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1895: Probefahrt der elektrischen Straßenbahn

geschrieben von: Walter aus Bayern

Datum: 12.06.18 14:19

Augsburger Abendzeitung
Mittwoch, 23. Oktober 1895
Nr. 293
§ München, 22. Okt. Auf der mit elektrischem Betriebe ausgerüsteten gemeindlichen Trambahnlinie Bayerstraße = Giesing (Berg) fand heute Nachmittag 3 Uhr die Probefahrt statt. Zu derselben waren Namens der Staatsregierung Oberregierungsrath Rauck und Oberbaurath Matheis, Namens der Kreisregierung die Regierungsräthe Fürst und Pfeifer, sowei Kreisbauassessor Belling abgeordnet. Unter den Geladenen, die meist städtischen Behörden und der Presse angehörten, befand sich auch der Generaldirektor der Staatseisenbahnen, Ebermayer, und die beiden Bürgermeister. Die Probefahrt, welche in 3 gezierten Motorwagen, von denen zwei Anhängewagen hatten, begann am Ende der Bahn, dem Giesinger Berg und ging bis zum Zentralbahnhof und von da zurück. Die Bahnlänge beträgt 3312 Meter und wurde je in 13 Minuten durchfahren; die Probefahrt ging ohne jede Störung flott von Statten. Der elektrische Betrieb beginnt voraussichtlich am Mittwoch, 23. ds. Mts.; vorerst verkehren 8 von der Unionsgesellschaft gelieferte Motorwagen. Die Stromzuführung erfolgt vorläufig theils von der provisorischen Kraftstation am Isarthalbahnhof, theils vom Mussatwerk, jedoch nicht mittels Wasser=, sondern Dampfkraft. Nach Beendigung der Fahrt nahmen die Theilnehmer eine Besichtigung der Bavaria=Kunstmühle vor; dieselbe gehört bekanntlich der hiesigen Bäcker=Innung. Gemeinde=Bevollm. Direktor Wacker machte in der liebenswürdigsten Weise den Führer durch die mit allen Erdordernissen der Neuzeit ausgestatteten kolossalen Räumlichkeiten. Darauf vereinigte man sich zu einem gemüthlichen Imbiss beim "Weinbauern" in Giesing, wo der Besitzer Magistratsrath Kanzler aufs liebenswürdigste die Honeurs machte.

Walter