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 04 - Historische Bahn 

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Achristo's Foto-Historama: Historische Beiträge mit Fotos und Texten aus der Welt der Privatbahnen, Werksbahnen, Feldbahnen, städtischen Verkehrsbetrieben und der DB.

In den nächsten Tagen präsentiere ich hier vier pfälzer Spezialitäten. Heute geht es im ersten Teil um den Eiswoog.

Die Bahnstrecke Grünstadt - Eisenberg wurde bereits am 24. Juni 1876 eröffnet. Die Weiterführung der Strecke bis Enkenbach wurde erst sehr viel später in Angriff genommen. Erst am 6. November 1932 wurde der Abschnitt Eisenberg - Enkenbach eröffnet. Markantestes Bauwerk der Strecke war der Viadukt über den Eiswoog, gelegen zwischen Eisenberg und Enkenbach.

Zum 30. Mai 1976 wurde der Personenverkehr auf der Gesamtstrecke eingestellt. Im Güterverkehr blieb die Bahnlinie aber zunächst auf voller Länge in Betrieb, weil sie für Züge mit Lademaßüberschreitung genutzt wurde. Da die Unterhaltung des Streckenabschnitts Eisenberg – Enkenbach sehr kostenintensiv war, legte die DB diesen dann aber zum 31. Dezember 1988 still.

Die Bahnlinie erlebte teilweise eine Renaissance: Seit dem 26. Mai 1994 wird der Abschnitt Grünstadt - Eisenberg wieder von Personenzügen befahren, am 28. Mai 1995 folgte der Streckenabschnitt von Eisenberg bis Ramsen. Für den Ausflugsverkehr wurde der folgende Abschnitt bis zum neuen Haltepunkt Eiswoog am 12. August 2001 ebenfalls im Personenverkehr reaktiviert. Zwischen Ramsen und Eiswoog fährt zusätzlich parallel die Stumpfwaldbahn, eine Touristikbahn in 600 mm Spurweite.

Im Jahr 1986 hatte ich das Glück, einen der seltenen LÜ-Züge auf der Strecke zu fotografieren.

86-09-67 Eisenberg 10041986.jpg

Lok 260 783 steht mit ihrem LÜ-Zug abfahrbereit im Bahnhof Eisenberg, 10. April 1986.

86-09-70 Eiswoog 10041986.jpg

Hier ist der Zug beim Überqueren des Eiswoog-Viaduktes zu sehen, 10. April 1986.

86-10-2 Eiswoog 10041986.jpg

Bei der Rückfahrt führte die Lok einen älteren Packwagen mit, hier wieder auf dem Eiswoog-Viadukt, von der anderen Seite aus betrachtet. Im Vordergrund das Gasthaus "Forelle", 10. April 1986.

Demnächst gibt es ein paar Fotos aus Wolfstein zu sehen.

Alle nicht anders gekennzeichneten Aufnahmen stammen von mir und unterliegen dem Urheberrecht
Andreas Christopher (Achristo) im Internet: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Übersicht Achristo's Foto-Historama: [www.achristo.homepage.t-online.de]
Hallo "achristo"

Danke für die interessanten Bilder. Am ersten Bild fällt mir besonders diese zweiteilge Schwenkbühne, wohl für den Leig-Verkehr, auf. Da gab es deutschlandweit die aussergewöhnlichsten Ideen um Expressgut möglichst schnell verladen zu können.

Gruß
Danke

Phantastisch! (mB)

geschrieben von: Volker Blees

Datum: 17.04.18 05:12

Hallo Andreas,

vorab eine kleine Ergänzung zur Historie der Eistalbahn: vor über 20 Jahren habe ich mal eine Abhandlung dazu verfasst, die hier noch online ist: [www.schrankenposten.de]


achristo schrieb:
Im Jahr 1986 hatte ich das Glück, einen der seltenen LÜ-Züge auf der Strecke zu fotografieren.
Vielen Dank für die interessanten Aufnahmen! Die Bedarfs-LÜ über den Eiswwog ist tatsächlich nur selten verkehrt. Ich vermute mal, Du hast bei den Klebsandwerken nach dem Rechten geschaut und dann lief Dir das Züglein über den Weg?

Ein einziges Mal ist mir die Übergabe begegnet, einige Wochen nach Deinen Aufnahmen am 2. Mai 1986. Da mit dem Fahrrad unterwegs, kam ich leider von Grünstadt aus, wo ich vom Verkehren erfahren hatte, nur knapp über Eisenberg hinaus: bis zu den Fragmenten des kurz zuvor abgebauten Einfahrvorsignals, links kann man noch die Gebäude der Gienanth'schen Eisenwerke erahnen:

http://www.schrankenposten.de/Themen/etb10.jpg


Zitat:
Bei der Rückfahrt führte die Lok einen älteren Packwagen mit, hier wieder auf dem Eiswoog-Viadukt, von der anderen Seite aus betrachtet. Im Vordergrund das Gasthaus "Forelle", 10. April 1986.

Hmm. Der Pwi sagt mir etwas. Kann es sein, dass der längere Zeit in Alsenborn stand? 'rf', weißt Du mehr?


Grüße
Volker

? zu Pwi in Alsenborn

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 17.04.18 15:37

Hallo zusammen,

was ist aus dem überhaupt geworden ?

Gruß aus Pampanga
Horst

Re: Phantastisch! (mB)

geschrieben von: rf

Datum: 17.04.18 17:51

Der Pwi kam damals zur DGEG nach Neustadt und könnte mit den dort ebenfalls vorhandenen 3 Stück Ci 28, 1 Bi 28, 1 Ci 34 und der 64 006 einen stilreinen Personenzug aus der Zeit der 1.Hälfte der 1930er Jahre ergeben.
Dazu möchte ich nur sagen: "Sponsoren gerne erwünscht!"
rf

Am 10.05.1978 gab es auch einmal die Durchführung eines schweren Panzertransports, der sich am Eiswoog ganz imposant präsentierte. Das Bild möchte ich euch nicht vorenthalten.
Führende Lok war 218 388-7.
Interessant auch, dass man ohne Zwischenwagen auskam. Der gesamte Zug bestand aus insgesamt ca. 20 Panzern der US-Army.
rf
1978.05.10._Eiswoog 218 Doppeltrak+Mil Zug 01 (1).JPG





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.04.18 18:04.

Re: Phantastisch! (mB)

geschrieben von: Dampffrosch

Datum: 18.04.18 03:42

Hallo Reiner,

dann war das ein anderer Packwagen, der in Alsenborn stand.
Dem Personenzug wünsche ich, dass sich Sponsoren finden.

Gruß
Horst
Hallo.

War die Strecke für den Militärverkehr wichtig ?
Wenn ja warum hat man sie dann stillgelegt ?

Gruß Köf2
Jedenfalls hatte man den Stempelkopftunnel mit großem Lichtraumprofil sogar für elektrischen Zugbetrieb ausgeführt und einen Kreuzungsbahnhof (Stempelbrunnen) vorbereitet aber nicht fertiggestellt. Das Betriebsgebäude existiert in mehr oder weniger verwahrlostem Zustand heute noch und hat in der Vergangenheit auch mal als Wochenendhäuschen gedient. Am Bahndamm sind die vorgesehenen Standorte für Signale teilweise vorhanden, ebenso das Schotterbett des zweite Gleises für Zugkreuzungen.
Analog dazu gab es ja auch in Grünstadt / Albsheim a.d. Eis / Asselheim kurzzeitig existierendes (nie genutztes ?) Gleisdreieck.
rf

Militärverkehr Eistalbahn und Stillegung

geschrieben von: Volker Blees

Datum: 18.04.18 17:14

Hallo,

köf2 schrieb:
War die Strecke für den Militärverkehr wichtig ?

Zunächst ja.

Zitat:
Wenn ja warum hat man sie dann stillgelegt ?

Weil sie im Zuge der Veränderung der weltpolitischen Lage und damit auch der militärischen Prioritäten ihre Wichtigkeit verloren hat.


Grüße
Volker

köf2 schrieb:
Hallo.

War die Strecke für den Militärverkehr wichtig ?
Wenn ja warum hat man sie dann stillgelegt ?

Gruß Köf2

Hallo,

die Militärzüge waren auch Lü-Sendungen.

Wenn ich mich richtig erinnere, waren auf der Strecke Mannheim - Saarbrücken die Formsignale (oder eines davon) in Lambrecht der Grund, warum dort die Lü-Sendungen nicht verkehren konnten.

Gruß Klaus

Ja.

geschrieben von: Peter

Datum: 18.04.18 18:36

Hallo!

Volker Blees schrieb:
Hallo,

köf2 schrieb:
War die Strecke für den Militärverkehr wichtig ?
Zunächst ja.

Zitat:
Wenn ja warum hat man sie dann stillgelegt ?
Weil sie im Zuge der Veränderung der weltpolitischen Lage und damit auch der militärischen Prioritäten ihre Wichtigkeit verloren hat.
Urspruenglich war die ganze Gegend "der" militaerische Komplex der Amerikaner in Deutschland: Army, Air Force - die ganze Gegend war voll mit Standorten.
Das ist nach wie vor so, doch hat man inzwischen einige Standorte geschlossen (bzw. schliesst jetzt die Reste): Von Pirmasens ueber Eselsfuerth bis zu KAD/MAK.

Hinzu kommen andere taktische und transporttechnische Voraussetzungen:
Einerseits gibt es immer bessere, leistungsfaehigere Gelaende-Kfz (auch fuer den Schwertransport, man denke nur an die 5-achsigen Sattelzugmaschinen fuer den Tieflader-Transport), so dass man zunehmend unabhaengiger von der sabotage-anfaelligen Schiene wird (es gibt eben mehr Strassen- als Schienen-Strecken).
Andererseits haben auch die Panzer an Bedeutung verloren - vor ein paar Jahren wurde gemeldet, dass es faktisch keine amerik. Panzer mehr in der Kavallerie gibt, weil man heute Helikopter als das Mittel der Wahl ansieht (schneller, schlagkraeftiger, nicht so leicht verwundbar). Und ansonsten werden ballistische Waffen eingesetzt - der Panzer ist prinzipiell veraltet.

Im vergangenen Jahr gab es Meldungen, dass zwar wieder Depots mit Fahrzeugen angelegt werden, doch sind diese im Vergleich zu frueheren Bestaenden (in Germersheim sollen dmals 17.000 Fahrzeuge eingelagert gewesen sein) nur in homoeopathischer Dosierung vorhanden.
Diese Einheiten stehen heute anderswo bzw. koennen im V-Fall per LKW bewegt werden.

Und aus dem (weitgehenden) Wegfall der Panzer folgte, dass auch die schwere Instandhaltung (z. B. Kaiserslautern Army Depot, Maintenance Activity Kaiserslautern, Maintenance Activity Pirmasens) weggefallen sind - weshalb auch keine Panzer mehr angeliefert werden - und man eben auch keinen Bahnanschluss mehr braucht.

Schon 1978 hat man die eigenen Loks abgegeben - seither laeuft die (verbliebene) Masse entweder ueber LKW oder (in den wenigen verbliebenen Faellen) ueber die Eisenbahn.
Vgl. auch [www.drehscheibe-online.de]

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind. Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen. Und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Zudem biete ich Patenschaften fuer meine Fehler an.

Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer.
Die Formsignale mögen teilweise ein Grund für die Führung über die Eisenberger Strecke gewesen sein, in der Hauptsache waren es aber in dieser Zeit länger andauernde Bauarbeiten in den zahlreichen Tunneln zwischen Neustadt und Kaiserslautern.
Zwischen den einzelnen Lü-Transporten gab es, je nach Baufortschritt, wochen- und monatelang keine Führung über die Eistalbahn.
Die Durchführung eines Panzerzuges in dieser Dimension war die ganz große Ausnahme und fand m.E. nur dieses eine Mal statt.
Übrigens war ich in besagtem Zeitraum einige Jahre lang u.a. auch als Fdl in Eisenberg tätig.
rf