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 04 - Historische Bahn 

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Ich muss mich gerade wieder mal sehr aufregen.....

Das "Mahnmal" zum (zumindest in diesem totalen Maße) sinnlosen Abriss der Berliner Kopfbahnhöfe, der Portikus des Anhalter Bahnhofs "verschwindet" vielleicht schon bald in einem Museumsneubau, den man - entgegen der aktuellen Bebauungspläne - unmittelbar hinter dem Gebäuderest plazieren will. Wie auch immer ein Entwurf hierzu aussehen würde, er wird der Funktion des letzten Restes Berliner Kopfbahnhof-Geschichte sicherlich nicht gerecht.


Mein Kommentar im Bericht dazu:

Berlin war mal eine in Europa einzigartige Eisenbahn-Metropole mit grandiosen, architektonischen Bahngebäuden. In "blinder Zerstörungswut" ist fast jedes Relikt dieser prägenden Zeit nach dem Krieg und bis heute aus dem Bewußtsein getilgt worden.
Hierfür ist der Portikus des Anhalter ein stummer Zeuge, der sowohl ein wenig der filigranen, beeindruckenden Bausubstanz dokumentiert, gleichzeitig aber auch ein Mahnmal für dessen Zerstörung ist. Diesen letzten Rest von Anhalter (u.stellvertretend Lehrter, Görlitzer, Stettiner Bhf) nun in einen angrenzenden Neubau zu "verwursteln", halte ich für eine weitere, unverantwortbare Entscheidung, Berliner Geschichte einerseits auszuradieren, andererseits disneyartig und milliadenschwer zu rekonstruieren. Sehr schlüssiges Konzept.
Nix gegen das geplante Museum, aber an dieser Stelle braucht die Berliner Eisenbahngeschichte ihr Exil!


Sicherlich werden einige dagegen argumentieren, das der jetztige Zustand auch nicht die beste Lösung ist. OK, mit befestigtem Boden und evt. einer Schautafel-Ausstellung zum Thema Berliner Bahnhofe könnte man das Ganze aufwerten. Aber ansonsten: Nur das fragmentartige des Baurestes dokumentiert das ganze Drama, das dahinter steht. Ein "Intergrieren" in einen Neubau, oder einen dahinterstehenden Klotz fände ich unakzeptabel. Die Gedächtniskirche, vom gleichen Achitekten entworfen, ist ja auch schon nur noch ein Legosteinchen hinter den dahinter dominierenden Hoteltürmen und hat damit auch viel ihrer Mahnmal-Präsenz verloren


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Sollte das allerdings das Modell zum Neubau sein, dann würde ich meine Kritik zurücknehmen......

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Bernd Mühlstraßer

Ein paar VIDEOS der BAUREIHE E69 - hier:

[www.youtube.com]

oder wie wär´s mit der E69-Facebook-Seite unter dem Suchbegriff: Die Baureihe E69




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.07.18 13:34.
Kann dem nur zustimmen, in Wien haben wir ebenfalls sämtliche historische Kopfbahnhöfe sang und klanglos verloren, nur der Westbahnhof als 50er Jahre Bau ist erhalten.

Wien

geschrieben von: Klosterwappen

Datum: 09.07.18 15:09

Und den unter dem Rechenzentrum einer Bank verborgenen Franz Josef Bahnhof bitte nicht zu vergessen.

Re: Wien

geschrieben von: Türen schließen selbsttätig

Datum: 09.07.18 16:41

Klosterwappen schrieb:
Und den unter dem Rechenzentrum einer Bank verborgenen Franz Josef Bahnhof bitte nicht zu vergessen.
Wo siehst Du den? Da befindet sich eine Bahnstation dieses Namens, aber eines ist dort sicher nicht unter dem Neubau verborgen, nämlich der alte Franz-Josefs-Bahnhof. Der ist vor Errichtung des Neubaus den Weg alles Irdischen gegangen....

Beste Grüße, Tss

Re: Wien

geschrieben von: Jörg Schwabel

Datum: 09.07.18 16:41

Klosterwappen schrieb:
Und den unter dem Rechenzentrum einer Bank verborgenen Franz Josef Bahnhof bitte nicht zu vergessen.
... der aber seit dem Neubau des Rechenzentrums auch nichts mehr vom historischen "Kaiser" Franz-Josephs Bahnhof enthält - außer dem Platz, an dem er steht.

"Ohne Skepsis und Zweifel würden wir heute noch glauben, die Erde wäre eine Scheibe".
"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

(Immanuel Kant)
Bernd Mühlstraßer schrieb:
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Ich muss mich gerade wieder mal sehr aufregen.....

Wie auch immer ein Entwurf hierzu aussehen würde, er wird der Funktion des letzten Restes Berliner Kopfbahnhof-Geschichte sicherlich nicht gerecht.
Gemach, gemach...... Kein Grund zum Aufregen! Zum einen mag Dein Postulat "Wie auch immer..." ja Deine persönliche Meinung spiegeln und in diesem Sinne natürlich auch unwidersprochen bleiben. Das untersteht niemands Kritik. Objektiv betrachtet ist das aber doch von einem apodiktischen Anspruch gezeichnet, den ich so nicht stehen lassen möchte. Du weisst überhaupt noch nicht, was da vorgeschlagen werden könnte, bist aber auf jeden Fall schon mal dagegen. Der Tagesspiegel schreibt doch, dass es einen Architektenwettbewerb geben wird - wart's doch erstmal ab, was da kommt! Du darfst sicher sein: es gibt in Berlin eine durchsetzungsstarke Denkmalbehörde, die sich nicht mit irgendwelchen Drittklassigkeiten in Kombination mit inakzeptablen Einschränkungen der Denkmalqualität abspeisen lässt. Unter anderem deswegen sind in Berlin jede Menge Denkmale mit Eisenbahnbezug vorhanden, von deren Qualität man anderswo nur träumen kann - ich erinnere an Hunderte von solchen eingetragenen Denkmalen allein im S-Bahnbereich oder auch an so etwas wie die Yorckbrücken, etwas, was in Frankfurt, Hamburg oder München nie und nimmer überlebt hätte, sondern einfach zusammengekloppt worden wäre.

Wenn Du allerdings einen Anspruch formulieren möchtest, der praktisch jede Stadtentwicklung im Umkreis von ??? um das Denkmal unmöglich macht, dann sage ich: das kann nicht sein! GERADE das Exil-Museum lässt doch in hervorragender Weise zu, Beziehungen zwischen dem letzten Rest des Bahnhofs und einem neuen Museum herzustellen, die bei diesem Thema nun wirklich offensichtlich im Raum stehen. Und diese Beziehung wird dann auch dazu führen, dass das Denkmal "Bahnhofsportikus" von weit mehr Menschen als bisher bewusst wahrgenommen wird. Meine Vision wäre: integriert den Portikus als Eingangssituation in das neue Museum. Aber da freue ich mich erstmal gespannt auf die Architektenentwürfe.

Die heutige Situation kann man sicher nur aus der Ferne so verklärt sehen; Realität ist nämlich das Gegenteil: an den Mauerresten heben die Hunde ihr Bein - und verrichten, wie auch diverse Zweibeiner, gerne ihre sonstigen Geschäfte. Bei bestimmten Zweibeinern ist die Ödnis auch ein gern zum Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz genutzter Ort - und so weiter. Allesamt Dinge, die deutlich darauf hinweisen, dass das eben alles andere als ein würdevoller Ort im Sinne der Erinnerungskultur ist, sondern ein wahrer Un-Ort.

Freuen wir uns, dass er jetzt im kulturellen und urbanen Sinne endlich in Wert gesetzt werden soll!!

Gruß Tss
Danke für die Worte. Ich dachte, ich hätte einen anderen Artikel gelesen. Von der weiteren Verwendung des Portikus stand ja nichts drin. Und wer das Ding alleine stehen haben möchte, der kann sich bei "Stadt im Modell" das Teil auch in 1:160 bestellen.

Gruß
9
Türen schließen selbsttätig schrieb:
Bernd Mühlstraßer schrieb:
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Ich muss mich gerade wieder mal sehr aufregen.....

Wie auch immer ein Entwurf hierzu aussehen würde, er wird der Funktion des letzten Restes Berliner Kopfbahnhof-Geschichte sicherlich nicht gerecht.
Architektenwettbewerb geben wird - wart's doch erstmal ab, was da kommt! Du darfst sicher sein: es gibt in Berlin eine durchsetzungsstarke Denkmalbehörde, die sich nicht mit irgendwelchen Drittklassigkeiten in Kombination mit inakzeptablen Einschränkungen der Denkmalqualität abspeisen lässt. Unter anderem deswegen sind in
Na ja - die durchsetzungsstarke Denkmalbehörde hat es nicht vermocht, 2006 den Abriss des "Palasts der Republik" zu verhindern. Ich habe mit der DDR, ihren Organisationen und ihrer Ideologie nicht das Geringste am Hut - dennoch hatte dieser Bau geschichtlich eine so große Bedeutung, das er hätte erhalten werden sollen, wie wohl auch verschiedene Gutachten aussagten.

Und generell sind die Erfahrungen mit deutschem Denkmalschutz, gerade was Bahnbauwerke angeht, zumindest zweifelhaft...

Gruß
Jörn.

Die andere Sicht der Dinge.....

geschrieben von: Bernd Mühlstraßer

Datum: 09.07.18 20:58

Hey tss, hallo 9. Bauserie,

vielen Dank für Eure Beiträge, die nun also genau eine andere Sicht der Dinge auf die Vorschläge rund um den Askanischen Platz zeigen.

Ich finde so etwas immer sehr interessant und das löst in meinem Kopf natürlich sofort das "Kontrollprogramm" zum Gegencheck der eigenen Positionen aus.

Aber bevor ich dazu komme, drängt es mich vor allem dazu, den von tss so in den Zwischentönen angeklungenen "Vorwurf", ich würde das aus Sicht des alles Jubeljahre mal vorbeischauenden Touristen beurteilen. Ich weiß ja nicht wo Du wohnst oder arbeitest, aber wenn du nicht gerade beim Tagesspiegel oder im Mövenpick arbeitest, dann dürfte ich vermutlich gewonnen haben: Ich bin so ca. 100 Tage im Jahr genau da, ich hab das Gelände zwischen Stresemannstraße und Landwehrkanal genau im Blick....

Widerspruch regt sich doch in erheblichem Maße, wenn Du schreibst, dass der Berliner Denkmalschutz so wach- und aufmerksam wäre. Wir brauchen jetzt nicht von den Einschätzungen diese Behörde in der Frage der Abbruchmaßnahmen in den 50ern diskutieren, das ist eine andere Zeit. Aber auch heute sehe ich bei der Durchsetzung von vielen Denkmalssachen keinerlei Rückgrat gegenüber Investoren oder städtischen "Anliegen". Wurde nicht gerade im letzten Jahr ein Stellwerk am Ostkreuz mal so über Nacht vom Bagger abgeräumt. Läßt man nicht seit Jahren den Pankower Lokschuppen einfallen und gibt den Rummelsburger gerade "auf". Hat man nicht erst kürzlich die prägende Signalbrücke in Tempelhof klaglos abbauen lassen und mit der "Schädung" des quasi letzten Baurelikts im Bereich des Stettiner Bahnhofs (Stellwerk Ntw) ebenso gesündigt, wie mit dem Abriss des letzten Stellwerks im Gleisvorfeld vom Anhalter Güterbahnhof?

Ohne Bahnbezug habe ich daneben erst kürzlich die Bankrotterklärung des Denkmalschutzamtes am Gloriapalast (Ku-Damm) und zumindest zweifelhafte Postitionen bei den Kudamm-Bühnen mitbekommen. Altsünden sehe ich außerdem z.B. mit dem Abriss des "Ahornblattes", auch beim Palast der Republik als Zeugnis der neuen deutschen Geschichte, habe ich Bauchschmerzen.

Aber Du hast auch recht: Die Yorckbrücken haben noch einen ganz guten Stand und wirklich ausgezeichnet arbeitet das Amt vor allem im Bereich der U-Bahn-Historie. Hier ist ja wirklich jeder zweite U-Bahnhof, egal aus welcher Bauepoche, auf der Denkmalliste.

Aber gut - all das sind Dinge, die man so und so betrachten kann. Letztlich den Mittelweg zwischen Bewahren und Entwickeln zu finden, ist immer auch eine große und zwiespältige Abwägung.

Zurück aber zum Portikus: Ich gebe Euch beiden soweit recht, dass ich sehr schnell bis vorschnell Position bezogen habe. Wie ihr richtig erwähnt, gibt es ja bislang noch keinerlei konkrete Planung ober die exaten Ausmaße/Standort des Museumsbaus, bzw. ob er an/ins Portal gebaut werden soll.

Aber realistisch gesehen, gibt es da ja auch nicht wirklich viele Möglichkeiten. Der Abstand des Portikus zum Fussballplatz ist gerade mal etwa 15 Meter. Ein jeglicher Bau wird also den jetzigen Eindruck komplett verändern. Und damit die heutige Aussage: Und die ist einfach nicht mehr (und nicht weniger) wie die einer Ruine als Mahnmal für den Abriss eines ehemals beeindruckenden und nun recht "hilflos" dastehenden Restes. Genau so ist es eine Aussage, nicht anders. Ein integrieren der erhalten Substanz in einen Bau, vielleicht sogar als Eingangsbereich könnte zu einer architektonisch interessanten Symbiose führen, aber die alten Bausubstanz wurde weiter geschliffen und zur Nebensache verkommen. Meine persönliche Ansicht: Das wird der Sache nicht mehr gerecht, der Portikus steht für alle verschwundenen Berliner Kopfbahnhöfe, das kann nicht als "Haus im Haus"-Konstrukt verwässert werden. (So wie das beim Tacheles z.B. gerade passiert). Insofern wird ein Bau am geplanten Standort vielleicht die geschützte Bausubstanz erhalten, aber deren Aussage und Stellenwert zerstören. Und daher ist es für mich ein ein No-Go!

Im übrigen halte ich den Platz jetzt auch keineswegs als Un-Ort. Ich könnte mir sicherich ein wenig mehr "Liebe" rund um die Mauerreste vorstellen (warum wird das Teil z.B. nicht mehr angestrahlt?), aber ich wünschte mir auch keine Umzäunung und Verbarikadierung des Bauwerks. Vielmehr kann heute auch noch jeder durch die Eingangspforte des schönsten Bahnhofs gehen und im Kopfkino in eine andere Welt eintauchen. Mehr "Denkmal" geht doch kaum....

So also meine sehr subjektive Sicht der Dinge. Ich würde mich freuen, hierzu weitere Meinungen zu lesen.
Letztlich bleibt für mich ja die Hoffnung, das der bekannte Fortgang der Dinge in dieser wunderbaren Stadt mir in die Karten spielt.....

Danke für Eure Stelllungnahme
Bernd

Bernd Mühlstraßer

Ein paar VIDEOS der BAUREIHE E69 - hier:

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.07.18 21:06.
Hallo zurück,

nein, ein Vorwurf sollte da nicht mitklingen, es kann natürlich auch jemand so empfinden wie du es tust, der die Situation oft oder sogar täglich vor Augen hat. Früher, das ist länger her, bin ich da tatsächlich praktisch täglich vorbeigekommen, mittlerweile -spätestens, seit mein früherer Lieblingsbuchladen für das Schienenwesen geschlossen hat, noch immer sehr zu meinem Bedauern- nicht mehr so oft und in jeden Fall viel seltener als jeden dritten Tag.

Ich denke, beim Denkmalschutz kommt es immer auf die Verbündeten an. Als es in Berlin noch reichlichste Geld gab, war es viel einfacher, diese Interessen durchzusetzen, zumal in Zeiten, da die S-Bahn der Senatsverwaltung unterstand, als heute. Es sind noch immer gute und sehr gute Leute da, aber die Verbündeten haben sich leider rarer gemacht. Und wenn der Rückhalt schwindet, dann beginnt der Marsch in Richtung "zahnloser Tiger". Und das Unternehmen, das in Deutschland Liegenschaften, Immobilien und Infrastruktur selbst und / oder in Tochterunternehmen eignet, kümmert sich bekanntlich einen Dreck um den Denkmalstatus. Wenn dann -wie am Pankower Tor- ein Bebauungsplan ewig im Schwange ist und erst jetzt so ganz allmählich Bewegung in die Sache kommen könnte, dann tritt die Vorzugslösung der Bahn ganz automatisch durch Nichtstun ein. Die konkreten Beispiele, die Du genannt hast, da gebe ich Dir völlig Recht. Versagen und / oder Kapitulation vor einem, der Geld hat und was anderes will. Das sind aber schon auch ausgewählt spektakuläre Fälle. Dagegen steht die übergroße Zahl der vielen, oft auch kleine und sehr unscheinbaren, aber eben gelungenen Erhaltungen.

Portikus: ja, es wird anders werden. Keine Frage. Und da bin ich auch völlig bei Dir - das kann man so oder so sehen, man kann es mögen oder auch nicht. Ich kann mir sehr gut eine Bebauung vorstellen, die den Portikus vollständig integriert und -wie schon geschrieben- zum Eingangsbereich des neuen Museums macht. Dann würden wieder Menschen die Eingänge durchschreiten....:)

Und, immer wieder schön zu sehen, dass es im HiFo möglich ist, erfrischend zu diskutieren, wo im News-Forum mutmasslich wieder -in Orgien aus Rechtschreibfehlern- unsachlich und persönlich angreifend losgeschlagen würde, so dass man sich mit Grauen abwendet.

Beste Grüße, Tss
Hallo Bernd,

auch wenn die Bebauungspläne am Askanischen Platz noch in der Schublade stecken, betrachte ich das Entstehen eines Neubaus am Portikus des Anhalter Bahnhofes wie Du mit Skepsis.

Alleine schon aus Umweltschutzgründen bin ich kein Freund dieser Neubauten, die zurzeit an allen Ecken und Enden in dieser sich immer weiter verdichtenden Stadt entstehen.

Ich könnte mir den Ort gut als gepflegte, zum Verweilen einladende Parkanlage mit hohen, Luft und Schatten spendenden Bäumen vorstellen.

Aber wir wissen ja, was mit einer solchen Parkanlage im Laufe der Zeit passieren wird (siehe Anhang), alles zwecklos…



Schöne Grüße,
Marc


my images013 - verknüpfung (2).jpg
Bernd Mühlstraßer schrieb:
Sollte das allerdings das Modell zum Neubau sein, dann würde ich meine Kritik zurücknehmen...
Um ehrlich zu sein sehe ich keinen vernüftigen Grund, warum man das Original nicht wiederaufbauen sollte. Nutzbar wäre es als Ausstellungs- und Veranstaltungshalle für vielfältige Zwecke. Oder, ganz verwegen, als Bahnhof. Ein Gleisanschluss sollte auf jeden Fall hineinführen.

Nicht vergessen, die Zeiten ändern sich immer wieder mal. Was heute absurd erscheinen mag, kann in wenigen Jahrzehnten völlig anders bewertet werden. Und es ist ein natürlicher Zyklus, dass sich spätere Generationen ihrer Gechichte erinnern.

Das Tempodrom halte ich dagegen für entbehrlich.

Es ist nur widerlich, wie die Eisenbahngeschichte systematisch zerstört werden soll. Aber das ist ja auch kein Wunder in Anbetracht einer rot-rot-grünen Chaos-Regierung. Aber es waren ja auch die Sozialdemokraten, die in den 50ern in West-Berlin die Kopfbahnhöfe sprengen ließen. Und heute schreckt man nicht mal mehr vor Friedhöfen zurück, die irgendwelchen Bebauungsplänen zum Opfer fallen sollen. Aber es gibt ja auch eine gute Seite. Die SPD, die Linkspartei und die Grünen verlieren immer mehr an Zustimmung, wobei sie sich selbst am meisten schädigen. Gut so!

zügige Grüße

FRANK

Mitglied im Verein Freunde der 212 001-2 e.V.
BR 213 schrieb:
Es ist nur widerlich, wie die Eisenbahngeschichte systematisch zerstört werden soll. Aber das ist ja auch kein Wunder in Anbetracht einer rot-rot-grünen Chaos-Regierung. Aber es waren ja auch die Sozialdemokraten, die in den 50ern in West-Berlin die Kopfbahnhöfe sprengen ließen. Und heute schreckt man nicht mal mehr vor Friedhöfen zurück, die irgendwelchen Bebauungsplänen zum Opfer fallen sollen. Aber es gibt ja auch eine gute Seite. Die SPD, die Linkspartei und die Grünen verlieren immer mehr an Zustimmung, wobei sie sich selbst am meisten schädigen. Gut so!
Natürlich, die Eisenbahngeschichte soll systematisch zerstört werden..... Geht's noch? Vielleicht steht das ja sogar im Koalitionsvertrag dieser Chaos-Regierung? Verschone uns doch bitte mit Deinem schäumendem Hass. Es gibt jede Menge gute Therapeuten in Berlin, vielleicht solltest Du Dich ja mal in diese Richtung orientieren....
Türen schließen selbsttätig schrieb:
BR 213 schrieb:
Es ist nur widerlich, wie die Eisenbahngeschichte systematisch zerstört werden soll. Aber das ist ja auch kein Wunder in Anbetracht einer rot-rot-grünen Chaos-Regierung. Aber es waren ja auch die Sozialdemokraten, die in den 50ern in West-Berlin die Kopfbahnhöfe sprengen ließen. Und heute schreckt man nicht mal mehr vor Friedhöfen zurück, die irgendwelchen Bebauungsplänen zum Opfer fallen sollen. Aber es gibt ja auch eine gute Seite. Die SPD, die Linkspartei und die Grünen verlieren immer mehr an Zustimmung, wobei sie sich selbst am meisten schädigen. Gut so!
Natürlich, die Eisenbahngeschichte soll systematisch zerstört werden..... Geht's noch? Vielleicht steht das ja sogar im Koalitionsvertrag dieser Chaos-Regierung? Verschone uns doch bitte mit Deinem schäumendem Hass. Es gibt jede Menge gute Therapeuten in Berlin, vielleicht solltest Du Dich ja mal in diese Richtung orientieren....

Vielleicht solltest Du Dich mal lieber in therapeutische Hilfe begeben, anstatt Dich als Apologet der Linken zu gebärden. Ich spreche nur die Wahrheit aus; etwas, was Du offensichtlich nicht verträgst.

zügige Grüße

FRANK

Mitglied im Verein Freunde der 212 001-2 e.V.

(Zu)weit hergeholt

geschrieben von: Bernd Mühlstraßer

Datum: 11.07.18 01:02

BR 213 schrieb:
Es ist nur widerlich, wie die Eisenbahngeschichte systematisch zerstört werden soll. Aber das ist ja auch kein Wunder in Anbetracht einer rot-rot-grünen Chaos-Regierung. Aber es waren ja auch die Sozialdemokraten, die in den 50ern in West-Berlin die Kopfbahnhöfe sprengen ließen. Und heute schreckt man nicht mal mehr vor Friedhöfen zurück, die irgendwelchen Bebauungsplänen zum Opfer fallen sollen. Aber es gibt ja auch eine gute Seite. Die SPD, die Linkspartei und die Grünen verlieren immer mehr an Zustimmung, wobei sie sich selbst am meisten schädigen. Gut so!

Hallo BR 213,
allein schon aus der Tatsache, das die SPD in den Nachkriegsjahren fast durchgängig in Berlin Regierungsbeteiligung hatte, fallen natürlich viele "Zerstörungen" in den zeitlichen Zusammenhang. Aber ich sehe da jetzt wirklich keinen relevanten Zusammenhang, bzw. keinen besseren Gegenentwurf auf der anderen Seite. Und wenn wir hier schon beim parteipolitischem sind: Ich würde mir beim jetztigen Senat zwar deutlich mehr Gradlinigkeit und Effizienz wünschen, aber die grundsätzliche Ausrichtung des "theoretischen" Programmes ist mutig und zukunftsweisend. Gerade auch die Verkehrspolitik traut sich erstmals, die in D manifestierte Vorherrschaft des Autos endlich in Frage zu stellen. In wie weit das tatsächlich umgesetzt wird (und werden kann), bleibt natürlich abzuwarten. Insofern sollten wir Freunde der Eisenbahn sehr genau hinsehen, wie erfolgreich sich diese bislang (ich betone nochmals: theoretisch geplante) Kehrtwende durchstehen lässt.

By the way: Der meiner Meinung nach authentischte und verantwortungsvollste Politiker in Berlin ist Kultursenator Klaus Lederer, der ziemlich genau weiß, was in seinem Ressort tatsächlich der für Berlin richtige Weg ist und m.E. ein guter Ersatz für den grau-langweiligen Regierenden wäre...

@Markus Heesch
Vor vielen Jahren hätte man Deinen Vorschlag, den Anhalter einfach wieder aufzubauen, als grenzenlose Utopie weggewischt. Dresdner Frauenkirche und Humboldt-/Stadtschloss und die Diskussion um die Bauakademie, sowie die Garnisonskirche in Potsdam zeigen aber, das man diese Fiktion nicht völlig ins Reich der Fabel verweisen muss. Ich sehe zwar keine Daseinsberechtigung im Bereich des Eisenbahnverkehrs mehr, aber ich kenne die Klagen, Berlin hätte deutlich zu wenige Kongressflächen. Nachdem das mit dem ICC in dieser Richtung wohl nie mehr was werden wird (auch diese Gebäude wäre einen langen Diskussionsstrang wert) und gerade das Estrel einen riesigen Neubau für Veranstaltungen hinstellen will, liesse sich also quasi für den Anhalter genau jener Ansatz finden. Drum-rum sind und entstehen auch weiterhin Hotelkapzitäten. So würde ich also so eine Plan nicht utopischer sehen, wie ähnliche Projekte, nur.....: Ein Bahnhofsgebäude, selbst mit dem immer noch großen Symphatiebonus des Anhalters, wird in der Öffentlichkeit niemals die Unterstützung bekommen, wie man auf der Pro-Seite von Frauenkirche bzw. Stadtschloss finden konnte. Aber ich wäre ein Fan davon und würde es zumindest nicht weniger sinnvoll halten, als die genannten Projekte das für sich in Anspruch nehmen können. Ums Tempodrom fände ich es im übrigen schade, da habe ich schon viele schöne Veranstaltungen erlebt und es gibt deutlich unsympatischere Hallen Für einen neuen Anhalter würde ich´s aber gerne opfern -:)

So, wird sind etwas abgedriftet.....

Bernd Mühlstraßer

Ein paar VIDEOS der BAUREIHE E69 - hier:

[www.youtube.com]

oder wie wär´s mit der E69-Facebook-Seite unter dem Suchbegriff: Die Baureihe E69

Re: (Zu)weit hergeholt

geschrieben von: BR 213

Datum: 11.07.18 05:00

Hallo Bernd!

Aus folgenden Gründen finde ich das nicht zu weit hergeholt.

1. Die Kopfbahnhöfe waren wichtige Bestandteile der Verkehrsinfrastruktur. Gleichzeitig war West-Berlin während der gesamten Zeit des kalten Krieges dem Ostblock ein Dorn im Auge. Eine Schädigung der West-Berliner Infrastruktur lag daher im Interesse des Ostblocks.

2. Die SPD ist in der Zeit des kalten Krieges immer auf den Ostblock zugelaufen. Die Ostpolitik der SPD diente offiziell der Entspannung, hat aber tatsächlich die Situation nur verschlimmert, da dadurch der Ostblock gestärkt wurde. Hätte es die Ostpolitik nicht gegeben, wäre die DDR bzw. der Ostblock schon in den 70ern kollabiert.

3. Die Kopfbahnhöfe in Berlin waren nicht nur große, prachtvolle Bahnhöfe, sondern auch Symbole für das, was Deutschland ausgemacht hat. Ingenieurskunst, Baukunst, Planung, Organisation, Disziplin, Strebsamkeit, Fleiß usw.. Also alles, was den Sozialdemokraten verhasst ist. Solche Bahnhöfe kann man nicht auf der Grundlage von Faulheit und Schlampigkeit errichten. Daher lag es nur im Interesse der Sozialdemokraten, daß die Kopfbahnhöfe in West-Berlin beseitigt werden.

Wenn die derzeitige Landesregierung in Berlin unbedingt Platz braucht, dann soll sie das Willy-Brandt-Haus abreißen. Das braucht niemand.

zügige Grüße

FRANK

Mitglied im Verein Freunde der 212 001-2 e.V.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.07.18 05:00.

Ich bin ja für den Wiederaufbau...

geschrieben von: DRG-ler

Datum: 11.07.18 07:08

...ham se ja mitn Stadtschloss och jemacht...wat keener brauchte...

MFG Andy

MFG-Andy

visit [www.drg-ler.de]

Re: (Zu)weit hergeholt

geschrieben von: Jörn

Datum: 11.07.18 07:54

Schade.
Bis vor kurzem war das hier eine sachliche Diskussion. Durch das ungefilterte Einbringen persönlicher politischer Meinungen geht das aber kaputt. Das hier ist ein Eisenbahnforum. Es gibt genug Gelegenheit in Deutschland, sich politisch zu engagieren. Nutze sie. Aber verschone bitte dieses Forum mit deinen Ansichten.

Gruß
Jörn.

Re: (Zu)weit hergeholt

geschrieben von: Markus Heesch

Datum: 11.07.18 17:06

Bernd Mühlstraßer schrieb:
Dresdner Frauenkirche und Humboldt-/Stadtschloss und die Diskussion um die Bauakademie, sowie die Garnisonskirche in Potsdam zeigen aber, das man diese Fiktion nicht völlig ins Reich der Fabel verweisen muss.
Gerade der Wiederaufbau der Frauenkirche war ja auch anfangs ein Utopie. Wer das Gebäude kennt, der weiß, was für eine enorme Leistung es war, dieses Bauwerk mit den Mitteln der heutigen Zeit neu zu errichten. Und es ist ein zeitloses Monument deutscher Handwerkskunst, welches täglich von Besuchern aus aller Welt bestaunt wird.

Wenn man die richtigen Leute begeistern könnte, ließe sich das auch für den Anhalter Bahnhof im Zentrum von Berlin verwiriklichen. Die Leute würden Augen machen, zumal die Bahnhofshalle nicht gerade klein war.

Re: (Zu)weit hergeholt

geschrieben von: DRG-ler

Datum: 11.07.18 18:46

Stadtschloss wolten sie ja auch wieder haben...was keiner braucht.

Allerdings vermute ich, wäre das öffentliche Interesse an einen funktionslose Bahnhofshalle noch geringer...

Im übrigen war für die Sprengung Willy Brandt verantwortlich. Der hat das Angestrebt...

MFG Andy

MFG-Andy

visit [www.drg-ler.de]
Das Modell auf dem letzten Foto gefällt mir. Am Besten mit Gleisen versehen und an das Schienennetz anschließen und als Museumsbahnhof nutzen.

An die Besteller von Verkehrsleistungen: Wer eine werksneue Mercedes S-Klasse bestellt sollte nicht nur einen Trabant bezahlen wollen.
War schon richtig das man Erichs Lampenladen platt gemacht hat. Der wäre eh nach und nach im Sumpf versunken.

An die Besteller von Verkehrsleistungen: Wer eine werksneue Mercedes S-Klasse bestellt sollte nicht nur einen Trabant bezahlen wollen.

Re: (Zu)weit hergeholt

geschrieben von: Ladehilfe

Datum: 11.07.18 20:22

Verantwortlich für die Sprengung war wohl eher die DR als Eigentümer.

An die Besteller von Verkehrsleistungen: Wer eine werksneue Mercedes S-Klasse bestellt sollte nicht nur einen Trabant bezahlen wollen.

Re: (Zu)weit hergeholt

geschrieben von: DRG-ler

Datum: 11.07.18 20:33

[tv.de]

Is zwar "abgelaufen", aber diesen Beitrag kann ich zu dem Thema wärmstens empfehlen!!!

MFG-Andy

visit [www.drg-ler.de]
Das Modell steht, inkl. der dazu gehörenden Gleisanlagen, im Maßstab 1:87 für jeden Zugänglich im Ausstellungsraum des Deutschen Technikmuseums Berlin, (DTMB) und wird sporadisch auch betrieben.

MFG-Andy

visit [www.drg-ler.de]

Nein nein nein...!!!

geschrieben von: MSS

Datum: 12.07.18 10:34

Das kann man doch nicht tun!

Es ist ein ausserordentlich wichtiger Denkmal. Weit mehr als nur Eisnebahnhistorisch.

Gibt es ein Petition dagegen?

MFG
Morten aus Dänemark

Meine eisenbahnfotos: [mortenschmidt.piwigo.com]
NEUESTEN BILDER:[mortenschmidt.piwigo.com]
http://mortenschmidt.piwigo.com/uploads/7/o/d/7odqzpartj//2017/05/29/20170529221833-f5aca47d.jpg

Re: Nein nein nein...!!!

geschrieben von: 9. Bauserie

Datum: 13.07.18 11:02

MSS schrieb:
Das kann man doch nicht tun!

Es ist ein ausserordentlich wichtiger Denkmal. Weit mehr als nur Eisnebahnhistorisch.

Gibt es ein Petition dagegen?

Wogegen? Hast Du alle Beiträge gelesen?

Re: Nein nein nein...!!!

geschrieben von: MSS

Datum: 13.07.18 11:18

9. Bauserie schrieb:
MSS schrieb:
Das kann man doch nicht tun!

Es ist ein ausserordentlich wichtiger Denkmal. Weit mehr als nur Eisnebahnhistorisch.

Gibt es ein Petition dagegen?

Wogegen? Hast Du alle Beiträge gelesen?
Gegen jeder änderung der Denkmal.

Zitat:
"der Portikus des Anhalter Bahnhofs "verschwindet" vielleicht schon bald in einem Museumsneubau, den man - entgegen der aktuellen Bebauungspläne - unmittelbar hinter dem Gebäuderest plazieren will."

Das wäre m.m.n. ärgerlich.
Und die überlegungen der Portikus sogar zu verlegen ist schlichthin Wahnsinn...
So wie er jetzt steht ist er ein genialer Denkmal. So sollte es bleiben.

Ich bin nicht gegen veränderungen in sich, nur muss es sinn machen.
Der konstante änderung/umdenken/neugestaltung von alles scheint heute leider der Norm gewesen zu sein.

MFG
Morten aus Dänemark

Meine eisenbahnfotos: [mortenschmidt.piwigo.com]
NEUESTEN BILDER:[mortenschmidt.piwigo.com]
http://mortenschmidt.piwigo.com/uploads/7/o/d/7odqzpartj//2017/05/29/20170529221833-f5aca47d.jpg

Re: (Zu)weit hergeholt

geschrieben von: Conrail-Bahner

Datum: 13.07.18 15:21

Ladehilfe schrieb:
Verantwortlich für die Sprengung war wohl eher die DR als Eigentümer.

Nun bring hier nicht noch mehr Unruhe rein, als der Fuzzy es schon macht.
Hat mal einer daran gedacht zu fragen, was die Berliner darüber denken? Ich finde das Tempodrom westentlich wichtiger als eine leere, neugebaute alte Bahnhofshalle. Den Anhalter als Bahnhof braucht hier niemand mehr, der neue Hauptbahnhof hat die Funktion der einstigen Kopfbahnhöfe sehr gut übernommen und dazu die Fehler eines jeden Kopfbahnhofes gleich ausgemerzt.
Wer täglich auf die Bahn angewiesen ist, schätzt das Hier und Heute und schaut sich das Gestern auf Fotos an.

Re: (Zu)weit hergeholt

geschrieben von: Türen schließen selbsttätig

Datum: 13.07.18 15:48

Conrail-Bahner schrieb:
Ladehilfe schrieb:
Verantwortlich für die Sprengung war wohl eher die DR als Eigentümer.
Nun bring hier nicht noch mehr Unruhe rein, als der Fuzzy es schon macht.
Hat mal einer daran gedacht zu fragen, was die Berliner darüber denken? Ich finde das Tempodrom westentlich wichtiger als eine leere, neugebaute alte Bahnhofshalle. Den Anhalter als Bahnhof braucht hier niemand mehr, der neue Hauptbahnhof hat die Funktion der einstigen Kopfbahnhöfe sehr gut übernommen und dazu die Fehler eines jeden Kopfbahnhofes gleich ausgemerzt.
Wer täglich auf die Bahn angewiesen ist, schätzt das Hier und Heute und schaut sich das Gestern auf Fotos an.
Eigentlich wollte ich hier nichts mehr schreiben, nachdem diese Störangriffe angefangen haben. Aber, Glückwunsch, Conrailer, für diese prägnante Zusammenfassung, der ich Wort für Wort zustimme! Als Berliner Bahnbenutzer sprichst Du mir aus der Seele - wer wollte denn ernstlich die alte Eisenbahnsituation zurückhaben? Der neue Hauptbahnhof ist ein absolut gelungener Glücksgriff in jeder Hinsicht. Was sollte man mit einem wieder aufgebauten Anhalter Bahnhof machen? Man kann ja nicht mal Modelleisenbahn im Maßstab 1:1 drin spielen. Es gibt keinen Bedarf, es gibt keinen vernünftigen Nutzungsplan, es gibt keine Stimmen in der Stadtgesellschaft, die so etwas fordern. Und es gibt natürlich auch keine Finanzierung. Ein Eisenbahnmuseum haben wir schon ganz in der Nähe, und selbst wenn man an so etwas Exotisches denken würde wie einen Wiederaufbau der Aussenhülle mit Füllung durch z.B. avantgardistische Luxuswohnungen - kein Investor würde das anpacken, weil es einfach zu teuer wäre.

Beste Grüße, Tss

Re: (Zu)weit hergeholt

geschrieben von: DRG-ler

Datum: 13.07.18 20:17

Zitat
Es gibt keinen Bedarf, es gibt keinen vernünftigen Nutzungsplan,...
Das hatte schon der alte braune Ösi erkannt, wollte er doch einen "Südbahnhof", doppelt so hoch und so groß wie den Anhalter bauen lassen. Glücklicher Weise wurde ja daraus nix. Zum Anhalter selbst wurde nur gemeint, man könne ja ein Schwimmbad draus machen...

Grundsätzlich stimme ich dir bei dem fehlenden Nutzungskonzept zu. Es wird sich auf die Schnelle auch kein Grund finden lassen, das Teil wieder aufzubauen.
Trotzdem wäre es schön gewesen, wenn das Teil nicht gesprengt worden wäre. Schade um die doch sehr schöne Baukunst!

Was die Bemerkung weiter oben mit Erichs Lampenladen angeht... Das Ding musste auch nur weg, weils dem neuen "Regime" ein Dorn im Auge war. Genauso wie damals des Kaisers alte Bauten. Die Asbestverseuchung war doch bloß vorgeschobene Mache. Kukt euch das ICC an...ist genauso belastet, aber das ist noch gut genug...

MFG-Andy

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Re: (Zu)weit hergeholt

geschrieben von: dooby

Datum: 13.07.18 20:28

Watt ne schöne Diskussion!
Berlin braucht diese Kontur im Stadtbild. Ist auch ein wichtiger Fixpunkt.
Und wirklich welt-einmalige Architektur. Oder wo gibt es noch auf der Welt einen Bahnhof, der auch auf der Gleisseite vollständig gemauert ist? Südportal!
Und dann kommt das Tempodrom IN den Anhalter. Hallendach offen, bei Bedarf mittels Plane abdeckbar.
Wie auch immer, spinnen kann man viel - aber - dieses Bauwerk muß wieder her!
Hoffnungsvolle Grüße!

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.07.18 21:55.

Re: (Zu)weit hergeholt

geschrieben von: EP 5

Datum: 14.07.18 11:04

Hallo Eisenbahnfreunde,

würde Geld keine Rolle spielen, könnte ich mich auch mit dem Wiederaufbau des alten Anhalter Bahnhofs anfreunden. Man müsste ja nicht gleich alles auf einmal rekonstruieren, das Empfangsgebäude mit der doppelschaligen Hallenstirnseite wäre als erstes Etappenziel schon mal völlig O.K.

Selbstverständlich wäre dieses Gebäude ein Museum zum Anhalter Bahnhof mit ein paar wenigen, auserwählten Exponaten. Mir würden da die Originalfiguren Tag und Nacht, das Fürstenportal und eine in die Epoche II zurückversetzte 01 (Messingschilder, Wagnerbleche) vorschweben. Obwohl bereits im Deutschen-Technikmuseum eine anspruchsvolle Modellbahnanlage im Maßstab 1:87 existiert, die den Bahnhof vom Askanischen Platz bis zu den Yorckbrücken wiedergibt, wäre ich für einen zweiten Nachbau, aber bitte schön im Maßstab 1:32!

Der Ausstellungsbereich müsste so konzipiert werden, dass im Empfangsgebäude auch klassische Konzerte und andere Abendveranstaltungen (Lesungen, Buchvorstellungen, Einmietungen etc.) problemlos stattfinden könnten.

Wenn Geld keine Rolle spielen würde, wäre ich auch für den Wiederaufbau des ehemaligen Wagenreinigungsschuppens hinter der südlichen Museums-Ringlokhalle, deren Außenmauern noch heute stehen. Die Rechteckhalle wäre aufgrund ihrer Historie für die Ausstellung wenigstens eines „Fliegenden-Zuges“ prädestiniert, die Präsentation eines klassischen Mitropa-Speisewagens natürlich in roter Farbe dürfte auch nicht fehlen.

Wäre ausreichend Geld in den Kassen, könnte man auch den einen oder anderen Eisenbahnort dieser Stadt in Form kleinerer Ausstellungen und dem Erhalt originaler Bausubstanz (Ntm!) rekultivieren. Der Nachbau des Stettiner Bahnhofes zumindest im Maßstab 1:87 wäre meines Erachtens hier besonders wünschenswert.

Ich weiß, alles Spinnerei...



Schöne Grüße,
Marc

Edvard Munch: „Mein ganzes Leben lang bin ich am Rande eines bodenlosen Abgrundes entlanggegangen …“.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.07.18 13:33.

"I have a dream".....

geschrieben von: Bernd Mühlstraßer

Datum: 14.07.18 12:21

Leute,
freut mich, dass die Diskussion hier immer noch ein wenig anhält und doch immer noch weitgehend sachlich läuft.

Ich möchte (weil man hier ja fast schon den Überblick verliert) gerne nochmals meinen Standpunkt betonen, dass ich persönlich nur für den Status Quo (+ eine Aufwertung des direkten Umfeldes rund um die Mauerreste) Sympahtie empfinde, weil es eben genau so, und nur so, ein wirkliches Mahnmal für die zerstörte Geschichte der Berliner Kopfbahnhöfe ist.

Die Gedanken an einen Wiederaufbau (natürlich ohne jeglichen Anteil an einer aktuellen Eisenbahn-Infrastruktur) finde ich völlig unrealistisch..... und zwar genauso unrealistisch, wie ich das bei einem Stadtschloss oder der Garnisonkirchen auch gehalten hätte. Insofern lehrt einen das Leben, das nichts unmöglich ist. Im Falle vom Anhalter wäre hier immerhin ein Wiederaufbau (den ich mit auch so wie beim Schloss mit Komplettaufbau von Portal und Südende sowie einer Seitenfront vorstellen könnte) nicht komplett unmöglich, da der nötige Platz ja nicht völlig unwiderbringlich verbaut ist. Der Vorschlag, das Tempordrom, das je in etwa am Südportal steht, in eine Bau zu integrieren ist auch nicht völlig abwegig. Also, bei aller Spinnerei: Bedarf für z.B. Kongress/Tagungsfläche so nahe am Potsdamer Platz wäre darstellbar, Fläche vorhanden, Investor nötig. Ich habe schon unrealistischere Vorgaben gesehen. Dennoch sehe ich aktuell keinerlei Indiz und Willen, so ein Projekt auch nur anzudenken.

Aber der Gedanke von Marc hat mich gerade nochmals "aktiviert".

Wir fast alle hier kennen die Berliner Kopfbahnhofe ja nur aus Bilddokumenten (sind hier noch welche dabei, die wenigstens die Nachkriegssituation live erlebt haben?). Fotos haben den Effekt, das sie uns nur eindimensional erreichen, gleichzeitg der Kopf aber versucht, ein "Komplettbild" daraus zu formen, das die Realität nicht immer nachempfindet. Die Gesamtwirkung und Proportionen verschieben sich. Sicherlich hat jeder schon mal erlebt, das er z.B. den schiefen Turm von Pisa als "größer" abgespeichert hatte, als er war, oder die Anmutung eines Gebäudes in der Realität völlig anders erwartet hatte.

Mir geht es mit den Berliner Kopfbahnhöfen auch ein wenig so. So kennt man vom Lehrter die monumental wirkenden Frontansichten, kaum eine Seitenansicht. Aus der schlossartigen Portalerscheinung schließt man wohl eher auf einen großen Bahnhof, während sich aber eine wohl eher "lächerlich kleine" Bahnsteighalle anschließt. Man sieht das ja auch ganz gut beim Hamburger Bahnhof - mehr Schein als Sein.

Insofern hielte ich es für ein sehr, sehr interessantes Projekt, die Bahnhöfe in einer gemeinsamen Ausstellung und mit großem Maßstab mal in ihrer Komplettheit und vor allem auch in ihrer Farbwirkung nachzubilden (ich hatte z.B. den Stettiner Bahnhof immer als eher dunkelbraunes Gebäude abgespeichert, dabei war auch er überwiegend in heller Backsteinfarbe ausgeführt).

Heute, mit 3-D-Druckern und den technischen Möglichkeiten, sollten sich doch derartige Modelle relativ finanzierbar anfertigen lassen. Eine Komplettausstellung "Mythos Kopfbahnhof" in einer schönen Ausstellungshalle, angeordnet im historischen Standortverhältnis, damit könnte man sicherlich eine Attraktion schaffen und die Wirkung der verschiedenen Baulichkeiten wieder ein bißchen zurück in unser Leben holen.....


Bis dahin kann ich ebenfalls das Modell im Technikmuseum empfehlen. Ich stelle mich da immer davor, "schneide" mir im Kopf sozusagen das noch existierende Portal aus dem Gesamtprojekt heraus, um dann die gigantische Größe des Bahnhofes irgendwie erfassen zu können. Was würde ich dafür geben, mal im Schatten dieser riesigen Front stehen zu können.....

Ein schönes Wochenende in der Realtität wünscht
Bernd

Bernd Mühlstraßer

Ein paar VIDEOS der BAUREIHE E69 - hier:

[www.youtube.com]

oder wie wär´s mit der E69-Facebook-Seite unter dem Suchbegriff: Die Baureihe E69

Re: "I have a dream".....

geschrieben von: dooby

Datum: 14.07.18 20:45

Hallo Bernd,

was mir noch einfällt:
Die Fundamente, 3m tief, sind in etwa Höhe 1,5m noch vorhanden. Nur beim Bau des Tempodroms wurden die Fundamente des Südportals teilweise entfernt. Aber dieser Fundamentgrundriss erleichtert einen Wiederaufbau erheblich. Deshalb bin ich gegen jede Baumaßnahme dort, die die Fundamente berührt, das wäre die entgültige Tilgung des Anhalter. Und bei diesem Museumsneubau ist dies zu befürchten.
Wieso kann dieses Exilmuseum nicht in den wieder aufgebauten nördlichen Querbau einziehen. Platz ist dort für viele Veranstalter, der Bau war riesig...
Erst mal das Vestibül wiederaufbauen, da ist schon mal Platz, danach den Westflügel usw. , den Abbruch einfach in der Reihenfolge rückwärts durch den Wiederaufbau ersetzen.
Im Teufelsberg liegen Unmassen vom Anhalter. Große Stücke, weil die nicht in die Ziegelmühlen passten.
Das ist dann schon ein Puzzle, wie bei der Frauenkirche.
Trotzdem, finde ich erheblich solider, als da Neubauten hinzusetzen, die keinen Bezug zum Platz haben und ohnehin, wie heute üblich, bald wieder verschwinden.
Nebenbei, der Lehrter hatte eine sehr spezielle Tragkonstruktion für die Hallenbinder.
Kapitelle auf halber Höhe der Seitenmauern, worauf die Binder ruhten. Schon eine sehr kühne Architektur.
Und der auf Gußsäulen ruhende gemauerte Sichelbogen vom Görlitzer war auch was sehr spezielles, was aus heutiger Sicht allein ein Grund für Denkmalschutz wäre.

Es kommt darauf an, die richtigen Leute mit reichlich Kies dafür zu gewinnen, das ist entscheidend.
Irgentwie hat der Anhalter nicht genügend reiche Freunde. Und so wirds wahrscheinlich wieder berlinisch verwurstet - kommt ein geschmackloser Neubau hin und das wars dann...

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Re: "I have a dream".....

geschrieben von: EP 5

Datum: 14.07.18 22:07

dooby schrieb:
Wieso kann dieses Exilmuseum nicht in den wieder aufgebauten nördlichen Querbau einziehen.

Hallo,

ein Exilmuseum im wiederaufgebauten Empfangsgebäude des Anhalter Bahnhofs fände ich etwas trostlos, aber Geschmäcker sind eben verschieden. Ich sage mir immer, soll jeder nach seiner Façon glücklich werden.

Im einst prächtigen Empfangsvestibül, dessen Wiedererrichtung momentan völlig abwegig ist, künftig eine Ausstellung über Exil/Vertreibung unterzubringen, grenzt aber schon ein wenig an Zynismus.

Gruß,
Marc

P.S. Die Idee mit dem Teufelsberg und dem Zusammenpuzzeln gefällt mir.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.07.18 23:58.
Jörn schrieb:
Zitat:
Zitat:
Na ja - die durchsetzungsstarke Denkmalbehörde hat es nicht vermocht, 2006 den Abriss des "Palasts der Republik" zu verhindern. Ich habe mit der DDR, ihren Organisationen und ihrer Ideologie nicht das Geringste am Hut - dennoch hatte dieser Bau geschichtlich eine so große Bedeutung, das er hätte erhalten werden sollen, wie wohl auch verschiedene Gutachten aussagten.

Und generell sind die Erfahrungen mit deutschem Denkmalschutz, gerade was Bahnbauwerke angeht, zumindest zweifelhaft...

Gruß
Jörn.
Also ich bin der Meinung, dass der Abriss des Palastes der Republik ein Ruhmesblatt des Denkmalschutzes war. Als geborener DDR Bürger fand ich das Ding immer hässlich, ein Vorstadtkongresszentrum am Kern Berlins. Das wiederaufgebaute Stadtschloss ist die wichtigste und richtigste Entscheidung Berlins der letzten 200 Jahre. Nichts wäre schlimmer gewesen, als das Palast-Ding unter der Denkmalschutz zu stellen.
Aber auch Ahb wäre des Wiederaufbaus wert, ob als Veranstaltungshalle oder Museum, der Bedarf ist da und an Geld mangelt es ganz sicher nicht, nur an Willen.

Mfg exilvogt 2k



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.07.18 13:32.
Zitat
Das wiederaufgebaute Stadtschloss ist die wichtigste und richtigste Entscheidung Berlins der letzten 200 Jahre.
Grundsätzlich stimme ich dir da zu... nur hätte man das konsequent durchziehen sollen. Nicht nur drei Seiten und den Rest Betonfassade...

MFG-Andy

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DRG-ler schrieb:
Zitat
Das wiederaufgebaute Stadtschloss ist die wichtigste und richtigste Entscheidung Berlins der letzten 200 Jahre.
Grundsätzlich stimme ich dir da zu... nur hätte man das konsequent durchziehen sollen. Nicht nur drei Seiten und den Rest Betonfassade...


Hmm, das wird man wohl akzeptieren müssen. Ein wiederaufgebauter Anhalter, oder die Bauakademie wären wahrscheinlich auch nur Stahlbetonbauten mit angeklebten Terrakotten und Riemchen. So wünschenswert ein Aufbau mit Ziegeln ist, das übersteigt dann wohl doch jeden Kostenrahmen.
Die Erlöser Kathedrale in Moskau ist ebenfalls ein Stahlbetonbau und wirkt doch authentisch, ebenso das Potsdamer Stadtschloss.
Ein Vorteil dabei ist. Wenn die nächste Generation die Wiederaufbauten dann mal wieder sprengen will, hat sie es noch schwerer als die Sprengmeister der 50er Jahre mit den Originalbauten, LOL!
Zumindest wenn der Beton OT-Bunkerqualität hat...

Jaja, die Dresdner haben sich mit der original- Sandsteinkirche einen echten Rolls Royce geleistet, Hut ab!

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2-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.07.18 20:47.
DRG-ler schrieb:
Zitat
Das wiederaufgebaute Stadtschloss ist die wichtigste und richtigste Entscheidung Berlins der letzten 200 Jahre.
Grundsätzlich stimme ich dir da zu... nur hätte man das konsequent durchziehen sollen. Nicht nur drei Seiten und den Rest Betonfassade...
Ich sehe das so, ja klar kompletter Wiederaufbau wäre schöner, aber die Ostfassade ist so einfallslos, dass nie Schutz genießen wird, falls man sich später zur Rekonstruktion der Originalfassade entschliesst.

Mfg exilvogt 2k
Zitat
Hmm, das wird man wohl akzeptieren müssen. Ein wiederaufgebauter Anhalter, oder die Bauakademie wären wahrscheinlich auch nur Stahlbetonbauten mit angeklebten Terrakotten und Riemchen. So wünschenswert ein Aufbau mit Ziegeln ist, das übersteigt dann wohl doch jeden Kostenrahmen.
Das war nicht gemeint. Das bei Schloss heute nur mit aktuellen Baumitteln und Fertigungsabläufen gebaut wurde, ist ja völlig verständlich und auch legitim. Aber es wurden ja nur DREI Seiten mit der historischen Fassade gestaltet. Eine Wand is pure Betonoptik! Siehe Bildlink... [www.pizzicato.lu] Hätte es bei mir NICHT gegeben!!!

MFG-Andy

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Re: "I have a dream"...oder: Was aus dem ...

geschrieben von: Christian Kehr

Datum: 17.07.18 20:52

Anhalter Bahnhof hätte werden können .... an Zugverkehr denkt ja wohl ernsthaft niemand mehr. Die Franzosen wissen mit so was besser umzugehen ...

Das war auch mal ein Bahnhof, in etwa aus derselben Epoche wie der "Anhalter", dessen Architekten meines Wissens nach aus der von Schinkel begründeten Architektenschule hervorgingen:

musee d´Orsay

So sah der "Anhalter" wohl im Winter 1955/56 aus:
Anhalter Bahnhof 1955.jpg
Fotograf mir leider unbekannt; das nächste wohl von der Möckernschen Str. aus aufgenommen, Aufnahmedatum und Fotograf mir unbekannt:
ANHALTER BAHNHOF Ansicht MÖCKERNSTR. 1955.jpg

Schließlich nochmals die Gleisseite der Halle (es gilt zu Zeit+Autor dasselbe wie vor):
Anhalterbahnhof Rückfront 1955.jpg

Und daher gebe ich Markus Heesch recht



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.07.18 21:56.

Re: "I have a dream".....

geschrieben von: Markus Heesch

Datum: 18.07.18 12:28

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass im Gewölbekeller des Anhalters noch originale Fassadenteile eingelagert sind. Diese sind schon vor dreißig Jahren in einem Fernsehbeitrag anlässlich der Ausstellung "Mythos Berlin" gezeigt worden, und damals gab es sogar einen Architekten der für den Wiederaufbau plädiert hat. Die Idee ist also nicht neu. Ich gehe davon aus, dass Fassadenteile nach wie vor dort lagern. Ein Wiederaufbau würde auch sicher nicht an mangelden Nutzungskonzepten scheitern. Man muss einen Investor finden und dafür begeistern. Das größte Problem könnten irgendwelche Politiker sein, die etwas gegen die Vergangenheit haben.

Was den Palast der Republik betrifft, so wurden nach dessen Abriss umfangreiche Ausgrabungen durchgeführt und dabei Fundamente ursprünglicher Siedlungen gefunden. Die Urzelle Berlins soll sich dort befunden haben, wo jetzt das Humboldtforum gebaut wird. Die Geschichte dieses Ortes ist also im wahrsten Sinne des Wortes vielschichtig.


P. S.

Der Anhalter Banhhof ist nach wie vor ein S-Bahnhof im Streckennetz der Deutschen Bahn, das macht die Sache nochmal zusätzlich interessant. Die Treppenaufgänge ins EG könnte man bestimmt wieder öffnen...

Re: "I have a dream".....

geschrieben von: DRG-ler

Datum: 18.07.18 21:39

Bitte nicht noch ein Shoppingtempel... :-/

MFG-Andy

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Re: "I have a dream".....

geschrieben von: dooby

Datum: 18.07.18 21:53

@DRGler:
In der jetzigen Betonfassade vom Stadtschloss war einst eine Fassade vom Lampenladen verankert. Die hätte man auch stehen lassen können und in den Schloss-Neubau integrieren...
@Markus: Der Anhalter hatte nie ein Kellergewölbe, sondern einen Erdkern.
Egal, was mal eingelagert war, ist im MVT wiederaufgebaut, das 1959 demontierte Fürstenportal.

Also, gründen wir jetzt einen ganz kreativen Verein zum Wiederaufbau des Anhalter, so wie die Stadtschloßler das getan haben?
Sind wir dann auch kreativ genug, die reichen Freunde des Anhalter zu finden?
Einfach mal schön gesponnen...?

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Presse aktuell

geschrieben von: Türen schließen selbsttätig

Datum: 19.07.18 16:36

Markus Heesch schrieb:
Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass im Gewölbekeller des Anhalters noch originale Fassadenteile eingelagert sind. Diese sind schon vor dreißig Jahren in einem Fernsehbeitrag anlässlich der Ausstellung "Mythos Berlin" gezeigt worden, und damals gab es sogar einen Architekten der für den Wiederaufbau plädiert hat.
Hier zunächst man der Tagesspiegel aktuell zum Stand der Dinge:

[www.tagesspiegel.de]

Vielleicht wird manche einem Leser damit jetzt etwas klarer, warum diese Fläche DER optimal geeignete Platz für das Exil-Museum ist. Man muss natürlich schon soweit offen sein, dass man die Argumente überhaupt an sich ranlässt. Wer nach der schlichten Devise "damals war alles besser" einfach nur zurück will in eine vermeintlich bessere vergangene Zeit, und sei es in Form eines 1 : 1 wieder aufgebauten Bauwerks, dem wird es sich auch diesmal nicht erschliessen....

@Markus: zu Deinen Gedanken - trag' es doch einfach als Anregung vor: Fassadenteile in einen Neubau einbinden. Das wäre doch was! Und es wäre realistisch machbar. Und dass es "jemanden" gibt, der für den Wiederaufbau plädiert, egal wer und welcher Profession - das hast Du immer. Es geht aber darum, viele berechtigte Standpunkte und die allgemeinen Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen. Das fängt beim betroffenen Stadtraum an, den man sich eben ganz unterschiedlich vorstellen kann, und hört bei der Finanzierung auf, wo man -selbst wenn das Geld da wäre- vieles einfallen würde, was nun wirklich wesentlich wichtiger umzusetzen wäre wie ein nostalgischer Bahnhofsbau ohne erkennbaren Sinn und Zweck. Berlin hat erstmal ganz andere Wiederaufbau-Prioritäten zu bewältigen, nämlich z.B. 40, 50 Kilometer Straßenbahn im alten Westteil der Stadt.

Beste Grüße, Tss

Re: Presse aktuell

geschrieben von: Christian Kehr

Datum: 19.07.18 17:47

"Eröffnung schon 2023?
Derweil laufen die Vorbereitungen. Die Stiftung mit Sitz am Ludwigkirchplatz beschäftigt bereits ein achtköpfiges Team, darunter auch Kuratorin Cornelia Vossen, mit der Christoph Stölzl vor zwei Jahren im Haus Liebermann die medial hochgerüstete Ausstellung über Harry Graf Kessler einrichtete. So soll es wieder werden, denn wie bei Kessler gibt es kaum authentische Erinnerungsstücke. Dennoch soll „mit der größtmöglichen Nahsicht auf das Thema“ gearbeitet werden, so Vossen."

So der Beitrag im Tagesspiegel. Klingt nach ner teuren Verpackung ohne rechten (nicht politisch gemeint!) Inhalt. In einen wiedererstandenen oder ggf. teilwiedererstandenen "Anhalter" ließe sich das Exil-Museum natürlich auch integrieren



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.07.18 17:51.

Re: Presse aktuell

geschrieben von: EP 5

Datum: 19.07.18 18:29

"Vielleicht wird manche einem Leser damit jetzt etwas klarer, warum diese Fläche DER optimal geeignete Platz für das Exil-Museum ist. Man muss natürlich schon soweit offen sein, dass man die Argumente überhaupt an sich ranlässt. Wer nach der schlichten Devise "damals war alles besser" einfach nur zurück will in eine vermeintlich bessere vergangene Zeit, und sei es in Form eines 1 : 1 wieder aufgebauten Bauwerks, dem wird es sich auch diesmal nicht erschliessen...."



Bei einem mir nachwievor etwas utopisch vorkommenden Neubau des Anhalter Bahnhofs, gegen den ich nichts einzuwenden hätte, geht es doch nicht einfach um die simple Devise: „Damals war alles besser“. Nein, so naiv oder einfach gestrickt, wie jetzt dargestellt (diffamierend?), sind die Rekonstruktions-Befürworter garantiert nicht.


Gruß,
Marc
DRG-ler schrieb:
Zitat
Das wiederaufgebaute Stadtschloss ist die wichtigste und richtigste Entscheidung Berlins der letzten 200 Jahre.
Grundsätzlich stimme ich dir da zu... nur hätte man das konsequent durchziehen sollen. Nicht nur drei Seiten und den Rest Betonfassade...
Also, ich persönlich neige dazu, den Aufbau der Kanalisation gegen Ende des 19. Jahrhunderts für wichtiger zu halten, als den Wiederaufbau des "Hohenzollernkastens" (Tschuldigung, aber wenn ich über den Wiederaufbau eines Berliner Schlosses abstimmen könnte, würde ich für das Schloß Monbijou stimmen).

Zum Anhalter Bahnhof selbst: Ich halte die jetzige Situation mit dem von allen Seiten weithin sichtbaren Denkmal für durchaus erhaltenswert. Eine "Verbauung" des bescheidenen, aber dennoch beeindruckenden "Restes" des Anhalter Bahnhofs sollte man sich sehr gut überlegen,

meint Marienfelde.

Re: Presse aktuell

geschrieben von: Türen schließen selbsttätig

Datum: 19.07.18 20:10

EP 5 schrieb:
"Vielleicht wird manche einem Leser damit jetzt etwas klarer, warum diese Fläche DER optimal geeignete Platz für das Exil-Museum ist. Man muss natürlich schon soweit offen sein, dass man die Argumente überhaupt an sich ranlässt. Wer nach der schlichten Devise "damals war alles besser" einfach nur zurück will in eine vermeintlich bessere vergangene Zeit, und sei es in Form eines 1 : 1 wieder aufgebauten Bauwerks, dem wird es sich auch diesmal nicht erschliessen...."



Bei einem mir nachwievor etwas utopisch vorkommenden Neubau des Anhalter Bahnhofs, gegen den ich nichts einzuwenden hätte, geht es doch nicht einfach um die simple Devise: „Damals war alles besser“. Nein, so naiv oder einfach gestrickt, wie jetzt dargestellt (diffamierend?), sind die Rekonstruktions-Befürworter garantiert nicht.
.....dann les mal weiter oben und Du wirst sehen, aus was / wen ich mich da beziehe....:) Deswegen habe ich ja auch MANCH einem Leser geschrieben und nicht "den Lesern hier" oder so.

Beste Grüße Tss

Re: Presse aktuell

geschrieben von: dooby

Datum: 19.07.18 21:29

Der Tagesspiegel Beitrag ist für mich nicht nachvollziehbar.
Wieder mal wird der Anhalter zum Emigrations- und Deportationsbahnhof erklärt.
Hallo? Gehts noch? Die BAE und Franz Schwechten haben nicht 6 Jahre lang an einem Deportationsbahnhof gebaut!
Das war großartig gebaute Architektur, eine Kathedrale der Eisenbahn, nie wieder konnte sich eine Eisenbahngesellschaft derartig fürstliche Bauwerke leisten.
Zusammen gebaut aus Millionen Ziegeln.
Und ausgewiesenermaßen waren der Bürgermeister mit dem Stetson und seine Freunde von der SPD absolute Kulturbanausen.

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2.Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden,
3.einzelne Stellen eines erschienenen Werkes der Musik in einem selbständigen Werk der Musik angeführt werden.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.07.18 21:40.

Re: Presse aktuell

geschrieben von: EP 5

Datum: 19.07.18 21:44

Hallo Tss,

O. K., dann war das ein Missverständnis, Entschuldigung.

Trotzdem erlaube ich mir noch einmal meine Sicht auf die Dinge hier aufzuführen. Was mich an einem zeitgenössischen Neubau und dem Exilmuseum stört, dessen leidvolle Bilder (von Vertreibung etc.) ja bereits auf großformatigen Plakaten gegenüber dem Askanischen Platz in den letzten Jahren zu sehen waren, ist die proklamierte Deutungshoheit der Initiatoren für diesen markanten Ort.

Ich gehe davon aus, dass die Interpretation des Grundstücks sich bei der sehr wahrscheinlichen Realisierung des Museums in Form eines modernen Neubaus hier auf die Jahre 1933-45 beziehungsweise auf die sensiblen Themenschwerpunkte Vertreibung, Exil während des NS-Zeit reduzieren wird. Die Geschichte des Ortes mit dem Portikus des Anhalter Bahnhofes ist meiner Ansicht nach aber etwas umfangreicher und vielschichtiger.

Die Integration der Ruine in einen Neubau - mal von einer Restaurierung (Wiederaufbau) des alten Anhalter Bahnhofs abgesehen – betrachte ich von vornherein als indiskutablen Eingriff an einem einzigartigen Berliner Baudenkmal, das einen hohen historischen Anschauungswert in sich trägt.




Viele Grüße,
Marc

Re: Presse aktuell

geschrieben von: dooby

Datum: 20.07.18 20:32

Hallo EP5,
entweder kommt da der Anhalter wieder hin, oder Nichts.
Verstehe ich so.
Du hast meine volle Unterstützung.
Gruß, Jörn

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3.einzelne Stellen eines erschienenen Werkes der Musik in einem selbständigen Werk der Musik angeführt werden.

Re: Presse aktuell

geschrieben von: EP 5

Datum: 20.07.18 23:52

Hallo Jörn,

ich glaube, dass Du mich da richtig verstanden hast. Du hattest in Deinem Beitrag direkt vor mir, implizit den gleichen Gedankengang bereits ausgeführt.

Rein theoretisch hätten die Initiatoren des Exil-Museums auch auf der unbebauten Fläche neben der Ausstellungs-Halle von „Topografie des Terrors“ in der Wilhelmstraße die Möglichkeit, Ihre Institution zu verwirklichen.

Der Gedanke, dass auf dem Gelände des Portikus ein zeitgenössischer Neubau entstehen soll - egal wie chic oder anspruchsvoll – löst in mir Unbehagen auch deswegen aus, weil nicht zuletzt dadurch die Option einer späteren Rekonstruktion des Anhalter Bahnhofs regelrecht einzementiert wird.

Für mich stellt sich die Frage, inwieweit die Brachfläche, auf dem sich der ehemalige Eingangsbereich des Bahnhofes befindet, aus der Sicht des Denkmalschutzes überhaupt bebaut werden darf?

Vielleicht kennt sich da jemand aus?

Mein Dank und Lob gebührt jetzt aber vor allem Bernd, der die geniale Idee hatte, diese schwierige aber auch interessante Thematik hier im Forum uns überhaupt zu eröffnen!


Schöne Grüße,
Marc

Aktueller Beitrag rbb

geschrieben von: Bernd Mühlstraßer

Datum: 21.07.18 13:35

Der rbb hat gestern nochmals, mit durchaus differenzierter Sicht, über das Projekt und den Standort berichtet:

[www.rbb24.de]

Ich verstehe duchaus das Anliegen und die Botschaft, die man mit dem neuen Museum aussenden will. Und ich sehe auch die Überschneidung mit dem Anhalter
Den Portikus aber auf diese Bedeutung zu reduzieren, wird dem Anhalter nicht gerecht. Letztlich war er vor allem viele Jahrzehnte ein grandioser Bahnhof und damit vor allem ein Ort des Ankommens und freudigen Wegfahrens (daraus nährt sich ja auch der Mhytos, den der Anhalter bis in die heutige Zeit mehr als alle anderen Berliner Bahnhofe noch hat) , nicht des schicksalsbeladenem Abschieds, so wie in seinen letzten Jahren.

Und da die jetztige Denkmalssituation letztlich ein letzter kleiner HInweis auf die großen Berliner Kopfbahnhöfe ist, würde man diese Position komplett aufgeben. Und damit jegliche WÜrdigung dieser Geschichte verlieren.

Falls es dafür zu "kämpfen" gilt, ich wäre dabei! Vielleicht sollten wir, die ähnlicher Meinung sind, hier was anstoßen?

Breaking News: Zur Zeit ist das Gelände des Ahb von bewaffneten Einheiten umstellt!
(natürlich in friedlicher Mission: es findet dort gerade eine WM(?) der Bogenschützen statt. Der Platz hinter dem Mauerrest dient dabei als Meeting-Area, der "Gleisbereich" als Wettkampf-Zone)

Bernd Mühlstraßer

Ein paar VIDEOS der BAUREIHE E69 - hier:

[www.youtube.com]

oder wie wär´s mit der E69-Facebook-Seite unter dem Suchbegriff: Die Baureihe E69




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.07.18 15:39.

Re: Aktueller Beitrag rbb

geschrieben von: EP 5

Datum: 21.07.18 16:09

Hallo Bernd,

Du hast den Sachverhalt mit der Bebauung des früheren Bahngeländes am Askanischen Platz noch einmal klar und deutlich zum Ausdruck gebracht, danke!

Ich finde Deinen Vorschlag mutig, dass man gemeinsam gegen die Bebauungspläne vorgehen sollte. Mir stellt sich hierbei die Frage, was man konkret unternehmen könnte? Vielleicht kann man zusammen Unterschriften sammeln oder gegen den Neubau demonstrieren, aber das erscheint mir noch zu verfrüht. Natürlich sind Aktivitäten auch eine Frage von zeitlichen Ressourcen, die nicht nur bei mir relativ knapp bemessen sein dürften.

Für mich wäre zuerst einmal wichtig, etwas über den Standpunkt der unteren Denkmalbehörde in Berlin-Kreuzberg herauszufinden. Ich hatte diese Institution im letzten Jahr wegen des Abrisses des Stellwerks Agb in der Nähe der Monumentenbrücke angeschrieben und wurde recht schnell von der Behörde informiert.

Desweiteren wäre es nicht verkehrt, sich mal mit der Sache an den Rundfunk (etwa rbb) zu wenden. Der rbb brachte mal eine interessante Dokumentation über den Anhalter Bahnhof, in der Helmut Maier (Autor des Standartwerkes „Berlin Anhalter Bahnhof“) vorkam.

Aber falls Ihr Euch („IG Anhalter Bahnhof“) mal irgendwo treffen solltet, wäre ich gerne dabei.


Viele Grüße,
Marc

Re: Aktueller Beitrag rbb

geschrieben von: Türen schließen selbsttätig

Datum: 21.07.18 18:25

Bernd Mühlstraßer schrieb:
Der rbb hat gestern nochmals, mit durchaus differenzierter Sicht, über das Projekt und den Standort berichtet:

Ich verstehe duchaus das Anliegen und die Botschaft, die man mit dem neuen Museum aussenden will. Und ich sehe auch die Überschneidung mit dem Anhalter

Und da die jetztige Denkmalssituation letztlich ein letzter kleiner HInweis auf die großen Berliner Kopfbahnhöfe ist, würde man diese Position komplett aufgeben. Und damit jegliche WÜrdigung dieser Geschichte verlieren.
Danke für den Hinweis zum RBB - ein schöner Beitrag, mit diesem vor Augen fühle ich mich in meiner Sicht der Dinge bestätigt: eine Nutzung ist da, das Geld wird absehbar da sein, umfassende Unterstützung ebenfalls. Eine herausragend positive Grundlage, auf der man handeln kann. Also loslegen!

Ich denke, ich sehe auch Deinen Blickwinkel. Ebenfalls nachvollziehbar und unterstützenswert, ich sehe gleichfalls Überschneidungen (andere in diesem Strang dagegen eine Ausschließlichkeit ihrer Sicht der Dinge), aber -ganz entscheidend- es fehlt das Geld und es fehlt die Unterstützung. Und ich sehe nicht, dass es ein in der Stadtgesellschaft mehrheitsfähiges Konzept wäre, den Bahnhof nach historischer Vorlage wiederaufzubauen. Zumal ohne überzeugende Nutzungsperspektive. Ohne diese beiden Dinge geht es aber nicht.

Und bei Punkt drei wage ich Einspruch zu erheben: nicht vergessen bitte - wir haben den wunderbar restaurierten Hamburger Bahnhof!

Beste Grüße, Tss

Re: Aktueller Beitrag rbb

geschrieben von: EP 5

Datum: 21.07.18 20:52

Türen schließen selbsttätig schrieb:
Zumal ohne überzeugende Nutzungsperspektive.

Hallo Tss,


würde Dich ein sehenswertes Museum nicht doch irgendwie schwach machen, das sich explizit der fulminanten Geschichte des Bahnhofes stellt? Wären beispielsweise klassische Konzerte im wiederaufgebauten Empfangsvestibül nicht irgendwie schön?

Der Geist unserer Zeit erlaubt sich am Portikus ja noch nicht einmal eine bescheidene Gedenktafel zur Geschichte des Baues mit der Benennung seines genialen Architekten Franz Schwechten. Das will schon was heißen.

Was kann man da noch erwarten?


Gruß,
Marc

Re: Aktueller Beitrag rbb

geschrieben von: dooby

Datum: 22.07.18 21:08

Ich bin dabei, wenns um eine IG Anhalter Bahnhof geht!
Ich finde auch, daß ein Exilmuseum besser bei der Topografie des Terrors und auf diesem Gelände aufgehoben ist. Terror erzeugt Exil, wir sehen es an den Syrern bei uns...
Dann nochmal zum Anhalter:
Das Gelände war Wildland als die BAE es bebaute, mit dem bescheidenen und architektonisch unbedeutenden, weil beliebigen ersten Bahnhof von 1842.
Dann wird nach 6 Jahren Bau 1880 DER Anhalter fertiggestellt, kollosal, im Stil einer romanischen Kathedrale, massiv gemauert und doch sehr luftig, weil mit großen Fensterflächen.
Zweifellos ein Höhepunkt der industriellen Backsteinarchitektur, verfeinert mit Terrakotten und nicht kitschig überladen mit zu viel Figuren... Im Grunde der Großstadtbahnhof schlechthin. Teuer, edel und gut verarbeitet
wie ein Rolls Royce.
Ein Colloseum in Berlin! Ich finde, gerade der kriegsbeschädigte, stillgelegte Bahnhof vor dem Abbruch hat die Atmoshäre des Colloseums in Rom.
Kritiker haben 1959 darauf hingewiesen: "In antiken Städten wie Rom und Athen, ist man stolz auf die antiken Ruinen und käme nie auf die Idee, sie abzureißen, so wie jetzt der Anhalter, warum kann diese Kollosalruine nicht stehenbleiben?"
Das könnte auch ein Nutzungskonzept für einen rekonstruierten Anhalter sein: Eine Arena wie das Colloseum,
etwa das Tempodrom. Vielleicht auch ein demokratisches Forum, etwa wie der Hide Park? Drumherum diese Mauern, das inspiriert!
Egal, als dann dieser Jahrhundertbau unter Bauskandal- ähnlichen Umständen abgebrochen worden ist, blieb eine große Brache innerhalb der Großstadt übrig, mit einem kleinen Mauerrest. Das Gelände Ahb wirkt tatsächlich wie ein riesiges Grab des Anhalter und der Portikus ist der Grabstein. Sogar völlig richtig gelegen am Kopf des Toten, LOL!
Nach diesem veschwundenen Jahrhundertbau kann jegliche neue Architektur dort nur zweitklassig und irgentwie überflüssig sein. Wir leben schließlich in einer architektonisch unbedeutenden Epoche.
Deshalb muß diese Fläche frei bleiben, stören wir mal nicht die Totenruhe, LOL.
Diese Brache ist auch ein Mahnmal für die Zerstörung unserer Städte nach 1945 durch größenwahnsinnig technokratische Stadtplaner.
Wer kennt die Phönix-Sendung "Unsere Städte nach '45"?
Dieses Gelände und dieses Bauwerk braucht endlich ein anständige Würdigung!
Grüße!
Jörn
P.S. Der Wert einer Gesellschaft ist auch an dem Umgang mit ihrer Architektur und Geschichte zu messen...

http://up.picr.de/33316116gc.jpg
Diesen Würfel würde ich aber dort schon akzeptieren.

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4-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.07.18 20:59.