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 04 - Historische Bahn 

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Hallo Historiker,

bei einem Antiquariat habe ich das Taschenbuch ORIENT EXPRESS gefunden und erworben. Da ich Epoche Eins-Fan bin, habe ich versucht - auch anhand meines Fahrplanbuches ( Reichs Kursboch 1905 ) - diese Luxuszüge in ihren Läufen zu verfolgen. Das hat schon fast geklappt. Trotz der vielen Namen und Daten bin ich noch unsicher in dieser Frage: wie genau sahen diese L 1 bis L 10 denn aus? Waren sie gebildet wie auf wenigen Fotos zu sehen? Ergo: Lok, 3ax/4ax-Pw + WL + WL+ WR + WL + WL + WL ( hier große Variationen wegen der Kurswagen (!!) ) +3ax/4ax-PW?
Wo finde ich Infos über die Außenanstriche? Waren alle L´s in Teak?
Schlußdatum dieser L-Züge meinerseits ist der August 1914.

Vielen Dank für jedwede Hilfe/Links/Buchtipps!

Gruß,
Dampfschieber
Hallo!

Vom Eisenbahn-Journal wurde im Jahr 2008 die Sonderausgabe 2 unter dem Titel "125 Jahre Orient-Express" herausgegeben. Dort werden zahlreiche Fragen hierzu bereits beantwortet. Das Heft könnte es noch beim Verlag geben oder ggf. bei einer Bibliothek oder evtl. auf dem Trödelmarkt (Flohmarkt).

Info: Nach Ende des 1. Weltkrieges wurden zahlreiche dieser L-Züge wieder in Betrieb genommen (und später kamen weitere hinzu). Diese Geschichte währte dann bis 1939 (bzw. 1941 beim Simplon-Orient-Express). Die kurze Karriere nach dem 2. Weltkrieg war längst nicht mehr so luxuriös, obwohl einige Leistungen sogar weiter nur die 1. und 2. Klasse führten. Mitte der 1950er Jahre war dann wirklich Ende mit dem bereits arg lädiertem Glanz.

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser
Dampfschieber schrieb:
ORIENT EXPRESS

Wenns um Schlafwagen geht: meine Empfehlung:
Fritz Stöckl "Rollende Hotels" Wien 1967
Mit vielen Fotos.
Die Züge waren recht kurz. Mehr als 7 Wagen hatte wohl keiner, was wohl vor allem mit der Zugkraft der Lokomotiven zu tun hatte, aber auch mit der begrenzten Zahl an reiselustigen zahlungskräftiger Kundschaft. Damals waren für die Benützung dieser Züge Fahrkarten 1. Klasse erforderlich, was sich nur die wenigsten Menschen leisten konnten.

Der berühmteste dieser Züge, der "Orient Express", hatte bis zu 7 Wagen, wohl je abhängig von der Nachfrage. Teilweise wurden Kurswagen unterwegs abgehängt oder beendeten ihren Lauf auf einer der wichtigeren Zwischenstationen wie z. B. Wien oder Budapest. Der "Oostende-Wien-Orient Express" verkehrte als eigenständiger Zug nur bis Wels, wo er mit dem "Orient Express" aus Paris vereinigt wurde. Dier Endbahnhöfe von "Orient-" bzw. "Oostende-Wien-Orient Express" waren im Westen Paris bzw. Oostende (wg. der englischen Beamten auf dem Weg nach Kleinasien und Indien, resp. der britischen Post) und Constanta und Istanbul (Konstantinopel) im Südosten Europas.

Die Streckenführung verlief im Jahre 1905 bis Wien auf den bekannten Wegen, von Wien aus verkehrten diese Züge über (heutige Namen) Bratislava-Budapest-Szeged-Timisoara (Szeged-Timisoara kann heutzutage nicht mehr befahren werden!)-Craiova-Pitesti-Bucuresti nach Constanta, bzw. ab Budapest über Subotca-Beograd-Nis-Sofia-Edirne nach Istanbul.

Die Wagen der Luxuszüge waren damals mit wenigen Ausnahmen teakholzbraun, wegen des verwendeten Holzes. Es gab einige wenige Ausnahmen wie elfenbein-Braun (elfenbein oben), was sich jedoch nicht bewährt haben dürfte.

Endgültig Schluss war bereits im Juli 1914. Im August des Jahren tobte bereits der Krieg.

Gruß aus Wien.

"Es dünkt mich sehr anständig, wenn die Häuser der Großen den Fremden offenstehen; und es gereicht selbst dem Staate zur Ehre, wenn Ausländer in der Hauptstadt desselben wohl aufgenommen werden".

(Marcus Tullius Cicero: "De officiis" - "Vom pflichtgemäßen Handeln", auch: "Von den Pflichten")




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 16.04.18 20:45.
Moin,

Du scheinst vergessen zu haben, dasss neben die Fahrkarte 1.Klasse einen Luxus-Zuschlag an die CIWL bezahlt werden musste. Das war für Oostende-Istambul ( einfache Fahrt)die kokette Summe von 98 francs-or (78.4 Goldmark). Und ein Arbeiter gewann ungefähr 3 Fr pro Tag.

mfG aus Mons in Belgien
José
rosrath1964 schrieb:
Moin,

Du scheinst vergessen zu haben, dasss neben die Fahrkarte 1.Klasse einen Luxus-Zuschlag an die CIWL bezahlt werden musste. Das war für Oostende-Istambul ( einfache Fahrt)die kokette Summe von 98 francs-or (78.4 Goldmark). Und ein Arbeiter gewann ungefähr 3 Fr pro Tag.

mfG aus Mons in Belgien
José
Du hast natürlich recht. Ich ging davon aus, dass das allgemein bekannt wäre. Aber gleich eine Frage dazu: Verstehst Du unter "Luxuszuschlag" den Preis für die Bettkarte oder musste an die CIWL noch ein besonderer Zuschlag darüber hinaus gezahlt werden?

Der Vergleich mit dem Einkommens eines Arbeiters ist aber ebenfalls kokett ......

Gruß aus Wien

"Es dünkt mich sehr anständig, wenn die Häuser der Großen den Fremden offenstehen; und es gereicht selbst dem Staate zur Ehre, wenn Ausländer in der Hauptstadt desselben wohl aufgenommen werden".

(Marcus Tullius Cicero: "De officiis" - "Vom pflichtgemäßen Handeln", auch: "Von den Pflichten")
Hallo!

Für die mit "L" gekennzeichneten Züge musste noch ein Zuschlag entrichtet werden.

1914 war es so: [www.deutsches-kursbuch.de] (bei den dargestellten Händen ist ein Vermerk angebracht)

1939 hieß es, so lt. Deutschem Kursbuch: [www.deutsches-kursbuch.de] (Punkt II).

Ergo: man musste, neben der normalen Schnellzug- oder Fernschnellzugfahrkarte + Bettkarten einen erhöhten Zuschlag entrichten (FD- bzw. D-Zug-Zuschlag + besonderer Zuschlag)

Kai-Uwe, der "Cottbuser"

Mit freundlichen Grüßen

Der Cottbuser