Nur 15 km lang war die wahrlich nicht im Mittelpunkt des Interesses von Eisenbahnfreunden stehende
„Jülicher Kreisbahn (JKB)“. Aber keinesfalls würde ich das unterscheiben, was hier (sinngemäß) schon mal im Forum zu lesen war: „Das ist die langweiligste Kleinbahn Deutschlands“.
Die JKB hatte allerdings durchaus ihre Besonderheiten. So war durch enorme Kriegsschäden nach 1945 kaum noch historische Bausubstanz vorhanden und die durchfahrene Landschaft recht unspektakulär. Bemerkenswert aber, dass eine Gleisverbindung zur Staatsbahn nicht in Jülich, sondern Kirchberg (an der Strecke Aachen-Nord – Jülich gelegen) erfolgte. Zwischen dem Jülicher Staatsbahnhof und dem Kreisbahn-Endbahnhof Jülich-Nord mussten umsteigende Fahrgäste einige Minuten Fußweg in Kauf nehmen. In Puffendorf schloss die JKB an die meterspurige Strecke Geilenkirchen – Alsdorf der „Geilenkirchener Kreisbahn (GKB)“ an. Die beiden Bahnen hatten getrennte Bahnhöfe, aber es gab ein Umladegleis. Die GKB stellte hier den Personenverkehr bereits 1953 ein und 10 Jahre später war Puffendorf auch hinsichtlich des GKB-Güterverkehrs Geschichte.
Immerhin wickelte die kleine und feine JKB mit ihrem 1952 beschafften zweiachsigen „Talbot“-Triebwagen T 1 noch bis zum 22.05.1971 bescheidenen Schienenpersonenverkehr ab. In den 1970er Jahren sanken allerdings die Beförderungsleistungen im Güterverkehr drastisch, auch bedingt durch die Verlagerung der Zuckerrübentransporte, die fast 50% der Jahresleistungen ausmachten, auf die Straße. Für den Güterverkehr war seit 1965 nur eine kleine Diesellok vorhanden, zur Zuckerrübenkampagne halfen lange Zeit stärkere Dieselloks anderer DEG-Bahnen aus. Nach Einstellung des Personenverkehrs blieb der Triebwagen im Bestand und wurde als Diesellokreserve sowie für eventuelle Sonderfahrten vorgehalten.
1984 ging die Jülicher Kreisbahn in der "Dürener Kreisbahn" auf (den Kreis Jülich gab es ja schon seit 1972 nicht mehr), aber da war es schon sehr ruhig auf der Strecke Jülich – Puffendorf geworden und in den 1990er Jahren fuhr manchmal wochenlang kein Zug. 1999 wurde der Betrieb ganz eingestellt, die formale Stilllegung der Strecke erfolgte erst später, da man die Entwicklungen im Rahmen des „Euregiobahn“- Konzeptes für den Schienenpersonennahverkehr im Großraum Aachen abwarten wollte.
Mein erster Besuch der JKB fand 1976 zur Zeit der Zuckerrübenkampagne in Form einer Güterzugmitfahrt statt. Das überaus nette Personal war sofort bereit, zu Dienstbeginn neben der Diesellok auch den Triebwagen aus dem Lokschuppen in Jülich-Nord zu fahren. Und damit war die Idee geboren, mit dem T 1 im Jahr 1977 eine private Fotofahrt im kleinen Kreis durchzuführen - dank Unterstützung durch die rührige Betriebsleitung kam es dazu dann auch Ende Januar 1977.
Der Teil 1 dieser kleinen Bilderreise befasst sich mit dem Abschnitt Jülich-Nord – Kirchberg (bei Jülich). Teil 2 folgt demnächst.
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Beste Grüße
Dieter
Der Endbahnhof Jülich-Nord der Kreisbahn mit Blick auf das Streckenende am 29.01.1977. Am Bahnsteig stand der T 1. Umsteiger zur Staatsbahn mussten ca. 200m Fußweg in Kauf nehmen. Für die JKB hatte der 2.Weltkrieg schwerste Schäden zur Folge und viele Menschen kamen bei Fliegerangriffen und Kampfhandlungen ums Leben. Das schmucklose Bahnhofsgebäude Jülich-Nord entstand Anfang der 1950er als Ersatz für das im 2.Weltkrieg völlig zerstörte Gebäude
Die zweiständige Fahrzeughalle in Jülich-Nord war ebenfalls ein Ersatzbau aus den 1950er Jahren für den im 2.Weltkrieg zerstörten Lokschuppen. Am 09.10.1976 standen die beiden JKB-Fahrzeuge T 1 und V 35 vor der Halle
Fast 20 Jahre später nutzte die Dürener Kreisbahn die kleine ex JKB-Werkstatt in Jülich-Nord auch für die Wartung von Schienenbussen, die man auf den von der Bundesbahn übernommenen Strecken Düren – Jülich und Düren – Heimbach einsetzte. Auf dem Foto vom 16.05.1995 der VT 204 (vorne links) sowie VS 251 (rechts)
Gut 2 km lang war die Strecke von Jülich-Nord nach Kirchberg, wo der Wagenaustausch mit der Staatsbahn stattfand. Kurz vor Kirchberg überquerte die Kreisbahn die Rur; auf der Brücke hier der T 1 am 29.01.1977
So blickte der Lokführer eines Kreisbahnzuges aus Richtung Puffendorf am 09.10.1976 auf die Anlagen in Kirchberg (bei Jülich). Rechts die Staatsbahnstecke von Aachen-Nord nach Jülich mit Staatsbahnhof, links die Kreisbahnanlagen
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