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1876: Tod eines Lokführers

geschrieben von: Walter aus Bayern

Datum: 10.06.18 20:57

Augsburger Abendzeitung
Dienstag, 15. Februar 1876
Nr. 46
Am 12. Februar Vormittags erregte im Bahnhofe zu Donauwörth ein Todesfall hinsichtlich der eigenthümlichen Umstände, unter welchen derselbe eintrat, nicht geringes Aufsehen. - Als sich nämlich Postzug 86 in Bewegung setzen resp. dorten abfahren sollte, meldete der Maschinenheizer dem dienstthuenden Oberkondukteur, daß Lokomotivführer Wechsler, welcher den Zug nach Nördlingen verbringen sollte, plötzlich verstorben sey. In Begleitung des im Zuge befindlichen Arztes von Kaisheim begab sich der Oberkondukteur zur Maschine, woselbst man Wechsler auf den Tenderkasten zurückgesunken vorfand. Alle angewandten Belebungsversuche waren vergebens; er war von einem tödlichen Schlage getroffen worden. Nachdem man ihn von der Maschine herabgehoben, wurde er in einem Wagen gelegt und nach Nördlingen verbracht, woselbst Wechsler stationirt war. Die verwaiste Maschine übernahm der Führer der in Donauwörth befindlichen Rangirmaschine. Wäre der Fall auf einer kleineren Station passirt, hätte der Zug natürlich eine wesentliche Verspätung erleiden müssen. Wechsler war einer der ältesten Lokomotivführer der bayerischen Staatsbahnen. Bei der Eröffnung der Strecke Nördlingen = Nürnberg im Jahre 1848 führte er die Maschine des Eröffnungszuges. (Fränk. Ztg.)

Walter

Re: 1876: Tod eines Lokführers

geschrieben von: +armin+

Datum: 10.06.18 21:27

Hallo,

ich möchte mich auch einmal für die vielen interessanten Artikel bedanken. Sie geben doch einen guten Enblick in die damalige Zeit.

Was aus heutiger Zeit immer wieder bemerkenswert ist:
- es werden ohne Scheu die Namen und der Wohnort der Beteiligten veröffentlicht
- die ausführliche Schilderung des Sachverhalts befriedigt die morbide Neugier der Masse (ist also keine Erfindung des Smartphone Zeitalters)
- und ganz wichtig: die Verspätung hält sich in Grenzen.

Gruß
Armin