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 04 - Historisches Forum 

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Hauptverantwortliche Moderatoren: Klaus Habermann - JensMerte - Rönshausener - Th.D.

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Nur 15 km lang war die wahrlich nicht im Mittelpunkt des Interesses von Eisenbahnfreunden stehende „Jülicher Kreisbahn (JKB)“. Aber keinesfalls würde ich das unterscheiben, was hier (sinngemäß) schon mal im Forum zu lesen war: „Das ist die langweiligste Kleinbahn Deutschlands“.

Die JKB hatte allerdings durchaus ihre Besonderheiten. So war durch enorme Kriegsschäden nach 1945 kaum noch historische Bausubstanz vorhanden und die durchfahrene Landschaft recht unspektakulär. Bemerkenswert aber, dass eine Gleisverbindung zur Staatsbahn nicht in Jülich, sondern Kirchberg (an der Strecke Aachen-Nord – Jülich gelegen) erfolgte. Zwischen dem Jülicher Staatsbahnhof und dem Kreisbahn-Endbahnhof Jülich-Nord mussten umsteigende Fahrgäste einige Minuten Fußweg in Kauf nehmen. In Puffendorf schloss die JKB an die meterspurige Strecke Geilenkirchen – Alsdorf der „Geilenkirchener Kreisbahn (GKB)“ an. Die beiden Bahnen hatten getrennte Bahnhöfe, aber es gab ein Umladegleis. Die GKB stellte hier den Personenverkehr bereits 1953 ein und 10 Jahre später war Puffendorf auch hinsichtlich des GKB-Güterverkehrs Geschichte.
Immerhin wickelte die kleine und feine JKB mit ihrem 1952 beschafften zweiachsigen „Talbot“-Triebwagen T 1 noch bis zum 22.05.1971 bescheidenen Schienenpersonenverkehr ab. In den 1970er Jahren sanken allerdings die Beförderungsleistungen im Güterverkehr drastisch, auch bedingt durch die Verlagerung der Zuckerrübentransporte, die fast 50% der Jahresleistungen ausmachten, auf die Straße. Für den Güterverkehr war seit 1965 nur eine kleine Diesellok vorhanden, zur Zuckerrübenkampagne halfen lange Zeit stärkere Dieselloks anderer DEG-Bahnen aus. Nach Einstellung des Personenverkehrs blieb der Triebwagen im Bestand und wurde als Diesellokreserve sowie für eventuelle Sonderfahrten vorgehalten.

1984 ging die Jülicher Kreisbahn in der "Dürener Kreisbahn" auf (den Kreis Jülich gab es ja schon seit 1972 nicht mehr), aber da war es schon sehr ruhig auf der Strecke Jülich – Puffendorf geworden und in den 1990er Jahren fuhr manchmal wochenlang kein Zug. 1999 wurde der Betrieb ganz eingestellt, die formale Stilllegung der Strecke erfolgte erst später, da man die Entwicklungen im Rahmen des „Euregiobahn“- Konzeptes für den Schienenpersonennahverkehr im Großraum Aachen abwarten wollte.

Mein erster Besuch der JKB fand 1976 zur Zeit der Zuckerrübenkampagne in Form einer Güterzugmitfahrt statt. Das überaus nette Personal war sofort bereit, zu Dienstbeginn neben der Diesellok auch den Triebwagen aus dem Lokschuppen in Jülich-Nord zu fahren. Und damit war die Idee geboren, mit dem T 1 im Jahr 1977 eine private Fotofahrt im kleinen Kreis durchzuführen - dank Unterstützung durch die rührige Betriebsleitung kam es dazu dann auch Ende Januar 1977.

Der Teil 1 dieser kleinen Bilderreise befasst sich mit dem Abschnitt Jülich-Nord – Kirchberg (bei Jülich). Teil 2 folgt demnächst.

Link zum Teil 2: [www.drehscheibe-online.de]

Beste Grüße
Dieter

1 Jülich  Dieter Riehemann 77004_9.jpg
Der Endbahnhof Jülich-Nord der Kreisbahn mit Blick auf das Streckenende am 29.01.1977. Am Bahnsteig stand der T 1. Umsteiger zur Staatsbahn mussten ca. 200m Fußweg in Kauf nehmen. Für die JKB hatte der 2.Weltkrieg schwerste Schäden zur Folge und viele Menschen kamen bei Fliegerangriffen und Kampfhandlungen ums Leben. Das schmucklose Bahnhofsgebäude Jülich-Nord entstand Anfang der 1950er als Ersatz für das im 2.Weltkrieg völlig zerstörte Gebäude

2 Jülich  Dieter Riehemann 76111_27.jpg
Die zweiständige Fahrzeughalle in Jülich-Nord war ebenfalls ein Ersatzbau aus den 1950er Jahren für den im 2.Weltkrieg zerstörten Lokschuppen. Am 09.10.1976 standen die beiden JKB-Fahrzeuge T 1 und V 35 vor der Halle

3 Jülich  Dieter Riehemann 9508_21.jpg
Fast 20 Jahre später nutzte die Dürener Kreisbahn die kleine ex JKB-Werkstatt in Jülich-Nord auch für die Wartung von Schienenbussen, die man auf den von der Bundesbahn übernommenen Strecken Düren – Jülich und Düren – Heimbach einsetzte. Auf dem Foto vom 16.05.1995 der VT 204 (vorne links) sowie VS 251 (rechts)

4 Jülich  Dieter Riehemann 77004_11.jpg
Gut 2 km lang war die Strecke von Jülich-Nord nach Kirchberg, wo der Wagenaustausch mit der Staatsbahn stattfand. Kurz vor Kirchberg überquerte die Kreisbahn die Rur; auf der Brücke hier der T 1 am 29.01.1977

5 Jülich  Dieter Riehemann 76113-30.jpg
So blickte der Lokführer eines Kreisbahnzuges aus Richtung Puffendorf am 09.10.1976 auf die Anlagen in Kirchberg (bei Jülich). Rechts die Staatsbahnstecke von Aachen-Nord nach Jülich mit Staatsbahnhof, links die Kreisbahnanlagen

Alle Fotos stammen, wenn nichts anderes angegeben ist, von mir und sind urheberrechtlich geschützt.
Mein HiFo-Beitragsverzeichnis: [www.drehscheibe-online.de].




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2020:04:29:11:40:08.
Hallo Dieter,

ein sehr schön gestalteter Beitrag sowohl von den Bildern als auch vom Erläuterungstext her. VT von TALBOT hatten mir schon immer gut gefallen und in Puffendorf hätten sich zumindest theoretisch Normal- und Schmalspur-TALBOT einander gegenüberstehen können. Ich nehme mal an, dass alle TALBOT-VT DEUTZ-Diesel hatten wegen der Nähe des TALBOT-Werks zu Köln.

Viele Grüße von Jan olaf



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:02:18:09:47:04.
Danke für die schönen Erinnerungen an die Jülicher Kreisbahn.

MfG
Sydow
Danke für die schönen Bilder. Ich bin schon ganz gespannt auf die weiteren Bilder!

Edward
Lieber Dieter,

vielen Dank für diesen schönen Beitrag zur Jülicher Kreisbahn, der viele Erinnerungen weckt.

Besonders gut gefällt mir die letzte Aufnahme der Einfahrt in den Bahnhof Kirchberg.

Ich freue mich schon riesig auf Teil 2.

Schönen Restsonntag

Guido

http://www.guidorademacher.de/Banner.jpg
Hallo Dieter,

das Personal der JKB hatte offensichtlich eine nette Grundhaltung den Kleinbahnfans gegenüber; dein Programm von 1976 hatte ich so um 1988 auch bekommen.

Nach früher Ankunft in Jülich nach irgendeiner Nachtschleife im Rahmen einer Tour mit dem Tramper-Monats-Ticket hatte sich - wahrscheinlich nach meiner Frage nach dem Güterzug - der Betriebsleiter Zeit für mich genommen.
Dabei hat er mir ebenfalls den Triebwagen vor die Halle gefahren - nicht auf meine Nachfrage, sondern von sich aus, damit ich ihn besser fotografieren kann!

Auch mit dem Güterzug durfte ich mitfahren. Der endete zwar schon in Koslar (Kesselwagen zur Papierfabrik, der in Kirchberg von der 212-bespannten DB-Übergabe übernommen wurde), war aber trotzdem ein tolles Erlebnis.

Freue mich auf den zweiten Teil (der hoffentlich nicht auch schon in Koslar endet :-) )

Viele Grüße
Michael



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:02:18:17:53:34.
Anläßlich einer Radtour von Köln nach Aldenhoven im Sommer habe ich zum ersten Mal die Relikte dieser Strecke gesehen und bedauert, daß ich ihr zu Lebzeiten keine Aufmerksamkeit geschenkt habe.

Besten Dank

Jürgen
Vielen Dank für den schönen Beitrag!

Die JKB ist unsterblich mit dem Betriebsleiter Kummer verbunden. Der war uns Eisenbahnfreunden sehr gewogen. Auch der Lokführer Buderath lud gerne zur Mitfahrt ein. Die JKB und ihre Mitarbeiter werde ich nie vergessen!

Viele Grüße, Franz-Josef
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