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 04 - Historisches Forum 

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Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
Dies ist KEIN Museumsbahnforum! Bilder, Meldungen und Fragen zu aktuellen Sonderfahrten bitte in die entsprechenden Foren stellen.
Liebe HiForianer,

nach längerer „Sendepause“ möchte ich einmal wieder einen Beitrag präsentieren.

Zum Sommerfahrplan 1993 -unfassbare 25 Jahre ist es her- sollte es auf der schönen Sonneninsel Usedom eine einschneidende Veränderung im Bahnverkehr geben. Die DR würde die lokbespannten Personenzüge aus V100/BR 201 und 4-achsigen Rekowagen der Gattung Bghw aufs Abstellgleis schieben und modernisierte Ferkeltaxen, sanitärfarbene LVT also, zum Einsatz bringen. Der Güterverkehr auf Usedom war ja bereits zum 30.11.1990 eingestellt worden.

Nun sollte kurz vor dem „Aushauchen“ die „gute alte Eisenbahn“ auf Usedom noch einmal kräftig fotografisch dokumentiert werden, es ging uns vor allem um Streckenaufnahmen, weniger um die Bahnhöfe. Was für ein Glück daher, dass mein Kumpel Axel in Wolgast wohnte! Im April/Mai 1993 suchte ich ihn mehrfach auf, um bei ihm das „Basislager“ für kleinere Fotosafaris aufzuschlagen. Übers Wochenende vom 23. bis 25.04.1993 waren dann sogar „Großkampftage“ mit erhöhtem Belagerungszustand angesetzt, an denen auch unser gemeinsamer Hobbyfreund Carlo teilnahm.

Die bei diesen Touren entstandenen Dias sind zum Teil sehr stark fehlbelichtet. Glücklicherweise habe ich sie seinerzeit nicht weggeworfen und konnte sie nun unter einigem Aufwand digital erretten, auch wenn man ihnen meist ansieht, dass ich sie ziemlich malträtieren musste. Gelobt sei hier die moderne Bildbearbeitungstechnik!

Da ich mich mit einer chronologischen Reihenfolge der Fotos ein bisschen schwertue, habe ich mich für eine geographische Bildfolge entschieden. Auf Grund der Menge der Bilder werde ich den Beitrag zweiteilen.

Im ersten (heutigen) Teil zeige ich die damals entstandenen Aufnahmen vom Streckenabschnitt Wolgaster Fähre bis Ückeritz sowie einige Nordstrecken-Bilder von Zinnowitz nach Peenemünde. Der noch in Vorbereitung befindliche Teil 2 wird sich dann dem Abschnitt von Ückeritz bis Seebad Ahlbeck widmen. Diese Trennung ist völlig willkürlich vorgenommen und resultiert lediglich aus dem Bemühen, das vorhandene Bildmaterial möglichst paritätisch zu verwenden.

Und auch wenn das Thema V100 auf Usedom eigentlich „ausgelutscht“ ist, möchte ich doch recht umfänglich dem silbernen Jubiläum des dortigen Diesellokabschieds gedenken, auch wenn ich nicht alle geschossenen Fotos hier präsentiere. Desöfteren habe ich dafür aber im Vorher-Nachher-Sinne eine neuere Aufnahme beigemixt und hoffe, es bleibt dennoch leicht verdauliche Kost.

Genug der Vorrede, nun geht es dann auch endlich los!

Streckenabschnitt Wolgaster Fähre – Ückeritz mit 17 Bildern:


http://fs5.directupload.net/images/180424/uva2tomq.jpg
Bild 1: Auch wenn Bild 2 streng genommen den Anfang machen müsste, beginne ich mit dieser Aufnahme am Seezeichen bei Mahlzow an der Peene. Der Endbahnhof Wolgaster Fähre ist fast erreicht. Im Bild läuft „Mrs. Heringsdorf“, die V100, die am längsten auf der Insel Usedom Dienst tat. Sie ist auch heute noch erhalten, wurde vor gut 10 Jahren einmal äußerlich aufgearbeitet und steht seither in Zinnowitz im Freien abgestellt.


http://fs1.directupload.net/images/180424/fdjlfy74.jpg
Bild 2: Der Nachschuss zeigt den unbeschrankten Feldwegübergang bei Mahlzow. Links im Bildhintergrund breiten sich die Gleisanlagen des Bahnhofs Wolgaster Fähre aus, dazwischen der Güterschuppen und darüber das hellblaue Fachwerk der alten „Brücke der Freundschaft“ über die Peene. Etwas links der Bildmitte sieht man die damals schon gut 700 Jahre alte Wolgaster St.-Petri-Kirche, deren Turm eingerüstet ist. Rechts breitet sich der Peenestrom im Gegenlicht aus.


http://fs5.directupload.net/images/180424/fwgs6zhl.jpg
Bild 3: Das nächste Bild bringt uns nach Zinnowitz, der kurze Personenzug hat den Bahnhof bereits hinter sich gelassen und rollt am Ortsrand entlang in Richtung Zempin. Die Nummer der V100 blieb undokumentiert.


http://fs5.directupload.net/images/180424/laayrcpz.jpg
Bild 4: Bei Zempin überquert die Bahnstrecke die Bundesstraße B111 auf einer Brücke. Hier rollte die 201 792 in Richtung Heringsdorf/Ahlbeck heran. Die 792 begegnete mir am häufigsten in diesen Tagen, sie kam erst 12 Jahre nach der 380 im Jahre 1986 auf die Insel.


http://fs5.directupload.net/images/180424/qg624wlo.jpg
Bild 5: Wir nähern uns weiter der Ortschaft Zempin und sehen einen der Feldweg-Übergänge zwischen der Brücke von Bild 4 und der eigentlichen Ortslage. Die Lok kam als 110 380 Anfang April 1974 aus Magdeburg ins Bahnbetriebswerk Heringsdorf und blieb hier bis zum „bitteren Ende“ der V100 auf Usedom im Dienst. Sie bringt es somit (zählt man den Rest von 1993 und das letzte Jahr der DR, 1994, als Stationierungszeit mit) auf unglaubliche 249 Monate beim Bw Heringsdorf, knappe 21 Jahre also. Hut ab! Und wer will, kann auch die Zeit seit 1995 noch im Geiste addieren, denn die Lok ist ja immernoch auf Usedom…


http://fs5.directupload.net/images/180424/l4uda37f.jpg
Bild 6: Hier ein Vergleichsbild 24 Jahre später, als die zur 86 323 mutierte 86 333 der Fa. PRESS im Mai 2017 Traditionsfahrten auf Usedom unternahm. Der Blickwinkel ist wegen des modernen Zaun-und-Geländer-Geraffels am eigentlichen Bahnübergang verändert. Es ist aber die gleiche Stelle, wie die Senke im Gelände verrät. Der herrliche Schweriner Traditionszug, der leider kurz nach diesem Einsatz Fristablauf hatte, war in Kombination mit der Windleitblech-86er eine echte Schau! Die Sonderfahrten-Aktion ist sehr gut bei den Insulanern und ihren Gästen angekommen und soll 2018 wiederholt werden.


http://fs5.directupload.net/images/180424/ggqzul9q.jpg
Bild 7: Den Bahnhof Koserow habe ich ausgelassen, der dicht dabei liegende Bahnübergang an der B111 aber reizte mich. Der abgebildete Zug mit der 201 792 kommt in einer Linkskurve aus dem Wald aus Richtung Heringsdorf und wird gleich Koserow erreichen. Der Copyright-Vermerk für 2018 als Erstveröffentlichung ist bei diesem Bild an sich nicht korrekt, denn ich habe es schon vor einigen Jahren einmal Malte Werning und Dieter Römhild für ihre Internetseiten zur Verfügung gestellt, jetzt aber noch einmal komplett neu gescannt und bearbeitet.


http://fs1.directupload.net/images/180424/e6gr64wr.jpg
Bild 8: Der direkte Bildvergleich, wieder bei den Sonderfahrten 2017, ist mir nicht recht geglückt. Da ich den eigentlich dort inzwischen nicht mehr vorhandenen Platz mehr als ausfüllend ziemlich wackelig auf einem Bein an der B111-Schranke stand, dem Personal aber auch nicht direkt vor die Lok stolpern wollte, habe ich das Bild schlussendlich leider nach links verrissen. Bedingt durch einen familiären Trauerfall konnte ich die Aufnahme auch nicht an einem der anderen Fototage wiederholen.

http://fs5.directupload.net/images/180509/wpqt7djs.jpg
Bild 8a, durch späteren Edit zugefügt und im Ursprungsbeitrag nicht enthalten: Beim 2. Versuch Ende April 2018 hatte ich einen kleinen 2-Stufen-Tritt dabei, um standfest daherzukommen. Dennoch wurde die Sache eine ziemliche Wackelpartie. Die ziemlich satte, diensthabende Wolke schob sich vor die Sonne, erst ca. 30s vor Eintreffen des Zuges riß der Himmel wieder auf. Der Wagenpark ist zwar lange nicht so schön wie im Vorjahr - dennoch Glück gehabt! Die blöde, waggonfenstergroße Kilometertafel habe ich dreist überstempelt, sie hatte mich letztes Jahr schon gestört. Vergleichsbild im Kasten!


http://fs5.directupload.net/images/180424/xddien5l.jpg
Bild 9: Zurück im Jahre 1993 galt ein paar hundert Meter weiter in Richtung Kölpinsee das Moto: „Ein schöner Rücken kann auch entzücken!“. Obwohl es nur ein Nachschuss ist, gibt die satte Beleuchtung diesem Foto doch einen gewissen Reiz, wie ich finde. Die 201 380 strebt Wolgaster Fähre entgegen und wird hinter dem Lichtsignal in die auf den Bildern 7 und 8 bereits gezeigte Kurve einschwenken und die B111 danach queren.


http://fs5.directupload.net/images/180424/b3uqi67j.jpg
Bild 10: Auch wenn es ein ganz anderer Wald zu sein scheint (wo sind die Kiefern?), so ist dies doch genau die Stelle von Bild 9, nur eben wieder im Frühjahr 2017. Exakt die gleiche Fotoposition konnte ich wegen des Gedränges am Brückengeländer leider nicht verwirklichen, denn ich kam „auf’n letzt’n Pfiff“ angehetzt und musste mich mit der Linksaußen-Position zufriedengeben. Zwei Hobbykollegen habe ich, so gut ich konnte, digital unsichtbar gemacht.


http://fs1.directupload.net/images/180424/6gahx8k6.jpg
Bild 11: Die Zeit wiederum 24 Jahre zurück- und mich selbst umdrehend, wird auf der Wegbrücke über die Bahnstrecke der Blick zum Haltepunkt Kölpinsee frei, den die 201 792 hier gleich erreichen wird. Die Rechtskurve ganz hinten im Bild werden wir sofort sofort wiedersehen.


http://fs5.directupload.net/images/180424/7qhgevvr.jpg
Bild 12: Und da ist sie schon, die Kurve an der Ausfahrt von Kölpinsee in Richtung Heringsdorf/Ahlbeck! Noch ein paar Sekunden zuvor hatte eine Gänseschar den Vordergrund aufgelockert, aber die Federviecher wollten einfach nicht mit aufs Bild und watschelten die kleine Böschung abwärts. Als der Zug am Telegrafenmast angekommen war, war auch der letzte weiße Hals abgetaucht. Tja – Pech! Aber ich bin mit dem Foto dennoch hochzufrieden.


http://fs5.directupload.net/images/180424/l7iuzm3r.jpg
Bild 13: Nochmals die Sonderfahrten 2017, ich hoffe, ihr haltet es noch aus! Wiederum etwa der gleiche Blick wie bei Bild 12, so sehr viel hat sich eigentlich gar nicht verändert bei flüchtiger Betrachtung. Würde man es nicht an der Bildqualität und den Autos sehen können, würde sich bei unaufmerksamem Vergleich von Bild 12 und 13 durchaus die Frage stellen, welches eigentlich die ältere Aufnahme ist.


http://fs1.directupload.net/images/180424/do9l3c97.jpg
Bild 14: Nur wenige Meter weiter in Richtung Seebad Heringsdorf liegt das Dörfchen Stubbenfelde, von wo aus damals durch die Kiefern in Richtung Straße ein Holzstapel lugte. Bei genauerem Hinsehen erschloss sich mit dem unbeschrankten Bahnübergang, dem am Weg liegenden Häuschen mit dem Forsythienbusch, den Strommasten und natürlich den lebendigen und toten Kiefernstämmen ein sehr brauchbares Fotomotiv trotz des leichten Gegenlichts. Wieder einmal die „ewige“ 792… Heute befindet sich an dieser Stelle der Haltepunkt Stubbenfelde für die blau-weißen Triebwagen der Usedomer Bäderbahn UBB, an beides war damals noch nicht zu denken.


http://fs1.directupload.net/images/180424/auk74buq.jpg
Bild 15: Von Stubbenfelde ist es nicht mehr weit bis Ückeritz, dessen Einfahrsignal die 201 026 hier gerade passiert hat, interessant ist auch der Neigungsanzeiger am rechten Bildrand. Im Bahnhof wird Kreuzungshalt mit dem Zug in die Gegenrichtung sein. Die 201 026 ist eine der jüngeren Heringsdorfer V100, sie kam erst im Juni 1990 aus Stralsund zur Insel Usedom. Nach meinen Erkenntnissen wurde sie nach ihrer Ausmusterung 1994 noch Werklok in Neustrelitz.


http://fs5.directupload.net/images/180424/a2ughwha.jpg
Bild 16: Hier sehen wir die gleiche Situation knapp 23 Jahre später, als im Februar 2016 die Stadler-Triebwagen 646 124 und 126 der Usedomer Bäderbahn UBB in Ückeritz einfahren, wieder wird hier Zugkreuzung sein. Der Neigungsanzeiger ist einer überdimensionalen Kilometrierung gewichen, das Einfahrsignal ist nun ein Lichtsignal, die Leitungen liegen in einem Kabelkanal. Dafür hat sich aber eine recht stattliche Vegetation entwickelt.


http://fs5.directupload.net/images/180424/6uvgbrge.jpg
Bild 17: Zurück ins Jahr 1993 - rechts im Hintergrund sehen wir noch die gerade eingelaufene Rekowagen-Garnitur mit 201 026 von Bild 15. Soeben hat sich der Gegenzug mit der 201 380 in Ückeritz nach Wolgaster Fähre in Bewegung gesetzt und passiert gerade das Ausfahrsignal. Ob Steine-Klaus Interesse hat?


Die Nordstrecke Zinnowitz – Peenemünde Dorf mit 8 Bildern:

Eine geschichtliche Erörterung möchte ich mir und Euch an dieser Stelle ersparen. Selbst dem nur mäßig Eingeweihten ist bekannt, dass hier vor ca. 80 Jahren ein Riesenprojekt aus dem pommerschen Sandboden gestampft wurde, zu dem weit verzweigte Bahnanlagen und ein elektrischer S-Bahn-Betrieb gehörten. Publikationen hierzu gibt es genug. Die Heeresversuchsanstalt und der Flugplatz in Peenemünde wurden nach dem 2. Weltkrieg von der Nationalen Volksarmee NVA weitergenutzt, so dass die Bahnstrecke erhalten blieb. Wie gesagt, darauf möchte ich hier nur am Rande eingehen und beginne daher gleich mit dem Bildbericht.


http://fs1.directupload.net/images/180424/wyafpol6.jpg
Bild 18: Zum Glück habe ich damals die Kilometrierung mit ins Bild genommen, sonst hätte ich diesen Wegübergang wohl nicht mehr identifizieren können und wahrscheinlich in die Zempiner Gegend verortet. So aber kann man eindeutig den Standort zwischen Trassenmoor und Trassenmoor Lager bestimmen, zu letzterem gleich noch ein Bild.


http://fs5.directupload.net/images/180424/3cu2egjk.jpg
Bild 18: Mein Kumpel Carlo hatte sich in Vorbereitung auf die Fototour kräftig belesen und lotste uns gleich noch einmal in die „Pampa“ zwischen Trassenmoor und Karlshagen zu eben jenem Haltepunkt Trassenmoor Lager. Wir lauerten dort der 201 035 auf, die hier von Peenemünde nach Zinnowitz unterwegs war. Die beiden Bahnsteigkanten sind noch sehr gut erkennbar, hier im Wald kampierten in den 1940er Jahren einst die Zwangsarbeiter für die Heeresversuchsanstalt.


http://fs1.directupload.net/images/180424/x6cwftwh.jpg
Bild 19: Und noch ein weiteres Bahnrelikt versteckt sich im Wald bei Karlshagen, der alte Tunnelbahnhof Karlshagen Siedlung, wo viele Angestellte der Heeresversuchsanstalt wohnten. Hier hatte die 201 035 gerade den heutigen Haltepunkt Karlshagen im Bildhintergrund verlassen und strebte Peenemünde zu. Um die Wellblechbude vom Streckenfernsprecher mit ins Bild zu bekommen, hatte ich darauf verzichtet, die Bahnsteigabgänge in den Fußgängertunnel als Motiv heranzuziehen, worüber ich mich heute ärgere. Aber immerhin ist so die Weichenverbindung des zweigleisigen Bahnhofs noch gut zu sehen, 50 Jahre zuvor lagen hier doppelt so viele. Rechts im Bild ist die Betonkante des südlichen Bahnsteigs an der alten Peenemünder Straße zu sehen, links die vom Mittel-/Inselbahnsteig. Die 201 035 gehörte in den Reigen der jüngeren Heringsdorferinnen und wurde meines Wissens 1998 in Stralsund verschrottet, von dort war sie auch 1990 auf die Insel gekommen.


http://fs5.directupload.net/images/180424/3phrfm8g.jpg
Bild 20: Natürlich sahen wir uns bei der nicht gerade dichten Zugfolge noch ein wenig in Karlshagen Siedlung um. Der Tunnel, den ich nur vollgelaufen kannte, war recht frisch abgepumpt worden. Natürlich wollten wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen und uns hier unten genauer umtun. Aber es war zwischen dem ganzen Gerümpel leider kein Durchkommen und zerrissene Klamotten oder gar einen Sturz in den berühmten rostigen Nagel wollten wir nun auch nicht riskieren. Also hieß es aufgeben und sich mit einem Bild vom Fußgänger-Quertunnel begnügen. Sehr schön ist an den Betonwänden und den Holzteilen noch die „Flutmarke“ abzulesen. Hinten erkennt man am Lichteinfall die Treppe vom gegenüberliegenden Ab-/Aufgang. Einst konnte man hier 4 elektrifizierte Gleise unterqueren.


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Bild 21: Im September 2006 war ich wieder einmal dort und konnte meine Frau während einer Radtour für eine kurze Pause am alten Tunnelbahnhof erwärmen. Das Gerümpel am Eingang war verschwunden, der Tunnel beräumt, abgesperrt und wieder vollgelaufen. Im Bildvordergrund schwamm eine widerliche Brühe herum.


http://fs5.directupload.net/images/180424/5ucisfan.jpg
Bild 22: Zurück im Jahre 1993 widmen wir uns nun dem Endbahnhof der Nordstrecke. Den Haltepunkt Karlshagen Kontrollpunkt haben wir ärgerlicherweise nicht dokumentiert. Die 201 792 hatte auf diesem Bild Peenemünde Dorf bereits erreicht und setzte für die Rückfahrt ans andere Zugende um, vorbei am alten Werkbahnstellwerk. Gleich wird sie den Bahnsteig erreichen.


http://fs5.directupload.net/images/180424/bpdbwnlm.jpg
Bild 23: Die gleiche Perspektive wie in Bild 22, nur 13 Jahre später und ohne Bahnfahrzeug. Dadurch sieht man aber auch die nun fehlende Umsetzmöglichkeit in Ermangelung einer Weichenverbindung. Umsetzen muss hier auch niemand mehr, denn die UBB-Stadler-Triebwagen der BR646 wechseln einfach nur die Fahrtrichtung.


http://fs1.directupload.net/images/180424/6vmynreu.jpg
Bild 24: Und nun gibt es doch noch eine klassische Bahnhofsansicht mit der 201 792 in Peenemünde Dorf. Das gut gepflegte, hölzerne Bahnhofsgebäude auf dem geschütteten Bahnsteig wich inzwischen einem gläsernen Wartehäuschen an der gepflasterten Variante. Die Wohnhäuser rechts im Bild wurden schon vor Jahren abgerissen. Im Hintergrund sieht man die Einfahrt ins Peenemünder Kraftwerksgelände, in dem nun ein Museum untergebracht ist.


Bonusbild Wolgast (eigentlich nicht zum Thema gehörend):


http://fs1.directupload.net/images/180424/3luf3bkf.jpg
Bild 25: Um die damals noch recht frisch elektrifizierte Festland-Verbindung von Züssow nach Wolgast haben wir uns nicht gekümmert. So blieb es bei einem Tagesrand-Besuch im Bahnhof Wolgast, wobei mir der gezeigte Gewerkschafts-Sonderzug mit der 143 870 dann doch ein Foto wert war. Den Anlass der Zugfahrt habe ich inzwischen vergessen, höchstwahrscheinlich hatte die IG Metall zu einer größeren Protestaktion in der nahen Peenewerft gerufen. Die Stralsunder 143 870 war im Februar 1989 in Dienst gestellt worden und bereits am Eröffnungstag des Fahrdrahts in Wolgast vorstellig geworden. Der Fahrleitungsanlage Züssow – Wolgast Hafen war nur noch eine kurze Lebensdauer bis Mai 1999 vergönnt.


Hier möchte ich fürs erste enden, Teil 2 ist jetzt hier online: [www.drehscheibe-online.de] (derzeit in Vorbereitung, wird aber sicher im April 2018 nicht mehr fertig). Ich hoffe, der Ausflug hat Euch gefallen und der Eine oder Andere freut sich über die Fortsetzung.

Tschüss und Gruß

Mathias

Tante Edith hat noch einen Gliederungs-Absatz nachträglich eingefügt sowie einige Schreibfehler berichtigt.
Per 09.05.2018 wurde der Text an den nunmehr verfügbaren Teil 2 angepasst und ein Bild hinzugefügt.



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:05:09:21:59:44.

Ein Spitzenbeitrag! Vielen Dank. (o.w.T)

geschrieben von: TransLog

Datum: 24.04.18 22:40

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Hallo Mathias,

sozusagen passend zum diesjährigen 86er-Event brennst Du hier dieses Feuerwerk ab. Ich bin absolut begeistert! Am Montag werde ich mir das alles wieder einmal im Original anschauen. Ich freue mich auf Teil 2!

Viele Grüße

Dampfachim
Schöner Bericht aus einer schönen und hochinteressanten Gegend, danke fürs Zeigen.

Frage zu Bild 23: Ist das ehemalige Stellwerk der Werksbahn bewohnt oder dient es sonstigen Zwecken. Ich frage deswegen, da ich neue Fenster erkennen kann.

"Ohne Skepsis und Zweifel würden wir heute noch glauben, die Erde wäre eine Scheibe".
"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

(Immanuel Kant)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:04:25:11:13:58.
Hallo!

Danke / sehr schoene Aufnahmen!

Gerne mehr davon...

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.
(Merke: Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer)

***** Friends help you move. True friends help you move bodies. *****

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind: Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen - und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Seit einiger Zeit biete ich sogar (gegen einen kleinen Obolus) auch Patenschaften fuer meine Fehler an.
Hallo Mathias,

als ich 1981 auf Usedom war, gab es auch keine Dampfloks mehr, die V 100 war im gesamten DR Bereich präsent, also nicht besonders interessant (heute denkt man anders darüber). Aber einen Neigungsanzeiger fand ich fotogen genug um in zu verewigen.

https://abload.de/img/urlaub-ckeritz9025u80.jpg

Dein nächster Beitrag interessiert mich natürlich auch.

MfG Helmut

Sehr schön, danke! (o.w.T)

geschrieben von: S-Transport

Datum: 25.04.18 13:33

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Herzliche Grüße
Simon

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Übersicht: [www.drehscheibe-online.de]

Einfach ,nur' Klasse!

geschrieben von: Dölauer

Datum: 25.04.18 21:30

Moin,

also, V100 mit Reko's in Mecklenburg- Vorpommern auf Nebenbahnen geht immer.
Bitte weiter machen und Danke dafür.


bis bald...
Moin Mathias,

V 100 auf Usedom, ein ausgelutschtes Thema? Na, ich bin da anderer Ansicht...

Vielen Dank für deinen interessanten Beitrag. Was gäbe ich dafür, noch mal eine Woche Anfang der 1990er dort herumfahren zu dürfen... Besonders der Peenemünder Ast fehlt mir bei meinen wenigen Besuchen dort.

Danke und Gruß

Carsten

https://abload.de/img/2005.12.08felix2wzjkf.jpg Mein HiFo-Inhaltsverzeichnis
Wir werden dich nie vergessen!
Ganz tolle Bilddokumente. Danke dafür. Als Kind in den 70ern auf Usedom, aber selbst keine Fotos gemacht, nur Erinnerungen an die Usedomer 86er sind geblieben. Ebenso der lange Marsch von Wolgast Hafen über die immer zugige Peenebrücke bis zum Wolgaster Fähre, wo damals noch Ba(a)ge bis Ahlbeck rumpelten. Und nach der Wende war vieles wichtiger als Fototouren nach Usedom. Leider ging es wohl vielen "Wende-Kindern" so, denn Fotos aus der Zeit der 80er und frühen 90er von Usedom und Wolgast Hafen gibt es recht wenige. Wer erinnert sich noch an die beengten Verhältnisse mit 12-Wagen-Zügen, die rückwärts nach Wolgast in die Abstellung gedrückt wurden. In diesem Sinne, freue mich auf weitere Teile.

Grüße, der Ostseestern

Justitia in suo cuique tribuendo cernitur

Re: Usedom 1993, mein Abschied von der DR-V100

geschrieben von: 0nkel_wom

Datum: 27.04.18 15:08

Hallo Mathias

Schöne Bilder von der Insel. Ich kenne die Strecken mit diesen Fahrzeugen nicht mehr, denn genau genommen waren
es die erwähnten sanitärfarbenen Ferkeltaxen, die mich einige Monate nach Dir erstmals nach Usedom lockten.
Es gibt wohl nicht viele Strecken, die sich in 25 Jahren derart erfreulich entwickelt haben,
was jetzt nicht heißt, dass ich alle Geländer-Orgien und Beleuchtungs-Auswüchse gutheiße.

Auch die Bilder vom Dampfzug gefallen mir. Beim Bild 13 waren es gewiss nicht wenige Fahrten auf der parallelen Straße,
die durch jenen Dampfzug erst generiert wurden.

Hier gibt's ein paar Vergleichsbilder aus der Taxenzeit : [www.drehscheibe-online.de]

Vielen Dank fürs Zeigen
Wolfgang
(freut sich auf den nächsten Teil)

Re: Einfach ,nur' Klasse!

geschrieben von: Ladehilfe

Datum: 27.04.18 21:52

Da bin ich ganz deiner Meinung. Ich war regelmäßig in Krakow am See im Urlaub und da war die V 100 mit 3 oder 4 Bghwe Pflicht.

Liebe Leute,

Bleibt gesund und wenn es geht daheim!
Hallo Matthias ,

Danke für diesen schönen Beitrag von „ Zuhause „
Ja das war noch Eisenbahn. Oft war ich nicht mit der Eisenbahn auf der Insel unterwegs dafür aber mehr als genug in Lubmin! Dafür haben wir aber das ein oder andere mal meinen Vater auf der Arbeit in Züssow besucht. Das war schon spannend wenn wir als Kinder mal die Schranken bedienen durften.Ja der Fahrdrahrt hat es dort wie auch nach Barth nicht lange überlebt. Aber immerhin gibt es dort noch Eisenbahn. Ich bin gespannt auf deinen zweiten Teil!

Bis dahin schöne Grüße in die Heimat