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 04 - Historische Bahn 

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Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
Wer kennt sie noch, die runden ViewMaster-Scheiben? 1939 entwickelt, erlebten die Scheiben mit den zweiäugigen 3-D-Betrachtern nach dem Krieg bis in die siebziger Jahre ihre Blütezeit. Unzählige Städte-, Landschafts-, Tier- bis hin zu wissenschaftlichen Bildserien – heute teilweise wertvolle Zeitdokumente – wurden hergestellt. Später wurde das System immer mehr für Film-, Disney-Comic- und Märchenserien "missbraucht" und wurde zuletzt noch von Fisher-Price mit unsäglichen Kinderbildserien angeboten.

In den fünfziger Jahren wurde von Sawyer‘s ein komplettes Programm für Photografen angeboten, bestehend aus einer Zweiobjektiv-Kamera für 35 mm-Diafilm, einer Stanze, um die kleinen Dias auf das exakte Format für die Scheiben zu stanzen, Leerscheiben, Bildbetrachter bis hin zu soliden luxuriös ausgestatteten batteriebeleuchteten Ausführungen und letztendlich einem hochprofessionellen Projektor. Der Projektor projiziert beide Bilder mit unterschiedlich polarisiertem Licht auf eine Silberleinwand und mit einer entsprechend gewinkelten Polarisationsbrille ist das räumliche Bild zu betrachten. Genau dieses Prinzip wird heute noch in den 3D-Kinos angewendet – also nichts neues!

Ich habe die Kamera auf vielen Eisenbahn-Touren dabeigehabt – was meint ihr, wie die DDR-Grenzorgane das Ding gemustert haben? (obwohl es auch ein entsprechendes russisches 3D-System gab). Es ist immer wieder eine Freude, die Bilder auf die Silberleinwand zu projizieren. Beim Betrachten scheint es geradezu, als wäre die Leinwand ein Fenster, hinter dem sich das "wirkliche Leben" abspielt.

Ich habe diese Bilder für Kreuzblick-Stereobetrachtung angelegt, also ohne zusätzlich erforderliche technische Ausstattung... – aber es erfordert ein wenig Übung!... – Auf geht's, zurückgelehnt und mindestens 60 cm Abstand zum Bildschirm – je nach Monitorgröße (Smartphone ist leider etwas zu klein) – und jetzt wird langsam immer stärker geschielt, genauso viel, dass exakt erstmal drei unscharfe Bilder sichtbar werden. Nun fixieren wir auf dem mittleren Bild einen Punkt und versuchen ihn scharfzustellen. Nur das mittlere Bild interessiert uns, KEIN ANDERES. Und denkt daran: Kopf gerade halten – sonst gibt es Kopfschmerzen. Böse Zungen behaupten immer noch, dass die Betrachtung eh' nur nach Alkoholgenuss funktioniert, dann allerdings wirklich mit nachfolgenden Kopfschmerzen.

Das Scannen der Bildscheiben mit den extrem kleinen knochenharten Kodachrome 25-Dias und die weitere Bearbeitung ist sehr mühselig und letztendlich nur auf einem hochwertigen Scanner möglich, der die unverzichtbare 16 Bit Datentiefe liefert. Ich versuche z.Zt. noch, das Verfahren zu Verbessern und zu Vereinfachen und warte auf die endgültige technische Lösung der Unterhaltungsindustrie zur 3D-Darstellung...



Am 30. Juli 1975 besuchte ich das Heizhaus der Graz-Köflacher-Eisenbahn in Graz. Auf dem Foto ist das Triebwerk der 56 3249 zu sehen.

https://img.fotocommunity.com/etwas-fuer-spezialisten-graz-i-332a71a9-1832-4f70-8d92-440c30850f61.jpg?width=1000


Im September 1977 war ich mit der zweiäugigen ViewMaster-Kamera in Vordernberg/Österreich unterwegs!

https://img.fotocommunity.com/alte-technik-10696d98-38ce-477f-b09d-19d4d87daa86.jpg?width=1000


Anscheinend war "deutsche Kohle" nicht erst wie heute z.B. in Form von EU-Rettungsfallschirmen etc. bei südeuropäischen Ländern beliebt!
Jedenfalls hatte man, nachdem die Dampflokeinsätze Norditaliens in Novara, Domodossola und Como beendet waren, die restliche gute deutsche Steinkohle
in die Toscana zum Deposito Pisa gebracht. Dort standen am 12. April 1976 allerdings auch nur zwei Lokomotiven, wie z.B. die im Bild sichtbare 740,
mit ein paar Atü im Kessel als Reserve herum...

https://img.fotocommunity.com/carbone-tedesco-cea7487d-9b69-4351-b42d-c314f3226c17.jpg?width=1000


Am 27. Juli 1975 war eine Fahrt wegen der Vielfältigkeit des Fahrzeugparks auf der Linzer Lokalbahn hochinteressant, hier ein Schuss aus dem letzten Wagen...

https://img.fotocommunity.com/nebenbahnidylle-deccc1f2-3d26-4073-9106-8d02b077cf27.jpg?width=1000



Viele Grüße
Wizard


Wahnsinn!

geschrieben von: tram

Datum: 12.07.18 02:00

Funktioniert schon nach kurzer Übung!
Wenn die Augen mal die Stellung haben fixieren sie unbewusst von alleine und man kann in Ruhe alle Bereiche des Bildes studieren.

Vielen Dank!

Noch Fragen Kienzle?

https://www.nomegatrucks.eu/deu/service/download/no-mega-trucks-logo.jpg

Sehr gut

geschrieben von: Roststab

Datum: 12.07.18 11:04

Mit etwas Übung und wer die Technik beherrscht...

Geschmunzelt habe ich über die "deutsche Kohle".
Muss dabei immer an meine Oma denken, wenn wir als Kinder spaßeshalber geschielt haben: "Junge lot dat, diene Ogen blievt stan!" ... ;-)

Sehr witzig...

geschrieben von: bauplan

Datum: 12.07.18 19:06

... und ein ungewöhnlicher Effekt.
Bitte mehr davon!

Jan

Der Hammer!

geschrieben von: didi1

Datum: 12.07.18 19:57

Klasse Bilder, toller Effekt - vielen Dank!

Viele Grüße
Dieter

? Scanner für Koakchrome 25 Filme ?

geschrieben von: Walzer, Hans-Ulrich

Datum: 17.07.18 18:13

welchen Scanner benötigt man für Kodachrome 25 Filme ?

Re: Toll. Einfach cool würden meine Enkel sagen

geschrieben von: VTG

Datum: 17.07.18 23:10

aber ohne Brille funktionierte das früher besser

Re: ? Scanner für Koakchrome 25 Filme ?

geschrieben von: Wizard of Oz

Datum: 14.09.18 01:03

Also für die harten Kodachrome 25/64-Filme ist der leider nicht mehr hergestellte Nikon Super Coolscan 4000 die erste Wahl. In Verbindung mit nachträglicher Bildbearbeitung in Photoshop bekommt man hervorragende Ergebnisse...

Viele Grüße
Wizard

Re: ? Scanner für Koakchrome 25 Filme ?

geschrieben von: Karolingerheinz

Datum: 14.09.18 13:25

Hallo,

eine weitaus bessere weil auch schnellere Methode Kodachrome-Filme zu digitalisieren ist,
eine qualitativ gute Digitalkamera plus einem sehr guten Macroobjektiv vornedran zu verwenden.
Das Dia wird entweder formatfüllend im Abbildungsmaßstab 1:1 oder mit einem kleinen Rand
abfotographiert und kann dann weiterverarbeitet werden.

Bei einem Macroobjektiv hat man im Gegensatz zum Filmscanner noch den Vorteil, daß
man dort die für das Objektiv optimale Blende, meist Blendenwerte zwischen 5,6 und 8,
einstellen und auch eine gewisse Tiefenschärfe nach dem Scharfstellen ausnützen kann.

Bei aktuellen Digitalkameras ist der Belichtungsspielraum des Sensors recht groß und bei
manchen Fuji-X-Kameras ist es möglich, auch noch unter diversen Filmsimulationen zu wählen.

Bei den sicher guten Nikon-Scannern hat man das Problem, daß die mit den heute gängigen
Windows-Programmen nicht mehr funktionieren.

Im Netz gibt es zahlreiche Beschreibungen wie man nach der oben angesprochenen Methode ganz
allgemein Dias, S/W-Filme und auch Farbnegativfilme digitalisiert.

Und noch was zu dem "alten" Agfachrome 1000RS.
Ich verwendete damals das Pendant dazu, den Agfa Farbnegativfilm mit 1000ASA als Rollfilm.

Tatsächlich war dessen Empfindlichkeit nur rund 800 ASA und so habe ich ihn eben bei der
Entwicklung auf 1000 ASA gepuscht, geeignete Entwickler dafür gab es ja.

Sollte ein noch vorhandener Agfachrome 1000RS heute belichtet werden würde ich einige Bilder
opfern und eine Belichtungsreihe machen.
Daß der Film nach so langer Zeit trotzdem Farbverschiebungen aufweist dürfte klar sein.

Herzliche Grüße

Karl Heinz