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2-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.08.18 23:08.

Die alte 18 in Farbe

geschrieben von: Wilmersdorfer44E

Datum: 14.03.18 15:52

http://onlineftm.de/____impro/1/onewebmedia/U2K%C3%BCnstl%2B%2B%2BH.JPG?etag=W%2F%223a3e74-5aa93499%22&sourceContentType=image%2Fjpeg&ignoreAspectRatio&resize=794%2B593&extract=0%2B0%2B794%2B593&quality=85

Die alte 18 in Farbe am Künstlerhaus Loschwitz (Collage)

Heimat und Verkehr. Fotos sind von mir = Thomas Mösche; oder ein anderer Urheber ist angegeben.
antonstädter schrieb:
Die Außenbahn Loschwitz – Pillnitz, obgleich bereits seit 1985 Geschichte, dürfte immer noch zu den bekanntesten und am besten dokumentierten Abschnitten des Dresdner Straßenbahnnetzes zählen. Die äußerst idyllische, eingleisige Streckenführung entlang der Elbhänge in Verbindung mit dem hier ausschließlich anzutreffenden Einheitswagen-Fahrzeugeinsatz waren Garanten dafür, dass die Strecke in einer Vielzahl von Bild- und Filmdokumenten verewigt wurde, mutierte die Strecke doch gerade in ihren letzten Betriebsjahren zu einer wahren Pilgerstätte für Nahverkehrsfreunde aus Ost und West.


Für mich die schönste Strecke überhaupt.


Zitat:
Körnerplatz, Postkarte von 1904. Genaues Hinschauen lohnt, denn deutlich ist am unteren Bildrand das erst nach der Einmündung der Grundstraße beginnende Meterspurgleis erkennbar. Auf dem Körnerplatz selbst dominieren die beiden nebeneinander liegenden stadtspurigen Endstellen der beiden Dresdner Straßenbahngesellschaften, die seit 1893 bestehen. Eine wie auch immer gestaltete physische Verbindung beider Spurweiten bestand offenbar nie.


Wurde bei der Meterspur zweigleisig bis zur Calberlastr. gebaut?


Zitat:
Auch die 18 gehörte zu den Opfern der großen Linienreform von 1969. Für die folgenden sechzehn Jahre übernahm die Linie 4 die Pillnitzer Strecke. Fahrplan von 1969.


Kleine Ergänzung zum Fahrplan der Linie 4
Die 14 Kurse hierfür wurden von den Betriebshöfen Mickten, Trachenberge und Waltherstr. aus eingesetzt.
Für die Linie E4 benötigte man zum Sommerfahrplan Mo-Fr 10, Sa+So 11 Kurse, die von den Betriebshöfen Coswig, Mickten und Trachenberge aus eingesetzt wurden. Zum Winterfahrplan wurden Mo-Fr 11 Kurse eingesetzt.


Zitat:
An Wochenenden verkehrte anfänglich bedarfsweise zusätzlich die Linie E4 zwischen Straßenbahnhof Waltherstraße und Pillnitz. Diese Wagen erhielten sehr merkwürdige Schilder: Sie waren großformatig, der Druck aber erinnert an die Papp-Umleitungsschilder.


Kam die tatsächlich zum Einsatz?


Zitat:
Fahrplan der Linie 4, 1980/81.


Die hierfür benötigten 16 Kurse wurden von Coswig und Mickten aus eingesetzt. Die E4 finde ich leider gerade nicht.


Zitat:
Passendes Linienschild der gerade einmal vier Jahre existenten vermeintlich „klassischen“ 4 – wohl von 1977/78.


Weshalb vermeintlich? Ich weiß, die Dresdner sehen das anscheinend etwas anders ;-)
Für uns Jungs (aus meinem Bekanntenkreis) aus dem Westen ist es die "klassische" 4. Wenn es um die Pillnitzer Strecke ging, dann war nur die 4 das Thema und nicht die Linie 18. Das traf auch auf das andere Ende zu, nicht Linie 5 oder 15, sondern die Linie 4 stand bei uns immer hoch im Kurs, vor allem wenn es um Bilder ging.
Die nur 4 Jahre lang andauernde ewig lange Verbindung reichte aus, bei uns einen legendären Ruf zu erhalten, den sie bis heute inne hat.

OT:
Gerade letzten Samstag hatten wir wieder mal einen 4er Abend. Anlass hierfür ist der absurde und bescheuerte Gedanke, die westlichen Äste der 4 und 9 tauschen zu wollen.


Zitat:
Doch man hatte die Rechnung ohne das marode „Blaue Wunder“ gemacht. Die Brückenschäden ließen einen Straßenbahnbetrieb nicht länger zu. Trotz diverser Ideen wie eine äußerst unrealistische Neuanbindung über die Grundstraße oder einen Inselbetrieb zwischen Loschwitz und Pillnitz (mit Betriebsstrecke über das Blaue Wunder) war die wohl schönste und bekannteste Dresdner Straßenbahnstrecke im April 1985 Geschichte, und es übernahm die verlängerte Buslinie 85. Die Gleise beließ man zunächst, trug man sich doch mit dem Gedanken eines Brücken-Ersatzneubaus, der dann auch wieder eine Straßenbahntrasse erhalten hätte…


Gab es nicht auch Pläne, die Strecke im Bereich Wachwitz zu verlegen?


Zitat:
So viel zum meinem „dokumentarischen“ Rückblick auf die Pillnitzer Strecke, die ich zumindest als kleiner Steppke noch selbst erleben durfte.


Bei meinem zweiten Besuch in Dresden 1973 hatte ich zum Glück die Erlaubnis meiner Mutter erhalten, auf Tour gehen zu dürfen. Da stand Pillnitz und Weinböhla als erstes auf dem Programm. Erleben durfte ich im gleichen Jahr auch noch die Linie 3 nach Freital und die Linie 31 nach Kreischa...Schwein gehabt.

Ein sehr schöner Beitrag, wie auch die anderen von dir. DAF hat mich sogar schon eine komplette Nacht gekostet, auf einmal war es hell draußen ; -)

Gerne mehr davon.


Beste Grüße
Servus!

Danke für die umfangreiche Streckengeschichte - bei meinem ersten (meiner mittlerweile zahlreichen) Besuch(e) in Dresden und Pillnitz im März 1990 waren nur mehr kläglich durchhängende Oberleitungsreste nebst den Gleisen zu sehen.

Wär's heute eine vielbenützte Touristenlinie?

---
Grüße aus Wien
Klaus

Re: [Dresden] zur Pillnitzer Strecke

geschrieben von: Jan Bochmann

Datum: 15.03.18 09:02

Guten Tag,

maybreeze schrieb:
Servus!

Danke für die umfangreiche Streckengeschichte - bei meinem ersten (meiner mittlerweile zahlreichen) Besuch(e) in Dresden und Pillnitz im März 1990 waren nur mehr kläglich durchhängende Oberleitungsreste nebst den Gleisen zu sehen.
Das war aber schon etwas Besonderes: Bei stillgelegten Straßenbahnstrecken blieben die Gleise oftmals noch viele Jahre liegen - manchmal Jahrzehnte. Die Fahrleitungsanlagen wurden dagegen in der DDR immer sehr schnell abgebaut, weil Buntmetalle sehr wertvoll waren und recycelt wurden.

Die Strecke Loschwitz-Pillnitz war hier eine extrem seltene Ausnahme: Da die DVB eine Wiederinbetriebnahme anstrebten, wurde die Fahrleitung hängen gelassen. Nur die Signalanlagen der eingleisigen Abschnitte wurden abgebaut, weil sie sowieso durch eine neuere Bauart ersetzt werden sollten (ESA Bauart Leipzig). Erst 1990 nach der deutschen Einheit wurde das Schicksal der Strecke besiegelt und die Fahrleitung abgebaut.

Der wirkliche Bauzustand der Loschwitzer Elbbrücke ("Blaues Wunder") war im übrigen umstritten und wohl z.T. nur vorgeschoben - im Straßenbahnforum gab es dazu schon diverse Diskussionen. Zum Zeitpunkt der Einstellung der Strecke 1985 wurde ganz offiziell dargestellt, daß die Brücke auch für den Straßenverkehr nur noch maximal 10 Jahre halten würde. Der Verkehr ist inzwischen noch deutlich angewachsen, die 10 Jahre sind längst vorbei, und sie steht immer noch. Allerdings hat man z.B. die schweren Gas- und Wasserleitungen an der Unterseite der Brücke inzwischen entfernt und durch einen neuen Elbdüker geführt. Somit wurde die Brücke um etliche Tonnen entlastet, das hätte aber genauso der Straßenbahn zugute kommen können.

maybreeze schrieb:
Wär's heute eine vielbenützte Touristenlinie?
Das war sie immer, und sie wäre es auch heute. Seit der Einführung von Eintrittsgeld im Pillnitzer Schloßpark sind die Besucherzahlen dort allerdings deutlich zurückgegangen. Die Strecke hatte aber auch immer große Bedeutung zur Erschließung der beiden Bergbahnen am Körnerplatz, vieler weiterer Sehenswürdigkeiten (historische Villen, Kirchen, Künstlerateliers, Gastronomie, Aussichtspunkte) und ganz normalen innerstädtischen Pendlerverkehr.

Grüße,
Jan B.

Re: [Dresden] zur Pillnitzer Strecke

geschrieben von: antonstädter

Datum: 15.03.18 21:05

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2-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.08.18 23:07.
Super! Danke für diese immer wieder schönen Dokumente..