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 04 - Historische Bahn 

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Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
Hallo allerseits


Als einzige der einst zahlreich von Bamberg ausgehenden Nebenbahnen, hat sich jene nach Ebern in die heutige Zeit hinübergerettet. Sie zweigt in
Breitengüßbach von der Rennstrecke Bamberg – Erfurt ab und folgt 18 km dem Flüsschen Baunach bis zur ehemaligen Kreisstadt Ebern. Bis 1988 führte
sie weiter nach Maroldsweisach und war damit fast doppelt so lang.
Bereits 1982 war der Wochenendbetrieb eingestellt worden und auch bei der Reststrecke deutete vieles darauf hin, dass irgendwann die Mechanismen
bundesdeutscher Verkehrspolitik greifen würden und auf der Kursbuchkarte die ominöse dünne Doppellinie auftaucht. Doch es kam anders.


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1996 wurde der Wochenendverkehr wieder aufgenommen und auch an „a“ die Betriebszeiten deutlich ausgeweitet. Vormittags gab es eine Lücke für den
Güterzug nach Baunach Flüssiggas, über den ich hier [www.drehscheibe-online.de] berichtete.

Inzwischen fährt Agilis täglich im Stundentakt, wodurch der Güterzug in die Nachtstunden vertrieben wurde.

Bis in die Nuller-Jahre hatte sich noch viel fränkisches Nebenbahnflair gehalten und die roten Desiros machten sich gut in der hügeligen Landschaft
der Haßberge.
Als schöner Service wurden in den Zügen Getränke durch den Zugbegleiter verkauft. Das endete mit der Einführung des Einmannbetriebs. In Breitengüßbach
hatte man an der Bahnsteigtür einen Türöffner installiert, für den der Lokführer eine Fernbedienung erhielt. Bis dahin holte der Zugbegleiter die
Fahrgäste persönlich am Tor ab.
Nachdem der Bestand der Strecke fürs Erste gesichert war, wurden die Bahnsteige auf den Unterwegshalten erneuert, später auch auf längeren Abschnitten
das Streckengleis.

Genug der Worte, jetzt geht es raus an die Strecke …



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(Bild 01) Zwischen Breitengüßbach und Baunach führt die Strecke durch das Mündungsgebiet von Main und Baunach mit zahlreichen Kiesgruben.
An einem Samstagmorgen (26.05.2001) war RB20982 als erster Zug des Tages Richtung Ebern unterwegs.



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(Bild 02) Baunach war der letzte Unterwegshalt, auf dem Zugkreuzungen stattfanden. Am 25.05.2001 begegneten sich RB20990 und RB20987.
Nachdem der Zugführer des lokbespannten Zuges die Weichen gestellt hatte, konnte der Zug aus Ebern einfahren.



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(Bild 03) RB20987 brachte die Schulkinder aus Ebern nach Baunach. (614 037-0+914 019-5+614 038-8)



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(Bild 04) Türen zu und ab nach Bamberg. Danach stellte der Zugführer die Weichen zurück, dann konnte auch die RB20990 nach Ebern starten.
Das zweite Gleis wird heute nur noch zum Umsetzen der Lok des Güterzuges benötigt.



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(Bild 05) Etwa eine Stunde später kam 218 011-5 als RB20991 von Ebern zurück. Die Sonne arbeite sich am Zug nach vorne und schaffte es auch bis zur Lok,
nur stand diese da noch hinter dem Treppengeländer. Als der Zug dann abfuhr, kam es zu diesem kapitalen Wolkenschaden.



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(Bild 06) Am 27.05.2001 brachte die RB20984 einen Fahrgast samt Fahrrad nach Baunach, der dort schon erwartet wurde.



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(Bild 07) RB20989 am Leucherhof zwischen Reckendorf und Baunach. (03.10.2000)



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(Bild 08) Ein Jahr später hatte die BR 642 Einzug im Baunachgrund gehalten. Im Schneetreiben war am 29.12.2001 die RB20989 bei Reckendorf Richtung Bamberg
unterwegs. Die Pfarrkirche St. Nikolaus markiert die Ortsmitte.



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(Bild 09) In Reckendorf war das Kreuzungsgleis bereits abgebaut, während die Weichen und Spannwerke noch vorhanden waren. Am 29.12.2001 verließ RB20988 in
Gestalt von 642 124-2+642 624-1 den Bahnhof mit Ziel „Siemens VT642“.



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(Bild 10) Das Reckendorfer Bahnhofsgebäude befindet sich heute in einem weniger erfreulichen Zustand. RB20988 (614 030-5+914 015-3+614 029-7) machte sich
am Tag der deutschen Einheit 2000 gemächlich und laut trötend auf den Weg nach Ebern. Trotzdem kam es an dem Bahnübergang schon häufiger zu Kollisionen
durch „übersehende“ und/oder „überhörende“ Kraftfahrer.



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(Bild 11) Überschwemmungen und nachfolgender Frost führten im Januar 2003 im Baunachgrund zur Bildung größerer Eisflächen. Zwischen Manndorf und
Reckendorf warf ein Desiro in der Nachmittagssonne seinen Schatten auf die Wiese.



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(Bild 12) Während auf der rechten Baunachseite die Bundesstraße Lärm und Abgase verbreitet, verläuft gegenüber nur die Bahnstrecke und eine schmale
Anliegerstraße. RB20993 hatte am 03.10.2000 zwischen Manndorf und Reckendorf gerade den Zeitzenhof hinter sich gelassen.



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(Bild 13) RB20993 am 10.11.2001 vor dem Zeitzenhof.



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(Bild 14) Der Haltepunkt für Ober- und Untermanndorf liegt zwischen beiden und nennt sich diskriminierungsfrei Manndorf. Gendermäßig ist natürlich
der ganze Ortsname fatal. Dem Desiro war das im Januar 2003 egal, als er auf dem Weg nach Baunach dort hielt.



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(Bild 15) Reichlich P-Tafeln säumen auch heute noch das Gleis nach Ebern. So musste sich am 03.10.2000 auch RB20992 an den fünf Bahnübergängen von
Obermanndorf lautstark Respekt verschaffen. Die BR 614 dürfte das für den Fahrgast komfortabelste Fahrzeug gewesen sein, das die Strecke je gesehen
hat, sieht man mal vom Einstieg ab.



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(Bild 16) Blick auf Manndorf und die RB20992, die sogleich die Grenze von Grenze Ober-/Unterfranken passierte. (10.11.2001)



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(Bilder 17 und 18) Bei Rentweinsdorf hatte sich im Januar 2003 eine große Eisfläche gebildet, die von der Bevölkerung zur wintersportlichen
Ertüchtigung genutzt wurde. RB20989 fuhr ungehindert auf dem Damm nach Bamberg.



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(Bild 19) Die Szenerie von der anderen Seite aus gesehen. Hinter der Hügelkette, im nächsten Flusstal, fuhr bis 1982 die Itzgrundbahn von
Breitengüßbach nach Dietersdorf. (RB20992)



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(Bild 20) Im April 2004 zog die DB-Museumslok 280 002-7 einen Sonderzug nach Ebern. Weil die Infrastruktur keine Zugkreuzung mehr zuließ,
verkehrte er in der Fahrplantrasse einer Regionalbahn und konnte vom gemeinen Fahrgast benutzt werden. Wir fuhren mit bis Rentweinsdorf und
erwarteten die Rückfahrt an der bekannten, längst wieder eisfreien Stelle. Knapp 1,5 Jahre später wurde die formschöne Lok in Nürnberg ein
Opfer der Flammen.



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(Bild 21) Der Bahnhof Rentweinsdorf müsste eigentlich Treinfeld heißen, denn der wesentlich größere Ort Rentweinsdorf liegt auf der anderen
Baunachseite. Im Januar 2003 existierten noch das Kreuzungsgleis und das Bahnhofsgebäude.



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(Bild 22) Ein seine Fahrzeugnummer verheimlichender 642 als RB20989 am 10.11.2001 in Treinfeld, kurz vor dem Bahnhof Rentweinsdorf.



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(Bild 23) Die Bewohner des Örtchens Lind, zwischen Rentweinsdorf und Ebern gelegen, kommen zwar in den Genuss der Lautäußerungen des Bahnverkehrs
nicht aber in den einer Zugangsstelle. Immerhin gibt es ein umfangreiches Freizeitangebot für den Nachwuchs, Dahinter erhebt sich der 388 m hohe
Eichelberg. (April 2004)



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(Bild 24) Nachschuss auf eine Regionalbahn nach bei Lind. Der Lokführer dürfte für den Endspurt den Eberner Kirchturm schon im Blick haben.
(April 2004)



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(Bilder 25 bis 27) Der Bahnhof Ebern war im April.2004, als 642 207-5+642 707-4 hier die Wendezeit verbrachte, zumindest optisch noch als solcher
erkennbar. Anschluss- und Ladegleise waren freilich Dank MoraC längst ungenutzt. Ein halbes Jahr später fuhren an dieser Stelle überhaupt keine
Züge mehr. Die Strecke wurde um einige hundert Meter verkürzt und es entstand der übliche Endhaltepunkt, der immerhin die Wege in die Innenstadt
und zu einigen Schulen verkürzt. Auf dem ehemaligen Bahngelände werden heute die Freunde von Kreisverkehren, Parkplätzen und Einzelhandel fündig.


Das wars aus Franken,
aus Frankfurt grüßt
Onkel Wom!

"We are Motörhead, and we play Rock'n'Roll"
(Lemmy Kilmister, 1945-2015)

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.06.18 01:09.
Hallo Onkel_wom,

danke für Deinen interessanten Bericht und die schönen Aufnahmen.

Gerne ergänze ich um eine Aufnahme vom August 1983.

Freundliche Grüsse aus Sachsen

Ralf

0070nea40.30.kl.jpg
Interessanter Beitrag. Die neuen Bahnsteige verwandelten damals schon einst herrliche Nebenbahnmotive in fotografische Einöden.

Gruß

Rübezahl
Hallo Wolfgang.

Danke für den schönen Beitrag, die 614 habe ich leider nicht auf dieser Strecke. 2 Mal sind wir mit dem 642 mitgefahren, so habe ich nur ein Bild in Ebern.

1977 bin ich noch an einem Samstag um 5.45 Uhr neben der 280-Fahrt hergefahren. Sogar in die Lok durfte ich vor der Abfahrt. Leider ist ja das hintere Stück abgebaut.

Hier noch ein paar Eindrücke:

https://farm8.staticflickr.com/7076/27382444104_42556681f9_b.jpg



Ebern

https://farm8.staticflickr.com/7485/27961149036_10b3173024_b.jpg



Manndorf

https://farm8.staticflickr.com/7456/27382443474_583f83f769_b.jpg



Manndorf 2014 zum Vergleich

https://abload.de/img/baunach03-03-2014231x02.jpg

bei Reckendorf

https://abload.de/img/reckendorf03-03-201425izrk.jpg

Viele Grüße
Horst