, der diesen Job vielleicht nicht übernommen hätte, wenn er vom noch kurzen Leben seiner Bahn gewusst hätte.

Treibende Kraft für die Stilllegung war die Stadt Esslingen, namentlich vertreten durch den damaligen Oberbürgermeister Klapproth. Esslingen wollte hier seine Busse der Stadtwerke ins Geschäft bringen, was ja auch gelungen ist. Deren Gelenkbusse haben seitdem weitgehend die leistungen übernommen. Und gegen das Votum eines der Gesellschafte der END war halt kein Kraut gewachsen.

Auch das damalige Stadtoberhaupt der erst wenige Jahre zuvor geschaffenen Retortenstadt Ostfildern hatte wohl kein Interesse am Weiterbestehen der Bahn. Er war von außerhalb gekommen und hatte vorrangig andere Probleme zu lösen, z.B. das Zusammenwachsen der sehr unterschiedlichen Ortsteile.

Die SSB als Stuttgarter Unternehmen hatte natürlich auch kein großes Interesse, da die END an keiner Stelle Stuttgarter Stadtgebiet berührt.

Es wäre interessant, zu erfahren, wie die damaligen Protagonisten ihr Verhalten wohl heute beurteilen würden - wenn sie noch am Leben wären.

Abendliche Grüße

vom Stuttgarter Stäffelesrutscher

Helmut

Sehr wahr geschrieben! Meine volle Zustimmung. Pläne zum Erhalt gab es genügend. Leider gab es aber damals schon die "Ewig-Gestrigen" die niemals in die Zukunft blickten...

Noch Fragen Kienzle?

https://www.nomegatrucks.eu/deu/service/download/no-mega-trucks-logo.jpg

Re: Wehmütige Bilder von der END

geschrieben von: diema2054

Datum: 22.09.18 11:26

Auch meinerseits besten Dank für den wehmütigen Bericht einer END die ich ein paar Tage vor dem Ende als Knirps gerade auch noch besuchen konnte. Aus der Regio Zürich kannte ich eigenes Trassee für Strassenbahnen kaum. Umso unbegreiflicher war für mich diese Stillegung, doppelspuriges Eigentrassee, da hätte man sich in Zürich alle Finger einzeln abgeleckt - und da machte man sowas kaputt.
Nun ja etwas älter geworden realisierte man natürlich den unseligen Einfluss von der Politik mit den Eigenintressen der "Volksvertreter" denen das Gemeinwohl ja egal ist - ist ja vielleicht mit kleinen Nuancen überall auf der Welt so. Jedenfalls ein schöner Bericht mit tollen Erinnerungen.
Grüsse Heinz
Von Überlandbussen aus Stuttgart hat Th.D. aber nichts geschrieben, sondern Gelenkbusse aus Stuttgart.

Ich lese daraus, dass damit ein in Stuttgart ansässiger Hersteller dieser Busse gemeint ist.

Gruß aus Bremen
53° 4' 15" nördlicher Breite
8° 48' 15" östlicher Länge
http://www.nord-com.net/burtchen/Bremen_Wappen.jpg

Re: Wehmütige Bilder von der END

geschrieben von: Rüdiger Frey

Datum: 22.09.18 18:56

diema2054 schrieb:
Aus der Regio Zürich kannte ich eigenes Trassee für Strassenbahnen kaum. Umso unbegreiflicher war für mich diese Stillegung, doppelspuriges Eigentrassee, da hätte man sich in Zürich alle Finger einzeln abgeleckt - und da machte man sowas kaputt.
Schöne Erinnerung an die Abschiedsfahrt der Verkehrsfreunde Stuttgart e.V., welches meine erste und letzte Fahrt mit der END war.
Trotzdem muss ich etwas widersprechen. Von doppelspurigem Eigentrassee kann nicht gesprochen werden. Die Ausweichen ließen einen max. 24 min Takt zu den Endhaltestellen zu. Auch gab es einen erheblichen Inventionsrückstau. Nur ein Abschnitt nach Denkendorf erhielt eine neue Fahrleitung. Die zweite Neubauwagenserie wurde nie gebaut, geplante Gebrauchtkäufe aus Herford, Pforzheim, Reutlingen oder Hagen wurden letztlich dann auch nie getätigt.

Zum Verbleib der Wagen kommen mir immer mal wieder Fragen auf. Über Ergänzungen würde ich mich freuen

Tw 1: +1969
Tw 2: ? Stadt Ostfildern, ? SHB
Tw 3: ? Stadt Esslingen, ? Landesmuseum für Technik, Mannheim
Tw 4: 1978 SMS, ? SHB
Tw 5: 1978 SMS, ca. 1996 Verschrottung Schönau
Tw 6: 1978 SMS, 1981 Fahrzeugmuseum Marxzell, +?
Tw 7: +1974
TW 8: ? DSM, später HSM, +2012
Tw 9: Unfall 1978, 1978 SMS, Abbruch Aufbau ?, Untergestell Schönau +?
Tw 10: Unfall 1978, 1978 SMS, Abbruch Aufbau ?, Untergestell Schönau +?
Tw 11: 1978 SMS, ca. 1996 Verschrottung Schönau
Tw 12: 1982 Rittnerbahn
Tw 13: 1982 Rittnerbahn, 2012 SHB
Tw 20': 1965 SSB, +zwischen 1967 und 1969
Tw 20'': 1978 SMS, ca. 1996 privat Geilenkirchen-Gillrath

Bw 21: ? SHB
Bw 22: 1978 Stadt Esslingen, ? Landesmuseum für Technik, Mannheim
Bw 23: ? SHB
Bw 24: +1972
Bw 25: ? DSM, Hannover +?
Bw 26: 1978 SMS, ? Verschrottung Schönau
Bw 27: + 1972
Bw 28: +?
Bw 29: 1978 SMS, ? Verschrottung Schönau
Bw 30: 1978 SMS, ? Verschrottung Schönau
Bw 31: ? Reit- und Fahrverein Gärtringen, + 2012
Bw 32: +1972
Bw 33: +1971
Bw 34: +1973
Bw 35: 1978 SMS, ? Verschrottung Schönau
Bw 36: 1982 Rittnerbahn, +2009
Bw 37: 1982 Rittnerbahn, +2009
Bw 41: 1965 SSB, ? SHB

Re: Wehmütige Bilder von der END

geschrieben von: achristo

Datum: 23.09.18 10:41

Rüdiger Frey schrieb:
Trotzdem muss ich etwas widersprechen. Von doppelspurigem Eigentrassee kann nicht gesprochen werden. Die Ausweichen ließen einen max. 24 min Takt zu den Endhaltestellen zu. Auch gab es einen erheblichen Inventionsrückstau. Nur ein Abschnitt nach Denkendorf erhielt eine neue Fahrleitung. Die zweite Neubauwagenserie wurde nie gebaut, geplante Gebrauchtkäufe aus Herford, Pforzheim, Reutlingen oder Hagen wurden letztlich dann auch nie getätigt.

In der Jubiläumsbroschüre "50 Jahre Strassenbahn Esslingen Nellingen Denkendorf 1926-1976" wird das Für und Wider der Stilllegung recht gut dargestellt. Die END gehörte zu je einem Drittel der Stadt Esslingen, der SSB und den Fildergemeinden. Die Geschäftsführung der END sprach sich bereits 1972 für die Busumstellung aus, ein von der Stadt Esslingen 1973 eingeholtes Gutachten bestätigte diese Auffassung, da der Busverkehr wirtschaftlicher zu betreiben sei und die Orte besser erschließen könne. Die Fildergemeinden hielten hingegen an der umweltfreundlicheren Straßenbahn fest.

Die Ölkrise 1973/74 stoppte die Stilllegungspläne dann für einige Zeit. Aus Energiegründen schien es Anfang 1974 ratsam, den Schienenverkehr zumindest mittelfristig beizubehalten. Die Geschäftsführung der END plante zu dieser Zeit den Kauf gebrauchter Straßenbahnwagen und führte einige Investitionen bei der Infrastruktur (Fahrleitung, Gleise) aus.

In der Folgezeit zeigte sich, dass die durch die Ölkrise ausgelöste Wirtschaftskrise in der BRD relativ schnell überwunden werden konnte, so dass die Stilllegungspläne wieder aktuell wurden. Wegen der Gebietsreform konnte vor 1975 allerdings keine Entscheidung mehr getroffen werden. Anfang 1977 fiel dann die endgültige Entscheidung zur Stilllegung.

Meinung von Achristo: Wenn die Bahn heute noch existent wäre, würde man sie vermutlich nicht stilllegen aufgrund der Diesel- und Stickstoffproblematik. Damals war die Entscheidung aber wegen der erforderlichen hohen Investitionen bei einem Weiterbetrieb sicher richtig, denn mit den 50 Jahre alten Fahrzeugen und ohne Erneuerung der Gleisanlagen hätte man längerfristig keinen attraktiven Verkehr betreiben können.

Viele Grüße
Andreas

Alle nicht anders gekennzeichneten Aufnahmen stammen von mir und unterliegen dem Urheberrecht
Andreas Christopher (Achristo) im Internet: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Übersicht Achristo's Foto-Historama: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Dann wäre der heute schmerzlich vermisste Ring-Lückenschluss im Schienennetz im Südosten von Stuttgart bereits vorhanden!

Gruß, Fritz

Re: Wehmütige Bilder von der END

geschrieben von: Ulf Kutzner

Datum: 26.09.18 15:19

achristo schrieb:

> Meinung von Achristo: Wenn die Bahn heute noch
> existent wäre, würde man sie vermutlich nicht
> stilllegen aufgrund der Diesel- und
> Stickstoffproblematik. Damals war die Entscheidung
> aber wegen der erforderlichen hohen Investitionen
> bei einem Weiterbetrieb sicher richtig, denn mit
> den 50 Jahre alten Fahrzeugen und ohne Erneuerung
> der Gleisanlagen hätte man längerfristig keinen
> attraktiven Verkehr betreiben können.

Mit ganz ähnlichen Argumenten könntest
Du auch der Stillegung der Kieler Straßenbahn applaudieren,
wenn auch deren Triebwagen etwas frischer waren.