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1'E, nicht 2'D. "Rolandseck", Reichseisenbahnen

geschrieben von: bengt

Datum: 22.04.18 13:27

http://www.samlingsportalen.se/cgipict-img?Table=050&IMGID=Jvm_KCAB00072&Imgnr=1

"Bildtext:
Tyskt godsånglok, 2 D, "Rolandseck", Reichseisenbahnen.

Anmärkning:
Text på framsida: "2-D. 2/6 gek. 4 Zyl.-Verbund Güterzugslokomotive der Reichseisenbahnen. Erbaut v. d. Elsäss. Masch.-Baugesellschaft in Grafenstaden."
Text på baksida:
" Zylinderdurchm. 390/600 mm
Kolbenhub 650 mm
Treibraddurchm. 1330 mm
Kesseldruck 15 Atm
Rostfläche 2,77 qm
Heizfläche 250,52 "
Leergewicht 67,25 t
Reibungsgewicht 21,50 "
Dienstgewicht 71,75 "
Wasser 18 cbm
Kohlen 5,8 t
Spurweite 1435 mm", "[Svårtolkad text]."


http://www.samlingsportalen.se/images/bakgrund_meny_del.jpg

Re: 1'E, nicht 2'D. "Rolandseck", Reichseisenbahnen

geschrieben von: Stefan Motz

Datum: 22.04.18 14:28

Hallo Bengt,
danke fürs Zeigen!
2/6 gek. müßte wohl auch 5/6 gek. heißen ...
Wo hat die Lok denn 4 Zylinder versteckt?
Viele Grüße
Stefan

Hallo „bengt“,

da hat wohl jemand erst einmal die verschiedenen Bauartbezeichnungen von Triebfahrzeugen kräftig durcheinandergewürfelt … ;-)


@ Stefan: die Innenzylinder werden wohl in einer Ebene mit den Außenzylindern liegen, denn dass es sich bei der »Rolandseck« um eine Mehrzylinderlok handeln muss, das zeigt ja der Gegengewichtsversatz des B-Radsatzes deutlich an.




Gruß

Walter

Re: 1'E, nicht 2'D. "Rolandseck", Reichseisenbahnen

geschrieben von: Georg h

Datum: 22.04.18 15:08

Es ist die fünfte von 47 zwischen 1905 bis 1910 gebauten Loks, die die bisher vor schweren Zügen doppelt eingesetzten C-Kuppler ersetzen sollten. Man nahm sich eine 1'D gekuppelte Lok der französischen Midi zum Vorbild. Wegen des begrenzten Achsdruckes entstand eine 1'E Lok, die erste 1'E überhaupt.

Die Lok hatte geneigte Hochdruck-Innenzylinder, die auf die zweite Achse wirkten. Für die Innenzylinder gab es innenliegend eine Stephenson-Steuererung, für die Außenzylinder gab es außenliegend eine Heusinger-Steuerung. Beide Steuerungen konnten unabhängig von einander bedient werden. Deshalb sieht man am rechte Ende der Steuerstangen(!) zwei nach unten weisende Hebel. Gebaut 1905 von Grafenstaden und als C33 Nr. 1805 in Betrieb genommen. Ab 1912: G11 Nr. 5505 Ab 1923-5 wurden sie arbeitslos, weil durch pr.G8.1 ersetzt.

Ein Teil der Loks wurde in Tenderlokomotiven der Reihe T19 mit der Achsfolge 1'E1' umgebaut. Bei der Gelegenheit wurde das Innentriebwerk entfernt, aber die gekröpfte zweite Achse teilweise beibehalten.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 22.04.18 15:20.
....und die größeren HD-Zylinder innen angeordnet sind.
Wer genau hinguckt, sieht, dass der zweite Kuppelradsatz
dafür verschobene Gegengewichte hat, sie liegen auf dem
Foto zwischen 3 Uhr und 5 Uhr im Rotatationsgefüge bei der
Stangenstellung unten auf der Führerseite.

Beste Grüße
VB995

Re: gehörte die Lok der Bauart de Glehn an?

geschrieben von: Mikado-Freund

Datum: 23.04.18 00:43

VB995 schrieb:
Die Lok gehörte der Bauart de Glehn an, bei der die HD-Zylinder außen - und die ND-Zylinder innen angeordnet sind.
Ich weiß nicht, wie Du das meinst, aber de Glehn hat nach meiner Kenntnis beide Varianten angewandt, also sowohl ND innen/HD außen, als auch HD innen/ND außen (siehe bay. C V, bad. IV h), was ja wohl auch dem natürlichen Platzbedarf eher Rechnung trägt.

Verbundtriebwerkbauarten.jpg


Primäres Merkmal der de Glehn-Bauart sind meiner Meinung nach daher die in Längsrichtung gegeneinander versetzten Hoch- und Niederdruckzylinder — derartiges sehe ich hier aber nicht.



Zitat:
Wer genau hinguckt, sieht, dass der zweite Kuppelradsatz verschobene Gegengewichte besitzt …
Du bist zu spät [www.drehscheibe-online.de]   ;-)



Walter

Eine gute Beschreibung der G 11 ...

geschrieben von: 03 1008

Datum: 23.04.18 08:23

... gibt es hier und auf den folgenden Seiten:

[anno.onb.ac.at] (oben rechts anklicken).

Interessant wäre eine Zeichnung, aus der die genaue Lage der Innenzylinder hervorgeht.

Viele Grüße, Helmut
03 1008 schrieb:
Eine gute Beschreibung der G 11 gibt es hier und auf den folgenden Seiten: [anno.onb.ac.at].
Danke Helmut,

das ist ja eine wahre Fundgrube! So etwas habe ich gesucht; die französiche Wikipedia gibt ja hier leider auch nichts weiter her. Also tatsächlich HD innen/ND außen (»ND innen« konnte ich mir beim Vergleich der Maße von Kolbenhub und dem sichtbaren äußeren Durchmesser der äußeren Zylinder auch nicht so recht vorstellen …)!

Als besonders interessant empfand ich die Passage zur Triebwerksbeschreibung:
»Sämtliche vier Zylinder liegen in gleicher Querebene unter der Rauchkammer [Hallo Stefan!]. Die beiden innen liegenden Hochdruckzylinder sind zusammengegossen und treiben die 2. Kuppelachse (an). Um die 1. Kuppelachse zu umgehen, sind sie unter 1 : 8 stark geneigt […] Die außen liegen liegenden ­Niederdruckzylinder treiben die 3. Kuppelachse an […] Für flottes Anfahren oder auf Steigungen ist die bekannte und bewährte Einrichtung von De Glehn vorgesehen […] Der Unterschied für schwere Güterzuglokomotiven liegt darin, dass statt zwei Wechselschieber an den Aussenseiten der Niederdruckzylinder ein einziger Drehschieber in der Maschinenmitte zwischen den Hochdruckzylindern liegt, der wie sonst durch einen Hilfsmotor betätigt wird.
Diese besondere Einrichtung macht es möglich, auf vier verschiedene Arten zu fahren:
1. als reine Verbundlokomotive,
2. als doppelte Zwillingslokomotive mit Frischdampf in allen vier Zylindern,
3. als einfache Zwillingslokomotive mit Hochdruckzylindern,
4. als einfache Zwillingslokomotive mit (den) Niederdruckzylindern allein.

Die Steuerung erfolgt durch vier getrennte Steuerungen (außen Heusinger-, innen Stephensonsteuerung) mit zwei getrennten Steuerwellen, welche durch eine … Reversierschraube getrennt oder verbunden betätigt werden können.«
Nun grübele ich gerade darüber, ob denn nicht der Begriff »Bauart De Glehn« lediglich etwas mit dem Zweiachsantrieb zu tun hat, ansonsten aber — entgegen allen bisher getroffenen Aussagen — weder etwas über die Zylinderlängslage -, noch irgend etwas über die Lage von HD/ND aussagt …

Eine Zeichnung aus der die genaue Lage der Innenzylinder hervorgeht wäre jetzt wirklich mal interessant, denn die auf der Textseite 108 [anno.onb.ac.at] abgebildete ist ja in dieser Hinsicht leider nicht so sehr aussagekräftig …



Viele Grüße

Walter
______________________
(Edit: editieren unter diesem … unglücklichen neuen Editor wandelt eingegebene geschützte Leerzeichen in ungeschützte um. Ich finde es aber unmöglich, wenn z.B. solche Angaben wie „1 : 8“, „15 Atm.“, „650 mm“ und dergl. durch einen Zeilenumbruch zerrissen werden. Wie gut, dass es zumindest zum Editieren noch die alte Ansicht gibt …!)



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.04.18 12:08.

De Glehn

geschrieben von: ICE

Datum: 24.04.18 17:41

Hallo,

typisch für de Glehn war eher der Zweiachsantrieb, bei den französischen Loks der SACM m.W. immer mit innenliegenden ND-Zylindern. Die bay. CV und bad. IVh kamen von Maffei, sind also nur indirekt de Glehn zuzurechnen. Ähnlich die pr. S10.1: Bauart 1911 de Glehn "pur", Bauart 1914 mit Zylinderanordnung in einer Ebene (wie v. Borries u.a. bei der pr. S9).

Grüße - Helmut (ICE)