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 04 - Historische Bahn 

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Bilder, Dokumente, Berichte und Fragen zur Vergangenheit der Eisenbahn und des öffentlichen Nahverkehrs - Bilder vom aktuellen Betriebsgeschehen bitte nur im Zusammenhang mit historischen Entwicklungen veröffentlichen. Das Einstellen von Fotos ist jederzeit willkommen. Die Qualität der Bilder sollte jedoch in einem vernünftigen Verhältnis zur gezeigten Situation stehen.
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...weiter soll es gehen mit Fotos aus der zeitlichen, örtlichen und sachlichen Umgebung
von Rudolf Kallmünzers Foto-Reich.
Diese Fotos hier werden nur dann mit "vermutlich Rudolf Kallmünzer" bezeichnet, wenn
aufgrund des Formats, der Machart sowie der rückseitigen Handschrift der Beschreibungen
dies geschlossen werden kann.
Sonst finden wir leider nur wenig Urhebermerkmale.


Und los gehts erneut:

An dieser Stelle mit der markanten Mauer hatten wir doch schon mal....
Ja, das stimmt. Hier war in der ersten Folge die Lok "KREUZBERG" portraitiert worden.
Es soll in der Central-Werkstatt München sein.
Die Lok ist wieder die bayerische C III mit der Bahnnummer 411 und dem Namen
"EBELSBACH", dieses Mal von der anderen Seite.
In der Quelle ist angegeben, dass sie bei der DRG noch bis zu ihrer Ausmusterung
am 09.03.1923 die Betriebsnummer 53 7883 trug.

http://bilder.bw-basdorf.de/VB995/2018/dso.20180417/bay-ciii-411ebelsbach_537883_krauss1869-32_cwmue-_1100x781.jpg


Hier ist nun die D XII mit der Bahnnummer 2229 zu sehen, im Vordergrund wohl ihr Personal.
Die Lok wurde 1899 bei Krauss mit der Fabriknummer 3863 gebaut.
Bei der DRG erhielt sie die Betriebsnummer 73 059. Am 22.01.1931 wurde sie ausgemustert.

http://bilder.bw-basdorf.de/VB995/2018/dso.20180417/bay-dxii-2229_73059_krauss1899-3863_1100x768.jpg


Stefan Motz zum Trotz...
Na ja, ich wollte nicht dichten.
Aber hier gibt es nun mal ein Foto einer dieser Methusalems mit DRG-Betriebsnummer!
Zu sehen ist die 53 8090. Es ist eine Bayerische C IV der Verbundausführung, sie hatte
zu weiß-blauen Staatsbahns-Zeiten die Bahnnummer 1450 und wurde bei Krauss im
Jahre 1893 mit der Fabriknummer 2727 auf die Gleise gestellt.

Der Bildautor gibt auf der Rückseite des Fotos an:
"Der große hintere Überhang rührt daher daß der Kessel wegen Überlastung der 1. Achse bei den
beiden ersten Maschinen "Ruppertsberg" u. "Weltenburg" nach hinten geschoben werden mußte!"

Aufnahme aus dem Jahre 1928. Die Lok wurde 1931 ausgemustert.

http://bilder.bw-basdorf.de/VB995/2018/dso.20180417/bay-civ-1450_538090_krauss1893-2727_aufn1928-_1100x703.jpg

http://bilder.bw-basdorf.de/VB995/2018/dso.20180417/bay-civ-1450_538090_krauss1893-2727_detail_900x844.jpg


Im Jahre 1930 aufgenommen im Bw München-Ost, sehen wir eine offenbar bereits
zum Gerät degradierte bayerische C IV der Zwillingsausführung.
Am Führerhaus steht (soweit entzifferbar): "R.B.D. Mü" und darunter "Eis.bau Amt Mü".
Da noch die Fabriknummer 2499 angegeben ist, handelt es sich um die 1891 bei Maffei
Krauss (berichtigt, gem. Stefan Motz, Danke!) gebaute Lok der Reihe mit der Bahnnummer 1415.
Im endgültigen Nummernplan der DRG hatte sie die 53 8044 erhalten.
Ausgemustert wurde sie am 19.11.1925.

http://bilder.bw-basdorf.de/VB995/2018/dso.20180417/bay-civ-1415-538044_maffei1891-2499-_1100x436.jpg


Schließlich haben wir hier noch die Verbund-Vierzylinder-Ausführung der Gattung E I,
Bauart Vauclain. Die hier abgebildete Lok mit der Bahnnummer 2086 wurde mit der
Schwesterlok 2085 bei Baldwin, Philadelphia, 1899 gebaut.
Sie wurde bereits 1917 ausgemustert. Grund dafür war ein schlechter Massenausgleich
mit enormen Zuckschwingungen unter Lastfahrt und daraus resultierendem hohen Verschleiss.
Auch diese Aufnahme wurde wieder am bekannten Ort mit der markanten Mauer im Hintergrund
gemacht; es soll in der Central-Werkstatt München sein.

http://bilder.bw-basdorf.de/VB995/2018/dso.20180417/bay-ei-2086_baldwin1899_cwmue_1100x402.jpg


Ich hoffe, erneut gut unterhalten zu haben mit einem abermaligen Blick
in längst vergangene und teilweise wohl auch schon vergessene Zeiten.

Auf alten Fotos ist immer viel zu entdecken!

Beste Grüße
VB995



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.04.18 07:56.
Hallo,
diesmal widerspreche ich Dir bezüglich der Reichsbahnnummern nur bei der 53 7883, die logischerweise nicht mehr im endgültigen 1925er Umzeichnungsplan auftaucht.
Dieser Plan nennt aber für 53 8044 als Hersteller Krauss (2499/1891) und nicht Maffei. Daß diese Lok ihre Reichsbahnnummer vermutlich nicht mehr angeschrieben bekam, schließe ich aus dem von Dir gezeigten Foto.
Viele Grüße
Stefan

Zur E I No. 2086

geschrieben von: 03 1008

Datum: 18.04.18 08:04

Hallo,

besten Dank für die interessanten Bilder! Die 2086 (Baldwin 17018/1899) wurde am 05.06.1917 ausgemustert und in Weiden zerlegt.

Die Schwesterlok 2085 (Baldwin 17017/1899) war eine Waffenstillstandslok und kam letztlich als ETAT 140-906 nach Frankreich und wurde dort 1930 ausgemustert.

Zur Bauart Vauclain: [de.wikipedia.org]


Viele Grüße, Helmut
...die Angabe "Maffei" war ein nächtlicher Übertragungsfehler. Habe ich soeben berichtigt.
Danke für den Hinweis an Stefan Motz!

Was die Nr. 53 7883 aus dem ersten Bild betrifft, so ist dieses Bild ja nicht zur Reichsbahnzeit gemacht,
sondern zu weiß-blauen Staatsbahnzeiten.

Dass auch Nummern aus dem ersten Nummernplan angebracht worden sind, ist ja schon früher nach-
gewiesen worden (BR 77 für die spätere BR 95 z.B.). Sicher ist es für unsere hier gezeigten Methusalems
jedoch tatsächlich nicht.
Das "Tragen" kann aber auch nur ein buchmäßiges sein.

Ich habe den Text von der ersten Folge einfach übernommen, da hatten wir das ja auch schon an- und
ausdiskutiert.


Was die 53 8044 anbetrifft, so zeigt eine überkontrastierte Detailbetrachtung des Fotos, dass es entweder
wie bei den Sachsen einen schmalen weißen Rahmen gab und darin die (nunmehr nur noch verblichenen/
abgewaschenen Reste) der angemalten Betriebsnummer oder aber ein Randschatten eines tatsächlich
einmal an der Führerhauswand angebracht gewesenen Betriebsnummern-Schildes (Zweifel ausgeräumt?):

bay-civ-1415-538044_maffei1891-2499-detail-_900x887.jpg


Beste Grüße
VB995
Hallo VB 995,

wenn ich mir die Seitenwand-Anschriften der 53 8044 ansehe, meine ich in der Reihenfolge von oben nach
unten die nachfolgenden Farbanschriften erkennen zu können:

Deutsche Reichsbahn (mittig unter dem Fenster, nur zu ahnen, möglicherweise nur noch Farb- oder Strukturschatten)
R.B.D.Mü (mittig unter dem Fenster, offenbar später aufgetragen)
53 8044 (mittig unter dem Fenster, mit dünner Rahmenlinie, Ausführung mit Serifen-Ziffern! und /oder Breit-Ziffern, Ziffern nur zu ahnen)
--- hier ist die Verwendung einer anderen Ziffern-Type als bei 53 8090 und anderen (z.B. 89 7001) interessant
El.N.bau Amt Mü. (mittig unter dem Fenster, offenbar zusammen mit der R.B.D.-Beschriftung aufgetragen)
unleserliche Kreideanschrift (links, möglicherweise "kalt", älteren Datums, verwischt oder abgewischt))
verblichene Farbanschrift (links, möglicherweise Untersuchungs-Datum "...U.. 6. ... 24" rechts davon evtl.ausführendes Werk?)
verblichene Farbanschrift (links, höchstwahrscheinlich Brems-Untersuchungs-Datum ""Br.U... .....")
kalt (Kreideanschrift, vmtl. letzte angebrachte Aufschrift)
G33.... (unten, ganz links, nur der Schatten des "G" ist noch zu erahnen)

Danke für das Zeigen solcher bildlichen Dokumente.

Gruß
Preußen-Klaus

Schornstein der 'Ebelsbach'?

geschrieben von: klapauzius

Datum: 19.04.18 09:23

Eine Frage an die Experten: Was hat es denn mit der Bauart des Schornsteins der 'Ebelsbach' auf sich? Ich danke im voraus für alle Antworten!

Klapauzius
...ich habe keine Zeichnung, kann mir aber vorstellen, dass es eine besondere Konstruktion
zur Zurückhaltung von Lösche und anderen glühenden, leicht fliegenden Teilen der Brenn-
stoffe ist.
Bayern war in dieser Beziehung arm und nutzte heimische Brennstoffe.
Es hatte ja selbst sowohl Braunkohle als auch (in ganz kleinem Umfange) Steinkohlen,
über deren Qualität stark gestritten wurde.
In der Frühzeit wurde mit Holz geheizt und -- nicht zu vergessen -- es gab die riesigen
Überbau-Dächer der Torf-Tender, bei denen die Loks die massigen, birnenförmigen Schorn-
steine hatten.

Beste Grüße
VB995