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Zugegeben ein etwas sperriger Titel. Mehr Zeichen gab die Themenzeile nicht frei. Außerdem handelt es sich um die DB-Ellok, nicht um die DR-Diesellok.

Zum Zeitpunkt meines Beitrages über die 110 365 fielen mir erstmals ein paar Loks der Baureihe 110 auf, bei denen der untere Haltegriff des UIC-Stirnwandaufstieges, der seit ca. 1978 bei fast allen Einheits-Elloks i. d. R. bei AW-Aufenthalten angebracht wurde, nicht der "Norm" entsprechend in der Lage angebracht war. Davon hatten 2 Loks einen etwas höher als "normal" angebrachten Haltegriff, der Rest einen waagerecht angebrachten Haltegriff. Zur Veranschaulichung von jeder der 10+1 Loks, die ich gefunden habe (kein Anspruch auf Vollständigkeit), jeweils ein Bild.

Alleine bei der Baureihe 112 (später 113) habe ich 4 Exemplare entdeckt, die allesamt statt mit einem senkrecht mit einem waagerecht angebrachten unteren Haltegriff daherkamen. Warum das gerade bei den schnellen Bügelfalten mit Henschel-Drehgestellen so "gehäuft" auftrat (oder wieso es überhaupt Abweichungen gab), ist mir nicht bekannt. Vielleicht hat ja auch Jemand Ergänzungen oder kann über weitere Loks berichten (z. B. bei 218 402 und 435 war es der obere Haltegriff).

Dank der Ergänzungen von Ulrich Budde habe ich meine dadurch aufgefundenen Bilder in einem weiteren Beitrag zu diesem Thema eingestellt (Teil II). Dadurch wird dieser Beitrag nachträglich zu Teil I.


(01) Ausgerechnet bei 113 266 fehlen diese Schnellfahr-Drehgestelle, als sie neben 110 139 im AW Opladen "ausgestellt" wurde. Durch die ungewohnte Farbsättigung (auch Nobbicolor genannt) sieht man an 110 139 kaum, wie der Griff "richtig" hätte angebracht werden müssen. Dafür hat diese aber einen im Gegensatz zu 113 266 unlackierten Trittrost, der bei letzterer außerdem nur etwa halb so breit ist (wäre vielleicht noch ein Extra-Thema wert):

http://www.lokfotos.de/fotos/1991/0217/11803.jpg


(02) Von 112 268 in rot/beige gibt es an zehnter Stelle in diesem Beitrag bereits ein Bild. Bei dem nächsten Bild zusammen mit 111 028 in orientrot, von der Donnersberger Brücke in München fotografiert, kann man vielleicht erkennen, wie schmal der Trittrost links unterhalb (in Fahrtrichtung gesehen) des unteren waagerechten Haltegriffes ist:

http://www.lokfotos.de/fotos/1996/0804/28893.jpg


(03) 112 270 gehört eigentlich nicht in diese Reihe, aber die unlackierten (verchromten?) Griffe sind mir sonst nicht aufgefallen und bei dieser Lok auch erst in verkehrsrot vorhanden gewesen. Mit dieser Besonderheit wurde sie 2004 bei Steil im Trierer Hafen verschrottet (dahinter 110 174):

http://www.lokfotos.de/fotos/2004/0403/d0170.jpg


(04) Auch 112 309 besitzt einen schmalen Trittrost über dem jeweils rechten Puffer. Neben dem waagerechten unteren Griff scheint auch der obere Griff kleiner und "runder" als normal zu sein, hier in Donauwörth:

http://www.lokfotos.de/fotos/1996/0603/28244.jpg


(05) 113 310 war insgesamt die letzte 112, die ich erst 1997 erwischt habe. Hier läuft sie mit IR 2064 in Landshut Hbf ein, mit waagerechtem Griff ziemlich komplett über dem schmalen Trittrost:

http://www.lokfotos.de/fotos/1997/0924/34869.jpg


(06) Mit der Ordnungsnummer 326 folgt nun die erste 110 mit waagerechtem unteren Griff in Köln Hbf. Der Trittrost scheint auch bei dieser Lok schmal zu sein:

http://www.lokfotos.de/fotos/1997/1018/35532.jpg


(07) In der Höhe mag es Unterschiede im mm-Bereich gegeben haben, aber gerade bei den nächsten beiden 110ern fällt dies wegen der nicht in etwa mittig durch den unteren Haltegriff gehenden Farbtrennkante zwischen ozeanblau und beige auf. Von 110 365 habe ich ja schon bericht (s. o.). Hier ein weiteres Bild der Lok im Bw Braunschweig:

http://www.lokfotos.de/fotos/1996/1019/30014.jpg


(08) Direkt die nächste Lok, 110 366, weist auch diese Besonderheit in der Höhenlage des senkrecht angebrachten unteren Haltegriffes auf. Bei dem vierten Bild in diesem Beitrag habe ich bereits darauf hingewiesen, deshalb hier ein anderes Bild der Lok in Osnabrück Hbf:

http://www.lokfotos.de/fotos/2000/0622/51313.jpg


(09) Leicht verbeult und mit waagerechtem unteren Haltegriff präsentiert sich 110 414 in der Spätwintersonne in Koblenz Hbf (irgendwann war die Lok hier schon mal Thema wegen des "Nupsis" vorne über der Betriebsnummer):

http://www.lokfotos.de/fotos/1995/0311/20979.jpg


(10) 110 421 habe ich nur ein einziges Mal erwischt, ohne Regenrinne über Führerstand 1, dafür aber mit waagerechtem unteren Haltegriff und anscheinend schmalem Trittrost in Münster Hbf:

http://www.lokfotos.de/fotos/1992/0709/16666.jpg


(11) 110 445 wies in ozeanblau-beige auch dieses "Nupsi" auf, wohingegen sie in verkehrsrot nicht mehr über einen, wie hier im Bw Hagen-Eckesey, waagerecht angebrachen unteren Haltegriff mit schmalem Trittrost verfügte, sondern in die "Normalausführung" zurückgebaut wurde:

http://www.lokfotos.de/fotos/1996/0405/25381.jpg

Irgendwie habe ich abschließend den Verdacht, dass der waagerecht angebrachte untere Haltegriff etwas mit dem ebenfalls verbauten schmalen Trittrost zu tun haben könnte?!

Nobbis Lokfotos
http://www.lokfotos.de/br.gif
Nach 5 Jahren aktualisiert: Meine HiFo-Beiträge




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:08:31:09:53:41.
Die UIC-Dosen wurden erst Mitte der 70er Jahre installiert. Erst ohne irgendwelche Aufstieggeholfen. Man musste dann von der Aufstiegsleiter zum Führerstand rumbalancieren bis zur Stirnseite zum Kuppeln. Einige Loks wurden dann versuchsweise mit verschiedenen Aufstiesmöglichkeiten ausgerüstet. Daher die bei einigen Loks anders angebrachten Griffe.
Hallo Nobbi,

ich bedanke mich bei Dir für Deinen Beitrag über die speziellen Positionsunterschiede der UIC-Stirnwandaufstiegshaltegriffe bei den Loks der Baureihen E 10.3 und E 10.12. Ich selbst muss zugeben, dass mir die von Dir genannten Merkmale vor vielen, vielen Jahren leider nie sonderlich aufgefallen sind.

Deswegen ist es gut, dass einige beherzte Eisenbahnfreunde – wie Du - sich mit diesen damaligen „Alltagsmaschinen“ näher beschäftigt haben und diese Unterschiede dokumentieren konnten.

An Deiner Bilderserie finde auch interessant, dass die Reihe E 10.12 im Betriebsendzustand zeigt. Man kann sich kaum vorstellen, dass diese verkehrsrot lackierten Fahrzeuge mit den weißen Warnbalken an den Vorderseiten mal zu den „Paradepferden“ der Deutschen Bundesbahn zählten. Wovon mir persönlich die zwischen 62/63 ausgelieferte E 10.12 Serie mit den Ordnungsnummern 1265 bis 1270 optisch besonders zusagt, weil diese an den Stirnseiten weder Aufstiegshilfen noch Umlaufstangen besaß und dadurch die Stromlinienform unverfälscht zur Geltung kam.

Waren die zwei Jahre später ausgelieferten Exemplare der Baureihe E 03 eigentlich schöner?


Viele Grüße,
Marc

Hallo Norbert,
wie Du Dir denken kannst, hat mich dieser Beitrag besonders interessiert. Vielen Dank für die Aufbereitung dieses in der Tat etwas speziellen Themas.

Ich habe natürlich gleich nachgesehen, ob die von Dir genannten Maschinen bereits alle auf meiner Seite bei den Bauartunterschieden erfasst sind – und puh, Glück gehabt, die kannte ich auch. Sogar noch ein paar mehr, nämlich
110 352, 375, 392 und 401, sowie
112 270, 489, 493, 495, 496, 500 (und die späteren 113/114/110 mit gleicher Betriebsnummer, außer 270).

Ein ganz besonderer Vogel war die 112 270. Und über die habe ich hier Neues gelernt.

Nach der Erstausrüstung mit UIC-Steckdose besaß die Lok zunächst einen horizontalen unteren Haltegriff, und zwar sowohl vorne als auch hinten:

http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diverses/b01-112_270.jpg
Bild 1
112 270-4 mit E2308 in Oberhausen Hbf am 25.02.1978.

Ein vergrößerter Ausschnitt lässt es besser erkennen:

http://www.bundesbahnzeit.de/dso/Diverses/b01-112_270_Aus.jpg


Aber schon meine nächste Aufnahme dieser Maschine zeigt die Lok mit vertikalem unten Haltegriff, damals allerdings noch rot lackiert:

http://www.bundesbahnzeit.de/bauartunterschiede/Baureihe%20112/jpg-Bilder/b57-112%20270.jpg?=1397386751
Bild 2
112 270-4 mit IC10517, Vorzug zu IC517 "Kurpfalz", Kalkum, 23.04.84 (Bild aus der Bundesbahnzeit)

Dass die 270 als verkehrsrote Lok verchromte Griffe hatte, ist ein wirklich bemerkenswertes Detail, das mit bisher unbekannt war.

Das gilt auch für die Höhenlage des unteren Griffs bei 110 365 und 366 und die unterschiedliche Größe des Auftritts – Merkmale, die ich jetzt aber nicht für meine Seite übernehmen werde. Hier nur noch abschließend die Direkt-Links dorthin

Bauartunterschiede Baureihe 110

Bauartunterschiede Baureihe 112

Einen schönen Tag noch,
Ulrich B.


Re: zu 110 365 (m. L. z. B.)

geschrieben von: Nobbi

Datum: 16.09.18 19:07

Für alle Benutzer, die diesen Beitrag abonniert haben, aber auch für die, die "Neueste nach oben EIN" benutzen, möchte ich mich selbst zitieren, um ein paar Ergänzungen zu dem Aussehen von 110 365 nachzutragen, die allesamt bereits im HiFo nachzulesen sind. Es tauchen auch aktuell wieder Bilder von 110 365 auf: [www.drehscheibe-online.de]

Nobbi schrieb:
(07) In der Höhe mag es Unterschiede im mm-Bereich gegeben haben, aber gerade bei den nächsten beiden 110ern fällt dies wegen der nicht in etwa mittig durch den unteren Haltegriff gehenden Farbtrennkante zwischen ozeanblau und beige auf.
[www.drehscheibe-online.de]
[www.drehscheibe-online.de]
[www.drehscheibe-online.de]

Daraus ergibt sich für 110 365 mit ziemlicher Sicherheit:
U2.9 MF März 1973 bis U3 April 1983: Warndreiecke*
U2 Opl März 1976: Entfall der Schürzen und Pufferverkleidungen
Zwischen April und Oktober 1982: Stirnwandaufstieg wurde angebracht; Trittroste und Handumläufe bleiben bis zur U3 April 1983 erhalten

Aufgrund des Belassens der kompletten Trittroste (also auch über dem jeweils rechten Puffer, was sonst nur vom "Freimann-Aufstieg" bekannt ist = waagerechter unterer Griff auf Trittrostkante aufgeschweißt) wurde der untere Haltegriff des UIC-Stirnwandaufstieges unmittelbar oberhalb des Trittrostes auf dem Führerstand angebracht, daher die Abweichung in der Höhe.

*Eine Unklarheit gibt es noch bzgl. der Warndreiecke: Frank Stephani berichtet, dass er die Lok 1982 im AW Opladen noch in blau, aber bereits ohne Warndreiecke fotografiert habe. Das ist aber bisher nicht belegt worden.

Nobbi schrieb:
(08) Direkt die nächste Lok, 110 366, weist auch diese Besonderheit in der Höhenlage des senkrecht angebrachten unteren Haltegriffes auf.
Warum das bei 110 366 genauso aussah, kann durch 110 365 nicht erklärt werden. Ein Foto zeigt die Lok im August 1982 in blau noch ohne Stirnwandaufstieg: [einheitsloks.startbilder.de] Im November 1982 wurde die Lok ozeanblau-beige. Wenn die Anbringung des unteren Haltegriffes analog 110 365 erfolgte (also noch in blau unter Belassung der Trittroste), kommt ein sehr kurzer Zeitraum von August bis November 1982 in Betracht. Bei 110 365 waren es allerdings vom Anbringen des Stirnwandaufstieges bis zur Umlackierung auch nur rund 6 Monate.

Nobbis Lokfotos
http://www.lokfotos.de/br.gif
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